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Kurs Nr. 682 Philosophie - Wissenschaftslehre IV


Der mittelalterlich-scholastische Realismus etwa eines Thomas Aquinas hat in der neueren Weltanschauung keine Fortsetzung gefunden. In der modernen Weltanschauung ist alles Nominalismus

In der Romantik hat sich ein Freiheitsgefühl entwickelt, das auch heute noch aktuell ist, was man daran sehen kann, dass die Musik, Dichtung und Malerei aus dieser Zeit noch immer beliebt ist. In der Kunst wie auch in der Wissenschaft / Medizin wurde die übersinnliche Welt berücksichtigt.

 

John Constable, The Hay Wain, 1821, National Gallery London

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
 

1. Lebendiges Naturerkennen; Banalität des Rationalismus, "wissensbasierte Medizin" kommt auf moralische Abwege; heutiges Zeitalter der materialistischen Biotech-Medizin hat keinen Sinn für Wahrheit und Wahrhaftigkeit; Geistigkeit in der Natur, Sündenfall rückgängig machen, Christus verstehen, dazu kosmische, außerirdische Sprache erlernen; Die heutige Naturwissenschaft mit ihrer "wissensbasierten Medizin" ist quasi dem Teufel verfallen;  früher dachte man, der teuflische Pudel könne sich an die Fersen der Naturforscher heften, heute wird einfach die Schlafmütze über den Kopf gezogen und man denkt überhaupt nicht mehr; heutige Naturforschung als Dämonolatrie (Anbetung der Dämonen)


In der Romantik hat sich ein Freiheitsgefühl entwickelt, das auch heute noch aktuell ist, was man daran sehen kann, dass die Musik und Malerei aus dieser Zeit noch immer beliebt ist. In der Kunst wie auch in der Wissenschaft / Medizin wurde die übersinnliche Welt berücksichtigt. In Wissenschaftslehre III, 23 hatten wir gesehen, was in heutigen Genlaboren experimentiert, in heutigen Kliniken und an Universitäten von der Biotech-Professorenschaft verzapft wird, interessiert Niemand; die gewöhnliche Naturerkenntnis, die sogenannte "wissensbasierte Medizin" hat mit der Realität nichts zu tun, höchstens mit Spiegelfechterei und Quacksalberei.

Die gewöhnliche Naturerkenntnis, die sogenannte "wissensbasierte Medizin", von Gesundheitsminister Lauterbach vorgetragen, könnte nicht nervtötender sein. "Aber gerade von solchen Dingen, die ungeheuer aufschlussgebend sein würden, wenn sie richtig gepflegt würden, die die Herzen und die Seelen hinreißen würden, wenn sie aus den Tiefen der Menschheit und der Persönlichkeit heraus innerhalb des akademischen Lebens an die Jugend herankämen, gerade von solchen Dingen muss heute vielfach gesagt werden, dass sie innerhalb einer ausgesponnenen gleichgültigen Systematik oftmals eben mit Gleichgültigkeit an die Jugend herangebracht werden, so dass das Verhältnis der Jugend zu dem, was unsere empirische Wissenschaft auf den mannigfaltigsten Gebieten an Aufschlussmöglichkeiten hervorgebracht hat, ein durchaus Äußerliches bleibt. Und man möchte sagen: Mancher, ja wohl die meisten unserer jungen akademischen Menschen gehen heute durch das Studium ohne inneren Anteil, lassen die Sache gewissermaßen mehr oder weniger als ein Panorama an sich vorübergehen, um dann mit den nötigen Wiederholungen die Examina machen zu können und eine Lebensstellung zu finden. ... Ja, die Naturwissenschaft der Gegenwart ist so, dass gerade derjenige, der sie emsig und fleißig studiert und ihre Dinge ernst nimmt, etwas wie eine seelische Beklemmung empfindet, etwas von dem empfinden kann, was über die menschliche Seele kommt, wenn sie ringt mit dem Erkenntnisproblem. Denn wer sich ein bißchen umsieht aus dem oder jenem heraus, was innerhalb der Naturwissenschaft heute vorliegt, an den treten große Weltprobleme heran, Weltprobleme, die aber oftmals eingekleidet sind, ich möchte sagen, in kleine Formulierungen von Tatsachen. Und diese Formulierungen von Tatsachen drängen einen dahin, etwas in der eigenen Seele zu suchen, was gerade deshalb, weil diese naturwissenschaftlichen Wahrheiten vorhanden sind, als Rätsel gelöst werden muss. Sonst kann man nicht leben, sonst fühlt man sich beklemmt. ... Und wenn man von den Naturwissenschaften weg zu den Geisteswissenschaften sieht: sie sind während des naturwissenschaftlichen Zeitalters in einen Zustand gekommen, dass, wenn man als junger Mensch, mit einer Anleitung, die diese Geisteswissenschaften wiederum vom vollmenschlichen Standpunkte aus behandeln würde, sich ihnen so hingeben könnte, man durch sie wenigstens etwas bekommen würde, was ich nennen möchte eine seelische Atemnot. Denn alle die abstrakten Ideen, die Ergebnisse dokumentarischer Forschung und all das andere, was heute in den Geisteswissenschaften enthalten ist, das würde, wenn es wenigstens mit menschlichem Anteil an den jungen Menschen herangebracht würde, ja gerade das Ziel verfolgen können, in ihm diese Atemnot der Seele zu erzeugen, die den Drang in ihm erwecken würde, hinaufzusteigen in die frische Luft."  [1] 

Wer hat den Grundstein der sogenannten "wissensbasierten Medizin" gelegt? Baco von Verulam, ein Menschen, der eigentlich den Boden unter den Füßen verloren hat, ein Menschen, der ganz aufgenommen ist von dem äußerlichen Leben seiner Zeit. "Er ist Staatsmann, Großsiegelbewahrer, er ist ein Mensch, der eine große Intelligenz hat, die aber eigentlich in keiner Tradition wurzelt, die zum ersten Mal in groß angelegter Weise dasjenige in der Geschichte der Menschheit heraufbringt, was dann etwas später ein Mensch wie Fichte so sehr verachtet hat - von seinem Standpunkte aus mit Recht verachtet hat: die Banalität der Ratio, die Banalität des Rationalismus. Baco von Verulam hat eigentlich in einer geistvollen Weise die Banalität in die Philosophie eingeführt. Wie gesagt, er hat den Boden des Geistigen völlig unter den Füßen verloren, hatte keine Tradition, er nahm nur dasjenige als wirklich, was sich den Sinnen äußerlich zeigte, war aber noch nicht imstande, aus der Sinneserfahrung irgend etwas Geistiges herauszuschlagen. Man möchte sagen, er war der umgekehrte Jakob Böhme. Während Jakob Böhme aus der alten Geistigkeit, die nicht mehr verstanden wurde, dennoch überall die Funken des Seelischen und auch die Funken des Materiellen herausschlagen wollte, die Geheimnisse des Seelischen und die Geheimnisse des Materiellen finden wollte aus alten Traditionen, die er dann stammelnd aussprach, so hatte Baco von Verulam nichts dergleichen in sich. Er stand gewissermaßen mit seiner Seele wie mit einer Tabula rasa, mit einer leeren Tafel, der äußerlichen, sinnlichen Welt gegenüber, wendete die Banalität des gewöhnlichen Menschenverstandes, nicht des gesunden, sondern des gewöhnlichen Menschenverstandes auf diese äußere Sinneswelt an, und es kam nichts anderes heraus, als eben der Anfang der Sinneserkenntnis, die jeder Geistigkeit bar ist. ... Nur Bacon war sich eigentlich nicht bewußt dieses Suchens nach dem Menschen, aber er suchte ihn auch in einer gewissen Weise. Er suchte ihn sogar in der Art, wie er heute von den tonangebenden Naturdenkern noch immer gesucht wird. Bacon suchte den Menschen, indem er ihn als eine Art Mechanismus zusammenstellen wollte. Condillac, de Lamettrie, die Naturdenker des 19- Jahrhunderts, des 20. Jahrhunderts, sie bauen den Menschen atomistisch auf aus einzelnen Naturprozessen wie einen Mechanismus. Da kommt nach dem Glauben dieser Naturdenker etwas zustande, was für den Einsichtigen doch nichts anderes ist als eine Art Gespenst im üblen Sinne, was nicht leben kann, was eigentlich ein Begriffssack ist, mit Abstraktionen ausgestopft."

Für die moderne Wissenschaftlichkeit, wie sie in Baco von Verulam auftritt und die auf moralische Abwege kommt, ist alles das verschlossen, was Zukunft ist, was aber dennoch unbewußt, wenn auch abgeleugnet, in der Sinneserkenntnis lebt. "Und aus der Sinneserkenntnis muss geschöpft werden die Erkenntnis der Postexistenz, der Existenz nach dem Tode. Bacon kann es noch nicht, hat gar keine geistige Kraft dazu. Daher wird sein Mensch eigentlich, wie ich sagte, ein Begriffssack, mit Abstraktionen ausgestopft. Es ist das Unvollkommenste von dem, was am Ende dieses Zeitalters - das zur Geistigkeit, aber jetzt aus der Naturerkenntnis heraus, hinstreben muß - einmal errungen werden muss: dieses, was in Baco von Verulam auftaucht. ... Baco von Verulam, ein intellektuell großartiger Mensch, der Repräsentant der modernen Weltanschauung, verliert sich in sich selbst moralisch, kommt auf moralische Abwege, ist insofern eine ehrliche Darstellung des Menschen, als eigentlich diese Art von Wissenschaftlichkeit überhaupt auf moralische Abwege kommen musste." 

Gerade wenn mann sich die Wissenschaftler und Professoren ansieht, die während der Corona-Krise ohne jeden gesunden Menschenverstand gearbeitet und den Menschen ihre banale Weltsicht aufgezwängt hatten, muss man sagen, das Zeitalter des Philistertums hat begonnen. "Denn unsere Zivilisation ist im Grunde genommen die allgemeine Philisterzivilisation." [2] 

Der Grieche wusste sich als Mensch im Kosmos drinnenstehend. "Der Grieche hat diesen Naturbegriff, der später aufgekommen ist, nicht gehabt, diesen Naturbegriff, der zuletzt ausmündete in die Auffassung vom Mechanismus der Natur. ... Der Grieche erfasste noch etwas von dem, was in den Worten liegt: die Welt im Menschen, der Mensch in der Welt. Das sind Dinge, die eigentlich nicht tief genug genommen werden können, denn sie führen hinein in die Seelenverfassung, die ja für die äußere Geschichte nur in Fragmenten vorhanden ist. Man darf eben nicht vergessen, wie im 4. nachchristlichen Jahrhundert damit begonnen worden ist, alle Reste der hellseherischen Kultur gründlich zu vernichten. Gewiss, die heutige Menschheit weiß wiederum einiges, was später ausgegraben worden ist. Aber man sollte doch nicht vergessen, wie dasjenige, was später die Impulse der abendländischen Kultur gegeben hat, entstanden ist auf den Trümmern des alten Hellenismus, jenes erweiterten Hellenismus, der nicht nur in Südeuropa war, der bis nach Asien hinüberging. Man sollte nicht vergessen, dass in der Zeit zwischen der Mitte des 4. und  der Mitte des 5. Jahrhunderts unzählige Tempel brannten, die ungeheuer bedeutungsvollen, bildhaften Inhalt hatten, kostbaren Inhalt hatten in bezug auf alles, was der Hellenismus ausgebildet hat. Das alles sieht ja die heutige Menschheit, die nur nach äußeren Dokumenten geht, nicht mehr. Man muss an ein solches Wort erinnern, wie das eines damaligen Schriftstellers, der in einem Briefe schrieb: Es geht zu Ende mit der alten Zeit. Alle einzelnen Heiligtümer, die zu finden sind auf den einzelnen Feldern, um derentwillen die Bauern auf ihren Feldern arbeiten, die werden vernichtet. Wo sollen die auf dem Felde arbeitenden Leute noch Freude hernehmen zu ihrer Arbeit? Es ist heute gar nicht mehr auszudenken, wieviel gerade in jenen Jahrhunderten von der Mitte des 4. bis zu der Mitte des 5.Jahrhunderts vernichtet worden ist. Die Vernichtung der äußeren Denkmäler ging parallel dem Bestreben, das griechische Geistesleben auszurotten, was ja in seinem herbsten Schlag vollzogen worden ist mit der Schließung der Philosophenschule in Athen, 529. Ja, so wie man zurückschauen kann ins Römertum, kann man in der äußerlichen Geschichte eben nicht zurückschauen in das Griechentum. Und es ist ja gewiss richtig, dass Unendliches in der abendländischen Zivilisation durch das ganze Mittelalter hindurch und bis in die Neuzeit herauf, sagen wir, zum Beispiel dem Benediktinerorden zu verdanken ist. Aber der heilige Benedikt hat ja zunächst an der Stätte, wo er das Mutterkloster für den Benediktinerorden begründet hat, nun auch die heidnischen Heiligtümer zerstört. Das alles musste zunächst verschwinden und ist verschwunden. ... Aber wenn Sie alles das, was ich Ihnen da schildere, durchdenken, so werden Sie sich sagen: Dieser ältere Mensch hatte ein Bewußtsein davon, dass er ein geistiges Wesen ist, dass er als geistiges Wesen in einem physischen Leibe lebt. Es fiel ihm gar nicht ein, das, was er physisch am Menschen sah, Mensch zu nennen. Das Wort Mensch führt ja eigentlich zurück auf eine Bedeutung wie «der Denkende». Also nicht derjenige, der mit einem mehr oder weniger roten oder blassen Gesicht zu sehen ist, mit zwei Armen, zwei Beinen, war der Mensch, sondern der war der Mensch, der in diesem Wohnhause des physischen Leibes als Geist-Seele wohnte. Und ein ins Künstlerische herüber übersetzter Rest dieses Bewußtseins vom geistig-seelischen Menschen war eben durchaus in der allgemeinen griechischen Zivilisation vorhanden - in jener wunderbar plastisch-künstlerischen Form des Griechentums. Und wenn auch das äußere Tempelwesen, wenn auch die Kulte in vieler Beziehung in einer ungeheuren Dekadenz waren, so darf man doch sagen, dass in den zerstörten Götterbildern und Tempeln eben Abbilder vorhanden waren, die hinwiesen auf jene alte Seelenverfassung. Ich möchte sagen: mit mächtiger Schrift stand in den Formen dessen, was zerstört worden war, das alte Geist-Seelenbewußtsein der Menschheit."

Der heutige Mensch gibt sich so vielen Täuschungen hin über die Zusammenhänge, in denen er eigentlich im Weltendasein darinnen steht. "Der Mensch sieht ja heute in dem, was ihm in bezug auf seine physische Gesundheit passiert, zumeist eben nur etwas Physisches. Aber es wirkt durchaus in den physischen Leib, namentlich in die Konstitution des Nervensystems hinein, wenn der Mensch in dieser Weise durch Hingabe an die Unwahrheit die Fäden mit dem vorirdischen Dasein zerreisst. Es ist so, dass der Mensch durch das Gefühl, das er von seinem physischen Leibe hat, eigentlich in der Welt sein geistiges Seinsgefühl hat. Dieses geistige Seinsgefühl innerlich zu haben, hängt davon ab, dass unsere Fäden, die vom physischen Leibe nach dem vorirdischen Dasein gehen, nicht zerrissen sind. Wenn sie zerreißen, dann muss der Mensch - er tut das unbewußt - einen Ersatz schaffen für sein gesundes geistiges Seinsgefühl, für sein Gefühl von Sein, von Dasein. Und dann ist er eigentlich darauf angewiesen, aus irgendwelchen konventionellen Urteilen - wie gesagt, er tut das alles unbewußt - , aus Urteilen, die sich so festgelegt haben, sich ein Seinsgefühl zuzuschreiben. Aber die Menschheit ist allmählich auch in bezug auf dieses Seinsgefühl in eine innere Unsicherheit gekommen, die durchaus bis in den physischen Leib hineingeht. Denn dieses reine geistige Seinsgefühl, das wir um so mehr bei der Menschheit finden, je mehr wir in der Geschichte zurückgehen, ist denn das heute stark vorhanden?"

Schönheit, Wahrheit, Güte; heutiges Zeitalter der Banausen, der materialistischen Biotech-Medizin hat keinen Sinn für Wahrheit und Wahrhaftigkeit und hofft auf Biotech-Heilmittel: "Wenn wir ein richtiges Gefühl für Schönheit entwickeln, stecken wir in der richtigen Weise in unserem ätherischen oder Bildekräfteleib darinnen. Schönheit hängt ebenso zusammen mit unserem ätherischen Leibe wie Wahrheit mit unserem physischen Leibe. ... Ältere Zeiten der Menschheit haben viel Sinn gehabt für die Schönheit, allerdings, wie sie sich die Schönheit vorgestellt haben; jedoch sie haben mehr Sinn gehabt für die Schönheit als die heutige Menschheit. Nun ist es aber so, dass eigentlich der Mensch nicht im wahren Sinne des Wortes Mensch sein kann, wenn er nicht einen Sinn für die Schönheit hat. Denn einen Sinn für die Schönheit haben, heißt anerkennen den ätherischen Leib. Keinen Sinn für Schönheit haben, heißt missachten, nicht anerkennen den ätherischen Leib. ... Man kann sagen, durch den Enthusiasmus für die Wahrheit und Wahrhaftigkeit bildet der Mensch in unterbewußten Tiefen mindestens ein Gefühl für ein vorirdisches Dasein aus. Und ein Zeitalter, das kein Gefühl für das vorirdische Dasein des Menschen hat, das hat auch nicht den rechten Sinn für Wahrheit und Wahrhaftigkeit. ... Durch ein echtes, wahres Gefühl gegenüber der Schönheit knüpft der Mensch gewissermaßen hier im irdischen Dasein wiederum an das vorirdische Dasein an. Und man sollte in aller Erziehung, in aller äußeren Kultur und Zivilisation die Bedeutung der Schönheit niemals unterschätzen. Eine Kulturwelt, die nur mit hässlichen Maschinen und mit Rauch angefüllt ist, mit hässlichen Schornsteinen, und die der Schönheit entbehrt, das ist eine Welt, die keine Verbindung anknüpfen will von seiten des Menschen mit dem vorirdischen Dasein, die den Menschen gewissermaßen herausreißt aus dem vorirdischen Dasein. Man kann nicht bloß zum Vergleich, sondern in voller Wahrheit sagen: Eine reine Industriestadt ist ein delikater Aufenthalt für alle diejenigen Dämonen, die den Menschen vergessen machen möchten, dass er ein vorirdisches Dasein in der Geistigkeit hat. ... Wie sich das Gefühl des Wahren und Wahrhaftigen in dem richtigen Drinnenstecken im physischen Leibe manifestiert, wie sich das Erglühen und Erleben für das Schöne im ätherischen Leibe offenbart, so lebt das Gute durchaus im astralischen Leib des Menschen. Und der astralische Leib kann nicht gesund sein, kann nicht richtig in der Welt drinnenstehen, wenn der Mensch nicht in der Lage ist, ihn mit demjenigen zu durchdringen, was von der Güte herrührt. Wahrheit hat Verwandtschaft zum physischen Leibe, Schönheit hat Verwandtschaft zum ätherischen Leibe, Güte hat Verwandtschaft zum astralischen Leibe. ... Das Vollmenschliche bringt der Mensch aber auch nur dadurch zu einem ihm würdigen Dasein, wenn er durch das Gefühl für Schönheit immer mehr und mehr seinen ätherischen Leib für ihn zu etwas Lebendigem gestalten kann. Man muss schon sagen: Derjenige hat nicht das rechte Gefühl für Schönheit, der nicht irgend etwas von der Art, wie ich es von den Griechen als natürlich geschildert habe, beim Anblick, beim Anschauen der Schönheit in sich regsam fühlt. Ja, meine lieben Freunde, man kann das Schöne anstarren, oder man kann es erleben. Heute ist das schon einmal so, dass die meisten Menschen das Schöne nur anstarren. Dann braucht sich nichts im ätherischen Leibe zu regen. Aber das Anstarren des Schönen ist kein Erleben. In dem Momente aber, wo die Schönheit erlebt wird, regt sich eben auch der ätherische Leib. ... Der unwahre Mensch verleugnet seine geistige Vergangenheit, der Lügner schneidet zwischen sich und seiner geistigen Vergangenheit die Fäden ab. Der das Schöne missachtende Banause will sich auf Erden eine Stätte gründen, in der ihn die Sonne des Geistes nicht bescheint, wo er gewissermaßen im geistlosen Schatten herumspazieren kann. Der Mensch, der das Gute verleugnet, verzichtet eigentlich auf seine geistige Zukunft, und er möchte dann, dass ihm diese geistige Zukunft auf irgendeine andere Weise, durch irgendwelche äußerlichen Heilmittel, dennoch geschenkt werde."

Lebendiges Naturerkennen statt Wüstenei der gewöhnlichen physiologischen und anatomischen Erkenntnis, die auch den geistigen Wesen nichts bringt. "Sie haben nichts von anatomischen Hörsälen und Seziersälen, nichts von chemischen Laboratorien und physikalischen Kabinetten. Gegenüber dem allen haben sie das Gefühl: Ist denn die Erde ganz leer, ist denn die Erde wüst geworden? Leben denn nicht jene Menschen auf Erden noch, denen wir einstmals dasjenige gegeben haben, was wir hatten? Wollen sie uns denn jetzt nicht wiederum hinführen, was sie doch alleine können, zu den Dingen der Natur?"

Geistigkeit in der Natur, Sündenfall rückgängig machen, Christus verstehen, dazu kosmische, außerirdische Sprache erlernen: "Wenn man wieder findet die Geistigkeit in der Natur, dann wird man auch wieder den Menschen finden. Und deshalb habe ich einmal in einem Vortrag, den ich vor vielen Jahren in Mannheim gehalten habe, ausgeführt - was sehr wenig bemerkt worden ist -, dass tatsächlich die Menschheit in ihrer heutigen Entwicklung an dem Punkt steht, den Sündenfall zurückzumachen. Nämlich: der Sündenfall wurde aufgefasst als ein moralischer Sündenfall, er hat zuletzt auch den Intellekt beeinflusst; der Intellekt fühlte sich an den Grenzen der Erkenntnis. Und ob der alte Theologe von der Sünde oder Du Bois-Reymond von den Grenzen des Naturerkennens spricht, ist im Grunde genommen ein und dasselbe, nur in einer etwas andern Form. Ich machte darauf aufmerksam, wie man nun erfassen muss das allerdings bis zum reinen  Denken filtrierte Geistige, und wie man von da den Sündenfall rückgängig machen kann, wie man sich durch die Spiritualisierung des Intellektes wiederum zum Göttlich-Geistigen hinaufarbeiten kann. ... Was heißt denn aber diese spirituelle Sündenerhebung? Die heißt ja nichts anderes, als den Christus wirklich verstehen. Diejenigen, die noch etwas davon verstanden haben, die nicht mit der neueren Theologie den Christus vollständig verloren haben, die haben so von dem Christus gesprochen, dass er auf die Erde gekommen ist, dass er als ein Wesen höherer Art sich in einem irdischen Leibe verkörpert hat. Sie haben angeknüpft in den Schriftentraditionen an dasjenige, was über den Christus verkündigt ist. Man hat eben über das Mysterium von Golgatha gesprochen. Heute aber ist die Zeit gekommen, wo der Christus verstanden werden muss. Man wehrt sich gegen dieses Verstehen des Christus, und die Art, wie man sich wehrt, ist außerordentlich charakteristisch. Sehen Sie, wenn nur noch ein Fünkchen von dem, was der Christus wirklich ist, in denen lebte, die da sagen, dass sie den Christus verstehen, was müsste denn dann eintreten? Dann müssten sie sich doch klar sein: Der Christus ist als ein himmlisches Wesen auf die Erde herabgestiegen; er hat also zu den Menschen nicht eine irdische, sondern eine himmlische Sprache gesprochen. Also müssen wir uns bemühen, ihn zu verstehen, müssen wir uns bemühen, eine kosmische, eine außerirdische Sprache zu sprechen. Das heißt, wir müssen unsere Wissenschaft nicht bloß auf die Erde beschränken, denn die war ja neues Land für den Christus, wir müssen unsere Wissenschaft ausdehnen in das Kosmische. Wir müssen verstehen lernen die Elemente, wir müssen verstehen lernen die Planetenbewegungen, wir müssen verstehen lernen die Sternkonstellationen und ihren Einfluss auf das, was auf Erden geschieht. Dann nähern wir uns der Sprache, die der Christus gesprochen hat. ... Und so müssen wir sagen: Wir müssen ja erst die Sprache des Christus lernen, nämlich die Sprache ... ton uranon -, die Sprache der Himmel im griechischen Sinne. Diese Sprache müssen wir wieder lernen, um einen Sinn zu verbinden mit dem, was der Christus auf Erden wollte." [3] 

Mit der Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft, der "wissensbasierten Medizin" ist es also nicht weit her. "Wenn heute gesprochen wird von den Grenzen der Naturerkenntnis, so ist das eigentlich nur die moderne intellektuelle Art, von der Sündenbedrücktheit des Menschen zu sprechen, die in älteren Zeiten und insbesondere durch die mittelalterliche Zivilisation hindurch üblich war. ... Man redet von allem möglichen, von Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft und dergleichen. Aber ich habe schon öfter betont: mit dieser Voraussetzungslosigkeit ist es nicht weit her. Denn alles, was heute der Denker anwendet, wenn er sich wissenschaftlichen Untersuchungen hingibt, nach denen sich dann die übrige Menschheit in ihrem Leben richtet, alles das hat sich ja herausentwickelt aus früheren Arten zu denken. Und zwar hat sich das neuere Denken ganz und gar herausentwickelt aus dem mittelalterlichen Denken. ... Aber dem mittelalterlichen Denken, das noch eine gewisse Stärke hatte, war verboten worden, zum vorirdischen Dasein zu gehen. Die Präexistenz des Menschen war dogmatisch als Ketzerei erklärt. Nun, was jahrhundertelang der Menschheit aufgedrängt wird, dahinein gewöhnt sich diese Menschheit. Denken Sie sich einmal die Zeit in der Entwickelung der neueren Menschheit bis, sagen wir, 1413. Da ist diese Menschheit durch das Verbot des Denkens an das vorirdische Dasein daran gewöhnt worden, die Gedankenrichtung gar nicht dahin auszubilden, wo sie nach dem vorirdischen Dasein hinkommen könnte. Man hat sich das gründlich abgewöhnt, die Gedankenrichtung nach dem vorirdischen Dasein hin zu orientieren. Wäre bis 1413 der Menschheit nicht verboten gewesen, über das vorirdische Dasein zu denken, dann wäre eine ganz andere Entwickelung heraufgekommen, und wir würden, nicht wahrscheinlich, sondern man kann sogar sagen, ganz gewiss erlebt haben - es ist paradox, wenn ich das ausspreche, aber es ist eben doch eine Wahrheit -: Als, sagen wir, 1858 der Darwinismus auftrat, der äußerlich die Natur in ihrer Entwickelung betrachtete, würde ihm durch die andere Gedankengewöhnung überall, aus allen Naturreichen, der Gedanke des vorirdischen Daseins aufgeleuchtet haben. Er würde eine Naturwissenschaft im Lichte des vorirdischen Daseins des Menschen begründet haben. Statt dessen war der Menschheit abgewöhnt das Hinblicken auf das vorirdische Dasein, und es trat jene Naturwissenschaft auf, die den Menschen, wie ich oftmals ausgesprochen habe, nur als den Schlusspunkt der Tierreihe betrachtete, also gar nicht zu einem vorirdischen, individuellen Leben kommen konnte, weil das Tier eben ein vorirdisches individuelles Leben nicht hat."

Die heutige Naturwissenschaft mit ihrer "wissensbasierten Medizin" ist quasi dem Teufel verfallen, früher dachte man, der teuflische Pudel könne sich an die Fersen der Naturforscher heften, heute wird einfach die Schlafmütze über den Kopf gezogen und man denkt überhaupt nicht mehr: "So dass man sagen kann: Aus der alten Anschauung vom Sündenfall ist, als der Intellektualismus heraufzudämmern begann, das Gebot geboren worden, nicht von der Präexistenz zu sprechen. Dadurch ist die Naturwissenschaft heraufgediehen direkt als das Kind des missverstandenen Sündenfalles. Und wir haben eine sündige Naturwissenschaft, wir haben eine Naturwissenschaft, die unmittelbar aus dem Missverständnisse des Sündenfalles heraus hervorgegangen ist. Das heißt, würde diese Naturwissenschaft bleiben, dann würde die Erde nicht an das Ziel ihrer Entwickelung kommen können, sondern die Menschheit würde ein Bewußtsein entwickeln, das nicht aus der Verbindung mit ihrem göttlich-geistigen Ursprung, sondern aus der Abspaltung vom göttlich-geistigen Ursprung herkommt. Also wir haben heute tatsächlich nicht nur theoretisch das Reden von den Grenzen der Naturerkenntnis, sondern wir haben positiv, materiell, in dem, was unter dem Einfluss des Intellektualismus sich entwickelt, eben eine schon unter ihr Niveau heruntergesunkene Menschheit. Würde man im Sinne des Mittelalters, das heisst, mit den Worten des Mittelalters sprechen, dann würde man sagen müssen: Die Naturwissenschaft ist dem Teufel verfallen. Ja, die Historie spricht da ganz merkwürdig. Als die Naturwissenschaft heraufkam mit ihren glänzenden Resultaten, die auch heute nicht etwa von mir angefochten werden sollen, da fürchteten sich die Leute, die noch etwas Empfindung hatten für den wahren Charakter des Menschen, davor, dass die Naturwissenschaft die Menschen dem Teufel nahebringen könnte. Das, was dazumal Furcht und Angst' war, was noch im Faust nachdämmert, indem er der Bibel Valet sagt und an die Natur herangeht, das ist die Angst, der Mensch könnte nicht unter dem Zeichen der Sündenerhebung, sondern unter dem Zeichen des Sündenfalles die Erkenntnis der Natur antreten. Die Sache geht wirklich viel tiefer, als man gewöhnlich meint. Und während noch im Anfang des Mittelalters so allerlei traditionelle Empfindungen da waren, in der Furcht, dass sich der teuflische Pudel an die Fersen der Naturforscher heften könne, hat sich in der neueren Zeit die Menschheit die Schlafmütze über den Kopf gezogen und denkt über diese Dinge überhaupt nicht mehr nach."

Scholastiker; der mittelalterlich-scholastische Realismus etwa eines Thomas Aquinas hat in der neueren Weltanschauung keine Fortsetzung gefunden. In der modernen Weltanschauung ist alles Nominalismus: "Immerhin hatten die realistischen Scholastiker eben noch das Gefühl, im Begriff ist nicht ein Nichts enthalten, sondern es ist ein Reales enthalten. Dieses Reale war allerdings der Nachkomme früherer ganz realer Wesenheiten, aber man spürte noch die Nachkommenschaft, geradeso wie die Ideen bei Piaton - die ja wieder viel lebensvoller, wesenhafter sind als die mittelalterlichen scholastischen Ideen - Nachkommen waren der alten, persischen Erzengelwesen, die als Amshaspands wirkten und lebten im Universum. Das waren sehr reale Wesenheiten. Bei Piaton waren sie schon vernebelt und bei den mittelalterlichen Scholastikern verabstrahiert. Das war ein letztes Stadium, zu dem altes Hellsehen gekommen war. Gewiss, die mittelalterliche realistische Scholastik beruhte nicht mehr auf einem Hellsehen, aber dasjenige, was sie sich traditionell bewahrt hatte als ihre realen Begriffe und Ideen, die überall in den Steinen, in den Pflanzen, in den Tieren, in den physischen Menschen lebten, wurden noch als ein Geistiges, wenn auch eben als ein sehr dünnflüssiges Geistiges angesehen. Die Nominalisten waren nun schon, weil ja die Zeit der Abstraktion, des Intellektualismus herannahte, gewahr geworden, dass sie nicht mehr fähig waren, mit der Idee, mit dem Begriff ein Wirkliches zu verbinden. Ein bloßer Name zur Bequemlichkeit der menschlichen Zusammenfassung war ihnen Begriff und Idee. Der mittelalterlich-scholastische Realismus etwa eines Thomas Aquinas hat in der neueren Weltanschauung keine Fortsetzung gefunden, denn Begriffe und Ideen gelten den Menschen heute nicht mehr als etwas Reales. Würde man die Menschen fragen, ob ihnen Begriffe und Ideen als etwas Reales gelten, dann könnte man ja erst eine Antwort erhalten, wenn man die Frage etwas umwandelte, wenn man zum Beispiel einen so richtig in der modernen Bildung drinnensteckenden Menschen fragte: Wärst du zufrieden, wenn du nach deinem Tode bloß als Begriff, als Idee weiterleben würdest? - Da würde er sich höchst unreal vorkommen nach dem Tode. Das war noch nicht ganz so der Fall bei den realistischen Scholastikern. Bei denen war schon Begriff und Idee noch so weit real, dass sie sich gewissermaßen nicht ganz hätten verloren geglaubt im Weltenall, wenn sie nach dem Tode nur Begriff oder Idee gewesen wären. Dieser mittelalterlich-scholastische Realismus, wie gesagt, hat keine Fortsetzung erfahren. In der modernen Weltanschauung ist alles Nominalismus. Immer mehr und mehr ist alles Nominalismus geworden. Und der heutige Mensch - er weiß es zwar nicht, weil er sich nicht um solche Begriffe mehr bekümmert - ist im weitesten Umfange Nominalist. ... Gerade der Übergang vom Realismus zum Nominalismus, ich möchte sagen, der Sieg des Nominalismus in der modernen Zivilisation bedeutet, dass die Menschheit völlig ohnmächtig geworden ist in bezug auf die Erfassung des Geistigen." [4] 

Materie atomistisch vorgestellt; moderne Naturerklärung auf dem Wege, sich mit dem Bösen richtig zu verbinden; heutige Naturforschung als Dämonolatrie (Anbetung der Dämonen): "Und der größte Gegensatz zur Elektrizität ist das Licht. Und es ist ein Vermischen des Guten und des Bösen, wenn man das Licht als Elektrizität ansieht. Man hat eben die wirkliche Anschauung des Bösen in der Naturordnung verloren, wenn man sich nicht bewusst ist, dass man eigentlich die Atome, indem man sie elektrifiziert, zu den Trägern des Bösen macht, nicht nur, wie ich im letzten Kursus ausgeführt habe, zu den Trägern des Toten, sondern zu den Trägern des Bösen. Zu den Trägern des Toten macht man sie, indem man sie überhaupt Atome sein lässt, indem man die Materie atomistisch vorstellt. In dem Augenblicke, wo man diesen Teil der Materie elektrifiziert, in demselben Augenblicke stellt man sich die Natur als das Böse vor. Denn elektrische Atome sind böse, kleine Dämonen. Damit ist eigentlich recht viel gesagt. Denn es ist damit gesagt, dass die moderne Naturerklärung auf dem Wege ist, sich mit dem Bösen richtig zu verbinden. Diese sonderbaren Leute am Ausgang des Mittelalters, die sich so gefürchtet haben vor dem Agrippa von Nettesheim, vor dem Trübem von Sponheim und all den andern, die sie mit dem bösen Pudel des Faust herumgehen ließen, die haben das alles zwar tölpisch ausgedrückt. Aber wenn auch ihre Begriffe unrecht hatten, ihr Gefühl hatte nicht ganz unrecht. Denn wenn wir heute den Physiker sehen, wie er ahnungslos erklärt, die Natur bestehe aus Elektronen, so erklärt er nämlich in Wirklichkeit, die Natur bestehe aus kleinen Dämonen des Bösen. Und es wird, indem man dann diese Natur nurmehr anerkennt, das Böse zu dem Weltengotte erklärt. Würde man ein Gegenwartsmensch sein und würde man nicht nach althergebrachten Begriffen verfahren, sondern nach der Wirklichkeit, dann würde man eben darauf kommen, dass - ebenso wie die moralischen Impulse Leben haben, Naturleben haben, wodurch sie sich realisieren als eine spätere sinnlich wirkliche Welt - auch das Elektrische in der Natur Moralität hat. Nämlich, wenn das Moralische in der Zukunft Naturwirklichkeit hat, hatte das Elektrische in der Vergangenheit Moralwirklichkeit. Und wenn wir es heute anschauen, sehen wir die Bilder einer einstigen Moralwirklichkeit, die aber umgeschlagen sind in das Böse. ... Ahriman und Luzifer haben die höchste Gewalt über den Menschen, wenn der Mensch von ihnen nichts weiß, wenn sie an ihm hantieren können, ohne dass er es weiß. Das ist gerade in dem Schlussbilde des ersten Mysteriendramas ausgesprochen. Daher hat die ahrimanische Elektrizität über den Kulturmenschen nur so lange Gewalt, solange der Mensch ganz hübsch unbewußt, ahnungslos die Atome elektrifiziert und glaubt: das ist eben harmlos. Er wird dabei nur nicht gewahr, dass er sich so die Natur aus lauter kleinen Dämonen des Bösen bestehend vorstellt. Und wenn er gar noch das Licht elektrifiziert, wie es eine neuere Theorie getan hat, dann dichtet er dem guten Gotte die Eigenschaften des Bösen an. Es ist eigentlich erschrekkend, in welch hohem Grade ahnungslos unsere heutige Naturforschung eine Dämonolatrie ist, eine Anbetung der Dämonen. Man muss sich dessen nur bewußt werden, denn auf die Bewußtheit kommt es dabei an - wir leben im Zeitalter der Bewußtseinsseele. ... Gewiss, man kann im Sinne von Nietzsche die Naturwissenschafter Rechenknechte nennen; es ist sogar ein sehr schön geprägtes Wort, denn fast etwas anderes tun die Naturwissenschafter heute nicht mehr, als rechnen. Und wenn einer nicht rechnet, wie zum Beispiel Goethe, dann schmeißen sie ihn hinaus aus dem Tempel der Naturwissenschaft. Aber um was es sich handelt, ist doch etwas anderes. Um was es sich handelt, ist die Courage, das Moralische in seiner Realität, und das Natürliche in seiner Idealität am rechten Flecke zu erkennen, die moralischen Impulse als den Keim späterer Naturordnungen zu erkennen, die Naturordnung mit ihrer Elektrizität heute als eine moralische Ordnung zu erkennen, wenn auch als die antimoralische, als die böse Ordnung zu erkennen. Man muss den Mut haben, am rechten Fleck der Natur moralische Eigenschaften beilegen zu können." [5] 
 

2. Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus; Auge, Nierensystem, Gehirnsystem, Verdauungsstörungen; die Stoffe werden in den ganzen Organismus auf Wegen geleitet, die die heutige Physiologie gar nicht beschreibt, die aber vorhanden sind; Nierenkrankheiten, Herzkrankheiten, Entzündungen und Geschwüre, geschwulstartige Bildungen; spleenige, kopfhängerische Menschen, die nur auf dem Stuhl sitzen, die sich am liebsten nicht vom Geiste durchdringen lassen, nicht denken wollen; Entwickelung von der tumpheit bis zur Erhellung, saelde; Die heutige Physiologie und materialistische Wissenschaft betrachtet nur die Symptome; Tragik der materialistischen Welterkenntnis; Ärzte in den alten Mysterien, spirituelle Diät, Paracelsus, Krebs, Diabetes; Organe der sinnlichen Wahrnehmung

Auge, Nierensystem: "Beim Auge kommt in Betracht - sehen Sie sich nur einmal an, in welch komplizierter Weise das Auge in Betracht kommt - , dass der Mensch ein Nierensystem hat; ich zeichne es hier schematisch (dunkelblau). Dieses Nierensystem gehört zunächst dem physischen Organismus des Menschen an und hat in sich feste Bestandteile. Sie wissen, ich habe Ihnen öfter gesagt: der Mensch hat nicht so außerordentlich viel Festes, Mineralisches in sich. Er ist zu neunzig Prozent eigentlich eine Wassersäule. Aber er hat immerhin feste Bestandteile in sich. Diese festen Bestandteile schwimmen eigentlich fortwährend im Flüssigen, im Wässrigen. So dass wir zu gleicher Zeit dieses Nierensystem als den Ausgangspunkt anzusehen haben von Wässrigem, das nicht nur in der Absonderung vom Nierensystem vorhanden ist, sondern das durch den ganzen Organismus geht, unter anderem auch Ins Auge heraufgeht. Aber dieses Wässrige, das da vom Nierensystem gewissermaßen ausstrahlt in den ganzen Organismus und auch bis ins Auge hineinstrahlt, das ist durchaus nicht ein totes Wässriges, sondern das ist ein lebendes Wässriges. Sie würden eine ganz falsche Vorstellung bekommen von dem, was im Menschen das Flüssige, das Wässrige ist, wenn Sie sich innerhalb des lebendigen menschlichen Organismus vorstellen wollten ..., dass man es da mit Wasser zu tun hat, so wie es im Bach fließt. Das ist nicht der Fall. Im Bach haben wir totes Wasser, im menschlichen Organismus haben wir lebendes Flüssiges. Es ist nicht nur die Plasmaflüssigkeit lebendig, es ist alles Flüssige im menschlichen Organismus lebendig. Und in diesem Flüssigen sind fein aufgelöst auch überall diese Ihnen früher schon genannten festen Bestandteile, die gewissermaßen auf den Wogen des Flüssigen fortgetragen werden, auch bis in die Augen hinein. Wiederum auf den Wogen der inneren Flüssigkeit strahlt der ätherische Organismus des Menschen in die Augen hinein. Im Auge begegnet sich jetzt zweierlei. Der ätherische Organismus des Menschen ... füllt das Auge aus, vom Auge den Sehnerv; und was jetzt in diese vom ätherischen Organismus ausgefüllte Flüssigkeit hineinströmt, das ist das astralische Bild, das im menschlichen astralischen Leibe entsteht. ... Dadurch aber kommen zusammen im menschlichen Auge und auch im menschlichen Sehnerven einmal der Eindruck von außen, der eigentlich zuerst im Ich und im astralischen Leibe war, und dann von innen der physische Leib und der ätherische Leib; der physische Leib getragen auf den mineralischen Bestandteilen der menschlichen Natur, der ätherische Leib getragen auf den flüssigen Bestandteilen der menschlichen Natur. Nun ist das so, dass das nicht beim Auge bleibt; sondern was das Auge da vermittelt, das strahlt in den übrigen Organismus hinein. Wir haben es überhaupt beim Sehen zu tun mit einer Begegnung desjenigen, was da auf eine außerordentlich komplizierte Weise sich abspielt im Ich und im astralischen Leib mit demjenigen, was gewissermaßen vom Inneren des Organismus entgegenschlägt als physischer und als ätherischer Leib, aber als physischer Leib in den mineralischen Bestandteilen, und als ätherischer Leib auf den Wogen der lebendigen Flüssigkeit. Nun, was ich Ihnen da für das Sehen gezeigt habe, das spielt sich eigentlich fortwährend im menschlichen Organismus ab. Fortwährend begegnen sich im menschlichen Organismus der ätherische Leib, ich möchte sagen, unter dem Antriebe des physischen Leibes auf den Wogen der lebendigen Flüssigkeit, und der astralische Leib mit alldem, was äußere Eindrücke sind, impulsiert von dem Ich. Und von der  Art und Weise, wie sich diese beiden Ströme in uns begegnen, hängt eigentlich unsere ganze menschliche Verfassung, unsere ganze innere Situation ab, denn sie müssen sich in der richtigen Weise begegnen. Was heißt das: sich in der richtigen Weise begegnen? Nun, da haben wir es wiederum mit etwas außerordentlich Kompliziertem zu tun. In
der Hauptesorganisation des Menschen, da ist es zunächst so ..., dass das Haupt eigentlich ein plastisches Abbild ist der Kräfte, die der Mensch im vorirdischen Dasein als seelisch-geistiges Wesen hatte. Das Haupt ist plastisch ausgebildet, und es wird auch im Embryonalleben sehr früh ausgebildet und es behält eigentlich nur  übrig die Kraft, zu gestalten. Das menschliche Haupt, wenn es nicht diese Kraft, zu gestalten, hätte, wäre eigentlich ein toter Körper. Dieses
menschliche Haupt ist ein wunderbares Gebilde. Es ist ein getreulicher Abdruck des physischen, des ätherischen, sogar des astralischen Leibes, sogar des Ich, es bildet ab, wie diese hereinkommen aus überirdischen Welten in das Erdendasein. Das Haupt bildet sich wirklich aus als ein Abbild jener kosmischen Erlebnisse, die der Mensch im vorirdischen Dasein durchgemacht hat, und es behält nur zurück die plastisch bildenden Kräfte. Wenn wir das Kind betrachten, so geht eigentlich von seinem Kopfe alle plastische Bildungskraft aus. Vom Kopfe strahlt in den übrigen Organismus das hinein, durch das der Mensch während seines Wachsens seine Organe in der entsprechenden Weise plastisch ausgestaltet erhält. Also, was vom Haupte ausgeht, das ist durchaus nur plastisch bildende Kraft. Und wenn so etwas jetzt ins Haupt hereindringt wie das, was beim Sehen hereinkommt, so wird es eigentlich gleich so empfangen, dass eine Kraft sich bildet, die gestalten will. Was da durch die Augen hineingeht, das will innerlich im Menschen Gestalt annehmen. Vor allen Dingen will es die Nerven, das Nervensystem so gestalten, dass gewissermaßen im Inneren des Menschen eine Art Abbild ist von dem, was als äußerer Eindruck da war. Man kann also sagen: in dieser Richtung ..., von den Sinnen nach innen, geht eine gestaltende Kraft. Diese Kraft will den Menschen gewissermaßen in feiner Weise zur Bildsäule machen. Es ist wirklich so: alles, was wir sehen, will uns eigentlich in einer gewissen feinen Weise zur Bildsäule machen. Dagegen kommt dieser Kraft, also zum Beispiel hier vom Nierensystem in all dem, was ich hier beschrieben habe, eine andere Kraft entgegen ... Die löst fortwährend auf, was da gestaltet werden will. Denken Sie sich, wie das ist. Wenn ich Ihnen das aufzeichnen will, so müsste ich sagen: Vom Auge aus, da will sich hier ein sehr feines Bild, eine Gestalt bilden. Bis zum physischen Gestaltbilden will das gehen. Es findet immer eine Art solcher Einfluss statt, dass sich Salzsubstanzen, die sonst aufgelöst sind, gewissermaßen zusammenbacken, dass sie also festes Salz werden wollen. Es findet also fortwährend eine Tendenz zum Gestalten statt. Nun, von da unten geht immer eine Tendenz aus, das wiederum aufzulösen. So dass wir fortwährend im menschlichen Organismus von außen nach innen eine Tendenz haben, das, was eine Bildsäule werden soll; und von innen wird es immerfort wiederum aufgelöst." 

Gedächtnis, Erinnerungen, Atmung und Blutzirkulation, Nierensystem; Das Haupt ist am Ende des achtundzwanzigsten Jahres erst da, wo der hauptsächlichste Mensch am Ende des siebenten Jahres ist; Erziehungs- und Unterrichtsmethode: "Dieser Vorgang, der durch die Begegnung des Astralischen mit dem Ätherischen, das auf den Wogen des Flüssigen dem Astralischen entgegenkommt, sich abspielt, der ist für das menschliche Leben von einer immensen Wichtigkeit, er bedeutet eigentlich im Grunde genommen das ganze menschliche Leben. Denn nehmen Sie einmal an, es teilt Ihnen heute abend irgend jemand etwas mit. Das ist auch ein Eindruck. Er kommt auf andere Weise sinnenfällig zustande, als wenn Sie eine rote Fläche sehen, aber es ist auch ein Eindruck. Das, was Ihnen da mitgeteilt wird, das will wiederum in Ihnen Gestalt werden. Kann es Gestalt werden, dann bleibt es Ihnen in der Erinnerung. Und wenn Sie gerade einen Kopf haben, der sehr darauf aus ist, immer gleich alle Eindrücke einzusalzen, dann haben Sie ein wunderbares Gedächtnis. Sie können wie ein Automat immer alles abratschen, was Ihnen irgend jemand mitteilt. Aber so ist es bei den meisten Menschen nicht, denn bei den meisten Menschen ist sehr stark die Tendenz vorhanden, wiederum aufzulösen; was da als Flüssigkeitsstrahlung mit dem ätherischen Leib den plastischen Bildekräften entgegenkommt, das löst immerfort auf. Es ist eigentlich ein warmer Strom, der fortwährend auflöst. Wenn man diese Sache betrachtet, dann ergibt sich etwas außerordentlich Interessantes. Wenn man zum Beispiel so richtig als Mensch, nicht als ein menschlicher Automat, die Dinge haben will, die man gedächtnismäßig behält, so soll das nicht so sein, dass wenn jemand einem etwas mitteilt, man gleich ein so festes inneres Salzgebilde kriegt, dass man immerzu die Sache abratschen kann. Es gibt solche Menschen, aber man wird dann unselbständig; man selbst ist es dann nicht mehr, der die Dinge erinnert, sondern die Dinge nehmen einen in Anspruch, man wird Automat. Will man ein selbständiger Mensch sein, dann muss folgender Vorgang sich abspielen. Zunächst ist das, was Ihnen einer sagt und was man liest, im Ich und im astralischen Leibe und will jetzt durch die Gehirnorganisation, durch die Hauptesorganisation zunächst in die Flüssigkeit eindringen und dann sich konsolidieren, eine Art mineralisches Gebilde, ein salzartiges Gebilde hervorrufen. Aber es ist gut, wenn die innere Strömung kommt und das zunächst auslöscht, so dass höchstens der Eindruck in die Flüssigkeit eindringt - da verschwimmt er aber - und es zunächst zu keinem festen Gebilde kommt. Dadurch, dass es zunächst zu keinem festen Gebilde kommt, bleibt die Sache bloß im astralischen Leibe. Jetzt schläft man die nächste Nacht. Da geht es mit dem astralischen Leibe und mit dem Ich heraus. Da verstärkt es sich etwas während des Schlafzustandes ... Dann kommt es wieder mit dem Aufwachen herein ..., wird womöglich wieder ausgelöscht; und das geschieht in der Regel drei- bis viermal. Erst nach dem vierten Schlafe ist dann die auslöschende Kraft nicht groß genug mehr, und dann setzt sich das so fest, dass dieses plastische Gebilde, was da drinnen nicht mehr aufgelöst wird, die Grundlage für die Gedächtnisvorstellungen, für die Erinnerungen wird." Unser Puls schlägt viermal, während wir einmal atmen. "Das Atmungssystem ist dasjenige, das, was vom rhythmischen System aus hinauf nach dem Haupte wirkt und ihm das viermal langsamere Tempo beibringt. Der Puls, also die Blutzirkulation ist dasjenige, was nach dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem vom rhythmischen System aus wirkt, und ihm das viermal schnellere Tempo beibringt. Und in dem, was sich da ausdrückt durch das viermal schnellere Tempo der Blutzirkulation, in dem liegt alles Auflösende. In demjenigen, wie es sich ausdrückt durch das viermal langsamere Tempo des Kopfes, in dem liegt alles Verfestigende, alles das, was den Menschen eigentlich zur Bildsäule machen möchte. Es ist schon interessant, dass eigentlich diese Begegnung, die ich Ihnen geschildert habe, also, sagen wir, das Heraufschlagen der Stöße des Nierensystems und das Herunterschlagen der Stöße, die von den äußeren Einflüssen kommen, dass diese auch in einem Rhythmus von Atmung und Blutzirkulation stehen, dass eigentlich, während der Eindruck geschieht, viermal auf einen eine Auflösungsattacke gemacht wird. Und davon rührt es auch her, dass wir viermal darüber schlafen müssen, damit sich der Einschlag von außen genügend befestigt. Die Dinge gliedern sich in einer wunderbaren Weise zusammen, wenn man wirklich auf die innere Konfiguration des menschlichen Organismus eingehen kann. Aber es hängt das auch noch mit etwas anderem zusammen. Sie sehen also, indem wir nach aufwärts beim Menschen gehen, nach dem Haupte zu, kommen wir zu einem Lebenstempo, das viermal langsamer ist als dasjenige, das wir antreffen, wenn wir nach den Verdauungsorganen zum Beispiel gehen, oder sagen wir zu dem Nierensystem. Das Nierensystem arbeitet sehr rasch und bringt das, was es innerlich arbeitet, bis zum Ätherischen hin, das auf den Wogen des lebendigen Wassers schwimmt. Wenn der Mensch seine Augen verschliesst und sein Gehirn bewußt abdämpft, und dann dasjenige durchschaut, was von den Nieren ausströmt, so sind es die Imaginationen, die auf dem lebendigen Wasser schwimmen; so stellt sich ihm in Imaginationen sein eigenes Inneres dar. Es ist das ein außerordentlich interessantes Gebilde- Wenn hier das Nierensystem ist ..., so strömt vom Nierensystem das sozusagen lebendige Wasser aus nach dem ganzen Organismus. Was da abgesondert wird, ist ja nur eben das Überschüssige, das durch den relativ festen Einsatz nach außen geht; aber gleichzeitig geht auch nach dem ganzen Organismus dieses lebendige Wasser, das durchsetzt wird von dem ätherischen Organismus. In diesem ätherischen Organismus sind aber lauter Imaginationen drinnen ..., er ist ganz durchsetzt von Imaginationen. Diese Imaginationen, die kann man als das Bild des eigenen Organismus schauen, wenn man das Gehirnbewußtsein und alle Sinnes Wahrnehmungen abdämpft. Da ist die Sache gesund. Aber wenn die Niere krank ist und eben durch die kranke Niere ein zu starkes Ausstrahlen in das Lebenswasser stattfindet, dann entstehen allerlei Gebilde drinnen und dann kommen die bekannten subjektiven Erscheinungen, die die Nierenkranken zeigen. Was da also arbeitet, was eigentlich im Grunde genommen ein von innerer Körperwärme fortwährend durchpulsiertes Stoßen ist, aber Stoßen in inneren Bildern, was dann sich begegnet mit dem, was von außen kommt, was plastisch werden will, das arbeitet viermal schneller als das, was von außen nach innen arbeitet. Und das zeigt sich nun wieder darin, dass wir gewisse Perioden haben unseres Lebenslaufes, insofern diese Perioden angeschaut werden als vom ätherischen Organismus ausgehend, also gerade von dem ausgehend, was ich hier so gezeichnet habe. Wir müssen ja von siebenjährigen Perioden sprechen, was wir auch tun: vom Zahnwechsel, Geschlechtsreife und so weiter. Wir können zum Beispiel sagen: Der physische Organismus ist am Ende des siebenten Jahres, wenn er gerade daran ist, die zweiten Zähne zu bekommen, am Ende seiner Periode. Da beginnt der ätherische Organismus für sich nun ganz besonders tätig zu sein bis zur Geschlechtsreife. Aber demjenigen, was in diesen periodisch-rhythmischen Vorgängen sich abspielt von sieben zu sieben Jahren, wirkt vom Haupte her etwas entgegen, was diese Prozesse fortwährend verlangsamen will, denn das Haupt geht einen viel langsameren Gang. Das Haupt ist am Ende des achtundzwanzigsten Jahres erst da, wo der hauptsächlichste Mensch am Ende des siebenten Jahres ist. Das ist ein sehr wichtiges Geheimnis der menschlichen individuellen Entwicklung. Äußerlich drückt es sich ja nur dadurch aus, dass wir erst wirklich so in den höheren Zwanzigerjahren uns nach allen Seiten vollständig innerlich und äußerlich ausgewachsen nennen können. Alles, was vom Haupte ausgeht, das vollendet sich wirklich erst in dieser Zeit. Das Haupt ist eigentlich mit achtundzwanzig Jahren erst sieben Jahre alt. Das ist also etwas, was man im ganzen Menschen hat. Wie man auf der einen Seite Atmung und Blutzirkulation hat, wie sich die Atmung zur Blutzirkulation verhält, so verhalten sich im Leben, im ganzen Lebenswerden die Hauptesvorgänge zu den Vorgängen, die vom Verdauungssystem, überhaupt vom Stoffwechsel-Gliedmaßensystem des Menschen ausgehen. Das schlägt auch so aufeinander wie eins zu vier. Das hat eine große Bedeutung für das Leben. Es hat die Bedeutung, dass zum Beispiel alles, was wir einem Kinde erziehend oder unterrichtend zwischen dem siebenten und dem vierzehnten Lebensjahre beibringen, sich eigentlich im Haupte langsam erst auslebt, und sich erst ausgelebt hat im Haupte, so dass es im Haupte nachgekommen ist, bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahre; bis zum fünfunddreißigsten Lebensjahre hat es erst im Haupte vollständig ausvibriert. Es kommen viermal sieben Jahre in Betracht. Die ersten sieben Jahre sind vom siebenten bis vierzehnten Lebensjahre, die zweiten sieben Jahre vom vierzehnten bis einundzwanzigsten, die dritten vom einundzwanzigsten bis achtundzwanzigsten, die vierten vom achtundzwanzigsten bis fünfunddreißigsten. Da ist eigentlich erst das Haupt nachgekommen. Das wirft auf eine richtige Erziehungs- und Unterrichtsmethode ein außerordentlich bedeutendes Licht, denn es zeigt Ihnen, dass der Unterricht und die Erziehung so eingerichtet werden müssen, dass es auch ausreicht. Sie können, wenn Sie nur darauf sehen, was das Kind vom siebenten bis vierzehnten Jahre als Interessantes aufnimmt, wodurch es beschäftigt ist, was seinem Auffassungsvermögen angemessen ist, dem Kinde beibringen, was es eben im gegenwärtigen Augenblicke auffassen will."

Krankheit, wenn ein bestimmtes Maß von Gleichgewicht gestört ist: "Und unzählige von den Erkrankungserscheinungen des Menschen beruhen eben auf folgendem: Für jeden Organismus ist ein bestimmtes Maß von Gleichgewicht zwischen diesen vier und eins vorhanden. Man kann immer sagen, je nachdem der Mensch so oder so organisiert ist, ist ein gewisses Maß von Gleichgewicht vorhanden. Nicht wahr, es ist ja niemals genau eins zu vier, sondern es sind alle möglichen Verhältnisse; darnach individualisieren sich die Menschen. Aber für jede menschliche Individualität ist ein bestimmtes Verhältnis vorhanden. Wird das gestört, wäre bei einem Menschen, sagen wir, das normale Verhältnis eins zu vier für ein bestimmtes Lebensalter, und würden Verhältnisse eintreten, wodurch das Verhältnis nicht eins zu vier, sondern eins zu viereinsiebentel ist, dann arbeitet die auflösende Kraft zu stark, dann kann der Mensch nicht genug Bildsäule werden. Und Sie brauchen sich nur an gewisse Formen von Krankheiten zu erinnern, wo der Mensch zu stark in sich zerfließt, so haben Sie den Typus solcher Krankheiten. Ebensogut kann aber auch das andere zu schnell vor sich gehen. Dann entstehen diejenigen Erscheinungen, die sich als Krampfartiges darstellen. Wenn das Astralische durch den ätherischen und den physischen Organismus zu schnell durchvibriert, wenn das Astralische zu schnell durchzuckt und sie nicht langsam genug fasst, dann entstehen die krampfartigen Erscheinungen." [6] 

Verdauung, Belebung im eigenen Organismus, Sauerstoff, Herz und Lunge, Nierensystem, Gehirnsystem, Bauchspeicheldrüse, Lymphe, Lebersystem, Galle; die Stoffe werden in den ganzen Organismus auf Wegen geleitet, die die heutige Physiologie gar nicht beschreibt, die aber vorhanden sind: "Denn indem jetzt die Nahrungsmittel herankommen an diejenigen drüsigen Organe, welche dann überleiten die Nahrungsmittel von dem Darm in die Lymphgefäße und in die Blutgefäße, da muss auf diesem Wege zurück eine Belebung der Nahrungsmittel stattfinden. Die Nahrungsmittel müssen zunächst tot werden in uns und müssen dann wiederum belebt werden. Wir könnten nicht in unserem menschlichen Organismus eine Fortsetzung desjenigen Lebens vertragen, das im Tiere, dem wir die Nahrungsmittel entnehmen, vorhanden ist, oder das in der Pflanze vorhanden ist. Wir können höchstens die unorganische Natur so aufnehmen, dass sie uns unsere eigenen Gesetze darbietet. Wir könnten nicht, sagen wir, Kohl essen, könnten ihn nicht bei der Verdauung an unsere Darmzotten so herankommen lassen, dass da drinnen noch dieselben ätherischen Kräfte vorhanden wären, die der Kohl hat, indem er einer Pflanze angehört. Das Ätherische, das Astralische, das die Nahrungsmittel haben, das muss erst weggemacht sein. Und dann muss von unserem eigenen Ätherleib aufgenommen und wieder belebt werden können dasjenige, was wir also aufnehmen. Das Leben der Nahrungsmittel in uns muss von uns kommen. Und das geschieht auf dem Wege von der Darmorganisation durch die Gefäße zum Herzen hin. So dass wir also sagen können: indem die Nahrungsmittel in das Blut gelangen, das Blut das Herz durchsetzt, wird von unserem Ätherleib dasjenige aufgenommen, was an erst ertöteten Nahrungsmitteln in uns hineinversetzt wird. So dass Sie sich also vorstellen können: Wenn die Nahrungsmittel vom Mund in den Darm dann gelangen, gehen allmählich die letzten Spuren der Außenwelt verloren, aber hier ... werden sie neu belebt bis zum Herzen hin. Das Neubeleben bedeutet eben, dass sie von unserem eigenen Ätherleib aufgenommen werden. Sie würden nun aber zu wenig den Charakter des Irdischen haben, wenn bloß das geschehen wäre, was ich Ihnen bis jetzt beschrieben habe. Wir würden nämlich Wesen sein müssen, die bis zum Herzen hin bloß Mund- und Verdauungsapparat haben und dann müssten wir anfangen, Engel zu sein, denn es würde unser Ätherleib die Nahrungsmittel aufnehmen und ganz auflösen. Wir würden nicht irdisch sein können. Wir müssten dann so herumfliegende Münder mit anhängenden Schlünden sein, und Magen und Darm und Herz noch haben, und dann, nicht wahr, würde das alles von unserem Ätherleib aufgenommen werden. Aber sonst müssten wir dann Ätherleib sein, und in dem Ätherleib würden dann die Nahrungsmittel sich verflüchtigen. Wir würden nicht Erdenmensch sein können. Dass wir es sein können, das wird dadurch bewirkt, dass nun der Sauerstoff der Luft aufgenommen wird. Es wird also in das, was durchdrungen ist an Nahrungsmitteln vom Ätherleib, der Sauerstoff der Luft hereingenommen, und dadurch bleibt weiter für uns die Möglichkeit, dass wir irdische, fleischliche Menschen sind hier auf Erden zwischen Geburt und Tod ... Also der Sauerstoff macht wiederum dasjenige, was sich sonst in unserem ätherischen Leib verflüchtigen würde, zu dem Irdisch-Lebendigen. Der Sauerstoff ist derjenige Stoff, der etwas, das sich sonst nur als ein Ätherisches bilden würde, ins Irdische hereinversetzt. Jetzt sind wir bis zu der Verbindung von Herz und Lunge gekommen. Das Herz würde uns noch nicht zum irdischen Menschen machen, sondern es würde uns nur so weit bringen, dass wir nun an das Herz unseren Ätherleib anschließen würden und als solche Engel auf der Erde herumfliegen würden ... Jetzt kommt die Notwendigkeit, dass dasjenige, was nun -von unserem  Ätherleib aufgenommen ist, vom Sauerstoff durchtränkt ist, so dass wir irdische Menschen sein können, dem astralischen Leib eingefügt werden muss. Das ist jetzt noch nicht vom astralischen Leib aufgenommen, das ist erst vom Äther leib aufgenommen. Es muss jetzt die Tätigkeit entwickelt werden, dass alles das, was sich da bis zur Herz-Lungentätigkeit herausgebildet hat, von dem ganzen Organismus aufgenommen wird, aber so, dass auch der astralische Organismus dabei etwas zu tun hat. Diese Tätigkeit vermittelt das Nierensystem des Menschen, das nun dasjenige absondert, was unbrauchbar ist von den Stoffen, die aufgenommen werden, aber das übrige in den ganzen Organismus auf Wegen leitet, die die heutige Physiologie gar nicht eigentlich beschreibt, die aber vorhanden sind. Und da wird nun, wenn ich mich so ausdrücken darf, der ganze Brei, der aber jetzt schon lebendig bleibt - er ist nur im Darmkanal ganz ertötet worden, ist dann belebt und von Sauerstoff durchtränkt worden - , durch die Tätigkeit des Nierensystems, das sich über den ganzen Organismus erstreckt und überall hinstrahlt, in den astralischen Leib hineinbefördert, so dass dieser jetzt mitarbeiten kann an der weiteren Gestaltung dessen, was durch die Nahrungsmittel in uns bewirkt wird. ... Dieser astralische Organismus, insofern er vom Nierensystem aus seine Anstöße erfährt, steht jetzt wiederum in Verbindung mit dem Kopf-Sinnessystem, das gewissermaßen wie eine Decke darüber ist. Und Nieren- und Kopf System zusammen, die wirken nun fortwährend so, dass dasjenige, was eigentlich durch die Herztätigkeit flüssig, verschwimmend ist, nun zu den besonderen Organen geformt wird. Wir würden, wenn bloß Mund, Magen, Därme, Herz und Lunge da wären, gar nicht feste Organe haben, sondern der Magen selber müsste ein verschwimmendes, ein in sich bewegliches Organ sein, ebenso die Lunge, ebenso das Herz. Das könnte alles nicht fest sein. Gestaltet werden diese Organe von den Nieren aus, und den Nieren kommt zu Hilfe dasjenige, was vom Kopfe ausgeht. Die Organe müssen nämlich nicht nur wahrend der Kindheit gestaltet werden, sondern fortwährend; denn unsere Organe werden fortwährend zerstört. Im Laufe von sieben bis acht Jahren wird solch ein Organ, wie der Magen zum Beispiel, vollständig vernichtet. Seine Substanz kommt ganz weg und wird immer wieder erneuert. Da müssen immer formgebende Kräfte vorhanden sein, die diese Organe erneuern. In der Kindheit muss noch viel mehr daran gearbeitet werden. Später sind aber diese formgebenden Kräfte auch noch da. Das geht so vor sich ... Das Nierensystem, das auf der einen Seite diese Kräfte ausstrahlt, würde nur einseitig die Organe zustande bringen. Es würde zum Beispiel einen Lungenflügel so gestalten - von der Seite angesehen -, dass er rückwärts ganz nett begrenzt  wäre, aber nach vorne würde er verschwimmen, er würde da herausschwimmen. Nun muss ihm die Kraft vom Kopfe entgegenkommen, so dass die vordere Fläche vom Kopfe aus gebildet wird, so dass immer die einzelnen Formen des Menschen so geformt werden, dass gewissermaßen die Niere die Kräfte ausstrahlt, und vom Kopf dann die Kräfte kommen, welche so eindämmen, dass die Organe Konturen bekommen, gerundet werden. Vom Kopfe aus werden die Flächen äußerlich gebildet. Die Niere aber liefert so eine Art Strahlung in den Organismus ... hinein. ... Da haben Sie dasjenige, was der Mensch als Nahrungsmittel empfängt, getrieben bis zu dem Punkt, wo es in die Astralität, in den Astralleib des menschlichen Organismus aufgenommen wird. Diese Vorgänge, wie ich sie Ihnen jetzt geschildert habe, etwas verändert, finden auch im Tiere statt. Das Tier hat auch diese, ja sogar bei den höheren Tieren noch weitergehende Vorgänge. Bei den niederen Tieren aber finden höchstens noch Andeutungen desjenigen statt, was jetzt kommt. Die höheren Tiere haben es aber, weil sie von dem Menschengeschlecht abgezweigt sind; sie haben es noch, aber es ist bei ihnen deformiert und degeneriert. Nun, in all das, was da gebildet wird, strahlt nun noch etwas anderes hinein. Wir haben also zunächst dieses Treiben der Nahrungsmittel bis zur Ertötung. Da kommen wir ungefähr so weit, dass wir die Bauchspeicheldrüse als eine der letzten Drüsen haben, welche die Dinge soweit bringt, dass sie dann, indem sie der Lymphe entgegentreiben, belebt und in den Äther leib aufgenommen werden können; dann durch die Kommunikation vom Herzen zu den Nieren hin wird das ganze in den astralischen Leib hineingetrieben. Nun muss aber auch noch das Ich engagiert werden. Alles, was in unserem Organismus ist, muss vom Ich in Anspruch genommen werden. Nun habe ich Ihnen gezeigt, wie das, was sich mit uns vereinigt, von dem ätherischen und astralischen Organismus in Anspruch genommen wird, wie es vom Nierensystem aufgenommen und ins Astralische hineingestrahlt, wie es da mit Hilfe des Stickstoffes zum Irdischen gemacht wird. Wir würden sonst wiederum Engel werden müssen, wenn nicht der Stickstoff in uns wirken würde, der uns wiederum vom Nierensystem aus den astralischen Leib innerhalb des Irdischen erhält. Aber das ganze würde uns nicht so gestalten, dass auch das Ich an dem Ganzen teilnimmt, wenn nun nicht das Lebersystem da wäre. ... Das Lebersystem treibt das ganze in das Ich hinein. Sie sehen, es ist die Fortsetzung der Herzwirkung, denn selbst bis in die Därme hinein geht die Herzwirkung. Das Aufsaugen durch die Lymphgefäße, das ist noch etwas, was zum Herzen gehört. Das Herz ist in der Regel dasjenige Organ, das mit der Lunge zusammen die äußeren Substanzen in unser eigenes Ätherisches hineintreibt. Von da aus ist es dann das Nierensystem, das es in unser Astralisches hineintreibt. Und das Lebersystem mit seiner Gallenabsonderung treibt das ganze erst in unser eigentliches Ich hinein. Das Gallen- und Lebersystem findet sich auch nur im höheren Tierreiche; bei niederen Tieren nicht, nicht einmal Gallensäure wird da in den körperlichen Substanzen gefunden. Das Lebersystem also mit seiner eigentümlichen Konstruktion der Pfortader und so weiter - man kann das auch anatomisch in jedem Stück belegen - , führt nun das ganze so, dass es ergriffen wird von dem Ich. Wenn alles das, was durch die Niere im Körper ausgestrahlt wird, allein vorhanden wäre, so würde es bloß vom Astralleib aufgenommen sein. Dadurch, dass die Leber vorhanden ist, von der Leber die Galle abgesondert wird und dem Speisebrei schon in dem Darm beigemischt ist, und so das ganze schon durchsetzt ist von Lebererzeugnissen ..., dadurch wird es dann in den Ich-Organismus hineingetrieben. So also auch beteiligt sich unser Ich-Organismus durch die Leber, die im wesentlichen den Wasserstoff zu ihrem physischen Repräsentanten hat, an dem ganzen Aufbau der menschlichen Organisation. Der Mensch hat eigentlich von außen nichts Lebendiges, nichts Astralisches aufzunehmen; was er von außen aufnimmt, das hat er erst in seinem eigenen Organsystem alles so umzubilden, dass es in sein eigenes Astralisches und in sein eigenes Ätherisches und in sein Ich-System aufgenommen werden kann."

Nierenkrankheiten, Stau- oder Schrumpfniere; Herzkrankheiten, degenerierten Herz, Entartung der Herzfunktion und des Herzens: "Da haben wir die ganze, ich möchte sagen, normale Organisation des Menschen. Denken Sie, wie das alles zusammenstimmen muss. Es darf zum Beispiel die Nierentätigkeit nicht unterbrochen sein; wenn die Nierentätigkeit unterbrochen ist durch eine Stau- oder eine Schrumpfniere, dann wird der astralische Leib nicht in Anspruch genommen. In Wirklichkeit ist es sogar umgekehrt: wenn der astralische Leib nicht in Ordnung ist, dann entsteht die Stau- oder die Schrumpfniere. So dass wir in der Beschaffenheit der Niere, wenn also eine Stau-oder Schrumpfniere vorhanden ist, ein deutliches Abbild von dem haben, was eigentlich im astralischen Leib des Menschen vor sich geht, ebenso wie wir bei einem degenerierten Herzen ganz genau ein Abbild haben von dem, was im ätherischen Leib des Menschen vor sich geht. Ich habe Ihnen das letzte Mal gesagt, dass da sogar ein Zusammenstimmen des Rhythmus ist. ... Das muss nun alles in der feinsten Weise stimmen, sonst geht das nicht. Krank sein heißt, dass das eben nicht stimmt. Nehmen Sie also zum Beispiel an; der ätherische Leib ist ganz in der Ordnung; der astralische Leib aber, der ist nicht mächtig genug, um alles das, was vom Herzen zu den Nieren herüberströmt, aufzunehmen und in der richtigen Weise zu bearbeiten. Das kann nun auf die Weise geschehen, dass der ätherische Leib zu stark arbeitet. Ich sagte, er sei in Ordnung, aber nehmen wir jetzt an: er arbeitet zu stark. Wenn der ätherische Leib zu stark arbeitet und der astralische Leib normal ist, so kann die Stauniere entstehen mit ihren eigentümlichen Folgen, Ist der ätherische Leib richtig und der astralische arbeitet zu stark, so wird die Niere zu wenig in Anspruch genommen. Dasjenige, was herüberstrahlt, wird, weil der astralische Leib zu stark arbeitet, von ihm in Anspruch genommen, ohne dass die Niere in der richtigen Regulierung in ordentlicher Weise mitarbeitet. Dadurch wird die Niere ausgeschaltet, und es entsteht die Schrumpfniere, die zu gleicher Zeit, weil sie zurückwirkt, zu einer Entartung der Herzfunktion und des Herzens selber führt. Sie sehen, dass man auf diese Weise zusammenschauen kann dasjenige, was im menschlichen Organismus vor sich geht, und dass man an der Entartung der Organe sehen kann, wie die Glieder der menschliehen Wesenheit, physischer Leib, ätherischer Leib, astralischer Leib und Ich eben nicht in der richtigen Weise zusammenwirken."

Entzündungen und Geschwüre; geschwulstartige Bildungen; die Niere hat eine innige Beziehung zum astralischen Leib, und die Leber zum Ich: "Man muss sich nur klar sein darüber, dass alle diese Dinge aufeinander abgestimmt sein und in der richtigen Weise zusammenwirken müssen. Nehmen Sie zum Beispiel an, es wird irgendein Organsystem in falscher Weise von irgendeinem Gliede des menschlichen Organismus, vom astralischen Leibe etwa, nicht richtig durchsetzt, dann kann das in zweifacher Weise geschehen. Entweder es wird dasjenige, was vom Nierensystem ausgeht - also vom Kopf aus geschieht die Abrundung, vom Nierensystem die Ausstrahlung —, zu stark angeregt, so dass also eigentlich alles das, was vom Herzen gegen das Nierensystem hin arbeitet, eine zu starke Anregung für das Nierensystem ist. In dieser zu starken Anregung haben Sie eigentlich zu suchen die letzten Urgründe für alle Entzündungen, für alles das, was Entzündungen und Geschwürhaftes im menschlichen Organismus ist. Man muss nur dann den Weg suchen, wie irgendwo im Organismus so eine Entzündung entsteht, und man muss dann versuchen, durch das Heilmittel die Sache so auszugleichen, dass man diese zu starke Wirkung auf die Nierentätigkeit einschränkt. Das einfachste Mittel, wodurch man das erreicht, ist, dass man versucht, die zu starke Entwicklung von strahlender innerer Körperwärme, die ja immer im Gefolge ist, in irgendeiner Weise dadurch einzudämmen, dass man etwa durch Zufuhr gerade derjenigen Stoffe, die sich in den Blütenorganen der Pflanzen entwickeln, eine innerliche Abkühlung herbeiführt. Das ist das Eigentümliche derjenigen Stoffe, die sich gerade in den Blütenorganen der Pflanzen entwickeln, dass man mit ihnen Entzündungen entgegenarbeiten kann dadurch, dass man eine innere Abkühlung herbeiführt. Oder aber es kann auch so sein, dass die plastische Kopftätigkeit, die der Nierentätigkeit entgegenwirkt, zu stark wirkt. Dann entstehen geschwulstartige Bildungen. Bei denen ist eben die plastische, die abrundende Tätigkeit, ich möchte sagen, die kristallisierende Tätigkeit zu groß. Da muss man dann dadurch, dass man von außen Warme herankriegt - aber man muss sie in der richtigen Weise heranbringen -, gewissermaßen äußerlich die Geschwulst durch Wärme umhüllen, so dass sie von außen allmählich geheilt wird. ... Alle Geschwülste werden eigentlich von außen geheilt, man muss nur im Organismus, sagen wir, durch Injektion von Stoffen, die sich in einer gewissen Weise ausbreiten, die Möglichkeit herbeirufen, durch einen bestimmten Stoff es auf irgendeinem Weg bis zu einem Umstrahlen der Geschwulst zu bringen. ... So dass allmählich, wenn Sie es dahin bringen, dass von außen eingestrahlt wird und umstrahlt wird die Geschwulst, sie zur Auflösung gebracht wird; dann zerbröckelt sie, hört auf. Wenn Sie eine Entzündung haben, müssen Sie dagegen durch den Verdauungsapparat das Mittel in das Organ hereinbringen, wo die Entzündung sitzt, von dem Verdauungsapparat aus ein Abkühlendes bringen. Eine Entzündung muss von innen aus behandelt werden. ... Man muß da nur die Wege finden, jede Substanz hat eine spezifische Ausbreitung im menschlichen Organismus. Es gibt zum Beispiel Substanzen, die, indem sie durch den Mund dem Menschen zugeführt werden, sich nicht kümmern um die Speiseröhre; es ist ihnen ganz gleich, das ganze Pepsin, Ptyalin und so weiter, sie kümmern sich zum Beispiel bloß um das Herz. Anderen ist auch wieder das Herz gleich; die werden erst durch Magen, durch Herz zu den Nieren geführt, werden erst da regsam. So hat jede Substanz ihre innere Affinität. Man muss nur die richtigen Substanzen anwenden. So gibt es aber auch solche Substanzen, die, wenn Sie sie einimpfen, sich um ein Magenkarzinom gar nicht kümmern würden. Sie haben gar keine Affinität dazu, kümmern sich aber sehr wohl, sagen wir, um ein Brustkarzinom. Man muss also den Weg finden, wie man ein Geschwür oder eine Entzündung innerlich angreift, oder wie man etwas von außen nimmt, belagert gewissermaßen. Die Geschwülste muss man belagern von außen. So müssen die Dinge im Organismus studiert werden und müssen eben durchaus zusammenstimmen. Dazu muss man natürlich diese höheren Glieder der Menschennatur kennen. Es ist unmöglich, überhaupt über die Niere zu reden, wenn man den Menschen einfach auf den Seziertisch legt und aufschneidet, nachdem er gestorben ist. Dann liegt die Niere neben der Leber meinetwillen; aber was weiß man über die Niere und Leber anders, als dass beide aus Zellen bestehen, in verschiedener Weise aus Zellen aufgebaut sind. Denn die Niere hat eine innige Beziehung zum astralischen Leib, und die Leber zum Ich. Das gibt ihnen erst den Charakter. Ohne das ist die ganze Sache überhaupt sinnlos, zu definieren oder zu betrachten."

Milz; spleenige, kopfhängerische Menschen, die nur auf dem Stuhl sitzen, die sich am liebsten nicht vom Geiste durchdringen lassen, nicht denken wollen: "Solche Menschen gibt es heute zahlreiche: "Wenn Sie nun ein solches Organ wie die Milz nehmen, da weiß die gewöhnliche Physiologie und Medizin nicht viel darüber zu sagen. Sie finden in allen entsprechenden Lehrbüchern überall die Anmerkung: Über die Milz weiß man heute noch nichts zu sagen. - Sie werden das überall finden, lesen Sie es nur nach. Das ist auch gar nicht zu verwundern. Sehen Sie, der Sprachgenius ist da eigentlich weiser als dasjenige, was Wissenschaft auf diesem Gebiete ist. In diesem Falle - in anderen Fällen ist ja gerade der deutsche Sprachgenius ein außerordentlich weiser - ist es sogar der englische Sprachgenius, der die Milz als «Spleen» bezeichnet. Und das ist eine außerordentlich günstige Bezeichnung, denn die Milz hängt zusammen mit all denjenigen Betätigungen des Menschen, die über das Ich hinausgehen, die schon an das Geistselbst herankommen, und die Milz ist sogar geradezu das Organ des Geistselbstes. Das geht schon ganz ins Geistige hinein. Nur ist das so, dass man das vertragen muss. Die meisten Menschen können das wirklich Geistige nicht vertragen, und sie werden daher durch die Milztätigkeit nicht etwa angeregt zur Betätigung im Geistigen, zum Spirituellen, sondern sie werden «spleenig». Sie werden gerade heruntergestimmt. Der «Spleen» ist ja nichts anderes als ein Geist, der, statt dass er in den Kopf geht, in die Gedärme sich verschlingt.  Es ist also «Spleen» eine außerordentlich gute Bezeichnung, die gerade auf das Geistige hinweist, für das die Milz das entsprechende Organ ist. ... Man kann sagen: aufgenommen die Nahrungsstoffe, getötet, belebt, astralisiert, in das Ich umgewandelt, dann erst versteht man Ptyalin, Pepsin in der aufgenommenen, ertöteten Nahrung. Übergeführt in die Lymphdrüsen, zum Herzen übergeführt, vom Herzen befeuert, von den Nieren durchstrahlt, alles astralisch gemacht, von der Leberfunktion aufgenommen und in das Ich übergeführt. Dann kann das ganze von der Milztätigkeit aufgefangen werden, und dann wird der Mensch durch die Milztätigkeit unter Umständen zu einem Enthusiasten gemacht, zu einem, der Kraft empfängt aus der geistigen Welt, oder aber auch er wird durch die Milztätigkeit zum spleenigen, kopfhängerischen Menschen gemacht, der nur auf seinem Stuhl sitzen will, der sich am liebsten nicht vom Geiste durchdringen lassen will, nicht denken will. Solche Menschen gibt es heute zahlreiche. Sie bringen einen zur Verzweiflung, weil sie auf ihren Stühlen sitzen, nur eine schwere Masse eigentlich, wie wenn sie gar keinen Kopf hätten. Die Milztätigkeit, die etwas Hohes sein könnte im Menschen, wirkt eigentlich zerdrückend auf diese Menschen. Statt Enthusiasmus haben sie Spleen, und der tritt schon in den verschiedensten Formen heute auf. Aber man braucht heute jene Arbeit, welche möglichst viel Spleen in Enthusiasmus, in Feuer umwandelt, so dass die Menschen eben nicht nur eine schläfrige, sondern eine wache Zivilisation haben." Die hohen geistigen Eigenschaften der Milz müssen fruchtbar gemacht werden: "Das aber weist hin auf etwas, was die gegenwärtige Menschheit gar sehr braucht. Feuer braucht sie, Enthusiasmus braucht sie, begeistert sein können für irgend etwas. Solange wir das nicht können, so lange werden wir immer nur an uns selbst denken, und das bedeutet, zu großen Wert legen auch auf dasjenige, was in uns abgesondert wird als Harnsäure, Harnstoffe, die eigentlich dazu bestimmt sind, nicht in einen Kreis — Zelle, Eiweiß - , sondern in jenes fluktuierende Eiweiß übergeführt zu werden, das wir eigentlich ganz sind. Wir sind im Grunde genommen ein in lebhafter Bewegung fortwährend begriffenes lebendiges, aber großes Zellenhaftes; denn wir haben den Kohlenstoff in uns, wir bekommen den Sauerstoff, indem die Nahrungsmittel ätherisiert werden, wir bekommen den Stickstoff, indem die Nahrungsmittel durchstrahlt werden von der Nierentätigkeit, wir bekommen den Wasserstoff, indem die Leberfunktion hineinspielt im Zusammenhange mit der Sinnestätigkeit, wir bekommen auf diesem Wege schon auch den Schwefel, entweder den unangemessenen, der heute zumeist geredet wird, oder den ordentlichen Schwefel." [7] 

Unterschiedliche Krankheiten in den verschiedenen Zeitaltern, Anatomie und Physiologie des Menschen ändert sich eben im Laufe der Jahrhunderte; Wissenschaft, die immer irreligiöser und antireligiöser wird, weil sie schließlich nur herumtappst mit dem Seziermesser und mit der Sonde und so weiter: "Sie sehen, wie fein diese Dinge zusammenstimmen müssen. Es ist sogleich irgend etwas im Organismus nicht in Ordnung, wenn im geringsten in den astralischen Organismus etwas hineinwirkt, was nicht richtig vor sich geht, denn in dem Augenblicke arbeiten die Nieren nicht in Ordnung, und dann treten alle die Folgeerscheinungen einer nicht ordentlichen Nierentätigkeit auf. Aber das ist nicht so für den Menschen im allgemeinen, sondern das ändert sich von Zeitalter zu Zeitalter. Der Mensch ist eine ungemein feine Organisation; aber diese ist nicht immer gleich. Wenn wir nur ein paar Jahrhunderte zurückgehen - nicht wahr, für die Gesamtentwickelung sind ein paar Jahrhunderte nicht viel - , da kommen wir zum Beispiel in die Zeit, in welcher das jetzige Zeitalter, die eigentliche Epoche der Bewußtseinsentwickelung begonnen hat. Wir kommen hinter das 15., 14., 13. Jahrhundert zurück in der nachchristlichen Zeit. Da ist es in der Tat so gewesen, dass gerade in der zivilisierten Welt - so grotesk das heute auch für die Menschen erscheint - , ungefähr durch die ganze Zeit vom 4.Jahrhundert bis ins 14..Jahrhundert, die Nierentätigkeit das Wichtigste war; und seither ist es die Lebertätigkeit geworden für die Gesamtmenschennatur. Ich möchte sagen: die Anatomie und Physiologie des Menschen ändert sich eben im Laufe der Jahrhunderte, und namentlich der Jahrtausende, und man kann Geschichte nicht studieren, wenn man nicht auf die feine Struktur des Menschen eingeht und weiß, wie solche Umwandlungen der äußeren Zivilisationserscheinungen, wie die vom Mittelalter in die neue Zeit, auch verknüpft sind mit einer Umwandlung der ganzen Menschheitsorganisation. Zu solchen Dingen muss man wieder kommen, sonst bleibt immer auf der einen Seite die Wissenschaft stehen, die immer irreligiöser und antireligiöser wird, weil sie schließlich nur herumtappst mit dem Seziermesser und mit der Sonde und so weiter, und auf der anderen Seite das religiöse Leben, das gar nichts mehr über die Welt zu sagen hat, sondern sich nur noch an die egoistischen Instinkte des Menschen für das Leben nach dem Tode richtet. Die Dinge stehen nebeneinander da. Unsere heutige Religiosität hat ja ganz vergessen, dass Gott die Welt geschaffen hat. Sie spricht noch vom Göttlichen, aber sie hat vergessen, dass Gott die Welt geschaffen hat, und dass man in den Dingen der Welt die Spuren des göttlichen Schaffens überall finden kann. Man muss nicht nur reden von abstrakten wolkenkuckucksheimartigen Verwandlungen der Zivilisation in der Geschichte, sondern man muss wissen, wie gerade durch die zarte Menschenorganisation hindurch, durch dieses Abstimmen des unendlich feinen Uhrwerkes der menschlichen Organisation, die göttlichen Schöpferkräfte den Menschen umwandeln, wie dadurch, dass sie einmal, ich möchte sagen, die Saite der Nierentätigkeit etwas stärker anziehen, dann nachlassen, und dann die Saite der Lebertätigkeit anziehen, eine ganz andere Zivilisationsmusik herauskommt."

Wolfram von Escbenbach, Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg: "Und sehen Sie, es tritt so um die Wende des 12., 13., 14. Jahrhunderts in Europa eine Anschauung auf, die ich von den verschiedensten Seiten her schon charakterisiert habe, und die sich ausspricht in der Gralssage, in der Parzival-Sage, in alldem, was solche Dichter gedichtet haben wie Wolfram von Eschenbach, Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg und so weiter. Da tauchen die Motive auf. In der Parzival-Dichtung, in der echten Parzival-Dichtung, da taucht besonders ein Motiv auf, das besteht darin, dass man plötzlich einmal darstellen will, wie der Mensch sich hinentwickeln soll zu demjenigen, was man dazumal «saelde» nannte. Das ist das Gefühl eines gewissen inneren Glücksempfindens, saelde, verwandt mit unserem Seligkeit, aber nicht dasselbe, saelde ist Durchzogensein mit einem gewissen inneren Glücksgefühl. Das taucht auf und beherrscht eigentlich die ganze Zivilisation des 13. und 14..Jahrhunderts. Alle poetischen Motive, auch alle prosaischen Motive, aber insbesondere das Parzival-Motiv, die werden durchdrungen von dem, und es strebt alles dahin. Man strebt nach dieser saelde, nach diesem innerlichen Glücksgefühl, das aber nicht irreligiös, nicht etwa ein innerliches Glücksbehagen sein soll, sondern ein Durchseeltsein mit den göttlichen Schöpferkräften. Warum kommt das herauf? Das kommt herauf, weil dieser Übergang stattfindet von Nierentätigkeit zur Lebertätigkeit. Sie können das begreifen, wenn Sie zur Physiologie Ihre Zuflucht nehmen. Die früheren Physiologen waren, in einer gewissen Beziehung natürlich, bessere Physiologen als die materialistischen Physiologen der Gegenwart; das waren nämlich die Schreiber des Alten Testamentes, wo man zum Beispiel sagte, wenn man schlechte Träume gehabt hat - ich habe darauf schon aufmerksam gemacht - : Der Herr hat mich durch meine Nieren in dieser Nacht gestraft. - Dieses Wissen von gewissen Zusammenhängen einer unnormalen Nierentätigkeit mit den schlechten Träumen, das setzte sich dann fort, und davon war man zum Beispiel im 8., 9., 10. Jahrhundert noch tief durchdrungen, dass man schwer wird durch die Nierentätigkeit. Die Nierentätigkeit war allmählich den Menschen zu etwas Schwerem geworden. Natürlich redet man im Äußeren nur von etwas, was einem schwer geworden war. Man kam nicht so recht hinaus. Man klebte an dem Irdischen. Und da empfand man dieses Durchsetzen mit Galle von der physischen Seite her, das aber verbunden war mit einer Durch-saeld-ung, als eine Erlösung, eine innerliche Erlösung - ein innerliches, aber gotterfülltes Glücksgefühl, ein Hinwegstreben von dem Dumpfen der Niere. Die Niere entwickelt ja auch eine Denktätigkeit; die Niere entwickelt die dumpfe Denktätigkeit im Menschen auf dem Umwege durch das Gangliensystem, was dann durch Induktion verbunden ist mit dem Rückenmarkssystem und mit dem Gehirnsystem, sie entwickelt namentlich dasjenige Denken, das gerade auch im Mittelalter eine große Rolle gespielt hat. Man nannte es dazumal «tumpheit». Und diese Entwickelung von der tumpheit bis zur Erhellung, saelde, das war ja etwas, was zum Parzival-Motiv wurde. Der Parzival entwickelt sich von der tumpheit bis zur saelde. Man darf das nicht bloß in der abstrakten Weise betrachten, sondern man muss das auch anschauen mit etwas Gefühl und Empfindüng. Anfangs ist der Parzival so, wie er hervorgeht aus seiner schwer gewordenen Kultur. Man kriegt ihn nicht recht in Bewegung. Erst spater kommt die saelde in ihn, nachdem er durch den Zweifel hindurchgegangen ist. Der Zweifel ist in ihm, das Durchrütteltwerden mit dem Herz-Lungensystem. Nachdem er da hindurchgegangen ist, findet er den Einzug in die saelde. Und es gibt eine solche Möglichkeit, bis in die Glieder des menschlichen Organismus hinein zu verfolgen, was an Stimmungen in der großen Weitgeschichte vorgeht. Man kann sagen: Bei den tonangebenden Menschen, bei denjenigen, die solch ein Parzival-Motiv ausgestaltet haben, bei denen ist es so, dass sie die Pioniere, die ersten Vorläufer waren dieser neuzeitlichen Menschheitsorganisation, die übergegangen ist von der alten Nierentätigkeit zu der neueren Lebertätigkeit. Man muss so etwas nicht verachten. Man muss nicht sagen: Das ist  das niedere Sinnliche. — Gott hat es auch nicht verachtet, die niedere Materie zu schaffen, sondern er hat sie eben geschaffen. Ebenso obliegt es der Erkenntnis, bis in die äußersten Ausläufer des Materiellen hinein die göttliche Schöpfertätigkeit zu verfolgen, und nicht nur ein vornehmer Historiker zu sein, der den Parzival schildert und der sagt: Wenn man den Parzival schildert, darf man nicht zugleich etwas so Niedriges wie die physiologische Tätigkeit des Menschen ins Auge fassen. Die Welt ist eines, und man muss, um die großen geschichtlichen Zusammenhänge zu verstehen, zu gleicher Zeit wirklich hineinleuchten können von da aus in die einzelnen menschlichen Zusammenhänge. Davon haben ältere Zeiten noch durchaus, auch im Mittelalter, Spuren von Erkenntnissen gehabt. Sie können das in Beschreibungen hinein verfolgen, wie in die des «Armen Heinrich», wo wir sehen, wie noch moralische Heilungen stattfinden und so weiter."

Die heutige Physiologie und materialistische Wissenschaft betrachtet nur die Symptome: "Die heutige Physiologie und Anatomie, die die Menschen bloß auf den Seziertisch legt, bloß die Symptome betrachtet, die sich auch noch mit materialistischer Wissenschaft am kranken Menschen beobachten lassen, die kommt eben nicht dahin, wirklich innerlich den Menschen zu verstehen." [8] 

Krankheit und Heilen früher und heute: "Es wird also lehrreich sein, zurückzublicken, wodurch sich in wesentlichen menschlichen Angelegenheiten das lichte Zeitalter, das einmal vorhanden war, das etwa da war im 7. oder 8. vorchristlichen Jahrtausend, wodurch sich dieses lichte Zeitalter von dem späteren finsteren Zeitalter, aus dem wir Menschen nun heraustreten sollen, unterschieden hat. Ich möchte das, wie gesagt, an einem Beispiel klarmachen, an dem Beispiel des Heilens. Das Beispiel des Heilens ist sehr gut anwendbar dabei, denn man kann daran sehr vieles sehen. In jenem alten hellen oder lichten Zeitalter heilte man nämlich nicht dadurch, dass man hinblickte auf den physischen Menschenleib. Daran hat man gar nicht gedacht. Man hat überhaupt in jenem alten lichten Zeitalter nicht in dem Sinne von Krankheit gesprochen, wie man heute noch von Krankheit spricht, wie man aber aufhören wird in der Zukunft zu sprechen. Man hat in jenen alten Zeiten natürlich auch die Erscheinung gehabt, dass ein Mensch nach dieser oder jener Richtung einen Verfall seiner Organe erlebte, dass er nach dieser oder jener Richtung eben nicht gesund war, aber man hat nicht von Krankheit gesprochen, sondern man hat geradezu gesagt: Es gibt einen Tod, und der bemächtigt sich des Menschen. - Und man sah eine Art von Kampf zwischen Leben und Tod in dem Falle, wo wir heute sagen, der Mensch ist krank. Also in jenen älteren Zeiten sprach man nicht von Krankheit und Gesundheit, sondern man sprach davon, wenn ein Mensch in unserem Sinn krank geworden war: in dem kämpft der Tod. Und das Gesundmachen sah man als ein Bekämpfen, ein Austreiben des Todes an. Man sprach also eigentlich von Leben und Tod. Und Krankheit war nur ein spezieller Fall des Todes, möchte ich sagen, ein kleines Sterben; Gesundheit war das Leben. Warum sprach man so? Man sprach aus dem Grunde so, weil man dazumal ganz vom ätherischen Leib des Menschen aus heilte. Man kümmerte sich sozusagen damals nicht um den physischen Leib des Menschen, sondern man heilte ganz und gar vom ätherischen Leib des Menschen aus. ... Aber so richtig war das doch erst an der großen Wende im 15. Jahrhundert, in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, dass man gar nichts mehr wußte vom menschlichen Ätherleib, nicht einmal, wie er sich in den Temperamenten ausdrückt, dass man anfing, immer mehr und mehr bloß auf den physischen Leib des Menschen hinzuschauen. Es war auch die ältere physische Medizin noch etwas anderes, als sie später, namentlich im 18. und 19. Jahrhundert geworden ist. Die alte physische Medizin hatte noch immer Traditionen, wenigstens von dem früheren Heilen durch den Ätherleib, und man hat eigentlich den Eindruck von jener älteren, auch europäischen Medizin, dass man alte Grundsätze behalten hatte und sie nur auf das Physische übertragen hatte. Es wurde gewissermaßen der physische Menschenorganismus doch fortwährend unter dem Einfluss des ätherischen Organismus gesehen. Erst in der neueren Zeit, in der kopernikanischen Zeit, in der Galilei-Zeit, fing man an, immer mehr bloß den physischen Menschenleib zu betrachten, und man hörte auf, etwas zu wissen, was die früheren Zeiten ganz genau gewußt haben."

Lebendiges und totes Licht: "So war für die Alten bei dem, was sie als Licht schätzten, das dabei, was wir heute vorzugsweise als Licht schätzen. Aber das, was sie als Licht schätzten, das kommt vom Pflanzenreich. Das nehmen wir heute gar nicht mehr in der Weise auf, wie es in alten lichten Zeiten aufgenommen worden ist. Wir erfreuen uns heute, wenn wir in die Sonne gehen können. Der alte Mensch erfreute sich, wenn er über eine Wiese, durch einen Wald ging, weil er in sich, durch seine Haut hereinsaugte das Licht, das zunächst der Wald aufgesogen hatte, das belebt war im Walde, belebt war auf der Wiese. Und das andere, das tote Licht, das war die Zutat. Für uns ist die Zutat die Hauptsache geworden. Der alte Mensch lebte in dem Lichte, das ihm die Blumen, das ihm die Bäume des Waldes gaben. Für ihn war das ein Quell innerlichen Durchlebtwerdens mit Licht, mit innerlichem lebendigem Licht, und nicht mit totem Licht. Wir haben gar keine Vorstellung davon mit unserer abstrakten Freude am Walde, mit unserer abstrakten Freude an den Blumen, mit alldem, was im Grunde genommen, ich möchte sagen, im kosmischen Sinne philiströs ist. Es mag noch immer sehr schön sein, aber es ist philiströs im Gegensatz zu dem, was an innerlichem seelischem Jauchzen vorhanden war bei den alten Menschen im Angesichte des Waldes, der Wiese, im Angesichte überhaupt dessen, was da draußen lebte. Der alte Mensch fühlte sich verbunden mit seinen Bäumen, mit dem, was gerade die für ihn geeignete Pflanze war. Der alte Mensch fühlte Sympathie und Antipathie in der lebendigsten Weise mit dieser oder jener Pflanze. Wir gehen zum Beispiel über solche Wiesen, wie sie um das Goetheanum herum im Herbste sind. Wir urteilen philiströs, die Herbstzeitlose, das Colchicum autumnale sei vielleicht schön. Der alte Mensch ging an diesen Pflanzen so vorbei, dass er traurig wurde, dass seine Haut sogar sich etwas trocknete, während er an dem Colchicum autumnale vorbeiging. Er empfand sogar etwas von Schlaffwerden der Haare. Während, wenn er vorbeiging, sagen wir, an rot blühenden Pflanzen, meinetwillen an solchen Pflanzen, wie der heutige Mohn es ist, seine Haare flaumig, weich wurden. Also er erlebte das Licht der Pflanzenwelt absolut mit. Es war das lichte Zeitalter und darnach richtete sich sein ganzes Kulturleben, darnach richtete sich  auch, dass er heilen konnte, das heißt, dass er den Tod bekämpfen konnte durch die Beobachtung und durch die Behandlung des Ätherleibes. ... Wir haben heute nur das tote Licht. Aber auf den Strahlen dieses toten Lichtes ist einstmals der Christus hereingezogen und hat das Mysterium von Golgatha vollbracht. Das ist das große Weltengeheimnis der neuen Zeit. Zwar haben wir das tote Licht. Das tote Licht kann uns nicht selig machen. Aber auf den Strahlen des toten Lichtes ist der Christus auf die Erde hereingezogen, hat das Mysterium von Golgatha vollbracht. Und wenn wir außer uns auch heute das tote Licht haben, dann können wir in uns den Christus beleben. Und mit dem Christus in richtiger Weise in uns, beleben wir alles Licht auf Erden um uns herum, tragen Leben in das tote Licht hinein, wirken selber belebend auf das Licht. Das heißt, wir müssen mit dem richtigen Christus-Impuls in das neue Zeitalter des Lichtes eintreten. Und die Verleugnung des Christus-Impulses ist es im Grunde genommen, welche die Menschen davon abhält, richtig zu sehen, wie ein finsteres Zeitalter in das lichte Zeitalter hinübergeht."

Herzerweiterung, Nierentätigkeit nicht in Ordnung: "Nehmenn Sie ein solches Organ wie das Herz. ... Auch da findet ungefähr nach sieben, acht Jahren bei jedem Menschen ein solcher Austausch statt. Das Herz wird erneuert. Es wird neu gemacht. Dasjenige, was Sie an den Fingernägeln sehen, dass sie nach außen hin wachsen, immer nachwachsen, wenn man sie abschneidet, das ist auch beim ganzen Menschen so: dass er vom Mittelpunkte her die Materie immer erneuert. Nun denken Sie aber einmal, es sei der rhythmische Mensch nicht in Ordnung, es sei so, dass für seine Organisation viel zu schnell diese Strahlen vom Nierensystem herschießen, dass also nicht das richtige Verhältnis von vier zu eins besteht. Das variiert für jeden Menschen, jeder Mensch ist in dieser Beziehung eine Individualität, aber es ist das mit Bezug auf seine ganze Menschheitskonstruktion der Fall. Nehmen Sie also an, es sei das nicht in Ordnung, es schlage ein zu schnelles Strahlen vom Nierensystem her. Was wird dadurch geschehen? Dadurch kann nämlich das Folgende geschehen. Der Erneuerungsprozess geschieht ja fortwährend - nehmen wir also an, bevor das alte Herz ganz heraußen ist, ganz weggeworfen ist, ist das neue schon hineingeschoben. ... Da geht es zu schnell. Wenn die Erneuerung zu schnell geht, so kommen solche Erscheinungen wie die Herzerweiterung. Am allerersten werden Sie an der beginnenden Herzerweiterung nachweisen können, dass an der Nierentätigkeit etwas nicht in Ordnung ist. Gerade wenn Sie diese Dinge ernst nehmen von der Erneuerung des Menschen in sieben, acht Jahren, da werden Sie sehen: wenn das schon nach sechs Jahren fertig ist, was erneuert werden soll, so ist das Alte noch nicht genügend fortgeschoben, und das Organ dehnt sich, oder strebt wenigstens darnach, sich zu dehnen. So muss man die Dinge anschauen lernen, in lebendiger Bewegung anschauen lernen. Das steht vor uns. Wir müssen vor allen Dingen dasjenige sehen, was man immer nur abgegrenzt hat. Wie diagnostiziert denn heute der Arzt? Der heutige Arzt diagnostiziert so, dass er am liebsten außen aufzeichnet die Konturen des Herzens, so recht eben dasjenige, was fertiges Organ ist. Es kommt gar nicht so sehr darauf an, hinzuschauen, wie das fertige Organ ist, denn es ist eben ein Organ, das immer wegflutet und wieder nachgeschoben wird. Und in diesem Weggehen und Nachschieben ist ein innerlich Beweglicheres, und wenn ich es aufzeichne, so ist es im Grunde genommen so, wie wenn ich den Blitz aufzeichne; es ist in einer fortwährenden Beweglichkeit. Ich muss also, wenn ich den Menschen erfassen will, ihn in seiner Lebendigkeit erfassen. Und diese Lebendigkeit, die finde ich heute nur, wenn ich die ganze Welt verstehe und den Menschen aus der Welt heraus." [9] 

Verdauungsstörungen; durch  Irreligiosität werden die Menschen nicht mehr in der Lage sein, ihre Nahrungsmittel in der richtigen Weise im Organismus zu verteilen, was sich in bedeutungsvollen Krankheiten der Menschen auswirkt; verschiedene Phasen des Schlafes: "In alten Zeiten, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, haben die Eingeweihten, die alten Initiierten, den Menschen auf dem Umwege durch ihre Schüler, durch die Lehrer, die sie in die Welt für die Menschen hinausgeschickt haben, gewisse religiöse Anweisungen gegeben, welche Gefühle im wachen Tagesleben hervorgerufen haben. Und diese Anweisungen, die auch in Kultushandlungen dann von den Menschen ausgelebt worden sind, haben die Seelen verstärkt, so dass sie etwas wie eine Nachwirkung dieses religiösen Gestimmtseins nun wiederum hineingenommen haben in den Schlaf. Sie sehen die Wechselwirkung zwischen Schlafen und Wachen! Auf der einen Seite erlebt der Mensch in seiner Gottessehnsucht im ersten Stadium des Schlafes etwas, was ihn im Wachleben dazu stimmt, Religion zu entwickeln. Wird diese Religion im wachen Tagesleben entwickelt — und sie wurde in alten Zeiten durch die Initiierten entwikkelt - , dann wirkt das wiederum zurück auf das zweite Stadium nach dem Einschlafen: die Seele fühlt sich dann stark genug durch die Nachwirkung dieser religiösen Stimmung, gewissermaßen ihr Zerspaltetsein zu ertragen, überhaupt innerhalb der Vielheit wenigstens zu bestehen. Das ist ja die Schwierigkeit von nichtreligiösen Menschen, dass sie keine solche nächtliche Hilfe haben gegenüber dem Zerspaltetsein in viele Seelen, und dass sie dann das, was sie erleben, ohne die religiöse Stärkung herübertragen ins Tagesleben. Denn alles, was da in der Nacht durchgemacht wird, das wird in seiner Nachwirkung herübergetragen ins Tagesleben. Es ist ja noch nicht so lange her, dass die Irreligiosität und Areligiosität unter der Menschheit eine so große Rolle gespielt hat wie im letzten, im 19. Jahrhundert. Die Menschen haben immer noch Nachwirkungen gehabt von dem, was frühere, ehrlichere religiöse Zeiten dem Menschen waren. Aber indem die irreligiösen Zeiten immer weitergehen, werden sie eine bedeutungsvolle Folge haben: die Menschen werden sich aus ihren Schlafzuständen die Nachwirkung dieses Gespaltenseins der Seele herübertragen in das Tagesleben, und das wird namentlich dazu beitragen, dass der Mensch während des Tageslebens in seinem Organismus nicht die zusammenhaltenden Kräfte haben wird, um die Wirkung der Nahrungsmittel in der richtigen Weise in seinem Organismus zu verteilen. Und die Folge der Irreligiosität wird im Laufe von gar nicht so fernen Zukunftszeiten sich in bedeutungsvollen Krankheiten der Menschen ausleben. Man soll nur ja nicht glauben, dass das Geistig-Seelische in keiner Beziehung steht zu dem Physischen! Es steht nicht in solcher Beziehung, dass unmittelbar dasjenige, was sich heute an Irreligiosität entwickelt, von irgendwelchen dämonischen Göttern mit Krankheit bestraft wird. In dieser äußerlichen Weise spielt sich allerdings das Dasein nicht ab, aber ein innerlicher Zusammenhang ist dennoch vorhanden zwischen dem, was der Mensch geistig-seelisch durchmacht, und dem, was seine physische Beschaffenheit ist. Damit der Mensch während des Tagwachens gesund sein kann, hat er nötig, in sein Schlafesleben das Gefühl seiner Zusammengehörigkeit mit den göttlich-geistigen Wesenheiten hineinzutragen, in deren Geschehen er seinen eigenen ewigen Wesenskern wahrend der Schlafenszeit einsenkt. Und nur aus dem richtigen Darinnenstehen in einer geistig-seelischen Welt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen kann der Mensch die richtigen, auch geistig-seelisch gesundenden Kräfte für sein Tagwachen hervorholen. Während dieses zweiten Schlafstadiums gelangt nun der Mensch dahin, an der Stelle seines gewöhnlichen physischen Bewußtseins nicht ein kosmisches Bewußtsein, wohl aber ein kosmisches Erleben zu haben. Wie gesagt, erst der Eingeweihte bringt sich dieses kosmische Erleben zum Bewußtsein, aber erleben tut es jeder Mensch in der Nacht vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Und während dieses zweiten Stadiums des Schlafes ist der Mensch in einem solchen Lebenszustande, dass sein Inneres Nachbildungen der Planetenbewegungen unseres Sonnensystems vollführt. Während des Tages erleben wir uns in unserem physischen Leibe. Wenn wir von uns als physischen Menschen sprechen, so sagen wir: In uns sind unsere Lunge, unser Herz, unser Magen, unser Gehirn und so weiter, das ist unsere physische Innerlichkeit. Im zweiten Stadium des Schlafes ist unsere geistig-seelische Innerlichkeit die Bewegung der Venus, die Bewegung des Merkur, die Bewegung der Sonne, die Bewegung des Mondes. Dieses ganze Wechselspiel der Planetenbewegungen unseres Sonnensystems, wir tragen es nicht direkt in uns, nicht die Planetenbewegungen selbst, aber Nachbildungen, astralische Nachbildungen davon, die sind dann unsere innere Organisation. Wir sind nicht ausgedehnt etwa in den ganzen planetarischen Kosmos; wir sind aber von einer ungeheuren Größe gegenüber unserer physischen Tagesgröße. Wir tragen nicht die wirkliche Venus während jedes Schlafzustandes in uns, aber ein Nachbild ihrer Bewegung. Und was sich da in unserem Geistig-Seelischen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen im zweiten Stadium des Schlafes zuträgt, das sind solche Zirkulationen der Planetenbewegungen in astralischer Substanz, wie - angeregt durch die Atmungsbewegung - während des Tages unser Blut durch unseren physischen Organismus zirkuliert. So dass wir in der Nacht gewissermaßen ein Nachbild unseres Kosmos als unser Innenleben in uns zirkulieren haben. ... Nach dem Mysterium von Golgatha ist etwas anderes an die Stelle dieser alten Lehre getreten. Dasjenige ist eingetreten, was der Mensch innerlich als Gefühl, als Empfindung, als seelisches Leben und seelische Stimmung sich aneignen kann, wenn er sich so recht verbunden fühlt mit dem, was durch das Mysterium von Golgatha für die Menschheit auf der Erde durch den Christus geleistet worden ist. ... Nachdem wir dieses durchgemacht haben, kommen wir in das dritte Stadium des Schlafes. Im dritten Stadium tritt hinzu - es bleiben nämlich immer die Dinge des ersten Stadiums, nur kommen die Erlebnisse des nächsten Stadiums hinzu —, im dritten Stadium des Schlafes kommt hinzu dasjenige, was ich das Fixsternerlebnis nennen möchte. Nachdem wir die Zirkulation der planetarischen Nachbildungen erlebt haben, erleben wir tatsächlich die Formungen der Fixsterne, das, was in älteren Zeiten die Tierkreisbilder zum Beispiel genannt wurde. Und was da erlebt wird, das ist notwendig für die Seelenseite des Menschen, weil er die Nachwirkung dieses Erlebnisses mit den Fixsternen hereintragen muss in sein waches Tagesieben, um überhaupt die Kraft zu haben, jederzeit seinen physischen Organismus von der Seele aus zu beherrschen und zu beleben. ... Er lebt sich in die geistigen Mondenkräfte hinein, in diejenigen Kräfte des Kosmos, welche im physischen Monde und in den Veränderungen des physischen Mondes ihre Nachbilder haben. Während alle anderen planetarischen und Fixsternkräfte eigentlich den Menschen hinausziehen aus dem physischen Leibe, sind es die Mondenkräfte, die ihn immer wieder und wieder beim Aufwachen zurückbringen in seinen physischen Leib. Der Mond hängt überhaupt mit alledem zusammen, was den Menschen aus dem geistigen Dasein zum physischen Dasein hinbringt. So ist es auch gleichgültig — es kommt ja nicht auf die physische Konstellation dabei an, obwohl diese eine gewisse Bedeutung hat - , ob es sich um Neumond, Vollmond, Wende, abnehmenden Mond handelt, in der geistigen Welt ist ja der Mond immer da: die Mondenkräfte sind es, die den Menschen zurückgeleiten in die physische Welt, in seinen physischen Leib."

Sternbild Löwe und Saturn während der Gebur; Steinbock, Wassermann: "Es ist nicht einerlei, ob wir zum Beispiel in der einen oder in der anderen Art, sagen wir, am Saturn vorbeikommen. Wir können zum Beispiel am Saturn dadurch vorbeikommen, dass zusammenwirken durch die besondere Konstellation die Kraft des Saturn mit der Kraft des Löwen im Tierkreise. Dadurch, dass wir gerade die Region des Saturn passieren, wenn der Saturn in seiner Kraft verstärkt wird durch den Löwen im Tierkreise, dadurch gewinnen wir in der Seele, allerdings bedingt durch unser vorhergehendes Karma, die Kraft, äußeren Lebenszufällen gescheit zu begegnen, so dass sie uns nicht immer niederwerfen. Steht der Saturn mehr, sagen wir, unter der Gewalt des Steinbocks, dann werden wir schwache Menschen, die zusammensinken unter den äußerlichen Lebensverhältnissen. Alles das tragen wir in uns, indem wir von dem Kosmos herein unser irdisches Dasein vorbereiten. Natürlich kann das durch die entsprechende Erziehung besiegt werden, aber nicht dadurch, dass wir nach Ansicht der Materialisten sagen: Das ist alles Unsinn, das braucht man alles nicht zu berücksichtigen -, sondern gerade dadurch kann es besiegt werden, dass wir diese Kräfte entwickeln, dass wir sie wirklich  entwickeln. Und die Menschheit wird in der Zukunft wiederum lernen, nicht bloß hinzuschauen - und gegen dieses Hinschauen soll gar nichts eingewendet werden - , ob ein Kind gute Milch bekommt und gute Nahrung, sondern die Menschheit wird auch wiederum lernen, hinzuschauen, ob in diesem oder jenem Menschen Saturnkräfte oder Jupiterkräfte unter diesem oder jenem Einfluss wirksam sind. Sagen wir, wir finden an einem Menschen, dass er durch sein Karma in sich trägt Saturnkräfte unter dem ungünstigsten Einfluss, zum Beispiel unter dem Einfluss des Steinbocks oder Wassermanns, so dass er
allen Lebensschwierigkeiten ausgesetzt ist, dann werden wir sorgfältigst nach anderen Kräften in diesem Menschen suchen, wenn wir ihn stark machen wollen. Wir werden uns zum Beispiel fragen: Hat er den Durchgang durch die Jupitersphäre, durch die Marssphäre oder durch irgendeine andere Sphäre durchgemacht? — Und man wird immer eines durch das andere korrigieren und paralysieren können. Man wird eben lernen müssen, den Menschen nicht nur im Zusammenhange mit dem zu denken, was er im irdischen Dasein zu essen oder zu trinken beginnt, sondern man wird den Menschen im Zusammenhange betrachten müssen mit dem, was er dadurch wird, dass er durch die kosmischen Welten hindurchgeht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt."

Tragik der materialistischen Welterkenntnis bzw. Naturwissenschaft: "Das ist ja die Tragik der materialistischen Welterkenntnis, dass sie zuletzt das Materielle selber nicht kennt. Wir legen den menschlichen Leib auf den Seziertisch, durchforschen ihn sorgfältig nach seinen Geweben und nach seinen einzelnen physischen Bestandteilen. Wir tun das, weil wir die Materie kennenlernen wollen. Wir lernen sie aber auf diesem Weg nicht kennen, denn sie ist Wirkung des Geistes, und wir kennen sie erst, wenn wir sie in jene Stadien zurückverfolgen können, wo sie aus dem Geiste heraus gesponnen wird. Gerade das physisch-materielle Dasein wird für die Menschen erst verständlich werden, wenn sie mit ihrer Seele in das Seelische und Geistige kosmisch hineingeführt werden. ... Niemals wird sich in dem, was so die Naturwissenschaft erforschen kann, die hinter der Natur stehende übersinnliche Natur zeigen." [10] 

Der Lügengeist spricht zu den Menschen während des Schlafes, eine Tatsache, die schon bei Mohammed beobachtet wurde und neuerdings bei Medizinern wie Karl Lauterbach: "Und wenn wir nun beim Einschlafen aus unserem physischen und Ätherleib herausgehen, dann haben wir als geistig-seelische Menschenwesen nichts anderes, als was wir uns zunächst während des irdischen Lebens durch das Anschauen der Natur erworben haben. Wir lassen in unserem Bette - so paradox das klingt - auch die religiöse Empfindung und die moralische Empfindung zurück mit dem physischen und mit dem Ätherleibe, und wir leben als ein amoralisches Wesen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Aber in dieser Zeit leben wir in einer Welt, die sonst von dem Sonnenlichte durchschienen ist. Und dadurch, dass die moralische Weltordnung aus dem Äther heraußen ist, dadurch hat Zugang zu diesem Äther, in den wir uns mit dem Einschlafen hineinbegeben, die ahrimanische Wesenheit. Diese ahrimanische Wesenheit spricht zu den Menschen während des Schlafes. Und was diese ahrimanische Wesenheit spricht, das ist im Grunde genommen eine fatale Sache, denn diese ahrimanische Wesenheit wird mit Recht der Lügengeist genannt, aus dem Grunde, weil er dem schlafenden Menschen die Dinge so darstellt, als wenn das Gute böse und das Böse gut wäre. Es ist neulich durch die Zeitungen eine Notiz gegangen über etwas, das heute auch schon die Naturwissenschaft erforscht hat, die Frage, warum Verbrecher einen so guten Schlaf haben, während gerade moralische Menschen mit einem guten Gewissen oftmals einen schlechten Schlaf haben. Das erklärt sich aus dem, was ich Ihnen jetzt sage. Derjenige, der ein starkes Gewissen entwickelt, der also ein inniger Mensch ist, ein moralisch empfindender Mensch, bei dem geht in die Seele so tief das moralische Empfinden hinein, dass er es in den Schlaf hinübernimmt, und dann schläft er schlecht, wenn er glaubt, viel Böses getan zu haben. Wer aber ein schlechter Mensch ist, wer kein stark entwickeltes moralisches Gewissen hat, der nimmt nichts in den Schlaf hinüber von Gewissensbissen. Und dann hat er ein reines geistiges Ohr für die Einflüsterungen des Ahriman, der ihm das Böse gerade als gut darstellt. Daher ist der Verbrecher im Schlafe so zufrieden."

Ärzte in den alten Mysterien; spirituelle Diät, Paracelsus: "Es gab in den alten Mysterien Führer und Leiter, die waren so etwas Ähnliches, wie der moderne Arzt ist. Aber der moderne Arzt gibt nur Anweisungen über den Körper. Das ist ja ganz selbstverständlich und soll auch nicht gescholten werden. Aber die alten Führer in den Mysterien, die in dieser Beziehung auch Ärzte waren, gaben Anweisungen darüber, wie man, wenn man unter diesen oder jenen Gebrechen litt, sein Verhältnis zur Venus oder zum Saturn zu verbessern hatte. Das bestand dann darin, dass sie den Leuten gewisse seelische Anweisungen gaben. Sagen wir zum Beispiel, solch ein alter Arzt m den Mysterien fand: Der Mensch, der Heilung bei ihm suchte, hat eine zu starke Anziehung zu seinem physischen Leib; dieser ist ihm nicht genug Kleid bloß, sondern er lebt zu stark mit seinem physischen Leib. - So ungefähr, wie wenn ein Mensch der heutigen Zeit immer in seinen Kleidern schliefe, so kam einem solchen Arzt ein Mensch vor, der ein gewisses Gebrechen hatte, wodurch er stark an seinen physischen Leib gebunden war. Dann sagte ein solcher Arzt zu einem solchen Kranken: Versuche, wenn des Abends der Vollmond aufgeht, dich ein wenig zu ergehen im Vollmonde, und während du dich ergehst, dies oder jenes Mantram zu sagen. Warum tat das der Arzt der alten Mysterien? - Er tat es aus dem Grunde, weil er wußte: Wenn der Mensch nun im Mondenlichte spazierengeht und Mantrams aufsagt, so wirkt das der Saturnkraft entgegen; der Saturn gewinnt weniger Macht über diesen Menschen. Und es wußte dieser alte Arzt in den Mysterien, dass dieses Haften am physischen Leibe, dieses volle Drinnenstecken im physischen Leibe die Ursache davon ist, dass der Mensch sich zu stark an den Saturn gehalten hat, als er von der geistigen Welt durch die Sternenwelt ins irdische Dasein hereingegangen ist. Von dieser zu starken Sympathie mit dem Saturnleben hat der Mensch dieses Gebrechen erhalten. Mond und Saturn sind einander entgegenwirkende Himmelskörper. Also kurierte ein alter Arzt durch die Mondenkräfte die Schäden der Saturnkräfte. Er gab also eine spirituelle Diät. Das gab es in alten Zeiten. Wir haben eine physische Diät, die ja für uns ganz angemessen ist. Aber in den alten Zeiten brauchte man eine spirituelle Diät. Diese spirituelle Diät müssen wir nun zu unserer physischen noch hinzuzufügen lernen. Das ist die Aufgabe der Gegenwart, dass wir Menschen uns wiederum zu der physischen Diät aneignen einen Sinn für die spirituelle Diät. Und dann werden wir unsere Aufgaben gerade gegenüber der jetzigen Zeit im Erdenleben lösen können. ... Diese alten Mysterien waren nicht einseitige Kultusstätten bloß. Ein Bedürfnis zu einseitigen Kultusstätten hat eigentlich erst die neuere Menschheit. Die neuere Menschheit muss schon abgesonderte Kulte treiben, weil sie egoistisch geworden ist und für das eigene Selbst eine Versicherung für die Unsterblichkeit haben will. Die kann gegeben werden, sie ist ja Tatsache. Aber der Mensch ist heute geneigt, das alles abgesondert voneinander zu treiben. Noch zu Paracelsus' Zeit war es nicht so, da war die Heilkunde noch Gottesdienst. Wir müssen - obwohl wir Übergänge haben müssen - doch wieder dazu kommen, alles Erdenwirken als eine Vollendung eines geistigen Wirkens anzusehen. ... In den älteren Zeiten suchte ein Kranker, der mit irgend etwas behaftet war, eben seine Zuflucht in den Mysterienstätten; denn die Priester waren auch zugleich Künstler und Ärzte. Kunst, Religion und Wissenschaft waren eines; das wurde in den Mysterien gepflegt. In jenen alten Zeiten gab es noch eine Gesamtanschauung des Menschen. Man wußte: Wenn der Mensch in einem bestimmten Lebensalter von irgend etwas befallen wird, so hängt das nicht bloß mit der chemischen Mischung oder Entmischung seiner Stoffe zusammen, sondern von einem höheren Gesichtspunkte aus hängt es zusammen mit den Erfahrungen und Erlebnissen, die er durchgemacht hat, als er in der Sternenwelt war und von dort aus sein Erdendasein gesucht hat."

Vernichtung der menschlichen Freiheit; luziferische und ahrimanischen Mächte mit ihren verschiedenen Untergeistern; Wind und Wetter, Ebbe und Flut, Erdbeben, Vulkanismus; untermenschliche Bevölkerung der Erde: "So sonderbar und paradox es klingt, in diesen Mächten, die sich in Wind und Wetter äußern und die in Wind und Wetter durch den Luftkreis pulsieren, in denen haben wir diejenigen Wesen, die zwar die menschliche Freiheit über alles hassen und die nichts wissen wollen von der menschlichen Freiheit, die die menschliche Freiheit vernichten möchten, die aber die Menschen zu moralischen Automaten machen möchten, zu lauter guten Engelsnaturen. Und sie kämpfen, wenn ich mich eines irdischen Ausdruckes bedienen darf, bis «aufs Messer», um das zu erreichen. Nun haben wir aber diesen Wesenheiten gegenüber, die sozusagen in der Luft ihre Festungen bauen - missverstehen Sie den Ausdruck nicht, ich sagte, ich muss mich bildlich ausdrücken - , diesen Wesen gegenüber haben wir andere, die ich schon das letzte Mal in einem gewissen Zusammenhange erwähnt habe. Es sind diejenigen Wesen, welche etwas zu tun haben mit dem, was sich im Menschen äußert an Instinkten, an Trieben, an Begierden, an Leidenschaften. Aber diese Wesenheiten sind nicht etwa im Menschen drinnen. Im Menschen drinnen sind nur ihre Wirkungen. Diese Wesenheiten leben unmittelbar auf der Erde, aber so, dass der Mensch sie nicht sehen kann, weil sie niemals einen so geformten Leib bekommen, dass der Mensch sie sehen kann. Sie haben nämlich nur einen Leib, der in dem irdischen und in dem wässerigen Elemente lebt. Und ihre Taten im Erdengeschehen sind Ebbe und Flut, die Vulkanerscheinungen, die erdbebenartigen Erscheinungen. Diese Erscheinungen, denen ja die Naturwissenschaft, wie Sie wissen, auch außerordentlich ratlos gegenübersteht, zeigen dem geistig geschärften Blick als das hinter ihnen Stehende eine Welt von untermenschlichen Wesenheiten. Und diese untermenschlichen Wesenheiten stehen in der Gewalt derjenigen Mächte, die ich in anderem Zusammenhange immer die ahrimanischen Mächte nenne. Und diese ahrimanischen Mächte mit ihren verschiedenen Untergeistern - bis zu den koboldartigen Erscheinungen sind diese Untergeister im Irdischen und im wässerigen Elemente der Erde enthalten —, diese ahrimanischen Wesenheiten, die haben sich nun sozusagen eine andere Aufgabe gestellt. Wenn man auf alle diese Wesenheiten hinschaut, so kann man ihnen gar nicht böse sein. Wie sollte man den luziferischen Wesenheiten böse sein? Sie wollen das Allerbeste, nämlich den Menschen zu einem moralischen, selbstverständlichen Wesen machen. Nur würde er niemals unter ihrem Einflüsse ein freies Wesen sein können, sondern ein moralischer Automat. Sie wollen aber das Beste für den Menschen. Die anderen Wesenheiten, die haben sozusagen ihre Festungen unmittelbar unter der Erdoberfläche, aber ihre Wirkungen, die gehen in den menschlichen Stoffwechsel hinauf. Und was Sie sehen als Ebbe und Flut aufsteigen, oder was Sie in vulkanischen oder erdbebenartigen Wirkungen nur seltener sehen, das ist immerfort vorhanden in einem Ebben und in einem Fluten im Stoffwechsel des Menschen. Das sind die ahrimanischen Wirkungen. Während also die luziferischen Geister ihre Festungen in der Luft bauen, um gegen das Irdische für das Moralische zu kämpfen, kämpfen diese Wesenheiten darum, den Menschen zu verhärten, ihn sich ähnlich zu machen. Er würde dadurch im Materiellen unendlich klug werden; unendlich gescheit, unglaublich intelligent würde er werden. Diese Wesenheiten können das nicht direkt erreichen, sie möchten es indirekt erreichen. Deshalb ist es in der Tat ihren wirklich jahrtausendealten Anstrengungen im Erdenleben schon gelungen, ein ganzes Geschlecht solcher untermenschlicher Wesenheiten auszubilden. Sie machen das so, dass sie sich der Instinktnatur der Menschen bemächtigen, wenn diese Instinktnatur besonders wüst und stark ist; sie reißen gewissermaßen diese Instinktnatur an sich. Der Mensch ist dann während seines Lebens verfallen diesen ahrimanischen Mächten. Wenn der Mensch während seines Lebens verfallen ist den ahrimanischen Mächten, so dass er seinen Leidenschaften, Instinkten, Trieben ganz hingegeben ist, dass er ein wüster Mensch ist, dann können sie das herausreißen nach dem Tode. Und auf diese Weise gibt es nämlich schon eine ganze Bevölkerung, eine untermenschliche Bevölkerung der Erde. Die ist wirklich vorhanden, die ist im Wasser und im Irdischen vorhanden. Und wenn wir fragen, was die ahrimanischen Wesenheiten mit dieser untermenschlichen Bevölkerung vorhaben, so ist es das, dass sie denken: Jetzt werde ich aus einem Menschen herausziehen diese Instinktnatur; daraus mache ich ein irdisch-wässeriges Wesen. - Diese irdischwässerigen "Wesen bevölkern tatsächlich die Schichte, die unmittelbar unter der Erdoberfläche liegt. Da sind sie drinnen. Diejenigen Menschen, die in Bergwerken schauen können, die kennen diese Wesenheiten sehr gut. Es sind Wesenheiten, die dadurch vorhanden sind, dass sie dem Menschen im Momente des Todes entrissen worden sind. Und da wartet Ahriman, da warten die ahrimanischen Mächte darauf, dass die Menschen einmal in einer solchen Inkarnation herunterkommen durch ein Karma, das durch die Instinkte, Triebe, Leidenschaften bewirkt wird, dass sie herunterkommen, dass ihnen nun ein solches Wesen besonders gut gefällt, dass Menschen in einem bestimmten Erdenleben sagen: Ich will nicht wieder zurück in die geistige Welt, ich will, nachdem ich meinen physischen Körper verlassen habe, aus dem man ja doch wiederum herausgeht zu einem übersinnlichen Leben, mich verkörpern in einem solchen untersinnlichen Wesen. Dafür bleibe ich dann mit der Erde vereint. Ich sterbe nicht mehr, ich bleibe mit der Erde vereint. Ich wähle, ein untersinnliches Wesen zu sein."

Jahve und seinen Scharen kämpfen für die Gerechtigkeit im Weltenall und gegen Einflüsterungen des ruchlos Bösen, das den Menschen zu Automaten der Klugheit machen will: "Wenn wir nun diejenigen Wesen, die ich früher die ahrimanischen genannt habe und die ihre Festung unmittelbar unter der Oberfläche der Erde haben und die irdische und Wasserwesen sind, betrachten, so stehen sie zu Jahve, zu den Merkur- und zu den Venuswesen in dem Verhältnis, dass sie nicht reif genug dazu geworden sind, um in der Art, wie Jahve den Mond bewohnt, oder seine Gehilfen den Merkur oder die Venus bewohnen, zu diesen Weltenkörpern hin zu kommen. Sie sind verurteilt in der Weitenordnung, nicht ihre Sitze in Mond, Venus, Merkur zu haben, sondern unter der Oberfläche der Erde. Sie können sich daher denken, dass diese Wesenheiten, obzwar sie aller Moralität entbehren, nicht nur den Kampf gegen die Luft-Feuerwesen, sondern vor allen Dingen gegen Jahve, die Venusmächte und die Merkurmächte führen und dasjenige, was Jahves rechtmäßige Herrschaft ist, ihm entreißen wollen. Jahve ist eben der Regler der instinktiven Menschennatur. Aber indem er sie von außerhalb der Erde regelt, bleibt sie einer anderen Gewalt zwar Untertan als den moralischen Gewalten, aber sie würde nicht unmoralisch werden. Durch Jahves rechtmäßige Herrschaft ist eben das Menschengeschlecht auf der Erde geworden, wie wir es kennen. Dazu waren diese Monden-, Merkur- und Venusmächte notwendig. Gegen das Jahvegeschlecht, was also die Menschen sind, begründen diese ahrimanischen Wesenheiten dieses andere Geschlecht, von dem ich Ihnen gesprochen habe. Und ein wesentliches Mittel für sie ist das, was ich Ihnen schon das letzte Mal hier charakterisiert habe. Sie gehen, während der Mensch schläft, an ihn heran und sagen ihm, das Gute sei böse und das Böse sei gut. Das nimmt der Mensch mit einer furchtbaren Leichtigkeit auf, während er schläft, und bringt es dann in seinen physischen und in seinen Ätherleib hinein. Und diese ahrimanischen Wesenheiten glauben eben ihr Ziel durch diese Einflüsterungen des ruchlos Bösen zu erringen, so dass wir sagen können: Der Mensch sollte eigentlich ganz abhängig sein in bezug auf seine niedere Natur von höheren Mächten, von den Mond-, den Venus-, den Merkurmächten. Die niedere Natur ist an sich nicht böse und niedrig; sie ist es dadurch, dass in ihr die Jahve-feindlichen Mächte in den Menschen eindringen auf die geschilderte Art. Jahve möchte, dass diese Wesenheiten nur in Ebbe und Flut, in den vulkanischen Erscheinungen, in Erdbeben sich äußern. Aber diese Wesenheiten machen alle Anstrengungen, sich auch im Menschen geltend machen zu können, und sind also in ihrer Festung nicht nur so, dass sie Ausfälle machen gegen die Luft- und Feuerwesen, sondern sie machen vorzugsweise ihre Ausfälle gegen Jahve und seine Gehilfen auf der Venus und auf dem Merkur. So steht der Mensch in einem Kampf darinnen, der auf der einen Seite geführt wird von Jahve und seinen Scharen, die da kämpfen für die Gerechtigkeit im Weltenall. Und auf der anderen Seite stehen die Scharen des Ahriman, der in bezug auf seine Klugheit den Menschen weit überragt, der ganz und gar die moralische Natur verleugnen möchte, dafür aber den Menschen zu einem Automaten der Klugheit machen möchte. ... Auf der anderen Seite stehen die Wesenheiten, welche in Luft und Wärme ihre Körperlichkeit haben. Sie sind ebenso unreife Wesen wie die Jahve-feindlichen Wesen. Aber diejenigen Wesen, die ihnen gegenüber den Reifezustand darstellen, die wohnen auf Mars, Jupiter, Saturn. So dass nun diese Luft-Feuerwesen nicht bloß von ihren Festungen in der Luft Ausfälle gegen die ahrimanischen Mächte machen, sondern dass sie gegen alles das kämpfen, was an Wirkungen ausgeübt werden soll von Mars, Jupiter, Saturn auf den Menschen."

Sinnesorgane und innere Organe, Mars, Jupiter und Saturn, die fernen Planeten; Mond, Venus, Merkur: "Mars, Jupiter und Saturn, die fernen Planeten, die haben die Wirkungen auf den Menschen - das heißt, ihre geistigen Wesenheiten haben die Wirkungen auf den Menschen - , die vorzugsweise in den Augen, in den Ohren, kurz, in den Sinnesorganen an der Oberfläche des Menschen leben. Während Mond, Venus, Merkur im Inneren des Menschen, in den inneren Organen ihre Wirkungen haben, haben Saturn, Jupiter, Mars außen in den Sinnesorganen ihre Wirkungen. Die Wirkungen zum Beispiel vom Saturn sitzen ganz wesentlich im menschlichen Auge. Diese Wesenheiten, also die Saturnwesenheiten, die Jupiterwesenheiten, die Marswesenheiten wollen den Menschen zum wirklichen Erdenmenschen machen, das heißt, sie wollen ihm Sinne geben, welche ordentlich eingesetzt sind einem physischen Menschenorganismus und an der Oberfläche bleiben. Sie wollen ihm Nerven geben, die von den Sinnen ausgehen und sich ins Innere hineinerstrecken. Saturn gibt die Sinne. Jupiter gibt dann die Nervenfortsetzungen der Sinne und Mars ist eine solche Gewalt, welche zum Beispiel die Sprache gibt. Also alles, was an der Oberfläche des Menschen ist, wollen diese Wesenheiten an den Menschen heranbringen. Es sind Einstülpungen der menschlichen Haut nach innen, diese Sinne und die Nerven."

Erkrankungen, wie Geschwulstbildungen, Karzinombildungen oder Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Zuckerkrankheit; katarrhalischen Krankheiten, Irrsinn: "Hinter der Natur und im Menschen lebt also tatsächlich ein harter Kampf, und innerhalb dieses harten Kampfes muss sich der Mensch seinen Fortschritt und seine Freiheit erringen. Das hat er in älteren Zeiten getan durch die Lehre der alten Mysterien, das muss er in der jetzigen Zeit tun durch dasjenige, was durch geistige Forschung hervorgebracht werden kann über das, was hinter der Natur und unterhalb des Menschen ist. Denn unwissend sein mit Bezug auf diese Dinge, würde der Menschheit in der Zukunft zum größten Verderben gereichen müssen. ... Denn nehmen Sie einmal an, es gelingt den ahrimanischen Mächten, im menschlichen physischen Körper einen Sieg zu erringen über die luziferischen Mächte, über diejenigen Mächte, die den Menschen ganz durchsetzen wollen mit dem, was nur an der Oberfläche in den Sinnen sein soll, dann verfällt der Mensch durch diesen Sieg der ahrimanischen Mächte in solche Erkrankungen, wie Geschwulstbildungen, Karzinombildungen oder Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes, Zuckerkrankheit. Wenn irgendwo in einer physischen Menschennatur diese Krankheiten auftreten, dann hat Ahriman gegen Luzifer einen Sieg errungen, der aber damit verknüpft ist, dass die physische Natur des Menschen zeitweilig ruiniert ist. Dann taugt diese physische Natur dem Ahriman nicht dazu, die Instinkte, Triebe herauszureißen und sein eigenes Geschlecht daraus zu bilden. Daraus bekommen Sie eine vielleicht paradoxe, aber richtige Ansicht von der Krankheit. Sie ist in vielen Fällen das einzige Mittel der guten Mächte, den Menschen vor den Fangen von Ahriman zu retten. Und wenn Luzifer einen Sieg erringt in der menschlichen Natur, wenn also über die ahrimanischen Mächte, die den Menschen verhärten möchten, die ihn herunterziehen möchten in ihr Geschlecht von bloßen irdischen und Wasserwesen, luziferische Mächte einen Sieg erringen, so verfällt der Mensch in die empfindlichen katarrhalischen Krankheiten oder in irrsinnige Zustände. Wiederum wird dadurch dem Luzifer sein Sieg streitig gemacht. Daher ist es, dass diese ahrimanischen und luziferischen Mächte fortwährend mit aller Kraft an dem Herbeiführen ihrer Siege arbeiten, dass sie aber eben traurig und enttäuscht werden an Krankenbetten, in Krankenhäusern und in Irrenhäusern. Denn da zeigt sich ihnen, dass sie zwar kämpfen können, dass sie aber unmöglich eigentlich siegen können." 

Seelisch-geistige Krebsgeschwulst: "Was man in den letzten Jahrhunderten aufgespeichert hat, das steht ja eigentlich zu dem Menschen nur in dem Verhältnis, dass es ein Kopfwissen wird, aber ein Kopfwissen, das nicht ausströmt in den ganzen Menschen. Ja, das ist wie eine seelische Geschwulst, das ist etwas, was nach und nach verhärtet, weil es nicht die richtigen Kräfte aus dem übrigen Organismus bekommt. Wenn wir immer nur im Kopf gescheiter werden und nicht aus unserem übrigen Organismus das nötige Fühlen diese Gescheitheit durchströmt, dann werden wir Wesen, die eigentlich etwas wie ein seelisch-geistiges Krebsgeschwür, wie eine seelisch-geistige Krebsgeschwulst haben. Es kann auch der Kopf nicht gedeihen, geistig gedeihen, wenn nicht der übrige Mensch liebend und das Geliebte auch wollend in der Welt steht. Was in dem Menschen die Michael-Herrschaft will, wird der Mensch erst begreifen, wenn er dieser Michael-Herrschaft entgegenkommt durch seine eigenen Eigenschaften. Er kann ihr nur entgegenkommen, wenn er spirituell aufgeklärt und von allgemeiner, gerade aus der spirituellen Aufklärung kommender Menschenliebe erfüllt sein wird. Dann wird man immer mehr und mehr verstehen, was diese Michael- Herrschaft bedeutet. Das Volk des Alten Testaments hat auch von einer Michael-Herrschaft gesprochen und es meinte, dass Michael damals der Diener Jahves war. Das heißt, Michael hat dazumal in den Kräften gewirkt, welche die Jahvekräfte sind. Er war der Diener des Jahve. Er hat all dasjenige mitbekämpft, was zu bekämpfen ist als ahrimanische Mächte, von denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe. In unserem Zeitalter ist Michael bestimmt, immer mehr und mehr die dienende Wesenheit des Christus zu werden; so dass die Aussage, die Michael-Herrschaft tritt regelnd ein in die Menschengeschicke, zugleich heißt, dass wahr werden soll das Wort: Die Christus-Herrschaft soll sich auf der Erde ausbreiten. - Michael trägt gewissermaßen vorne das Licht der spirituellen Erkenntnis, hinten trägt Christus die Forderungen der allgemeinen Menschenliebe." [11] 

Das Ohr als lebendiges Denkmal an die geistige Welt, Sphärenmusik: "Daher bewahrt das Ohr noch dasjenige weiter fort, was es als Anlage im vorirdischen Dasein in der geistigen Welt erhalten hat; es ist ein reines Abbild dieser geistigen Welten. Was ist denn aber in diesen geistigen Welten? Nun, davon habe ich oftmals gesprochen, die Sphärenmusik ist eine Realität, und sobald wir in die geistige Welt kommen, die hinter der Seelenwelt liegt, sind wir in einer Welt, die überhaupt in Laut und Ton, in Melodie und Harmonie und Lautzusammenklängen lebt. Und aus diesen Laut- und Tonzusammenhängen formt sich das menschliche Ohr heraus. Daher können wir sagen, in unserem Ohre haben wir eine Erinnerung an unser geistiges, vorirdisches Dasein; in unserer unteren menschlichen Organisation haben wir vergessen das vorirdische Dasein und den Organismus angepasst an die Erdenschwerkraft, an alles dasjenige, was vom Gewicht kommt. So dass, wenn man richtig versteht die Formung des Menschen, die Gestaltung des Menschen, man immer sagen kann, irgendein Organsystem zeigt, dass es angepasst ist an die Erde, aber ein anderes Organsystem zeigt, dass es noch angepasst bleibt an das vorirdische Dasein. Denken Sie doch, dass wir ja eigentlich, auch wenn wir schon geboren sind, noch fortsetzen dasjenige, was schon im Keimeszustand veranlagt wird. Aufrecht gehen, uns vollständig einfügen in die Schwerkraft, uns orientieren in den drei Dimensionen des Raumes, das lernen wir erst, wenn wir schon geboren sind. Aber das Ohr reißt sich heraus aus diesen drei Dimensionen des Raumes und behält die Eingliederung, die Anpassung in und an die geistige Welt. Wir sind als Menschen immer so gebildet, dass wir zum Teile eben ein lebendiges Denkmal sind für dasjenige, was wir im Verein mit höheren Wesen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gemacht haben, und auf der anderen Seite ein Zeugnis dafür, dass wir uns eingliedern in das Erdendasein, das von der Schwerkraft, von dem Gewichte beherrscht wird. Aber solche Umgestaltungen, sie sind nicht bloß in der Richtung verlaufend, wie ich eben gesagt habe, sondern auch in umgekehrter Richtung. Mit Ihren Beinen gehen Sie auf der Erde herum. Und Sie gehen - verzeihen Sie — zu guten, besseren und zu schlechteren Taten. Aber schließlich, für die Beinbewegungen bleibt es zunächst auf der Erde neutral, ob man zu guten oder zu bösen Taten geht. Aber ebenso wahr als es ist, dass sich der untere Mensch aus einer Ohranlage umwandelt zu demjenigen, als was er auf der Erde steht mit seinen Beinen, ebenso wahr ist es, dass alles Moralische, was durch das Gehen bewirkt worden ist, ob Sie zu guten oder zu schlechten Taten gegangen sind, sich umwandelt, nachdem der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist - nicht gleich, aber nach einiger Zeit - in Töne und Laute. Wir nehmen also an, der Mensch sei zu einer schlechten Tat gegangen. Hier ist es höchstens so, dass wir nur verzeichnen können, wie sich die Beine bewegen. Aber den Beinbewegungen haftet die schlechte Tat an, wenn Sie durch die Pforte des Todes schreiten. Da verwandelt sich, nachdem der Mensch den physischen Leib abgelegt hat und nachdem er auch seinen Ätherleib abgelegt hat, alles, was in den Bewegungen der Beine lag, es verwandelt sich in einen Misston, in eine Dissonanz  in der geistigen Welt. Und der ganze untere Mensch verwandelt sich zurück in eine Kopforganisation. Die Art, wie Sie sich hier auf der Erde bewegen, wird, indem wir die moralische Nuancierung nehmen, zur Kopf organisation nach Ihrem Tode. Und Sie hören mit diesen Ohren, wie Sie sich moralisch benommen haben hier in der Erdenwelt. Ihre Moralität wird schöne, Ihre Unmoralität wird hässliche Musik. Und aus den konsonierenden oder dissonierenden Tönen heraus werden die Worte, wie von den höheren Hierarchien als Richtern gesprochen über Ihre Taten, von Ihnen gehört werden.

Kehlkopf, Sprach- und Gesangsorgan durch Weltenlogos gebildet, Himmelsatmung: "Nun sehen Sie, ich habe schon letzthin darauf hingedeutet, das ist etwas, was dem Atmungsprozess ähnlich ist. Wir müssen einatmen, uns beleben; wir atmen sozusagen die Todesluft aus, denn in dem, was ausgeatmet wird, kann ja nicht gelebt werden. So atmen wir gewissermaßen geistig in der Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wir vereinigen uns mit den Wesen der höheren Hierarchien, gehen wieder aus ihnen heraus. Hier auf dieser Erde haben wir einen Nachklang, ich möchte sagen, dieser Himmelsatmung. In dem, dass wir hier auf dieser Erde gehen können, passen wir uns der Schwerkraft der Erde an. Es ist das Gewicht. Umgewandeltes Ohr, habe ich gesagt. In einer ähnlichen Weise verspüren wir auch noch, wenn wir die Sache richtig betrachten können, wie wir in unserem Sprach-, in unserem Gesangsapparat eine Umwandlung desjenigen haben, was veranlagt ist in der geistigen Welt, die wir im vorirdischen Dasein durchmachen. Wir passen hier auf dieser Erde erst unsere Sprachorgane der Menschensprache an. In der Anlage zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nehmen wir den Logos, das Weltenwort, die Weltensprache in uns auf, und aus dieser Weltensprache ist zunächst auch unser ganzes Sprach- und Gesangsorgan herausgebildet. So wie wir dieses nach unten sich streckende Ohr umwandeln in die Orientierungs- und Gehapparate, aber nicht so stark, wandeln wir auch das Sprach- und Gesangsorgan um. Beim Ohr, da bleibt nur ein treues Abbild, möchte ich sagen, desjenigen, was sich in der geistigen Welt im vorirdischen Dasein gebildet hat, beim Sprachorgan liegt die Sache mitten drinnen. Wir lernen ja erst sprechen hier auf der Erde. Aber das ist eigentlich nur eine Illusion. In Wahrheit bildet uns die Weltensprache unseren Kehlkopf und unsere ganzen Sprach- und Gesangsorgane. Nur vergessen wir den Weltenlogos, indem wir uns zur Erde neigen und durch das Keimesleben durchgehen. Und das, was sich ins Unbewußte hineingedrängt hat, das frischen wir hier auf, indem wir uns die Menschensprache aneignen." Es wird einmal eine interessante Wissenschaft geben, die konstatieren wird, "dass in Sprachen, in denen die Konsonanten vorwiegen, viel weniger die Menschen moralisch angeklagt werden können, weil sie viel weniger verantwortlich sind für ihre Taten als in solchen Sprachen, wo die Vokale vorwiegen. Denn die Vokale sind der Nachklang an unser Zusammenleben mit den geistigen Hierarchien. Das bringen wir mit, das tragen wir hier auf die Erde herein. Und es bleibt in uns. Es ist unsere eigene Offenbarung. In den Konsonanten passen wir uns an die äußere Welt an. Die ist irdisch, die Konsonantenwelt. Und würden wir uns eine Sprache denken können, die nur Konsonanten hat, so würde diese Sprache eine solche sein, von der etwa ein Eingeweihter sagen würde: Sie ist für das Irdische; willst du das Himmlische haben, dann musst du die Vokale dazunehmen. Aber da gib acht, denn da wirst du dem Göttlichen gegenüber verantwortlich, das darfst du nicht so profan behandeln wie die Konsonanten."

Die Organe der sinnlichen Wahrnehmung werden gerade aus den höchsten geistigen Regionen heraus gebildet, Aus der Sphärenharmonie wird das Ohr gebildet: "Kurz, in unserer Sprache klingt zusammen das Himmlische und das Irdische. Und wiederum sehen wir, wie wir etwas, das dem mittleren Menschen angehört, haben, was gleichsam nach zwei Seiten hingeordnet ist: nach dem Himmlischen und nach dem Irdischen. Der Kopf ist ganz nach dem Himmlischen hingeordnet, der andere Mensch nach dem Irdischen, strebt aber nach dem Himmlischen hin, strebt dahin so, dass er es wird, wenn er durch die Pforte des Todes getreten ist. Der mittlere Mensch, dem die Atmung angehört, und der Atmung eingegliedert Gesang und Sprache, verbindet das Himmlische mit dem Irdischen. Daher ist dieser mittlere Mensch in jeder Beziehung vorzugsweise die künstlerische Veranlagung des Menschen, die immer das Himmlische mit dem Irdischen verbindet. So können wir auch sagen: Nun ja, wenn wir den werdenden Menschen betrachten, er wird geboren ohne Orientierung in der Welt, er kann noch nicht gehen, nicht stehen. Er hat zwar schon die Anlage, sich der Schwerkraft einzuordnen; das hat er schon vor der Geburt bekommen, indem die Schwerkraft sich seiner bemächtigt hat außerhalb des Kopfes. So etwas wie das Ohr und das Auge sind der Schwerkraft entrungen gewesen. Wir haben die Orientierung im Räume sich ausdrückend in dem Lernen des aufrechten Gehens und Stehens. Wir lernen das erst fertig, wenn wir schon geboren sind. Aus der geistigen Welt werden wir noch nicht so gestaltet, dass wir die Orientierung im Räume vollständig haben. Wenn wir so orientiert wären, könnten wir auf der Erde vielleicht schlafen, denn schließlich das Gehörknöchelchen, das den Fuß darstellt, das ist horizontal gerichtet. Wir könnten allenfalls schlafen, aber wir könnten nicht gehen. Ähnliches müssen wir vom Auge sagen. Also das eine, was wir fertiglernen hier auf der Erde, das ist die Anpassung unseres vorirdisch Erworbenen an die Schwerkraft der Erde. Das zweite, indem wir die Sprache und den Gesang lernen, ist die Anpassung an die Umgebung im Umkreis der Erde. Und dann lernen wir noch denken. Denn wir werden tatsächlich unorientiert zum Gehen und Stehen, sprachlos und nun schließlich auch gedankenlos geboren. Denn man kann nicht sagen, die kleinen Kinder können schon denken. Diese drei Dinge lernen wir fertig auf Erden. Aber diese Dinge sind alle drei metamorphosierte andere Fähigkeiten, die wir haben im vorirdischen Dasein. Sie zeigen alle drei, wie sie lebendige Denkmäler sind dessen, was im vorirdischen Dasein veranlagt war auf geistige Weise. Nun aber, das letzte Mal habe ich Ihnen gezeigt: die Erinnerung ist hier auf der Erde der Nachklang unseres Bei-sich-Seins in der geistigen Welt. Die Liebe in allen Formen ist der Nachklang unseres Ausgegossenseins in die Welt der höheren Hierarchien. Und jetzt haben wir eigentlich schon unsere körperlichen Fähigkeiten, Gehen, Sprechen, Singen und Denken — das ist nur ein Vorurteil, wenn man glaubt, dass das Denken auf der Erde eine geistige Fähigkeit ist, das Erdendenken ist durchaus an den physischen Leib gebunden, ebenso wie das Gehen -, so dass wir die körperlich hervorragendsten Eigenschaften als Umwandlung, als Metamorphose vom Geistigen haben. Seelisch die hervorragendsten seelischen Fähigkeiten, Erinnerung, Liebe, Umwandlung aus dem Geistigen. Und was wir auf der Erde Geistiges haben, was ist denn das? Das ist gerade die sinnliche Wahrnehmung. Dass wir sehen, dass wir hören, dass wir riechen, schmecken und so weiter, das ist gerade die sinnliche Wahrnehmung, und die Organe dieser sinnlichen Wahrnehmung, die auf der äußeren Peripherie unseres Organismus liegen, die werden gerade aus den höchsten geistigen Regionen heraus gebildet. Aus der Sphärenharmonie das Ohr. So stark wird das Ohr aus der Sphärenharmonie heraus gebildet, dass es geschützt bleibt vor der Schwerkraft. Und die ganze Einlagerung des Ohres in dieser Flüssigkeit bezweckt, dass das Ohr geschützt ist gegen die Schwerkraft. Das Ohr ist auch in die Flüssigkeit so hineingelagert, dass die Schwerkraft nicht heran kann; dieses Ohr ist wirklich nicht ein Erdenbürger, dieses Ohr in seiner ganzen Organisation ist ein Bürger der höchsten geistigen Welt. Ebenso das Auge, und ebenso die anderen Sinnesorgane. Sehen wir auf den Körper im Gehen, Sprechen, Singen, Denken, so haben wir da die Umwandlung von Geistigem im vorirdischen Dasein. Sehen wir das Seelische, Erinnerung und Liebe: Umwandlung von Geistigem im vorirdischen Dasein. Sehen wir auf die Sinne: sie sind gerade Umwandlung des höchsten Geistigen im vorirdischen Dasein. ... Im ganzen Menschen sehen wir umgestaltete geistige Wesenheit, die wiederum zurückgestaltet wird. Sie übergeben mit dem Tode der Erde Ihre physischen Sinnesorgane. Aber dasjenige, was in den physischen Sinnesorganen lebt, das leuchtet auf zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und wird gerade Ihr inneres Zusammensein mit den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Und jetzt begreifen Sie, inwiefern die irdische tönende Welt der physische Abglanz der Himmelssphärenharmonien ist und wie der Mensch nicht ein Ergebnis dieser Erdenkräfte ist, sondern ein Ergebnis der Himmelskräfte und sich in diese Erdenkräfte hineinstellt. Und wir sehen, wie er sich hineinstellt. Er würde Ohr nach unten, und müsste, wenn er in dieser Situation  bliebe, jedenfalls nicht gehen, sondern er müsste eine andere Art der Bewegung bekommen, er müsste sich auf den Wellen der Weltenharmonien bewegen, so wie sich im kleinen Nachbilde das Ohrknöchelchen auf den Wellen des Trommelfelles bewegt. Mit dem Ohre lernen wir hören, mit dem Kehlkopf und den Organen, die gegen den Mund zu liegen bis zum Munde hin, lernen wir sprechen und singen. ... Sie sehen, wie wunderbar die Dinge im menschlichen Organismus ineinandergreifen. Damit ist aber etwas anderes verbunden, und das ist das Folgende. Stellen Sie sich vor, Sie haben die Absicht, den Menschen kennenzulernen in bezug auf seine Ohrenorganisation, Augenorganisation und Nasenorganisation und so weiter. Gut. Sie sagen sich, die Wissenschaft ist großartig vorgeschritten, und diese Fortschritte der Wissenschaft sind ja heute zwar etwas teuer zu erhalten, aber man kann sie immerhin doch erhalten, wenn man sich die nötigen Mark verschafft; man kauft sich eine Physiologie oder Anatomie, je nachdem man eben die Gestalt oder die Funktionen kennenlernen will, oder man lässt sich einschreiben an einer Universität und hört sich an, was da gesagt wird über das Auge, das Ohr, oder man liest es. Sie können ja dabei sehr vieles lernen, aber ich glaube, in einem gewissen Sinne bleibt Ihr Gemüt dabei doch kalt. Es ist schon so, es bleibt das Gemüt kalt. Lassen Sie sich ein Ohr beschreiben von der äußeren Physiologie: Ihr Gemüt bleibt kalt, wird gar nicht engagiert. Die Sache ist in diesem Sinne recht objektiv. Wenn ich Ihnen aber die Sache so beschreibe, wie ich Ihnen jetzt beschrieben habe, wie das Verstehen des Wortes «Baum» zustande kommt, wie das Ohr ein Nachbild ist von himmlischer Tätigkeit, ich möchte einmal diejenige Seele kennenlernen, die dabei nicht in ein Gefühlsleben kommt, die nicht das Wunderbare der Sache empfindet, die nicht auch etwas fühlt bei einer solchen Darstellung. Man müsste ja wirklich innerlich vertrocknet sein, wenn man nicht von einer solchen Darstellung - gewiss, sie ist heute unvollkommen gegeben worden, sie könnte noch vollkommener gegeben werden, da würde das noch starker hervortreten - zur Bewunderung der Welt und zur Bewunderung des Hereingestelltseins des Menschen aus der geistigen Welt in die physische käme." [12] 
 

3. Grenzen der Naturerkenntnis; ist die heutige Naturwissenschaft, insbesondere die Biotech-Wissenschaft mit Klon- und Gentechnik eine Art Spinnerei?

Wie funktioniert die heutige Naturwissenschaft? handelt es sich um eine Art Spinnerei? "Man möchte sagen: Immerfort wurde von dem einen ein Gewebe von Ideen gesponnen, um die Natur zu erklären, von dem andern, manchmal von demselben, wurde es wiederum aufgelöst. ... Wenn man diesen Entwickelungsgang des neueren naturwissenschaftlichen Denkens überschaut, muss man sich dann nicht sagen: Die Naturforschung spinnt sich ja in ein gewisses Gewebe ein - außerhalb dieses Gewebes liegt die Welt." Die heutigen Naturwissenschaftler, insbesondere die Biotech-Spinner, müssen sich immer sagen: "Wir wissen uns nicht zu helfen gegenüber dem wirklichen Leben, wir haben Schattenbegriffe, keine Wirklichkeitsbegriffe. ... Und wir sehen uns dann mit unseren Begriffen in der Natur um. Wir bilden klare Begriffe, die mechanistisch-mathematische Naturordnung. Wir bilden solche Begriffswelten wie die Deszendenztheorie und dergleichen. Wir streben nach Klarheit. Wir machen uns mit dieser Klarheit ein Weltbild. Aber in diesem Weltbild ist keine Möglichkeit, den Menschen, uns selbst, drinnen zu finden. Wir sind an unsere Oberfläche gekommen mit unseren Begriffen bis zum Verkehr mit der Natur. Wir kommen zur Klarheit, aber wir haben auf dem Wege den Menschen verloren. Wir gehen durch die Natur, wenden die mathematisch-mechanische Naturerklärung an, wir wenden die deszendenztheoretische Naturerklärung an, wir bilden allerlei biologische Begriffe aus, wir erklären die Natur, wir formen ein Naturbild - der Mensch kann nicht drinnen sein. Wir haben die Vollinhaltlichkeit, die wir zuerst hatten, verloren, und wir stehen so vor demjenigen Begriffe, den wir mit den, ich möchte sagen, allerausgedörrtesten Begriffen, mit den klarsten, aber ausgedörrtesten, leblosesten Begriffen formen können, wir stehen vor dem Materiebegriff. Und im Grunde genommen ist das Ignorabimus gegenüber dem Materiebegriff einfach das Bekenntnis: Ich habe mich zur Klarheit durchgerungen, ich habe mich zum vollen Erwachen des Bewußtseins durchgerungen, aber ich habe das Wesen des Menschen dabei in meinem Erkennen, in meinem Erklären, in meinem Erfassen verloren."

Ähnlich ist auch Karl Marx mit seiner eigenen Spinnerei vorgegangen: "Zu klaren Ideen, man möchte sagen, zu überklaren Ideen ist schon Karl Marx gekommen. Und das war das Geheimnis seines Erfolges. Die Ideen von Marx sind so klar, dass, trotzdem sie kompliziert sind, sie eben für die weitesten Kreise, wenn sie recht zugerichtet werden, verständlich sind. Da hat die Klarheit zur Popularität verholfen. Und solange nicht bemerkt wird, dass eben innerhalb einer solchen
Klarheit die Menschheit verloren ist, so lange wird man sich, wenn man konsequent sein will, eben an diese Klarheit halten." Diese Klarheit macht den Menschen zwar zu einem klaren Rade in der mathematisch-mechanisch gedachten sozialen Ordnung, aber eben zu einem Rad.

Ist es dann überhaupt sinnvoll eine Ausbildung in der modernen Naturwissenschaft zu machen? Die Spinnerei der Biotech-Wissenschaft muss man nicht mitmachen, es sei denn man will Wissenschaftsredakteur bei der FAZ werden. Man muss mehr wissen als die Naturwissenschaft der neueren Zeit, "wir müssen das über diese Naturwissenschaft selber hinauszutreiben wissen, so dass wir in höhere Gebiete aufsteigen mit derselben Gesinnung, die wir in der  Naturwissenschaft haben, aber mit Ausdehnung der Methoden auf ganz andere Gebiete. Ich glaube deshalb auch nicht und sage das ganz unumwunden, dass zu einem wirklichen geisteswissenschaftlichen Erkennen derjenige kommen kann, der nicht im strengen Sinne des Wortes eine naturwissenschaftliche Disziplin sich erworben hat, der nicht forschen und denken gelernt hat in den Laboratorien und durch die Methode der neueren Naturwissenschaft."

Die modernen Naturwissenschaft, die Anwendung im Marxismus, Leninismus usw. hat ja schon zu Hungerkatastrophen geführt: "Es könnte ja leicht vorkommen, dass durch eine solche soziale Experimentierkunst Tausende und aber Tausende von Menschen sterben oder verhungern, oder in anderer Weise ins soziale Elend kommen. Und ein großer Teil unseres sozialen Elends ist eben gerade dadurch hervorgerufen, dass unsere Ideen allmählich dadurch, dass sie hervorgegangen sind aus der reinen Experimentalanschauung, zu kurz geworden sind, zu eng geworden sind, um in Realität zu leben, wie sie in Realität leben müssen, wenn wir irgend etwas, was soziale Bedeutung haben soll, wirklich überführen wollen vom Denken, vom Wissen in die Praxis. Nun habe ich Sie hingewiesen darauf, wie sich der Geistes forscher, um ein solches Wissen, das zu gleicher Zeit zurück die Natur beleuchtet, aber vorwärts weist nach dem sozialen Leben, wie der Geistesforscher sich stellen muss zu den beiden Grenzen, die uns im Erkennen auftauchen, zu der einen Grenze, die dann nach dem Materiellen hin zu finden ist, zu der andern Grenze, die nach dem Bewußtsein hin zu finden ist. Und ich habe Ihnen gezeigt, dass nach dem Materiellen hin,  statt dass man in Trägheit das Erkennen fortrollen lässt, um allerlei mechanistische, atomistische, molekularistische Weltbilder ins Metaphysische hinein auszudenken, dass man statt dessen an dieser Grenze stehenbleiben muss und entwickeln muss etwas, was im gewöhnlichen Menschenleben noch nicht vorhanden ist als Erkenntnisfähigkeit, dass man da entwickeln muss die Inspiration."

Wenn man die Hoffnung setzt auf die Ideen der modernen Naturwissenschaft, oder gar die Spinnerei der Biotech-Wissenschaft mit Klon- und Gentechnik, dann kann es passieren, dass Zivilisation in Barbarei übergehen kann. "Und Nietzsche war als Menschenwesen der eine Punkt, wo die Natur ihr offenbares Geheimnis enthüllt, wo sich einem verraten konnte, was über die ganze Menschheit hin heute ein Streben ist, was wir wollen müssen, wenn nicht all die Menschen, die der Bildung entgegenstreben, die in die moderne Wissenschaft hineinstreben - und das wird nach und nach die ganze zivilisierte Menschheit tun, denn das Wissen muss populär werden -, wenn die Menschen nicht ihr Ich verlieren sollen und Zivilisation in Barbarei übergehen soll." [13] 
 

4. Entstehung der Naturwissenschaft, Nikolaus Cusanus, Nikolaus Kopernikus, Cartesius, Spinoza, Newton 

Und es begegnet uns in der Morgendämmerung der neueren Zeit, der Entstehung der Naturwissenschaft, eine Persönlichkeit, an der wir alles sehen können, was Übergang ist aus einer früheren Denkweise in eine spätere, "es begegnet uns in dieser Morgendämmerung, in der aber noch vieles lebt von Erinnerungen an dasjenige, was vorangegangen ist, Nikolaus Cusanus, der auf der einen Seite der große Kirchenmann war, der auf der anderen Seite einer der größten Denker aller Zeiten war. Und es begegnet uns in diesem Kardinal Nikolaus Cusanus, der als der Sohn eines Schiffers und Winzers im westlichen Deutschland 1401 geboren ist, der 1464 als ein verfolgter Kirchenmann gestorben ist."

Nikolaus Cusanus war Verteidiger der Christenheit des Abendlandes, "zum Beispiel gegen die hereinbrechende Türkengefahr der damaligen Zeit. Und es waren flammende Worte auf der einen Seite, die der dazumal schon im Heimlichen wahrscheinlich zum Kardinal ernannte Nikolaus Cusanus sprach gegen die Ungläubigen, flammende Worte, mit denen er aufforderte die europäische Zivilisation, Front zu machen gegen dasjenige, was von Asien herüberkam als Türken. ... Da predigt Nikolaus Cusanus in der flammendsten Weise gegen die herandrängende Türkengefahr und stachelt die Gemüter auf, gegen diese Türkengefahr sich zu richten, Europas Zivilisation zu retten." Dazu hat er wichtige Bücher geschrieben wie "Cribratio Alkorani", in dem er den Arabern und heutigen Muslimen vorwirft, das Gesetz Abrahams gar nicht zu kennen und den Gott Abrahams sogar zu lästern, der Prophet Muhammad wird als Ungläubiger der Blasphemie überführt. Er schreibt über den Koran, ein höchst verworrenes Buch ("confuissimi libri"), und dass der wahre Gott nicht sein Verfasser ist ("De Alcorano et quod deus verus non sit auctor eius"). Das Evangelium ist dem Koran vorzuziehen ("Evangelium sit Alkorano praeferendum"), Falschheit des Korans ("falsitas Alkorani") wird nachgewiesen, über den unsteten Muhammad ("lubrico Mahumeto") und den Antichristen ("illis antichristis") wird genauer berichtet. Er betont, dass die Eleganz der Diktion nicht beweise, dass der Koran Gottes Wort sei ("elegantia dictaminis non probat Alkoranum dei esse dictamen"), was auch auf die vielen islamischen Rapper zutrifft, Muhammad war sozusagen der erste Gangster-Rapper. Sein Angriff gegen den Koran ("Invectio contra Alkoranum") und die Sarazenen zeigt die groben Lügen des Korans ("lex Saracenorum continet mendacia"). [14] 

In De docta ignorantia III spricht er über Ökosysteme. Alles existiert auf bestmögliche Weise, so dass ein eines kontinuierliches, vollkommenes Universum existiert ("unum continuum perfectum universum"); Individuationsprinzipien ("principia individuantia") als Gegensatz zur heutigen Gen- und Klontechnik. In De coniect. II, 10 schreibt er sogar über artgerechte und wesensgemaesse Tierhaltung. "Und was 1440 Nikolaus Cusanus schüchtern symbolisch getan hat mit der Mathematik in bezug auf das Geistgebiet, das ihm entschwindet, das wendet kühn und trotzig Nikolaus Kopernikus auf die äußere Sinneswelt an: das mathematische Denken, das mathematische Wissen. Und indem 1440 erschienen ist die «Docta ignorantia» mit dem Eingeständnis, selbst mit der sicheren Mathematik erblickst du nicht mehr das Geistgebiet, erscheint 1543 «De revolutionibus orbium coelestium» von Nikolaus Kopernikus, wo mit schroffer Kühnheit das Weltenall so vorgestellt wird, dass es sich der sicheren Mathematik ergeben muss. Denken wir das Geistgebiet so weit ferne von der menschlichen Erkenntnis, dass selbst die Mathematik nur in stammelnden Symbolen sich ihm nähern kann - so sprach es 1440 Nikolaus Cusanus aus; denken wir das Mathematische so stark und so sicher, dass es das Sinnliche bezwingt und in mathematischen Formeln die Sinneswelt wissenschaftlich und erkennend zum Ausdrucke gebracht werden kann - so sprach 1543 Nikolaus Kopernikus zu der europäischen Zivilisation. Ein Jahrhundert liegt dazwischen. In diesem Jahrhunderte ist die abendländische Naturwissenschaft geboren worden." 

Später haben Philosophen wie Cartesius, Spinoza die Mathematik auf das ganze physische und geistige Weltengebäude angewendet. "Newton ist so ziemlich der erste, der mit der abgesonderten mathematischen Denkweise an die Naturerscheinungen betrachtend herantritt. Und dadurch wird Newton, als eine Art Nachfolger des Kopernikus, der eigentliche Gründer der modernen naturwissenschaftlichen Denkweise. ... Und wir treffen in der Tat in dieser
Newtonschen Physik zum ersten Mal eigentlich vollständig vom Menschen losgerissene Natur Vorstellungen. ... So hat sich der Mensch wissenschaftlich von seinem Gotte losgerissen, damit vom Geiste losgerissen, und äußerlich dennoch wiederum zu der Annahme dieses Geistes gegriffen. In dem, was dadurch geschehen war, liegt auch die Erklärung dafür, dass eine Persönlichkeit wie Goethe eigentlich in gar keinem Punkte mit Newton mitgehen konnte. In der Farbenlehre zeigt sich das nur an einem besonders charakteristischen Punkte. Aber diese ganze Art, das Geistige erst aus dem Menschen herauszuwerfen, es erst abzusondern vom Menschen, das widersprach dem ganzen Goetheschen Wesen. Goethe hatte von vornherein noch ein Gefühl davon, dass der Mensch alles erleben muss, auch das, was in ihm kosmisch ist, dass das Kosmische gewissermaßen selbst für die drei Dimensionen nur Fortsetzung des im Inneren des
Menschen Erlebten ist. Und so war Goethe innerlichst Widersacher Newtons." [15] 
 

5. Der Jahreskreislauf und das Gemüt; Michael-Impuls; Seelenlosigkeit, Gemütlosigkeit führt zu Niedergangserscheinungen und Krankheit; Bazillen, Infektionskrankheiten

In alten Zeiten haben die Menschen den Geist in der Natur noch durchscheinen gesehen. Heute müssen wir die Natur erkennen, um eben sagen zu können: Das alles ist nicht Geist. "Damit der Mensch den Stoß bekommt, den Impuls bekommt zum Geist, muss er das Ungeistige, das  Widergeistige erkennen. ...  Wenn man einsehen wird, dass man Naturwissenschaft braucht, damit man an diesem Gegenbilde der Wahrheit den Stoß bekommt zur Wahrheit hin, dann wird die Kraft entwickelt sein, die symbolisch angedeutet werden kann in der Überwindung des Drachen durch den Michael." 

Auf die Natur und das Gemüt kommt es an, nicht auf das, was ein ausgetrockneter, preisgekrönter Ugur Sahin sich ersponnen hat: "Das ist schließlich dasjenige auch, was die Natur dem menschlichen Gemüte geben soll. Naiv, nicht durch Spekulation, soll der Mensch in der Lage sein, beim Anblicke dieser oder jener Naturwesenhaftigkeit Freude, Sympathie, ja vielleicht inneres Jauchzen, inneren Enthusiasmus gegenüber den Gestaltungen, gegenüber dem Sprießen und Blühen in der Natur zu empfinden. Und dann soll in bezug auf das, was er sich nicht ganz klarmacht bei diesem Jauchzen, bei diesem Enthusiasmus, bei dieser überströmenden Freude über die Natur, in seinen Untergründen eigentlich die Empfindung leben, wie er in seinem ganzen Gemüte sich so innig verwandt fühlt mit dieser Natur, indem er sich sagen kann, wenn es ihm auch nur dumpf zum Bewußtsein kommt: Das haben die Götter aus sich heraus als ihren Spiegel in die Welt hineingestellt, dieselben Götter, denen mein eigenes Gemüt entstammt, dieselben Götter, von denen ich auf einem andern Wege komme. - Und eigentlich sollte alles innere Jauchzen über die Natur, alle Freude über die Natur, alles was als ein so befreiendes Gefühl in uns aufkommt, wenn wir die Frische in der Natur innerlich lebendig nacherleben, darauf gestimmt sein, dass das menschliche Gemüt sich verwandt fühlt mit dem, was in der Natur draußen als Spiegel der Gottheit lebt. Aber der Mensch steht so in seiner Entwickelung drinnen, dass er die Natur in sich hereinnimmt, hereinnimmt durch das Ernähren, hereinnimmt durch das Atmen, hereinnimmt - wenn auch auf geistige Weise - dadurch, dass er die Natur mit seinen Sinnen anschaut, sie wahrnimmt. Auf dreifache Weise nimmt so der Mensch die äußere Natur in sich herein: indem er sich ernährt, indem er die Luft atmet, indem er wahrnimmt. Dadurch ist der Mensch ein Doppelwesen. Er ist mit seiner geistig-seelischen Wesenheit verwandt den Wesenheiten der höheren Hierarchien, und er muss einen Teil seines Wesens aus dem gestalten, was als Natur draußen vorhanden ist. Das nimmt er in sich herein. Und indem es aufgenommen wird als Nahrungsmittel, als Atmungsanregung, ja selbst in jener feinen ätherischen Weise, in der es lebt im Wahrnehmungsprozeß, setzt es im Menschen die Vorgänge, die man draußen in der Natur sieht, fort. ... Das alles, was da draußen lebt, ist Spiegel der Gottheit, steht in wunderbarer naiver Unschuld vor dem menschlichen Gemüte, weil es die Gottheit spiegelt und im Grunde genommen nichts ist als das reine Spiegelbild. Man muss nur die Spiegelung verstehen. Verstehen kann sie der Mensch zunächst nicht mit seinem Intellekt; verstehen kann er sie, wie wir in den nächsten Vorträgen noch hören werden, gerade mit seinem Gemüt."  [16] 

Für das Denken, das Gemüt brauchen wir den Michael-Impuls: "Das ist das eine, was den Menschen gewissermaßen zum Welteneinsiedler heute macht, dass er sich nicht bewußt ist, wie sein irdisches Dasein an ein Geistdasein angeschlossen ist. Das andere ist dieses, dass der Mensch heute seinen Blick hinausrichtet in die Weiten des Kosmos, dass er die äußeren Gestalten der Sterne und Sternbilder schaut, dass er aber ein inneres geistiges Verhältnis zu dem Geistigen im Kosmos nicht mehr hat. Ja, man kann auch weiter gehen. Der Mensch richtet heute seinen Blick auf die Reiche der Natur, die ihn auf der Erde umgeben, auf die mannigfaltige Schönheit der Pflanzen, auf das Gigantische der Berge, auf die ziehenden Wolken und so weiter; allein auch da muss er sich auf dasjenige beschränken, was Eindruck macht auf seine Sinne, er fürchtet sich sogar sehr häufig, wenn er eine intimere, tiefere Beziehung zu den Weiten der Natur bekommt, dass ihm die naive Anschauung der Natur verlorengehen könne. Aber so notwendig diese Entwickelungsphase der Menschheit dazu war, dass der Mensch dasjenige entwickele, was wir im Bewußtsein der Freiheit, im Freiheitsgefühl erleben, so notwendig das für den Menschen war, um zu seinem vollen Selbstbewußtsein zu kommen, zu jener inneren Stärke, die das Ich mit voller Kraft im Menschen sich aufrichten lässt, so notwendig, wie gesagt, dieses Einsiedlerleben des Menschen im Kosmos war: es darf nur ein Übergang sein zu einer andern Epoche, in welcher der Mensch wiederum den Weg zurückfindet zu dem Geistigen, das allen Dingen und Wesenheiten denn doch zugrunde liegt. Und gerade dieses Zurückfinden zum Geistigen muss durch diejenige Kraft erreicht werden, die dem Menschen werden kann, wenn er die Michael-Idee in ihrer wahren Gestalt und in derjenigen Gestalt, die sie für unsere Zeit annehmen muss, im rechten Sinne ergreifen kann. Wir brauchen für das Denkerische, wir brauchen für das Gemütsleben, wir brauchen auch für das Tatenleben das Durchdrungensein mit dem Michael-Impuls. ... Dieses Sich-Aufschwingen dazu, dass man von den Gedanken über das Geistige so erfasst werden kann wie durch irgend etwas Physisches in der Welt: das ist Michael-Kraft! Vertrauen haben zu den Gedanken des Geistigen, wenn man die Anlage dazu hat, sie überhaupt aufzunehmen,
so dass man weiß: Du hast diesen oder jenen Impuls aus dem Geistigen. Du gibst dich ihm hin, du machst dich zum Werkzeug seiner Ausführung. Ein erster Misserfolg kommt - macht nichts! Ein zweiter Misserfolg kommt - macht nichts! Und wenn hundert Misserfolge kommen - macht nichts! Denn kein Misserfolg ist jemals ausschlaggebend für die Wahrheit eines geistigen Impulses, dessen Wirkung innerlich durchschaut und ergriffen ist. ... die Michael-Kräfte wollen nicht, dass der Mensch zu ihnen fleht, sie wollen, dass der Mensch sich mit ihnen verbündet. Das kann der Mensch, wenn er mit innerer Energie die Lehren von der geistigen Welt aufnimmt."

Sonst trocknen wir aus, wie viele der heutigen Wissenschaftler vom Schlage eines Karl Lauterbach, die ohne mRNA-Impfungen gegen die "Bazillen" nicht mehr auskommen: "Wir finden unser Denken kalt, trocken, nüchtern, wir finden es uns gewissermaßen geistig auszehrend, wenn die Gedanken in abstrakter Form in unserer Seele leben, wenn wir nicht in der Lage sind, heraufzusenden in diese Gedanken die Wärme, den Enthusiasmus des Fühlens. Wir können einen Menschen nur dann gemütvoll nennen, wenn uns in seinen Gedanken, indem er sie zu uns äußert, etwas entgegenströmt von der inneren Wärme seines Gemütes. Und wir können eigentlich an einen Menschen erst dann heran, wenn er uns gegenüber nicht nur pflichtgemäß, korrekt handelt, wenn er auch der Welt gegenüber nicht bloß pflichtgemäß, korrekt handelt, sondern wenn in seinen Handlungen etwas liegt, das uns sehen lässt, es fließt in sie aus der Enthusiasmus seines Herzens, die Wärme, die Liebe für die Natur, für jedes Wesen. So sitzt gewissermaßen in der Mitte des Seelenlebens dieses menschliche Gemüt."

Seelenlosigkeit, Gemütlosigkeit führt zu Niedergangserscheinungen und Krankheit: "Das Denken mag seine vollkommenen Berechnungen über das Weltenall vor sich hinstellen, es ergötzt sich vielleicht an der Spitzfindigkeit dessen, was da errechnet wird, aber es empfindet eben nicht, wie fern es im Grunde genommen dem warmen Pulsschlag des Lebens steht. Und in dem korrekten, rein pflichtgemäßen Handeln kann sich mancher Mensch vielleicht befriedigen, ohne dass er so recht fühlt, wie das Leben in diesem nüchternen Handeln nur ein halbes Leben ist. Beides geht nicht ganz nahe an die menschliche Seele heran. Dasjenige aber, was zwischen Denken und Wollen liegt, alles das, was das menschliche Gemüt umfasst, geht schon sehr, sehr nahe an das ganze menschliche Wesen heran. Und wenn wir manchmal glauben, dass auch das, was das Gemüt eigentlich erwärmen, erheben, enthusiasmieren soll, bei der eigentümlichen Anlage manches Menschen in der Gegenwart erkalten könne, so ist das eine Täuschung. Es ist doch schließlich so: Für das, was der Mensch innerlich erlebt, bewußt erlebt, lässt sich - sagen wir das Paradoxe - zur Not gemütlos sein, aber es lässt sich nicht gemütlos sein, ohne dass irgendwie doch durch die Gemütlosigkeit das menschliche Wesen ergriffen werde. Und wenn der Mensch es seelisch ertragen kann, vielleicht durch Seelenlosigkeit sich zur Gemütlosigkeit zwingt, so wird das in irgendeiner andern Form an seinem ganzen Wesen fressen, wird bis in die physische Organisation, bis in Gesundheit und Krankheit hinein fressen. Vieles, was in unserer Zeit an Niedergangserscheinungen auftritt, hängt im Grunde genommen gerade mit der Gemütlosigkeit zusammen, in die viele Menschen sich hineingefunden haben. ... Der Mensch, der einfach in die gegenwärtige Zivilisation hineinwächst, sieht die Dinge der Außenwelt an, nimmt sie wahr, macht sich darüber seine abstrakten Gedanken, hat vielleicht an der lieblichen Blüte, an der majestätischen Pflanze auch seine herzliche Freude, seine herzliche Befriedigung, gewinnt sogar vielleicht, wenn er Phantasie hat, ein gewisses inneres Bild von der lieblichen Blüte, von der majestätischen Pflanze. Allein er ahnt nicht, welches seine tiefere Beziehung ist - sagen wir zunächst, um das eine herauszugreifen - zu der Welt der Pflanzen. Es genügt wahrhaftig für eine geistige Anschauung nicht, dass wir von Geist und Geist und wieder Geist reden, sondern es ist da nötig, dass wir uns der wahrhaftig geistigen Beziehungen bewußt werden, die wir zu den Dingen um uns herum haben. Wenn wir eine Pflanze betrachten, wie man es gewohnt ist, sie heute zu betrachten, so ahnt man gar nicht, dass in dieser Pflanze eine elementarische Wesenheit steckt, ein Geistiges steckt, dass in jeder solchen Pflanze etwas drinnen ist, dem es nicht genügt, dass wir sie anschauen und uns die abstrakte Bildvorstellung machen, die wir uns heute gemeiniglich auch von Pflanzen machen. Denn in jeder solchen Pflanze steckt elementarisches geistiges Wesen, aber es steckt so darinnen, dass es gewissermaßen in der Pflanze verzaubert ist. Und im Grunde genommen schaut nur derjenige eine Pflanze richtig an, der sich sagt: Dies ist in aller Schönheit die Umhüllung eines geistigen Wesens, das drinnen verzaubert ist. - Gewiss, im großen kosmischen Zusammenhange ein relativ unbedeutendes Wesen, aber ein Wesen, das eine tiefe Beziehung zum Menschen hat."

Bazillen, Infektionskrankheiten: "Der Mensch würde niemals von demjenigen geplagt werden, was man die Bazillen der Krankheiten nennt, wenn nicht in ihm durch jene geistigen Wirkungen, die ich jetzt beschrieben habe, sein Leib fähig gemacht würde, ein Boden für Bazillenwirkungen zu sein. Bis in die physische Organisation gehen diese Dinge hinein. Und man möchte sagen: Sieht man richtig den Menschen in geistiger, seelischer und physischer Verfassung, sieht man, wie er nach diesen drei Richtungen hin heute ist, so sieht man, dass - allerdings zu einem guten Zwecke, zum Zwecke der Erlangung seiner Freiheit - der Mensch nach drei Richtungen hin vom Geistigen abgeschnitten worden ist, dass er die geistigen Kräfte nicht mehr in sich hat, die er haben könnte. Und so sehen Sie, wie durch diese dreifache Schwächung seines Lebens, durch das, was der vollgesogene Drache in dem Menschen geworden ist, der Mensch abgehalten wird, die Schlagkraft des Geistigen in sich zu erleben." [16] 
 

6. Die menschliche Seele; kein innerer Enthusiasmus für Idealismus in der heutigen Kultur, nur Worte, die sich auf äußerlich physisch-materielle Dinge beziehen, der Mensch versäumt den Anschluss an das Erzengelwesen; Meinungs- und Gedankenfreiheit, Drüsentätigkeit; Schlaf, Weltenmusik; Monaden im Sinne von Leibniz und Giordano Bruno; Die heutige Naturwissenschaft hat keine Ahnung von Genen, mRNA, Vererbungsverhältnissen; Nervenzellen, Blut, Organe; Elektrosmog; der Mensch kommt mit der Naturwissenschaft nicht an den Menschen heran, Unsinn der Wissenschaft in Bezug auf die Genetik, Gentechnik


Kein innerer Enthusiasmus für Idealismus in der heutigen Kultur, nur Worte, die sich auf äußerlich physisch-materielle Dinge beziehen, kaum noch Zusammenhang mit dem Erzengelwesen während des Schlafens, der Mensch versäumt den Anschluss an das Erzengelwesen: "Ich möchte sagen: Genau ebenso, wie wir Menschen im physischen Erdenleben darauf angewiesen sind, zu atmen, also Sauerstoff um uns haben, und daher den Sauerstoff als etwas Wohltätiges empfinden, so empfinden die Erzengel, die mit dem Inneren der Erde verbunden sind, es als ihr Bedürfnis, dass ihnen die Menschenseelen, wenn sie schlafen, entgegenbringen den Nachklang dessen, was in ihrer Sprache liegt. Das ist das Eigentümliche der menschlichen Sprache, dass sie Verwandtschaft hat durch die Vermittlung des Schlafzustandes mit der Hierarchie der Archangeloi, der Erzengel. Sie werden sich erinnern, wenn Sie sich ins Gedächtnis rufen, was ich verschiedentlich gesagt habe in früheren Zyklen: dass eigentlich die Erzengel die Genien, die Leiter, die Führer der Volkssprachen sind. Das hängt damit zusammen. Die Erzengel sind deshalb die Führer der Volkssprachen, weil sie - es ist ja figürlich ausgesprochen, aber es ist so - geradezu einatmen dasjenige, was ihnen der Mensch aus der Sprache entgegenträgt, wenn er einschläft. Aber es ergibt sich sofort eine Unzulänglichkeit des Menschen, wenn der Mensch mit seiner Sprache in den schlafenden Zustand nicht das Rechte hinausbringt. Das ist etwas, was man insbesondere innerhalb der Gegenwartskultur beobachten kann. Innerhalb dieser Gegenwartskultur ist eigentlich wenig von dem vorhanden, was man Idealismus nennt, und die menschlichen Worte haben allmählich bloß solche Bedeutungen angenommen, die sich auf äußerlich physisch-materielle Dinge beziehen. Die Bezeichnung von Idealen - was ja voraussetzt, dass man ans Geistige glaubt, denn das Ideal ist Geistiges -, die Bezeichnung von Idealen fällt immer mehr und mehr aus. Die Menschen entwickeln nicht im wachen Zustande den Schwung, den inneren Enthusiasmus für Idealismus. Dadurch reden sie eigentlich auch nur mehr über solche Dinge, die in der physischen Welt da sind. Worte nehmen immer mehr und mehr die Bezeichnung an für Dinge, die in der physischen Welt da sind. Es ist ja so, dass in unserer Zeit mehr oder weniger selbst diejenigen Menschen, die sehr fanatisch manchmal an den Geist glauben wollen, doch den Geist gerade ablehnen. Da machen sie spiritistische Experimente, wobei sie den Geist sich manifestieren lassen, weil sie eigentlich an den Geist nur glauben wollen, wenn er materiell sein kann. Aber das ist ja kein Geist, der im materiellen Lichtschimmer und dergleichen erscheint. Spiritismus ist nämlich die äußerste Form des Materialismus. Man versucht den Geist abzuleugnen dadurch, dass man nur das als Geist gelten lässt, was in die Welt des Materiellen hereinkommt. Also wir sind schon einmal in einem Zeitalter, wo die Worte sich nicht so aus der Seele herausringen, dass sie einen idealen Schwung annehmen. Und das wird immer weniger. Aber wenn dieser ideale Schwung nicht da ist, wenn, mit andern Worten, der Mensch im wachenden Zustande nicht in der Lage ist, außer von den physischen Dingen auch von seinen Idealen zu sprechen, gewissermaßen sich hinzuwenden an dasjenige, was eben dem Ideal angehört, was über die physische Welt hinausliegt, was dem Leben Ziele gibt, die über das physische Leben hinausliegen, wenn der Mensch nicht in seiner Tagessprache Worte entwickelt für Ideale, wenn nicht die Sprache selber in Idealismus ergossen ist — dann findet der Mensch nur außerordentlich schwierig während des schlafenden Zustandes jenen Zusammenhang mit dem Erzengelwesen, der ihm eigentlich notwendig ist, und dann kommt im schlafenden Zustande keine Ordnung hinein in dasjenige, was sich da abspielen soll zwischen der menschlichen Seele und der Hierarchie der Archangeloi. Wenn das der Fall ist, wenn der Mensch dem Materialismus verfallen ist, in seiner Sprache keinen Idealismus entwickelt, die Worte nach und nach so geworden sind, dass der Mensch nur mehr wenig spricht von Idealen, dann verfließt das irdische Leben so, dass der Mensch jede Nacht eigentlich, wenn ich mich so ausdrücken darf, den Anschluss versäumt an das Erzengelwesen. Dann wird es ihm schwer, mit der geistigen Welt so innig verbunden zu sein, dass er nun auch in genügender Weise das Leben nach dem Tode, vom Tode zu einer neuen Geburt, kräftig durchleben kann. Der Mensch schwächt sich dadurch, dass seine Sprache keinen Idealismus enthält, für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt."

Gedankenfreiheit, Menschenliebe, Drüsentätigkeit: "Wir sind frei im Gedanken. Aber die Kraft, die Freiheit im Leben anzuwenden, bekommen wir nur, wenn wir in den Schlaf hinaustragen den richtigen Zusammenhang mit den Urkräften, mit den Archai. Aber wie können wir das? Der Idealismus bringt unseren astralischen Leib in richtiger Weise mit den Erzengelwesen in Zusammenhang. Was bringt unser Ich in der richtigen Weise mit den Urkräften in Zusammenhang? Wenn auch wir zunächst unbewußt in der Nacht bleiben - aber das Wesen aus der Hierarchie der Urkräfte hat ein völliges Bewußtsein von der Sache, nimmt dasjenige auf, was wir unbewußt haben, und entwickelt es zu einem ausgesprochenen Gedanken der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit dem, was wir am Tage getan haben. Was aber bringt uns in einen richtigen Zusammenhang mit diesen Urkräften, in einen solchen Zusammenhang, wie wir ihn durch den Idealismus in der Sprache zu den Erzengeln bekommen? ... Hier sehen Sie, wie die materialistische Ansicht beim Physischen bleibt. Die materialistische Ansicht beschreibt, wie der menschliche Organismus wie eine Maschine sich aufrichtet, gehen lernt und so weiter. Aber mit allem Physischen ist ein Geistiges verbunden, und derjenige, der den ganzen Vorgang überschaut, lernt erkennen, dass im Gehenlernen des Kindes hereinspielt das vorhergehende Erdenleben. Das heißt, Gehenlernen ist überhaupt die Art und Weise, wie der Mensch, wenn er ein neues Erdenleben antritt, seinen physischen Körper beherrschen lernt. Und für den, der die Sache vollständig überschaut, ist das Gehenlernen nicht erschöpft damit, dass man seine Beine aufrichten kann und den ganzen Körper aufrichten kann, sondern das geht so weit, dass es nun zu inneren Prozessen des Menschen kommt, auch dazu, wie der Mensch nun innerlich Herr wird über seine Drüsentätigkeit und so weiter. Denn wenn das Kind gehen gelernt hat, und schon vorher, kommt es nicht nur auf das Gehen an, sondern es kommt auch darauf an, dass es, sagen wir, wenn es einen  phlegmatischeren oder cholerischeren Charakter hat oder ein Übermaß an den oder jenen Emotionen, dann seine Drüsentätigkeit beherrschen oder nicht beherrschen lernt. Das hängt wiederum mit dem zusammen, was während des Schlafes aus den vorhergehenden Erdenleben aus allgemeiner Menschenliebe oder nicht allgemeiner Menschenliebe sich als das Verhältnis zu den Urkräften herausgestellt hat."

Freiheit, unsere eigenen moralischen Kräfte als weltschöpferische Kräfte: "Wenn dem Menschen nun allgemeine Menschenliebe fehlt, richtiges Interesse an seiner menschlichen Umgebung fehlt, so findet er nicht den richtigen Anschluss an die Archai. Dadurch verdirbt er sich die Möglichkeit, sich sein Karma für das nächste Erdenleben in der richtigen Weise zu weben, und es müssen weitere Erdenleben kommen, durch die er das ausgleicht. Aber für dieses Erdenleben hat er noch das im Nachteil, dass er immer weniger und weniger die Kraft bekommt, die Urteile, die gebildet werden, Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit dem, was Beine und Hände tun, hinauszutragen in den physischen Leib. Denn das können wir nicht selber, da müssen wir durch verstärkte Menschenliebe in der richtigen Weise mit den Dynamis zusammenkommen, Die tragen dann in der richtigen Weise in unseren physischen Leib die Kraft herein, die das Richtige ausführt. Sonst klappen wir zusammen, trotzdem wir das Richtige einsehen. Frei werden können wir in Gedanken. Dass wir aber auch die Freiheit in der richtigen Weise im physischen Leben gebrauchen können, dazu müssen wir das richtige Gleichgewicht im Wachen und Schlafen herstellen, weil wir in der richtigen Weise nicht nur mit den Urkräften, sondern auch mit den Dynamis zusammenkommen müssen. Die höchste Hierarchie, Seraphim, Cherubim, Throne, sie wollen das, was wir tun, hinaustragen in die Welt, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes tragen aus dem Schlaf als moralische Kraft dasjenige, was wir in Gedanken erfassen, herein in unser körperliches Wesen. Die Seraphim, Cherubim und Throne tragen das wiederum hinaus in die Welt, so dass unsere eigenen moralischen Kräfte weltschöpferische Kräfte werden. Wenn also die Erde einmal in den Jupiterzustand übergehen wird und unsere moralischen Kräfte bei dieser Umwandlung ihre richtigen
Funktionen ausführen, haben die Seraphim, Cherubim und Throne natürlich damit nur etwas zu tun, wenn wir ihnen die nötigen Unterlagen dafür geben. Übergeben wir ihnen dadurch, dass wir immer schwächer und schwächer werden, Zerstörungskräfte, dann arbeiten wir mit an der Zerstörung der Erde, nicht an dem Aufbau des Jupiter. ... Ja, es ist schon richtig, die geistig-moralische Welt kann der Mensch leugnen, weil er sie zunächst in diesem Erdenstadium verschläft. Aber es muss durch eine wirkliche Wissenschaft herauskommen, was der Mensch da verschläft. Er verschläft nämlich dasjenige, was sich in das Erdenleben herein als himmlisches Dasein erstreckt. Dazu hat der Mensch den Schlaf, dass er tatsächlich aus der geistigen Welt sich die entsprechende Kraft herausholen kann gerade für sein physisches Leben. Betrachten Sie jetzt von diesem Gesichtspunkte aus den Zusammenhang desjenigen, was ich versuchte, Ihnen heute skizzenhaft darzulegen, mit meiner «Philosophie der Freiheit». Da werden Sie finden: Ich habe ausdrücklich betont, es käme nicht darauf an, dass man die Theorie aufstellt, der Wille solle frei sein, sondern der Gedanke soll frei sein. Der Gedanke muss gerade den Willen beherrschen, wenn man ein freier Mensch sein will. Aber damit der Wille dem freien Gedanken nicht einen unmöglichen Widerstand bietet, muß der Mensch sein Leben in entsprechender Weise einrichten. Den Gedanken können wir frei machen als Mensch, der wir geworden sind in der physischen Welt. Das Gemüt und den Willen bekommen wir bloß frei, wenn wir für das Gemüt in das richtige Verhältnis zu den Erzengeln, wenn wir für den Willen in das richtige Verhältnis zu den Archai kommen. ... Deshalb, weil die Gedanken mit dem physischen Erdenleben durch den Ätherleib so verbunden sind, ist es, dass der Mensch in Gedanken frei sein kann. Denn auf die Erde ist er versetzt, um frei zu werden. Die Kraft der Freiheit kann er sich nur aus der geistigen Welt holen, die Kraft zur Freiheit im Gemüte, die Kraft zur Freiheit im Willen."

Ätherischer Leib im Menschen während des Schlafes, Weltenmusik. "In diese Tätigkeit strömt eine andere hinein. In der Tat, dasjenige, was ja der Mensch noch im Einschlafen verspüren kann - ein gewisses Summen und Zirpen, strömendes Rauschen seiner Innenorganisation -, setzt sich während des Schlafzustandes in einer außerordentlich melodien- und harmonienreichen musikalischen Regsamkeit fort, die auch das ganze Innere des Menschen während des Schlafes durchsetzt. Diese musikalische Regsamkeit dauert vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Und die außerhalb des physischen und Ätherleibes befindlichen Wesensglieder Ich und astralischer Leib werden stark beeindruckt von demjenigen, was sie da im Bette zurückgelassen haben als den tönenden, klingenden ätherischen Leib, der aber in seinem Tönen und Klingen zugleich leuchtet. Nur bleibt zunächst dasjenige, was da als Eindruck auf Ich und astralischen Leib ausgeübt wird, im Unbewußten. Ebenso werden nach dem Inneren des Menschen ätherische Wärmeströmungen, und zwar von der ganzen Oberfläche der Haut, nach innen gestrahlt. Zusammen mit manch anderem, was ferner liegt dem in der äußeren Welt als Wärme, Licht und Töne Wahrgenommenen, was man daher auch schwer charakterisieren kann, ergibt das alles ein ungeheuer schönes, großartiges, gewaltiges inneres Regen und Bewegen und Fluten des ätherischen menschlichen Leibes. Das ist so, wie wenn sich aus dem Universum mit dem ätherischen Leibe des Menschen herauserhöbe, aus inneren Gründen - welche inneren Gründe aber keine andern sind als die menschliche Wesenheit selber, als ihr Dasein -, erhöbe inselartig, möchte ich sagen, aus dem allgemeinen Ätherischen des Kosmos heraus: dieses besondere Tönen und Leuchten und Fluten in Wärmeströmungen des individuellen ätherischen Leibes des Menschen. Und dieses wärmende Fluten, dieses phosphoreszierende Leuchten, dieses musikalische Tönen, sie sind es ja auch, welche wenige Tage nach dem Tode des Menschen als ätherischer Leib sich loslösen vom astralischen Leibe und Ich und hinausfluten, hinausströmen in den allgemeinen Äther des Universellen, des Kosmischen. Vielleicht haben manche von Ihnen bemerkt, wie dem Menschen, wenn er des Morgens aufwacht und abends etwa bei einem Konzerte war, das auf ihn einen lebendigen Eindruck gemacht hat, das Aufwachen so erscheint, als ob die Seele sich herauserhöbe aus dem wiederholten Erleben der im Konzert gehörten Musik. Es ist so, als ob die Seele noch einmal während des Schlafes das ganze Konzert durchgemacht hätte. Der Vorgang ist aber komplizierter, als er dem gewöhnlichen Bewußtsein erscheint. Denn in Wahrheit erhebt sich die Seele von den Eindrücken jener Weltenmusik, die sich individualisiert im menschlichen Ätherleibe. Aber indem der Mensch wiederum zurückkehrt in seinen Ätherleib und durch die Eindrucksfähigkeit des physischen Leibes alles dasjenige, was ich Ihnen für diesen Ätherleib geschildert habe, übertönt wird, übersetzt die menschliche Seele dasjenige, was individualisierte kosmische Musik ist, in die zuletzt gehörten irdischen Töne. Die sind gewissermaßen das Kleid, das sich diese kosmische Musik im Momente des Aufwachens überzieht, weil diese kosmische Musik eine gewisse Gemeinschaft mit den flutenden Tonmassen des gehörten Konzertes hat. Weil der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein unfähig ist, die kosmische Musik zu vernehmen, umkleidet sich diese kosmische Musik mit dem, was ihr am meisten vergleichbar ist aus dem irdischen Leben: mit den im Konzert gehörten Tonmassen. So ist das wirkliche Erlebnis, das einer Erscheinung zugrunde liegt, die vielleicht die meisten von Ihnen einmal gehabt haben. Sie sehen also, welch Kompliziertes eigentlich im menschlichen Ätherleib enthalten ist. Und wenn man versucht, weiter einzudringen mit den Mitteln, mit denen man in solche Welten eindringen kann, dann merkt man, dass dieses wärmende Strömen, dieses phosphoreszierende milde Leuchten, diese fluktuierende Musik die äußere Offenbarung für waltende Weltenwesen ist. Eigentlich ist alles dasjenige, was ich Ihnen beschrieben habe, wiederum das äußere Kleid, die äußere Offenbarung, der Schein von waltenden Weltenwesen."

Monaden im Sinne von Leibniz und Giordano Bruno: "So muss man diesen Zusammenhang durchschauen. Man kann dann die einzelnen Wesenheiten geistig beschreiben, wie sie mild phosphoreszierend leuchten und tönen, wie sie Wärmeströmungen verbreiten, wie sie sich aussprechen. Das ergibt für jedes einzelne Wesen eine volle geistige Gestaltung. Und diese vollen geistigen Gestaltungen sind das einzig Wirkliche im Weltenall. Viel hat man im alten traumhaften Bewußtsein von diesen einzigen Wirklichkeiten im Weltenall gewußt. Aber, ich möchte sagen, es schrumpfte immer mehr und mehr dieses Wissen zusammen. Man wußte einmal: So strahlt eine gewisse Wesenheit Form, die man zu den Kyriotetes zählt, so strahlen menschliche Iche, so strahlen Angeloi und so weiter. Aber man konnte immer weniger und weniger schauen von den Realitäten, das alles schrumpfte immer mehr wie in einem Punkte zusammen. Man wußte
ursprünglich ganz gut, wie sich die Offenbarungen der Exusiai zum Beispiel von den Offenbarungen der Menschen-Iche unterschieden, wiederum die Offenbarungen der Menschen-Iche von den Offenbarungen der tierischen Gruppenseelen oder der pflanzlichen Erdenseele. Man wußte die Unterschiede, allmählich aber breitete sich Unbewußtheit über diese Unterschiede aus. Und es gab eine Zeit, in der nur mehr das Bewußtsein vorhanden war: Ja, es gibt solche Realitäten,
alles andere ist nicht real. Raum ist nicht real, Zeit ist nicht real, Materie ist nicht real, auch die allgemeine Geistigkeit ist nicht real, sondern Weltenindividualitäten sind real. Aber man konnte sie nicht mehr voneinander unterscheiden. Da bezeichnete man sie mit einem gleichförmigen Worte, mit dem gleichförmigen Worte Monade. So war es bei Leibniz, bei Giordano Bruno. Sie sprachen von Monaden. Diese Monaden waren, bis ins Winzige zusammengeschrumpft, jene
Realitäten, von denen ich eben sprach. Und man unterschied die eine Monade von der andern höchstens noch in dem Attribut, das man hinzufügte zu dem Worte Monas: die Monade der Exusiai, die Monade der Menschen, die Monade der Tiere und so weiter. Und endlich haben die Menschen auch die Möglichkeit verloren, von den Monaden zu sprechen, denen zunächst der große deutsche Denker eine vorstellende Kraft zugeschrieben hatte, weil er eine Ahnung hatte davon, dass eben Geistiges lebt in dem, was zur Monade  zusammengeschrumpft war. Wir müssen uns nicht nur erinnern, dass die Monade ein Lebendiges ist. Soll die Menschheitszivilisation nicht verfallen, sondern sich immer weiter entwickeln, müssen wir uns nicht nur an die Monade erinnern, wir müssen wiederum verstehen, und zwar jetzt mit einem erhöhten, klaren Bewußtsein, wie alle wirklichen Realitäten geistig-seelische, lebendige Wesenhaftigkeiten sind. Da aber muss das, was zuerst wie mit ein paar Linien hingezeichnet wird - physischer Leib, Ätherleib, astraüscher Leib -, in der Weise belebt werden, wie wir das heute getan haben." [17] 

Sprach- und Gesangsorganismus, Denkfähigkeit im Nerven-Sinnesmenschen: In unserem menschlichen Denken lebt eigentlich die Tätigkeit der Angeloi, in unserer menschlichen Sprache, die aus dem Gefühl entspringt, lebt, nächtlich schlafend für den Menschen, die Tätigkeit der Archangeloi, und in dem, was durch die menschlichen Bewegungen der Gliedmaßen, durch das Willensdurchsetzte im wachen Leben zur Offenbarung kommt, was ja auch im astralischen Leibe vor sich geht, lebt nächtlich, wenn der astralische Leib draußen ist, die Welt der Archai. Aber das, was da draußen lebt, diese übersinnlichen Tätigkeiten von Archai, Archangeloi, Angeloi, die dann sich spiegeln beim wachenden Menschen im Wollen, Fühlen, Denken, die müssen zusammengestimmt werden mit Ätherleib und physischem Leib. Der physische Leib muss nun auch so gestaltet werden, dass er zum Denkorgan, zum Sprachorgan oder zum Bewegungsorganismus werden kann. Da sieht man, wie wieder die Tätigkeit der Kyriotetes, Dynamis, Exusiai in noch höhere Tätigkeit übergeht: in die Tätigkeit der Throne, welche die menschliche Willensbetättgung in Einklang bringen mit der Organisation des physischen Menschen, des Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen. Wir kommen dann zur Hierarchie der Cherubim, welche in Einklang bringen die menschliche Sprachfähigkeit mit der Organisation desjenigen, was der Sprache physisch zugrunde liegen kann. Im Sprach- und Gesangsorganismus, überhaupt in alledem, was Organismus ist für Sprache oder Sprachähnliches im Menschen, da bringen das menschliche Gefühlsleben mit der Sprachorganisation in Einklang die Cherubim. Alles dasjenige, was nun Denkfähigkeit ist, das muss auch sein physisches Organ haben im Nerven-Sinnesmenschen: das Denken bringen in Einklang mit dem Nerven-Sinnesmenschen die Seraphim. Das Sprechen und alles, was mit dem Sprechen zusammenhängt, das wird mit Denken und Fühlen in Einklang gebracht von den Cherubim. So sehen wir, wenn wir den dreigliedrigen Menschen haben, in der Nerven-Sinnesorganisation, in der Grundlage für das Denken die schaffenden Seraphim; in all dem, was der rhythmische Mensch ist, was als physischer Organismus in Einklang gebracht werden muss mit der Sprachfähigkeit, in all dem sehen wir die schaffenden Cherubim. In all dem, was in der Bewegung der menschlichen Glieder, in allen Willensbetätigungen zum Ausdruck kommt, dafür muss die innere Organisation des Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen da sein; die Konkordanz wird bewirkt von den Thronen. Wir sehen auch daraus, was physische Menschengestalt ist, wie sie in Schein sich auflöst. Die Realitäten stehen dahinter: die Seraphim, Cherubim, Throne. In die Tätigkeit der Seraphim, Cherubim, Throne sehen wir immer, wenn das menschliche Ich verwoben ist mit seiner Innentätigkeit, wenn der Mensch sich wachend bewegt, wachend spricht, wachend fühlt, wachend denkt." 

Die heutige Naturwissenschaft hat keine Ahnung von Genen, genmanipulierten bzw. CriprCas-manipulierten Pflanzen und Tieren, mRNA, Vererbungsverhältnissen usw., was man auch an den gefährlichen Medikamenten aus der Biotech-Medizin bzw. Lebensmittel aus der Biotech-Landwirtschaft und Industrie sehen kann, die von gewissen Leithammeln der Wissenschaft gepriesen werden, so dass die Journalisten in den Medien wie FAZ und 3sat diesen Leithammeln nachlaufen können und auf die Autorität der Wissenschaft schwören - obwohl es nur Spinnerei ist: "Man ermisst gar nicht, wieviel Mutlosigkeit, Energielosigkeit der Seelen heute auf eine halbbewußte, unbewußte Art aus den Gedanken der Vererbung herkommt, weil namentlich die Wissenschaft von diesen Vererbungsverhältnissen in einer ganz unzulänglichen Weise nur sprechen kann. Aber diese Dinge sind schon selbst in die Kunst übergegangen, sind in das allgemeine Menschendenken übergegangen. ... die Menschen sind ja nach und nach dazu gekommen, wirklich nur gewissen Leithammeln nachzulaufen, auf die Autorität der Wissenschaft zu schwören und so weiter." Wenn sie schon von der Materie keine Ahnung haben, wie dann z.B. vom Bildekräfteleib? "Derjenige, der alles begriffen hätte, was aus der physischen Wissenschaft heraus begriffen werden kann, um sich eine Vorstellung über die Wirkungsweise des physischen Leibes zu machen, könnte gänzlich unwissend sein über den ätherischen oder Bildekräfteleib, denn gerade wenn wir auf den Menschen sehen, so ist es unmöglich, die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes in der Nähe der Erde zu finden. Wir können gar nicht in der Nähe der Erde selbst die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes suchen. ... Denn die Gültigkeit unserer Naturgesetze besteht eben nur für die irdischen Verhältnisse, hört auf, wenn wir hinausdringen in den Weltenraum. Aber die Äthergesetze kommen aus den Weiten des Weltenraumes. Erwarten wir von da dieselben Gesetze, wie sie die Naturgesetze der Erde sind, dann begreifen wir niemals das ätherische Dasein. Schon indem wir von dem Ätherleib des Menschen sprechen, müssen wir von etwas sprechen, das ganz andern Gesetzen folgt, als es die Naturgesetze der Erde sind. Da liegt dasjenige, was für die heutige Menschheit frappierend, schockierend ist, was aber nach und nach begriffen werden muss. Sonst wird sich diese heutige Menschheit eben einfach einspinnen in irdische Verhältnisse und nicht mit ihrer Seelen Verfassung über diese irdischen Verhältnisse hinauskommen." [18] 

Nervenzellen, Blut, Organe: "Und das Eigentümliche dieses Nervenmenschen, jeder einzelnen Nervenzelle, jedes Nervenpartikelchens, besteht darin, dass das Geistige diese Nervensubstanz so ausfüllt, dass innerhalb des Nervenmenschen in der Wesenheit das da ist, was man nennen könnte: zur Materie verdichteter Geist. ... Wir kommen auf die Erde, machen uns zum Nervenmenschen und sagen damit: Wir sind Himmelssprossen. Insoferne wir Nervenmenschen sind, sind wir Himmelssprossen, und wir setzen geistig uns da fest, bleiben Himmels sprossen, insofern wir Nervenmenschen sind. Da ist gewissermaßen die Geistigkeit, die wir vorher waren, starr geworden. Und sie gliedert sich das übrige an, was nicht Nervenmensch ist, was also im Extrem der Blutmensch ist. Das wird angegliedert, das ist andere Materie. Das ist Materie, die fortwährend mit dem Geiste in inniger Wechselwirkung steht, die fortwährend von dem Geiste durchsprudelt wird. Während im Nervenleibe der Geist erstarrt ist, wird er im Blutleibe immer neu geschaffen, da lebt die eigentliche irdische Metamorphose. Diese zwei Menschenwesenheiten sind zusammengegliedert, sind ganz voneinander verschieden, wie positive und negative Elektrizität voneinander verschieden ist. Wir tragen eine solche Polarität in uns in bezug auf die Beschaffenheit unseres Nervenleibes und Blutleibes. Die andern Organe sind metamorphosierte Organe aus Blut und Nerven."

Elektrosmog: "Man kommt jetzt in gewissen Gebieten der Erde endlich darauf, dass ein Unterschied ist zwischen heute und vor hundert Jahren. Man redet so von Goethe, wie er, sagen wir, 1823 gelebt hat, indem man eines nicht betont, was jetzt erst in Amerika drüben, wo es noch stärker auftritt als in Europa, anfängt als Ahnung aufzuleuchten. Denken Sie, in dem Weimar, in dem Goethe herumgegangen ist - auch sonst, wo Goethe herumging -, da gab es ringsherum keine Telegraphendrähte, da gab es keine Telephonleitungen und so weiter. Da war die Luft nicht durchsetzt von Telegraphenleitungen, von elektrischen Leitungen. Nun denken Sie sich nur einmal, wie fein die Instrumente sind, wohin man überall die Wirkung der Elektrizität schickt. Der Mensch hat aber lauter solche Apparate vor sich und um sich. Den Leuten drüben in Amerika geht eine Ahnung auf, dass das auf den physischen Menschen einen Einfluss hat, dass er überall umschwirrt ist von elektrischen Leitungen und dergleichen. Goethe ging durch die Welt, ohne dass sein Körper Induktionsströme in sich hatte. Heute kann man irgendwo weit hinausgehen - man kommt gar nicht so weit hinaus, dass nicht die elektrischen Leitungen mitfolgen. Das induziert fortwährend Strömungen in uns. Goethe war nicht in solchen Strömen. Das alles nimmt der Menschheit den physischen Leib weg, macht den physischen Leib so, dass die Seele gar nicht hineinkommt. Wir müssen uns ja klar darüber sein: In.der Zeit, als es keine elektrischen Ströme gab, nicht die Luft durchschwirrt war von elektrischen Leitungen, da war es leichter, Mensch zu sein. Denn da waren nicht fortwährend diese ahrimanischen Kräfte da, die einem den Leib wegnehmen, wenn man auch wacht. Da war es auch nicht nötig, dass sich die Leute so anstrengten, um  zum Geist zu kommen. Denn wenn wir hineinkommen in uns, kommen wir eigentlich erst zum Geist. Daher ist es nötig, heute viel stärkere geistige Kapazität aufzuwenden, um überhaupt Mensch zu sein, als es noch vor hundert Jahren war." [19] 

Durch Materialismus der Zivilisation und Kultur könnte sich die ganze Erdenmenschheit zugrundezurichten, daran ändern auch die heutigen Schulmediziner nichts, denn der Mensch kommt mit der Naturwissenschaft nicht an den Menschen heran: "Aber dank der geistigen Welt haben die Menschenseelen heute noch - wenigstens für die meisten Menschen - so viel Erbschaft an guter Gesinnung des Denkens, Sprechens und Handelns, dass durch den Materialismus von heute noch nicht alles verderbt werden kann. Sehr materialistische Menschen haben aus dem gegenwärtigen Erdenleben nicht viel, um in die Nähe der Hierarchien zu kommen, doch aus dem vergangenen Leben quillt empor, was sie hinbringt. Aber die Menschheit könnte sehr leicht einen andern Lohn entgegennehmen, wenn sie nicht eine geistige Lebensauffassung gewinnt. Die Idealisierung des Denkens, des Sprechens, des Tuns gibt dem Menschen die Möglichkeit, gewissermaßen neue Verbindungen anzuknüpfen mit den drei Arten der göttlich-geistigen Wesenheiten, den Angeloi, den Archangeloi und den Archai, die der Mensch braucht für die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Sonst müsste er in einer fernen Zukunft, wenn er nicht Zusammenhang hätte mit den Angeloi in dieser Zeit, als ein gedankengelähmtes Wesen geboren werden; wenn er nicht eine Verbindung eingegangen wäre mit den Archangeloi, als ein Wesen ohne Sprache; wenn er nicht Zusammenhang hätte mit den Archai, gelähmt an Gliedern und gelähmt an moralischen Impulsen geboren werden. Die Erdenmenschheit hat es in der Hand, durch Materialismus der Zivilisation und Kultur die ganze Erdenmenschheit zugrundezurichten. ... Wir erleben es auf allen Gebieten, wie der Mensch beginnt, vor der Gefahr zu stehen, abgeschnitten zu werden von den geistigen Welten und von seinem eigentlichen Wesen, wenn er nicht den Zugang rindet zur spirituellen Welt. Der Mensch kommt mit der Naturwissenschaft nicht an den Menschen heran. Nehmen Sie den großen Riss, der heute zwischen Alter und Jugend besteht. Ein Gegensatz bestand schon immer, aber so stark bestand er nicht wie heute. Ganz besonders eines muss man an ihm verstehen. Viele Menschen sagen, die Alten können nicht wirken für die Jugend, weil sie sich die Kindlichkeit nicht bewahrt haben. Das sieht furchtbar schön aus, es ist aber nicht so. Die Jugend verlangt nicht von uns, dass wir uns so jung gebärden sollten, wie die Jugend selber ist, sonst sagt die Jugend instinktiv: Das, was die können, können wir auch. Die brauchen wir ja dann gar nicht, da können wir ja unter uns allein bleiben. - Was wir verstehen müssen, ist, in richtiger Weise alt zu werden, in voller Frische den gealterten Menschenleib zu gebrauchen. Die jungen Leute lieben nicht die altgewordenen Kindsköpfe, sondern die richtig Altgewordenen, die liebt die Jugend. Die Jugend möchte gerade zu alten Leuten aufblicken, weil sie da anderes findet, was sie selbst nicht hat. Aber wir haben in der Menschheit die Fähigkeit verloren, recht lebendig geistig zu sein. Wenn das eigentliche Kindheitsfeuer vorüber ist, dorren wir aus. Der Körper wird nur älter, aber wir hantieren mit dem alten Körper so, wie wir als Kinder mit ihm hantiert haben. Wir müssen die Möglichkeit gewinnen, auch ohne dass uns unser Leib zu Hilfe kommt, unsere Gedanken aus der geistigen Erkenntnis heraus zu spiritualisieren, wiederum als lebendige Gedanken durch unseren eigenen Willen neu zu schaffen, die Auferstehung der Gedanken zu erzeugen in uns. Was in uns an totem Denken ist, muss so ein lebendiges Denken werden. Dann wird dieses lebendige Denken eindringen können in das Mysterium von Golgatha, dann werden wir erst, wie mit einem wahren Opfer des Denkens und Fühlens, lebendig in uns wiederholen: «Nicht ich, sondern der Christus in mir.»" 

Der Christus-Impuls, die ungläubigsten Heiden wie die Muslime und die materialistische Wissenschaft: "Hier haben Sie allerdings den Unterschied zu denjenigen Menschen, die sozusagen nichts wissen wollen von dem Mysterium von Golgatha. Für ihre Leiber, für die Möglichkeit ihres Erdenlebens hat der Christus sein Erdenwerk auf Golgatha getan. Er hat es auch für die ungläubigsten Heiden getan. Für das Geistig-Seelische ist aber notwendig, dass der Christus-Impuls sich auch in den Schlafzuständen in die Seele des Menschen senken kann. Dazu ist notwendig, dass der Mensch wissentlich sich bekennt zu dem Inhalte des Mysteriums von Golgatha. Die richtige geistige Wirkung vom Mysterium von Golgatha kann also nur hervorgehen aus der richtigen Anerkennung des Inhaltes des Mysteriums von Golgatha. Das heißt, das musste für die Erdenmenschheit eintreten, dass auf der einen Seite erkannt wird: Den enteilenden, den immerfort nach der Sonne sich aufschwingenden Ätherleib hält der Christus; aber des Menschen seelisch-geistiges Wesen, sein Ich und sein astralischer Leib, die müssen den Christus-Impuls empfangen - indem sie sich durch das Bekenntnis dazu vorbereiten während des Wachens - in dem Zustande zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. So können wir sagen: Wir lassen das Himmelfahrtsbild vor unsere Seele treten. Die Jünger, hellsichtig geworden, sehen die Tendenz der ätherischen Leiber der Menschen, sonnenwärts zu steigen. Der Christus vereinigt sich mit diesem Streben, hält es. Das ist das gewaltige Bild: die Rettung des Physisch-Ätherischen des Menschen durch den Christus im Himmelfahrtsbilde. Aber zu gleicher Zeit: Die Jünger ziehen sich zurück, sie werden nachdenklich, sie werden tief versonnen. Denn in ihrer Seele lebt die Erkenntnis: Durch das Mysterium von Golgatha ist zunächst für das Physisch-Ätherische der Menschheit alles geschehen. Was aber geschieht mit dem Geistig-Seelischen? Woher kommt dem Menschen die Kraft, in das Geistig-Seelische, in das Ich und den astralischen Leib den Christus-Impuls aufzunehmen? Der Christus-Impuls hat sich durch das Mysterium von Golgatha auf der Erde so vollzogen, dass er nur durch geistige Erkenntnis kräfte durchdrungen und erfasst werden kann. Keine materialistische Erkenntniskraft, keine materialistische Wissenschaft kann das Mysterium von Golgatha verstehen. Da muss die Seele in sich die Kraft geistigen Erkennens, die Kraft geistigen Anschauens, die Kraft geistigen Empfindens aufnehmen, um den Christus-Impuls, wie er sich auf Golgatha mit den Erdenimpulsen vereinigt hat, auch verstehen zu können. ... Für den physischen und den ätherischen Leib ist das Ereignis von Golgatha allmenschlich vollzogen. Der einzelne Mensch muss es für sich fruchtbar machen, indem er den Heiligen Geist aufnimmt. Dadurch wird der Christus-Impuls für jeden einzelnen individuell. ... Aber sehen Sie jetzt, wie der Unterschied ist zwischen denjenigen Menschen, die mit ihren innerlichen Glaubens-, Erkenntnis-, Empfindungskräften sich zu dem Mysterium von Golgatha bekennen, und denen, die sich nicht dazu bekennen. Das Mysterium von Golgatha ist eben nur für den physischen und den Ätherleib für alle Menschen dagewesen. Die Sendung des Geistes, das Pfingstgeheimnis besagt, wie das Seelische und Geistige des Menschen an den Früchten des Mysteriums von Golgatha nur teilhaben können, wenn der Mensch sich aufschwingt zur wirklichen Anerkenntnis des Inhaltes des Mysteriums von Golgatha. Damit aber ist zugleich gesagt - weil dieser Inhalt des Mysteriums von Golgatha nur begriffen werden kann in geistiger Erkenntnis, nicht in materieller Erkenntnis -, dass das richtige Pfingstfest nur verstanden werden kann, wenn die Menschen verstehen, dass die Aussendung des Geistes die Forderung an die Menschheit ist, sich zur Geist-Erkenntnis allmählich durchzuarbeiten. Denn nur durch Geist-Erkenntnis kann das Mysterium von Golgatha verstanden werden." [20] 

Oberflächlichkeit unseres Zeitalters, materialistisches Zeitalter für Ostereier und Martinsgänse: "Das gefährlichste Charakteristikon der Gegenwart ist nicht, dass die Menschen vom Materialismus angesteckt sind, sondern das viel gefährlichere Charakteristikon ist die Oberflächlichkeit unseres Zeitalters. Diese Oberflächlichkeit ist nicht nur gegenüber geistigen Weltanschauungen vorhanden, sondern sie ist auch mit Bezug auf den Materialismus selbst vorhanden. ... Nun, am ehesten wäre ein materialistisches Zeitalter noch zu haben, ich will nicht gerade sagen für Ostereier, aber für Martinsgänse und dergleichen wäre man ja auch im Jahreslaufe zu haben. Aber so waren diese Dinge mit Bezug auf die eigentlichen Festesstimmungen in alten Zeiten nicht gemeint, sondern sie waren abgestimmt auf Seelenhunger und Seelensättigung. Die Seele des Menschen brauchte etwas anderes zur Weihnachtszeit, etwas anderes zur Osterzeit, zur Johannizeit und zur Michaelizeit. Und man kann wirklich das, was in den Veranstaltungen der Festlichkeiten lag, vergleichen mit einer Art Rücksichtnahme auf den Hunger der Seele gerade in den auftretenden Jahresabschnitten und mit einer Sättigung der Seele in diesen Jahresabschnitten."

Unsinn der Wissenschaft in Bezug auf die Genetik, Gentechnik: "Denn der Leib wird ja wirklich nicht von den Eltern und Voreltern allein aufgebaut. Das zu glauben, ist ein richtiger Unsinn der Wissenschaft - man darf schon dieses Wort aussprechen. Denn wie stellt sich die Wissenschaft ungefähr dieses Menschwerden vor ? Nun, sie sagt: Wir haben unter den Stoffen Moleküle, die sind in einer komplizierten Weise aus Atomen aufgebaut. Das Eiweißmolekül, das in der Keimzelle enthalten ist, ist das allerkomplizierteste Molekül - natürlich kann das kein Wissenschafter beschreiben, aber er weist auf die ungeheure Kompliziertheit hin -, und weil es so kompliziert ist, kann ein Mensch daraus entstehen. - Es ist die einfachste Art von Menschenerklärung. Man sagt eben: Der ganze Mensch steckt da schon drinnen, es ist nur ein so kompliziert aufgebautes Molekül. - Die Wahrheit ist aber, dass nur dadurch ein Mensch entstehen kann, dass das Eiweißmolekül ganz ins Chaos zurückfallen muss, Staub werden muss aus ungeordneter Materie. Wir haben draußen geordnete Materie, in Kristallen, in Pflanzen und so weiter. Wenn etwas entstehen soll, auch die Pflanze, auch das Tier, so muss erst die Materie völlig in Staub zurückfallen. Und wenn erst die Materie nicht mehr eine Form in sich bestimmt hat, dann wirkt der ganze Kosmos auf das kleine Stückchen Materie, macht sich in ihm ein Bild. Wie ist es also mit dem Menschen? Wir formen dieses Menschenbild zwischen Tod und neuer Geburt mit allen Geheimnissen, in die wir nun hineinweben unser Karma, schicken es herunter vor uns in den Leib der Mutter; wir haben den Geistkeim, der nur groß ist im Verhältnis zum physischen Keim, also erst ausgebildet, und der senkt sich in die chaotisch gewordene Materie hinein. Das ist die Wahrheit, nicht dasjenige, wovon die heutige Physiologie träumt." [21] 
 
 

7. Geistige Mächte, Materialisten und Schlafstörungen, Disharmonien; Gebildete und hoch dekorierte Absolventen der Elite-Unis bzw. Exzellenz-Universitäten, Kopfmenschen; Paracelsus und die die wirklichen heilenden Kräfte, wie entsteht ein Heilungsprozess? Gedanken, griechische Kultur, Mysterienwissenschaft, die Welt der Töne; Abstrakte Gedanken und die Wurstelei in der Wissenschaft, die heutige Wissenschaft als Einflüsse der zurückgebliebenen Geister, Hunnenkämpfe, Türkenkämpfe; nicht nur die Sarazenen der Wissenschaft sondern Türkenmassen wälzen sich Richtung Europa; Wirkung giftiger und ungiftiger Pflanzen

Schlafstörungen, Disharmonien; Gebildete und hoch dekorierte Absolventen der Elite-Unis bzw. Exzellenz-Universitäten: "Der Mensch entwickelt sich eben in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe so, dass er ungefähr von seinem vierzehnten Lebensjahre an zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Umgang zu pflegen hat mit Engeln und Erzengeln, dass er darauf angewiesen ist, während dieses Umganges sich mit Engeln und Erzengeln zu verständigen. Das ist ein tiefes Geheimnis des Menschenlebens. Nun ist es eine Eigentümlichkeit unseres Zeitalters, dass es immer mehr und mehr Menschen gibt, welche im schlafenden Zustande zu keiner solchen Verständigung kommen, welche sozusagen sich in den Schlaf hinein etwas von der Sprache mitnehmen, was diese  Menschenseelen so gestaltet, dass sie die Sprache der Erzengel nicht verstehen, und dass die Erzengel kein Wohlgefallen finden an dem, was da von der Sprache nachklingt in das schlafende Leben hinein. Es ist eben das Zeitalter eingetreten - man muss die Dinge irdisch ausdrücken, die natürlich schwer in der irdischen Sprache auszudrükken sind - , in welchem die Wesen der geistigen Welt sich mit den schlafenden Menschenseelen nicht mehr recht verständigen können, wo immer Missverständnisse eintreten zwischen dem, was die Wesen der geistigen Hierarchien sagen, und dem, was die Menschenseelen sagen, wenn sie schlafen. Diskrepanzen, Disharmonien sind eingetreten. ... Heute erleben wir es ja, dass Menschen, die studieren sollen, wohl noch ein Gefühl haben für diejenigen Worte, die sich auf äußerlich - wenn ich so sagen darf - derb materiell Konkretes beziehen, dass sie aber sofort aufhören zu denken, dass ihnen sofort die Gedankenfäden zerreißen, wenn sie sich in ein Denken erheben sollen, in welchem sie reine Gedanken haben müssen, die etwas Geistiges wiedergeben. Gerade die heute dem Zeitalter gemäß Gebildeten haben das am meisten, dass ihnen die Gedankenfäden reißen, wenn sie, sagen wir, idealistische, bedeutende Ideen des reinen Denkens aufnehmen sollen. Da werden ihnen die Worte zum bloßen Schein. Ja, es ist so, dass in unserem Zeitalter die Kinder sich hereinleben in eine Sprache, deren Worte nicht die Flügel haben, die hinwegtragen vom irdischen Leben. ... Aber wenn in den Worten, die der Mensch aufnimmt, gar nicht mehr idealistisch-spirituelle Bedeutung ist, wie in diesem materialistischen Zeitalter, in dem auch die religiösen Vorstellungen eigentlich ihre starke spirituelle Wirksamkeit auf die Menschenseelen
verloren haben, dann wächst der Mensch nach dem vierzehnten Lebensjahr mit dem Eintritt der Geschlechtsreife in ein Seelenleben hinein, das ihn im schlafenden Zustande an das Physische bannt. Die Seele kommt nicht von dem Physischen los zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Die Worte sind es, der Nachklang der Worte ist es, der sie hinzwingt und hinbannt an das Physische. Und es vibriert hinein in dasjenige, was der Mensch zwischen dem Einschlafen und Aufwachen erlebt, das Getöse der mineralischen Welt von allen Seiten, es vibriert hinein das Getöse der vegetabilischen Welt in ihrer physischen Bedeutung. Das durchdringt mißtönend den Nachklang der Sprache zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, und da kann die Seele nicht ausbilden, was sonst der Sprachgenius in die Sprache hineinversetzt, und was Verständigung bringen kann zwischen der Menschenseele und den Wesenheiten der höheren Hierarchien. ... Die Sprache, wie sie heute unter allen zivilisierten Völkern beschaffen ist, diese Sprache fesselt die Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen an das bloß physische Raunen der mineralischen Welt, an das Gezische und Gesäusel des bloß physischen Inhaltes der vegetabilischen Welt, und eröffnet der Seele für den Schlaf nicht die helle Sprache der Angeloi, und die laute Posaunensprache der Archangeloiwelt mit ihrer kosmischen, tiefen Bedeutung. ... Und dieses nach oben hin materiellste Vermauern des menschlichen Seelenlebens sehen wir heute überall tätig sein. Das" ist dasjenige, was den Materialismus der Gesinnung, den Materialismus des Denkens und Fühlens auch hineinträgt in
das äußere menschliche Leben. Das ist es, was den Menschen allmählich vergessen lässt, dass er innerhalb des Menschengeschlechtes in etwas lebt, das aus den Sphären herein bestimmt ist, das aber, wenn der Mensch abgeteilt ist zu Nationen, zu Völkern und so weiter, ihm immer mehr und mehr den Glauben, einen blinden Glauben beibringt, dass er verharren müsse in etwas rein Materialistischem."

Wodurch wird man Materialist?: "Es ist ja merkwürdig, diese Menschen des materialistischen Zeitalters reden von der Materie, reden von der physischen Welt, während ihre Krankheit darin besteht, dass sie ihren physischen und Ätherleib gar nicht ordentlich haben. Gerade dadurch wird man Materialist, dass man nicht an den physischen und Ätherleib herankommt, dass der Geist zu schwach ist, um den Leib in der richtigen Weise zu ergreifen. ... Der schlafende Mensch, Ich und astralischer Leib müssen ein richtiges Verhältnis gewinnen zu den drei Elementarreichen, aber auch zu den Reichen der Angeloi und Archangeloi. Aber hat man nur zu diesen Reichen ein entsprechendes Verhältnis, so kommt das richtige Ineinander nicht zustande. Es ist kein richtiges Verhältnis zwischen Schlafen und Wachen. Damit in der richtigen Weise das Ich und der astralische Leib aus dem physischen und dem Ätherleib herauskommen und hereinkommen, muss der
Mensch außerdem noch das rechte Verhältnis haben zu dem Reiche der Archai, zu dem Reiche der Urbeginne oder Urkräfte."

Kopfmenschen, die ganz gut logische Bücher schreiben können: "Sie können, wenn Sie eine Empfindung haben für so etwas, wie die geistigen Offenbarungen Goethes sind, den Unterschied zwischen Goethe und einem bloßen Kopfmenschen sehr leicht sich vor das Seelenauge stellen. Ein bloßer Kopfmensch sagt Ihnen allerlei Vorstellungen; es kann außerordentlich logisch sein, was er sagt. Wenn er aber über das hinausgehen soll, was sich mit bloßer Logik umfassen lässt, dann muss er auf seine Instinkte zurückgehen, das heißt auf sein Tierisches, da wird er zuweilen höchst unlogisch. Sie werden ja vielleicht einige Erfahrungen darüber haben, dass es heute Leute gibt, die ganz gut logische Bücher schreiben können; wenn man aber im täglichen Umgang mit ihnen ist, und es sich nicht um das Tradieren einer Wissenschaft handelt, wo sie logisch darinnen sind, sondern um dasjenige, was das alltägliche Leben ist, da kann es zum Verzweifeln mit ihnen sein, denn da spielen in der unlogischsten Weise die gewöhnlichsten Emotionen, die gewöhnlichsten Instinkte."

Paracelsus und die die wirklichen heilenden Kräfte, wie entsteht ein Heilungsprozess?: "Gehen Sie zurück in die Zeiten der älteren Medizin. Da hat kein Mensch daran gedacht, der mit Medizin etwas zu tun hatte, bloß die äußeren abstrakten Naturkräfte und Naturstoffe zu untersuchen. Da arbeiteten die Leute in ihrem Laboratorium - wenn man ihre Anstalten so nennen kann - so, dass ihnen aus den Vorgängen der Natur überall die Wirkungsweisen der elementarischen Kräfte entgegenleuchteten. Eigentlich haben ja die Menschen immer gefragt: Wie nimmt sich dasjenige, was irgend so ein Schwefel- oder anderer Prozess ist mit einem andern Stoffe zusammen, wie nimmt sich das aus hinter der bloßen sinnlichen Erscheinung? Wie wirken da die Wesen der elementarischen Reiche drinnen? - Die Menschen machten ihre Experimente, um gewissermaßen bei so einer Verwandlung, welche ein Stoff durchmacht, indem er sich mit einem andern verbindet, oder indem er aus einem andern hervorkommt, zu erlauschen, wie da namentlich in dem Übergange, bei dem Farbenwechsel eines Stoffes, herauslugt aus dem elementarischen Reiche in die sinnliche Welt herein dasjenige, was Wesen der elementarischen Reiche sind. Noch Paracehus, wenn er Sulfur, Salz, Merkur beschrieben hat, hat nicht diese gewöhnlichen physischen Stoffe beschrieben, sondern das, was ihm, wenn diese Stoffe Verwandlungen durchmachten, aus dem elementarischen Reiche herauslugte. Man kann daher nirgends den Paracelsus verstehen, wenn man seine Ausdrücke so nimmt, wie sie heute in der Chemie gebraucht werden, weil er überall eigentlich dasjenige meint, was eben in der geschilderten Weise da aus der elementarischen Welt herauslugt. Das aber sind auch die heilenden Kräfte. Es sind die wirklichen heilenden Kräfte. An dem, was Sie an irgendeiner Pflanze sehen, an dem, was Ihnen, sagen wir, die Herbstzeitlose äußerlich zeigt, sehen Sie nicht die charakteristischen heilenden Kräfte der Herbstzeitlose. Wenn Sie die charakteristischen heilenden Kräfte der Herbstzeitlose sehen wollen, da müssen Sie sich die Herbstzeitlose anschauen im Verblühen, wenn sie diese eigentümliche freche Farbenveränderung durchmacht. Da macht sich nämlich das elementarische Wesen davon und bewirkt die Farbenänderung durch einen ähnlichen Prozess - nun, Sie wissen ja, wenn sich der Teufel davonmacht, lässt er einen Gestank hinter sich, und die elementarischen Wesen machen sich da durch ihre Frechheit in der Farbengebung geltend. Da muss man an diesen Übergängen erkennen, wie dem ein Prozess in der elementarischen Welt zugrunde liegt. Aber in diesem elementarischen Prozesse drinnen lebt eben auch die menschliche Seele, Ich und astralischer Leib, vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da lebt sie darinnen. Und wenn Sie zu Hilfe kommen wollen einem Naturprozess im Menschen, so dass ein Heilungsprozess entsteht, der notwendig geworden ist, dann geht eigentlich folgendes vor: Wenn Sie den Menschen lassen wie er ist, dann geht er in unregelmäßiger Weise aus einem schlafenden Zustand in den wachenden Zustand, und wiederum aus dem wachenden in den schlafenden Zustand hinüber. Geben Sie ihm irgendeinen Stoff, eine Substanz, sagen wir, aus der Pflanzenwelt, die zu einer ganz bestimmten elementarischen Wesenheit eine Beziehung hat, so nimmt der Mensch hier in seinem Leibe etwas auf, was seinem astralischen Leibe in die elementarische Welt hinein eine bestimmte Kraft mitgibt, so dass er dort zu den bestimmten elementarischen Wesen nun als seelisch-geistiges Wesen ein Verhältnis gewinnen kann. Das bringt er sich wieder mit beim Aufwachen, und das wirkt dann eigentlich gesundend. Gesundend wirkt eigentlich nicht der Stoff, gesundend wirkt der Zustand, in den man den Menschen bringt durch den Stoff, indem der Stoff seine Beziehung zur elementarischen Welt hat und diese Beziehung zur elementarischen Welt auf den Menschen überträgt. Eigentlich können Sie bei einer großen Anzahl von Krankheiten fragen: "was muss sich ändern an dem Menschen, damit er in einer andern Weise, als er es als Kranker gewöhnt ist, in den Schlaf hineinkommt und wieder zurückkommt, damit er gesund wird? Zum größten Teile ist das Studium der Heilungsprozesse ein Studium der Zustandsänderungen, die der Mensch durchmacht zwischen der Äußerung in der physischsinnlichen Welt, und der Äußerung in der elementarischen Welt. Auf solche Äußerungen in der elementarischen Welt konnte man früher, da noch die Archai, die Urkräfte zu dem Menschen in einer lebendigen Beziehung standen, hinweisen; heute kann man das nicht mehr, wenn man nur das gewöhnliche Bewußtsein anwendet und sich nicht einlässt auf die geistige Erkenntnis. Man muss sich einlassen auf die geistige Erkenntnis, dann bekommt man allmählich wiederum, zunächst einfach durch den gesunden Menschenverstand, eine Einsicht, wie man einrichten muss diesen Wechselzustand von Wachen und Schlafen zwischen der äußeren physischen Welt und der elementarischen Welt, um Heilungsprozesse herbeizuführen." [22] 

Gedanken, Mysterienwissenschaft, die Welt der Töne; Tongebilde, auf dessen Flügeln die Götter durch die Welt wallen, kosmischer Jubelgesang, woran z.B. Richard Wagners Musikdramen erinnern, griechischen Kultur, Äschylos, Heraklit, Homer: "Wenn ein alter Grieche aus der Wissenschaft seiner Mysterien heraus sich hat Rechenschaft geben wollen darüber, woher er eigentlich seine Gedanken hat, so hat er das in der Art tun müssen, dass er sich sagte: Ich wende meinen geistigen Blick hinauf zu jenen Wesen, von denen mir geoffenbart wird durch die Mysterienwissenschaft als den Wesen der Form, als den Formkräften, Formwesen. Das sind die Träger der kosmischen Intelligenz, das sind die Träger der kosmischen Gedanken. Sie lassen die Gedanken durch die Weltenereignisse strömen, und sie geben diese menschlichen Gedanken an die Seele ab, die sich diese Gedanken erlebend vergegenwärtigt. - Wer etwa durch eine besondere Initiation sich in jenen alten Zeiten des griechischen Lebens in die übersinnliche Welt eingelebt hatte und bis zum Erleben dieser Formwesen gekommen war, der schaute diese Formwesen, und er musste, um sich von ihnen das rechte Bild, die richtige Imagination zu machen, ihnen etwa als ein Attribut beigeben die durch die Welt strömenden, leuchtenden Gedanken. Er sah als alter Grieche diese Formwesen etwa wie von ihren Gliedern ausgehen lassend leuchtende Gedankenkräfte, die dann in die Weltenprozesse hineingehen und da als die weltschöpferischen Intelligenzmächte weiter wirken. Er sagte etwa: Die Kräfte der Form, die Exusiai, sie haben im Weltenall, im Kosmos, den Beruf, die Gedanken durch die Weltenvorgänge zu ergießen. - Und so wie die sinnliche Wissenschaft das Tun der Menschen beschreibt, indem sie dies oder jenes notifiziert, was die Menschen einzeln oder miteinander tun, so müsste eine übersinnliche Wissenschaft beschreiben, wenn sie die Tätigkeit der Formkräfte für das charakterisierte Zeitalter ins Auge fasst, wie sich diese übersinnlichen Wesen gegenseitig die Gedankenkräfte zuströmen lassen, wie sie voneinander sie empfangen, und wie in diesem Zuströmenlassen und in diesem Empfangen eingegliedert sind jene Weltenvorgänge, die dann nach außen sich dem Menschen als die Naturerscheinungen darstellen. ... Die Welt der Töne zieht mein Ich und meinen astralischen Leib aus meinem physischen und Ätherleib unmittelbar heraus. Ich verwebe mein irdisches Dasein mit der göttlich-geistigen Welt, und es ertönen die Tongebilde als etwas, auf dessen Flügeln die Götter durch die Welt wallen, deren Wallen ich miterlebe, indem ich die Töne wahrnehme. Sie sehen also auf diesem besonderen Gebiete, wie gewissermaßen das kosmische Erleben an den Menschen herankommt, wie der Kosmos in den Menschen hineindringt, wie wir gewissermaßen, wenn wir in alte Zeiten zurückgehen, das wichtigste Menschenerleben im Übersinnlichen suchen müssen, und wie dann die Zeit heraufkommt, wo der Mensch als sinnlich-irdische Erscheinung, ich möchte sagen, mitgenommen werden muss, wenn die wichtigsten Weltereignisse beschrieben werden. ... Und wir können zurückschauen auf ein irdisches, von den Menschen wirklich erlebtes Zeitalter, in dem sozusagen hinausprojiziert war in das Weltenall dasjenige, was der Mensch heute erlebt bei Dur und Moll. Was er heute innerlich erlebt, es war hinausprojiziert in das Weltenall. Was ihn heute durchwellt in seinem Gemüte, in seiner Empfindung, das vernahm er in Entrückung von seinem physischen Leibe als Erlebnis der Götter draußen. Was wir heute als innerliches Durerlebnis charakterisieren müssten, nahm er in der Entrückung von seinem Leibe draußen als den kosmischen Jubelgesang, als die kosmische Jubelmusik der Götter wie den Ausdruck der Freude über ihr Weltschaffen wahr. ... Und es ist schon so, dass jetzt die Zeit gekommen ist, wo diese Dinge den Menschen wiederum zum Bewußtsein kommen müssen, weil sonst einfach die menschliche Natur in ihrer Seelenhaftigkeit verfallen müsste. Der Mensch müsste heute und in die nächste Zukunft hinein durch die intellektualistisch werdende einseitige Erkenntnis seelisch vertrocknen, er müsste durch die einseitig gewordene Kunst seelisch stumpf werden und durch die einseitig gewordene Religion überhaupt seelenlos werden, wenn er nicht den Weg finden könnte, der ihn zur inneren Harmonie und Einheit dieser drei führen könnte, wenn er nicht den Weg finden könnte, auf eine bewußtere Art, als es einmal der Fall war, aus sich herauszukommen und das Übersinnliche wiederum mit dem Sinnlichen zusammen zu schauen und zusammen zu hören." Heute erinnern Teile der klassischen Musik daran, Richard Wagners Musikdramen, die griechischen Kultur, jene Persönlichkeiten, als deren Nachkommen sich dann ein Äschylos, ein Heraklit entwickelt haben. Man findet, "dass diese Persönlichkeiten, insofern sie in die Mysterien eingeweiht waren, alle ein gleiches Gefühl hatten aus ihrer Erkenntnis heraus und aus ihren künstlerischen Schöpferkräften, die sie eben noch so fühlten, wie ja auch Homer - «Singe, o Muse, vom Zorn mir des Peleiden Achilleus» - nicht als etwas persönlich in ihnen Waltendes, sondern als etwas, was sie in ihrem religiösen Empfinden in Gemeinsamkeit mit der geistigen Welt verrichteten, und wodurch sie sich sagten: Die Menschen haben in uralten Zeiten sich eigentlich als Menschen erlebt, indem sie durch die wichtigsten menschlichen Betätigungen - wie ich es Ihnen für das Musikalische gezeigt habe, aber auch bei dem Gedankenfassen war es so - aus sich herausgingen und mit den Göttern zusammen erlebten. Das, was sie da erlebten, das haben die Menschen verloren."

Abstrakte Gedanken und die Wurstelei in der Wissenschaft, die heutige Wissenschaft als Einflüsse der zurückgebliebenen Geister; nicht nur die Sarazenen der Wissenschaft sondern Türkenmassen wälzen sich Richtung Europa, Hunnenkämpfe, Türkenkämpfe, Kreuzzüge, Geisteskampf, Türken ohne Ich: "Während in solchen Gedankenströmungen und in dem, was aus diesen Gedankenströmungen Weltgeschichte wird, die Impulse der Archai leben, sehen wir überall sich hineindrängen in das Weltgeschehen auch dasjenige, was mehr unter dem Einflüsse der zurückgebliebenen Geister der Form steht, die nun auch ihrerseits die Menschen mit Impulsen durchsetzen. Und wir sehen wiederum einen andern Strom des Gedankenlebens und des Weltgeschehens etwas mehr nördlich von Asien gegen Europa herüber sich bewegen. Dieser Gedankenstrom hat seinen besonderen extremen Ausdruck später erst gefunden, als von Asien herüber sich die Türkenmassen wälzten. ... Es kämpfen um ihr in dem Weltgeschehen ihnen zugefallenes rechtmäßiges Gut die Archai mit den zurückgebliebenen Exusiai, mit den Geistern der Form. Alles, was da im Mittelalter geschieht in westöstlicher Richtung und in ostwestlicher Richtung, was da an Völkerzügen durcheinander wallt und webt, was sich da gegenseitig bekämpft, von den Hunnenkämpfen bis zu den Türkenkämpfen, von der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen, wo alles immer eine west-östliche oder ost-westliche Richtung hat, alles das ist das sinnlichphysische, das geschichtliche Abbild eines Geisteskampfes, wie ich ihn eben charakterisiert habe, der sich hinter den Kulissen der Weltgeschichte abspielt. Man begreift eben das geschichtliche Geschehen auf der Erde erst dann in seiner Wirklichkeit, wenn man in ihm ein Abbild sieht von dem, was in der übersinnlich-geistigen Welt zwischen den Wesenheiten der höheren Hierarchien sich abspielt. ... Was hätten diese halbbarbarischen Völkerschaften für eine europäische Zivilisation begründen können, wenn in sie nicht eingeflossen wäre, was in der griechisch-römischen Zivilisation war, was durch die Geister der Persönlichkeit, durch die Archai übernommen worden war? ... In späterer Zeit tritt uns dieses west-östliche und ost-westliche Durcheinanderwogen der irdischen Abbilder höherer geistiger Impulse in den Kreuzzügen entgegen. Studieren Sie die Kreuzzüge. Studieren Sie, wie zunächst aus einem gewissen Impuls heraus, der durchaus mit dem Wesen der Geister der Persönlichkeit, der Archai, zusammenhängt, die Kreuzzüge sich entwickeln, wie gewaltige Absichten den Kreuzzügen zugrunde liegen. Studieren Sie dann, wie die Kreuzfahrer immer mehr und mehr Massenurteilen unterliegen, wie die Massenurteile immer suggestiver wirken. Ich möchte sagen: Je weiter die Kreuzfahrer sich von Westen nach Osten bewegen, desto mehr wird der Einzelne eingefangen in die Massenurteile. - Und als dann die Kreuzfahrer hinüberkommen in die Sphäre des asiatischen Lebens, da breiten sich über das, was von einzelnen Individualitäten in einzelne Individualitäten hineingesenkt worden ist, Massenimpulse aus. Wir sehen, wie die Menschen ihre Persönlichkeit verlieren. Wir sehen, wie die europäischen Kreuzfahrer im Orient in bezug auf ihre Seeleneigenschaften verfallen. Die guten moralischen Impulse, die sie mitgenommen haben, können sie nicht entfalten unter den Massensuggestionen, in die sie hineinfallen. Sie werden moralisch dekadent. Und unter dieser moralischen Dekadenz gutmeinender Menschen, die von Westen nach Osten gezogen sind, gewinnen wiederum an Herrschaft die von Osten nach Westen strebenden Impulse, welche in dem muselmanischen, in dem türkischen Menschen leben. Und so sehen wir in den Kreuzzügen das zweite weltgeschichtliche Hin- und Herwogen eines Kampfes von Osten nach Westen und von Westen nach Osten, eines Kampfes, der das Abbild ist des andern, des geistigen Kampfes zwischen zurückgebliebenen Geistern der Form und richtig fortgeschrittenen Geistern der Persönlichkeit. ... Es schiebt sich gewissermaßen ... in jenes wilde Gewoge und Getriebe, welches namentlich durch die von den zurückgebliebenen Formgeistern, von elohistischen Wesenheiten beherrschten Türken, Mongolen und ähnliche Gewalten entsteht, es mischt sich von Norden herunter da hinein etwas, das - wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf - von guten Archangeloiwesen kommt, die dem Menschen sehr nahestehen, die in jedes einzelne Menschengemüt etwas hineingießen, was da jenen Gemeingeist übertönt, der eigentlich doch von zurückgebliebenen Geistern der Form herrührt. ... Ferner sehen wir heute, wie das, was von diesen zurückgebliebenen Geistern der Form ausgeht, sich geltend macht in der einseitigen naturwissenschaftlich-materialistischen Weltanschauung, wo ein wahrer Horror vorhanden ist - besser gesagt, eine scheußliche Angst davor besteht -, in die Aktivität der Gedanken überzugehen. Man soll sich heute nur einmal vorstellen, was für einen furchtbaren Spektakel ein richtiger Professor machen würde, wenn irgendein Student im Laboratorium ins Mikroskop schaute und irgendeinen Gedanken hervorbringen wollte. Das gibt es nicht! Da muss man sorgfältig nur dasjenige verzeichnen, was die äußere sinnliche Beobachtung gibt, gar nicht wissend, dass die ja nur die Hälfte der Wirklichkeit gibt, die andere Hälfte der Wirklichkeit wird eben im eigenen menschlichen Schaffen von Gedanken erzeugt. Da muss man aber wissen, was die gegenwärtige Mission der richtig entwickelten Archai ist. Es muss in der Wissenschaft, die verdorben wird durch die zurückbleibenden Geister der Form, geltend gemacht werden die richtige Mission der Geister der Persönlichkeit. Davor besteht heute die denkbar größte Angst. ... Und so wird eben, möchte man sagen, fortgewurstelt. Man treibt Anatomie, Physiologie, Biologie, Geschichte und so weiter, kümmert sich nicht darum, ob man durch diese Wissenschaften auch wirklich das Reale erkennt, sondern man geht eben in dem Trott fort." [23] 

Wirkung giftiger und ungiftiger Pflanzen, Rohkost; Bilsenkraut als Medizin: "Essen wir Pflanzen, die nicht giftig sind, wie man sagt, so nehmen wir nicht nur das von der Pflanze auf, was, ich möchte sagen, der Chemiker im Laboratorium von der Pflanze verarbeitet, wir nehmen nicht bloß das Stoffliche auf, wir nehmen auch das Ätherische, Lebenskräftige auf, müssen es allerdings, wie ich ja auch hier einmal ausgeführt habe, gerade während unseres Ernährungsprozesses zur vollständigen Tötung bringen. ... Nun haben wir im unteren Menschen, in dem Stoffwechselmenschen, diesen merkwürdigen Prozess: Wir genießen die Pflanze, das Pflanzlich-Stoffliche - es ist auch noch beim Gekochten das der Fall, aber insbesondere stark der Fall, wenn wir rohe Birnen oder rohe Äpfel oder rohe Beeren essen - , wir pressen das Ätherische heraus und nehmen in unseren eigenen Ätherleib das Kraftgebilde auf, welches der Pflanze zugrunde liegt. Die Pflanze hat ja eine bestimmte Form, eine bestimmte Gestalt. Diese Gestalt, die wir da aufnehmen - das zeigt sich dem hellseherischen Bewußtsein —, die ist sogar nicht immer gleich der Gestalt, die wir äußerlich sehen. Es ist etwas Verschiedenes. Es quillt die Gestalt der Pflanze in uns auf, und sie passt sich in einer merkwürdigen Weise dem menschlichen Organismus an. ... Nehmen Sie an, wir haben das, was man gewöhnlich Nährmittel nennt, aufgenommen, so besteht der Zusammenhang ihrer Form nur insoweit intensiv, dass wir ihn fortwährend im Laufe von vierundzwanzig Stunden auflösen müssen. Einmal Wachen und Schlafen löst ihn auf. Er muss immer wieder neu gebildet werden. Das ist bei denjenigen Pflanzen der Fall, die in ihrem natürlichen Wachstum physischen Leib und Ätherleib haben und sich gewissermaßen von dem Astralischen nur umspülen lassen. Nehmen wir aber an, wir nehmen den Saft des Bilsenkrautes zu uns. Da haben wir eine Pflanze, die in sich das Astralische aufgesaugt hat, und die dadurch, dass sie das Astralische aufgesaugt hat, einen viel stärkeren Formzusammenhang hat, so dass da unten eine viel festere Form entsteht, die wir nicht so leicht verarbeiten können, die sich sogar als selbständig geltend macht. Dadurch entsteht ein ausgesprocheneres, intensiver wirkendes Negativ. Und nehmen wir jetzt an, irgendein Mensch hat ein seine Struktur nicht ordentlich aufrechterhaltendes Gehirn, er neigt zu Dämmerzuständen, weil sein astralischer Leib nicht fest genug im physischen Leib des Gehirnes drinnen ist. Er nimmt den Saft des Bilsenkrautes zu sich; dadurch entsteht eine intensive Pflanzenform, die ein starkes Negativ bildet. Und so können in dem Menschen, dessen Gehirn gewissermaßen zu weich ist, dadurch, dass man den Ätherleib seines Unterleibes verstärkt, eine starke Form durch das Bilsenkraut da hineinbringt, deutliche Gedanken in ihm entstehen, der Dämmerzustand kann abdämmern. Ist er dann in seiner übrigen Organisation stark genug, um - wenn er das öfter gegen seine Dämmerzustände als Arznei verordnet bekommt — seine entsprechenden Lebenskräfte aufzurufen, so dass diese dadurch wieder reger gemacht werden und sein Gehirn wieder in Ordnung kommt, dann kann er durch ein solches Gift eben über seine Neigung zu Dämmerzuständen wieder hinausgebracht werden." [24] 
 

8. Der Mensch und die Welt; Früher bedeutete Heilen und Erziehen dasselbe, Krankheiten wie Rheumatismus und Diabetes als Folge falscher Pädagogik

In den vorchristlichen Religionen war Christus in der geistigen Welt bei den Menschen: "Nur nannten sie ihn nicht den Christus. Sie nannten ihn den Sonnengeist. ... Wer hält die Kräfte des Menschen im Leben zusammen? - So fragten sich die Angehörigen der alten Religionen. Der große Sonnengeist ist es, der die einzelnen Elemente des Menschen zu der Persönlichkeit festigend zusammenhält. Und dieses Bekenntnis hatten die Angehörigen der alten Religionen aus ihrem erinnernden Bewußtsein heraus, dass jede Nacht der Christus an die Menschen herantrat. Wir brauchen uns nicht weiter zu wundern, dass das so war, denn in jenen alten Zeiten, in denen noch vielfach ein instinktives Hellsehen dem  Menschen eigen war, sahen die Menschen in besonderen Augenblicken ihres Lebens immer hinauf in die Zeit, die sie zugebracht haben, bevor sie als geistig-seelisches Wesen zur Erde heruntergestiegen waren und sich mit einem physischen Leib umkleidet hatten. Es war damals den Menschen ganz natürlich, hinaufzuschauen in das vorirdische Dasein. ... Indem die Menschen in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha sich im Tagwachen ein Bewußtsein von ihrer Zusammengehörigkeit mit Christus erwerben, indem sie sich lebendige Vorstellungen erwerben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist, tritt für die Menschen wiederum die Möglichkeit ein, dass der Christus-Impuls ihnen nun in seiner Nachwirkung aus dem Tagwachen während der Nacht hilft. Das ist der große Unterschied des Schlafzustandes der Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach dem Mysterium von Golgatha. Vor dem Mysterium von Golgatha war es sozusagen immer während des Schlafens von selbst gekommen, dass die Christus-Hilfe da war, und der Mensch konnte sich sogar noch im Wachzustande erinnern, dass der Christus während des Nachtschlafes bei ihm war. Ganz Christus-verlassen würde der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha sein, wenn er nicht während des Tagwachens sein bewußtes Verhältnis zum Christus herstellte und dadurch den Nachklang, die Nachwirkung in den Schlaf hinübertrüge, so dass er während des Schlafes nun wiederum durch die Christus-Hilfe zusammengehalten werden kann zur Persönlichkeit."

Die Pädagogik muss heute innerlich geistigseelisch den Zugang zu der Menschenwesenheit gewinnen und nicht durch wissenschaftlich-genetische Methoden. Früher bedeutete Heilen und Erziehen dasselbe. Rheumatismus und Diabetes sowie entzündliche Zustände aller möglichen Art als Folge falscher Pädagogik: "Da erfährt man zum Beispiel, dass man bei dem Kinde, sagen wir so um das neunte, zehnte Lebensjahr herum, zu viel an das Gedächtnis, an das Erinnerungsvermögen appellieren kann oder auch zu wenig. Alles Agitieren, man soll das Gedächtnis nicht überlasten, kann auch dazu führen, zu wenig das Gedächtnis zu beschäftigen. Man muss überall den richtigen Mittelweg finden, nicht zu viel, nicht zu wenig das Gedächtnis zu beschäftigen. Denken Sie, wir beschäftigen so um das neunte, zehnte kindliche Lebensjahr das Gedächtnis zu viel, wir muten dem Gedächtnis zu viel in der Erziehung, im Unterricht zu. Die richtigen Folgen zeigen sich dann erst, wenn der Mensch dreißig, vierzig Jahre alt geworden ist oder vielleicht noch später. Da wird der Mensch entweder Rheumatiker oder Diabetiker. Gerade wenn wir das Gedächtnis zur Unzeit, sagen wir, zwischen dem neunten und zehnten Jahre überlastet haben, zeigt sich diese Überlastung des Gedächtnisses im kindlichen Lebensalter später in einer übertriebenen Ablagerung an unrichtigen Stoffwechselprodukten. Diesen Zusammenhang durch das ganze Erdenleben sehen gewöhnlich die Menschen nicht. Dagegen, wenn wir das Gedächtnis zu wenig beschäftigen, wenn wir also nicht genügend der Erinnerung des Kindes anheim geben, rufen wir wiederum für das spätere Lebensalter die Neigung zu sehr leicht entzündlichen Zuständen aller möglichen Art hervor. Einzusehen, wie in einem Lebensalter die körperlichen Zustände Folgen sind der seelisch-geistigen Zustände eines andern Lebensalters, ist dasjenige, was wichtig ist, was wir wissen müssen. ... Denn zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, also gerade im volksschulpflichtigen Alter, erziehen und unterrichten wir nur richtig, wenn wir uns weder zu stark an den Kopf, noch zu stark an die Bewegungsglieder, sondern mehr an das Atmungs- und Zirkulationssystem, an das rhythmische System wenden. Wir sollen auch in das Turnen Rhythmus, Takt, Künstlerisches vorzugsweise hereinbringen. Daher ist die Eurythmie ein so gutes Erziehungsmittel, weil da Künstlerisches auch in die Bewegungsverrichtungen des Kindes hineinkommt. Ebenso sollen wir den Kopf dadurch entlasten, dass wir nicht in diesem Lebensalter schon das Kind zu viel denken lassen, sondern dass wir den Unterricht bildlich gestalten, alles bildlich an das Kind heranbringen. Dann wenden wir uns nicht an sein Nerven-Sinnessystem, auch nicht an sein Bewegungssystem, sondern hauptsächlich an das rhythmische System. Das ermüdet aber nicht. Denken Sie nur, unser Herz muss die ganze Nacht klopfen, auch wenn wir sonst ermüdet sind und uns ausruhen. Unser Atmen muss unermüdlich zwischen Geburt und Tod vor sich gehen. Von Ermüdung kann nur die Rede beim Bewegungssystem sein. Von Ermüdung ist allein beim Nerven-Sinnessystem zu reden. Das rhythmische System ermüdet nie." [25] 
 

9. Erkenntnis im Gegensatz zur Illusion der heutigen Naturforscher, Alte und neue Initiationswissenschaft mit naturwissenschaftlicher Erkenntnisweise; Das heilende Prinzip im Menschen, Arzneien; Kopf und Gliedmaßen, Atmung und die Blutzirkulation, der menschliche Kopf könnte niemals durch irgendwelche irdischen Kräfte entstehen; Traum und Traumdeutung; Scotus Eriugena, Dantes «Commedia», gegenwärtige Medizin wie ohnmächtig, Dilettantismus zum Quadrat


Erkenntnis im Gegensatz zur Illusion der heutigen Naturforscher: "Denn es ist nur eine Illusion der heutigen Naturforscher, dass es einmal gelingen könnte, mit den Gesetzen, die die äußere Sinneswelt gibt, auch nur die Pflanzen zu begreifen. Man wird das nicht. Man wird nahe an das Begreifen der Pflanzen herankommen und das mag ein Ideal sein, aber schon die Pflanze, geschweige denn das Tier oder den physischen Menschen selbst wird man jedenfalls durch diejenigen Gesetze nicht erforschen können, die uns in der äußeren Sinneswelt umgeben. ... Was wäre aber der Mensch, wenn er nur dem Augenblicke und nur dem Räume hingegeben wäre? Dafür haben wir ja zum Beispiel durch die äußere Naturbeobachtung genügend Beweise, dass der Mensch nicht Mensch im vollen Sinne des Wortes bleibt, wenn er nur dem Augenblicke und dem Räume hingegeben ist. Das bezeugt die äußere Krankheitsgeschichte mancher Menschen."

Selbsterkenntnis, Aktives Denken im Gegensatz zum passiven Denken der Wissenschaft, einer Art Sklaventum: "Das sind Fingerzeige, die uns darauf hinweisen, dass der Mensch, wenn er zum Mittelpunkt der Welterkenntnis gemacht wird, also ausgehen muss von einer Selbsterkenntnis, dass der Mensch dann vor allen Dingen dasjenige erst aufsuchen muss in sich, was ihn selbst aus dem Raumesdasein, das heißt aus demjenigen Dasein, von dem uns einzig und allein die Sinne erzählen, heraushebt und ihn zum Zeitwesen in diesem Raumesdasein macht. Der Mensch muss daher appellieren an Erkenntniskräfte in ihm, die nicht an die Sinne, die nicht an die Raumeswahrnehmungen gebunden sind, wenn er sein eigenes Wesen wahrnehmen will. Und gerade im gegenwärtigen Augenblicke der Menschheitsentwickelung, wo die Naturwissenschaft in einer so außerordentlich bedeutsamen Weise den Menschen hineinführt in die Raumesgesetze, ist das wahre Menschenwesen aus Gründen, die auch in diesen Vorträgen sich zeigen werden, für die menschliche Anschauung im allgemeinen stark verlorengegangen. ... Unsere Wissenschaft ist ja so weit gekommen, geradezu es als ein Ideal anzusehen, darauf zu kommen, wie die Dinge sich in der äußeren Welt abspielen, ohne dass das Denken den geringsten Einfluss darauf nimmt. Unsere Wissenschaft sieht es als ihr Ideal an, bei ihren Forschungsmethoden das Denken so passiv wie möglich zu gestalten. Damit tut sie auf ihrem Gebiete ganz recht. Sie kommt auf ihrem Gebiete zu den allergrößten Fortschritten, wenn sie gerade diese Methode beobachtet. Aber sie kommt immer mehr und mehr von dem wahren Wesen des Mensehen ab. Denn da ist der erste Schritt in denjenigen Methoden zum übersinnlichen Erkennen, die man Meditation, Konzentration in bezug auf die inneren Seelenkräfte, oder auch noch anders nennen kann, da ist die erste Anforderung diese, den Übergang zu finden vom rein passiven Denken zum inneren Aktiven des Denkens."

Alte und neue Initiationswissenschaft mit naturwissenschaftlicher Erkenntnisweise: "Jene alten Mysterienweisen, die zugleich Priester und Lehrer und Künstler waren, die machten durch alles dasjenige, was auch noch geschildert werden muß, was in ihren Mysterien vorhanden war, dieser Menschheit klar, dass auch in der abgefallenen Welt, in der rieselnden Quelle, in dem blühenden Baum, in der blühenden Blume, in dem sich zum Kristall formenden Mineral, in dem erscheinenden Regenbogen, in der fliehenden Wolke und in der ziehenden Sonne dieselben göttlich-geistigen Gewalten leben, die der Mensch instinktiv in seiner traumhaften Imagination erlebte. Sie stellten dieser Menschheit dar die Versöhnung der gottabgefallenen Welt mit der göttlichen Welt, die der Mensch in seinen instinktiven Imaginationen wahrnahm. Sie brachten der Menschheit die trostvolle Erkenntnis; sie waren ihr die Erlöser durch eine Erkenntnis, die die ganze Natur wiederum zu einer gotterfüllten auch für das menschliche Anschauen machte, denn der Mensch suchte eben diese tröstende Erkenntnis in den Mysterien. Wir sehen daher, wie gemeldet wird von diesen älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung, dass gerade dasjenige - das wird noch von dem Griechentum gemeldet -, was wir heute den jüngsten Kindern in der Schule beibringen, dass die Sonne stillstehe und die Erde sich ringsherum drehe, dass das in den Mysterien wie eine Geheimwissenschaft bewahrt worden ist. Dasjenige, was bei uns ganz äußerliche Erkenntnis ist, war damals Geheimwissenschaft. Die Erklärung der Natur, die war damals Geheimwissenschaft. Heute ist, wie jeder ersehen kann, der den Entwickelungsgang der Menschheit innerhalb unserer Zivilisation durchlebt, was ja eigentlich jeder denkende Mensch tut, der erzogen und unterrichtet wird, heute ist die Natur mit ihren Gesetzen dasjenige, in das sich der Mensch einlebt. Dafür hat sich die geistige Welt zurückgezogen. Die alten traumhaften Imaginationen haben aufgehört. Der Mensch empfindet die Natur als dasjenige, in dem er zunächst nicht volle Befriedigung hat, das ihm neutral vorgeführt wird, nicht wie ein abgefallenes sündhaftes Weltenall, wie ein abgefallener Kosmos, sondern wie ein Kosmos, der durch eine innere Notwendigkeit so sein muss, wie er eben ist. Dann erfühlt der Mensch sein Selbstbewußtsein, dann lernt er erkennen in jenem einzigen Punkte die Geistigkeit, dann spürt er den inneren Drang, der das innere Selbst an Gott wieder knüpfen will. Und dann hat er nötig, dass jetzt zu der Naturerkenntnis, entsprechend dieser Naturerkenntnis, er in die geistige Welt hineingeführt werde durch eine neue Initiationswissenschaft. Die alte Initiationswissenschaft konnte vom Geiste, den der Mensch instinktiv erlebte, in seinen Mythen verkörperte, ausgehen und zur Natur hinführen. Die neue Initiationswissenschaft muss von demjenigen, was dem Menschen heute erstes Erlebnis ist, indem er seine Naturgesetze wahrnimmt, an die er dann glaubt, sie muss von dieser Naturerkenntnis ausgehen und zurück den Weg in die geistige Welt durch Imagination, Inspiration, Intuition zeigen. ... Innerhalb der modernen Initiationswissenschaft müssen wir von der naturwissenschaftlichen Erkenntnisweise ausgehen - nicht von der Naturwissenschaft selbst, aber von der naturwissenschaftlichen Erkenntnisweise -, denn das wird den Menschen im Laufe der nächsten Zukunft allein befriedigen können. ... Ihre Schönheit, ihre sprießende, sprossende Schönheit, sie drang in seine Augen, sie drang in seine Ohren, sie drang in die anderen Sinne; aber er konnte all das nicht anders als mit Weh empfinden. Gerade an der Schönheit empfand er das tiefste Weh, weil er es nicht vereinigen konnte mit dem, was als der Inhalt seines eigenen vorgeburtlichen Daseins in seiner Seele lebte. Und so hatten die Mysterienweisen die Aufgabe, zu zeigen, wie das Göttlich-Geistige in allem, auch in den Sinnesdingen wohnt. Gerade die Geistigkeit der Natur hatten die alten Weisen den Menschen klarzumachen. Das aber konnten sie nur, wenn sie einen anderen Weg einschlugen, als man heute einschlägt. Ist es heute notwendig, die Menschen vor allen Dingen darauf hinzuweisen, dass sie sich erinnern ihres vorgeburtlichen Daseins, so war es für diese alten Mysterienlehrer notwendig, eine ganz andere Erinnerung hervorzurufen bei denjenigen Menschen, die sie um sich hatten." [26] 

Geruch, Geschmack; bösen Geister sind gerade in bezug auf den Geruchsinn etwas aufdringlich: "Da muss gesagt werden, dass die Geruchswahrnehmungen hier in der physischen Welt die verhältnismäßig am meisten vom Geistigen beeinflussten sind, so sonderbar das erscheint. Die Geruchswahrnehmung, wenn sie unmittelbar in der physischen Welt auftritt, ist eigentlich immer dadurch hervorgerufen, dass möglichst nahe an das Materielle ein Geistig-Astralisches herankommt. Und man kann daher sagen: Düfte sind die physischen Offenbarungen des Geistigen. Daher wird man finden, dass man für alle übrigen Sinnesempfindungen Korrespondierendes in der geistigen Welt findet, und man kann sprechen von einer geistigen Tastwahrnehmung, von einer geistigen Sehwahrnehmung, einer geistigen Tonwahrnehmung und so weiter, aber man kann sehr schwer sprechen von einer geistigen Geruchswahrnehmung, weil die Geruchswahrnehmung eigentlich sich ganz schon auslebt in der physischen Welt. Wenn der Geist -wenn ich mich so bildlich ausdrücken darf - am tiefsten heruntersteigt zu der physischen Welt, dann entsteht die Geruchswahrnehmung. ... Und deshalb spricht man im Ästhetischen nicht umsonst vom Geschmack. Da sehen Sie schon, ich möchte sagen, für das gewöhnliche Bewußtsein die Geschmacksempfindung herüber ins Beseelte übersetzt. Aber man kann nicht in derselben Weise von einer Beseelung der Geruchsempfindung sprechen; die ist eigentlich mehr oder weniger in der physischen Welt fertig. Höchstens unser ausgezeichneter, ernster und humoristischer deutscher Dichter Christian Morgenstern, der im Jahre 1914 gestorben ist ..., der hat in einer humoristisch-phantastischen Weise den Geruch verwendet, um ihn heraufzuziehen in die geistige Welt. Und wie er manches andere, was nicht der Wirklichkeit entspricht, aber deshalb nicht minder sehr humoristisch, sehr spaßhaft ist, wie er manches andere in dieser Weise in seinen humoristischen Gedichten zum Ausdruck gebracht hat, so hat er auch ein humoristisches Gedicht verfaßt über eine Orgel, die man nicht hört, die nicht also durch Töne sich kundgibt, in Harmonien und so weiter sich ausspricht, sondern die durch verschiedene Löcher verschiedene Düfte, die in der verschiedensten Art duften, aus sich herausströmen lässt; wenn man dann die verschiedenen Tasten anschlägt, laufen immer aus den Löchern gewisse Düfte heraus, die dann einen Zusammenhang geben: Düfte-Harmonien, Düfte-Melodien und so weiter. Das ist die berühmte «Geruchsorgel» von Christian Morgenstern, von der er in humoristischer Weise spricht in diesem Gedichte. ... Aber diese Sache ist eben durchaus spaßhaft, und man muss sagen, dass der Geruch für die physische Welt eigentlich etwas Abgeschlossenes ist. Der Geist ist da am weitesten heruntergestiegen, gibt sich in der physischen Welt kund, und das Geruchsmäßige, das Duftende, ist nicht in derselben Weise heraufzuheben, wie zum Beispiel schon der Geschmack, wie aber insbesondere dasjenige, was in den höheren Sinnen erscheint. Man tut daher ganz recht, und es entspricht das durchaus auch einer Wirklichkeit, dass man in der Literatur die bösen Geister, die so sehr gern in die physische Welt hereinkommen und da den Menschen alles mögliche antun, dass man diese duften lässt. Sie finden ja überall in der Literatur die betreffenden Andeutungen darüber, dass die bösen Geister gerade in bezug auf den Geruchsinn etwas aufdringlich sind. Das entspricht durchaus in dem Sinne der Wahrheit, dass der Geruch eigentlich in der physischen Welt etwas Abgeschlossenes ist."

Das heilende Prinzip im Menschen, Arzneien, Wiederholen derselben Sache: "Nun ist der ätherische Körper zugleich dasjenige, was eigentlich das heilende Prinzip im Menschen ist. Und wenn wir Arzneien bereiten, dann legen wir, wenn wir die Sache mit Verstand machen, es geradezu darauf an. Heute macht ja die Medizin all das, wie sie sagt, empirisch; da probiert man, wie dies oder jenes wirkt: Wenn etwa bei soundso viel Prozent es gewirkt hat, erklärt man es für ein Heilmittel; wenn der Prozentsatz gering ist, für keines und so weiter - auf die Zusammenhänge lässt man sich dabei nicht ein. ... Das eigentliche Heilen ist nicht nur in diesen Heilmitteln gelegen. Wenn wir mit voller Bewußtheit Heilmittel bereiten, so haben wir immer im Auge, an der betreffenden Körperstelle, wo die Heilung eingreifen soll, den ätherischen Leib zur besonderen Wirksamkeit zu bringen. Sagen wir, es habe jemand eine Leberkrankheit; würde man durch ein entsprechendes Heilmittel den ätherischen Leib der Leber zur besonderen Wirksamkeit bringen können, so würde das die Heilung bedeuten. - Also, gerade auf diesem Prinzip, den ätherischen Körper zu Wirksamkeit zu bringen, beruhen ja heute die mit Recht vielfach angewendeten Staumethoden. Wenn man irgendwo eine Verletzung hat, an irgendeinem Fingerglied und so weiter, und man staut oberhalb der verletzten Stelle ab, so dass für die äußere physische Beobachtung ein sogenanntes «eingeschlafenes» Glied entsteht, dann wird dadurch in der allereinfachsten Weise der ätherische Leib wirksamer als er sonst ist, weil er aus dem Physischen herausgeschaltet wird, und da macht sich durch die einfache, mechanische Abschnürung der ätherische Leib auf die allereinfachste Weise geltend. Aber man kann schon auch sagen: Wenn man einen Menschen, besonders einen abendländischen Menschen, der das gar nicht gewohnt ist, es irgendwie sonst im Leben anzuwenden, in der richtigen Weise Dinge wiederholen lässt, die sich auf seine Gesundung beziehen, so gelangt der Ätherleib in einen gewissen Rhythmus hinein, er schaltet sich aber dann auch aus der physischen Gewohnheit aus, und es können Heilkräfte erwachen. Das kann durchaus der Fall sein. Nur muss man sich klar sein darüber, dass diese Dinge beim abendländischen Menschen gut wirken können, weil er eben gewöhnt ist, nicht im Rhythmus zu leben. Der orientalische Mensch, der mehr den Rhythmus gerade verwendet für sein Geistesleben, wie ich es angedeutet habe, der wird gegen diese Dinge immun und er muss dann andere Heilmethoden suchen. Dasjenige, was man als Heilmittel anwenden will, das muss etwas sein, das einem ungewohnt ist, das man selten oder gar nicht sonst zur Anwendung bringt. Daher ist es auch gut - nicht wenn es um eine akute Krankheit, aber wenn es sich um eine chronische Krankheit handelt -, dass man, wenn man in bestimmten Stoffen ein sehr gut wirkendes Heilmittel hat, den betreffenden Patienten diese Substanz während einiger Zeit nicht genießen lässt, also sie ihm abgewöhnt; dann kann man sie später, nachdem er sie eine Zeitlang nicht genossen hat, als Heilsubstanz verwenden. Diese Dinge hängen alle zusammen. Hier sieht man am besten, wie das Materielle mit dem Spirituellen zusammenhängt, indem ein bloßes Wiederholen derselben Sache, die sich auf die Gesundung bezieht, Heilkräfte im ätherischen Leibe wachruft."

Kopf und Gliedmaßen, Atmung und die Blutzirkulation; Kopf als ganz leere hohle Kugel, ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet; dieser menschliche Kopf könnte niemals durch irgendwelche irdischen Kräfte entstehen: "Nichts am Menschen ist unzweckmäßig. Der Mensch hat, ich möchte sagen, aus der vollen Bedachtheit der Weltregierung heraus, diesen oben abgeschlossenen Kopf. Denn da dringt durch dasjenige, was den Geist am leichtesten in den Menschen einlässt, durch die äußere Knochenmasse, das Geistige in das Innere. Wenn man in der Lage ist, den Menschen geistig zu betrachten, so kommt man darauf, das größte Erstaunen darüber zu haben, wie leer eigentlich der Menschenkopf durch das eigene Innere des Menschen ist. Dem Kopf gibt nämlich das eigene Innere des Menschen am allerwenigsten. Der Mensch hat eigentlich in bezug auf das Geistige von sich aus eine ganz leere hohle Kugel da oben sitzen. Und alles Geistige muss in den Kopf hineinkommen von außen. Das ist nicht so mit den anderen Gliedern des menschlichen Organismus. Die sind, wie wir gleich nachher hören werden, von sich aus geistig. Nun unterscheiden wir danach also auch im Menschen drei Glieder: den Kopf, das rhythmische System, das Stoffwechsel- Gliedmaßensystem. Diese drei Glieder der menschlichen Natur stehen nun in einer ganz bestimmten Beziehung zu den drei Welten. ... So dass ich sagen muss: Der Kopf ist aus der Substanz der physisch-sinnlichen Welt gebildet. Dagegen ist alle Tätigkeit, welche diese Formen des menschlichen Kopfes plastisch ausbildet, all dasjenige, was dem menschlichen Kopfe aus der Substanz heraus durch Aktivität Form gibt, das ist ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet. So dass der Kopf in bezug auf die Aktivität ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet ist. Deshalb muss der Kopf auch nach oben offen sein - in geistiger Beziehung - , damit die geistige Tätigkeit hereinkommen kann. ... Das höchste Geistige, dasjenige, was man eigentlich himmlisch nennen kann, spielt aber erst in den Bau des menschlichen Kopfes herein. Dieser menschliche Kopf könnte niemals durch irgendwelche irdischen Kräfte entstehen, obwohl seine Substanz aus den Erdenstoffen genommen ist. So baut im menschlichen Haupte, das selber eine Art kleiner Kosmos ist, aus Erdenstoffen die Geisteswelt ein Gebilde auf. ... Sie sehen also, das Entgegengesetzte ist bei Kopf und Gliedmaßen der Fall. Der Kopf besteht aus Erdenstoff und wird seinen plastischen Formen nach aus der Himmelsaktivität gebildet. Die Gliedmaßen des Menschen und damit zusammen die Verdauungsorganisation sind ganz und gar aus Himmelssubstanz gebildet. Man würde sie nicht sehen, wenn sie nicht vom Kopf durchtränkt würden mit irdischer Substanz. Aber indem der Mensch geht, indem der Mensch greift, indem der Mensch verdaut, bedient sich die Himmelssubstanz der irdischen Kräfte, um dieses Leben auf Erden von der Geburt bis zum Tode zu führen. In dieser komplizierteren Weise steht der Mensch in Relation, in Beziehung zu den drei Welten. Es hat also die geistige Welt ihrer Aktivität nach Anteil an seinem Kopfe, ihrer Substanz nach Anteil an dem dritten Organisationssystem des Menschen, an dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Es hat die unterste, die am meisten sinnliche Welt durch ihre Aktivität Anteil an dem Stoffwechsel und den Gliedmaßenbewegungen. Durch ihre Substanz hat sie Anteil am Kopfe; dagegen ist das Substantielle des dritten menschlichen Systemes ganz und gar ein Geistiges. Im mittleren System, das die Atmung und die Blutzirkulation umfasst, in dem gehen eben durcheinander geistige Aktivität, stoffliche Substantialität. Aber die geistige Aktivität, die durch unsere Atmungsbewegungen, durch unsere Herzbewegungen strömt, die ist wieder etwas begleitet von Substantialität. Und ebenso ist die Substantialität des irdischen Wesens, insofern sie durch den Sauerstoff in die Atmung einströmt, etwas begleitet von irdischer Tätigkeit. Sie sehen also, in dem mittleren Menschen, in dem zweiten System des Menschen, da strömt alles zusammen. Da strömt himmlische Substantialität und Aktivität ein, da strömt irdische Aktivität und Substantialität ein. Dadurch wird der Mensch empfänglich, nun auch hier entgegenzunehmen die Aktivität der mittleren Welt und die Substantialität der mittleren Welt. Es kommt also im mittleren Menschen viel durcheinander. Deshalb müssen wir im mittleren Menschen dieses wunderbar vollkommene rhythmische System haben, den Herzrhythmus, den Lungenrhythmus im Atmen, weil alles dasjenige, was da an Aktivität und Substantialität durcheinanderkommt, im Rhythmus sich ausgleichen, sich harmonisieren, sich melodisieren will und es auch kann, weil der Mensch so veranlagt ist."

Traum und Traumdeutung: "Und dadurch erkennt man, dass der Traum nur dann richtig interpretiert wird, wenn man ihn nicht auf die naturalistisch-physische Welt bezieht, sondern wenn man seine Zusammenhänge auf die geistige, und vor allen Dingen in den meisten Fällen auf die moralische Welt bezieht. Der Traum will nicht dasjenige sagen, was er ausdrückt, wenn man seinen Inhalt physisch interpretiert. Er will dasjenige sagen, wozu man kommt, wenn man seinen Inhalt moralisch-geistig interpretiert. Nehmen wir zum Beispiel den Traum, an dem ich gestern die Verwirrung gezeigt habe, den Traum, wo man sich unbekleidet in furchtbarem Schamgefühl auf einem Spaziergang vor vielen Leuten befindet. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie durch die Tatsache, dass man drei Welten gegenübersteht, die ganze Seelenverfassung innerhalb des Traumbewußtseins zustande kommt. Aber sehen wir einen solchen Traum einmal richtig an, dann müssen wir sagen, es offenbart sich uns ein Inhalt, der sinnlich ausschaut, aber in dem Sinnlichen will sich uns Geistig-Moralisches offenbaren. Und so sollte derjenige, der einen solchen Traum hat, nicht auf den unmittelbaren, in Sinnesbildern erfolgenden Verlauf hinschauen, sondern er sollte sich fragen: Habe ich vielleicht zuweilen in meinem Tagesbewußtsein die Eigenschaft, mich nicht mit voller innerer Wahrheit den anderen Menschen zu geben? Habe ich nicht vielleicht im Gebrauche, mich zu sehr den konventionellen Bekleidungsstücken zu fügen und mich eigentlich einzuhüllen in allerlei, nun, was man so in der Außenwelt konventionell tut? Und habe ich nicht die Eigentümlichkeit, dadurch gerade manchmal mich nicht ehrlich zu geben im tiefen Innersten, sondern etwas unwahr zu geben? Wenn der Mensch nach einer solchen Richtung seine Gedanken bewegt, dann kommt er allmählich zu der moralisch-geistigen Interpretation des Traumes. Er bezieht dasjenige, was ihm erschienen ist, nicht auf die naturalistische Welt, sondern auf die geistige Welt, und er sagt sich: Indem ich hinübergegangen bin in die übersinnliche Welt während des Schlafes, traten geistige Wesenheiten aus der übersinnlichen Welt an mich heran und sagten mir, ich solle mich nicht in einer falschen, unwahren Bekleidung geben, sondern ich solle mich so geben, wie ich seelisch- geistig als Mensch innerlich bin. ... Oder nehmen wir einen anderen Traum, der sehr häufig vorkommt. Da träumt der Mensch, er gehe einen Weg dahin. Er geht in einen Wald hinein. Nach einiger Zeit merkt er, jetzt hat er sich verirrt, jetzt kann er nicht weiter. Er versucht weiterzugehen, kommt dahin, wo nun kein Weg mehr ist, wo nur Bäume sind. Er ist in einer gewissen inneren Unruhe. Nun nimmt der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein einen solchen Traum sehr leicht so, wie er sich einfach seinem Inhalte nach gibt. Aber ein solcher Traum, wenn man ihn so nimmt, dass man die naturalistischen Zusammenhänge vergisst, der zeigt einem gerade aus der geistigen Welt heraus: Die Verwirrung, in die du da hineingekommen bist, die liegt in deinen Gedanken. Nur gesteht man sich im Wachbewußtsein oftmals nicht gerne, wie verworren die Gedanken sind, wie sie sehr leicht auf Stellen auftreffen, wo man nicht mehr weiter kann, wo man immer im Kreise herumgeht. Das ist die Eigentümlichkeit, die insbesondere heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation sehr viele Menschen haben. Sie glauben aufgeklärt zu denken, aber sie tanzen im Kreise mit ihren Gedanken herum, entweder um konventionell Äußerliches oder um die Atome herum, die sie sich gedanklich konstruieren, oder um irgend etwas. Der Mensch ist natürlich nicht geneigt in seinem gewöhnlichen Bewußtsein, sich das wirklich zu gestehen. Der Traum ist eine in sinnlichen Bildern erfolgende Offenbarung für dasjenige, was der Mensch so eigentlich ist. Die geistigen Wesenheiten sagen dem Menschen im Traume das. Und wenn er dasjenige, was er auf solche Weise im Traum erlebt, in richtiger Selbsterkenntnis aufnimmt, so wird seine Selbsterkenntnis durch den Traum ganz besonders gefördert." [27] 

Der Mensch nach dem Tod, Seelenwelt, Geisterland, Bodhisattvas als Führer, Mondenfestung, Christus als Abgesandter der Sonne: "So kann man nicht sagen, wenn man nach dem Tode in der Seelenwelt ist. Da sagt man nicht: Ich, Mensch, bestehe aus Kopf, Brust mit dem Herzen, aus den Gliedmaßen mit den Stoffwechselorganen. Das hat gar keinen Sinn. Das alles haben wir abgelegt. Aber wir sagen nach dem Tode: Ich, Mensch, bestehe aus dem, was aus den Geistern des Mondes kommt. Und diese Rede: Ich, Mensch, bestehe aus dem, was aus den Geistern des Mondes kommt, die ist das Korrespondierende für das, was wir sagen hier auf Erden, wenn wir sagen: Ich habe einen Kopf. Also hier auf Erden müssen wir sagen: Ich habe einen Kopf. Nach dem Tode in der Seelenwelt müssen wir sagen: Ich habe das, was von den Geistern des Mondes kommt. Und hier auf Erden sagen wir: Ich habe ein Herz in der Brust, das drückt mein ganzes Atmungs-Zirkulationssystem aus. Diese Redeweise hat wiederum nur hier auf der Erde Bedeutung, denn natürlich, das Herz wird ja auch abgelegt. Nach dem Tode in der Seelenwelt müssen wir sagen: Ich trage in mir die Kräfte der Venus; und das ist nach dem Tode das Korrespondierende. Und während wir hier auf Erden sagen: Ich habe ein Gliedmaßen-Stoffwechselsystem mit all den Organen, die dazu gehören, hauptsächlich dem Nierensystem, müssen wir nach dem Tode korrespondierend sagen: In mir leben die Kräfte, die von den Merkurwesen ausgehen. So dass wir hier sagen auf Erden: Ich bin als Mensch Kopf, Brust, Unterleib und Gliedmaßen. Nach dem Tode sagen wir: Ich bin als Mensch Mond, Venus, Merkur. Das entspricht auch ganz und gar dem wirklichen inneren Dasein des Lebens. Denn es hängt ja hier auf Erden unser ganzes Dasein als physischer Mensch davon ab, wie Kopf und Herz und das Verdauungssystem zusammenwirken. Davon ist alles abhängig. Wir brauchen nur die geringste Handbewegung auszuführen, da wirkt in der geringsten Handbewegung das, was der Kopf arbeitet, was das Herz arbeitet und was das Verdauungssystem arbeitet, denn da verwandeln sich fortwährend die zugeführten Stoffe, indem ich meine Hand bewege. Unser ganzes Erdendasein verläuft in Kopf, Herz und Gliedmaßen, natürlich abgekürzt, in Abbreviatur gesprochen. So verläuft unser ganzes Dasein in der Seelenwelt im Wirken der dann in uns befindlichen Monden-, Merkur- und Venuskräfte." Der Übergang von der Seelenwelt zum eigentlichen Geisterland: "Er muss jetzt eine bedeutsame Metamorphose durchmachen auch für sein geistig-seelisches Dasein. Er muss dasjenige werden, was ich Ihnen in der folgenden Weise charakterisieren kann: Es muss die Sonne seine Haut werden. In seinem Umkreis muss überall Sonne sein. Wie wir hier auf Erden in bezug auf unseren physischen Leib von unserer Haut umkleidet sind, so müssen wir nun in ein Geistdasein eintreten, das von der Haut umkleidet ist, die überall aus geistigen Sonnenkräften besteht. Die Vorstellung davon ist nicht ganz leicht, weil Sie sich ja von der Erde aus vorstellen: dort ist die Sonne, und die strahlt her. Da ist die Sonne Mittelpunkt, und sie strahlt in den Umkreis. Indem man in den geistigen Sonnenbereich eintritt, ist die Sonne nicht mehr da an einem Orte, sondern sie ist überall im Umkreise. Man ist in der Sonne drinnen, und die Sonne strahlt einem von der Peripherie herein. Sie ist in der Tat die geistige Haut des Menschenwesens, das man jetzt geworden ist. Und nicht außerhalb der Sonne, sondern im Innern des geistigen Sonnenbereiches hat man jetzt das, was man wiederum als Organe ansprechen muss: wie im irdischen Dasein Kopf, Herz, Gliedmaßen, wie unmittelbar nach dem Tode Mond, Merkur, Venus, so hat man jetzt als Organe in sich, was man so ansprechen muss wie Mars, Jupiter, Saturn. Man ist also jetzt Sonne und hat die Organe in sich: Mars, Jupiter, Saturn. Das sind die inneren Organe, wie hier das Herz, wie hier die Zirbeldrüse oder wie hier die Niere. Aber das alles ist ins Geistige metamorphosiert. Und diese Organe, sie müssen erst nach und nach ausgebildet werden. Man hat sie nicht etwa gleich, wenn man aus der Seelenwelt in das Geisterland übertritt, voll ausgebildet. Sie müssen erst nach und nach ausgebildet werden. ... Der Mensch muss aber, indem er den Übergang finden soll vom Mondenbereich in den Sonnenbereich, eine Führerschaft haben. Ich habe schon hingedeutet auf diese Führerschaft. Wir haben ja gesehen, dass in der allerältesten Epoche der Menschheit diejenigen Wesen hier auf Erden gelebt haben, die sich dann in die kosmische Mondenfestung wie verschanzt, wie zurückgezogen haben. Die Wesen selber also sind solche, zu denen der Mensch erst wiederum eine Beziehung erlangt nach dem Tode. Aber es sind Nachfolger dieser Wesenheiten geblieben, welche von Zeit zu Zeit dann in den älteren nachfolgenden Epochen der Menschheit auf Erden erschienen sind. Im Orient hat man diese Wesenheiten die Bodhisattvas genannt. Die erschienen wohl im Menschenleibe verkörpert, waren aber dennoch die Nachkommen derjenigen Wesenheiten, die sich dann im Monde verschanzten. So dass das Leben der Bodhisattvas eigentlich verfließt in Gemeinschaft mit den in der kosmischen Mondenfestung lebenden Wesenheiten. Da liegen die Quellen ihrer Kraft, da liegen die Quellen ihrer Gedanken. Und sie waren es, die dann den Menschen Führer waren, ihnen den Übergang möglich gemacht haben durch das, was sie auf Erden sie lehrten, so dass die Menschen die Kraft hatten, als sie an das Ende der Mondenregion kamen, in die Sonnenregion überzugehen. ... Und wie man auf der einen Seite hinaufschauen muss zum Monde, wenn man ihn nicht bloß mit materialistischer Seele, materialistischem Geiste anglotzen will, sondern ihn verstehen will, wie man hinaufsehen muss zum Monde als einer Versammlung von geistigen Wesenheiten, die die Vergangenheit der Weltentwickelung für die Erde bedeuten, so müssen wir hinaufschauen zu der Sonne als der Versammlung derjenigen Wesen, welche die Zukunft der Erdenentwickelung bedeuten und heute auch schon die Gegenwart, und deren großer Abgesandter der Christus ist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Und durch das, was die Menschen durch die Beziehung zum Mysterium von Golgatha auf Erden aufnehmen, wird ihnen der Eingang ins Geisterland, das heißt, ins geistige Sonnenland möglich gemacht, um zu werden so, dass sie innerlich aufnehmen können in der Marsregion die Marsorgane, in der Jupiterregion die Jupiterorgane, in der Saturnregion die Saturnorgane. ... Und wir nehmen auf, während wir also unter dem Einflüsse der Mondenbevölkerung sind, die Impulse für unser Schicksal in den aufeinanderfolgenden Erdenleben, für das, was man in der orientalischen Weisheit immer das Karma genannt hat. Die Impulse für das Karma also, sie werden aufgenommen während der Zeit, da der Mensch unter dem Einflüsse der Mondenbevölkerung steht, die ihm sagen kann, wieviel seine Erdentaten, seine Erdengedanken wert sind für den ganzen Kosmos. ... Insbesondere sind es die Urteile der Angeloi, welche für den Wert der Taten des einzelnen Menschen wichtig sind, so dass der Mensch nach dem Tode von den Angeloi erfährt, was seine eigenen individuellen Taten im ganzen Kosmos für einen Wert haben."

Scotus Eriugena, Dantes «Commedia»: "Man braucht sich ja nur daran zu erinnern, daß auch nur durch das, was man einen Zufall nennt, selbst aus der späteren Zeit die Schriften des Scotus Eriugena gerettet worden sind, und man wird es nicht mehr als etwas absolut Absurdes empfinden, wenn aus der Geistesforschung heraus davon gesprochen werden muss, dass die größte Dichtung, die das Neue Testament hervorgebracht hat, von der späteren Kirche einfach ausgerottet worden ist mit Stumpf und Stiel, so dass nichts mehr in den folgenden Jahrhunderten davon da war. ... Die Dichtung selber, von der ich gesprochen habe, war nach jenem 4. nachchristlichen Jahrhundert nicht mehr vorhanden, aber allerlei Nachrichten von ihr, nicht urkundlich, aber mündlich, in einzelnen Kreisen, von Person zu Person erzählt, waren noch vorhanden, und in einzelnen Kreisen lebte das Andenken an jene Dichtung fort. Nur waren jene Kreise gehindert durch die herrschenden aufkommenden Kirchenkreise, öffentlich irgend etwas von dem, was da in den ersten drei bis vier Jahrhunderten gespielt hat, auch nur auszusprechen. Aber einer derjenigen, die noch etwas ahnten - obwohl in vielfach verwandelter Gestalt, nicht mehr in der Größe der Gestalt der ersten Jahrhunderte - von der Dichtung und der Stimmung der Menschheit, aus der diese Dichtung hervorgegangen ist, war der Lehrer des Dante. Und man kann sagen, auf diesem Wege ist auch noch in Dantes «Commedia» in einer gewissen Weise, allerdings schon nach der Dogmenseite hinüber orientiert, in einer gewissen Weise eine Inspiration hineingekommen von dem, was in den ersten christlichen Jahrhunderten gewesen ist." [28] 

Die Gegenwärtige Medizin, nicht nur die Biotech-Medizin, ist wie ohnmächtig; Psychoanalyse, der Gedanke ist richtig; aber man hat nicht die Wissenschaft, um das zu beherrschen, Dilettantismen, Dilettantismus zum Quadrat: "Sehen Sie, da finden Sie heute, indem die naturwissenschaftlich-medizinischen Anschauungen über den Menschen erweitert werden, dass es Menschen gibt, die im späteren Leben irgendwie in nervöse Zustände bekommen, die sich bis in die physische Konstitution des Menschen hineinerstrecken können, die zu wirklichen Krankheitsbildern führen. Da sieht dann die gegenwärtige Medizin, wie sie ohnmächtig ist, diese Krankheitsbilder in irgendeiner Weise anschaulich zu beherrschen, eine Pathologie bis zur Therapie zu treiben. Ich war selber ein unmittelbarer Zeitgenosse, als der ausgezeichnete Wiener Arzt, der Internist Breuer, einmal vor einem solchen Fall stand, wo etwas auftrat an einer Persönlichkeit, das aus physischer Forschungsmethode nicht mehr pathologisch zu fassen war. Da wurde zu der damals ja immer beliebter werdenden Hypnose Zuflucht genommen. Da versetzte man die Persönlichkeit in eine Hypnose. Man kam tatsächlich durch das Erforschen des hypnotisehen Zustandes darauf, wie ein furchtbar schockierendes, ein furchtbar schreckmachendes Lebensereignis in einer früheren Lebensepoche da war. Dieses Lebensereignis war gewissermaßen, so konnte man sich es dazumal nur erklären, hinuntergezogen in die untere Region des menschlichen Lebens, wo das Unterbewußte, das Unbewußte lagert. Da bildete es gewissermaßen eine «verborgene Seelenprovinz». Aber wenn der Mensch auch von so etwas nichts weiß, so ist es doch da in seinem Leben. Und es kann sogar krankheitserzeugend da sein. Dann hat man etwas in dem Menschen drinnen, was nur ein seelisches Erlebnis war, was nachwirkt, nachrumort, was gewissermaßen eine isolierte Provinz im Seelenleben ist, deren sich der Mensch nicht bewußt ist. Man kam darauf: Wenn man den Menschen daran erinnert, wenn man so etwas heraufbringt ins Bewußtsein, so dass er es bewußt ergreift, so kann es zur Heilung führen. Solche Tatsachen wird man aber im gegenwärtigen Erdenleben immer mehr und mehr finden. Aber man wird wissen müssen, wenn man verstehen will, warum die Menschheit befallen wird von solchen Zuständen - und immer mehr und mehr wird sie davon befallen werden -, man wird wissen müssen aus einer geistigen Erkenntnis heraus, wie es mit dem Immer-Kleinerwerden des oberen Teiles des astralischen Leibes wird, und wie in dem immer größerwerdenden unteren Teil des astralischen Leibes eine Tendenz besteht zur Ansammlung von solchen unterbewußten Seelenprovinzen. Man wird aufsteigen müssen von der seelenhaften Erkenntnis des Menschen zu der historischen Geist-Erkenntnis, zu der kosmischen Geist-Erkenntnis, um überhaupt solche Erscheinungen erklären zu können. Breuer war eine tiefere Natur - ich kannte ihn sehr gut - und ließ, weil er empfand, dass man in dieser Weise nicht weitergehen kann mit dem bloßen Wissen der Gegenwart, sozusagen den Faden der Forschung fallen. Dann nahmen ihn andere auf, Freud vor allen Dingen und seine Nachfolger, und es wurde dasjenige daraus, was gegenwärtig als Psychoanalyse überall funktioniert. Die beruht auf etwas durchaus Wahrem, denn die Erscheinungen sind da. Man ist genötigt, dasjenige, was sich physisch ausdrückt, im Seelenhaften zu suchen. Der Gedanke ist richtig; aber man hat nicht die Wissenschaft, um das zu beherrschen. ... Und so tritt diese Psychoanalyse, die auf der ganz natürlichen, historisch vor sich gehenden Defektheit des oberen astralischen Leibes des Menschen beruht, mit diesen Tatsachen auf bei Leuten, die erstens Dilettanten sind in der Seelenforschung, in der Geistesforschung, aber die auch Dilettanten sind in der Leibesforschung, in der Körperforschung, denn sie wissen nicht dem Geist in den Leib hinein zu folgen. So kommen zwei Dilettantismen zusammen, die wirklich einander gleich sind, denn diese Leute wissen wirklich so wenig vom wirklichen Seelen- und Geistesleben des Menschen wie vom physischen und ätherischen Leben. Diese zwei Größen kommen zusammen, und wenn zwei gleiche Größen aufeinander wirken, so multiplizieren sie sich: a x a = a2 oder D x D = D2, Dilettantismus multipliziert mit Dilettantismus ist Dilettantismus zum Quadrat. Es ist tatsächlich so, daß ein Richtiges, etwas, was auf ganz richtigen Unterlagen beruht, durch die Ohnmacht der Forschung in der Gegenwart eben als Dilettantismus sich darstellt. Aber man sieht in so etwas das Streben nach dem Richtigen. Man darf so etwas wie Psychoanalyse nicht wiederum hinstellen als etwas, was des Teufels ist, sondern als etwas, worin sich zeigt, dass unsere Zeit das will, was sie eben nicht kann, daher so etwas, wie das, was in der Psychoanalyse auftritt, erst in sein richtiges Fahrwasser eintreten wird, wenn es in die Geistesforschung mündet. Sonst mündet es dorthin, wozu Jung es gebracht hat, der Schweizer, der die Psychoanalyse in eine merkwürdige, kuriose Logik hineingetrieben hat." [29] 
 

10. Mehr zur eigentlichen Wissenschaft, der Initiationswissenschaft und Sternenerkenntnis; warum gerade in Griechenland der Jupiter (Zeus) besonders verehrt wurde; Renaissancezeit, Ikonen; Druidenkultur der Kelten, ihre Wissenschaft, ihre Heilmittel

Jupiter der Denker des Universums, Saturn der Gedächtnisbewahrer des Universums; warum gerade in Griechenland der Jupiter (Zeus) besonders verehrt wurde; Renaissancezeit; Mars ist der Agitator des Weltenalls, er will überreden,während der Jupiter nur überzeugen will; Venus, Merkur: "Wenn man versucht, irgendeine bedeutsame Rätselfrage des Daseins in klarem Denken zu erfassen, und man kommt wegen der menschlich-physischen und ätherischen Hemmnisse, wegen der astralischen Hemmnisse namentlich, nicht zurecht, dann treten die Wesen des Jupiter ein, und sie helfen einem. Die Wesen des Jupiter sind gerade die Helfer des Menschlichen für die menschliche Weisheitsentfaltung. Und derjenige, der sich so recht angestrengt hat, um in klarem Denken zu entwickeln irgendwelche Rätselfrage des Daseins und nicht auf ihren Grund kommen kann, der findet, wenn er Geduld hat und diese Rätselfrage weiter im Gemüte bearbeitet, dass ihm die Jupitermächte sogar während der Nacht helfen. Und mancher, der ein Tagesrätsel dann wie aus einem Traume heraus in der Nacht besser gelöst hat als am vorigen Tage, müsste sich, wenn er die Wahrheit durchschauen würde, eigentlich gestehen: Es sind die Jupitermächte, die das menschliche Denken, wenn ich mich so ausdrükken darf, in Schwung und Bewegung und Verve bringen. Wenn also der Saturn der Gedächtnisbewahrer des Universums ist, so ist Jupiter der Denker des Universums. Dem Jupiter verdankt der Mensch alles das, was er von der geistigen Gegenwart des Universums hat. Dem Saturn verdankt der Mensch alles das, was er von der geistigseelischen Vergangenheit des Universums hat. Es war aus einer gewissen Intuition heraus, dass gerade in Griechenland, wo man mit dem Geist so in der Gegenwart lebte, der Jupiter besonders verehrt wurde. ... Und suchen wir in der Weltgeschichte der Menschheit nach den Augenblicken, wo die Renaissance-Epochen eingetreten sind, wo ein Wiederheraufkommen alter Impulse eingetreten ist, wie etwa in der letzten Renaissancezeit, dann ist dieses Wiedererneuern alter Impulse durchaus zusammenhängend mit einer gewissen Konstellation zwischen Jupiter und Saturn. ... Gehen wir dann zum Mars über , so haben wir in dem Mars den Planeten, den man eigentlich - nicht wahr, eine Terminologie muss man ja haben - den vielsprechenden Planeten in unserem Planetensystem nennen kann. Er ist derjenige, der nicht, wie der Jupiter, mit seiner Weisheit in der Gedankenform zurückhält, sondern der eigentlich alles, was ihm zugänglich ist im Universum - und ihm sind ja nicht alle Dinge des Universums zugänglich, ich meine, den Seelen, die ihn bewohnen - , immer ausplaudert. Er ist der geschwätzigste Planet in unserem Planetensystem, er erzählt immer. Und er ist zum Beispiel ganz besonders wirksam, wenn Leute aus dem Schlaf, aus dem Traum heraus reden. Denn er ist auch im Grunde genommen derjenige Planet, der eine ungeheure Sehnsucht hat, immer zu reden, so dass er, wenn ihm irgend etwas von der menschlichen Natur zugänglich ist, wodurch er sie redselig machen kann, die Geschwätzigkeit anregt. Er ist der Planet, der wenig denkt, wenig Denker, aber viele Redner hat. Seine Geister stehen immer auf der Wacht, was sich da und dort in dem Universum darbietet, und dann reden sie davon mit einer großen Hingabe und mit einer großen Verve. Er ist derjenige, der in der mannigfaltigsten Weise im Verlaufe der Menschheitsentwickelung die Menschen anregt, Aussagen zu machen über die Weltengeheimnisse. Er hat seine guten und minder guten Seiten. Er hat seinen Genius und seinen Dämon. Der Genius wirkt so, dass die Menschen aus dem Universum heraus überhaupt die Impulse bekommen zur Sprache. Sein Dämon wirkt so, dass die Sprache in der verschiedensten Weise missbraucht wird. Er ist - in einem gewissen Sinne kann man das sagen - der Agitator des Weltenalls zu nennen. Er will überreden, während der Jupiter nur überzeugen will. ... Venus und Merkur tragen mehr das Seelisch-Geistige des Karmischen in den Menschen hinein und bringen es in seiner Gemütsanlage, in seinem Temperament zum Vorschein. Dagegen haben Mars und namentlich Jupiter und Saturn, wenn der Mensch in einem richtigen Verhältnis zu ihnen steht, etwas Befreiendes. Sie reißen ihn los von allem Schicksalsbestimmten und machen ihn gerade zu einem freien Wesen."

Maler der Renaissance im Gegensatz zur sentimentalen Unwahrheit der russischen Ikonenmalerei, die in eine Sackgasse geraten ist: "Es liegt ein ungeheurer Abgrund zwischen Cimabue und Giotto. Denn Giotto begann bereits mit dem, was dann Raffael auf besondere Höhe gebracht hat. Cimabue hatte es noch durch Tradition, Giotto wurde schon halber Naturalist. Er merkte: Die Tradition wird nicht mehr innerlich in der Seele lebendig. Jetzt muss man den physischen Menschen nehmen, jetzt hat man nicht mehr das Weltenall. Man kann nicht mehr aus dem Golde heraus malen, man muss aus dem Fleische heraus malen. ... Und da entstand die Madonna als Gegensatz der Ikone: die Ikone, die kein Gewicht hat, die Madonna, die ja Gewicht hat, wenn sie auch schön ist. Die Schönheit hat sich noch erhalten. Aber Ikonen sind überhaupt nicht mehr malbar, weil der Mensch sie nicht erlebt. Und es ist eine Unwahrheit, wenn die Menschen heute glauben, dass sie Ikonen erleben. Daher auch die Ikonenkultur eben in eine gewisse sentimentale Unwahrheit eingetaucht war. Das ist eine Sackgasse in der Kunst, das wird schematisch, das wird traditionell." [30] 

So können wir mit der eigentlichen Wissenschaft sagen: "Unser ganzes Erdenleben hindurch ist unser physischer Leib nicht unser; er würde durch uns selbst nicht seine Entwickelung durchmachen. Er ist, wie die alten Zeiten gesagt haben, der wahre Tempel der Gottheit, der dreifach erscheinenden Gottheit. Unser Ätherleib ist der Wohnplatz für die Hierarchie der Seraphim, Cherubim, Throne; unsere Organe, die dem Ätherleib zugeteilt sind, die müssen mitversorgt werden durch die Seraphim, Cherubim, Throne. Und das, was wir an physischen Organen und Ätherorganen haben, und was in der Nacht durch den astralischen Leib verlassen wird, das muss versorgt werden durch die zweite Hierarchie, Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Und was wir als Organe haben, die durch das Ich verlassen werden, das muss während der Nacht versorgt werden durch die dritte Hierarchie, durch die Angeloi, Archangeloi, Archai. So ist ein fortwährendes Wirken im Menschen, das nicht nur von ihm selbst ausgeht. Er hat sozusagen nur als ein Unterwohner Wohnung während des Wachens in diesem seinem Organismus. Dieser sein Organismus ist zu gleicher Zeit die Tempel- und Wohnstätte der Geister der höheren Hierarchien."

Druidenkultur der Kelten, ihre Wissenschaft, ihre Heilmittel: "Wir sehen nur in einer richtigen Weise auf diese - wir können sie durchaus so nennen - Druidenkultur hin, wenn wir das Wesentliche in ihr in einer früheren Epoche sehen als derjenigen, aus welcher uns jene mythologischen Vorstellungen vom Norden herüberklingen, die sich an den Namen des Wotan oder Odin knüpfen. Was sich an den Namen des Wotan knüpft, ist im Grunde genommen der Zeit nach später gelegen als diese Blütezeit der Druidenkultur. Man muss in dem Weisheitskreise, möchte man sagen, der hinweist auf den Götternamen des Wotan oder Odin, etwas sehen, was zunächst vom Osten herübergekommen ist von einem Mysterienkreise, der in der Nähe des Schwarzen Meeres war, und der dann seinen geistigen Inhalt von dem Osten nach dem Westen ergossen hat, indem gewissermaßen koloniale Mysterienstätten vom Schwarzen Meer herüber nach dem Westen hin in der verschiedensten Weise gegründet worden sind. ... Man nahm kein Buch in die Hand, um sich über die Zeit aufzuklären. Das einzige Buch, das es gab, war das Weltenall selbst. Und die Buchstaben, die sich zu Worten formten, ergaben sich aus den Beobachtungen, wie die Sonne auf dieses oder jenes wirkte, was als Vorrichtung aufgestellt war. Sie lesen heute nach, wenn Sie irgend etwas wissen wollen über das oder jenes; der Druidenpriester sah dasjenige an, was die Sonne an seinen Kromlechs tat. Da las er die Geheimnisse des Weltenalls. Da las er an dem, was sich ihm ergab, wann Weizen, wann Roggen und so weiter auszusäen ist. Das sind nur Beispiele. Für alles, was getan wurde, wurden die Impulse aus dem Weltenall abgelesen. Die größeren Impulse, die man brauchte, um den Jahreskalender vollständig zu machen, die ergaben sich aus der Beobachtung im Schatten des Druidenzirkels. So dass in dieser Zeit, in der es nichts gab von dem, was aus menschlichem Intellekt entspringt, eben als Einziges das Weltenall selbst da war. Und statt der Druckerpressen hatte man die Kromlechs, um aus dem Weltenall die Geheimnisse, die in ihm enthalten waren, herauszulocken. ... So wie er durch das Initiationsprinzip, dessen Spuren eben heute noch in diesen Denkmälern erhalten sind, sich in die Fähigkeit versetzte, zu erkennen, so erkannte er dann, namentlich wenn der nächtliche Himmel die Sterne über der Erde hervortreten ließ und der Mond über die Himmelsfläche ging, was in der Natur wirkt. Die Sonneninitiation gab ihm den geistigen Einschlag, den geistigen Impuls, und er hatte dann seine Naturwissenschaft. Unsere Naturwissenschaft ist eine Erdenwissenschaft, seine Naturwissenschaft war eine Mondenwissenschaft. Die zugrunde liegenden Mondenkräfte, die heraufstrahlten in den Pflanzen aus den Tiefen der Erde, die da wirkten in Wind und Wetter und den andern Elementen, die empfand er. Er empfand sie nicht in der abstrakten Weise, wie wir heute, wo wir eine Erdenwissenschaft haben, die Naturkräfte empfinden, er empfand sie in ihrer Lebendigkeit, in ihrem Weben und Wesen. Und dieses, was sich ihm da in Lebendigkeit darbot, das empfand er als die Elementarwesenheiten, die in den Pflanzen, die in den Steinen, die in allem lebten. Es waren diese Elementarwesenheiten, indem ihr Wohnsitz in den Bäumen, in den Pflanzen und so weiter war, in Grenzen eingeschlossen. Aber es waren ihnen nicht jene engen Grenzen gesetzt, die zum Beispiel heute den Menschen gesetzt sind, sondern es waren weitere Grenzen. Und so durchschaute der Druidenpriester, indem seine Naturwissenschaft eine Mondenwissenschaft war, wie diese Elementarwesenheiten sich auswachsen können, riesenhaft auswachsen können. Daraus bildete sich dann die Erkenntnis von den Riesen, den Jötunns, den Riesenwesen. Sah man in das Wurzelhafte einer Pflanze unter der Erde, in dem das Mondenhafte lebte, so hatte man das Elementarwesen in seinen rechten Grenzen. Aber diese Elementarwesen hatten das Bestreben, herauszugehen und sich äußerlich auszuwachsen, riesenhaft auszuwachsen. Wenn diese Art der Elementarwesen, die im Wurzelhaften ihr segensreiches Dasein trieben, sich zu Riesen auswuchsen, dann wurden sie zu den Frostriesen, die im Froste ihr äußeres physisches Symbolum hatten, die in all dem lebten, was zum Beispiel als verheerender Reif oder als sonstige verheerende Frostkräfte über die Erde hinstrich. Gewissermaßen die losgelassenen Wurzelkräfte der Pflanzen lebten im Frost, lebten in alledem, was eben riesenhaft über die Erde hinströmte und dann verheerend wirkte, während es sein Segensreiches in dem Wurzelhaften entfaltete. Dasjenige, was im Blattwachstum war, auch das konnte sich ins Riesenhafte auswachsen. Es lebte dann als riesenhaft vergrößertes Elementarwesen in den Nebelstürmen, die über die Erde mit all ihrem Inhalt in gewissen Jahreszeiten hinstrichen mit dem Blütenstaub der Pflanzen und so weiter. Und wenn das, was auf eine leise, bescheidene Art in der Blütenkraft der Pflanze lebt, wenn das ins Riesenhafte auswächst, dann wird es zum verheerenden Feuer. ... Und so sagten sich diese Druidenpriester: Schauen wir hinaus in die Natur, so sehen wir die verheerenden Wirkungen der Frostriesen, der Sturmriesen, der Feuerriesen. Aber wir können diesen Riesen, diesen Jötunns, dasjenige abnehmen, was sie in ungelenker Weise über die Welt ausbreiten, wir können ihnen das entreißen. Wir können diese losgelassenen Mondenkräfte wiederum in engere Grenzen bannen. Und indem sie das taten, indem sie das, was sich in der tauenden Erde, was sich im Sturm, im Winde, im Kochen der Sonnenhitze abspielt, indem sie das studierten und anwendeten auf das Sonnenhafte, das in den Pflanzen lebte und das sie in ihrer Initiation empfingen, erzeugten sie ihre Heilmittel, Heilkräuter und dergleichen, die darauf beruhten, dass die Riesen mit den Göttern versöhnt wurden. Jedes Heilmittel war in jener Zeit ein Zeugnis für die Versöhnung der Götterfeinde mit den Göttern selber. Ein Nahrungsmittel war dasjenige, was aufgenommen wurde unmittelbar unter Sonnen- und Mondenwirkung, so wie es sich in der Natur darbot. Ein Heilmittel war dasjenige, was der Mensch erzeugte, indem er die Natur fortsetzte, indem er die Riesenkraft bändigte, um sie in den Dienst der Sonnenkraft zu stellen. ... Diese Zivilisation müssen wir uns über große Teile von Nordund Mitteleuropa etwa vor drei oder dreiundeinhalb Jahrtausenden ausgebreitet denken. Da gab es nichts, was der Schrift ähnlich war. Da gab es nur diese kosmische Schrift. Und da hinein verbreitete sich eben vom Osten herüber, zunächst von einem Mysterium aus der Gegend des Schwarzen Meeres, dasjenige, was nun so, dass es das gewöhnliche Bewußtsein nicht mehr enträtseln kann, in der nordischen Mythologie enthalten ist, insofern diese an Wotan anknüpft. Denn was ist Wotan? Das Mysterium, aus dem diese Wotankultur hervorgegangen ist, war ein Merkurmysterium, ein Mysterium, das zu den Impulsen von Sonne und Mond die Impulse des Merkur hinzubrachte. So dass, man möchte sagen, in einer sonnen- und mondenerglänzenden Unschuld und Naivität diese alte Kultur da war, unberührt von dem, was durch die Merkurimpulse der Menschheit gesagt werden konnte. Nur drüben im Osten waren sie schon vorhanden, diese Merkurimpulse. Von dort aus verbreiteten sie sich nun kolonisierend nach dem Westen. Wotan-Merkur nahm seinen Einfluss nach dem Westen hin. Und damit ist zu gleicher Zeit ein Licht darauf geworfen, dass Wotan als der Bringer der Runenkunst, der Runenschrift geschildert wird, also als der Bringer dessen, was der Mensch an Entzifferungskunst des Weltenalls auf die erste, ganz primitive intellektualistische Weise aus sich selbst heraus schöpft. Da ist der allererste intellektualistische Einschlag, der Wotaneinschlag. Und so konnte man sagen, war jetzt hinzugekommen zu dem Sonnen- und Mondenhaften das Merkurhafte, das Wotanhafte. ... Und wiederum, worüber zuerst am meisten nachgedacht worden war - es geht das noch aus den Edda-Überlieferungen hervor -, das war nicht, wie man diesen Sohn der Wotanskräfte, den Baidur, von der Hei befreit - das ist eigentlich erst eine spätere Vorstellung -, sondern wie man ihn heilt. Und das tritt so hervor, dass man sagte, man habe viele Heilmittel, aber für Baidur, das heißt für die Intelligenz, die aus der Wotanschen Runenkraft hervorgeht, für die gibt es keine Heilmittel, die kann nur zum Tode führen. ... Es ist nun wunderbar, wie sich da im Norden durch den Einfluss der Merkurkräfte auf die Sonnen- und Mondenkräfte die Anschauung von dem Christus-Impuls vorbereitet. In Baidur, dem Gotte, der dem Tode verfällt und nicht auferstehen kann, sehen wir für den Norden den Vorläufer des Christus, der auch dem Tode verfällt, aber auferstehen kann, weil er nun wiederum unmittelbar von der Sonne kommt, während das, was von Wotan kommt als die Sonnenkraft, Baidur, die von Merkur  zurückreflektierte Sonnenkraft ist, die aus den Runen erstrahlende Sonnenkraft, die aus den Zeichen, die der Mensch aus seinem Intellekt heraus macht, erstrahlende Sonnenkraft ist. ... Das muss man sich in ganz Lebendiges verwandelt denken, wenn man zurückblicken will auf die Art und Weise, wie der Druidenpriester auf seine Heilmittel schaute. Da empfand er die Sonnenkräfte, die er kannte, die er behandelte in Pflanzen, in anderen Naturprodukten mit den Riesenkräften. Das war für ihn etwas ganz Lebendiges. Er entlockte den Riesen die Fabrikationskräfte für die Umwandlung der Pflanze in ein Heilmittel. Er wußte, dass er damit etwas für den ganzen Kosmos tat. Und dann schaute er auf den Menschen hin. Und durch seine besondere Art der Menschenerkenntnis sah er, wie aus den Intimitäten der natürlichen Menschen - namentlich durch das, was als Traumesvorstellung kam, als unbestimmtes, unbewußtes Heraufflackern der tieferen Menschennatur in das Bewußtsein -, unter dem Einflüsse dieser in das Innere der Menschen hineingegebenen Bezähmungsmittel der Riesenkräfte, die Dinge im Menschen wirken. Und so hatte er auf der einen Seite seinen Loki draußen in den wilden Feuerwirkungen, auf der anderen Seite dasjenige, was er dem Loki genommen hatte, um diese oder jene Pflanze in einem Verbrennungsprozesse zum Heilmittel umzuwandeln. Und da sah er dann in der Art und Weise, wie das im menschlichen Innern wirkte, die Lokikraft im Innern des Menschen. Da war sie entwaffnet. Und da sagte er sich: Was draußen in der Welt der Riesen verderbenbringend, gefahrdrohend wirken kann, das wirkt, wenn es in der richtigen Weise in das Innere des Menschen gebracht wird, eben heilsam. Giftkräfte gleichsam im Großen werden heilende Kräfte, wenn sie an die richtige Stelle gebracht werden." 

Wenn von Banausentum und Wissenschaft des Dämonischen die Rede ist, denkt man immer an die Sarazenen der Wissenschaft mit ihrem abstrusen Glaubensbekenntnis, die CrisprCas-manipulierte Pflanzen und Tiere ungekennzeichnet unters Volk bringen wollen ähnlich wie die Moralheuchler der Biotech-Medizin ihre zweifelhaften Produkte: Und dieser Art des geistigen Erlebens - nicht des materialistischen - bedarf es beim Menschen der Gegenwart, damit dieser Mensch der Gegenwart werden könne der Mensch der Zukunft. Aber es sind ja wirklich alle, ich möchte sagen, inneren Lebensgewohnheiten des Menschen, dadurch, dass er in sein ohnmächtiges abstraktes Denken und Vorstellen hineingekommen ist, zunächst so geworden, dass ihm wirklich, wenn er aufgeht in der Bildung der Gegenwart, das Reden vom Geistigen den Eindruck macht wie die Logarithmentafeln dem simplen Onkel, und dass er sich von dem, was in der Gegenwart doch immerhin da oder dort als gewaltige Wahrzeichen auftritt für ein Hereinwollen des Geistigen, dass er das sich so missdeutet, als ob diese Dinge die Hausnummern Europas wären. Das ist ein etwas weit hergeholter Vergleich, aber im Zusammenhang mit dem, was ich gesagt habe, verständlicher Vergleich. Denn das, was äußerlich heute so vielfach Lebensgewohnheit ist, ich möchte besser sagen, Lebensbeurteilungsgewohnheit ist, das drängt sich auch hinein in das allerwissenschaftlichste Denken, und wird dort nicht nur Philistrosität, sondern Philistrosität und niederes banausisches Menschentum in allerhöchster Potenz, wird Moralheuchelei, die sich wissenschaftlich umbrämt und umkleidet. Und wenn einmal sich etwas hervorwagen will, wenn auch nur in einer leisen Spur, dann wird es heute als etwas aufgenommen, was man eigentlich nach der materialistischen Ansicht mit klarem Menschenverstand nur «verrückt» nennen kann." [31] 
 

11. Mysterienstätten des Mittelalters; Aristoteles, Albertus Magnus, Agrippa von Nettesheim, Goethe und das Glaubensbekenntnis der heutigen Wissenschaft; Gestirn-Intelligenz und Gestirn-Dämonologie; altes und neues Weltensystem, die Wissenschaft ist eine Wissenschaft des Dämonischen geworden

Aristoteles, Albertus Magnus, Goethe und das Glaubensbekenntnis der heutigen Wissenschaft: "Sehen Sie, hier haben Sie auch sozusagen etwas historisch Dokumentarisches vor Ihre Seele hinzustellen. In der Aristoteles-Zeit hat man noch gewußt, wenn man, ich möchte sagen, innerhalb des Mysteriums sich gefragt hat, woher die Farben kommen, dass damit die Wesenheiten der dritten Hierarchie zu tun haben. Daher sprach es Aristoteles in seiner Farbenharmonie aus, dass die Farbe ein Zusammenwirken des Lichtes und der Finsternis bedeutet. Aber dieses geistige Element, dass man hinter der Wärme die Wesenheiten der ersten Hierarchie, hinter dem Lichte und seinem Schatten, der Finsternis, die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, hinter dem farbigen Aufglitzern in einem Weitenzusammenhange die Wesenheiten der dritten Hierarchie zu sehen hat, das ging verloren. Und es blieb nichts anderes übrig als die unglückselige Newtonsche Farbenlehre, über die bis ins 18. Jahrhundert herein die Eingeweihten gelächelt haben, und die dann das Glaubensbekenntnis derjenigen wurde, die eben physikalische Fachleute sind. Man muss eben wirklich von der geistigen Welt gar nichts mehr wissen, wenn man im Sinne dieser Newtonschen Farbenlehre sprechen kann. Und wenn man noch innerlich aufgestachelt ist von der geistigen Welt, wie es bei Goethe der Fall war, da sträubt man sich dagegen. Man stellt, wie er es getan hat, das Richtige hin und schimpft furchtbar. Denn Goethe hat nie so geschimpft als bei der Gelegenheit, wo er über Newton zu schimpfen hatte; er schimpfte furchtbar über das unsinnige Zeug. Solche Dinge kann man ja heute nicht begreifen, aus dem einfachen Grunde, weil heute jemand vor den Physikern ein Narr ist, der nicht die Newtonsche Farbenlehre anerkennt. Aber die Dinge liegen doch nicht so, dass etwa in der Goethe-Zeit Goethe ganz allein dagestanden hätte. Unter denen, die nach außen diese Dinge aussprachen, stand er allein da, aber die Wissenden, auch noch am Ende des 18. Jahrhunderts, sie wußten eben durchaus auch, wie innerhalb des Geistigen die Farbe erquillt. ... Man kann schon sagen: Kommt man an die Wissenden des 11., 12., 13. Jahrhunderts heran, so muss man solche Dinge verstehen. Sie können nicht einmal die Späteren mehr verstehen, Sie können nicht den Albertus Magnus verstehen, wenn Sie ihn lesen mit dem, was heute der Mensch weiß. Sie müssen ihn lesen mit einer Art von Wissen, dass solches Geistiges für ihn noch eine Realität war; dann verstehen Sie erst, wie er die Worte gebraucht, wie er sich ausdrückt.

Agrippa von Nettesheim hatte durchaus noch eine Erkenntnis davon, dass zum Beispiel in den Planeten unseres Planetensystems in ganz bestimmter Weise geartete geistige Wesenheiten vorhanden sind. "Agrippa von Nettesheim führt in seinen Schriften für jeden einzelnen Planeten dasjenige an, was er die Intelligenz des Planeten nennt, und dann dasjenige, was er den Dämon des Planeten nennt. Das weist hin auf Traditionen, die aus alten Zeiten damals noch durchaus vorhanden waren, die aber eben auch in dieser Zeit nicht bloße Traditionen waren. Das Hinaufschauen zu einem Planeten in dem Sinne, wie es die spätere Astronomie getan hat und noch heute tut, das wäre einem solchen Geiste wie Agrippa von Nettesheim noch ganz und gar unmöglich gewesen. Der äußere Planet, überhaupt der äußere Stern war nur etwas wie eine Ankündigung für geistige Wesenheiten, auf die der Seelenblick fiel, wenn man in der Richtung des Sternes sah. Und er wußte, dass die Wesenheiten, die mit den einzelnen Gestirnen verbunden sind, solche sind, welche das innere Dasein des Planeten regeln, aber auch die Bewegungen des Planeten im Weltenall regeln, welche die ganze Tätigkeit eines Gestirnes regeln und so weiter. Und solche Wesenheiten fasste er zusammen unter dem Namen Intelligenz des Gestirnes. Aber er wußte auch, wie aus dem Gestirn heraus und in dasselbe hineinwirken hemmende, man möchte sagen, die guten Taten des Gestirnes untergrabende Wesenheiten. Die fasste er zusammen unter dem Namen des Dämons des Gestirnes. Solch eine Erkenntnis war aber durchaus in der damaligen Zeit damit verbunden, dass auch
die Erde als ein solcher Weltenkörper aufgefasst worden ist, der seine Intelligenz und der seinen Dämon hat. Aber gerade das Wesentliche, das mit dieser Auffassung von der Gestirn-Intelligenz und von der Gestirn-Dämonologie verbunden war, ging ja ganz und gar verloren. ... wo ist es denn, dass sich diejenigen, die sich heute für Wissenschafter halten, überhaupt im Ernste mit diesen umfassenden Fragen beschäftigen, die aber doch schließlich das einzige sind, was den Menschen wirklich zu einem menschenwürdigen Dasein bringen kann? ... Der Mensch hat nicht seine Heimat auf der Erde, sondern der Mensch hat einen vorübergehenden Aufenthalt auf der Erde. Er ist in Wirklichkeit nach jener alten Anschauung ein Sonnenwesen. Er ist in seinem ganzen Sein mit der Sonne verbunden. Da er dieses ist, sollte er eigentlich als Sonnenwesen anders auf der Erde dastehen, als wie er ist. Er sollte so auf der Erde dastehen, dass die Erde ihrem Drange genügen könnte, aus dem mineralischen und dem pflanzlichen Reiche heraus den Samen des Menschen in ätherischer Form hervorzubringen, und der Sonnenstrahl sollte dann diesen von der Erde hervorgebrachten Samen befruchten. Und daraus sollte die ätherische Menschengestalt erscheinen, die erst durch dasjenige, was sie als eigenes, von sich selbst aus begründetes Verhältnis zu den physischen Erdenstoffen macht, die physische Erdenstofflichkeit annehmen sollte. Also es war etwa von den Zeitgenossen des Agrippa von Nettesheim - Agrippa hatte leider schon etwas von Trübung in seiner Erkenntnis -, aber von seinen besseren Zeitgenossen war eigentlich gedacht worden, dass
der Mensch nicht so, wie es nun einmal ist auf der Erde, irdisch geboren werden sollte, sondern dass der Mensch in seinem ätherischen Leibe durch das Zusammenwirken von Sonne und Erde zustande kommen sollte und sich seine irdische Gestalt, wandelnd als ätherische Wesenheit auf der Erde, erst geben sollte. Gewissermaßen in pflanzlicher Reinheit sollten erwachsen auf der Erde die Menschensamen, ätherisch da und dort auftretend als dunkel funkelnde Erdenfrüchte, dann überglänzt werden von dem Lichte der Sonne in bestimmter Jahreszeit, und durch jenes Überglänzen ätherisch Gestalt annehmend in menschlicher Art. Denn nicht aus dem Leibe der Mutter, sondern aus der Erde und dem, was auf ihr ist, sollte der Mensch selber heranziehen dasjenige, was er an physischer Substanz aus dem Erdenbereiche sich einverleiben sollte. So dachte man, wäre es eigentlich im Sinne der Weltengeistigkeit gewesen, dass der Mensch die Erde betritt. Und dasjenige, was später gekommen ist, ist dadurch gekommen, dass der Mensch einen zu tiefen Drang, eine zu intensive Begierde in sich hat erwachen lassen zu dem Irdisch-Stofflichen. Dadurch ist er verlustig geworden seines Zusammenhanges mit Sonne und Kosmos, und er konnte auf der Erde nur in Form der Vererbungsströmung sein Dasein finden. Dadurch aber hat gewissermaßen der Dämon der Erde seine Arbeit begonnen, denn mit Menschen, die
sonnengeboren wären, hätte sich der Dämon des Irdischen nicht beschäftigen können. Dann aber, wenn der Mensch also die Erde betreten hätte, dann wäre er wirklich die vierte Hierarchie. Da würde stets, wenn über den Menschen geredet würde, so geredet werden müssen, dass man sagte: Erste Hierarchie - Seraphim, Cherubim, Throne; dann zweite Hierarchie - Exusiai, Dynamis, Kyriotetes; dritte Hierarchie - Angeloi, Archangeloi, Archai; vierte Hierarchie - der Mensch, in drei Abstufungen des Menschlichen, aber eben eine vierte Hierarchie. Dadurch aber, dass der Mensch nach dem Physischen hin seinen starken Drang geltend gemacht hat, dadurch wurde er nicht das Wesen auf der untersten Sprosse der
Hierarchien, sondern das Wesen an der Spitze, auf der höchsten Sprosse der irdischen Naturreiche: Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich, Menschenreich. So hat man die Stellung des Menschen damals angesehen. Dadurch aber, dass der Mensch seine Aufgabe auf der Erde nicht gefunden hat, dadurch hat die Erde auch nicht ihre würdige Stellung im Kosmos. Denn es ist ja eigentlich dadurch, dass der Mensch gefallen ist, der eigentliche Regent der Erde nicht da. Was ist nun
gekommen? Der eigentliche Regent der Erde fehlt, und notwendig wurde, dass die Erde in ihrer Stellung im Kosmos nicht von sich aus regiert wurde, sondern regiert wurde von der Sonne aus, so dass der Sonne die Aufgaben zugefallen sind, die eigentlich auf Erden verrichtet werden sollen. Also es sah der mittelalterliche Mensch zur Sonne hinauf und sagte: In der Sonne sind gewisse Intelligenzen. Sie bestimmen die Bewegung der Erde im Kosmos, sie regeln, was auf
der Erde selber geschieht. Der Mensch sollte es tun. Die Sonnenkräfte sollten auf der Erde durch den Menschen für das Dasein der Erde wirken. - Dadurch entstand jene bedeutsame Vorstellung des mittelalterlichen Menschen, die eingeschlossen ist in die Worte: Die Sonne, der unrechtmäßige Fürst dieser Welt."

Altes und neues Weltensystem, die Wissenschaft ist eine Wissenschaft des Dämonischen geworden: "Und es wurde dem Schüler anvertraut, dass hier ein Weltenirrtum vorliegt, ein durch menschliche Schuld bewirkter Weltenirrtum. Und dann wurde zusammengefasst für diesen Schüler dasjenige, was er sich tief in die Seele und tief ins Herz schreiben sollte: Da haben nun die Menschen das alte Weltensystem überwunden und ein anderes an die Stelle gesetzt und wissen nicht einmal, dass dieses andere, das sie für richtig ansehen, das Ergebnis der eigenen Menschenschuld ist. Was nur der Ausdruck, was nur die Offenbarung der Menschenschuld ist, sieht man einfach als das Richtige gegenüber dem Falschen an. - Was ist geschehen in der neueren Zeit?, so sagten dann die Lehrer diesem Schüler. Die Wissenschaft ist gestürzt worden durch die Schuld des Menschen. Die Wissenschaft ist eine Wissenschaft des Dämonischen geworden. - Bis dann am Ende des 18. Jahrhunderts auch solche Dinge unmöglich geworden sind." [31] 
 
 

12. Die Weltgeschichte; ephesische Mysterien, Heroensagen, Griechentum, Alexanderlied, Aristoteles; die griechischen Mysterien sind die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden; Herodot, Heraklit, Platon, Pythagoras, Zug Alexanders des Großen,  Harmonisierung zwischen hellenischer und orientalischer Zivilisation; heutige barbarische Biotech-Wissenschaftler, auch in Schulen, auf Universitäten wird so gelehrt und ein krankhaftes Menschengeschlecht herangezüchtet, materialistischer Unsinn wie Gentechnik, CrisprCas usw.

Ephesische Mysterien, Heroensagen, Griechentum, Alexanderlied, Aristoteles; die Schüler dieser alten Mysterien erlebten noch in den Mysterien das Eingegliedertsein des Menschen in den Kosmos. In den ephesischen, den kleinasiatischen ephesischen Mysterien, die zu Griechenland gehören und später von türkischen Barbaren erobert wurden, erlebte man in ganz besonders intensiver Weise mit seinem ganzen Menschen dasjenige, was dann später einen paradigmatischen Ausdruck gefunden hat in den Anfangsworten des Johannes-Evangeliums: «Im Urbeginne war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und ein Gott war das Wort.» Das war ein majestätischer, gewaltiger Eindruck, den der Mensch in Ephesus bekam, wenn er aufmerksam daraufgemacht wurde, dass in seiner Sprache der mikrokosmische Nachklang dessen lebt, was einmal makrokosmisch war. "Und der Schüler von Ephesus fühlte, indem er sprach, in dem Erlebnis des Sprechens eine Einsicht in das Wirken des Weltenwortes, wie es einstmals sinnvoll das flüssigflüchtige Element bewegte, wie es oben grenzte an die schaffenden Weltengedanken, unten an die entstehenden Erdenkräfte. ... Gerade in Ephesus drüben, an jener Stätte, an der ja auch Heraklit lebte und an der noch so viel von alter Realität empfunden wurde bis in die spätere griechische Zeit herein, bis ins 6., 5. Jahrhundert der vorchristlichen Zeit, gerade in Ephesus konnte man noch nachempfinden die ganze Realität, in der einstmals die Menschheit gelebt hat, als sie noch in unmittelbarer Beziehung zu dem Göttlich-Geistigen stand, als noch Asia nur der unterste der Himmel war, in dem man noch in Verbindung stand mit den oberen Himmeln, die daran grenzten, weil in Asia die Naturgeister erlebt wurden, darüber die Angeloi, Archangeloi und so weiter, darüber die Exusiai und so weiter. Und so kann man sagen: Während schon in Griechenland selbst die Nachklänge nur sich herausbildeten an dasjenige, was einstmals Realität war, während dasjenige, was Wirklichkeit war, sich umwandelte in die Bilder der Heroensagen, an denen noch deutlich zu merken ist, dass sie hinweisen auf ursprüngliche Realitäten, während in Griechenland das dramatische Element ursprünglicher Realitäten in Äschylos Leben gewann, war es eigentlich in Ephesus noch immer so, dass man, in das tiefe Dunkel der Mysterien getaucht, Nachklänge jener alten Realitäten empfand, in denen der Mensch in unmittelbarem Zusammenhange mit der göttlich-geistigen Welt lebte. Und das ist ja das Wesentliche des Griechentums, dass der Grieche in die dem Menschen näherliegenden Mythen und in die dem Menschen näherliegende Schönheit und Kunst getaucht hat, also ins Abbild getaucht hat dasjenige, was einstmals im Zusammenhange mit dem Kosmos eben vom Menschen erlebt werden konnte. ... Das Eigentümliche ist, daß in Alexander und in Aristoteles Menschen lebten, die eine andere Beziehung zum Geistigen hatten als ihre Umgebung, die, trotzdem sie sich nicht viel kümmerten um die samothrakischen Mysterien, dennoch in ihrer Seele eine große Verwandtschaft hatten mit dem, was in den samothrakischen Mysterien mit den Kabiren vorging. Das hat man lange Zeit gefühlt, im Mittelalter noch nachgefühlt. Und man muss schon sagen - darüber machen sich die Menschen heute ganz falsche Vorstellungen -, wie noch im Mittelalter, bis herein ins 13., 14. Jahrhundert, bei einzelnen Menschen aller Stände ein deutliches geistiges Anschauen wenigstens auf dem Gebiete war, das man einstmals im alten Oriente drüben Asia genannt hat. Und das im Mittelalter von einem Priester gedichtete «Alexanderlied» ist immerhin ein sehr bedeutsames Dokument des späteren Mittelalters. Gegenüber dem, was heute in der Geschichte entstellt lebt von demjenigen, was sich abgespielt hat durch Alexander und Aristoteles, erscheint das, was der Priester Lamprecht als Alexanderlied etwa im 12. Jahrhundert gedichtet hat, noch als eine großartige, mit der alten verwandte Auffassung dessen, was durch Alexander den Großen geschehen ist. ... Wer aber heute noch sich vertieft in das Wenige, was von den naturwissenschaftlichen Schriften des Aristoteles erhalten ist, der wird bei Aristoteles sehen, wie gewaltig seine Einsicht noch war in den Zusammenhang des Kosmos mit dem Menschen. Ich möchte Sie da nur auf eines aufmerksam machen. ... Das lesen ja auch heute noch die Gelehrten in den Büchern, die über Aristoteles geschrieben werden. Aristoteles selber aber sagte seinem Schüler Alexander immer wieder und wiederum: Jener Äther, der da außerhalb des Irdisch-Wärmehaften ist, also der Lichtäther, chemische Äther, Lebensäther, war auch einstmals mit der Erde verbunden. Das alles ging bis zur Erde herein. Als aber der Mond sich zurückzog in der alten Entwickelung, da zog sich der Äther von der Erde zurück. Und - so meinte Aristoteles zu seinem Schüler Alexander - so ist dasjenige, was äußerlich räumlich tote Welt ist, auf der Erde zunächst nicht vom Äther durchzogen. Aber wenn zum Beispiel der Frühling naht, dann bringen die Elementargeister von dem Monde für diejenigen Wesen, die entstehen - die Pflanzen, die Tiere, die Menschen -, den Äther aus dem Mondenbereiche gerade wiederum in diese Wesen hinein, so dass der Mond das Gestaltende ist."

Die griechischen Mysterien sind die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden; Herodot, Heraklit, Platon, Pythagoras  : "Das ist der große Umschwung im Mysterienwesen vom alten Orient nach Griechenland herüber, dass die alten orientalischen Mysterien unterworfen waren den Bedingungen von Erdenort und Erdenraum, dass die griechischen Mysterien diejenigen waren, wo der Mensch in Betracht kam mit dem, was er den Göttern entgegenbrachte. Der Gott kam sozusagen in seinem Schattenbilde, in seinem Spektrum, wenn der Mensch gewürdigt werden konnte durch die Vorbereitungen, die er dazu gemacht hatte, dass der Gott im Spektrum zu ihm kam. Dadurch sind die griechischen Mysterien wirklich die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden. Nun, mitten drinnen zwischen den alten orientalischen und den griechischen Mysterien stand das von Ephesus. Es hatte eben seine besondere Stellung. Denn in Ephesus konnten jene, die dort die Einweihung gewannen, durchaus noch etwas von den gigantischen, majestätischen Wahrheiten des alten Orients erfahren. Sie wurden noch berührt von dem inneren Empfinden und Fühlen des Zusammenhanges des Menschen mit dem Makrokosmos und dem göttlichgeistigen Wesen des Makrokosmos. Oh, in Ephesus war noch viel von dem wahrzunehmen, was überirdisch war. Und die Identifizierung mit der Artemis, mit der Göttin des Mysteriums von Ephesus, die brachte eben noch jenen lebendigen Zusammenhang: Die Pflanzenwelt ist die deine, die Erde hat sie nur aufgenommen. Die Tierwelt hast du überwunden, du hast sie zurücklassen müssen. Du musst möglichst mit Mitleid schauen auf die Tiere, die auf dem Wege zurückbleiben mussten, damit du Mensch werden konntest. - Dieses Sich-eins-Fühlen mit dem Makrokosmos, das wurde noch aus den unmittelbaren Erlebnissen, noch aus den Realitäten dem Eingeweihten von Ephesus überliefert. ... Nun muss man bedenken: Bevor diese Individualitäten wiederum erschienen in der Dekadenz der Griechenzeit, in dem Aufblühen der makedonischen Zeit, was war da über Griechenland hinweggegangen! Dieses Griechenland der alten Zeit, das im Grunde genommen sich über das Meer hinüber ausdehnte und auch Ephesus umfasste, bis tief nach Kleinasien hineinging, dieses Griechenland, das hatte eben in den Schattenbildern durchaus noch den Nachklang der alten Götterzeit. Im Schatten wurde der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt wohl erlebt. Aber aus dem Schatten arbeitete sich das Griechentum allmählich heraus, und wir sehen ja stufenweise, wie sich die griechische Zivilisation aus einer sozusagen göttlichen Zivilisation in eine rein irdische hineinarbeitet. Oh, die wichtigsten Dinge des geschichtlichen Werdens werden ja gar nicht berührt in dem, was heute ganz materialistisch äußere Geschichte ist! Wichtig für die ganze Auffassung des Griechentums ist das allerdings, weil nur mehr ein Schattenbild da war in der griechischen Zivilisation von der alten Göttlichkeit, in der der Mensch zusammenhing mit den übersinnlichen Welten, dass der Mensch allmählich herauskam aus der Götterwelt und zu dem Gebrauche seiner eigenen, ganz individuell persönlichen geistigen Fähigkeiten kam. Das ging stufenweise vor sich. Wir können es den Dramen des Äschylos noch ansehen, wie da dasjenige, was noch gefühlt wird von der alten Götterzeit, wie das nun noch auftritt in künstlerischem Bilde. Aber kaum kommt Sophokles, so reißt schon sozusagen der Mensch sich ab von diesem Sich-zusammen-Fühlen mit dem göttlich-geistigen Dasein. Und dann, dann tritt etwas ein, was an einen Namen geknüpft ist, der ganz gewiss nicht hoch genug zu schätzen ist von einem gewissen Gesichtspunkte aus; aber es gibt ja verschiedene Gesichtspunkte in der Welt. ... Da kam der erste Prosaiker der Geschichte, Herodot, herauf. Und man könnte von da an viele Namen nennen, immer zielt das daraufhin, sozusagen herauszureißen die Menschheit aus dem Göttlich-Geistigen, sie hinzustellen in das rein Irdische. Aber immerhin war über diesem ganzen Irdischwerden während des Griechentums ein Glanz, ein Glanz, von dem wir morgen hören werden, dass er eben nicht auf das Römertum und nicht auf das Mittelalter übergegangen ist. Ein Glanz war da. Den Schattenbildern, auch den in der Abenddämmerung der griechischen Zivilisation verglimmenden Schattenbildern spürte man es noch an, empfand man es an, dass sie göttlichen Ursprungs waren. Und inmitten von all dem, wie die Zufluchtsstätte, wo man Aufklärung fand über all das, was da in Griechenland, ich möchte sagen, in Fragmenten der Kultur vorhanden war, inmitten von all dem stand Ephesus. Heraklit, viele der größten Philosophen, auch Piaton, Pythagoras, sie alle haben noch von Ephesus gelernt. Ephesus war wirklich dasjenige, was bis zu einem gewissen Punkte bewahrt hatte die alten orientalischen Weistümer." 

Zug Alexanders des Großen; er ist der Befreier von all dem geistigen Sklavenzeug, das bis dahin in der heutigen islamischen Welt geherrscht hat. Das Perserreich durchdringt er mit einer Kultur, mit einer Zivilisation, zu der die Perser niemals imstande gewesen sind; Harmonisierung zwischen hellenischer und orientalischer Zivilisation: "Und nun sehen wir, wie mit diesem Zug Alexanders des Großen tatsächlich in einer ganz wunderbaren Weise nicht eine Kultureroberung gemacht wird, wie man nicht versucht, irgendwie Hellenentum in einer äußeren Weise dem Orientalen zu bringen, sondern Alexander der Große nimmt überall nicht nur die Sitten des Landes an, sondern er ist überall imstande, aus den Herzen, aus den Gemütern der Menschen heraus zu denken. Als er nach Ägypten, nach Memphis kommt, wird er als ein Befreier von all dem geistigen Sklavenzeug angesehen, das bis dahin geherrscht hat. Das Perserreich durchdringt er mit einer Kultur, mit einer Zivilisation, zu der die Perser niemals imstande gewesen sind. Bis nach Indien dringt er vor. Den Plan fasst er, den Ausgleich, die Harmonisierung zu bewirken zwischen hellenischer und orientalischer Zivilisation. Überall gründet er Akademien. Die bedeutsamsten für die Nachwelt sind ja dann die Akademien, die er in Alexandria, in Nordägypten, gründete. Aber das allerwichtigste ist, dass er überall in Asien drüben große und kleine Akademien gründet, in denen dann in der folgenden Zeit die Werke des Aristoteles, auch die Traditionen des Aristoteles gepflegt werden. Und das hat durch Jahrhunderte in Vorderasien weitergewirkt, so weitergewirkt, dass, ich möchte sagen, immerfort noch wie im schwachen Nachbilde sich das wiederholt hat, was Alexander inaugurierte. Alexander hat zunächst in einem mächtigen Stoß das Naturwissen drüben in Asien gepflanzt bis nach Indien hinein - durch seinen frühen Tod war er nur nicht imstande, bis nach Arabien zu kommen: Das war sein Hauptziel. Bis nach Indien hinein, bis nach Ägypten hinein, überallhin verpflanzte er das, was er als Naturgeist-Wissen von Aristoteles aufgenommen hatte. Und er hat es überall so hingestellt, dass es fruchtbar werden konnte dadurch, dass die Menschen, die es aufnehmen sollten, es als ihr Eigenes empfanden, nicht als ein fremdes Hellenisches, das ihnen aufgedrängt werden sollte. Es konnte tatsächlich nur eine so feuersprühende Natur wie Alexander der Große dies bewirken, was da bewirkt worden ist. Denn immerdar kamen Nachschübe. Viele Gelehrte der späteren Zeit gingen wiederum von Griechenland hinüber, und insbesondere war es eine der Akademien - außer Edessa war es die Akademie von Gondishapur -, welche durch Jahrhunderte hindurch immer wieder und wiederum Nachzüge aus Griechenland erfahren hat. Da wurde das Ungeheure vollzogen, dass dasjenige, was vom
Oriente herübergekommen war, was in Ephesus gestoppt worden ist durch die Brandfackel des Herostrat, dass das von seinem Schattenbilde, das in Griechenland war, zurück beleuchtet wurde bis zum letzten Akt, als durch oströmische Tyrannei die griechischen Philosophenschulen geschlossen wurden im 6. nachchristlichen Jahrhunderte und die letzten der griechischen Philosophen sich hinüberflüchteten nach der Akademie von Gondishapur. ... Und Alexander wollte, da Ephesus physisch an seinem Geburtstage zugrunde gegangen war, ein geistiges Ephesus, das seine Sonnenstrahlen über Orient und Okzident ausstrahlen sollte, begründen. In tieferem Sinne lag dem Wollen Alexanders zugrunde, ein geistiges Ephesus zu begründen über Vorderasien bis nach Indien hinein, über das ägyptische Afrika, über den Osten von Europa."  [32] 

Nicht nur der heutige barbarische Biotech-Wissenschaftler geht gedankenlos durch die Welt, auch in Schulen, auf Universitäten wird so gelehrt und ein krankhaftes Menschengeschlecht herangezüchtet, dass die Menschen seelisch paralysiert werden, was man nicht nur an den islamisierten amerikanischen Universitäten beobachten kann: "Denn so ist die Welt der abstrakten Ideen, die der Mensch heute anknüpft an alles: man kann mit ihnen hinein in die geistige Welt, aber nicht wieder mit ihnen heraus. Und wenn man diese Szene sieht, die wirklich heute im Schlafe mehr Seelenerleben, als man gewöhnlich glaubt, dann sagt man sich: Oh, wenn es nur gelänge, diese Seelen davor zu behüten, dass, was sie im Schlafe erleben, sie nicht auch im Tode erleben müssen. - Denn wenn ... die menschliche Zivilisation lange unter demjenigen bliebe, was man heute in den Schulen aufnehmen, durch die Zivilisation überliefert erhalten kann, dann würde aus dem Schlafe Leben werden. Die Menschenseelen würden hinübergehen durch die Pforte des Todes in die geistige Welt, aber nicht wieder eine Kraft der Ideen in das nächste Erdenleben bringen können. Denn man kann hinein mit den heutigen Gedanken in die geistige Welt, nicht aber mit ihnen wieder heraus. Man kann nur seelisch paralysiert wieder herauskommen. ... und zuletzt würde das bewirken, dass ein Menschengeschlecht in der Zukunft geboren würde, welches keinen Verstand, keine Möglichkeit, Ideen im Leben anzuwenden, in diesem künftigen Erdenleben zeigte, und das Denken, das Leben in Ideen würde von der Erde verschwinden. Ein krankhaftes, bloß instinktives Menschengeschlecht würde die Erde bevölkern müssen. Schlimme Gefühle und Emotionen allein, ohne die orientierende Kraft der Ideen, würden Platz greifen in der  Menschheitsentwickelung. ... wenn das so fortgeht, wird schon, wenn die Menschen, die heute leben, neuerdings in einer Inkarnation auf Erden erscheinen, die Erde barbarisiert sein. Die Menschen werden ohne Ideen, nur noch in Instinkten leben." So weit haben wir es gebracht, weil keine Spiritualität mehr gelehrt wird, nur noch materialistischer Unsinn wie Gentechnik, CrisprCas usw. [33] 
 

13. Die Grundimpulse des weltgeschichtlichen Werdens der Menschheit; Mondensphäre und Gruppenseelen der Tiere; Mineralien und Planeten, Weltenharmonie; Gedanken, die eine ätherische Lebendigkeit haben; der ganze Kosmos in seiner lebendigen Wirksamkeit; Einatmungsvorgang, Joga, Therapie, Therapie in der griechisch-römischen Zeit; Außerirdische elementarische geistige Wesenheiten, elementarische Erdgeister; Gespensteraberglauben, Aberglauben der Vererbung wie er in der heutigen Wissenschaft an Universitäten gelehrt, von Zeitungen wie der FAZ verbreitet wird; Totes Denken im Gegensatz zum lebendigen Denken im Sinne von Goethe; Arabismus, materialistische Naturwissenschaft


Mondensphäre und Gruppenseelen der Tiere; "Aber außerdem erlebt man in dieser Mondensphäre allerlei von mannigfaltigen Elementarwesen, von denen man sehr bald bemerkt, dass sie eine Art traumhaftes, aber sehr hell traumhaftes Bewußtsein haben, das mit einem helleren Bewußtseinszustand abwechselt, der sogar heller ist als das menschliche Bewußtsein auf Erden. Diese Wesenheiten pendeln gewissermaßen zwischen einem dumpfen, traumhaften Bewußtseinszustande und einem helleren Bewußtseinszustande, als ihn der Mensch auf Erden hat. Diese Wesenheiten lernt man kennen. Sie sind zahlreich, und sie sind in ihrer Gestaltung außerordentlich voneinander verschieden. Man erlebt in dem Lebenszustande, den ich jetzt schildere, diese Wesenheiten so, dass man sieht, wie sie dann, wenn sie ein dumpferes, traumhaftes Bewußtsein bekommen, hinunterschweben zur Erde, wie sie gewissermaßen durch die Mondengeistigkeit hinuntergestoßen werden auf die Erde und wie sie wiederum zurückschweben. Ein reiches Leben stellt sich dar von solchen auf die Erde hinunterschwebenden und wiederum zurückschwebenden, auf und nieder strömenden Gestalten solcher Art, wie ich sie eben geschildert habe. Man lernt erkennen, dass das auf der Erde befindliche Tierreich mit diesen Gestaltungen in Beziehung steht. Man lernt erkennen, dass diese Gestalten die sogenannten Gruppenseelen der Tiere sind. Diese Gruppenseelen der Tiere senken sich hinunter. Das bedeutet: irgendeine Tierform wacht unten auf der Erde. Wenn diese Tierform mehr in einem solchen Zustande ist, wo sie unten schläft, dann kommt die Gruppenseele in die Höhe hinauf. Kurz, man merkt, dass das Tierreich mit dem Kosmos in einer solchen Beziehung steht, dass innerhalb der Mondensphäre das Lebensfeld für die Gruppenseelen der Tiere ist. Die Tiere haben keine individuellen Seelen, sondern ganze Gruppen von Tieren, die der Löwen, der Tiger, der Katzen und so weiter haben gemeinsame Gruppenseelen. Diese Gruppenseelen führen eben ihr Dasein in der Mondensphäre, auf und nieder schwebend. Und in diesem Aufundniederschweben wird das Leben der Tiere aus der Mondensphäre herein bewirkt."

Mineralien und Planeten, Weltenharmonie: "Hat einen nun so der Pflanzenweg zu einem Planeten geführt - man hat immer die Idee des Mineralischen auf der Erde, die einen hinausgetragen hat, mitgenommen - , ist man an dem betreffenden Planeten angekommen, dann beginnt jetzt diese Idee, die einen aus dem Mineralischen hinausgetragen hat, diese Idee, die immer lebendiger und lebendiger geworden ist, zu klingen in dem betreffenden Planeten. So dass man nach dem Tode ein Hinausgeführtwerden auf dem Pflanzenwege erlebt, ein Sich-Erleben der mineralischen inneren Wesenheiten in immer mehr und mehr lebendigen Ideen. Diese Ideen werden zu geistigen Wesenheiten. Wenn sie ankommen, die eine lebendige Idee bei dem einen Planeten, die andere bei dem andern Planeten, so fühlen sich diese jetzt zu Wesenheiten gewordenen Mineralideen wie in ihrer Heimat. Eine Mineralsorte fühlt sich heimisch im Jupiter, die andere Mineralsorte fühlt sich heimisch im Mars und so weiter. Und das, was auf der Erde nur als unscheinbar angesehen war, das beginnt nun in dem betreffenden Planeten, wenn es angekommen ist, zu tönen und in der mannigfaltigsten Weise zu erklingen. So dass man jetzt das, was auf der Erde mineralische Abbilder hat, die nur mit den Sinnen gesehen werden, aus dem Inneren der Planeten erklingen hört und auf diese Weise sich in die Sphärenharmonie hineinlebt. Denn im Weltenall, im Kosmos, steht alles in einem inneren Zusammenhange. Was hier unten auf Erden als Pflanzenwelt dem Erdboden entwächst, das ist das Abbild dessen, was die Erde wie auf Pflanzenwegen mit dem Planetensystem verbindet. Was im Erdboden als Mineral ist, das ist eigentlich nur ein unscheinbares Abbild von dem, was als Kraft hinaufwirkt auf den Pflanzenwegen, was aber seine Heimat draußen in den Planeten hat und was in den Planeten Weltentöne vorstellt, die sich zu einer großen Weltenharmonie miteinander verbinden."

Urbilder für disharmonische, diskrepante Kräfte im Tierreiche, wüste Kämpfe zwischen den Gruppenseelen des Tierreiches: "Wenn der Mensch dieses durchgemacht hat, wenn das eintritt, was ich in den letzten Tagen als notwendig bezeichnet habe, dann beginnt für ihn die Möglichkeit, sich über die Planetensphäre hinauszuheben und in die Fixsternsphäre einzutreten. Er kann das nur dadurch, dass er sich der Mondensphäre entwindet. Die muss gewissermaßen hinter ihm bleiben. Aber was er da in der geschilderten Art in der Planetensphäre erlebt, was er als den Sinn des mineralisch-metallischen Reiches der physischen Erde, was er als die bahnführenden Richtungen der Pflanzenwelt der Erde erlebt, alles das Großartige, das er da durchmacht, das wird ihm in einer gewissen Art gestört durch die Einschläge der Mondensphäre, das wird ihm in einer gewissen Weise dadurch verdunkelt, dass er die elementarischen Wesen erlebt, die zum Tierreiche gehören und die neben jenen eigentlich ganz harmonischen Bewegungen, in denen sie auf- und niedersteigen, also neben diesen Vertikalbewegungen auch Horizontalbewegungen haben. In diesen horizontalen Bewegungen, welche durch die Gruppenseelen der Tiere innerhalb der Mondensphäre ausgeführt werden, spielen sich allerdings furchtbare Urbilder für disharmonische, diskrepante Kräfte im Tierreiche ab. Da gibt es furchtbare, wüste Kämpfe zwischen den Gruppenseelen des Tierreiches. Durch diesen Einschlag der Mondensphäre in die Planetensphäre wird das, was sonst in innerer Ruhe und würdevoller, majestätischer Art durch die Urbildlichkeit des pflanzlichen und mineralischen Reiches erlebt werden kann, in einer gewissen Weise gestört."

Der Blick vom Tierkreis aus; Nebelwolkenwelt der tierischen Gruppenseelen, Triebe und Instinkte: "Solange wir in der Mondensphäre sind, haben wir ein lebendiges Erfühlen dieser Photographie unseres moralisch-geistigen Erdenlebens. Wir haben ein lebendiges Erfühlen dessen, was da unter den Gruppenseelen der Tiere vorgeht. Aber das ist eine Art von dämonischen, elementarischen Wesenheiten. Jetzt, wo wir gewissermaßen den Tierkreis auf die andere Seite der Sonne gestellt finden, jetzt lernen wir erkennen, was wir da eigentlich gesehen haben. Denn auch die Erinnerung an diese Tiergestaltungen, an diese Gruppenseelengestaltungen der Tiere, bleibt uns bis in das Jenseits der Sternensphäre hinein, und wir machen die Entdeckung, dass diese Gruppenseelen der Tiere gewissermaßen niedrigere - wenn man in der Menschensprache sprechen will - , ins Karikierte umgesetzte Nachbilder der herrlichen Gestaltungen sind, die jetzt jenseits der Sternensphäre unser kosmisches Bewußtsein durchdringen als die Wesenheiten der göttlich-geistigen Hierarchien. ... Nehmen Sie an, der Mensch weilt da oben. Er schaut also hier zurück. Er hat in den Wahrnehmungen seiner geistig-seelischen Welt jenseits der Sternensphäre sein eigentliches Gebiet. Da hat er das Feld seiner jetzigen Tätigkeit. Wie wenn man gewissermaßen auf einem hohen Gebirge steht, oben den Sonnenschein und unten den Nebel hat, so hat man bei diesem kosmischen Erleben diese ganze wogende, kämpfende, in Diskrepanz, in Disharmonie, aber auch in harmonischem Auf- und Absteigen befindliche Gruppenseelenhaftigkeit der Tiere unter sich. Wie ein Nebel, der vielgestaltig ist, pflanzt sich das unten fort, lebt sich das da unten aus. Und während man hinschauend auf die Sternenkonstellationen, die Absichten der göttlich-geistigen Wesenheiten erblickt, während man da abliest, welche Absichten die göttlich-geistigen Wesenheiten haben, während man da im kosmischen Bewußtsein verstehen lernt, wie eigentlich der Tempel der Götter, dieser Geistkeim des physischen Leibes, seine Geheimnisse in sich hat, jene Geheimnisse, die der reinen Welt des außerirdischen und außermondlichen Daseins entsprechen, schaut man hinunter und sieht, was da in der Sphäre der Geistigkeit des Tierreiches vor sich geht. Und man bekommt, indem man hinunterschaut wie von einem sonnenumglänzten Bergesgipfel in eine untere Nebelwolkenmasse, das Erlebnis, das man in den kosmischen Gedanken fasst: Wenn du nicht alle Kraft, mit der du dich jetzt durchdrungen hast, aus dieser göttlich-geistigen Welt mitnimmst bei dem Wiederhinunterstieg, so kommst du durch diese Nebelwolkenwelt der tierischen Gruppenseelen nicht ungeschoren hindurch. Da sollst du das Abbild deiner vorigen Erdenleben mit einer moralisch-geistigen Bewertung finden. Das wird in diesem Nebel da unten schwimmen. Du musst es wieder aufnehmen. Aber da werden alle die wild aufeinanderstürzenden Gruppenseelen der Tiere sein; da wird all das wüste Getriebe sein. Du musst so starke Kräfte mitnehmen aus deinem Jenseits der Sternensphäre, dass du diese Kräfte der Gruppenseelenhaftigkeit der Tiere so viel als möglich von deinem Schicksal hinwegbringen kannst. Sonst wird sich, so wie an einen Kristall sich Materie anschließt, das an dich anschließen, was diese Gruppenseelen der Tiere nach deinem moralisch-geistigen Wesenskern hin kosmisch ausschwitzen. Und du wirst davon mitnehmen müssen alles, was du dann nicht zurückhalten kannst durch die Kräfte, die du angesammelt hast, und du wirst es als allerlei Triebe und Instinkte für dein nächstes Erdendasein eingliedern müssen." [34] 

Gedanken, die eine ätherische Lebendigkeit haben: "Was wir durch Farben schauen, durch Töne hören, durch Gerüche riechen, das ist während des Erdendaseins für uns da. Was sich im Hintergrunde abspielt, das sind Gedanken, die eine ätherische Lebendigkeit haben, die in der Stofflichkeit des Gehirns eben nur ihren physischen Ausdruck haben. Das Wesentliche, worauf es ankommt, ist das, was in der feinsten Substantialität des Gehirns ätherisch webt. Da weben ineinander lebendige Gedanken. Unsere Gedanken sind ja nur Reflexbilder, welche gebildet werden an diesem inneren Kosmos, wo das, was wir von außen empfangen, zurückstrahlt und uns dann bewußt wird. Aber hinter der Gedächtnisebene spielt sich das ab, was ich eben beschrieben habe. Hinter einem gewöhnlichen Spiegel braucht sich nichts abzuspielen; hinter dem Spiegel, der durch unser Gehirn für unser Bewußtsein unsere abstrakten Vorstellungen zurückwirft, spiegelt sich im Kleinen ein ganzes Weltendasein in jedem einzelnen Menschen ab. Und diese lebendigen Gedanken, die wir da entwickeln, sind für die dritte Hierarchie, für die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, dasselbe, was unsere abstrakt reflektierenden Gedanken für uns sind. Hinter unserem Bewußtsein entfaltet durch unsere Menschlichkeit die dritte Hierarchie ihre Tätigkeit. Da entwickeln die Wesenheiten der Archai, Archangeloi und Angeloi das, was vollbracht werden muss und nur vollbracht werden kann dadurch, dass der Mensch in den Kosmos herein und auf die Erde gestellt wird. In seiner Gehirnbildung bildet er nicht bloß einen Spiegel aus, welcher ihm sein gewöhnliches Erdenbewußtsein, die abstrakten Ideen reflektiert, sondern innerhalb des Kopfes spielt sich etwas ab, was die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi, Archai auf Erden und durch das Erdendasein zu vollziehen hat. Das ist ein Geschehen, das ebenso mit dem Erdendasein zusammenhängt wie ein anderes Geschehen. Sie können das Erdendasein so charakterisieren, dass Sie sagen: Durch die Mineralien geschieht dies und jenes; durch die Pflanzen geschieht es, dass sie blühen, Früchte tragen; durch die Tiere geschieht wieder ein anderes. Durch den Menschen geschieht, dass die Angeloi, Archangeloi und Archai ihre Tätigkeit in die geistige Erdenatmosphäre ausgießen. Das aber geschieht auf dem Umwege durch die unterbewußte Tätigkeit der menschlichen Kopforganisation. Das Erdendasein ist eben nicht damit erschöpft, dass Pflanzen blühen, dass Tiere herumlaufen, sondern das Erdendasein setzt sich fort in ein geistiges Dasein hinein. Über die Pflanzen, über das Tier, über den Menschen hinaus ist eine Tätigkeit der Engelwelt, der geistigen Welt, der dritten Hierarchie da, und diese Tätigkeit ist möglich durch den Menschenkopf."

Die zweite Hierarchie, die Exusiai, Dynamis und Kyriotetes: "Diese entwickeln durch den Erdenmenschen eine kosmische Tätigkeit, bei der sie sich dessen bedienen, was in der menschlichen Brustorganisation vor sich geht. Und ihre Tätigkeit ist eine solche, dass sie viel mehr geistig ist als die Tätigkeit der dritten Hierarchie."

Die Tätigkeit der Seraphim, Cherubim und Throne; der ganze Kosmos in seiner lebendigen Wirksamkeit: "Diese bewältigen durch ihre Geistigkeit das stärkste Stoffliche, und es werden die Wesenheiten dieser Hierarchie sein, welche die irdischen Vorgänge des Chemismus, des  Physikalischen selbst einmal überführen von der Erdenform in die Jupiterform... im Gliedmaßen-Stoffwechselsystem, ist die Erde, ich möchte sagen, in ihrem vollen Besitze vom Menschen. In diesem Teil überwiegt während des irdischen Lebenslaufes das Irdische das Kosmische. In der Brustorganisation hält das Kosmische dem Irdischen die Waage. In der Kopforganisation überwiegt das Kosmische. Dafür kann aber auch die Kopforganisation nur mit der niedersten Art der Wesenheiten der höheren Hierarchien im Zusammenhang stehen. Da, wo die Erde überwiegt, da arbeiten im Menschen, weil er mehr von der Erde seiner Wesenheit entrissen wird, die stärksten geistigen Wesenheiten: Seraphim, Cherubim und Throne. ... So sehen Sie, dass man das Weltenall im ganzen nur versteht, wenn man den Zusammenhang, den unsere Sinne hier überschauen und unser Verstand denken kann, hineinstellt in jenen Zusammenhang, der sich dem wirklichen Schauen ergibt. Denn da erscheinen nicht allein wachsende Pflanzen, nicht allein Wasser in Wolkenbildungen, in Strömungen, da erscheinen nicht bloß physische Sterne, da erscheint der ganze Kosmos in seiner lebendigen Wirksamkeit, durchgeistigt von einer Reihe von Hierarchien, die ebenso eine Tätigkeit ausüben, wie es die physische Tätigkeit ist, eine Tätigkeit, die durchwellt und durchwogt diese physische Tätigkeit."

Geschichte im materialistischen Zeitalter erkennt zuwenig: "In unserem materialistischen Zeitalter beschränkt sich die Betrachtung der Geschichte des Menschengeschlechtes auf die Außenseite. Man sucht einfach zu verzeichnen, was innerhalb der physisch-sinnlichen Welt spielt, während man keine Aufmerksamkeit daraufwendet, das Hereinspielen der geistigen Welt in das geschichtliche Handeln der Menschheit zu betrachten. Unserem Zeitalter fehlt eigentlich ganz und gar die Möglichkeit, das, was die Menschen im Verlauf der Geschichte tun, im Zusammenhange mit den Wesenheiten und Mächten zu betrachten, die hinter dem Dasein des Menschen stehen."

Einatmungsvorgang, Joga, Therapie: "Nun spielte in der Zeit, von der ich rede, der Vorgang des Einatmens eine außerordentlich große Rolle im Menschenleben. Schon daraus, dass der ganze Atemprozess in jenen älteren Zeiten durch die Jogaübungen zu einem bewußten Prozess, zu einem Wahrnehmungsprozess geworden ist, kann Ihnen hervorgehen, dass in jenen ältesten Zeiten das Atmen eine große Rolle spielte, vor allen Dingen der Einatmungsvorgang, mehr als der Ausatmungsvorgang. Wir sind uns in unserem heutigen Zeitalter gar nicht klar darüber, dass außer der groben Stofflichkeit, die wir in der Luft suchen, wenn wir einatmen, noch alle möglieben Stoffe, aber in einer außerordentlich feinen Verteilung vorhanden sind. Auch die Stoffe, die wir sonst bei unserem jetzigen Erdendasein in einem festen, mineralischen Zustand auf der Erde antreffen, sind in ganz feiner Weise durch den Luftkreis verbreitet und der Mensch atmet sie ein. Nur haben diese Stoffe in ihrer sehr feinen Verteilung im Luftkreise die eigentümliche Tendenz, Formen zu bilden. Gewiss, auch innerhalb der Erdensubstanz bilden ja die Stoffe Formen. Wir kennen diese Formen als die Kristalle der Mineralien. Aber diese Kristalle meine ich jetzt nicht. Ich meine diejenigen Stoffe, die fein verteilt im Luftkreise, wir können auch sagen im Luftäther sind, insofern dieser den Luftkreis durchspielt. Diese Stoffe bilden auch Formen, aber diese Formen sind nicht wie die mineralischen Formen, sondern sie sind den Formen der menschlichen Organe ähnlich. Das ist eine Eigentümlichkeit des die Luft durchsetzenden Äthers. Wenn wir ihn beobachten können, wie er die Luft durchspielt und wie er uns für das imaginative Erkenntnisleben erscheinen kann, so nehmen wir wahr, dass in diesem Äther gewissermaßen feine, eben ätherische Gebilde umherfliegen, welche Lungenform, Leberoder Magenform, jedenfalls die Formen innerer menschlicher Organe haben. Wir können, wenn wir in ätherischer Betrachtung geschult sind, alle menschlichen Formen draußen im Weltenäther beobachten. Nur sind in der Regel diese Organformen im Verhältnis zu den physischen Organen, die wir in uns tragen, riesig groß. Wir sehen mächtige ätherische Leberformen, Lungenformen den Raum, der uns im Kosmos umgibt, durchsetzen. Was da im Räume draußen gewissermaßen als Formen herumfliegt, das atmet der Mensch ein. Und es ist gut, dass er es einatmen kann, denn indem er es einatmet, wirken diese Formen, die mit der Luft gewissermaßen in uns hineinkommen, immer ausbessernd, gesundend auf unsere Organe. Unsere Organe werden im Verlaufe des Lebens immer schlechter und schlechter. Und gewissermaßen werden sie, wenn ich es etwas grob ausdrücken darf, durch das, was da eingeatmet wird, wiederum ausgeflickt. Wir wissen, wie schwierig es der Therapie ist, menschliche Organe auszuflicken. Aber diese hier gemeinte Therapie muss eigentlich fortwährend auf den Menschen wirken und wirkt auch. Nun war es in jenen ältesten Zeiten der geschichtlichen Menschheitsentwickelung den Menschen möglich, ohne besondere Schulung, durch ihr ursprüngliches traumhaftes Hellsehen diese ätherischen Formen und namentlich auch ihre Bedeutung für den Menschen zu schauen; zu erschauen, was das zu bedeuten hat, sagen wir, wenn mit dem fein im Ätherischen aufgelösten pepsinartigen Stoffe die menschliche Magenform eingeatmet und von dem menschlichen Magenorgan aufgefangen wird. In solchen Dingen wußte man in alten Zeiten außerordentlich gut Bescheid, und je weiter wir in ältere Zeiten zurückgehen, um so mehr wußte man Bescheid, wie der Mensch zu der feinen Organisation der Umwelt steht."

Therapie in der griechisch-römischen Zeit, Kunst des Apollo und die orphische Weisheit, Homer: "Da hörte überhaupt jenes Überragende der Einatmung auf. Das Einatmen behielt seine Bedeutung, aber es hörte das Überragende des Einatmens auf. Und gewissermaßen wurden Ein- und Ausatmen für den Menschen gleichbedeutende Prozesse, gleichbedeutende Vorgänge. Das ist etwas, worauf die griechischen Initiierten wiederum bei ihrer Arbeit ganz besonders achteten. Und jener wunderbare Gleichgewichtszustand zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen, der insbesondere das griechische Volk auszeichnete, der konnte dazu führen, dass gerade die griechische Kunst als vorbildlich in der Weise entstanden ist, wie wir sie in der Geschichte verzeichnet finden. Die Griechen waren nicht veranlagt, durch die Einatmung die Mondenwesen besonders aufzufangen. Ihnen war es aber eigen, durch ihre Eingeweihten ganz besonders diejenigen Wesen wirksam zu machen, die gewissermaßen ein in der Luft halb Fliegendes, halb Schwimmendes entwickelten und die sich am liebsten in dem Gleichgewichtszustande zwischen Ein- und Ausatmen wiegten. Und wenn man in jene alten Zeiten der griechischen Entwickelung zurückgeht, in denen eigentlich das inspiriert worden ist, was dann später schon in einer mehr äußerlichen Form zum Vorschein gekommen ist, wenn man zurückgeht in die Zeiten, die eigentlich doch aus grandios primitiven Formen heraus der griechischen bildenden Kunst, der griechischen tragischen Kunst und auch der griechischen Philosophie den Ursprung gegeben haben, so findet man, wie gerade die griechischen Mysterieninitiierten die Gabe hatten, jene Wesenheiten bei ihrer Leitung der Menschheit ganz besonders zu benützen, die sich eben leicht wiegten in dem Gleichgewichtsmaß, das zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen herbeigeführt wurde. Und im Grunde genommen lernt man die Kunst des Apollo und die orphische Weisheit nicht kennen, wenn man nicht weiß, dass beide dadurch ihre besondere Beseelung erhielten, dass ihre Helfer elementar-dämonische Wesen waren, welche sich auf diesem Gleichmaß von Ein- und Ausatmen bewegten. Die Saiten der Leier des Apollo waren gestimmt aus dem heraus, was man beobachten konnte, wenn diese Wesenheiten auf dem Gleichmaß zwischen menschlichem Einatmen und Ausatmen zwischen der Monden- und Erdensphäre da, ich möchte sagen, auf den Saiten des Kosmos, die durch Ein- und Ausatmung im Gleichmaße gewoben wurden, tanzten. Die Tänze der Luftdämonen waren es, die nachgeahmt wurden bei der Stimmung, die den Saiten der Leier des Apollo und anderem ähnlichen gegeben wurde. Wir müssen eben in die geistige Welt hineinschauen, wenn wir erkunden wollen, was sich in der äußeren geschichtlichen Welt zugetragen hat. Stellen wir uns doch einmal vor, was ich vor einiger Zeit hier sagen konnte: dass das Skandieren, das Ausbilden des alten Rezitativs, das Ausbilden des Hexameters auf jenem Verhältnis beruht, in dem im rhythmischen Menschen der Atmungsrhythmus und der Blutzirkulationsrhythmus stehen. Erinnern Sie sich daran, was ich in einem Kurse drüben im Bau in dieser Beziehung gerade mit Bezug auf die Bildung des Hexameters auseinandergesetzt habe. Das Studium, um zu diesem Hexameter zu kommen, war für die griechischen Eingeweihten einmal ein durchaus konkretes Studium. Indem wir einatmen, nehmen wir die Schwingungen des Kosmos in uns auf und passen sie unserem inneren Menschen an. Indem wir wieder ausatmen, geben wir dem Atmungsrhythmus etwas mit von dem Vibrieren unseres Pulses in der Blutzirkulation; so daß wir sagen können, in unserem Einatmen pulsiert die äußere Welt herein, in unserem Ausatmen lebt die Pulsation unseres eigenen Blutes nach außen. So dass im ätherischen Leib des Menschen gerade für den griechischen Eingeweihten, der auf diese Dinge hin geschult war, zu beobachten war, wie sich um den Menschen herum im ätherischen und astralischen Leibe kosmischer Rhythmus und Pulsationsrhythmus begegneten, die ineinanderschwebten und auf denen sich die Luftdämonen wiegten und ihre Tänze ausführten. Das war das Studium, dem Homer oblag, als er insbesondere den Hexameter zur höchsten Blüte entfaltete, denn der ist aus dem Zusammenhange des Menschen mit der Welt herausgeboren." [35] 

Außerirdische elementarische geistige Wesenheiten, elementarische Erdgeister; Gespensteraberglauben, Aberglauben der Vererbung wie er in der heutigen Wissenschaft an Universitäten gelehrt, von Zeitungen wie der FAZ verbreitet wird und ihren krassen Ausdruck findet in den Köpfen der Gelehrten, die ja sogar an den Genen und der mRNA herumpfuschen: "Nun sind ungefähr seit dem 4., 5. nachchristlichen Jahrhundert elementarische geistige Wesenheiten aus andern Welten in die Erdenwelt hereingekommen. Diese Wesenheiten waren früher nicht da. Diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den Mondenwesenheiten, die in der urindischen und in der urpersischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und dann später in den Mumien ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben, und im Gegensatz zu den Luftdämonen, welche in der griechischen Zeit eine große Rolle gespielt haben und auf die Homer gelauscht hat, diese Wesenheiten können wir im Gegensatz zu den andern die eigentlichen Erdwesenheiten nennen. Diese Wesenheiten, die einstmals gerade die größten Helfer des individuellen Menschen mit seinen individuellen moralischen Impulsen sein werden, die Helfer sein werden im Aufbauen eines neuen Erdenplaneten aus den moralischen Impulsen der Menschen heraus, diese Helfer können wir die Erdgeister nennen, elementarische Erdgeister, denn sie hängen mit dem irdischen Leben innig zusammen. Sie erwarten von dem irdischen Leben, dass sie genügend angeregt werden, um ihre Tätigkeit in der zukünftigen Verkörperung der Erde zu vollführen. ... Es ist die besondere Tendenz dieser Wesenheiten, den Menschen zu helfen, gewissermaßen recht individuell zu werden, wenn der Mensch eine intensive moralische Idee hat, den ganzen Organismus so zu gestalten, dass diese moralische Idee im Menschen zur Temperamentsanlage, zur Charakteranlage, zur Blutsgestaltung werden kann, so dass man gewissermaßen aus seiner Blutsgestaltung heraus seine moralische Idee, seine ganze moralische Qualität entnehmen kann. Bedeutsame Helfer können diese elementarischen Erdwesen gerade für den immer mehr und mehr in die individuelle Freiheit hineinkommenden Menschen werden. Aber ein großes Hindernis haben diese Wesenheiten, ein ungeheures Hindernis. Man kann wirklich nicht anders, wenn man nicht aus Theorien heraus, die niemals völlig ernst zu nehmen sind, sondern aus der wirklichen Lebenspraxis über die spirituelle Welt redet, als dass man über diese spirituellen Wesenheiten so redet, wie man über Menschen redet, denn sie sind wirklich auf der Erde da, wie Menschen auf der Erde da sind. Man kann also schon sagen: Diese Wesenheiten fühlen sich insbesondere beirrt durch das, was menschliche Vererbung ist. Und wenn der Aberglaube der menschlichen Vererbung ganz besonders intensiv wirkt, dann geht das gegen alle inneren Stimmungen und Tendenzen dieser Wesen, die sehr leidenschaftlich sind. Wie gesagt, Sie müssen diese Paradoxie hinnehmen, denn man muss über diese Wesenheiten reden wie über Menschen. Als Ibsen zum Beispiel auftrat mit seinen «Gespenstern», durch die der Aberglaube der Vererbungstheorie geradezu fixiert worden ist, da wurden diese Wesenheiten einfach wild. Wenn ich mich etwas bildlich ausdrücken darf, so möchte ich sagen: Dieser zerzauste Kopf von Ibsen, dieser wüste Bart, dieser sonderbare Bück, dieser verzerrte Mund, das alles rührte von dem Zerzausen her, das diese Wesenheiten mit Ibsen getrieben haben, weil sie ihn nicht leiden konnten, weil er in dieser Beziehung so recht ein moderner Geist war, der an dem Aberglauben der Vererbung festgehalten hat. Sie wissen ja, wenn man diesem Gespensteraberglauben verfallen ist, meint man, man trägt von seinen Eltern, Großeltern und so weiter im Blute Anlagen vererbt, von denen man nicht loskommen kann, man wird ein so und so gearteter Mensch nur durch das, was man an vererbten Anlagen in sich trägt. Was bei Ibsen in einer grotesk poetischen Form, aber noch mit einer gewissen Grandiosität hervorgekommen ist, das geht durch die ganze moderne Wissenschaft. Die leidet wirklich an dem Aberglauben der Vererbung. Was dem modernen Menschen eigen werden muss, das ist eben, dass er loskommt von den vererbten Eigenschaften, dass er nicht an dem Aberglauben festhält, alles komme nur vom Blute, das von den Ahnen herunterfließt, sondern dass er wirklich zum Gebrauche seiner Individualität kommt, so dass seine moralischen Impulse an ihm als einzelnem Menschen in diesem Erdenleben haften und er schöpferisch, produktiv werden kann durch seine individuellen moralischen Impulse. Dazu dienen diese Wesenheiten und können einmal Helfer werden. In der heutigen Welt geht es zwar diesen Wesenheiten nicht so, wie es einst den Mondenwesenheiten ging, die obdachlos geworden waren und die deshalb in den Mumien ihre Häuser finden mussten; sondern diesen Wesenheiten, auf die wir als die Hoffnung der Zukunft für die Menschheit hinblicken, geht es so, dass sie zwar unter der Menschheit nicht obdachlos sind, dass sie aber wie verirrte Pilger herumirren und überall Zustände finden, die ihnen nicht angemessen sind. Sie fühlen sich überall zurückgestoßen, am meisten von den Köpfen der Gelehrten. Da wollen sie gar nicht auch nur in die Nähe kommen. Es ist für diese Wesenheiten etwas Ungemütliches auf allen Wegen und Stegen, denn der Glaube an die bloße Allmacht der Materie ist ihnen ganz besonders zuwider. Dieser Glaube an die Allmacht der Materie hängt zusammen mit dem intellektualistischen Sündenfall, mit dem, dass der Mensch an Gedanken festhalten will, die ja im Grunde genommen nichts sind, weil sie nur Spiegelbilder sind, weil der Mensch sich ihres substantiellen Inhalts gar nicht bewußt wird." [36] 

Totes Denken im Gegensatz zum lebendigen Denken im Sinne von Goethe: "All das Denken, das die Menschheit gegenwärtig hat, geht eigentlich auf das Tote hin. Für das lebendige Denken, das einmal vorhanden war, ist vorläufig gar kein Verständnis vorhanden. Das intellektualistische Denken, das die Menschheit namendich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts betreibt, das ist ein Leichnam. Deshalb ist dieses Denken auch so sehr bestrebt, sich nur auf die tote Natur zu beschränken, das Mineralreich kennenzulernen. Und man möchte auch die Pflanzen, man möchte die Tiere, man möchte den Menschen selber nur nach den mineralisch-physikalisch-chemischen Kräften studieren, weil man nur dieses tote Denken, diesen Gedankenleichnam handhaben will, den der rein intellektualistische Mensch mit sich herumschleppt. ... Goethe war ja, wie Sie wissen, Mitglied der Freimaurergemeinschaft. Er hat den Kultus der Freimaurergemeinschaft
erlebt, aber er hat ihn so erlebt, wie ihn eben nur Goethe erleben konnte. Aus den sonst nur traditionell bewahrten Kultusformen ging für ihn ein unmittelbares Leben hervor. Für ihn war es wirklich, dass er sich in Verbindung setzen konnte mit jener geistigen Wesenheit, die sich hereinlebt in der Art, wie ich es dargestellt habe, aus dem vorirdischen Dasein in dieses irdische Dasein; was für Goethe immer, wie ich sagte, eine Art Verjüngungskraft war, denn Goethe hat sich oftmals in seinem Leben wirklich verjüngt. Und aus diesem inneren Leben ist aus Goethe das hervorgegangen, was im Grunde genommen eine der größten, eine der bedeutendsten Erscheinungen im modernen Geistesleben ist, was aber eben bis heute nicht gewürdigt wird: das ist der Metamorphosegedanke. Was hat denn Goethe eigentlich getan, indem er den Metamorphosegedanken gefaßt hat? Das war eben das Wiederaufleuchten eines innerlich lebendigen Denkens, eines Denkens, das in den Kosmos eintreten kann. Goethe hat sich aufgelehnt gegen die Linnesche Botanik, wo man eine Pflanze neben die andere hinstellt, von jeder einzelnen Pflanze sich einen Begriff macht und der Meinung ist, man müsse das alles hübsch in ein System bringen. Goethe konnte das nicht mitmachen. Goethe wollte nicht allein diese toten Begriffe haben, er wollte ein lebendiges Denken haben. Das hat er dadurch erreicht, dass er zunächst in der Pflanze selber nachgesehen hat. Und für ihn wurde die Pflanze nun so, dass sie unten grobe, ungestaltete Blätter entwickelt, weiter dann gestaltete Blätter, die aber Umformungen, Metamorphosen des andern sind, dann die Blumenblätter mit einer andern Farbe, dann die Staubgefäße, in der Mitte den Stempel - alles Umwandlungen der einen Grundform des Blattes selber. Goethe hat nicht das Pflanzenblatt so angesehen, dass er etwa gesagt hat: Das ist ein Pflanzenblatt, und das ist ein anderes Pflanzenblatt. - So hat Goethe nicht die Dinge angesehen, die an der Pflanze wachsen, sondern er hat gesagt: Dass dieses Blatt so und jenes Blatt so aussieht, das ist eine Äußerlichkeit. ... Es sind gar nicht zwei Blätter, es ist eigentlich ein Blatt, in zwei verschiedenen Weisen dargestellt. ... Goethe sagte: Die Staubgefäße sind auch nur dasselbe Blatt. - Er hätte sagen können: Ja, der Intellektualist behauptet, die roten Blumenblätter sind so breit, die Staubgefäße sind wie ein Faden so dünn, nur haben sie oben so eine Narbe. - Und dennoch sah Goethe im breiten Blumenblatt und im ganz schmalen Staubgefäß auch nur verschiedene Gestaltungen ein und desselben Blattes. Er hätte auch wieder bildlich sagen können: Habt ihr nicht schon einmal gesehen, daß ein Mensch einmal in seinem Leben ganz schlank war wie eine Gerte, nachher auseinandergegangen und ganz dick geworden ist? Das sind ja auch nicht zwei Menschen. - Also Blumenblätter und Staubgefäße sind eins, und wie gesagt, dass sie an verschiedenen Stellen sind, macht auch nichts aus, und das war auch für Goethe nichts Wesentliches. ... Das ist eben der Unterschied zwischen dem toten Denken und dem innerlich belebten, lebendigen Denken, das Goethe für die Metamorphose geformt hat. Es war schon eine innerliche Entdeckung von großartigster Art, die da durch Goethe in die Welt gekommen ist. Daher habe ich im allerersten Band von «Goethes naturwissenschaftlichen Schriften», den ich im Anfange der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erscheinen ließ, in der Einleitung den Satz niedergeschrieben: Goethe ist zu gleicher Zeit der Kopernikus und Kepler
der organischen Naturwissenschaft, und was Kopernikus und Kepler für die äußere tote Natur getan haben, den Begriff gereinigt, um im gereinigten Begriff das Astronomische und Physikalische zu fassen, das hat Goethe durch den lebendigen Begriff, den Begriff der Metamorphose, für die organische Naturwissenschaft geleistet. Und das ist seine zentrale Entdeckung." [37] 

Verbreitung der asiatisch-orientalischen Religionserkenntnisse in Europa (Erscheinung der drei Magier oder Könige aus dem Morgenlande) und Befreiung Jerusalems von den Türken und Muslimen, die mit ihren zurückgebliebenen Religionserkenntnissen den Begriff der Religion ganz besonders vergröbert und verbarbarisiert hatten, die heiligen Stätten der Christenheit schändeten, indem sie sie als Moscheen missbrauchten und satanische Verse an die Wände kritzelten wie nicht zuletzt bei der Hagia Sophia und die Pilger misshandelten; Erzählung von dem Heiligen Gral; Arabismus, materialistische Naturwissenschaft: "Wenn wir das äußere Geschichtliche zunächst uns vor die Seele rücken, so wissen wir ja, dass die Kreuzzüge dadurch entstanden sind, dass jene christlichen Angehörigen des Abendlandes, welche ihre christlichen Impulse immer wieder durch Pilgerzüge nach Palästina aufzufrischen glaubten, Widerstand fanden dadurch, dass Palästina, Jerusalem allmählich in die Hände einer ganz andersartigen Bevölkerung, der türkischen Bevölkerung, gekommen war, dass sich die Pilger, die nach Jerusalem zogen, durch diese türkische Bevölkerung misshandelt fanden, was dann zu einer allgemeinen Klage in Europa wurde. Wir sehen, wie aus dieser allgemeinen Klage heraus sich eben die Kreuzzugsstimmung, die in anderer Art schon lange vorhanden war, dadurch entlädt, dass sich Menschen finden, welche auffordern, die heiligen Stätten des Morgenlandes, die christlichen Stätten von der Türkennot zu befreien. Es wird erzählt, wie zunächst Peter von Amiens, der selbst diese Türkennot kennengelernt hatte, im Westen von Europa wallfahrtend herumgezogen ist, wie er durch seine innigen Reden das Herz von vielen gewonnen hat, die sich aufmachen wollten, um Jerusalem von der Not der Türken zu befreien. Wir wissen aber auch, wie das zunächst zu nichts geführt hat und wie dann ein erster Kreuzzug dadurch zustande gekommen ist, dass sich eine ganze Anzahl von Rittern des Abendlandes unter der Anführung von Gottfried von Bouillon zusammengefunden hat, der es dann wirklich wenigstens bis zu einer zeitweiligen Befreiung Jerusalems von den Türken gebracht hat. Diese äußeren Ereignisse braucht man nur anzuschlagen, sie sind aus der äußerlichen Geschichte genugsam bekannt. Aber es handelt sich darum, auch innerlich einmal wirklich verstehend zu betrachten, was da mehr oder weniger unbewußt durch die Seelen hindurch gewirkt hat, so dass in einer so langen Zeit fortwährend zahlreiche Mensehen in zum Teil außerordentlich hingebungsvoller, tapferer Weise diese sieben Kreuzzüge nach dem Morgenlande unternommen und die Führung der angesehensten Fürsten des Abendlandes gefunden haben. Wir müssen uns vor allen Dingen fragen, woher denn dieser Enthusiasmus der Kreuzzüge gekommen ist, der namentlich am Anfange der Kreuzzüge innerhalb des europäischen Lebens geherrscht hat. Später allerdings, als einmal die Sache, wenn ich mich so ausdrücken darf, eingeleitet war, schon vom vierten Kreuzzuge ab, haben sich dann auch andere Interessen in die Sache hineingemischt. Europäische Fürsten zogen dann aus ganz andern Untergründen heraus nach dem Oriente, zum Beispiel um ihr Ansehen, ihre Macht zu befestigen und dergleichen. Aber es ist doch ein außerordentlich bedeutungsvolles historisches Ereignis, das den Anfang der Kreuzzüge darstellt. Es ist namentlich historisch außerordentlich bedeutsam, wenn man hinschaut auf die ungeheure Gewalt, die da plötzlich eine große Zahl von europäischen Menschen aller Stände ergriff, um etwas zu unternehmen, was mit den heiligsten Herzensangelegenheiten der europäischen Menschheit zusammenhängen sollte. Man fühlte allerdings, dass diese heiligsten Herzensangelegenheiten durchaus zusammenhingen mit der Befreiung Jerusalems von den Türken, mit der Eröffnung der Möglichkeit, dass die europäischen Christen wiederum die freien Wege nach der Grabstätte ihres Erlösers fanden. Wenn so trocken die historischen Tatsachen erzählt oder in den Büchern gelesen werden, so fühlt man zumeist nicht das ungeheure Feuer, das dazumal durch Europa brannte, als die edle Ritterschaft im ersten Kreuzzuge die Fahrt unternahm und als dann aus der ganzen Innigkeit und dem Feuer seines Seelenwesens heraus etwa ein Bernhard von Clairvaux oder andere wiederum dieses Feuer, diese Strömung angefacht haben. Es ist etwas ungeheuer Großes in der ersten Entstehung dieser Kreuzzüge. Und fragen muss man sich schon: Was wirken da für Impulse in den europäischen Herzen, in den europäischen Seelen, Impulse, die dann eben in die Kreuzzugsstimmung einliefen? ... Die eine Strömung bewegte sich wie in einer Art geistiger Höhe von Asien herüber nach Europa. Wir können sagen: diese Strömung setzt in einer sehr modifizierten, veränderten Form orientalische Religionserkenntnisse über den Süden von Europa, über den Norden von Afrika fort nach Spanien, nach Frankreich, nach den Britischen Inseln, aber namentlich nach Irland. Nehmen wir also ihren Ausgangspunkt an etwa von den arabischen Gegenden Asiens. Dann zieht sie herüber über Griechenland, Italien, aber auch über Afrika nach Spanien hinein und über den Westen herauf, aber verschiedentlich ihr Wesen auch nach dem übrigen Europa ausstrahlend. Diese Strömung spricht sich wenig in dem aus, was als äußerliche Geschichte erzählt wird. Diese Strömung, die eigentlich ungeheuer vieles enthält, wollen wir heute nur nach zweien ihrer Eigentümlichkeiten charakterisieren. Das eine, das in ihr lebt, ist etwas, was man nennen könnte eine esoterische Auffassung des Mysteriums von Golgatha. Ich habe Sie öfters darauf aufmerksam gemacht, wie diejenigen Persönlichkeiten, die noch Reste der alten, vor dem Mysterium von Golgatha hegenden Initiationserkenntnisse bewahrt hatten, das Mysterium von Golgatha aufgefasst haben. In der Bibel selbst ist das in der Erscheinung der drei Magier oder Könige aus dem Morgenlande zu erkennen, die aus dem Geheimnis der Sternenwelt heraus das Christus-Ereignis erahnen und suchen, die also vorzugsweise zu denjenigen gehören, denen die irdische Persönlichkeit des Jesus von Nazareth weniger bekannt war, denen vor allen Dingen die Tatsache wichtig war, dass eine geistige Wesenheit, der Christus, heruntergestiegen war aus geistig-seelischen Welten, in dem Leibe des Jesus von Nazareth Wohnung genommen hatte und einen Impuls auf die fernere Erdenentwickelung ausüben sollte. Ganz übersinnlich schauten diese Menschen das Ereignis von Golgatha an, und diese übersinnliche Anschauung konnte nur in solchen Seelen stattfinden, die noch die alten Initiationsprinzipien bewahrten. Denn mit Hilfe dieser Initiationsprinzipien ließ sich so etwas verstehen, was ja innerhalb der natürlichen und der historischen Erdenwelt nicht verstanden werden kann. ... Und so war man immer mehr und mehr genötigt, um dieses Geheimnis auszudrücken, zu bildhaften Darstellungen zu greifen. Eine solche bildhafte Darstellung ist die Erzählung von dem Heiligen Gral, von jener kostbaren Schale, von der einerseits gesagt wird, dass in ihr der Christus Jesus mit seinen Aposteln das Abendmahl genommen hat, und andererseits, dass es dieselbe Schale sei, mit der der römische Kriegsknecht unter dem Kreuze das Blut des Erlösers aufgefangen hat. Diese Schale wird dann von Engeln nach dem Montsalvatsch getragen. Sie sehen, es wird da auf Übersinnliches angespielt, und man stammelt, was alte Initiierte noch in konturierten Begriffen hätten ausdrücken können und was man jetzt nur noch ausdrücken konnte, indem man zu Bildern griff. Engel trugen also diese Schale herüber nach dem spanischen Berge Montsalvatsch, wo sie von dem erhabenen König Titurel empfangen wurde, der dieser Schale einen Tempel gründete, den dann die Ritter des Heiligen Grals bewohnten, um so zu bewachen und zu bewahren, was eigentlich der Hort des Fortwirkens jenes Impulses ist, der von dem Mysterium von Golgatha ausgegangen war. So haben wir, ich möchte sagen, in ein Geheimnisvolles auslaufend, eine tief esoterische Strömung. Wir sehen auf der einen Seite, wie diese Strömung in Asien drüben Schulen begründet, die den alten griechischen Philosophen Aristoteles studieren, die dort mit Hilfe der griechischen Begriffe des Aristoteles das Ereignis von Golgatha verstehen wollen. Wir sehen, wie aus der europäischen Zivilisation heraus später in einer Dichtung wie im «Parzival» versucht wird, in bildhafte Worte zu fassen, was in dieser Strömung lebte. Wir sehen, wie in den Lehren, die namentlich in den Schulen Irlands auftreten, all das durchschimmert, was in dieser Strömung lebt. Wir sehen, wie in diese Strömung hineingegossen ist das Beste, was von den Arabern gekommen ist, wie da aber zu gleicher Zeit ein fremdes Element durch die Araber hineinkommt, das in Asien drüben durch das türkische Element noch ganz besonders vergröbert und verbarbarisiert wird."  Im Orient selbst und in Russland verwirrte sich durch den Islam immer mehr und mehr, was da vorhanden war. "Eigentlich am reinsten hielt sich diese eine Strömung, die sich bis nach Irland hinein erstreckte, und in Irland waren wirklich eine Zeitlang spirituelle Schulen, welche die heiligen Geheimnisse dieser Strömung in einer hohen Reinheit bewahrten. ... Die Menschen im Orient, auch im europäischen Orient nach dem heutigen Russland herein, konnten ihre Seelen nicht zusammenbringen mit diesem esoterisch-spirituellen Gehalt." In der Mitte des 9. nachchristlichen Jahrhunderts waren auch durchaus noch Reste von Esoterik im Westen vorhanden. "Da waren, namentlich in Spanien, in Frankreich, in Irland, esoterische Schulen. Da waren Menschen, die in die geistigen Welten hineinschauen konnten, die auch ein Christentum hatten, das durch Schauen gelehrt war. Später erhielten sich von dem, was da als Schauen vorhanden war, eben nur die in Andeutungen vorhandenen, in geheimnisvoller Weise immer wieder und wiederum geprägten Hinblicke auf den Heiligen Gral oder auf sein verweltlichtes Gegenbild, auf die Tafelrunde des Königs Artus. Aber man hatte schon das Gefühl: dadrinnen liegt etwas, was mit  einem Schauen überirdischer Welten, was mit einem Erleben überirdischer Welten zusammenhängt. ... Aber nun kamen die späteren Zeiten. Es kamen jene Zeiten, in denen dieser esoterischen Strömung sozusagen nachgeschoben wurde, was im Arabismus immer mehr und mehr sich veräußerlichte. Man möchte sagen, was da in Asien drüben aus dem Aristoteles gemacht worden war, das strömte auch herüber; und in diesem späteren Nachströmen vermaterialisierte sich diese esoterische Strömung, die aus einer sehr spirituellen Auffassung kam. Und wir sehen, dass zum Beispiel schon im 11., 12. Jahrhundert die Esoterik immer mehr und mehr hinunterglimmt, abschmilzt, und dass gerade diese esoterische Strömung jene materialistische Denkungsform annimmt, die dann in späterer Metamorphose zum Materialismus in der Naturwissenschaft wurde; denn der ist eigentlich aus dem Arabismus heraus entsprungen." [38] 
 

14. Menschenfragen und Weltenantworten; Heilmittel aus dem Zusammenhange des Menschen mit dem Kosmos, Temperamente, Planeten, Metalle; Lebendige Geographie und Geologie der Erde, Schiefer, Quarz, Krankheiten wie Stoffwechselprodukt-Ablagerungen; Kalk, Kieselstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, ohnmächtig werden; einzelne Stoffe als Verkörperungen von geistigen Wirkungen; Bedenkliche Entwicklung in der modernen Naturforschung, Uran, radioaktive Substanzen, Atomenergie;  autoritative Sprache der Naturwissenschaft aber ohne Geist; Albertus Magnus; Der Atomismus führt zum Entseelen in der Wissenschaft, Gregor Mendel, Genetik, Gentechnik

Heilmittel aus dem Zusammenhange des Menschen mit dem Weltenall; Temperamente, Planeten, Metalle. Wer sich nicht nur auf die materialistische Schulmedizin, die ja inzwischen eine Biotech-Medizin geworden ist, verlassen will, wendet sich der spirituellen Medizin bzw. Bienentherapie zu. So können wir also sagen: "Erstens: Die Merkurkräfte haben die Wirkung, dass der Mensch Besitz ergreifen kann vom Festen seines Körpers. Wir würden fortwährend außerhalb des Festen unseres Körpers sein, wenn es in der Welt keine Merkurkräfte gäbe. Zweitens: Die Venuskräfte bewirken, dass der Mensch Besitz ergreifen kann von dem Flüssigen seines Körpers. Sie wissen ja, dass Sie zu neunzig Prozent eine Wassersäule sind. Sie würden also fortwährend außerhalb dieser Wassersäule herumgehen müssen als Geist, Sie könnten nicht Besitz ergreifen von dieser Wassersäule, wenn nicht die Venuskräfte in der Welt wären. Drittens: Die Mondenkräfte lassen den Menschen Besitz ergreifen von seinem luftförmigen Inhalt. Diese Dinge, die kann man wissen, wenn man Kosmologie studiert. Nun kann aber das Studium weitergehen, und solche Studien haben die alten Initiierten angestellt, trotzdem sie nur ein primitives Wissen, eine Art träumerischen Hellsehens gehabt haben. Sagen wir zum Beispiel, sie haben aus ihren kosmologischen Studien gefunden: Die Venuskräfte bewirken, dass der Mensch Besitz ergreifen kann von alledem, was in ihm flüssig ist. Nun haben sie probiert; sie haben gewartet, bis bei irgendeinem Menschen der Fall eingetreten ist, dass er schlecht Besitz ergreifen konnte von seinem Flüssigen. Dann treten bestimmte Krankheiten auf. Eine ganz bestimmte Krankheitsform tritt zum Beispiel dann auf, wenn der Mensch nur für ein Organ nicht richtig Besitz ergreifen kann von seinem Flüssigkeitsmenschen. Nun haben diese alten Eingeweihten probiert: Was muss man da für ein Heilmittel verwenden? Wenn der Mensch nicht richtig eingeschaltet war in die Venuskräfte, wenn also die Besitzergreifung von dem Flüssigen im Menschen nicht richtig funktioniert hat, dann sahen sie, dass sie Kupfer verwenden mussten als Heilmittel. Indem sie fanden, dass das Kupfer so wirkt, dass es das Seelisch-Geistige wieder Besitz ergreifen lässt vom Körper, dass es also ganz ähnlich wirkt wie sonst die Venuskräfte, fanden sie, dass im metallischen Kupfer dieselben Kräfte stecken wie in der Venussphäre. Dadurch haben sie das Metall Kupfer in Zusammenhang gebracht mit der Venus. Oder wenn es sich darum gehandelt hat, dass eine Krankheit aufgetreten ist, weil der Mensch nicht richtig Besitz ergreifen konnte von seinen festen Bestandteilen, dann fanden sie, daß sie Merkur oder Quecksilber anwenden mussten. Und so haben sie die Parallelisierung der Metalle mit den Planeten gefunden. Heute werden in den gangbaren Darstellungen gewöhnlich diese Dinge parallelisiert, aber kein Mensch fragt sich: Warum entspricht der Venus das Kupfer? - und so weiter. Das führt auf vollberechtigte Forschung zurück. Wenn also aus wirklicher Erkenntnis heraus der Mensch von dem Kupfer als einem Heilmittel spricht, so hat er diese Erkenntnis aus dem Zusammenhange des Menschen mit dem Weltenall. Wenn man zum Beispiel davon sprechen soll, ob irgendein Metall, das in einer Pflanze vorkommt, nach dieser oder jener Richtung ein Heilmittel ist, dann hat man die ganze Beziehung auch dieser Pflanze zum Kosmos ins Auge zu fassen. Und aus der Beziehung der Pflanze zum Kosmos und wiederum aus der Beziehung des Kosmos zum Menschen gewinnt man dann die Anschauung, wie das Heilmittel wirken kann. ... Also viertens die Marskräfte: Sie bewahren uns vor dem Verfließen in dem Wärmeelemente. Würden die Marskräfte nicht in der richtigen Weise da sein, so würde der Mensch in der Wärme ausfließen. Er würde immerfort das Bestreben haben, zu zerfließen in dem Wärmeelement. Die Marskräfte halten ihn gegenüber dem Wärmeelemente zusammen. Es ist das sogar das Wichtigste im Menschen, denn weil er in sich mehr Wärme hat, als in seiner Umgebung vorhanden ist, ist er fortwährend in der Gefahr, im Wärmeelemente auszufließen. Das ist das Allerwichtigste. Daher müssen die Marskräfte geradezu im Menschen konzentriert sein. Und das geschieht durch das Eisen, das der Mensch im Blute hat. Das Eisen enthält Kräfte, die mit den Marskräften gleich sind und die den Menschen zusammenhalten gegenüber dem Zerfließen in der Wärme. ... Fünftens die Jupiterkräfte: Sie bewahren den Menschen vor dem Verfließen in dem Lichtelemente, also in dem Lichtäther. Der Mensch würde eine Lichtwolke werden, die sich immerfort verbreitet, wenn nicht die Jupiterkräfte in der entsprechenden Weise da wären. Sechstens die Saturnkräfte: Sie bewahren den Menschen davor, in dem chemischen Äther zu zerfließen. Diese Saturnkräfte, die in den Menschen hineinwirken, sind wirklich Kräfte, die eigentlich in gewissem Sinne mit dem Innersten der Menschennatur zusammenhängen. Man spricht ja eher in übertragenem Sinne, wenn man zum Beispiel von einem säuerlichen oder von einem süßlichen Menschen spricht. Aber die Dinge sind nicht bloß im übertragenen Sinne so, sondern ob irgendein Mensch säuerlich wirkt moralisch-physisch, das hängt schon ein bißchen mit seiner chemischen Zusammensetzung zusammen. Und an dieser chemischen Zusammensetzung haben die Saturnkräfte ihren Anteil. Wie der Saturn in einem Menschen wirkt, davon hängt es ab, wie er aus dem Organismus heraus sich auslebt. So dass in der Tat der Melancholiker dadurch Melancholiker ist, dass er ganz besonders sich hineinsetzt in seine chemische Zusammensetzung, in all dasjenige, was da gekocht wird in der Leber, in der Galle und schon im Magen; das Melancholische beruht also auf diesem Sich-Hineinsetzen in die chemische Zusammensetzung. Und das wiederum beruht darauf, dass die Saturnkräfte bei einem solchen Menschen eben ganz besonders stark entwickelt sind. ... Sie sehen, die sonnennahen Planeten haben es mehr zu tun mit demjenigen, was im Menschen physische Elemente sind: das Feste, das Flüssige, das Luftförmige. Die Sonnenfernen Planeten, die haben es mehr zu tun mit dem, was im Menschen Ätherelemente sind. Die Sonne selbst trennt beides voneinander. Merkur-, Venus-, Mondenkräfte bringen den Menschen heran an das Feste, Flüssige und Luftförmige. Mars-, Jupiter-, Saturnkräfte bewahren ihn davor, dass er in das Warme, in das Lichtvolle, in das Chemisch-Wirksame ausfließt. Sie sehen, es sind polarische Wirkungen. Und zwischenhinein, damit die beiden nicht durcheinander wirken, stellt sich das sonnenhafte Element. Würden die Marskräfte ohne weiteres wirken können - die Marskräfte würden ja zum Beispiel ohne weiteres auf die Mondenkräfte wirken können -, würden sich nicht die Sonnenkräfte mitten hineinstellen, so dass da gleichsam eine Scheidewand ist, die sie nicht einfach zusammenkommen lässt, so würden die Marskräfte, die den Menschen im Wärmeelement verselbständigen, ihn wohl bewahren vor dem Verfließen im Wärmeelement; aber was sich da verselbständigte, müsste sogleich von der Luft Besitz ergreifen, und der Mensch würde ein Luftgespenst werden. Dass das beides getrennt vor sich gehen kann, dass der Mensch sowohl von seinem luftförmig-organisch Gestalteten Besitz ergreifen kann, aber auf der anderen Seite auch wiederum im Wärmeelement selbständig leben kann, dazu müssen die beiden voneinander getrennt sein. Und da ist das Sonnenhafte dazwischen. Auch das war schon den alten Initiierten gut bekannt. Wenn zum Beispiel ein Mensch dadurch eine bestimmte Krankheitserscheinung hat, dass die Marskräfte zu stark wirken, so dass sie gewissermaßen
das Sonnenelement durchbrechen und der Mensch dann zu stark in seinem luftförmigen Elemente lebt, weil er alsdann von dem besser Besitz ergreifen kann, dann muss man die beiden trennen. Und dazu muss man Aurum verwenden. Damit nicht die Marskräfte und die Mondenkräfte ineinander schwimmen, muss man die Sonnenkräfte verstärken. So kam man zu der medizinischen Wirkung des Aurum, was den Organismus wiederum harmonisiert, so dass dasjenige, was nicht
zusammenfließen darf, auch wirklich nicht zusammenfließt."  [39] 

Heutige Geologie außerhalb der Wirklichkeit: "Man betrachtet da die Erdarten. Man betrachtet die in den Erdarten eingelagerten Erze, Metalle, Mineralien überhaupt. Aber man betrachtet, indem man geologisch betrachtet, die Erde so, als wenn sie überhaupt die gegenwärtig lebende Pflanzenwelt und den Menschen gar nicht beherbergte. Eine solche Betrachtung der Erde, wie sie die Geologie anstellt, ist eigentlich so, wie wenn man ein menschliches Skelett für sich betrachten würde. Wenn Sie ein menschliches Skelett für sich betrachten, so müssten Sie eigentlich sagen: Das ist in Wahrheit kein in sich abgeschlossenes Sein. Es kann nirgends in der Welt so etwas wie ein menschliches Skelett für sich entstehen. Es kann das Überbleibsel sein von einem vollständigen Menschen, aber niemals könnte es entstehen, ohne dass Muskeln, Nerven, Blut und so weiter in seinem Gefolge sind. Wir dürfen also das menschliche Skelett nicht als ein abgeschlossenes Sein betrachten und es etwa nur aus sich erklären wollen. Ebensowenig kann für denjenigen, der nicht abstrakt, sondern wirklichkeitsgemäß denkt, die Erde mit ihren Gesteinsarten erfasst werden, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass die Erde eine Totalität ist, dass zur Erde das Pflanzenreich, das Tierreich, das Menschenreich ebenso gehört wie zum menschlichen Skelett die Muskeln, das Blut und so weiter. Man muss sich also klar sein darüber, dass «geologisch» die Erde betrachten heißt: von vornherein verzichten darauf, dass man auf das Wirkliche geht. Man bekommt nichts Wirkliches. Man bekommt etwas, was innerhalb eines planetarischen Wesens nur dann vorhanden sein kann, wenn in diesem planetarischen Wesen sich die Pflanzenwelt, die Tierwelt und die Menschenwelt findet."

Lebendige Geographie und Geologie der Erde, Schieferformationen: "Was sich da entfaltet, das würde in sich verfallen müssen, wenn nicht die ausstrahlenden Kräfte da wären, die von den Gesteinen der Schieferformationen kommen. Man hat also in der Schieferformation alles das, was das Bestreben hat, die ganze Erde zu einem Organismus zu machen. Wir müssen ja in der Tat die Pflanzen in bezug auf die Erde ähnlich betrachten wie unsere Haare in bezug auf uns Menschen, als ein Einheitliches. Und was diese Gesamtorganisation der Erde zusammenhält, das sind die Strahlungskräfte, die von den Gesteinen der Schieferformation ausgehen. Diese Dinge werden ja auch einmal ganz naturwissenschaftlich erhärtet werden. Man wird sich zum Beispiel sagen: der Mensch hat ja auch seinen physischen Leib und seinen Ätherleib. Seiner Gesamtorganisation liegt zugrunde ein Pflanzendasein. Wir können ja in der Tat den Menschen als ein Pflanzenwesen betrachten, dem das, was animalisch und was menschlich ist, aufgesetzt ist. Wenn man nun den Menschen im gesunden oder kranken Zustande behandeln wird mit dem Mineralischen, das der Schieferformation entstammt, dann wird man auch äußerlich am Menschen - was ich Ihnen jetzt gesagt habe, wird durch die geistige Anschauung erfahren - konstatieren können, wie die Mineralien der Schieferformationen wirken. Und insbesondere wird es bedeutungsvoll sein, zu erkennen, welche Krankheitserscheinungen in der menschlichen Wesenheit etwa auf einer Überwucherung des Pflanzlichen beruhen. Eine Überwucherung des Pflanzlichen ist immer dadurch zu bekämpfen, dass man den Menschen mit Mineralischem aus der Schieferformation behandelt. Denn alles, was zur Schieferformation gehört, hält das Pflanzliche im Menschen ebenso im Normalzustande - wenn ich so sagen darf - , wie es auf der Erde fortwährend das Pflanzendasein normalisiert. Das Pflanzendasein würde überwuchernd in den Weltenraum hinausstreben, wenn es nicht durch die entsprechenden mineralischen Kräftestrahlungen der Schieferformation zusammengehalten würde. Man wird einmal von diesem Gesichtspunkte aus eine lebendige Geographie und Geologie der Erde zu studieren haben, wenn man einsehen wird, dass man das, was gewissermaßen das Skelett der Erde ist, nicht bloß für das Geologische zu studieren hat, sondern im Zusammenhange mit dem ganzen Erdenwesen, auch mit dem Organischen und mit dem Seelisch-Geistigen der Erde. ... Nun steht ja alles Pflanzendasein in einem innigen Zusammenhang mit dem Sonnenhaften, mit dem Wirken der Sonne. Die Wirkungen der Sonne sind ja nicht bloß die ätherisch-physischen der Sonnenstrahlen in Wärme und Licht, sondern eingegliedert in Wärme und Licht ist ja durchaus ein Geistig-Seelisches. Dieses Geistig-Seelische steht nun in Korrespondenz mit dem, was eingegliedert ist der Schieferformation. Daß in einer gewissen Weise alles Schieferige auf Erden verteilt ist, das hängt ja eben damit zusammen, dass das Pflanzenwesen auf der Erde mannigfaltig gestaltet ist. Das Örtliche, wie gesagt, hat nicht die unmittelbare Bedeutung. Man darf sich zum Beispiel nicht vorstellen, dass nun etwa die Schieferformation da sein müsse, damit das Pflanzliche aus ihr herauswächst. Die Strahlungen der Schieferformation strömen aus, sie werden über die Erde getragen durch alle möglichen, namentlich magnetischen Ströme, und von diesen auf der Erde herumgetragenen Ausstrahlungen der Schieferformation lebt dann das Pflanzliche. Im Gegenteil, wo die Schieferformation an sich selbst in stärkstem Maße entwickelt ist, da kann das Pflanzliche heute nicht gedeihen, weil ja die eigentliche Kraft des Pflanzlichen zu stark ins Erdige selber hineingezogen wird und deshalb sich nicht entfalten kann. Da ist eben das, was das Pflanzliche an das Irdische fesselt, so überwiegend, daß es zum Ausgestalten des Pflanzlichen, zu dem ja auch die kosmischen Kräfte gehören, eben gar nicht kommt. ... Heutige Pflanzen hat es ja während des Sonnendaseins nicht gegeben, aber die Erde selber hatte eine Art Pflanzendasein, und aus diesem Pflanzendasein heraus entstand auf der einen Seite die Pflanzenwelt, auf der anderen Seite verhärtete sich dasjenige, was in der Pflanzenwelt aber auch Bildungskraft ist, zu der Schieferformation. Es ist also die Schieferformation das aus dem Pflanzenhaften der Erde herausgeholte
Erdenintellektmäßige."

Kalkformationen: "Vom Monde kommen überhaupt alle Gestaltungen zur Erde herab. Dass die verschiedenen Tiere verschieden gestaltet sind, hängt davon ab, dass der Mond den Tierkreis durchläuft. Je nachdem er im Widder oder Stier oder den Zwillingen steht, übt er in verschiedener Weise eine gestaltbildende Kraft auf das Tierische aus. Dadurch ergibt sich auch ein interessanter Zusammenhang zwischen dem Tierkreis und der tierischen Gestaltung selber, der in der alten traumhaften Weisheit geahnt worden ist. Dasjenige nun, was gewissermaßen auf die Erde herunter anzieht diese Gestaltungen, die sonst sich im Umkreise der Erde wie ein Nebel verlieren würden, das sind die aus der Kalkformation ausströmenden Kräfte. Das Mineralische auf Erden strahlt nicht nur Radium aus, das Mineralische auf der Erde strahlt eben vieles aus. Und so müssen wir auf der einen Seite in der Schieferformation dasjenige suchen, was das Pflanzliche an die Erde heranhält, und in der Kalkformation das, was aus dem Mondenhaften alles das heranzieht, was nun in den speziellen tierischen Gestaltungen lebt. Und so kommen wir durch eine geistige Betrachtung dahin, einzusehen, wie die Schieferformation auf der Erde mit der Gestaltung der Pflanzenwelt, wie die Kalkformation mit der Gestaltung der tierischen Welt zusammenhängt. Wir müssen uns darüber klar sein, dass dasjenige, was wir in solcher Art zum Beispiel in der Kalkformation auffinden, in jeder Einzelheit des organischen Lebens wiederzufinden ist. Man kann ganz genau beobachten, wenn man sich die Mittel zu solchen Beobachtungen verschafft, dass es zum Beispiel Menschen gibt, die gewissermaßen stark zur Skelettbildung hinneigen. Damit meine ich nicht, dass sie ein starkes Skelett haben, sondern dass sie auch im übrigen Organismus viele Kalkablagerungen haben. Es gibt, wenn ich so sagen darf, kalkreichere Menschen und kalkärmere Menschen. Natürlich dürfen Sie sich nicht vorstellen, dass das so furchtbar grob ist; es ist natürlich in sehr homöopathischer Dosis zu denken, aber es hat das seine große Bedeutung. Die mehr kalkhaltigen Menschen sind in der Regel die Klügeren, diejenigen, die feine Begriffe zusammenhalten können und wieder auseinanderschälen können. ... Ein Mensch, der also durch seine früheren Erdenleben dazu veranlagt ist, in einer Inkarnation ein besonders kluger Mensch zu werden, zum Beispiel ein besonders guter Mathematiker, entwickelt eben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geistig-seelisch solche Kräfte, die dann in ihm das Kalkige ablagern. Wir sind angewiesen auf Kalkablagerungen in uns, wenn wir gescheit werden wollen. Wir sind dagegen mehr angewiesen auf die Ablagerungen des Tonigen, dessen, was zum Beispiel in der Formation Schiefer, Ton lebt, wenn wir mehr den Willen entwickeln
wollen."

Schiefer, Quarz, Krankheiten wie Stoffwechselprodukt-Ablagerungen; Kalk, Kieselstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, ohnmächtig werden; einzelne Stoffe als Verkörperungen, Verstofflichungen von geistigen Wirkungen: "Wir können nun das Schiefrige näher betrachten. Wir finden in vielem Schiefrigen das Kieselige, das Siliciumhafte, das, was wir insbesondere beim Bergkristall, beim Quarz finden. Die Kräfte, die im Bergkristall, im Quarz sind, sind durchaus auch in ihren Strahlungen und Strömungen im Menschen selber. Und würde der Mensch nur diese Kräfte haben, die er also schon mit dem härteren Schiefrigen in sich aufnimmt, würde der Mensch gewissermaßen nur die quarzartigen Kräfte in sich haben, dann würde er fortwährend der Gefahr ausgesetzt sein, mit seinem Geistig-Seelischen zurückzustreben zu dem, was er zwischen Tod und neuer Geburt war, bevor er die Erde betreten hat. Das Quarzige will den Menschen immerfort aus sich herausbringen, zurückbringen zu seiner noch unverkörperlichten Wesenheit. Es muss dieser Kraft, die den Menschen zurückbringen will in seine unverkörperlichte Wesenheit, eine andere entgegenwirken, und das ist die Kraft des Kohlenstoffes. Der Mensch hat den Kohlenstoff vielfach in sich. Der Kohlenstoff wird ja natürlich von der heutigen Naturwissenschaft nur äußerlich betrachtet, nur durch physische, durch chemische Methoden. In Wahrheit ist aber der Kohlenstoff das, was uns immer bei uns bleiben lässt. Er ist eigentlich unser Haus. Er ist das, worin wir wohnen, während uns das Silicium fortwährend aus unserem Haus herausführen will und uns zurückbringen will in die Zeit, in der wir waren, bevor wir in unser Kohlenstoffhaus eingezogen sind. Und so hat das, was in uns Kohlenstoff und Kiesel ist, einen fortwährenden Kampf zu führen. Aber in diesem Kampfe liegt unser Leben. Würden wir nur aus Kohlenstoff bestehen - zum Beispiel die physische Pflanzenwelt ist im Kohlenstoff begründet -, dann würden wir nur an die Erde gebunden sein. Wir würden keine Ahnung bekommen können von unserem außerirdischen Dasein. Dass wir davon wissen, das verdanken wir dem kieseligen Element in uns. Man sieht aber, wenn man das durchschaut, wiederum, welche Heilkräfte das Silicium, der Quarz oder das Kieselige in sich enthält. Wenn ein Mensch dadurch krank ist, dass er eine zu große Neigung zum Kohlenstoff hat, was der Fall ist bei allen Erkrankungen, die mit gewissen Stoffwechselprodukt-Ablagerungen verknüpft sind, dann muss er als Heilmittel das Kieselige bekommen. Insbesondere wenn die Stoffablagerungen peripherisch oder im Kopfe sind, dann ist das Kieselige ein starkes Heilmittel dagegen. ... Von ganz besonderer Wichtigkeit ist dann, zu beachten, was als Stickstoffartiges in dem Menschen lebt, der Stickstoff selber und seine Verbindungen. Daß der Mensch Stickstoff in sich hat, das macht ihn dazu fähig, dass er immer gewissermaßen dem Weltenall offenbleiben kann. Ich kann das eigentlich auch nur wiederum schematisch zeichnen. Nehmen wir an, das wäre der menschliche Organismus. Dadurch, dass der Mensch Stickstoff in sich hat, oder Körper, die den Stickstoff enthalten, spart sich gewissermaßen die Gesetzmäßigkeit der Organisation überall aus: längs der Stickstofflinien im Körper hört der Körper auf, seine eigene Gesetzmäßigkeit geltend zu machen. Und dadurch kann die kosmische Gesetzmäßigkeit überall herein. Längs der Stickstofflinie im menschlichen Körper macht sich das Kosmische im Körper geltend. Sie können sagen: So viel in mir der Stickstoff tätig ist, so viel arbeitet der Kosmos bis zu dem fernsten Stern in mir. Was in mir an Stickstoffkräften enthalten ist, das führt die Kräfte des ganzen Kosmos in mich herein. Wäre ich nicht ein stickstoffhaltiger Organismus, so würde ich mich gegen alles verschließen, was aus dem Kosmos hereinkommt. - Und wenn sich die kosmischen Kräfte besonders entfalten müssen, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn die menschliche Befruchtung eintritt, wenn also der Menschenembryo im Leibe der Mutter sich entfaltet, der ja dem Kosmos nachgebildet ist, so ist das nur dadurch möglich, dass insbesondere die stickstoffhaltigen Substanzen den Menschen freimachen für die Einwirkung der großen Welt, für die Einwirkung des Kosmos. Aber alles ist so eingerichtet im Weltenall und im Menschendasein, dass es nicht bis zum Extrem kommen darf. Es würde alles, wenn es allein wirken könnte, zum Extrem kommen. Würde der Stickstoff seine ganze Kraft im Menschen entfalten können, so würde der Mensch nicht bloß durch das Kieselige, wo er, ich möchte sagen, aus sich herausfallen will nach der Vergangenheit ins Geistige hinein, sondern auch durch den Stickstoff, wo er fortwährend sich auch räumlich ausbreiten will - geistig -, der Mensch würde durch den Stickstoff fortwährend ohnmächtig werden. Er würde nicht in sich gehalten werden können. Er muss in sich gehalten werden. Nun ist es immer interessant, dass, wenn man etwas beobachtet in der Natur oder im Menschen, wichtige Dinge eine Doppelrolle spielen. Was auf der einen Seite dem Menschen das physische Gepräge für die Klugheit gibt, das Kalkartige, das wirkt auf der anderen Seite dieser Wirkung des Stickstoffes wiederum entgegen. So dass wir sagen können: Auf der einen Seite bilden im Menschen einen polarisehen Gegensatz Kiesel und Kohlenstoff, auf der anderen Seite bilden einen polarischen Gegensatz Stickstoff und Kalk. ... Man lernt erst die Materie kennen, wenn man sie auch in ihrem Geistigen kennenlernt. Denn überall, wo Materie ist, durchdringt sie der Geist. Aber man kommt natürlich zu gar nichts, wenn man beim bloßen nebulosen verschwommenen Pantheismus stehenbleibt und überall sagt: Wo Materie ist, ist Geist. - Man muss - wie man ja im Leben überhaupt nur weiterkommt, wenn man die Dinge von allen Seiten betrachten kann - nicht nur wissen: Kalk, Kieselstoff, Kohlenstoff, Stickstoff enthalten Geist; das ist selbstverständlich, aber das genügt nicht. Man muss auch wissen, wie die einzelnen Stoffe gewissermaßen Verkörperungen, Verstofflichungen von geistigen Wirkungen sind. Man muss sehen können, wie das Kalkige den Menschen in sich organisiert, das Stickstoffige ihn fortwährend durchsetzen will mit dem Kosmischen. ... Der Stickstoff ist überhaupt dasjenige, was uns in innige Beziehung zur geistigen Welt bringt. Er ist die Brücke zur geistigen Welt in dem Zustande, in dem unsere Seele während des Schlafens ist. Nehmen Sie das, was ich vorhin gesagt habe, zusammen mit dem, was ich hier vom Stickstoff gesagt habe. Der Stickstoff zieht aus der Umgebung das Kosmische herein. Er macht uns für das Kosmische bereit, wenn er in uns ist. Wenn er außer uns ist, lässt er das, was nicht für diese Erde ist, eigentlich in sich geistig-seelisch leben. Wir müssen also sagen: Der Luft ist wahrlich nicht umsonst der Stickstoff zum großen Teil beigemischt, er ist beigemischt, weil er das physisch Abtötende und das geistig Belebende innerhalb des Erdendaseins ist. Und wenn wir aus demjenigen, was das physisch Abtötende ist, vom Einschlafen bis zum Aufwachen herausnüchten zu einem anderen Dasein in bezug auf unser Seelisches, dann tauchen wir in das Stickstoffelement unter, das die Brücke bildet zwischen unserem Geistig- Seelischen und dem Geistig-Seelischen des Kosmos. Wir wurzeln mit unserem irdisch-persönlichen Dasein in dem Kohlenstoff, mit unserem geistig-seelischen Dasein in dem Stickstoff. Kohlenstoff und Stickstoff
im Erdendasein haben dieses Verhältnis zueinander und zum Menschen, das ich eben charakterisiert habe." [40] 

Bedenkliche Entwicklung in der modernen Naturforschung, Uran, radioaktive Substanzen, Atomenergie, die heute vorzugsweise von zweifelhaften Staaten wie Türkei und Russland gefördert werden, fortschrittliche Staaten z.B. in Europa wie Deutschland haben sich für den Ausstieg aus der Risikotechnologie entschieden und setzen auf erneuerbare Energien: Der Physiker sagt: "Es gibt Mineralien, welche Ausstrahlungen haben. Zu diesen Ausstrahlungen rechnet man ja die sogenannten radioaktiven Ausstrahlungen. Nicht wahr, man kennt die Ausstrahlungen des Urans, man weiß, wenn gewisse Strahlen - Alphastrahlen nennt man sie - ausstrahlen, dann ist zunächst eben das Ausgestrahlte da; dasjenige, was dann weiter noch ausstrahlen kann, verändert sich in einer gewissen Weise, bekommt sogar, wie man in der Chemie sagt, ein anderes Atomgewicht, kurz, es entstehen auch innerhalb desjenigen, was da als strahlende Materie vorhanden ist, Verwandlungen. Es sprechen ja sogar heute manche schon von einer Art Wiederaufleben der alchimistischen Stoffverwandlung. Nun aber sagen diejenigen, die solche Dinge untersucht haben: Dabei entsteht innerhalb dieses Strahlens etwas, was dann als ein Produkt auftritt, das nicht mehr radioaktiv ist, das sogenannte Radium G, und das hat die Eigenschaften des Bleies. Sie können also rein aus dem modernen Naturwissenschaftlichen heraus finden: Da sind radioaktive Substanzen; innerhalb dieser ganzen radioaktiven Strahlungen ist etwas, was seiner Kraft nach in Bildung begriffen ist. Da ist überall Blei auf dem Untergrunde enthalten. Sie sehen, die moderne Naturforschung nähert sich in ganz bedenklicher Weise der alten Initiationswissenschaft." [41] 

Der Weg des Franz Brentano vom Thomismus zum Nominalismus; autoritative Sprache der Naturwissenschaft aber ohne Geist, ohne das was die Menschen wirklich brauchen: "Der Philosoph Brentano stammt aus der Familie, zu der Clemens Brentano, der deutsche Romantiker, gehört, der der Oheim des Philosophen Franz Brentano war. Und Clemens Brentano gehört jener Familie an, die durch Sophie La Roche und durch Maximiliane Brentano mit Goethe befreundet war, und die zwei, im Beginne des 19. Jahrhunderts ja vielfach miteinander zusammenhängende Geistesströmungen auch ganz unmittelbar, ich möchte sagen, als Familie vereinte: Das war der Katholizismus auf der einen Seite - wir haben es in der Familie Brentano mit einer gut katholischen Familie zu tun - und der romantische Sinn auf der anderen Seite. Clemens Brentano hat ja wirklich schönste der deutschen romantischen Dichtungen geschaffen, und er war, aus der romantischen Atmosphäre des deutschen Geisteslebens heraus, ein außerordentlich bedeutender Märchenerzähler. Man möchte sagen, bei den deutschen Romantikern wandelten sich, indem sie erzählten, die deutschen Märchen so, dass wirklich ein Licht aus der geistigen Welt auf diejenigen strahlte, denen gerade von solcher Seite Märchen erzählt wurden. Und unser Philosoph Franz Brentano hörte noch als ganz kleines Kind Märchen erzählen von Clemens Brentano, seinem Oheim. ... Für uns kommen hier zwei Momente in Betracht. Das eine ist, daß aus dieser Atmosphäre heraus im geistigen Sinn Franz Brentano erwächst. 1838 ist er geboren. 1842 ist Clemens Brentano gestorben. Und auf der anderen Seite kommt für uns in Betracht, dass dieser aus katholischem Romantizismus herausgewachsene Franz Brentano hineinwächst in die strengste naturwissenschaftliche Auffassung, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in dem Geistesleben der neueren Zivilisation geherrscht hat. Franz Brentano wächst so heran, dass wirklich schon als Kind frommer Sinn in seine Seele einzieht. Das religiöse Element ist ihm wie etwas selbstverständlich aus der Seele Herauskommendes. ... Er hat in sich erweckt, heranerzogen durch den Romantizismus, einen mächtigen Hochsinn für das Geistige. ... Und als sich Franz Brentano in Würzburg habilitierte, da tat er das mit der These: «In der Philosophie können keine anderen methodischen Grundsätze herrschen, als in der wahren Naturwissenschaft.» Die Naturwissenschaft hat einen so tiefen Eindruck auf ihn gemacht in ihrer Methode, dass er nicht anders konnte, als sagen: Die Philosophie muss sich derselben Methoden bedienen wie die Naturwissenschaft, wenn sie eine wirkliche Wissenschaft sein will. Es ist wirklich nicht leicht, den seelischen Knäuel aufzulösen, in den Franz Brentano in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts verstrickt war. Betrachten wir nur einmal ganz objektiv, was da eigentlich vorlag. Ein Mensch, der vielleicht einer der besten Kenner des Thomismus und des Aristotelismus in seiner Zeit war, ein ungeheuer scharfer Denker und Begriffsgestalter auf der einen Seite, aber das alles aus der katholischen Lehre heraus; auf der anderen Seite ein Mann, dem die naturwissenschaftliche Methode ungeheuer imponiert. Wie ist das möglich? Ja, es ist durchaus möglich, und zwar aus dem folgenden Grunde. Nehmen Sie einmal den Sinn der mittelalterlichen Scholastik. Die mittelalterliche Scholastik ist eine für das Geistige nach scholastischen Begriffen arbeitende Wissenschaft, jedoch eine Wissenschaft, die sich selber befiehlt, nur etwas über die äußere Sinneswelt, und dann noch einige Erkenntnisse, die sich durch Schlüsse aus der Sinneswelt ergeben, zu wissen, während alles Übersinnliche der Offenbarung überlassen wird, an die sich die intellektuelle Erkenntnis nicht heranwagen soll." Die Nominalisten der modernen Welt sagten: Man kann nur die sinnliche Welt erkennen, die übersinnliche lassen wir weg, die gibt es ja gar nicht, oder mindestens kann man sie nicht erkennen. Dadurch wurden sie Agnostiker. So wurde auch Franz Brentano Opfer der modernen Naturwissenschaft.  "Rein naturwissenschaftliche Astronomie weiß von Himmelskörpern, die da draußen im Räume schweben. Sie analysiert höchstens mit der Spektralanalyse die Natur des Lichtes dieser Himmelskörper. Aber das alles sind ihr im Räume schwebende Kugeln. Das alles ist geistlos. Und geistlos ist der Inhalt der Zoologie, der Inhalt der Biologie, der Botanik, der Mineralienlehre. Die Naturwissenschaft muss vermöge ihrer Methode das Geistlose herausschälen und den Geist unberücksichtigt lassen. ... Aber diese Naturwissenschaft spricht eben eine starke autoritative Sprache. Und so ist es ja auch heute im öffentlichen Leben. Die Naturwissenschaft selbst kann den Menschen das nicht bieten, was sie brauchen für ihre Seele. Die größten Errungenschaften des 19. Jahrhunderts und die des 20. Jahrhunderts konnten den Menschen nicht geben, was eine Art führendes Geistiges darstellte."

Albertus Magnus: "Schlagen Sie, um sich das zu erhärten, nur einmal ein naturgeschichtliches Buch, zum Beispiel von Albertus Magnus auf; da werden Sie Naturobjekte, wie sie heute beschrieben werden, wohl auch finden - sie sind allerdings anders beschrieben, als man sie heute beschreibt -, aber neben dem finden Sie noch allerlei Elementar- und Geistwesen. Da lebt in der Natur noch Geist, und es ist nicht so, dass man nur den ganz trockenen sinnlichen Augenschein als Naturgeschichte und Naturwissenschaft beschreibt."

Der Atomismus und damit alles was mit Gen- und mRNA-Technik, CrisprCas zu tun hat, führt zum Entseelen in der Wissenschaft; Gregor Mendel 1822-1884, zählt zu den Ahnen der Gentechnik; bekannt durch sogenannte Mendelsche Regeln, Kreuzungsversuche von Erbsenrassen. Schriften: «Versuche über Pflanzenhybriden», 1865; «Über einige aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hieracium-Bastarde», 1869.: Gregor Mendel ging es darum, den botanischen und zoologischen Atomismus zu entdecken. "Er bemühte sich, jede Pflanze ihrer Vererbung nach zusammenzusetzen aus roten und weißen Blüten, aus großen und kleinen, aus dicken und dünnen Blüten, nachzusehen, wie dicke und dünne, rote und weiße Blüten, wenn sie einmal da sind, so unveränderlich bleiben, wie die Atome unveränderlich bleiben. Dazumal haben die Leute zum Beispiel gesagt: In der Kohlensäure haben wir Kohle und im Kohlenwasserstoff haben wir Kohle. Kohlenwasserstoff ist etwas ganz anderes als Kohlensäure, aber in beiden ist Kohle darinnen. Die Atome, die da als Kohle darinnen sind, die sind in der Kohlensäure, sind im Kohlenwasserstoff dieselben. Mendel hat gesagt: Da habe ich eine rote Erbsenblüte, da habe ich eine weiße Erbsenblüte. Jetzt kriegen die Kinder, die sind vielleicht rot. Aber jetzt kriegen die wieder Kinder, da sind einige darunter rot, einige darunter sind aber weiß, einige scheckig, rotweiß gesprenkelt. Und nun geht es wieder weiter: Die kriegen wieder Kinder, und da sind nun wiederum rote, weiße und scheckige darunter und so fort. - Jetzt hat man die atomistische Betrachtungsweise in bezug auf die Pflanzen. Wenn wir nur die Farbe betrachten, rot und weiß, da hat sich, wo die Erbsen rot sind, nur das Weiß verborgen; es ist auch drinnen, nur verborgen. Aber bei den weiteren Kindern, da kommt es wieder heraus, gerade so, wie der Kohlenstoff in der Kohlensäure und im Kohlenwasserstoff ist, in Stoffen, die voneinander ganz verschieden sind. Das ist ja das Wesentliche in den Atomen, der Kohlenstoff ist hier und ist da; das ist überall dasselbe, die festen, die ewigen Atome. Die ewigen Atome bei der Pflanze, die durch die Vererbung durchgehen, das sind die Farben, aber auch zum Beispiel, ob die Pflanze dick oder dünn, groß oder klein ist; aber das Weiß erhält sich, es ist nur manchmal verborgen. Wie in dem Wasser der Sauerstoff, so ist hier das Weiß in den roten Kindern verborgen und kommt wiederum zum Vorschein, wenn es Gelegenheit dazu hat. ... In der Physik geht es nicht mehr, in der Chemie geht es auch nicht mehr recht. So sind denn, nachdem der Gregor Mendel nun lange Zeit verstaubt war, seine Vererbungsgesetze ausgegraben worden, und heute können Sie überall finden, dass man von dem Mendelismus spricht, dass der Mendelismus etwas von allererstem Range in bezug auf die Vererbungslehre genannt wird, hundert Jahre nach seinem Geburtstag. Überall in den gelehrten Akademien werden jetzt die Jahrhundertfeiern für Gregor Mendel begangen." [42] 
 

15. Menschliches Seelenleben und Geistesstreben, Träume; der Mensch als Holzklotz für die moderne Wissenschaft; zuviel Salz und Pedanterie, Materialismus, zuwenig Salz, zuviel Magensäure und Mystik, Therapie; blinder Autoritätsglaube an die Wissenschaft der Atomisten; Physik, Chemie, Biologie; Intellekt kommt in die Dekadenz, Stumpfheit der Menschheit gegenüber der spirituellen Strömung hilft den ahrimanischen Mächten

Was passiert bei Angst- bzw. Alpträumen? "Ja, der Traum verwebt sich mit dem Gefühl. Angst ist ein Gefühl. Der Traum ist noch halb draußen; dadurch ist das Gefühl unbestimmt. Aber er verwebt sich schon mit dem Gefühl. Dadurch tritt es auf, das Gefühl. Aber er verwebt sich mit dem, was sonst in der Seele lebt beim Fühlen. Und erst wenn Sie den Astralleib nun ganz herinnen haben, dann haben Sie diese bestimmten, in Ihrer physischen Organisation bedingten Gefühle da, die Ihnen jetzt die Vorstellungen des astralischen Leibes durchsetzen können. Wenn Sie gewisse Alp- und Angstträume richtig ins Auge fassen, so haben Sie es wiederum, ich möchte sagen, bis zum seelischen Greifen nahe, was da eigentlich bei diesem Einzug, wie wir es nennen, des astralischen Leibes in den physischen Menschen geschieht. Dasjenige nämlich, was die Beängstigung macht, die zuweilen den Traum begleitet, werden Sie immer entdecken als etwas, was nicht in der Ordnung ist in Ihrem Atmungsprozess."

Der Mensch als Holzklotz für die moderne Wissenschaft; zuviel Salz und Pedanterie, Materialismus, zuwenig Salz, zuviel Magensäure und Mystik, Therapie: "Ja, gegenüber dem, was man auf der einen Seite als Seelisches des Willensaktes erlebt, ist das, was man sich heute in der Anatomie, in der Physiologie unter menschlichem Organismus vorstellt, eigentlich wie ein Stück Holz, so fremd dem Seelischen wie ein Stück Holz. Was Sie heute beschrieben finden als Beine des Menschen in der Physiologie, ist wirklich wie zwei Holzstücke, wie Holzbeine. So verhalten sie sich zum Seelischen. Ebensowenig wie, wenn hier zwei Hölzer liegen, Sie eine Beziehung finden können zwischen diesen zwei Hölzern und einem Seelischen, ebensowenig kann man eine Beziehung finden zwischen dem, was einem die Physiologie heute beschreibt als menschliche Beine und dem Seelischen. Aber diese menschlichen Beine, die die Physiologie beschreibt, die sind durchzogen von dem Wässerigen. Da kommen wir schon zu etwas, von dem sich leichter begreifen lässt, dass da ein Geistiges hineinwirkt. Aber es geht noch schwer. Kommen wir aber zu dem Gasförmigen, zu dem Luftförmigen, so sind wir in dem Physischen in einer so dünnen Materie, dass wir uns nun da das Seelische leichter drinnen vorstellen können. Und erst wenn wir zu den Wärmezuständen kommen! Bedenken Sie nur, wie naheliegend Sie es haben, diese Wärmezustände des physischen Organismus mit dem Seelischen in Zusammenhang zu bringen. Denken Sie doch nur einmal, wie Sie eventuell da oder dort eine heillose Angst bekommen haben, und es wird Ihnen ganz warm; da haben Sie schon eine innere Anschauung von der Beziehung des Seelischen zu demjenigen, was nun im physischen Organismus als Wärmezustände auftritt. Kurz, wenn wir in einer vernünftigen Weise den ganzen menschlichen Organismus so erfassen, dass wir ihn in bezug auf sein Festes, Flüssiges, Gasförmiges, Wärmeartiges fassen, dann kommen wir nach und nach an das Seelische heran. Wir können sagen: Das Ich greift in den Wärmezustand ein, der astralische Leib in den gasförmigen Zustand, der Ätherleib in den flüssigen Zustand; nur das Feste bleibt unangetastet. Da geht es nicht herein. Denken Sie sich einmal das, wie es nun im menschlichen Organismus ist: Hier haben wir das Gehirn, aber das ist noch wässerig. Jetzt sind da darinnen feste Bestandteile. Da, sagte ich, geht das Seelische nicht herein. Zeichnen wir uns einmal irgendwie schematisch diese festen Bestandteile darinnen. In Wirklichkeit sind es Salzablagerungen. Das, was wir Festes in uns haben, sind ja immer salzartige Ablagerungen. Unsere Knochen sind nur Bestandteile solcher Ablagerungen. Aber in unserem Gehirn geschehen fortwährend ganz feine, sich immer wieder auflösende Ablagerungen. Ich möchte sagen: In unserem Gehirn ist immer die Tendenz vorhanden, sich einfach zu solchen Knochen zu bilden, das Gehirn ganz knöchern zu machen; es löst sich nur immer wieder auf, weil alles beweglich ist. So dass, wenn wir gerade das Gehirn betrachten, da haben wir also zunächst die Wärmezustände des Gehirns, da drinnen lebt die Luft, die fortwährend ein- und ausgeatmet wird, aber die ins Gehirnwasser heraufspielt; der astralische Leib lebt darinnen. Wir haben das Gehirnwasser; der ätherische Leib lebt darinnen. Jetzt bekommen wir das Feste. Da kann das Seelische nicht herein. Es kann nicht herein, indem wir in uns Salze ablagern. Indem wir dieses nicht ganze Zehntel unseres Organismus, diese Salzbildung da drinnen haben, haben wir in uns etwas, in das unser Seelisches nicht herein kann. ... Ja, wenn Sie das nicht hätten, so würden Sie zunächst überhaupt gar kein Bewußtsein haben können, denn das, was Sie nun in sich als Bewußtsein haben, das sind die von Ihrem Salzorganismus zurückgestrahlten Seelenerlebnisse. Diejenigen, die hineingehen in Ihr Ich, in Ihren gasförmigen Organismus, in Ihren flüssigen Organismus, die erleben Sie zunächst nicht. Erst weil überall das, was da in der Wärme, was in dem Gasförmigen, was in dem Flüssigen als Seelenleben vor sich geht, ebenso wie die Lichtstrahlen vom Spiegel zurückgeworfen werden, am Salz zurückgeworfen wird, erst dadurch erleben Sie das, was Seelisches ist. Dadurch haben Sie diese innerliche Spiegelung, die nun innen als Vorstellungen lebt. Wenn also ein Mensch zum Beispiel viel Salz absetzt - aber das Salz entsteht überall in Formen -, dann bekommt er viele solche Bilder, das heißt, er wird gedankenreich. Wenn er zuwenig Salz absondert, dann bekommen die Gedanken solche unbestimmte Konturen, wie von einem nicht ordentlichen Spiegel die Bilder die Konturen erhalten. Wir können das auch noch anders aussprechen: Wenn einer überflüssig viel Salz absondert, da überwiegen in ihm die Gedanken in seinem Inneren. Sie werden sehr bestimmt, aber er wird ein Pedant. Er glaubt, in seinen Gedanken, weil sie aus so viel Festem in ihm herrühren, etwas Reales zu haben. Er wird materialistisch. Wenn er zuwenig Salz absondert, oder sagen wir, wenn er zuviel Salz in seinen übrigen Organismus absondert und zuwenig in seinen Kopf, dann werden seine Gedanken unbestimmt; er wird ein Phantast oder vielleicht ein Mystiker. Es hängt schon zusammen mit materiellen Vorgängen in unserem Inneren, wie unser Seelenleben beschaffen ist. Es ist zum Beispiel manchmal notwendig, wenn einer zu phantastisch ist, dass man ihm Gelegenheit gibt durch irgendwelche Heilmittel, mehr Salz abzulagern oder das abgelagerte Salz besser zu gestalten. Dadurch wird er seiner Phantastik entrissen. Aber das Umgekehrte ist noch wichtiger; denn das sollte man eigentlich nicht sehr weit treiben, dass man die Menschen auf physischem Wege von Phantastik oder von Pedanterie heilt; es ist zunächst auch nicht viel zu machen. Aber das Umgekehrte hat einen großen Wert. Derjenige, der Menschenbeobachtung hat, für das Seelische ebenso wie für das Körperliche, der bemerkt genau, wenn zum Beispiel ein Mensch nach der einen oder nach der anderen Richtung, sagen wir im Kopfe oder in den Organen des rhythmischen Organismus oder in den Organen des Stoffwechselorganismus zuviel Ablagerungen hat. Er bemerkt dies daran, dass die ganze Gedankenkonfiguration anders wird, und die Art und Weise, wie der Mensch seine Gedanken verändert, kann zu der Diagnose außerordentlich viel beitragen. Nur beobachten die meisten Menschen solche feinen Vorgänge nicht. Es wird zum Beispiel sehr häufig nicht beobachtet, wie zusammenhängt, sagen wir, die Tatsache, dass nun plötzlich einmal ein Mensch sich immer wieder und wieder verspricht. Er hat es sonst nicht in seiner Gewohnheit, aber einmal fängt er an, sich immer wieder zu versprechen. Es dauert ein paar Tage, dann geht es vorüber. Es ist eine leise Erkrankung in ihm vor sich gegangen, und dieses Versprechen, das ist lediglich ein Symptom für die leichte Erkrankung. Zuweilen kann man solche Dinge sehr genau beschreiben. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Mensch sondert einmal ein paar Tage, durch irgendwelche Vorgänge, zuviel Magensäure ab. Was geschieht? Diese Magensäure, die löst einmal schon im Magen gewisse Stoffe auf, die weitergehen sollten als in den Magen. Jetzt hat er das eben nicht in dem Organismus; jetzt hat er nicht die nötige Schärfe seiner inneren Spiegelbilder, jetzt werden seine Gedanken lose, er verspricht sich. Merken Sie den Hasen, der da läuft, und merken Sie, wie dieser Hase läuft, dann versuchen Sie eben, ihm
irgendwo beizukommen, dass er weniger Magensäure hat, dann werden seine Gedanken wiederum ordentlich. Im Grunde genommen aber wird seine Verdauung ordentlich, und er hört auch wieder auf, sich zu versprechen. Oder aber, nehmen wir an, durch irgend etwas - es kann zum Beispiel durch Abnormitäten der Milztätigkeiten geschehen - sauge jemand seine Magensäure zu stark auf, er macht sich ganz zum Magen; er leitet die Magensäure überall hin. Solche Säureablagerungen, die sind eigentlich die Ursache für sehr viele Erkrankungen. Wenn es nicht bis zum Kopfe geht, dann entstehen sogar sehr eigentümliche prickelnde Schmerzen; wenn es bis zum Kopfe geht, entsteht Dumpfheit des Kopfes. Wenn Sie einen solchen Menschen dann anschauen, so sehen Sie oftmals, dass er in sich dieses ganze Aufsaugen des Säureartigen zu einer gewissen Gier macht; er wird ganz durchsäuert. Und wenn der Mensch durchsäuert wird, dann leidet zum Beispiel der freundliche Ausdruck seiner Augen darunter: Sie können es seinen Augen ansehen, wenn der Mensch durchsäuert ist, und Sie können unter Umständen, indem Sie ihm eine Säure beibringen, die er nun wirklich im Magen verarbeitet, weil sie nicht die Neigung hat, in den Organismus überzugehen, diesen Menschen wiederum freundlicher kriegen in seinem äußeren Ausdrucke."

Übersonne, Heiligenschein; Die Sonne ist nicht bloß jenes physische Wesen, von dem Ihnen erzählt wird in der äußeren Wissenschaft, sondern die Sonne hat ein Geistiges, eine Art Ubersonne, was zu ihr gehört. "Diese Übersonne gehört dazu zu der Sonne, aber diese Ubersonne wirkt geradeso auf den Menschen wie der Mond, der eine Art Untersonne ist. Und in unserem Zeitalter wissen die Menschen nichts Vernünftiges über die Art, wie der Mond sich hineinstellt in die Erdenentwickelung; aber sie wissen erst recht nichts von dieser Übersonne, und dass so, wie der Mond seinen mächtigen Einfluss auf das Physische des Menschen hat, diese Übersonne den mächtigen Einfluss hat auf das Seelische des Menschen. Sehen Sie, das haben ältere Menschen aus einem instinktiven Hellsehen heraus gewußt und daher, wenn sie das andeuten wollten bei besonders für das Geistige begabten Menschen, für das wirklich Geistige, für das Spirituelle begabten Menschen, angedeutet, dass die Übersonne auf sie wirkt, kurz, dass sie nicht bloß sind, was sie sind durch Sonne und Mond, sondern dass sie auch das sind, was sie durch die Übersonne sind, dass sie mehr sind als dieser physische Leib. So wie der Mensch physisch mehr ist als sein äußerer physischer Leib in seiner Begrenzung, indem er einen Menschen aus sich hervorbringen kann, indem er also hinausgeht nach der physischen Seite, so ist der Mensch auch mehr nach einer geistigen Seite. Man hat das in einer Zeit instinktiven Hellsehens gewußt und hat deshalb dem Menschen den Heiligenschein gegeben. Geradeso wie der Mensch in der physischen Welt hinausgeht über sein eigenes Wesen, indem er ein fortpflanzungsfähiges Wesen ist, geht er durch die Übersonne aus dem gewöhnlichen Seelischen, das an den Körper gebunden ist, hinaus, ragt ins Geistige hinein und trägt nach der Ansicht der Alteren den Heiligenschein. Wenn Neuere den Heiligenschein machen, so ist er immer wie eine aufgesetzte Kappe, weil sie keine Ahnung haben, wie das mit dem Menschenwesen wirklich zusammenhängt. Das ist keine Kappe, sondern das ist etwas, was der Mensch durch die Ubersonne hat; das ist eine Erweiterung seines Seelischen in das Geistige hinein bis zu dem Grade, dass diese Erweiterung im Ätherischen sichtbar werden kann. ... Ich habe in meinem Buche «Goethes Weltanschauung» darauf aufmerksam gemacht, dass man wahrhaftig nicht bloß Wärme in das Gedankenhafte hineinbringen kann dadurch, dass man Triebartiges hineinmischt. Gewiss, die Leidenschaft, der Trieb macht die Gedanken
warm, aber animalisch warm. Aber es gibt auch eine Wärme, die aus der Welt kommt, die von der Ubersonne kommt, und man kann erglühen, indem man diese Weltenwärme, die jetzt nicht die animalische, sondern die die Wärme der über den Menschen stehenden Hierarchien ist, in sich aufnimmt."

Blinder Autoritätsglaube an die Wissenschaft der Atomisten mit "Atombombardement, Atomsprengungen und so weiter", was besonders in der Corona-Krise deutlich wurde, wo die Wissenschaftler von Biontech in ihren Laboratorien an Genen und mRNA so lange herumexperimentierten bis sie ein Biotech-Medikament voller Nebenwirkungen gefunden hatten; Chemisch-biotechnische Konstrukte und Maschinen im Sinne von Ahriman: "Die Ideen, die dem heutigen Menschen für seine Seele vermittelt werden, nimmt er einfach dadurch auf, daß er aus blindestem Autoritätsgefühl heraus sofort überzeugt ist, wenn man ihm sagt: Die Wissenschaft hat wiederum das und das gebracht, wiederum das und das konstatiert. - Man muss sich nur klar sein darüber, was das eigentlich heißt, dass man diese Dinge so hinnimmt, wie sie heute geschildert werden. Man weiß durchaus nicht, indem man die Schilderung entgegennimmt, was da eigentlich in den Laboratorien und so weiter vorgeht. Kurz, es ist der blindeste Autoritätsglaube an dasjenige vorhanden, was in dieser Weise an Ideen über die äußere Welt den Menschen mitgeteilt wird. ... Denn das weiß ja jeder Eingeweihte, dass diejenigen Götter, zu denen man in den alten Mysterien hinaufsah, mit denen man in den alten Mysterien verkehrt hatte, mit denen man selbstverständlich auch heute noch verkehren kann, dass diese Götter nichts so sehr hassen wie zum Beispiel eine Lokomotive oder ein Auto! Das ist ihnen etwas Furchtbares. Denn sie sagen, diese Götter: Dasjenige, was wir uns gefallen lassen müssen von Ahriman, dass er uns die Erde gebildet hat in dieser maschineriehaften Weise, das machen jetzt die Menschen dem Ahriman noch nach; sie machen noch zu dem etwas hinzu. Unsere Arbeit ist schon groß für das, was wir vernichten müssen, wenn wir wenigstens bloß die Werke des Ahriman hätten; aber wir haben zu alledem noch diese Dampfmaschinen, diese elektrischen Maschinen und all das Zeug; das müssen wir noch dazu vernichten. Also die alten Eingeweihten sagten sich: Das nützt gar nichts, wenn wir einfach die äußeren Naturkräfte, in die nichts mehr Geistiges hineingesehen wird, in technischer Maschinerie oder in technischem Chemismus vermehren. - Es war eine Grundüberzeugung der Initiierten, dass das so ist. Daher sagten sie: Man muss so viel wie möglich von dieser Welt retten. - Wie gesagt, in Griechenland war es so, dass man durch die Kunst retten wollte; wenn wir mehr nach dem Orient hinüberkommen, war es so, dass die Leute sich sagten: Was bloß nach sogenannten Naturgesetzen verläuft, hat im Grunde genommen für die wahre Menschheitsentwickelung gar keinen Zweck, denn das werden die Götter einmal zerblasen; daher kleiden wir das, was wir machen, so, daß darinnen Spirituelles lebt. - Und daraus entstand der Kultus im älteren Sinne, eben nicht die Formung einer Maschinerie oder eines Chemismus, sondern die Kultushandlung. Man sieht in dem, was man tut, etwas Sakramentales, etwas, wo Spiritualität drinnen ist, wo der Geist mittut. Im religiösen Kultus wollten die Leute eben so viel wie möglich retten von dem, was zu retten ist von der Erdenevolution. ... Denn die Menschen werden selbst nach und nach zur Maschinerie; sie werden den Maschinen immer ähnlicher. Sie werden in ihren Gedanken so, dass nur noch die technischen Impulse in den Gedanken wirken." [43] 

Physik, Chemie, Biologie; Intellekt kommt in die Dekadenz, Stumpfheit der Menschheit gegenüber der spirituellen Strömung hilft den ahrimanischen Mächten: "Wir müssen uns einleben in den äußeren Rhythmus des Daseins. Dadurch aber, dass wir uns einleben in  diesen äußeren Rhythmus des Daseins, werden wir auch zu Erkenntnissen kommen, die der Menschheit wiederum etwas geben über dasjenige, was den äußeren Naturerkenntnissen zugrunde liegt. Wir treiben heute Physik, Chemie, Biologie, und die Menschen bekommen durch Tausende und Abertausende populäre Darstellungen, die heute schon bis in das äußerste Dorf hinausgehen, Mitteilungen von dem, wie sich die Welt ausnimmt für die Sinnesbeobachtungen in Verbindung mit dem Intellekt. Aber es muss das Zeitalter beginnen, wo die Menschheit wiederum erkennen lernt, was hinter alledem steckt, was da durch äußere Beobachtung und durch den Intellekt gegeben werden kann. ... Es ist ja sehr schön, wenn der Chemiker ausfindig macht, welches das Atomgewicht des Wasserstoffes, des Sauerstoffes, des Stickstoffes ist, wie sich Wasserstoff und Sauerstoff verbinden, wie man sie wiederum analysiert, wie man das Wasser zum Beispiel analysiert oder den Chlorkalk oder dergleichen. Das ist alles sehr schön, aber hinter all dem leben eben geistig-elementarische Wesenheiten. Und aneignen wird sich der Mensch müssen eine Erkenntnis von den Eigentümlichkeiten gerade dieser elementarischen Welt. Denn in der Zeit, in der der Mensch den Intellekt ausgebildet hatte, da waren diese elementarischen Wesenheiten gewissermaßen ein wenig aufs Trockene gesetzt. Die Menschheit bildete, wie gesagt, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts bis zu dem Ende des 19. Jahrhunderts den Intellekt aus, und indem innerhalb der menschlichen Kultur der Intellekt eine schöpferische Rolle spielte, konnten diese Wesenheiten nicht viel machen, die da in den Elementen leben. Dadurch, dass sich die Elementarwesen des Festen gewissermaßen zurückhalten mussten und den Intellekt den Menschen überlassen mussten, dadurch hielten diese Wesenheiten auch die anderen Elementarwesen, die Wesenheiten des Flüssigen und des Luftförmigen zurück. Aber jetzt, wenn die Menschheit in der Zeit, in der der Intellekt in die Dekadenz kommt - und er kommt in die Dekadenz, wir leben schon in dem Zeitalter, wo der Verfall des Intellekts in der zivilisierten Welt beginnt -, wenn jetzt die Menschheit sich nicht öffnet der aus dem Geistigen hereinkommenden Strömung des Spirituellen, dann wird durch diese Stumpfheit der Menschheit gegenüber der spirituellen Strömung dasjenige entstehen können, was heute schon deutlich bemerkbar ist, dass diese elementarischen Wesenheiten eine Art Union schließen, sich zusammenschließen und sich unter die Führung der ja vorzugsweise intellektualistischen Macht, unter die Führung Ahrimans stellen. Dann aber würde, wenn diese elementarischen Wesenheiten mit der deutlichen Absicht, sich gegen die menschliche Entwickelung zu stellen, sich in die Führung Ahrimans stellen würden, die Menschheit ihren Fortschritt nicht weiter entwickeln können. Dann würde es möglich sein, dass die ahrimanischen Mächte in Verbindung mit den elementarischen Wesenheiten der Elemente aus der Erde etwas ganz anderes machen, als wozu sie von vornherein bestimmt war. ... Also all dasjenige, was man gerade mit den so großartigen, gewaltigen heutigen Wissenschaften erlangt, das bezieht sich nur auf ein Vergängliches. Die Menschheit braucht aber eine Erkenntnis, die sich nicht auf dieses Irdisch-Vergängliche bezieht, sondern die zu tun hat mit dem, was hinausgeht über das Irdisch-Vergängliche." [44] 
 

16. Alte und neue Einweihungsmethoden, Solowjow; Wissenschaft in den alten Mysterien, Schüler wurden Christen; Schillers «Malteser» über die Belagerung der Insel Malta durch die Türken und die Verteidigung dieser Insel durch den Großmeister des Malteserordens, Lavalette; Naturwissenschaft früher, altes und neues Testament; Monotheismus; ein lebendiges Ringen finden wir dann in Spanien zur Zeit der Reconquista, das heisst der Rückeroberung Spaniens von den monotheistischen Muslimen, was in den Dichtungen aus dieser Zeit zum Ausdruck kommt, «El magico prodigioso» (Der wundertätige Magier), Drama des Calderon über «Cyprianus»; Der Geisteskampf Goethes und Schillers gegen den Intellektualismus, Lessing, Goethes  «Faust» und «Götz von Berlichingen», Shakespeares «Hamlet», «Macbeth», Voltaire, Schillers «Räuber», «Kabale und Liebe», «Die Braut von Messina» Pädagogik


«Zwei Wünsche, die nahe miteinander verwandt sind, erheben wie ein unsichtbares Flügelpaar die menschliche Seele über die übrige Natur - es ist der Wunsch nach Unsterblichkeit und der Wunsch nach Wahrheit oder nach moralischer Vollkommenheit. Das eine ohne das andere hat keinen Sinn. Unsterbliches Leben ohne moralische Vollkommenheit ist kein Heil, denn es genügt nicht, unsterblich zu sein, - wir müssen der Unsterblichkeit würdig werden durch die Vollendung in aller Wahrheit. Doch auch Vollkommenheit, die dem Verderben und der Vernichtung unterworfen ist, ist kein wahres Heil. Unsterbliches Dasein ohne Wahrheit und Vollkommenheit ist ein ewiges Martyrium; Gerechtigkeit aber ohne Unsterblichkeit ist eine schreiende Lüge, eine maßlose Beleidigung». - Wladimir Solowjow,  «Von der Natur, dem Tode, der Sünde, dem Gesetz und der Gnade»

Dazu Steiner: "Bis in diese Zeilen des Solowjow hinein fühlt man, dass es vom Osten herüber aus dem ganzen Menschen herausklingt, nicht nur aus dem bloßen intellektuellen menschlichen Verstände. Weil Solowjow aus seinem Volkstum heraus spricht und denkt und empfindet, trägt seine ganze Weltanschauung den Zug hin zu dem Christus. Weil er, ich möchte sagen wie ein Äußerliches aufgenommen hat die Gedankenformen des Westens, trägt seine Weltanschauung zu gleicher Zeit neben dem Christus-Zug den Zug hin zum Vatergotte. Daher finden wir bei ihm, was wir sonst in der Gegenwart fast nirgends mehr finden, eine ursprüngliche, klare Scheidung im menschlichen Empfinden zwischen dem Wege zum Vatergott und dem Wege zum Christus, zum Sohnesgott. Man kann schon in einem solchen Geiste wie Wladimir Solowjow eine Andeutung finden zu dem, was für die Zukunft kommen muss. Denn kommen muss ein Zusammenarbeiten der verschiedensten Lebensgebiete über die Erde hin. Das kann aber nicht kommen, wenn irgendein Lebensgebiet glaubt, das Ganze zu haben. ... Wir blicken hin auf die Urweltweisheit, die sich aus gewissen instinktiven Untergründen heraus zu gewissen Höhen des Schauens - nicht unseres heutigen, sondern des alten Schauens - entwickelt hat. Wir finden dieses Schauen in seinem letzten Ausbildungsstadium wie durch ein Weltsymbolum ausgedrückt bei demjenigen, was die drei Weisen aus dem Morgenlande, die Magier aus dem Morgenlande zu dem Christus Jesus hin getragen haben. Was sie zu dem Christus Jesus führte, ist urälteste und damals höchste Menschenweisheit." [45] 

Wissenschaft in den Mysterien: mit dem Begriff «Fürsten dieser Welt» meinte man früher die Erde, im Gegensatz zu den Fürsten, das heißt zu den Geistwesen anderer Welten; Das Mittelalter nannte den Fürsten dieser Welt den «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt»; die Menschen sind durch die Mysterien Christen geworden, was sogar bei alten Kirchenvätern nachgelesen werden kann: "Wenn wir heute in unserer Sprache von dem «Fürsten dieser Welt» sprechen, wie er im Bewußtsein der alten Welt lebte, so würden wir etwa von der ahrimanischen Wesenheit sprechen. Wir würden also mit der ahrimanischen Wesenheit etwa diesen Fürsten des irdischen Lebens treffen. Wenn wir auf die Offenbarung im Geistigen sehen, die von der Seite des Fürsten dieser Welt hergeleitet werden kann, so müssen wir gerade auf das Intellektualistische des menschlichen Erkennens hinweisen. Die Mysterienleiter würden das, was im griechischen selbständigen, außerhalb der Mysterien entstandenen Wissen lebte, durchaus bezeichnet haben als ein Wissen, eingegeben von dem Fürsten dieser Welt. Dagegen haben sie die Aufgabe der Mysterien darin gesehen, den Menschen in eine geistige Anschauung einzuführen, die von dem Fürsten dieser Welt abbringt und die menschliche Seele zu einem Sich-Einleben in Welten führt, die nicht von dem Fürsten dieser Welt beherrscht werden. Man muss, wenn man die Dinge, um die es sich da handelt, in der richtigen Weise sehen will, sich solcher Ausdrücke bedienen, und es sollte niemand irgend etwas Abergläubisches oder dergleichen mit dem Gebrauche solcher Ausdrücke verbinden. Ich will Ihnen ein Bild entwerfen, wie etwa ein in die griechischen oder ägyptischen, in die persischen oder in andere Mysterien Eingeweihter über den Fürsten dieser Welt in älteren Zeiten gedacht hat. Da muss man sich schon klar darüber sein, dass wenn die Betreffenden auch andere Namen gehabt haben, sie dennoch durchaus von dem Christus-Wesen gesprochen haben. Man spricht ja nicht nur von dem Christus-Wesen, wenn man den Christus-Namen ausspricht. Wenn wir auch selbstverständlich den Christus-Namen aussprechen müssen, indem wir von dem Christus-Wesen sprechen, bezeichnen wir doch mit dem Christus eigentlich erst die in Betracht kommende Wesenheit, nachdem sie durch das Mysterium von Golgatha durchgegangen ist und sich mit der Erdenzivilisation verbunden hat. Sie war eben vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit der Erdenzivilisation verbunden. Sie lebte gewissermaßen als das große Sonnenwesen außerhalb der irdischen Welt. Erst das Mysterium von Golgatha bezeichnet die Verbindung dieses außerhalb der irdischen Welt lebenden Wesens mit der Erdenwelt selber. Aber als solches außerirdisches Wesen kannten es durchaus die in die Mysterien Eingeweihten. Als solches Wesen erkannte es auch derjenige, den man den Fürsten dieser Welt nannte, das geistige Wesen ahrimanischer Natur. Er fühlte sich gewissermaßen - wie gesagt, ich schildere, was im Bewußtsein der Mysterieneingeweihten lebte - als Herr der Erde. Er konnte sich sagen: Was die Menschen durch die Kräfte der Erde haben, das haben sie von mir. - Dagegen wußte er auch, dass außerhalb der Erde der Christus lebte und auf das menschliche Leben einen Einfluss hatte, und zwar auf Umwegen durch die Mysterien, deren Lehren dann popularisiert und hinausgetragen wurden unter die Völker. ... Aber gerade deswegen lehnte sich der Fürst dieser Welt auf gegen das Mysterium von Golgatha, weil er nun seine Erdenherrschaft teilen sollte mit dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha auf die Erde heruntergestiegen war. Als einen Nebenbuhler in der Erdenherrschaft empfand der Fürst dieser Welt den Christus. ... Es ist das durchaus im Bewußtsein der ersten Kirchenväter vorhanden gewesen. Das wird nur heute den Leuten nicht gesagt, oder es wird sogar geleugnet. Bei den ersten Kirchenvätern ist ein deutliches Bewußtsein vorhanden gewesen, dass die Menschen durch die Mysterien Christen geworden waren. Daher finden wir Stellen bei den ersten Kirchenvätern, dass Heraklit und Sokrates, trotzdem sie vor dem Mysterium von Golgatha lebten, Christen waren, wenn sie auch zu ihrer Zeit Atheisten genannt worden sind. Diese Stelle habe ich ja öfter zitiert, sie findet sich bei den ersten Kirchenvätern. So könnte man also sagen: Um diesen Menschen, der da herauskam aus dem andern, machte sich der Fürst dieser Welt nach der Ansicht der älteren Mysterienleiter und Eingeweihten nichts zu tun; den überließ er dem Christus. Aber er wollte nicht, dass der Christus auf die Erde herunterkommt und vom ganzen Menschen Besitz ergreift. Das ist in den Evangelien dadurch angedeutet, dass die Dämonen, das heißt die unteren Diener des Fürsten dieser Welt, vernahmen: Der Christus ist angekommen, er ist da. - Da lehnten sie sich auf. Das ist in den Evangelien klar angedeutet. Sie erkannten ihn, und sie wurden wild. Wir müssen uns also durchaus klar sein, dass, wenn wir über irdische Entwickelungsverhältnisse sprechen, wir ein Wesentliches des Mysteriums von Golgatha darin sehen müssen, dass diejenige geistige Macht, welche bis zum Mysterium von Golgatha hin den durchaus berechtigten Einfluss auf die menschliche Leiblichkeit hatte, in der Folgezeit diesen Einfluss mit dem Christus zu teilen hatte. Daher nennt das Mittelalter den Fürsten dieser Welt den «widerrechtlichen Fürsten dieser Welt». Dieser Ausdruck ist eigentlich nicht gerechtfertigt innerhalb der alten heidnischen Anschauung, aber er trat als eine durchaus durch die Sache gerechtfertigte Bezeichnung dann innerhalb des Mittelalters ein."

Auswirkungen in der Menschennatur: "Sehen wir dann in den Menschen hinein, dann haben wir in ihm einen Zustand zu verzeichnen, durch den der Mensch blaß wird. Sie wissen, das Blasse des Menschen hat immer etwas Fahles, Bläuliches. Dieses Blaßwerden des Menschen, dieses Sich-Erfühlen in der Kälte, das ist das Erfühlen der ahrimanischen Wirkung im Menschen, während die Gerötetheit das Luziferische in der Menschennatur ausmacht. Erst wenn man aus allen diesen Einzelheiten zusammensetzt, was die ahrimanische Wesenheit, die Wesenheit des Fürsten dieser Welt eigentlich ist, bekommt man eine vollständige Vorstellung davon. Dann wiederum, wenn man die blassen, manchmal so gescheiten, aber immer linienhaften Gedanken des Menschen nimmt, wenn man das eigentlich Intellektualistische nimmt, dann hat man wiederum in bezug auf die Kopfwirkung des Menschen das Ahrimanische, das des Fürsten dieser Welt."

Schiller und sein Malteserdrama über die Belagerung der Insel Malta durch die Türken und die Verteidigung dieser Insel durch den Großmeister des Malteserordens, Lavalette: "Wir hätten wahrscheinlich eine Dichtung innerhalb der deutschen Literatur über dieses mittelalterliche Wissen von dem Übersinnlichen, über dieses mittelalterliche Verhältnis zu dem Übersinnlichen, wenn Schiller dazugekommen wäre, sein von ihm projektiertes großes Drama «Die Malteser» auszuführen. Es ist eine außerordentlich interessante Erscheinung innerhalb des deutschen Geisteslebens, dass Schiller vorhatte gerade in den Jahren, in denen der Malteserorden durch Napoleon zugrunde gerichtet worden ist, ein Malteserdrama zu schreiben, nämlich die Belagerung der Insel Malta durch die Türken und die Verteidigung dieser Insel durch den Großmeister des Malteserordens, Lavalette. Schiller konnte offenbar dieses Drama nicht ausführen. Er hat dann den «Wallenstein» geschrieben, und die «Malteser» liegen lassen. Wir würden, wenn die «Malteser» von Schiller ausgeführt worden wären, ein Drama haben, aus dem deutlich ersichtlich wäre, wie in einem solchen Orden - und die Malteser sind noch aus den Vorgängen während der Kreuzzüge hervorgegangen -, der nach außen hin eigentlich auf humanitäre Handlungen, auf Gemeinwirksamkeit, auf Wohltätigkeitswirksamkeit und so weiter eingerichtet war, durchaus die Meinung herrschte, dass man so etwas nur vollführen könne, wenn man zu gleicher Zeit in einem gewissen Sinne zu einem höheren Leben aufsteigt. Man hatte in der Zeit, in welcher der Tempelherrenorden und der Johanniterorden - aus dem dann der Malteserorden geworden ist - gestiftet worden sind, ja, auch noch während des ganzen Mittelalters durchaus das Gefühl: Der Mensch muss sich verwandeln, bevor er in der richtigen Weise so etwas unternehmen kann. Es ist dieses ein Gefühl gegenüber dem Menschenwesen, das eigentlich in der neueren Zeit vollständig verlorengegangen ist, und das ist darauf zurückzuführen, dass eben der Intellekt des Menschen wesentlich intensiver, stärker geworden ist, so dass der neuere Mensch ganz und gar intellektuell ist, dass das Intellektuelle bei ihm ganz besonders vorliegt." [46] 

Naturwissenschaft früher, altes und neues Testament; Monotheismus, der Abstraktling Philo von Alexandrien im Gegensatz zum Mysterium von Golgatha: "Das war aber die Eigentümlichkeit jeder heidnischen Vorstellung, sie kam nur bei den Griechen in ganz bedeutsamer Weise zum Ausdruck. Die heidnische Welt sah den Geist in allem Naturdasein. Sie hatte keine besondere Naturwissenschaft, die so gewesen wäre wie die unsrige, aber sie hatte eine ausgebreitete Naturwissenschaft. Sie redete überall, wo sie die Natur erblickte, von Geistigem. Das war die Naturwissenschaft, die zu gleicher Zeit eine Geisteswissenschaft war. Der Heide sah weniger auf das menschliche Innere. Er sah den Menschen auch wie ein Naturwesen von außen an, aber er konnte das, weil er auch die übrigen Naturwesen nicht seelenlos dachte. Er dachte den Baum, die Pflanzen, die Wolken nicht seelenlos. So brauchte er auch den Menschen nur von außen anzuschauen und ihn doch nicht seelenlos zu denken. Der alte Heide konnte also, indem er die Natur beseelte, auch den Menschen als Naturwesen betrachten, und so war das alte Heidentum ein Element, das von vorneherein ein Spirituelles in sich hatte, das zum Geiste hinneigte. ... So ist zum Beispiel das heidnische Element immer vorwiegend gewesen da, wo mehr anschauliche religiöse Bekenntnisse gepflogen worden sind. Da machte man sich Bilder von geistigen Wesenheiten, die Naturbildungen nachgeahmt waren. Dagegen bildete sich das alttestamentliche Element überall da aus, wo die neuere Wissenschaftlichkeit heraufkam, wo man auf das Bildlose hinstrebte. Und in der neueren materialistischen Wissenschaft lebt in vieler Beziehung ein Nachklang gerade des Alten Testamentes, des unbildhaften Alten Testamentes. Man möchte sagen, der Materialismus der Wissenschaft, der will streng sondern das Materielle, dem er nun gar keinen Geist mehr lässt, und das Geistige, das nur im Moralischen leben soll, von dem man sich gar kein Bild machen darf, das also auch nicht gesehen werden darf in dem Irdischen. Diese besondere Charakteristik des Wissenschaftlichen, der wir heute in der materialistischen Form der Wissenschaft begegnen, ist eigentlich noch ein in unsere Zeit hereinragender Impuls des Alten Testamentes. Die Wissenschaft ist noch gar nicht christlich geworden. Die Wissenschaft als Materialismus ist im Grunde genommen heute noch alttestamentlich. Und das wird eine der Hauptaufgaben der fortschreitenden Zivilisation sein, beides zu überwinden, aber auch beides synthetisch in eine höhere Einheit auflösen zu können. Wir müssen uns schon klar darüber sein, daß sowohl das Heidentum wie das Judentum Einseitigkeiten darstellen und dass sie, indem sie vielfach hereinragen in die neuere Zeit, ein zu Überwindendes darstellen. ... Der Abstraktling - und Philo von Alexandrien ist vielleicht der genialste Abstraktling gewesen, weil er die spätere Abstraktheit ahrimanisch vorausgenommen hat -, er will die Antwort für das Weltengeheimnis finden, indem er irgendwelche Gedanken fasst, die das Weltenrätsel lösen sollen. Dagegen ist das Mysterium von Golgatha der umfassende lebendige Protest. Niemals lösen Gedanken das Weltenrätsel, sondern diese Lösung bleibt lebendig. Der Mensch selber in seiner Totalität ist die Lösung des Weltenrätsels. Da erscheinen die Sonnen, die Sterne, die Wolken, die Flüsse, die Berge, die einzelnen Wesenheiten der verschiedenen Naturreiche, indem sie von außen sich offenbaren, als eine große Frage. Und der Mensch steht da, und in seiner ganzen Wesenheit ist er die Antwort."

Aber ein wirklich lebendiges Ringen finden wir dann in Spanien zur Zeit der Reconquista, das heisst der Rückeroberung Spaniens von den monotheistischen Muslimen, was in den Dichtungen aus dieser Zeit zum Ausdruck kommt, insbesondere in «El magico prodigioso» (Der wundertätige Magier) des Pedro Calderön de la Barca; Vergleich mit Goethes «Faust», Lessing: "Wie kann der Mensch, ohne dass er die Anschauung des Geistigen in den Naturdingen und Naturvorgängen verliert, den ganzen Menschen finden, der ihm durch den Christus Jesus vor die Augen der Seele gestellt ist? Wie kann der Mensch sich durchchristen? - Am lebendigsten tauchte sie gerade in Spanien auf, und wir sehen in Calderon einen Dichter, der dieses Ringen ganz besonders intensiv darzustellen wußte. In Calderon lebt, wenn ich so sagen darf, dramatisch dieses Ringen nach dem Durchchristetwerden des Menschen. Da sehen wir auf das charakteristischste Drama des Calderon hin, auf den «Cyprianus», der eine Art wundertätiger Magier ist, also ein Mensch zunächst, der in den Naturdingen und Naturvorgängen lebt, indem er jene Geistigkeit durchforschen will. Wenn Sie das Bild eines solchen Menschen nach seiner späteren Metamorphose, nach der Faust-Metamorphose nehmen, so haben Sie nicht die volle Lebendigkeit, mit der etwa bei Calderon Cyprianus auftritt. Denn dieses Drinnenstehen in dem Geiste der Natur bei Cyprianus hat noch volles Leben. Da ist noch eine volle Selbstverständlichkeit, während bei Faust alles schon in Zweifel gehüllt ist. Während Faust von Anfang an nicht mehr recht an das Finden des Geistigen in der Natur glaubt, ist der Cyprianus des Calderon durchaus noch eine mittelalterliche Figur. So, wie der heutige Physiker oder Chemiker in seinem Laboratorium von seinen Apparaten umgeben ist, der Physiker von den Geißlerschen Röhren und andern Apparaten, der Chemiker von seinen Retorten und von seinen Wärmeöfen und dergleichen, so ist Cyprianus für seine Seelenverfassung überall von dem umgeben, was als das Geistige aufleuchtet und aufquillt aus den Naturvorgängen und Naturwes enheiten. Da tritt - und das ist charakteristisch - in das Leben dieses Cyprianus Justina ein. Hier haben wir den Hinweis auf etwas, was im Drama ganz menschlich dargestellt wird als ein weibliches Wesen, was wir aber doch, wenn wir es bloß als ein weibliches Wesen auffassen, eben nicht voll erfassen. Denn diese mittelalterlichen Dichter werden nicht richtig verstanden, wenn man so, wie das ihre neueren Erklärer tun, immer sagt: Da muss nur das ganz derb materiell Konkrete aufgefasst werden; wir dürfen zum Beispiel bei der Beatrice des Dante an nichts anderes denken als an ein weiches, weibliches Wesen. - Oder aber die Erklärer gehen an dem Richtigen auch vorbei, indem sie wiederum alles allegorisieren, in eine geistige Sphäre hinaufheben. So weit voneinander, wie für die Köpfe der modernen Erklärer, waren eben damals die geistigen Bilder und die wirklichen Erdenwesen noch nicht. Und so dürfen wir, indem da in dem Calderon-Drama Justina auftritt, wiederum an die die Welt durchziehende Gerechtigkeit denken, die eben nicht so etwas Abstraktes war wie das, was heute auch die Juristen nicht mehr haben, sondern was in ihrer Bibliothek steht und was sie herausnehmen in Form von einzelnen Bänden. Es wurde eben die Jurisprudenz auch als etwas Lebendiges empfunden. So tritt Justina an Cyprianus heran. Und nun wird es natürlich wiederum schwierig für den modernen wissenschaftlichen Interpreten, der jetzt die Hymne verstehen soll, die Cyprianus auf Justina singt. Ja, die modernen Advokaten tun das nicht auf ihre Jurisprudenz, aber so jemand wie der Cyprianus empfand eben auch die Gerechtigkeit, die die Welt durchwebt und durchlebt als etwas, dem er Hymnen singen konnte. Es ist eben das geistige Leben anders geworden, das muss immer wieder betont werden. Aber Cyprianus ist zu gleicher Zeit auch Magier, der es mit den Geistwesen der Natur zu tun hat, jener Welt der Dämonen, unter der auch das mittelalterliche Wesen Satanas ist. Nun fühlt sich Cyprianus nicht fähig, wirklich an Justina heranzukommen. Da wendet er sich an den Satan, den Anführer dieser Naturdämonen. Der soll ihm Justina verschaffen. Da haben Sie die ganze tiefe Tragik des christlichen Konfliktes; nämlich das, was an Cyprianus herantritt in Justina, das ist die Gerechtigkeit, die der christlichen Entwickelung angemessen ist. Sie soll an Cyprianus, den noch halb heidnischen Naturgelehrten, herangebracht werden. Das ist die Tragik: Er kann aus der Naturnotwendigkeit, die etwas Starres hat, nicht die christliche Gerechtigkeit finden. Aber er kann sich auch nur an den Anführer der Dämonen, an den Satanas wenden, dass der ihm Justina verschaffe. Satanas macht sich heran an die Aufgabe. Die Menschen können schwer begreifen, weil natürlich Satanas ein sehr gescheites Wesen ist, dass er immer wieder an Aufgaben geht, an denen er schon so und so oft gescheitert ist. Aber das ist eben eine Tatsache. Wir mögen uns noch so gescheit dünken, wir können in dieser Weise nicht ein so gescheites Wesen wie Satanas kritisieren. Man müsste sich sagen, es muss doch etwas geben, jwas ein so gescheites Wesen immer wieder dazu bringt, das Glück aufs Neue zu versuchen, um die Menschen auf diese Weise zu verderben. Denn natürlich würde Verderbnis der Menschen eingetreten sein, wenn es Satan gelungen wäre, die christliche Gerechtigkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - herumzukriegen, um sie an Cyprianus heranzubringen. Also Satan macht sich daran, aber es gelingt ihm nicht. Die ganze Gesinnung Justinas widerstrebt dem Satanas; und sie entflieht dem Satan, und er behält ein Phantom von ihr zurück, ein Schattenbild. Sie sehen, wie bei Calderön manches Motiv, das Sie dann im «Faust» wiederfinden, auftaucht, aber alles eben gewissermaßen in dieses urchristliche Ringen getaucht. Der Satan behält ein Schattenbild zurück, das bringt er dem Cyprianus. Cyprianus kann natürlich mit dem Phantom, mit dem Schattenbild nichts Rechtes anfangen. Es hat nicht Leben. Es hat nur ein Schattenbild der Gerechtigkeit in sich. Oh, es ist wunderbar ausgedrückt, wie das, was aus der alten Naturweisheit geworden ist und als neuere Naturwissenschaft auftritt, wenn es an so etwas herankommen will wie an das soziale Leben, an die Justina, wie es nicht das -wirkliche Lebendige liefert, sondern nur Gedankenphantome. Wie es jetzt, weil die Menschheit mit dem fünften nachatlantischen Zeitraum zu der toten Gedankenwelt vorgedrungen ist, eben nur Phantome liefert, die Phantome der Gerechtigkeit, die Phantome der Liebe, die Phantome von allem - ich will nicht sagen im Leben, aber in der Theorie. Und über alledem wird Cyprianus verrückt. Justina, die wirkliche Justina, kommt mit ihrem Vater in die Gefangenschaft. Sie wird zum Tode verurteilt. Cyprianus hört das in seinem Wahnsinne und fordert für sich auch den Tod. Und eben auf dem Schafott finden sie sich. Über ihrem Sterben erscheint die Schlange und auf ihr reitend der Dämon, der Justina dem Cyprianus zuführen wollte, und erklärt, sie seien erlöst. Sie können aufsteigen in die himmlischen Welten: «Gerettet ist das edle Glied der Geisterwelt vom Bösen!» ... Solche Dramen wie das Cyprianus-Drama des Calderon stellen das Ringen nach diesem Finden dar, und es stellt eben die Schwierigkeiten dar, die der Mensch hat, der nun wirklich in die geistige Welt wiederum zurückkommen soll, der den Zusammenklang mit der geistigen Welt erleben soll. Cyprianus ist noch befangen von dem, was an Dämonenhaftem aus der alten heidnischen Welt nachklingt. ... In dem spanischen Cyprianus-Drama tritt uns das ganze Lebendige dieses Christus-Ringens viel deutlicher entgegen als in der Theologie dieses Mittelalters, die sich ja an abstrakte Begriffe halten wollte, und die in ihre abstrakten Begriffe das Mysterium von Golgatha einfangen wollte. In der dramatisch-tragischen Lebendigkeit des Calderön lebt dieses mittelalterliche Ringen nach dem Christus, das heißt, nach dem Durchchristetwerden der menschlichen Natur. Und wenn man dieses Calderön-Drama von dem Cyprianus mit dem späteren Faust-Drama vergleicht - es ist das charakteristisch genug -, dann sieht man, da tritt zuerst bei Lessing das Bewußtsein auf: Der Mensch muss im irdischen Leben den Christus finden können, denn der Christus ist durch das Mysterium von Golgatha gegangen und hat sich mit der irdischen Menschheit vereinigt. Nicht, dass das in klaren  Ideen bei Lessing gelebt hat, aber ein deutliches Gefühl davon hat in Lessing gelebt. Und als er seinen «Faust» schreiben wollte - er hat ja nur ein kurzes Stückchen davon zu Papier bringen können - ,  endete er damit, dass den Dämonen, also denen, die noch den Cyprianus abhalten konnten, während des irdischen Lebens den Christus zu finden, zugerufen wird: «Ihr sollt nicht siegen!». ... Damit war zu gleicher Zeit das Thema für den späteren Goetheschen «Faust» gegeben; und im Grunde genommen ist es auch noch beim Goetheschen Faust äußerlich, wie der Mensch sich zum Christentum findet. Nehmen Sie den ganzen Goetheschen «Faust», nehmen Sie den ersten Teil: Da ist das Ringen. Nehmen Sie den zweiten Teil: Da soll zunächst durch die klassische Walpurgisnacht, durch das Helena-Drama, das Aufnehmen des Christentums erfahren werden an der griechischen Welt. Dann aber weiß Goethe: Der Mensch mudd hier im Erdenleben den Anschluss finden an Christus. Er muss daher seinen dramatischen Helden hinführen zu dem Christentum. Allein, wie führt er ihn hin? Es ist ja nur ein theoretisches Bewußtsein, möchte ich sagen. Goethe war ein zu großer Dichter, als dass man das nicht bemerkt, dass es nur ein theoretisches Bewußtsein war. Denn zuletzt ist schließlich doch nur im letzten Akt das Aufsteigen im christlichen Sinne an das ganze Faust-Drama angeleimt. Es ist gewiss alles großartig, aber es ist nicht aus der inneren Natur des Faust herausgeholt, sondern Goethe hat das katholische Dogma genommen. Goethe hat den katholischen Kultus genommen und hat den fünften Akt an die andern angeleimt. Er wußte, es muss der Mensch zu der Durchchristetheit geführt werden. Im Grunde genommen ist es nur die ganze Gesinnung, die im zweiten Teile des «Faust» lebt, die dieses Durchdringen mit dem Christus darstellt. Denn bildhaft konnte es auch Goethe noch nicht geben, und eigentlich ist es auch erst nach dem Tode des Faust, wo der ganze christliche Aufstieg entfaltet wird." [47] 

Goethes «Faust»: "Man kann schon sagen: Goethe hat sich in seiner Jugend in den verschiedensten Wissenschaften so herumgetrieben, wie er das an seinem Faust darstellt. Denn Goethe suchte eben nicht das in dem Leben, das sich ihm als Intellektualistisches darbot, was aus einer gewissen menschlichen Gewohnheit heraus die meisten suchen, sondern er suchte eine wirkliche Verbindung mit derjenigen Welt, welcher der Mensch mit seiner ewigen Natur angehört. Man kann sagen, Goethe suchte wirkliche Erkenntnis. Diese konnte er durch die einzelnen Wissenschaften, die sich ihm darboten, eben nicht finden. Goethe kam vielleicht zunächst auf eine äußerliche Weise an die Faust-Gestalt heran. Aber jedenfalls hat er durch seine besondere Veranlagung in dieser Faust-Gestalt dasjenige gefühlt, was diesen ringenden Menschen darstellt, von dem wir gestern gesprochen haben. Und er identifizierte sich in einem gewissen Sinne mit diesem ringenden Menschen. Goethes Arbeit am «Faust» erscheint einem in drei Etappen. Die erste Etappe führt zurück in eine frühe Jugendzeit Goethes, in der er eben ganz empfunden hat das Unbefriedigende seiner Universitätsstudien, aus denen er heraus wollte zu einer wirklichen Verbindung der Seele mit dem vollen geistigen Leben. Da stellte er die Faust-Gestalt, die ihm entgegengetreten war aus dem «Puppenspiel», aus dem heraus man noch sehr wohl den ringenden Menschen erkennen kann, eben als den strebenden Menschen dar, der heraus will aus dem bloßen Verstandesmäßigen zu einem vollmenschlichen Erfassen des kosmischen Ursprungs des Menschen. Und so steht denn in der ersten
Gestalt, die Goethe seinem «Faust» gegeben hat, Faust neben den andern einzelnen Figuren einfach als der strebende Mensch da. Dann ging Goethe durch diejenigen Entwickelungsstadien seines Lebens hindurch, die er zunächst durchgemacht hat, indem er sich in die noch im Süden vorhandene Kunst vertiefte, in der er gewissermaßen eine höhere Ausgestaltung des Wesens der Natur sah. Goethe suchte fortschreitend den Geist innerhalb der Natur. Er konnte ihn in dem Geistesleben nicht finden, das sich ihm zunächst dargeboten hatte. Eine tiefe Sehnsucht führte ihn zu dem, was er als die Reste der griechischen Kunst im Süden ansah. Da glaubte er in der Art und Weise, wie aus der griechischen Weltanschauung heraus die Naturgeheimnisse in den künstlerischen Gestaltungen verfolgt worden sind, die Geistigkeit der Natur zu erkennen. Dann, möchte ich sagen, machte das Ganze, was er da in Italien absolviert hatte, in seiner eigenen Seele eine Verwandlung durch. Wir sehen diese Verwandlung sich ausleben in der intimen Gestaltung, die er dem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» gegeben hat, wo er aus gewissen traditionellen Begriffen über Schönheit, über Weisheit, über Tugend und Kraft seinen Tempel formte mit den vier Königen. Wir sehen, wie dann aus dieser Vorstellungswelt heraus, angeeifert durch Schiller, Goethe am Ende des 18. Jahrhunderts zurückkehrt zu
seinem «Faust». Und dieses zweite Stadium seiner «Faust»-Arbeit drückt sich ja insbesondere dadurch aus, dass er den «Prolog im Himmel » hingestellt hat, jene wunderschöne Dichtung, die mit den Worten beginnt: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang». Da steht dann, so wie Goethe jetzt die Faust-Dichtung umfassen will, Faust nicht mehr als eine einzelne Person da, die es nur mit sich selber zu tun hat; da steht gewissermaßen der Kosmos mit
den auf- und absteigenden Weltenkräften, und hineingestellt in diesen Kosmos der Mensch, um den die guten und die bösen Mächte ringen. Da ist Faust in den ganzen Kosmos hineingestellt. Goethe hat gewissermaßen das Problem, das für ihn zunächst bloß ein Menschheitsproblem war, zum Weltenproblem ausgedehnt. Und eine dritte Phase tritt dann ein, als Goethe in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts daran geht, den «Faust» zu vollenden. Da sind wieder ganz andere Gedankenformen in seiner Seele vorhanden als am Ende des 18. Jahrhunderts, da er den «Prolog im Himmel» dichtete und alte Naturvorstellungen, vergeistigte Naturvorstellungen damals zu Hilfe genommen hatte, um das Faust-Problem zu einem kosmischen Problem zu machen. In den zwanziger Jahren, als er am zweiten Teile «Faust» zu Ende arbeitet, da will Goethe dann wiederum aus der menschlichen Seele heraus alles gewinnen, gewissermaßen
wiederum das Seelenwesen zum Allwesen erweitern. Wir sehen, wie er dramatisch - selbstverständlich kann er das nur in äußeren Gestaltungen machen -, wie er aber innere Wege der Seele darstellt in der klassischen Walpurgisnacht, in dem Wieder-Auflebenlassen der Helena-Szene, die allerdings schon früher, aber nur als Episode, entstanden war, und wie er dann das innere Erleben, das zu gleicher Zeit ein kosmisches Erleben in der Seele ist, wenn dieses Erleben geistig wird, wie er das in dem großen Schlusstableau des «Faust» zu Ende zu führen versucht. Da mündet «Faust» allerdings ein in das christliche Element. Allein, ich habe schon gestern gesagt, dieses christliche Element entwickelt sich ja nicht aus der Seele des Faust heraus, sondern es ist gewissermaßen angeleimt. Goethe hat sich in die Form des katholischen Kultus vertieft und leimt dieses christianisierende Element an den «Faust» an, so dass zwischen dem Ringen des Faust und diesem Einmünden in das durchchristete Weltentableau doch nur ein äußerer Zusammenhang ist. Selbstverständlich setzt das den «Faust» nicht herunter, aber es ist doch so, dass man sagen muss: Goethe, der im tiefsten Sinne des Wortes gerungen hat, darzustellen, wie im irdischen Leben selber die Geistigkeit gefunden werden sollte, ihm ist es eigentlich nicht gelungen, dieses Finden der Geistigkeit im irdischen Leben irgendwie darzustellen. Er hätte dazu
kommen müssen, das Mysterium von Golgatha in seinem Vollsinne zu begreifen, zu begreifen, wie wirklich aus kosmischen Weiten heruntergestiegen ist die Christus-Wesenheit in den Jesus von Nazareth, sich verbunden hat mit der Erde, so dass, wenn man seither den Erdgeist  sucht, der im Tatensturm auf und ab wallt, eigentlich der Christus-Impuls im Erdenweben gefunden werden müsste. Man möchte sagen, dass Goethe niemals den Erdengeist, der im Tatensturm, im Zeitenweben auf und ab wallt, in Zusammenhang bringen konnte mit dem Christus-Impuls. Das ist in gewissem Sinne etwas, was wir als eine Art Tragik empfinden, die aber selbstverständlich dadurch gegeben ist, dass in jener Zeit menschlicher Entwickelung, in der Goethe stand, eben durchaus noch nicht die Bedingungen da waren, um das Mysterium von Golgatha in seinem Vollsinne zu empfinden. Und dieses Mysterium von Golgatha kann eigentlich in seinem Vollsinne nur empfunden werden, wenn die Menschen das, was sie im fünften nachatlantischen Zeitraum als die toten Gedanken haben, wiederum zu beleben verstehen. Heute spricht noch sehr viel Vorurteil und Vorempfindung und auch Vorwille gegen das Lebendigmachen der Gedankenwelt. Aber die Menschheit muss dieses Problem lösen: Die Gedankenwelt, die, wenn der Mensch konzipiert beziehungsweise geboren wird, als der Leichnam des Geistig-Seelischen
in die menschliche Natur eintritt, diese Gedankenwelt wiederum zu beleben, diesen Leichnam der Gedanken, der Vorstellungen, zu einem Lebendigen zu machen. Das kann aber nur geschehen, wenn die Gedanken umgewandelt werden zunächst in Imaginationen, und wenn dann die Imaginationen zu Inspirationen und Intuitionen erhöht werden. Denn was gebraucht wird, ist volle Menschenerkenntnis. Nicht eher wird das, was ich gestern vor Sie hinstellte, in seinem Vollsinne begriffen werden: dass die Welt, wie sie um uns herum ist,  eine große Frage, und der Mensch selbst die Antwort ist, was im tiefsten Sinne eben mit dem Mysterium von Golgatha hat gegeben werden sollen. Nicht eher wird das begriffen werden, als bis der Mensch wiederum begriffen werden kann." [48] 

Der Geisteskampf Goethes und Schillers gegen den Intellektualismus; Goethes «Götz von Berlichingen», Lessing, Shakespeares «Hamlet», «Macbeth», Voltaire, Schillers «Räuber», «Kabale und Liebe», «Die Braut von Messina», «Demetrius»-Fragment, sein Entwurf zu den «Maltesern», der Kampf der Malteserritter, dieses geistlichen Ritterordens ähnlich dem Templerorden, gegen den Sultan Soliman, Suleiman II, der Große, 1495-1566, türkischer Sultan, eroberte
1522 Rhodos. Er starb am 5. September 1566 auf einem Heereszug gegen Ungarn, dessen Tod Tycho de Brahe voraussagte, und dessen türkische Flotte unter Großadmiral Ali Pascha durch die heilige Liga 1571 vernichtend geschlagen wurde; Pädagogik; vor allem in den «Maltesern» und in «Die Braut von Messina» wendet sich Schiller gegen den türkischen Intellektualismus, der auch militärisch Europa bedrängt: Vor allem für die Gebiete, die von Moslems erobert wurden ("der Wüste unmittleidger Scharen"), gilt: "Feindlich ist die Welt und falsch gesinnt!" Gleiches gilt für die Korsaren ("des Meeres Ungeheuer"), also die muslimischen Piraten: "Uns aber treibt das verworrene Streben blind und sinnlos durchs wüste Leben... Böse Früchte trägt die böse Saat." Wenn islamische Korsaren (Seeräuber) auftauchten, gab es immer nur eine Devise: "Ergreift die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nach!... Dem Mauren gnügt einfache Beute nicht." Diese Seeräuber haben nicht nur Handelsschiffe überfallen, um die Güter zu rauben, sondern vor allem um Christen zu versklaven; man geht heute davon aus, dass die islamischen Korsaren ein bis zwei Millionen Christen gefangen nahmen und als Sklaven in den afrikanischen Berber-Staaten verkauften oder Lösegeld verlangten. Der größte Teil der gekaperten Schiffsbesatzungen wurde allerdings getötet (man geht heute von ca. 10 Millionen getöteten Christen durch islamische Korsaren aus). Die Kaperschiffe bewegten sich nicht nur im Mittelmeer sondern bis in den Ärmelkanal hinein. Erst 1801 konnten amerikanische Schiffsbauer schnelle und stabile Kriegsschiffe bauen wie die USS Konstitution (ältestes noch intaktes Kriegsschiff der Welt), die wirksam gegen die Korsaren vorgehen konnten. Goethe und Schiller kämpfen geistig gegen diesen Intellektualismus. Dazu Steiner: "Man sieht, wie Goethe im «Götz von Berlichingen» eigentlich anstürmt gegen dieses Fürstentum, wie er zurückschaut auf die Zeiten, in denen der Intellektualismus noch nicht da war, wie er Partei nimmt für das Alte, wie er sich auflehnt gegen das, was gerade in Mitteleuropa an die Stelle dieses Alten getreten ist. Man möchte sagen: Es ist so, wie wenn Goethe im «Götz von Berlichingen» sagen wollte, der Intellektualismus hat auch Mitteleuropa ergriffen. Aber hier erscheint er nicht als etwas, was nichts Berechtigtes hat. ... Die Art und Weise, wie dann der Intellektualismus sich gerade in Goethes Umgebung ausgebildet hat, veranlasst Goethe dazu, dass er dieses Bestehende, Daseiende eigentlich als etwas Unberechtigtes hinstellt, dass er da seinerseits das, was in der Französischen Revolution als das Politische zum Ausdrucke gekommen ist, geistig anfasste. Goethe ist in «Götz von Berlichingen» der geistige Revolutionär, der das Geistige negiert, so wie die Französische Revolution das Politische negiert hat. Aber nun wendet sich Goethe in einem gewissen Sinne zurück zu dem, was da war, das er ja gewiss nicht in der alten Gestalt wiederum erneuert wünschen kann. Aber er will, dass es eine andere Entwickelung nehme. Es ist außerordentlich interessant, diese Stimmung in Goethe zu beachten, wie er wirklich sich auflehnt gegen das, was sich an die Stelle der «Götz»-Welt gesetzt hat. So ist es außerordentlich interessant, dass Shakespeare so tief erfasst worden ist von Lessing, von Goethe, dass sie geradezu in Anlehnung an Shakespeare gesucht haben, was sie aus ihrer geistig-revolutionären Stimmung heraus finden wollten, während da, wo sich der Intellektualismusganz besonders tief eingegraben hat aus den Vorbedingungen heraus, zum Beispiel bei Voltaire, dieser Intellektualismus auf Shakespeare in der wüstesten Weise losschlägt. Voltaire hat bekanntlich Shakespeare einen besoffenen Wilden genannt. ... Stellen Sie hinzu, wie eigentümlich nun Schiller eingegriffen hat in diese geistige Revolution, die bei Goethe auf Goethesche Art im «Götz von Berlichingen» zum Ausdrucke kommt. Schiller hat zunächst im engst umrissenen Kreise das kennengelernt, wogegen er sich aufzulehnen hatte, als aus dem einseitigsten, krankhaftesten Intellektualismus herauskommend. Da es dazumal noch keine Waldorfschule gab, die sich auch gegen den einseitigen Intellektualismus auflehnt und Schiller nicht in Württemberg auf die Waldorfschule geschickt werden konnte, wurde er auf die Karlsschule geschickt. Und alles, was Schiller nun in seiner Jugend als Protest entwickelt, ist im Grunde genommen aus dem Protest gegen die Pädagogik der Karlsschule geboren. Es hat im Grunde genommen ein wirkliches produktives Arbeiten gegen diese Pädagogik, die heute die Weltpädagogik ist - trotzdem Schiller seine «Räuber» dagegen geschrieben hat -, es hat ein wirkliches positives Arbeiten dagegen nicht gegeben, bis zu der Begründung der Waldorfschule. Nun, wie stellt sich Schiller, der ja später an die Seite Goethes gestellt war, in diese ganze Umgebung hinein? Er dichtet seine «Räuber». In Spiegelberg und in den andern Gestalten erkennen wir ganz deutlich, wenn wir nur solche Dinge zu beurteilen wissen, dass er seine Mitschüler gezeichnet hat. Karl Moor konnte er natürlich nicht gerade aus seinen Mitschülern heraus gewinnen, aber er schilderte in Karl Moor den Mitschüler so, dass er eigentlich all das, was nun aus der genialen Erfassung der neueren Zeit herauskommt, in ahrimanischer Gestalt in Karl Moor hinstellte. Und wer diese Dinge zu beurteilen vermag, der sieht überall, wie Schiller zwar nun nicht mehr geistige Wesenheiten äußerlich darstellt, wie sie noch im «Hamlet», in «Macbeth» auftreten, sondern wie Schiller das ahrimanische Prinzip in Karl Moor wirksam sein lässt. Und dem steht gegenüber das luziferische Prinzip in Franz Moor. Und in Franz Moor sehen wir einfach einen Repräsentanten dessen, wogegen Schiller sich nun auflehnte. Wiederum ist es dieselbe Welt, gegen die Goethe sich im «Götz von Berlichingen» auflehnt, nur tut Schiller es auf eine andere Weise. Das lehrt ja später «Kabale und Liebe». ... Wenn Sie das, was sich zwischen Goethes und Schillers Geist in der physischen Welt abspielt, nach Russland hinüber verfolgen wollen,  dann müssen Sie schon etwa so schildern, wie man die Schlachten schilderte in der Attila-Zeit, wo sich etwas über den Köpfen der Menschen in den Lufträumen oben abspielte, wo die Geister miteinander ihre Schlachten ausführten. Was Sie in Mitteleuropa ausgeführt finden durch Goethe und Schiller - bei Schiller, indem er die «Räuber», bei Goethe, indem er den «Götz von Berlichingen» schreibt -, das finden Sie im Osten noch als geistige Tatsache, über dem physischen Plan in der geistigen Welt sich abspielend. Wollen Sie da die Paralleltaten für das Schreiben der «Räuber», des «Götz» suchen, dann müssen Sie es bei den Geistern in der übersinnlichen Welt suchen; Sie können sie nicht auf dem physischen Plane suchen. So dass man für diesen Osten es dann so darstellen könnte: Wie Wolken, über dem physischen Plane sich abspielend, haben wir das, was die Sache erst verständlich macht, und unten, ganz unberührt davon das, was verzeichnet werden kann äußerlich auf dem physischen Plane. ... Und weiter, nehmen Sie eine solche Dichtung wie «Die Braut von Messina». Schiller macht ein Experiment. Er versucht, den alten Schicksalsgedanken in Verbindung mit der Sternenweisheit in die dramatische Handlung hineinzugestalten. Und hier bei dieser «Braut von Messina» ist es ganz besonders auffällig, dass Schiller sich gedrängt fühlt, das zu tun, denn bei der «Braut von Messina» können Sie nämlich wiederum ein gewisses Experiment machen. Werfen Sie einmal den ganzen Sternenglauben und das ganze Schicksal heraus und nehmen Sie das, was dann noch bleibt, dann haben Sie immer noch eigentlich ein großartiges Drama gerade in der «Braut von Messina». So dass also Schiller schon in der «Braut von Messina» ein Drama hätte gestalten können ohne Sternenglauben und ohne die Schicksalsidee - und er hat dann den Sternenglauben und die Schicksalsidee hineingenommen. Das bedeutet, dass er in seiner Seelenverfassung die Notwendigkeit fühlte, den Menschen in den Kosmos hineinzustellen. Es ist gewiss, dass hier ein absoluter Parallelismus da ist zu dem, was Goethe dahin geführt hat in der Fortsetzung seines «Faust», diesen Faust in das ganze Weltentableau hineinzustellen. ... Die ganze Tiefe des Ringens, die da waltete, sieht man ein, wenn man sich sagt: Man nehme einmal das «Demetrius»-Fragment, von dem Schiller ja mit dem Tode hinweggegangen ist. Dieses «Demetrius »-Fragment übersteigt an dramatischer Kraft alles, was Schiller sonst geschrieben hat. Schiller hatte im Pulte noch den Entwurf zu den «Maltesern». Dieses Malteserdrama, wenn es Schiller hätte gestalten können, wäre wahrscheinlich auch etwas ganz Großartiges geworden. Der Kampf der Malteserritter, dieses geistlichen Ritterordens ähnlich dem Templerorden, gegen den Sultan Soliman - dabei entfaltet sich das ganze Prinzip des Malteserordens. Es ist zweifellos, wenn Schiller das einmal ausgeführt hätte, wäre er vor die Frage gedrängt worden: Wie kann man wiederum dazu kommen, die Anschauung der geistigen Welt hereinzubringen in das menschliche Schaffen? Denn die Frage stand ja schon ganz lebendig vor ihm da. ... Ich habe dann gesagt, dass Goethe und Schiller doch eben in einer Zeit lebten, in der es noch nicht möglich war, aus der modernen Seelenverfassung heraus wiederum den Zugang zur geistigen Welt zu finden. Daher fand sich Goethe gedrängt, während wahrscheinlich Schiller bei seinem philosophischen Streben, wenn er länger gelebt hätte - man sieht es aus dem «Malteserfragment» -, zweifellos, wenn er dieses Drama zu Ende geführt hätte, sich einen Blick verschafft hätte in die Art und Weise, wie gerade innerhalb eines solchen Ordens wie im Johanniter- oder Malteserorden oder im Templerorden, wie da die geistigen Welten mitgewirkt haben in den Taten der Menschen. Aber es war eben Schiller nicht gegönnt, seine «Malteser» als fertiges Drama vor die Welt hinzustellen; er ist zu früh gestorben. Goethe hingegen konnte nicht bis zu einem wirklichen Ergreifen der geistigen Welt vorrücken, daher wandte er sich zurück. Und wir können sagen: Allerdings in wesentlich metamorphosierter Umgestaltung ist Goethe doch zurückgegangen zu dem katholischen Symbolismus, zu dem katholischen Kultus, zu dem Bildkultus. So dass wir förmlich an die Theophiluslegende der guten Nonne Hrosvitha aus dem 9. Jahrhundert erinnert werden, wenn auch Goethe Faust zuletzt in einem
christianisierenden Tableau erlöst sein lässt. Man möchte sagen, man spürt noch - wenn auch allerdings mit Goetheschem grandios-künstlerischem Sinn ausgestaltet - in dem: «Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan!» das Hinaufziehen des Theophilus aus dem 9. Jahrhundert durch die Jungfrau Maria." [49] 

Schillers «Über die ästhetische Erziehung des Menschen» und Goethes «Wilhelm Meister»: "Und Schiller kam dazu, sich zu sagen: Eigentlich ist der Mensch ein freies Wesen nur dann, wenn er entweder künstlerisch schafft oder genießt. Eine Verwirklichung der Freiheit in der Welt kann es einzig und allein nur dadurch geben, dass der Mensch künstlerisch arbeitend oder künstlerisch genießend ist. Da wird im künstlerischen Anschauen ausgeglichen, was sonst Zwang der Vernunftnotwendigkeit ist oder Zwang der Naturnotdurft, wie Schiller sich ausdrückt. Indem der Mensch im Künstlerischen lebt, ist es ja so, dass er in dem Kunstobjekte nicht einen solchen Zwang des Gedankens empfindet wie beim logischen Forschen. Auch in dem, was ihm entgegentritt durch die Sinne, empfindet er nicht den sinnlichen Reiz, sondern der sinnliche Reiz wird geadelt durch das geistige Anschauen im Künstlerischen. Der Mensch ist also, insofern er ein der Kunst fähiges Wesen ist, auch fähig, die Freiheit innerhalb des irdischen Daseins zu entfalten. Schiller sucht also die Frage zu beantworten: Wie kann der Mensch als soziales Wesen zur Freiheit kommen? - Und er kommt zu der Antwort, dass der Mensch nur als ein für Kunst empfängliches Wesen zur Freiheit kommen kann, dass er nicht frei sein könne in der Hingabe an die Vernunftnotwendigkeit, und ebensowenig in der Hingabe an die Naturnotwendigkeit. Es kam in der Zeit, in der Schiller seine Briefe «Über die ästhetische Erziehung des Menschen» schrieb, dies gerade im wechselseitigen Verkehr Goethes und Schillers in einer großartigen Weise zum Ausdrucke. Dies zeigt sich darin, wie Schiller aufgenommen hat dasjenige, was Goethe dazumal umarbeitete an seinem «Wilhelm Meister», wie er hingerissen war von dieser Art der Darstellung, von dieser innerlichen Freiheitsdarstellung, weil Goethe als Künstler gar nicht ein intellektualistischer, sondern ein im freien Gedanken schaffender Geist war, der aber auf der andern Seite durchaus innerhalb des sinnlichen Erlebens in der Kunst stehenblieb. Das empfand Schiller. Er empfand Goethes künstlerische Betätigung so frei, wie das Spiel des Kindes frei ist. Und wir sehen, wie Schiller enthusiasmiert ist von dieser an das Spiel des Kindes erinnernden freien künstlerischen Betätigung des Menschen. Das begeisterte ihn ja zu dem Ausspruche:
Der Künstler ist der einzige wahre Mensch, und der beste Philosoph ist gegen ihn nur eine Karikatur - wie es in einem Brief an Goethe heißt. Das begeisterte ihn aber auch zu dem Ausspruch: Der Mensch ist nur dann ganz Mensch, wenn er spielt, und er spielt eigentlich nur, wenn er ganz Mensch ist. - Damit ist nicht ein frivoles oder ein unterhaltsames Spiel gemeint, sondern es ist das künstlerische Tun und das künstlerische Genießen gemeint. Es ist das Verweilen des Menschen im künstlerischen Erleben gemeint, und es ist damit gemeint das wirkliche Freiwerden des Menschen. ... Dem liegt zugrunde, dass eigentlich jenes Freiheitsideal, das bei Goethe und Schiller angestrebt wurde, nur erreicht werden konnte von Menschen, die sich aus dem denkerischen und arbeitsamen Leben herausreißen. Man möchte sagen, Schiller und Goethe wollten hinweisen auf die Illusion der Französischen Revolution, auf den illusionären Glauben, als ob
irgend etwas Äußeres, ein Staat, dem Menschen die Freiheit geben könne. Sie wollten darauf hinweisen, wie der Mensch sich diese Freiheit nur im Inneren erringen könne. Damit ist allerdings jener große Gegensatz zwischen Mitteleuropa
und dem romanischen Westeuropa gegeben. Das romanische Westeuropa glaubte in einem absoluten Sinne an die Macht des Staates, glaubt ja bis heute daran. Und in Mitteleuropa entstand dagegen die Reaktion, dass das Menschenideal eigentlich nur innerlich gefunden werden könne. Aber es geschah eben auf Kosten des sich voll Hineinstellens in das Leben. Heraus aus dem Leben musste solch ein Mensch wie Wilhelm Meister streben. ... Ob es blitzt und donnert, ob im Laboratorium durch einen gewissen Vorgang sich Sauerstoff und Wasserstoff vereinigen, darüber gibt es keinen Entschluss, es anzuerkennen, oder nicht anzuerkennen. Ob es Angeloi und Archangeloi gibt, das anzuerkennen steht dem Menschen frei. Er kann es auch leugnen. Der Mensch aber, der nun einen wirklichen Freiheitsimpuls hat, der kommt schon durch diesen Freiheitsimpuls zur Anerkennung des Geistigen im Denken. Es kann dasjenige, was als erster Anhub in Schillers Briefen «Über die ästhetische Erziehung des Menschen», in Goethes ganzem künstlerischem Wirken enthalten war - die Verwirklichung der menschlichen Freiheit durch inneres Ringen, durch inneres Streben -, es kann das eben nur dann erreicht werden, wenn man anerkennt, dass der Mensch zu dem, was er im künstlerischen Erleben als freies Wesen hat, auch hinzufügen kann ein freies Erleben in dem Reiche des Denkens, ein freies Erleben im Reiche des Wollens, das nur in der richtigen Weise ausgebildet werden muss." [50] 
 

17. Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums; Montsalvatsch, die Burg des Heiligen Gral; «Chastelmarveille» und Klinschor; werden heutige Biotech-Wissenschaftler immer «blödsinniger»?

In Kapitel 13 wurde schon gesprochen über die Verbreitung der asiatisch-orientalischen Religionserkenntnisse in Europa (Erscheinung der drei Magier oder Könige aus dem Morgenlande) und Befreiung Jerusalems von den Türken und Muslimen, die mit ihren zurückgebliebenen Religionserkenntnissen den Begriff der Religion ganz besonders vergröbert und verbarbarisiert hatten, die heiligen Stätten der Christenheit schändeten, indem sie sie als Moscheen missbrauchten und satanische Verse an die Wände kritzelten wie nicht zuletzt bei der Hagia Sophia und die Pilger misshandelten und wie die Erzählung von dem Heiligen Gral dem Arabismus, der materialistischen Naturwissenschaft entgegenwirkte: "Und Montsalvatsch, die Pflegestätte des Heiligen Gral, ist die Schule, in der man zu lernen hat für den lebendigen Teil der Menschenseele das, was man natürlich in den morgenländischen und in ägyptischen Mysterien nicht zu lernen brauchte: wo man zu lernen hat, was man hineingießen muss in den lebendig gebliebenen Teil der Seele, damit man Herr werden kann des Totgewordenen des physischen Leibes und des Unbewußtgewordenen der Seele. Daher sah die mittelalterliche Anschauung in diesen Gralsgeheimnissen das, was sich bezog auf die Wiederholung der griechisch-lateinischen Zeit, auf die Wiederholung der Erlebnisse in der Verstandes- oder Gemütsseele; denn in ihr wurzelt eigentlich am meisten das, was vergessen und tot geworden ist. Daher bezogen sich die Gralsgeheimnisse auf die Durchdringung dieser Verstandesoder Gemütsseele mit neuer Weisheit. Wenn der mittelalterliche Initiierte im Bilde darstellen wollte, was er zu lernen hatte, um so seinen lebendig gebliebenen Seelenteil zu durchdringen mit der neuen Weisheit, so wies er hin auf die Burg des Heiligen Gral und auf das, was als neue Weisheit - das ist ja der «Gral» - von dieser Burg ausgeht. Und wenn er hinweisen wollte auf das, was dieser neuen Weisheit feindlich ist, so wies er hin auf ein anderes Gebiet, auf jenes Gebiet, worinnen alle die Wesenheiten und Kräfte hausten, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, an den tot gewordenen Teil des menschlichen Leibes und den unbewußt gewordenen Teil der menschlichen Seele heranzukommen. Dieses Gebiet, in das mit Recht ... versetzt wurden alle die Nachkömmlinge der schlimmen geistigen Wesenheiten älterer Zeiten, die sich herüberbewahrt hatten die schlimmsten Kräfte orientalischer Zauberei - nicht die besten Kräfte, die auch geblieben waren -, das Gebiet, das in dieser angedeuteten Beziehung am bösartigsten war, das da dem Gral am feindlichsten gegenübersteht, war «Chastelmarveille», der Sammelort von alledem, was an den Menschen herankommt, an dieses Gebiet des Leibes und der Seele des Menschen, das eben ein solches karmisches Schicksal erfahren hat, wie eben angedeutet worden ist. Was heute schon mehr vergeistigt ist, was übergegangen ist in eine Weisheit, die überall hingebracht werden kann - weil wir jetzt schon am Übergange zur sechsten Kulturepoche stehen, wo diese Dinge nicht mehr an Orte gebunden sind -, das war in jener mittelalterlichen Zeit ... noch an gewisse Örtlichkeiten gebunden. Während es also für die alten Zeiten in der Tat nicht im uneigentlichen Sinne gesprochen ist, wenn man auf Örtlichkeiten hinweist, so dass man hinzureisen hatte an eine gewisse Örtlichkeit, wenn man die betreffenden Lehren haben wollte, muss man heute so sprechen, dass die Weisheiten einen weniger lokalen Charakter haben; denn wir leben in der Zeit des Überganges von dem Leben in Raum und Zeit in mehr geistige Formen der Zeit. Während man nun an den Westen von Europa die Burg des Gral verweist, ist die Burg der Gegnerschaft des Gral lokal zu verweisen an einen anderen Ort, wo der Mensch, wenn er hinkommt, durch gewisse spirituelle Kräfte, die dort sind, sowohl einen großen, gewaltigen guten Eindruck haben kann, wie auf der anderen Seite auch den gegenteiligen durch andere Kräfte, die bis in die heutigen Zeiten dort geblieben sind, wie eine Akasha-Nachwirkung von jenen Gralsgegnern, von denen hier gesprochen wurde. Denn an jenem Orte kann man von den schlimmsten Kräften sprechen, die noch in ihren Nachwirkungen bemerkbar sind. Einst haben sich an diesem Orte abgespielt, man möchte sagen, ganz im physischen Leben vor sich gehende böse Künste, von denen ausgestrahlt haben die Angriffe auf den unbewußt gewordenen Teil der Menschenseele und den tot gewordenen Teil der menschlichen Organisation. Und das alles gliedert sich um eine Gestalt herum, die sagenhaft aus dem Mittelalter herüberschimmert, die aber der mit dem Mysterienwesen Bekannte ganz gut kennt, um eine Persönlichkeit, die eine reale war um die Mitte des Mittelalters, um Klinschor, den Herzog von Terra de labür, eine Gegend, die wir zu suchen haben örtlich in dem heutigen südlichen Kalabrien. Von dort aus erstreckten sich die Streifzüge des Feindes des Gral besonders hinüber nach Sizilien." 

Heute finden wir, wenn wir den Boden Siziliens betreten auch Nachwirkungen des großen Empedokles, wie diese in der Atmosphäre Siziliens vorhanden sind, "so sind auch in ihr heute noch wahrzunehmen die bösen Nachwirkungen Klinschors, der einstmals sich verbunden hat von seinem Herzogtum Terra de labür aus über die Meerenge hinüber mit jenen Feinden des Gral, die dort sesshaft waren in jener Feste", die man in der Legende nennt Kalot bobot; die Feinde des Grals waren damals vor allem die Sarazenen oder Mohammedaner, die auf Sizilien gegen die Christen kämpften wie z.B. Voltaire in seinem Tankred schildert: Und alles, was hereinleuchtet an Elend und Not in das Gralstum durch Amfortas, drückt sich aus im muselmanischen «Chastelmarveille» und Klinschor: "Das macht es, dass die Seele auch heute noch stark gewappnet sein muss, wenn sie in die Nähe jener Gegenden kommt, von denen alle feindlichen Einflüsse ausgehen können, die sich für die Geheimnisse des Gral auf die fortschreitende Menschheitsentwickelung beziehen. Wenn wir die Sache so ansehen, haben wir auf der einen Seite das Reich des Gral, auf der anderen Seite das böse Reich Chastelmarveille."

Denn im Grunde genommen sind sie noch immer vorhanden, wenn auch in anderer Gestalt, die Nachwirkungen Klinschors und des Arabismus. Insbesondere stehen wir gegenwärtig vor einer Zeitepoche, in der diese Wirkungen, diese Attacken, die von Klinschor und dem mohammedanischen Intellektualismus ausgehen und die Menschen nach und nach ergreifen bis sie blind glauben was irgendwelche Biotech-Wissenschaftler erzählen, "sich auch hineinschleichen in das intellektuelle Leben, in dasjenige intellektuelle Leben, das zusammenhängt mit der modernen Bildung, mit der Popularisierung der modernen Wissenschaft. Was schon seit langem der Mensch lernt, was man betrachtet als das, was richtig ist, dem Kinde beizubringen und es im Kinde heranzuzüchten, und das, was zum Bodensatze der neueren Bildung genommen wird, das ist ja nicht bloß danach zu beurteilen, ob jemand, der glaubt, ganz gescheit zu sein, sagt, er sehe die Dinge ein, und sie seien absolut wahr, sondern alles ist danach zu beurteilen, wie es auf die Seelen wirkt, wie es die Seelen befruchtet, was es für Eindrücke auf die Seelen macht. Und wenn man in dem Sinne eben gescheiter und gescheiter wird, wie es heute Mode ist, den Menschen «gescheit» zu nennen, so entwickelt man in seiner Seele solche Kräfte, die in dieser Inkarnation vielleicht sich sehr fähig erweisen, das große Wort zu führen da, wo man materialistisch oder monistisch leben will; aber dann veröden gewisse lebendige Kräfte, die im Organismus des Menschen sein sollen. Und wenn eine solche Seele, die nur diesen eigentümlichen Bodensatz moderner Bildung in sich aufgenommen hat, dann in die nächste Inkarnation hineinkommt, so fehlen ihr die Kräfte, um den Organismus ordentlich aufzubauen. Je verstandesmäßiger, «gescheiter» man in einer früheren Inkarnation ist in bezug auf die Zeit, der wir entgegengehen, desto «blödsinniger» ist man in einer späteren Inkarnation. Denn jene Kategorien und Begriffe, die sich nur auf das äußere sinnliche Dasein und auf solche Ideen beziehen, die das äußere sinnliche Dasein zusammenhalten, stellen eine solche Konfiguration in der Seele her, die noch so fein sein mag in intellektueller Beziehung, die aber die intensive Kraft verliert, um auf das Gehirn zu wirken und sich des Gehirns zu bedienen. Und sich des Gehirns nicht bedienen können im physischen Leben, heißt eben blöde sein. Wenn das, was die Materialisten behaupten, Wahrheit wäre: dass das Gehirn es ist, welches denkt, so könnte man ihnen ja allerdings einigen Trost geben. Aber diese Behauptung ist eben nicht wahr, ebenso wie die andere Behauptung nicht wahr ist, dass das «Sprachzentrum» sich selbst gebildet hätte. Es hat sich dadurch gebildet, dass die Menschen sprechen lernten, und daher ist das Sprachzentrum ein Ergebnis der Sprache. Und so ist alle Gehirntätigkeit ein Ergebnis des Denkens, nicht umgekehrt, auch in der Geschichte. Das Gehirn ist plastisch ausgestaltet durch das Denken. Wenn nur solche Gedanken ausgebildet werden, wie sie heute gang und gäbe sind, wenn die Gedanken nicht durchdrungen werden von der Weisheit des Spirituellen, dann können sich die Seelen, die sich heute nur in dem Materiellen denkend beschäftigen, in den späteren Inkarnationen ihres Gehirns nicht mehr ordentlich bedienen, weil die Kräfte das Gehirn nicht mehr angreifen können, weil sie zu schwach werden. Das ist so, dass eine Seele, die heute bloß, sagen wir, Soll und Haben zusammenaddiert oder sich mit den Usancen des kommerziellen oder industriellen Lebens beschäftigt oder nur materialistische Wissenschaftsbegriffe aufnimmt, sich anfüllt mit Denkgebilden, die nach und nach in späteren Inkarnationen das Bewußtsein verdunkeln, weil das Gehirn wie eine unplastische Masse - gerade wie heute bei der Gehirnerweichung - nicht mehr von den Denkkräften angegriffen werden könnte. Daher muss für den, der in diese tieferen Kräfte der menschheitlichen Entwickelung hineinschaut, alles, was in der Seele leben kann, durchsetzt werden von der spirituellen Erfassung der Welt." [51] 
 

18. Ägyptische Mythen und Mysterien; Aberglaube der materialistischen Forscher

materialistische Forscher: "Unsere Zeit blickt so leicht herab auf das, was die Ägypter ihre Götter genannt haben. «Wesenlose Abstraktion», sagt man. Der moderne Mensch ist aber viel abergläubischer. Er hängt an ganz anderen Göttern, die für ihn Autorität sind. Weil er gerade nicht die Knie beugt vor ihnen, merkt er nicht, was für einen Aberglauben er treibt." [52] 
 

19. Die Offenbarung der eigentlichen Geheimnisse des Menschenwesen; "Irrwahn" und "seelischer Schwachsinn" der heutigen Biotech-Wissenschaftler, die eigentlich Mohammedaner bzw. fatalistische Türken sind; Popularisierung der naturwissenschaftlichen Methode, Bolschewismus, Marxismus; Die Folge der materialistischen Gelehrsamkeit an Gymnasien und Universitäten: ein verwüstetes Europa, Kulturtod durch die Asuras

Sieht man sich den "Irrwahn" der heutigen Biotech-Wissenschaftler und Theologen an, könnte man sagen: "Auf der einen Seite sind die verschiedenen Glaubensbekenntnisse dahinein verfallen, auf ein Geistiges hinzuweisen, ohne in der Lage zu sein, darzulegen, wie dieses Geistige unmittelbar eingreift ins Leiblich-Körperliche, wie es schöpferisch tätig ist an dem Leiblich-Körperlichen, auf der anderen Seite aber betrachtet heute ein seelenloses Wissen, eine seelenlose Naturanschauung das Körperliche so, dass sie nirgends durch die leiblichen Vorgänge hindurchschauen kann auf das in diesen leiblichen Vorgängen waltende Geistig-Seelische. Wer von diesem Gesichtspunkte aus die naturwissenschaftliche Anschauung, wie sie sich entwickelt hat im Laufe des 19. Jahrhunderts und in das 20. Jahrhundert herein, überblickt, der wird sich sagen müssen: Alles dasjenige, was uns da auftritt, erscheint wie eine Folge dessen, was eben charakterisiert worden ist. Wir müssen aber vor allen Dingen das Richtige, das uns jetzt schon folgen kann aus mannigfachen Voraussetzungen, die wir ja hier auch hinlänglich besprochen haben, hinzusetzen, bevor wir den Irrwahn, der heute das Richtige zudeckt, voll einsehen können." 

Michaelisch denken heißt: "einzusehen, dass wir uns im Wesen ja gar nicht unterscheiden von den übersinnlichen Wesenheiten. Die Menschheit konnte ohne dieses Bewußtsein auskommen, als ihr noch die Minerale etwas gaben. Aber seit die mineralische Welt in absteigender Entwickelung ist, ist der Mensch angewiesen, hineinzuwachsen in eine geistige Auffassung seiner selbst und der Welt. Dass wir die innere Kraft finden können, dass wir wirklich nicht mit dem Bewußtsein durch die Welt zu gehen brauchen, diese regelmäßige Stof fpartikelchen-Anhäufung sei der Mensch, sondern der Mensch sei ein übersinnliches Wesen, diese Stoffpartikelchen deuteten uns nur hin mit einer Gebärde der äußeren mineralischen Welt: da ist ein Mensch." 

Mathematik, Kant: "Was die heutigen Wissenschafter so sehr lieben, Kant schon sehr geliebt hat, so dass er gesagt hat: Es ist nur so viel Wissenschaft der Natur gegenüber vorhanden, als Mathematik drinnen ist -, das ist rein ahrimanisches Element, das da durch unser Menschenwesen heraufkommt."

In Kapitel 17 hatten wir von den Nachwirkungen Klinschors und des Arabismus gesprochen, von der Zeitepoche, in der diese Wirkungen, diese Attacken, die von Klinschor und dem mohammedanischen Intellektualismus ausgehen und die Menschen nach und nach ergreifen bis sie blind glauben was irgendwelche Biotech-Wissenschaftler erzählen. Und damit sind die meisten Menschen eigentlich Türken, obwohl sie gar nicht von Türken militärisch erobert wurden: "Der Mensch kann das Göttliche empfinden, aber keine Möglichkeit haben, den Christus zu empfinden. Man macht in dieser Beziehung heute nicht sehr feine Unterschiede. Man begnügt sich heute zu sehr mit Worten, auch auf anderen Gebieten. Wenn man nämlich heute den eigentlichen geistigen Gehalt recht vieler abendländischer Menschen prüft und sich nicht nach den Worten richtet — sie sagen, sie glauben an eine Freiheit des Willens und so weiter - , zeigt es sich, wie die ganze Konfiguration des Denkens widerspricht diesem, was sie damit ausdrücken. Nur im Zusammenhang der Kultur sind sie gewohnt worden, von Christus zu sprechen, von Freiheit und so weiter. In Wirklichkeit ist eine große Anzahl unter uns lebender Menschen nichts weiter als Türken; denn ihr Glaubensinhalt ist genau derselbe fatalistische - wenn auch dieser Fatalismus oftmals als Naturnotwendigkeit geschildert ist - , wie der Glaubensinhalt der Mohammedaner ist. Der Mohammedanismus ist viel verbreiteter, als man denkt. Wenn man eben nicht auf die Worte geht, sondern auf den geistig-seelischen Inhalt, dann sind manche Christen eigentlich Türken, viele Christen sind Türken. Und so nennen sich die Leute auch Christen, wenn sie auch nicht den Übergang finden können zwischen dem Gott, den sie empfinden und dem Christus. ... Und was ist das, den Geist nicht zu finden? Nicht die Möglichkeit zu haben, die eigene Geistigkeit zu erfassen, um den Zusammenhang der eigenen Geistigkeit mit der Geistigkeit der Welt zu finden, das ist eine Schwachgeistigkeit; ein seelischer Schwachsinn ist es, den Geist nicht anzuerkennen. ... Nur wenn man das Ahrimanische rein herausarbeitet und seinen Gegensatz gegenüber dem Luziferischen kennt, dann weiß man, welcher Art die übersinnlichen Einflüsse sind, die, ich möchte sagen, als das Gegenstück des Sturzes des Drachens durch Michael jetzt heraufziehen. Es ist wie ein Heraufheben aus ahrimanischen Tiefen, wie ein Heraufheben von gewissen Wesenheiten. Und besondere Angriffspunkte in dem Menschen finden sich für diese Wesen, wenn die Menschen sich ungezügelten instinktiven Impulsen überlassen, nicht danach streben, sich über ihre Impulse klar zu werden." [53] 

Früher hatte die Jogakultur ihren Sinn, heute reicht es nicht aus, wenn man als Wissenschaftler Joga macht: "Denn denken Sie, was das bedeutet, dass sich die Realität, in der die Menschheit lebt, selber so umgewandelt hat, dass unsere Atemluft etwas anderes ist, als sie etwa vor vier Jahrtausenden war. Nicht etwa bloß das Bewußtsein der Menschheit hat sich verändert, o nein, in der Atmosphäre der Erde war Seele. Die Luft war die Seele. Das ist sie heute nicht mehr, beziehungsweise sie ist es in anderer Art. Die geistigen Wesenheiten elementarer Natur, von denen ich gestern gesprochen habe, die dringen wiederum in sie ein, die kann man atmen, wenn man heute Jogaatmen treibt. Aber dasjenige, was in der normalen Atmung vor drei Jahrtausenden erlangbar war, das kann nicht auf künstliche Weise zurückgebracht werden. Dass das zurückgebracht werden könne, ist die große Illusion der Orientalen. Das, was ich jetzt sage, ist etwas, was durchaus eine Realität beschreibt. Jene Beseelung der Luft, die zu dem Menschen gehört, die ist nicht mehr da. Und deshalb können die Wesen, ich möchte sie die antimichaelischen Wesen nennen, von denen ich gestern gesprochen habe, in die Luft eindringen und durch die Luft in den Menschen, und auf diese Weise gelangen sie in die Menschheit, so wie ich das gestern beschrieben habe. Und wir können sie nur vertreiben, wenn wir an die Stelle des Jogamäßigen das Richtige setzen von heute. Wir müssen uns klarwerden darüber, dass dieses Richtige angestrebt werden muss. Dieses Richtige kann nur angestrebt werden, wenn wir uns einer viel feineren Beziehung des Menschen zur Außenwelt bewußt werden, so dass mit Bezug auf unseren Ätherleib etwas stattfindet, das immer mehr und mehr in unser Bewußtsein hereinkommen muss, ähnlich wie der Atmungsprozess."

Popularisierung der naturwissenschaftlichen Methode. im Osten Europas ist aus rein naturwissenschaftlich-materialistischem Denken eine neue Staats-Sozial-Ordnung aufgerichtet worden: Der Bolschewismus, Marxismus: "Sie können alles dasjenige, was nach naturwissenschaftlicher Methode heute erforscht wird, von Grund aus kennen, und Sie lernen dadurch gar nichts kennen über die Wesenheit des Menschen, denn in dem naturwissenschaftlichen Erkennen ist die Wesenheit des Menschen nicht enthalten. Nun sind aber seit den letzten vier Jahrhunderten alle unsere populären Vorstellungen entsprungen aus der Popularisierung der naturwissenschaftlichen Methode. Naturwissenschaftlich denkt im Grunde genommen heute schon selbst der Bauer auf dem Lande draußen, wenn er das auch noch in seine eigenen Worte kleidet. Naturwissenschaftlich denkt im Grunde genommen selbst der Katholizismus mit seinem dogmatischen Materialismus. Naturwissenschaftliches Denken beherrscht im Grunde genommen alles. Aber wir sind ja heute in dem Zeitpunkte angelangt, in dem es notwendig geworden ist, die soziale Ordnung aufzubauen. Einen großen Teil der heute zivilisierten Welt - und dieser Teil wird immer größer und größer und schließlich zur ganzen zivilisierten Welt werden - drängt es heute, einen sozialen Neuaufbau zu errichten. Die Menschen denken nach über den sozialen Aufbau. Soziale Forderungen leben heute in der zivilisierten Menschheit. Woraus sind sie entsprungen? Sie sind aus sehr unterbewußten Impulsen in der Menschennatur entsprungen. Womit will man sie befriedigen? Mit Ergebnissen naturwissenschaftlichen Denkens. Und die naturwissenschaftlichen Ergebnisse nennt man heute im weitesten Umkreise «soziales Denken», weil man diese Ergebnisse anwendet auf das soziale Leben der Menschen. So ist es geschehen, dass im Osten Europas aus rein naturwissenschaftlich-materialistischem Denken eine neue Staats-Sozial-Ordnung aufgerichtet werden soll. Die Männer, die Dr. Helphand, der sich Parvus nennt, nach der Anleitung von Ludendorff und Hindenburg nach Russland importiert hat, damit sie dort den Bolschewismus machen, diese Männer sind die verkörperten naturwissenschaftlichen Methoden. Man kann sogar sagen: Die praktische Probe, was die naturwissenschaftliche Methode wird, wenn sie in den Köpfen gewisser Sozialrevolutionäre Wurzel fasst, zeigen uns die Männer des Bolschewismus. Die verkörperte naturwissenschaftliche Methode haust heute in Russland durch Helphands Schaffnerdienste, denn er hat den plombierten Wagen geführt durch Deutschland durch, um die Männer des Bolschewismus unter der Ägide von Ludendorff und Hindenburg nach Russland zu führen. Man soll die Tragweite dieser verkörperten naturwissenschaftlichen Methode nicht übersehen! Ich habe Sie auf einige Tatsachen aufmerksam gemacht. Es gibt zwei Philosophen, höchst bürgerlich spießige Philosophen waren es. Der eine hat gelehrt an der Zürcher Universität, Avenarius, ein Mensch, der ganz gewiss darauf gehalten hat, ein bürgerlich-spießiges Denken zu entwickeln. Der andere ist Ernst Mach, der in Prag, in Wien gelehrt hat. Ich habe ihn selbst 1882 in der Wiener Akademie der Wissenschaften vortragen hören. Er ist mir immer so etwas wie die Inkarnation bürgerlicher Spießigkeit und Rechtschaffenheit erschienen, dieser Ernst Mach. Wenn Sie heute nach der «Staatsphilosophie» des Bolschewismus fragen, so ist es nicht ein Zufall, sondern eine innere Notwendigkeit, dass die Avenariussche und Machsche Philosophie die Staatsphilosophie ist, denn diese Dinge gehören zusammen: äußerste Konsequenz naturwissenschaftlicher Methode umgewandelt in Metamorphose auf soziales Denken. Deshalb muss man die Sache auch ernst nehmen. Zuerst blühte das naturwissenschaftliche Denken als soziale Blüte im Osten auf. Es wird schon weiter aufblühen, wenn man nicht die Sache an der Wurzel anpackt, am naturwissenschaftlichmaterialistischen Leben selber. Es handelt sich darum, dass heute eine gewisse Welle des Denkens und Empfindens durch die Welt geht. Erregt wird diese Welle durch das sozialwissenschaftliche materialistische Denken. Indem diese Welle sich ausbreitet, ergreift sie heute das notwendig soziale Denken, wird da zur zerstörerischen Gewalt der Menschheit, zur absoluten zerstörerischen Gewalt der Menschheit. Die leitenden, führenden Kreise haben nicht die Macht und Kraft gehabt, hineinzugießen in das menschliche Denken eine wirklich tragende geistige Welle. Deshalb ist aufgegangen in den breiten Massen des Proletariats die materialistische Welle, im sozialen Denken der breiten Masse des Proletariats. Und der Marxismus, der wiederum so grotesk aufgelebt ist in den letzten vier bis fünf Jahren, das ist die soziale Blüte und Frucht der materialistisch naturwissenschaftlichen Methode im sozialen Denken. Man sollte nicht verkennen, daß das die Konfiguration der gegenwärtigen zivilisierten Welt ist. Sieht man sie nicht, so verschläft man die wichtigsten Erscheinungen und Symptome dieses Lebens. Man ist nicht voll Mensch in der Gegenwart, wenn man diese Erscheinungen verschläft." [54] 

Die Folge der materialistischen Gelehrsamkeit an Gymnasien und Universitäten: ein verwüstetes Europa, Kulturtod durch die Asuras: "Diejenigen Menschen, welche heute solche Impulse aus der geistigen Welt empfangen, welche heute wissen um die Wahrheiten und Erkenntnisse, die herein müssen in die Menschheitsevolution, sie wissen das Folgende: Wenn nicht durch diese von solchen Menschen zu handhabende Wissenschaft der Initiation befruchtet wird dasjenige, was wir Naturerkenntnis nennen, dasjenige namentlich, was wir Kunst nennen, so geht die Menschheit einem raschen Verfalle, einem furchtbaren Verfalle entgegen. Lassen Sie drei Jahrzehnte noch so gelehrt werden, wie an unseren Hochschulen gelehrt wird, lassen Sie noch durch dreißig Jahre so über soziale Angelegenheiten gedacht werden, wie heute gedacht wird, dann haben Sie nach diesen dreißig Jahren ein verwüstetes Europa. Sie können noch so viele Ideale auf diesem oder jenem Gebiete aufstellen, Sie können sich die Münder wund reden über Einzelforderungen, die aus dieser oder jener Menschengruppe hervorgehen, Sie können in dem Glauben reden, dass mit noch so eindringlichen Forderungen etwas getan werde für die Menschenzukunft - alles wird umsonst sein, wenn die Umwandlung nicht geschieht aus dem Fundamente der Menschenseelen heraus: aus dem Denken der Beziehung dieser Welt zur geistigen Welt. Wenn nicht da umgelernt wird, wenn nicht da umgedacht wird, dann kommt die moralische Sintflut über Europa! ... Kaum weniger veräußerlicht ist dasjenige, was durch unsere Gymnasien und Universitäten wallt als Geisteskultur, als letzter Nachklang der göttlichen Botschaften der Mysterien. Es ist das Geistesleben in unser Leben eingeflossen, aber es ist ganz abstrakt geworden, es ist bloßes Vorstellungsleben geworden. Es ist das geworden, wovon endlich die sozialistisch orientierten Kreise sagen: es ist eine Ideologie geworden, das heißt, eine Summe von Gedanken, die nur Gedanken sind. Zu dem ist wirklich unser Geistesleben geworden." Kulturtod und die Kulturkrankheit "sind ebenso eine Gabe der Asuras, wie die Lüge eine Gabe des Ahriman, wie die Selbstsucht eine Gabe des Luzifer ist. So ist das dritte, sich würdig den anderen an die Seite Stellende, eine Gabe der asurischen Mächte!" [55] 
 

20. Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt; wenn Wissenschaft missbraucht wird, entsteht schwärzest-magischer Unfug bzw. das, was heute am dümmsten ist: Biotech, Gentherapie, Biologica, mRNA- und Gentechnik, CrisprCas usw. und was man früher Eugenetik nannte; den materialistischen Medizinern wird man es übergeben, die Seelen auszutreiben aus der Menschheit

Wissenschaftler, die großen Unfug anstellen, hat es schon einmal gegeben, was in einer Katastrophe endete: "Da spielt sich etwas ab, von der Zeit der fünften nachatlantischen Kulturperiode an, in der wir drinnenstehen, was ähnlich ist einer Sache, auf die ich öfter aufmerksam gemacht habe, die sich während der atlantischen Zeit abspielte; nur spielte sie sich damals während der vierten atlantischen Kulturperiode ab. Damals nämlich, in der atlantischen Zeit, bedienten sich die göttlich-geistigen Wesen, welche die Menschheitsentwickelung lenkten, bis zur vierten atlantischen Kulturepoche gewisser Elementarwesen. Dieser Elementarwesen mussten sie sich bedienen, weil damals nicht nur so wie jetzt Geburt und Tod gelenkt werden mussten, sondern weil damals, ich möchte sagen der Erde näher, etwas anderes noch gelenkt werden musste. Erinnern Sie sich an manche Schilderungen, die ich in bezug auf die atlantische Zeit gegeben habe, wie da der Mensch noch beweglich war in seinem ganzen materiellen Wesen, wie er durch die Seele groß wachsen konnte und ein Zwerg bleiben konnte, wie sich das Äußere richtete nach dem Seelenwesen. Erinnern Sie sich an das alles. Während heute nach außen hin der Dienst, den gewisse Elementarwesen bei Geburt und Tod den göttlich-geistigen Wesen leisten, deutlich sichtbar ist, war es dazumal so, dass auch durch das menschliche Leben hindurch, wenn sich so das Äußere dem Inneren konform gestaltete, gewisse Elementarwesenheiten den Göttern dienten. Als nun die atlantische Zeit in ihre vierte Kulturperiode getreten war, da wurden gewissermaßen die Menschen wieder Herrscher über diese selben Elementarwesenheiten, welche die Götter früher gebraucht haben zum Wachstum und zur physiognomischen Ausgestaltung der Menschen im großen. Die Menschen wurden Herrscher über gewisse Götterkräfte, und sie bedienten sich dieser Götterkräfte. Die Folge davon war, dass von einem gewissen Zeitpunkt  der atlantischen Zeit ab - so in der Mitte der atlantischen Zeit etwa - es im Begehren des einzelnen Menschen liegen konnte, seine Mitmenschen dadurch zu schädigen, dass er ihnen allerlei anschuf: dass er sie während des Wachstums in der Zwerghaftigkeit hielt oder zu Riesen machte, dass er den physischen Organismus sich so entwickeln ließ, dass der Betreffende ein gescheiter Mensch oder ein Idiot wurde. Das ergab in der Mitte der atlantischen Zeit etwas, was eine furchtbare Macht in den Händen der Menschen war. Und Sie wissen, ich habe darauf aufmerksam gemacht, es wurde dieses Geheimnis nicht gehütet. Aber das liegt nicht daran, dass etwa durch eine Schlechtigkeit dieses Geheimnis nicht gehütet worden ist, sondern es musste eben nach einem gewissen welthistorischen Gesetz dasjenige, was vorher bloße Götterarbeit war, Menschenarbeit werden. Das alles aber hat innerhalb der atlantischen Zeit zu jenem großen Unfug geführt - zu allen möglichen Gewalttätigkeiten hat das geführt; Sie brauchen sich jetzt nur zu erinnern an das, was ja in der atlantischen Zeit eintrat und was hier öfter geschildert worden ist -, zu jenem Unfug, der notwendig machte, die ganze atlantische Kultur im Verlaufe der letzten vier beziehungsweise drei atlantischen Kulturperioden dem Untergang entgegenzuführen. Und von der Atlantis her ist unsere Kultur so gerettet worden, so herübergebracht worden, wie das öfter dargestellt worden ist. In einer ähnlichen Weise wird Götterdienst der Menschheit überwiesen von unserer fünften nachatlantischen Zeit ab für die drei beziehungsweise zwei letzten Kulturperioden der nachatlantischen Kultur der fünften Erdenentwickelungswelt. Wir stehen erst am Anfange jener Tätigkeit der Technik, der Industrie, des Kommerziums, in die hinein die Elementargeister der Geburt und des Todes ihre Wirkung treiben. Das wird immer stärker und stärker werden, das wird immer einschneidender sein. Davor kann man die Menschheit nicht behüten, denn die Kultur muss fortschreiten. Und die Kultur unseres Zeitalters und der Zukunft muss eine solche sein, dass die Elementargeister der Geburt und des Todes, während sie bis zu einem gewissen Zeitpunkt, bisher eben nur beim physischen Entstehen und Vergehen des Menschen gewirkt haben unter der Direktion der Götter, daß diese Eiementargeister mit denselben Kräften, mit denen sie bei Geburt und Tod wirken, innerhalb von Technik, Industrie, Kommerzium und so weiter wirken. Damit ist aber etwas ganz Bestimmtes verknüpft. Ich habe Ihnen ja geschildert, diese Elementargeister sind solche, die eigentlich der Wohlfahrt der Menschheit feindlich, zerstörerisch gesinnt sind. Also fassen wir die Sache nur im richtigen Sinne auf, geben wir uns, wenn wir sie im richtigen Sinne auffassen, keiner Täuschung hin über das Bedeutsame, tief Einschneidende, das da eigentlich vorliegt. Die Kultur muss vorwärtsschreiten im technischen, industriellen und kommerziellen Sinne. Aber die Kultur, die auf diese Weise vorwärtsschreitet, kann ihrem Wesen nach nicht zur Wohlfahrt der Menschen auf dem physischen Plane dienen, sondern sie kann ihrem Wesen nach nur etwas Zerstörerisches für diese Wohlfahrt in sich schließen. Solch eine Wahrheit ist unbequem für diejenigen Menschen, welche nicht müde werden, immer in Deklamationen zu verfallen, wenn sie über die großen, gewaltigen Fortschritte der Kultur reden, weil sie Abstraktlinge sind und nichts wissen vom auf- und absteigenden Gang der Menschheitsentwickelung. Und geradeso wie das, was ich Ihnen angedeutet habe in bezug auf die atlantische Zeit, zum Untergang der atlantischen Zeit führte, damit eine andere Menschheit kommen konnte, so enthält dasjenige, was sich jetzt inauguriert als kaufmännische, industrielle, technische Kultur, die Elemente, welche zum Untergang der fünften Erdperiode führen. Und nur derjenige sieht klar, nur der sieht die Dinge, wie sie sind, der sich gesteht:
Damit beginnen wir an dem zu arbeiten, was die Katastrophe herbeiführen muss." [56]

Ricarda Huch: "Instinktiv, sage ich, kommen manche Menschen darauf, dass so etwas notwendig ist. Instinktiv ist zum Beispiel darauf gekommen eine Persönlichkeit, die manches gute Buch in der Gegenwart geschrieben hat - allerdings kein Buch, das irgendwie an Geisteswissenschaft ernsthaft anklingt - , ich meine Ricarda Huch. Und ganz bemerkenswert ist wegen des Instinktes, nicht wegen der Einsicht, aber wegen des Instinktes, der in diesem Buch waltet, das neueste Buch über «Luthers Glaube». Wenn Sie die ersten Kapitel dieses Buches lesen, so finden Sie darin einen merkwürdigen Schrei - könnte man sagen - , den Schrei danach, dass die Menschheit wiederum etwas kennenlernen müsste, was eigentlich seit Luthers Zeiten, bis zu welchen noch atavistisches Hellsehen auf diesem Gebiete gereicht hat, der Menschheit verlorengegangen ist. Ricarda Huch sagt, dass eigentlich das Notwendigste für die gegenwärtige Menschheit sei, den Teufel kennenzulernen. Sie betrachtet es nicht als so notwendig, sich mit Gott bekanntzumachen; als viel notwendiger betrachtet sie es für die gegenwärtige Menschheit, sich mit dem Teufel bekanntzumachen."

Wenn Wissenschaft missbraucht wird, entsteht schwärzest-magischer Unfug bzw. das, was heute am dümmsten ist: Biotech, Gentherapie, Biologica, mRNA- und Gentechnik, CrisprCas usw. und was man früher Eugenetik nannte, eine ganz neue Wissenschaft, üblicher ist die Bezeichnung «Eugenik». Sie wurde durch Francis Galton (1822-1911) begründet in der Artikelserie «Hereditary Talent and Genius», die 1865 erschien. Der Sohn Darwins, Leonard Darwin, 1850-1943, war 1911-1928 Vorsitzender der «Eugenics Education Society», veröffentlichte 1926 das Buch «The Need for Eugenic Reform». Dazu Steiner: "Da hat es einen Kongress gegeben, der im Jahre 1912 in London stattgefunden hat über eine ganz neue Wissenschaft: Eugenetik. Man hat ja gewöhnlich hochtrabende Namen gerade für das, was an sich am dümmsten ist. Die Ideen dieser Eugenetik, die gingen eigentlich aus den Gehirnen, nicht aus den Seelen der Menschen hervor. Was will diese Eugenetik? Sie will Einrichtungen treffen, so dass künftighin nur ein gesundes menschliches Geschlecht gezeugt wird, dass nicht minderwertige Individuen gezeugt werden; sie will nach und nach durch die Verbindung von Nationalökonomie und Anthropologie Gesetze finden, um Männer und Frauen durch Gesetze so zusammenzubringen, dass ein möglichst starkes Geschlecht zustandekommt. Ja, über diese Dinge fängt man schon an durchaus nachzudenken. Das Ideal dieses Kongresses, dem der Sohn Darwins vorgesessen hat, bestand darin, verschiedene Gesellschaftsklassen daraufhin zu untersuchen, wie groß der Schädel ist bei den Reichen, wie groß der Schädel ist bei den Armen, die weniger lernen können, wie groß die Empfindungsfähigkeit bei den Reichen, wie groß die Empfindungsfähigkeit bei den Armen ist, wie stark der Widerstand ist, den die Reichen der Ermüdung entgegenbringen können, wie stark der Widerstand ist, den die Armen der Ermüdung entgegenbringen können und dergleichen mehr. Und nun versucht man, auf diese Weise Ansichten zu gewinnen über die menschliche Körperlichkeit, die vielleicht einmal in der Zukunft dazu führen können, dass man genau aufstellt: so muss er aussehen, so muss sie aussehen, wenn es einen richtigen Zukunftsmenschen geben soll; solch einen Grad von Ermüdungsfähigkeit muss er haben, solch einen Grad von Ermüdungsfähigkeit muss sie haben, solch eine Schädelgröße bei ihm, dazu eine passende Schädelgröße bei ihr und so weiter. Das ist ein Rumoren, ein natürliches Rumoren in den von den Seelen leer gewordenen Gehirnen, ein Rumoren derjenigen Ideen, die eine Realität in der atlantischen Zeit hatten. Da war es wirklich so, dass es gewisse Gesetze gab, durch welche die Menschen Größe, Wachstum und alles mögliche durch Kreuzen, Überkreuzen und dergleichen bewirken konnten. Das war dazumal eine Art von Wissenschaft, eine ausgebreitete Wissenschaft, die - wie ich Ihnen gestern wieder angedeutet habe - gerade im atlantischen Zeitalter so sehr missbraucht worden ist. Diese Wissenschaft, die aus der Verwandtschaft der Körperlichkeit heraus arbeitete, wußte: Wenn man solch einen Mann mit solch einer Frau - und Mann und Frau waren in der damaligen Zeit wesentlich verschiedener als heute - zusammenbringt, entsteht ein solches Wesen, und dann kann man wiederum, so wie es heute der Pflanzer macht, variieren. Die Mysterien haben dann aus diesem Sich-Kreuzen, aus diesem Zusammenbringen des Verwandten und Verschiedenen Ordnung gemacht; sie haben Gruppen gebildet und der Menschheit entzogen, was ihr entzogen werden musste. Es entstand aber wirklich schwärzest-magischer Unfug durch das, was da im atlantischen Zeitalter getrieben worden ist, und Ordnung ist erst dadurch eingetreten, dass man Klassen gebildet hat, dass man diese Dinge den Menschen entzogen hat. Und auf diese Weise sind die Nationen entstanden, die heutigen Rassen  entstanden. Das hat mitgewirkt bei der Bildung der heutigen Rassen. Und auch die Nationenfrage rumort wieder im gegenwärtigen Zeitalter als Nachklang der seelenlosen Gehirne aus der atlantischen Zeit. Wieviel spricht man heute von Nationenfragen. Aber es spricht nur die Körperlichkeit. Die zurückgezogene Geistigkeit gehört heute schon einer ganz andern Welt an. Das ist die Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit und all den Deklamationen, die sich heute auf das sogenannte Nationalprinzip beziehen. Das kann niemals deshalb zu einem Heil führen, sondern muss immer und immer wieder in das Chaos hineinführen, wenn man die Politik auf die Nationenfragen stellen will, die nicht mehr Fragen der Gegenwart sind, weil die Seele ganz andern Ordnungen und ganz andern Zusammenhängen angehört, als diejenigen sind, die sich im leiblichen Wesen ausdrücken. Das sind alles Dinge, die gewußt werden müssen, die aber nur durch die Geisteswissenschaft gewußt werden können. Dieses Rumoren in den von den Seelen leer gewordenen Gehirnen, das ist die Ursache davon, dass in der heutigen Zeit solche Bestrebungen auftauchen, die den Menschen nach gewissen Gesetzen gestalten wollen. ... Ich will nicht im abträglichen Sinne von den leeren Köpfen sprechen; die bleiben leer, das ist einmal so in der Entwickelung. Aber leer bleibt in Wirklichkeit nichts in der Welt. Es bleibt etwas nur leer von einem gewissen Etwas, das in anderer Zeit zur Ausfüllung bestimmt war. Ganz leer bleibt eigentlich nichts. Und indem der Mensch immer mehr und mehr seine Seele von dem Leiblichen zurückzieht, wird dieses Leibliche immer mehr und mehr der Gefahr ausgesetzt, von anderem angefüllt zu werden. Und wenn sich die Seelen nicht dazu bequemen wollen, Impulse aufzunehmen, die nur aus dem spirituellen Wissen kommen können, dann wird der Leib angefüllt von dämonischen Gewalten. Diesem Schicksal geht die Menschheit entgegen, dass die Leiber angefüllt werden können  von dämonischen Gewalten, von ahrimanisch-dämonischen Gewalten. Denken Sie, dass zu dem, was ich gestern über die  Zukunftsentwickelung gesagt habe, hinzukommt, dass man in der Zukunft Menschen wird erleben können: sie sind der Hans Kunz äußerlich im bürgerlichen Leben, weil die sozialen Zusammenhänge es so ergeben, aber der Leib ist so weit leer, dass ein starkes ahrimanisches Wesen drinnen wohnen kann. Man wird begegnen können ahrimanisch-dämonischen Wesenheiten. Der Mensch wird nur scheinbar der Mensch sein, der er ist. Die Individualität, die ist sehr, sehr innerlich,
und äußerlich tritt einem ein ganz anderes Bild entgegen." [57]

Abschaffung der Seele durch ein Arzneimittel, durch einen Impfstoff; die Nachfolger der heutigen Materialisten, werden den Impfstoff suchen, der den Körper «gesund» macht, das heißt so macht, dass dieser Körper durch seine Konstitution nicht mehr von solch albernen Dingen redet wie von Seele und Geist; Den materialistischen Medizinern wird man es übergeben, die Seelen auszutreiben aus der Menschheit: "Und die Zeit wird kommen, vielleicht gar nicht in so ferner Zukunft, wo sich auf solch einem Kongress wie dem, welcher 1912 stattgefunden hat, noch ganz anderes entwickeln wird, wo noch ganz andere Tendenzen auftreten werden, wo man sagen wird: Es ist schon krankhaft beim Menschen, wenn er überhaupt an Geist und Seele denkt. Gesund sind nur diejenigen Menschen, die überhaupt nur vom Leibe reden. - Man wird es als ein Krankheitssymptom ansehen, wenn der Mensch sich so entwickelt, dass er auf den Begriff kommen kann: Es gibt einen Geist oder eine Seele. - Das werden kranke Menschen sein. Und man wird finden - da können Sie ganz sicher sein - das entsprechende Arzneimittel, durch das man wirken wird. Damals schaffte man den Geist ab. Die Seele wird man abschaffen durch ein Arzneimittel. Man wird aus einer «gesunden Anschauung» heraus einen Impfstoff finden, durch den der Organismus so bearbeitet wird in möglichst früher Jugend, möglichst gleich bei der Geburt, dass dieser menschliche Leib nicht zu dem Gedanken kommt: Es gibt eine Seele und einen Geist. - So scharf werden sich die beiden Weltanschauungsströmungen gegenübertreten. Die eine wird nachzudenken haben, wie Begriffe und Vorstellungen auszubilden sind, damit sie der realen Wirklichkeit, der Geist- und Seelenwirklichkeit gewachsen sind. Die andern, die Nachfolger der heutigen Materialisten, werden den Impfstoff suchen, der den Körper «gesund» macht, das heißt so macht, dass dieser Körper durch seine Konstitution nicht mehr von solch albernen Dingen redet wie von Seele und Geist, sondern «gesund» redet von den Kräften, die in Maschinen und Chemie leben, die im Weltennebel Planeten und Sonnen konstituieren. Das wird man durch körperliche Prozeduren herbeiführen. Den materialistischen Medizinern wird man es übergeben, die Seelen auszutreiben aus der Menschheit." [58]

Durch Erziehung ist ein großer Teil unseres heutigen Denkens der sich so sehr weise und aufgeklärt dünkenden Kulturmenschheit kindsköpfig geblieben, verödet: "Gewisse Dinge hinken immer nach in der Weltenordnung. Im 18. Jahrhundert griff ganz besonders Platz, was man die Aufklärung nannte. Man wollte im 18. Jahrhundert sogar eine Art Vernunftreligion begründen, eine Religion, die bloß auf das menschliche Nachdenken, auf den «Hungerleider» unter den Wissenschaften sich stützt, darauf Rücksicht nimmt, wie ich es in den öffentlichen Vorträgen in Basel ausgeführt habe. Und die Art, wie man sich dem heranwachsenden Menschen gegenüber in Erziehung und Unterricht benehmen will, ist ganz aus dieser Vernunftströmung heraus aufgebaut: nur ja alles so machen, dass das Kind es gleich versteht, dass das Kind nirgends etwas Tieferes in dem erlebt, als es schon verstehen kann. Man wird einsehen müssen, dass man damit am allerwenigsten für das Leben eines Menschen sorgt. Dadurch kommt man nämlich in ein sehr verhängnisvolles Extrem des menschlichen Lebens hinein. Denken Sie doch nur einmal: Wenn man sich nun so recht bemüht, an das Kind nichts anderes heranzubringen, als was seinem kindlichen Verständnis entspricht, was es fassen kann, dann gibt man ihm keine Wegzehrung für das spätere Leben mit, denn später soll es ja ein tieferes Verständnis haben. Man sorgt gewissermaßen dafür, dass es sein ganzes Leben nichts anderes hat als ein kindliches Verständnis, wenn man sich nur an das kindliche Verständnis im Kindheitsalter wendet. Es hat das auch schon seine Früchte getragen, und sie sind auch danach! Ein großer Teil unseres heutigen Denkens der sich so sehr weise und aufgeklärt dünkenden Kulturmenschheit beruht darauf, dass dieses Denken kindsköpfig geblieben ist. Man wird selbstverständlich auf dem Gebiete unseres Zeitungswesens nicht zugeben, dass da zum größten Teil kindsköpfisches Denken waltet, aber es ist doch so. Und das hängt im wesentlichen damit zusammen, dass man sich nur an das kindliche Verständnis wendet. Dann bleibt dieses kindliche Verständnis das ganze Leben hindurch. Ein ganz anderes muss Platz greifen: Erfüllen müssen wir unsere Seelen, namentlich als Erzieher, mit der Empfindung, mit dem Bewußtsein, daß in dem Kinde ein geheimnisvoll Verinnerlichtes waltet und dass man heranbringen muss an das kindliche Gemüt vieles von dem, was erst im späteren Leben, nicht schon im kindlichen Alter, verständlich ist, was man dann im späteren Leben herausholt aus der Erinnerung und sich sagt: Das hast du dort gehört, das hast du da aufgenommen; jetzt bist du erst so gescheit, manches zu verstehen. - Durch nichts wird in der Zukunft das Leben der Menschen gesünder werden als dadurch, dass sie viel aus den Mitteilungen, aus den Offenbarungen des Kindheitslebens herausholen können in der Erinnerung und es dann erst verstehen können. Wenn sie so mit sich leben können, die Menschen, dass sie heraufholen aus der Erinnerung, was sie damals noch nicht verstehen konnten, dann wird das eine Quelle gesunden inneren Lebens werden. Jene Verödung wird von den Menschen fern bleiben, die heute so vielfach die Gemüter ergreift und sie leer macht und in die Sanatorien leitet, damit sie dort von außen irgend etwas in die Seelen hineinbekommen, die von innen leer geblieben sind, weil gerade die Erziehung es daran hat fehlen lassen, irgend etwas in diese Seelen hineinzubringen, an das später erinnert werden kann. Diese Betrachtungen muss man eigentlich im Zusammenhang mit einer andern ins Auge fassen. Unsere Gegenwart hat durch all diese Umstände, die ich dargelegt habe in der letzten Zeit, eigentlich ganz das Bewußtsein davon verloren, dass zwischen den Menschen und dem Weltenall ein Zusammenhang, ein inniger Zusammenhang ist. Der Mensch glaubt heute, dass er über die Erde hingeht oder im Eisenbahnzug über die Erde hinfährt als dieses Stück Fleisch, das er einmal ist. Gewiss, er wird es nicht immer zugeben, aber der reale Inhalt seiner Gedanken ist nicht viel anders. Das ist aber nicht so. Der Mensch steht mit dem ganzen Weltenall in inniger Verbindung. Und es ist gut, sich das einmal durch eine Erwägung klarzumachen." [59]
 

21. Makrokosmos und Mikrokosmos; droht ein Veröden des ganzen Menschengeschlechtes auf der Erde? Meister Eckhart und Schüler, logisches Denken; Schmerz gegenüber dem Unwahren, dem Hässlichen, dem Bösen empfinden 

Es wurde ja schon früher festgestellt: Es könnte eine allgemeine Verödung des menschlichen Lebens eintreten. "Die Menschen würden schwach werden in bezug auf dasjenige, was sie in der Welt zu tun haben. Es würde ein Verdorren des Menschenlebens stattfinden, wie bei einem Baum, der verholzt, wenn er keine Lebenssäfte mehr erhält. Bis jetzt sind dem Menschengeschlecht von außen die Kräfte zugeführt worden, und diejenigen, die nur das äußere Leben betrachten, welche gedankenlos hinleben und glauben, dass nur die äußere sinnliche Welt existiert, die wissen eben nichts \on den Veränderungen, die hinter dieser sinnlichen Welt sich abspielen. Und zu diesen wichtigen Veränderungen gehört das Versiegen der geistigen Kräfte und die Notwendigkeit, dass durch die Mensehen selber solche Kräfte erzeugt werden. Wenn die Weiterentwickelung der Menschheit den oberflächlichen Menschen überlassen bliebe, die sich nur an die äußere physische Welt halten, dann träte ein Verdorren, ein Veröden des ganzen Menschengeschlechtes auf der Erde ein."

Meister Eckhart und Schüler: "Bei den ägyptischen Mysterien wurde der Einzuweihende durch den Hermespriester davor bewahrt, der für ihn die Führung übernommen hat, so dass der Schüler nicht mehr seinem eigenen Ich folgte. Der Meister Eckhart hatte einen solchen Lehrer nicht. Tauler bekam ihn von einem gewissen Zeitpunkt an, aber Eckhart hatte einen solchen Führer nicht. Wodurch schützte er sich aber vor dem eigensüchtigen Anspruch des Ich? Solch eine gesunde Natur, wie Meister Eckhart es war - ebenso wie fast alle die christlichen Mystiker des Mittelalters, welche einen solchen Guru nicht hatten -, schützte sich dadurch, dass er sich ganz durchdrang mit dem Gefühl: Jetzt bist du nicht mehr du selber, jetzt bist du ein anderer geworden; jetzt spricht, fühlt, will nicht mehr das, was du sprichst, fühlst, willst; jetzt lasse dich ganz erfüllen mit dem Christus. - Er machte das Paulinische Wort wahr: «Nicht ich, sondern der Christus in mir.» Dann machte er diese Verwandlung durch. Er entselbstete sich sozusagen. Er gab sein Ich auf und ließ sich erfüllen von einem anderen Ich. «Entwerden», der Gegensatz von «werden», ist ein schönes Wort der christlichen Mystiker des Mittelalters. Wie man ein selbständiges Ich «wird», so suchten diese Mystiker zu «entwerden», das heißt ihr Ich ganz aufzugeben und sich ganz zu erfüllen mit einem anderen Ich. Das waren die Mittel gegen die selbstsüchtigen Ansprüche des Ich, zu welchen Mystiker griffen wie Meister Eckhart oder der Mystiker, der der Schreiber der sogenannten «Theologia Teutsch» ist, dass sie nicht aus sich selber sprechen wollten, sondern dass sie einen höheren Menschen, einen Menschen, der den jetzigen Menschen innerlich beleben und inspirieren kann, in sich sprechen lassen konnten. Daher das immer wiederkehrende Betonen dieser Mystiker, dass sie ihr Selbst ganz hingeben wollten dem, was sie innerlich erlebten. So also sehen wir, als die neueren Zeiten herannahten, wie die christlichen Mystiker des Mittelalters, die schon entgegenlebten den Zeiten der modernen Menschheit, den äußeren Guru ersetzten durch einen inneren Guru, durch den Christus."

Logisches Denken, logisches Gewissen, Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit; absurder Mohammedanismus; Schmerz gegenüber dem Unwahren, dem Hässlichen, dem Bösen empfinden: "So notwendig es ist - das ist ja schon betont worden - , dass man zuerst durch die Schulung eines guten, vernünftigen Denkens hindurchgeht, wo man erst die Dinge begreifen gelernt hat, bevor man aufsteigt zu höheren Welten, so notwendig ist es, dass man über dieses gewöhnliche Denken sich wiederum erhebt zu einem unmittelbaren Erfassen. Und gerade weil das so notwendig ist, dass man unmittelbar erfassen lernt in der höheren Welt, muss man auf der andern Seite jene logische Grundlegung vornehmen. Man muss sie aus dem Grunde vornehmen, weil man sonst mit seinen Gefühlen und Empfindungen ganz sicher irren würde. Man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man das gewöhnliche verstandesmäßige Denken da hinaufträgt; man ist nicht fähig, in der höheren Welt zu urteilen, wenn man nicht erst in der physischen Welt ausgebildet hat das verstandesmäßige Denken. Es finden manche Menschen allerdings vielleicht einen Grund, aus der Eigentümlichkeit des höheren Denkens, des Herzdenkens heraus, sich der gewöhnlichen Logik überhaupt ganz zu entschlagen. Sie sagen, da man die gewöhnliche Logik des physischen Planes doch wieder vergessen  müsse, so brauche man sie ja nicht erst zu lernen. - Dabei wird aber außer acht gelassen, dass man ein anderer Mensch wird, wenn man das logische Denken auf dem physischen Plan als Schulung, als Übung durchgemacht hat. Nicht um mit diesem Denken die höheren Welten zu begreifen, macht man es durch, sondern um aus sich selber einen anderen Menschen zu machen. Man erlebt ja auch an dem logischen Denken etwas. Man erlebt an dem logischen Denken vor allen Dingen eine Art von Gewissen. Es gibt eine Art logischen Gewissens, und wenn man dieses ausbildet, dann bekommt man in seiner Seele ein gewisses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit, und ohne dieses Verantwortungsgefühl gegenüber Wahrheit und Unwahrheit ist nicht viel anzufangen in den höheren Welten. ... Fragen Sie einmal in der Gegenwart an, wie viele Menschen sich die Mühe nehmen, wirklich nachzudenken über das, was ihnen die heiligsten Güter sind. Dadurch, dass sie in bestimmte Verhältnisse, in eine bestimmte Gemeinschaft hineingeboren sind, meinetwillen nicht in der Türkei, sondern in Mitteleuropa geboren sind, haben sie ein unmittelbares, ursprüngliches Gefühl anerzogen erhalten, das Christentum für das Richtige zu halten und nicht den Mohammedanismus; sie halten - durch ein gewisses Gefühl - deshalb nicht die mohammedanischen Wahrheiten für richtig, sondern dasjenige, was sie im Christentum haben. So etwas darf man nicht missverstehen, darüber nachzudenken führt zu wirklicher  Lebenserkenntnis. Also wir müssen uns darüber klar sein, dass über dasjenige, was die Menschen für wahr oder falsch halten, bei weitaus den meisten Menschen heute noch ein unmittelbares Gefühl entscheidet. Das ist die eine Entwickelungsstufe. ... Außerdem ist es eine gute Vorbereitung für eine solche unmittelbare Entscheidung, wenn man sich ein wenig etwas aneignet, was im gewöhnlichen Leben nur in einem sehr geringen Maße vorhanden ist. Im gewöhnlichen Leben werden die meisten Menschen Schmerz empfinden, vielleicht sogar aufschreien, wenn man sie mit einer Nadel sticht oder heißes Wasser über ihren Kopf gießt oder in ähnlichen Fällen. Aber fragen wir einmal, wie viele Menschen etwas ähnliches empfinden wie Schmerz, wenn irgendeiner etwas Törichtes, etwas Absurdes behauptet? Das ist für viele Menschen etwas recht Erträgliches. Wer aber sich zu jenem unmittelbaren Gefühle entwickeln will, von dem jetzt gesprochen worden ist, so dass er der imaginativen Welt gegenüber das unmittelbare Erlebnis haben kann: das ist wahr, das ist falsch - der muss sich so trainieren, dass ihm ein Irrtum wirklich weh tut, Schmerz bereitet, und dass ihm die Wahrheit, die ihm entgegentritt, auch schon hier im physischen Leben Lust und Freude macht. Das zu erlernen ist allerdings ermüdend und strapaziös, abgesehen von allem anderen; damit hängt in gewisser Weise das Aufreibende der Vorbereitung für das Hineingehen in die höheren Welten zusammen. Gleichgültig vorüberzugehen an Irrtum oder Wahrheit ist allerdings für unsere Gesundheit bequemer, als Schmerz am Irrtum und Lust an der Wahrheit zu empfinden. Man hat ja heute reichlich Gelegenheit dazu, wenn man dieses oder jenes Buch oder Zeitungsblatt in die Hand nimmt, über das Törichte, was da steht, Schmerz zu empfinden. Leid und Schmerz gegenüber dem Unwahren, dem Hässlichen, dem Bösen zu empfinden, auch wenn es nicht uns selbst zugefügt wird, und Lust zu empfinden gegenüber dem Schönen, Wahren, Guten, auch wenn es uns gar nicht persönlich angeht, das gehört zur Trainierung für denjenigen, der sich Denken des Herzens anlernen will, der dann zu der Stufe emporsteigen will, auf der er ein solch unmittelbares Gefühl gegenüber einer Imagination hat, wie es beschrieben worden ist." [60]
 

22. Mysterien I; Urgestein als Götterpalast, kosmisches Sinnesorgan der Erde; Mysterien des Dianen-Tempels in Ephesus; Geheimnisse des Menschen, die heute für den wissenschaftlichen Menschen geradezu verbarrikadiert sind; makrokosmisches Mysterium, mikrokosmisches Mysterium; Mysterien Hyberniens; Chthonische Mysterien in Griechenland, eleusinische Mysterien; «Mütter», zu denen Faust hinuntersteigt; Plato und Aristoteles; Zweierlei Arten von Schriften des Aristoteles, Basilius Valentinus; Kabirenmysterien auf Samothrake, Aristoteles und Alexander der Große


Urgestein als Götterpalast, kosmisches Sinnesorgan der Erde: "Nun will ich heute zunächst schildern, wie dem übersinnlichen Schauen diese Zusammengehörigkeit des Menschen mit dem Erdendasein erscheinen kann. Ich will heute vorbereitend zunächst, ich möchte sagen in einer mehr erzählenden Form vorgehen. Nehmen wir einfach an, jemand träte mit dem imaginativen Bewußtsein, das ich ja öfter geschildert habe, einen Gang an durch die Uralpen, durch die Uralpen mit jenem Gestein, das namentlich in quarzigen, also kieselsäurehaltigen Mineralien und Gesteinen besteht, das sonst auch ähnliche Gesteine in sich enthält. Wir treten ja da, wenn wir ins Urgebirge kommen, an die härtesten Gesteine der Erde heran, aber auch an diejenigen Gesteine, die, wenn sie in ihrer besonderen ureigenen Ausbildung erscheinen, etwas in sich Reines haben, man möchte sagen, etwas, was nicht berührt ist von dem gewöhnlichen Alltäglichen der Erde. Es ist doch wirklich gut zu verstehen, wenn Goethe einmal in einem schönen Aufsatze, der ja auch hier schon vorgebracht worden ist, von seinem Erfahren innerhalb des Urgebirges spricht, allerdings davon spricht, wie er sich in Einsamkeit fühlt, sitzend im Granitgebirge, die Eindrücke sich, man möchte sagen, eingeprägt hat von diesem hart und straff aus der Erde nach oben gewissermaßen sich türmenden Gestein. Und wie den dauernden Sohn der Erde spricht Goethe den Granit an, der da aus Quarz, also aus Kieselsäure, aus Glimmer und aus Feldspat besteht. Wenn der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein an dieses Urgebirgsgestein herandringt, dann ist es ja so, dass er allerdings zunächst es von außen bewundern kann, dass ihm auffallen seine Formen, die ganze wunderbar primitive Plastik, die aber außerordentlich vielsprechend ist. Wenn aber der Mensch dann mit dem imaginativen Bewußtsein an dieses fast härteste Gestein der Erde herantritt, dann dringt er gerade bei diesem härtesten Gestein unter die Oberfläche des Mineralischen. Er ist dann in der Lage, mit seinem Denken wie zusammenzuwachsen mit dem Gestein. Man möchte sagen: überall hinein in die Tiefen des Gesteins setzt sich die seelische Wesenheit des Menschen fort, und man tritt eigentlich im Geiste wie in einen heiligen Götterpalast, Das Innere erweist sich für die imaginative Anschauung wie durchlässig, und die äußere Grenze erweist sich so, wie die Mauern dieses Götterpalastes. Aber man hat zu gleicher Zeit die Erkenntnis, dass innerhalb dieses Gesteines eine innere Spiegelung alles desjenigen lebt, was im Kosmos außerhalb der Erde ist. Die Sternenwelt hat man noch einmal in einer Spiegelung innerhalb dieses harten Gesteins vor der Seele stehen. Man bekommt zuletzt den Eindruck, dass in jedem solchen Quarzgestein etwas vorhanden ist wie ein Auge der Erde selber für das Weltenall. Man wird erinnert an die Insektenaugen, diese Facettenaugen, die in viele, viele Abteilungen zerfallen, die dasjenige, was von außen an sie herandringt, in viele einzelne Teile zerlegen. Und man möchte sich vorstellen und muss sich eigentlich vorstellen, dass, so unzählige viele solche Quarz- und ähnliche Bildungen an der Oberfläche der Erde sind, das alles sind wie Augen der Erde, um die kosmische Umgebung innerlich zu spiegeln und eigentlich innerlich wahrzunehmen. Und man bekommt schon allmählich die Erkenntnis, dass jedes Kristallische, das innerhalb der Erde vorhanden ist, ein kosmisches Sinnesorgan der Erde ist. Das ist ja das Grandiose, das Majestätische der Schneedecke, aber noch mehr der fallenden Schneeflocken, dass in jeder einzelnen dieser Schneeflocken eine Spiegelung ist vom großen Teil des Kosmos; dass also eigentlich mit dem kristallisierten Wasser überall Spiegelungen von Teilen des Sternenhimmels auf die Erde herunterfallen. Ich brauche es ja nicht zu erwähnen, dass der Sternenhimmel auch bei Tag da ist, nur daß er, weil das Sonnenlicht stärker ist, bei Tag nicht erscheint. Wenn Sie irgendwo die Möglichkeit haben, in einen tiefen Keller zu steigen, über den sich ein Turm erhebt, der oben offen ist, so können Sie, weil Sie aus dem Finstern herausschauen und das Sonnenlicht Sie nicht beirrt, ja auch bei Tag die Sterne sehen. Solch eine Möglichkeit ist zum Beispiel vorhanden in einem Turm in Jena, wo man bei Tag die Sterne sehen kann. Das erwähne ich nur nebenbei, um Ihnen eben begreiflich zu machen, dass dieses Spiegeln der Sterne in den Schneeflocken, überhaupt in allem Kristallisierten, auch selbstverständlich bei Tag vorhanden ist. Und es ist nicht ein physisches Spiegeln, es ist ein geistiges Spiegeln. Der Eindruck muss innerlich vermittelt sein, den der Mensch davon bekommen kann. Das ist aber nun nicht alles. Aus dem, ich möchte sagen geistigen Sinneseindruck, den man da bekommt, wird ein Gemütseindruck, und zwar der, dass man, so imaginativ sich hineinlebend in die Kristalldecke der Erde, selber zusammenwächst mit alledem, was die Erde in dieser Kristalldecke vom Kosmos erlebt. Dadurch erweitert man das eigene Sein in den Kosmos hinaus, dadurch fühlt man sich als eins mit dem Kosmos. Und vor allen Dingen, jetzt wird es eine Wahrheit, eine tiefe Wahrheit für den imaginativ Betrachtenden, dass dasjenige, was wir unseren Erdenkörper nennen, mit allen seinen Einzelheiten einmal im Laufe der Zeit aus dem Kosmos heraus geboren worden ist. Denn die Verwandtschaft der Erde mit dem Kosmos tritt einem da im eminentesten Sinne vor das Seelenauge. So dass man durch dieses Sich- Hineinleben in die Millionen Kristallaugen der Erde vorbereitet ist, die ganze innere Verwandtschaft der Erde mit dem Kosmos zu fühlen, sie im Gemüte zu erleben. ... Nun, dasjenige, was namentlich in vorderasiatischen Bergwerken erkundet werden konnte an der Sprache der Metalle, das hat zum Beispiel Pythagoras auf seinen Wanderungen sehr, sehr gut studiert, und von da aus ist vieles, vieles in das hineingedrungen, was dann griechisch- römische Kultur geworden ist. Und dann erscheint es in abgeschwächter Gestalt in so etwas wie in Ovids «Metamorphosen». Das ist dann das eine, die eine Form der Sprache der Metalle im Innern der Erde."

Quarzkristall: "Nur war das Quarzige, das Kieselsäure-Ähnliche, das da in die ganze Atmosphäre hereindrang und sich allmählich ablagerte als Urgebirge, nicht so hart wie heute. Das ist erst später, durch die späteren Verhältnisse, dieser Erhärtung, in der es heute dasteht im Urgebirge, anheimgefallen. Das alles, was sich da hereinbildete aus dem Weltenall, war in der damaligen Zeit kaum härter als Wachs. Also, wenn Sie heute ins Urgebirge gehen und einen Quarzkristall sehen, der so hart ist - ich habe heute an anderer Stelle gesagt: der Schädel würde zwar kaputtgehen, aber der Quarz nicht, wenn Sie daran stoßen -, so war das alles dazumal durch das Leben, das in alles hineinragte, weich wie Wachs, richtig weich wie Wachs, so da   man also sagen könnte: Als träufelndes Wachs aus dem Kosmos kommen die Urgebirgsgesteine. Und das alles ist durchsichtig, wie es aus dem Kosmos da herein sich schiebt, kann in seiner relativen Härte, in seiner Wachshärte eben nur beschrieben werden so, dass man den Tastsinn darauf anwendet: man würde es spüren, wenn man es angreifen könnte, wie man Wachs spürt."

Mysterien des Dianen-Tempels in Ephesus, zerstört durch die islamischen Arabereinfälle, türkische Seldschuken, Osmanen usw.; Geheimnisse des Menschen, die heute für den wissenschaftlichen Menschen geradezu verbarrikadiert sind; makrokosmisches Mysterium, mikrokosmisches Mysterium: "Schauen wir deshalb heute einmal, ausgerüstet mit demjenigen, was wir gerade in den letzten zwei Tagen hier als Betrachtungen vor unsere Seele haben treten lassen, in die Geheimnisse, in die Mysterien des Dianen-Tempels in Ephesus hinein, schauen wir hinein für die Zeit des etwa sechsten oder siebenten vorchristlichen Jahrhunderts oder noch früher, um zu sehen, was da in dieser den Alten so geheiligten Stätte getrieben worden ist. Da finden wir, dass der Mysterien-Unterricht in Ephesus allerdings zunächst verwies auf dasjenige, was in der menschlichen Sprache erklingt. Wir können erfahren, nicht aus einer historischen Darstellung, für deren Vernichtung hat ja der Barbarismus der Menschheit genügend gesorgt, wohl aber aus der dem geistigen Erkennen zugänglichen, gedanklich-ätherischen Chronik, in welcher die Ereignisse des Weltgeschehens aufgezeichnet sind, wie es zugegangen ist innerhalb dieser ephesischen Mysterien. ... Aber nun wurde der Schüler mehr noch auf die intimen inneren Empfindungen und Erlebnisse des Wortes verwiesen, wie er wahrnehmen konnte: Vom Worte steigt etwas auf wie Wärme nach dem Kopfe hin, und diese Wärme, dieses Feuer, fängt den Gedanken ab. Und nach unten fließt etwas wie wäßriges Element; das ergießt sich nach unten, wie sich eine Drüsenabsonderung in den Menschen ergießt. Und so bedient sich der Mensch - wurde dem Schüler in den ephesischen Mysterien klar gemacht - so bedient sich der Mensch der Luft, um das Wort erklingen zu lassen; aber die Luft verwandelt sich im Sprechen in das nächste Element, in das Feuer, in die Wärme und holt den Gedanken von den Höhen des Hauptes herunter, verleibt sich ihm ein. Und wiederum, indem ein Wechselzustand eintritt: Hinaufsenden des Feuers, Hinuntersenden desjenigen, was im Worte liegt, träufelt gewissermaßen die Luft wie eine Drüsenabsonderung nach unten als Wasser, als Flüssiges. Dadurch wird das Wort dem Menschen innerlich fühlbar. Das Wort träufelt als flüssiges Element nach unten. Und dann wurde der Schüler eingeführt in das eigentliche Geheimnis des Sprechens. Aber dieses Geheimnis hängt zusammen mit dem Geheimnis des Menschen. Dieses Geheimnis des Menschen ist heute für wissenschaftliche Menschen geradezu verbarrikadiert; denn die Wissenschaft setzt die unglaublichste Karikatur einer Wahrheit heute an die Spitze von allem Nachdenken: nämlich das sogenannte Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes. Im Menschen wird der Stoff fortwährend umgewandelt. Er bleibt nicht. Dasjenige, was als Luft aus der Kehle dringt, verwandelt sich im Herausdringen abwechselnd in das nächste, höhere Element, in das Wärme- oder Feuerelement - und wiederum in das Wasserelement: Feuer, Wasser - Feuer, Wasser. So wurde der Schüler zu Ephesus darauf aufmerksam gemacht: indem er spricht, dringt ein Wellenzug aus seinem Munde - Feuer, Wasser - Feuer, Wasser. Das aber ist nichts anderes, als das Hinauf langen des Wortes nach dem Gedanken, das Hinunterträufeln des Wortes nach dem Gefühle. Und so webt im Sprechen Gedanke und Gefühl, indem die lebendige Wellenbewegung des Sprechens als Luft zu Feuer sich verdünnt, zu Wasser sich verdichtet und so fort. ... So wurde das, was große Welt war, das makrokosmische Mysterium, zum mikrokosmischen Mysterium der Menschensprache. Und auf dieses makrokosmische Mysterium, die Übersetzung in die Maja, in die große Welt, deutet der Beginn des Johannes-Evangeliums hin: «Im Urbeginne war der Logos. Und der Logos war bei Gott. Und ein Gott war der Logos ». Denn das war dasjenige, was lebte und webte noch in der Tradition zu Ephesus, auch als der Evangelist, der Schreiber des Johannes-Evangeliums, in der Akasha-Chronik zu Ephesus lesen konnte dasjenige, wonach sein Herz dürstete: die richtige Einkleidung für das, was er als das Geheimnis des Weltenwerdens der Menschheit sagen wollte. Aber wir können noch einen Schritt weitergehen. Wir können uns daran erinnern, dass wir ja gestern gesagt haben: Vorangegangen dem Kalkigen ist das Kieselige, das im Quarz erscheint. Da drinnen erschienen die Pflanzenformen, wie, ich sagte grünende, vergrünende Wolkengebilde. Und wenn man damals schon, sagte ich, hätte hinausschauen können in die Weiten des Kosmos, dann hätte man geschaut dieses Werden des Tierwesens und diese grünende und vergrünende Urpflanze. Aber das alles nahm man ja als ein Inneres wahr. Man nahm es als Eigenwesen des Menschen wahr. Neben dem, dass man hörte, wie etwas, was in einem selbst lebte, das Erklingen des tierischen Werdens, konnte man innerlich in einem gewissen Sinne gehen mit dem, was man da klingen hörte, wie wenn man im eigenen menschlichen Haupte, in der menschlichen Brust und dem Haupt, mit den Worten durch die Wärme hinaufgeht, um den Gedanken zu erfassen; so konnte man gehen mit demjenigen, was man hörte aus der Tierwerdung, nach demjenigen, was man erlebte in der Pflanzenwerdung. Und da war das Eigentümliche: das Weben und Wesen des Tierwerdens erlebte man im verdunsteten und heruntersickernden Kalk; und wenn man dann weiterspürte nach demjenigen, was im Kieseligen als das grünende und entgrünende, vergrünende Pflanzenwesen war, dann wurde das Weltenwort zum Weltengedanken, und die Pflanze im kieseligen Elemente fügte den Gedanken hinzu zu dem tönenden Worte. Man ging gewissermaßen um einen Schritt nach oben, und zu dem tönenden Logos wurde der Weltengedanke gefügt, so wie heute zu dem im Sprachliehen ertönenden Worte, indem das Sprachliche hinauswellt: Feuer, Wasser, Feuer, Wasser - im Feuer der Gedanke erfasst wird." [61]

Mysterien Hyberniens: "Nicht der Inhalt dessen, was da in diesen Sätzen steht, soll wie eine Wahrheit verkündet werden, sondern das, was in diesem Augenblicke der Initiation die Schüler der Mysterien Hyberniens erlebten, das sollte eben hingeschrieben werden. Und das alles erlebte ja der einzelne Schüler in absoluter Einsamkeit. Sein innerliches Erleben wurde so stark, dass sein äußerliches Gesicht nicht mehr wirkte. Es wirkte nicht mehr. Nach einiger Zeit sah er die Statue nicht mehr. Aber er las wie mit Flammenschrift an dem Orte, wo er hinschaute, etwas, was ja nicht äußerlich-physisch da war, was er aber mit erschütternder Deutlichkeit sah. Er las da, wo er früher das Haupt der Erkenntnisstatue gesehen hatte, das Wort Wissenschaft, und da, wo er das Haupt der anderen Statue gesehen hatte, las er das Wort Kunst. Und nachdem er dieses durchgemacht hatte, wurde er durch den Ausgang des Tempels zurückgeführt. Beim Tempel standen wiederum die beiden Initiatoren. Der eine nahm sein Haupt und richtete es gegen dasjenige, was ihm der andere Initiator zeigte: die Gestalt des Christus. Und dabei fielen Worte der Mahnung. Der eine Priester, der das Christusbild ihm vorwies, sprach zu ihm: Nimm das Wort und die Kraft dieses Wesens In dein Herz auf. Und der andere Priester sprach: Und von ihm empfange, Was dir die beiden Gestalten geben wollten: Wissenschaft und Kunst. Das waren sozusagen die ersten zwei Akte der hybernischen Einweihung, der besonderen Art, wie in Hybernia die Schüler zu der wirklichen Empfindung des innersten Wesens des Christentums hingeleitet wurden. Und dies prägte sich nun ganz tief in die Seelen, in die Gemüter dieser Schüler ein. Und nun konnten sie, nachdem sie sich dieses eingeprägt hatten, an ihren weiteren Erkenntnisweg gehen. ... Sie sehen also, in diesen hybernischen Mysterien war es durchaus so, dass der Schüler eingeführt wurde in dasjenige, was Vergangenheit des eigenen erdenplanetarischen Daseins ist. Er lernte das Saturn-, das Sonnen- und Mondendasein kennen wie die aufeinanderfolgende Metamorphose des Erdendaseins. ... So sehen Sie, die hybernischen Mysterien gehörten wirklich zu dem was man befugt ist, in der Geisteswissenschaft die großen Mysterien zu nennen. Denn dasjenige, in das die Schüler eingeweiht wurden, das gab ihnen einen Überblick, eine Überschau über das menschliche vorirdische und nachirdische Leben. Es gab ihnen zu gleicher Zeit einen Überblick über das kosmische Leben, in das der Mensch einverwoben ist, aus dem heraus er im Laufe der Zeiten geboren wird. Der Mensch lernte also den Mikrokosmos, das heißt sich selber als geistig-seelischleibliches Wesen kennen im Zusammenhange mit dem Makrokosmos. Er lernte aber auch das Werden, Weben, Entstehen und Vergehen und das sich metamorphosierende Verwandeln des Makrokosmos kennen. Es waren diese hybernischen Mysterien große Mysterien. Und ihre eigentliche Blüte hatten sie in dem Zeitalter, das noch dem Mysterium von Golgatha voranging. Aber es war eben das Eigentümliche der großen Mysterien, dass in diesen großen Mysterien von dem Christus als dem Zukünftigen gesprochen wurde, wie später von den Menschen von dem Christus als dem durch vergangene Ereignisse Hindurchgeschrittenen gesprochen wurde. Und eigentlich wollte man nach der ersten Einweihung dem Schüler zeigen, indem man ihm beim Ausgange das Bild des Christus vorführte: alles das, was der Weltengang der Erde ist, tendiert hin nach dem Ereignis von Golgatha. Das wurde dazumal noch als ein Zukünftiges dargestellt. Auf dieser später durch so viele Prüfungen gegangenen Insel war in der Tat eine Stätte der großen Mysterien, eine Stätte der christlichen Mysterien vor dem Mysterium von Golgatha, in der in rechtmäßiger Weise auch der vor dem Mysterium von Golgatha wesende Mensch hingelenkt wurde mit seinem Geistesblick nach dem Mysterium von Golgatha. Und als dann das Mysterium von Golgatha eintrat, da wurden, während sich drüben in Palästina die merkwürdigen Ereignisse zutrugen, die wir eben beschreiben, wenn wir das Christus Jesus-Erleben auf Golgatha und seiner Umgebung darstellen, innerhalb der hybernischen Mysterien und ihrer Gemeinde, das heißt dem Volke, das hinzugehörte zu den hybernischen Mysterien, große Feste gefeiert. Und was sich in Palästina wirklich zutrug, das trug sich in hundertfältiger Weise bildhaft zu, ohne dass das Bild das Andenken an Vergangenes war, auf der hybernischen Insel. Auf der hybernischen Insel erlebte man in Bildern das Mysterium von Golgatha gleichzeitig, während sich das Mysterium von Golgatha historisch in Palästina zutrug. Wenn später in den Tempel- und Kirchenstätten das Mysterium von Golgatha im Bilde erlebt wurde, im Bilde dem Volke gezeigt wurde, dann waren das Bilder, die an etwas erinnerten, was auf der Erde vergangen war, was also aus dem gewöhnlichen Bewußtsein heraus wie ein historisch Gedächtnismäßiges geholt war. Auf der hybernischen Insel waren diese Bilder vorhanden, als sie noch nicht durch das historische Gedächtnis aus der Vergangenheit heraus geholt werden konnten, sondern als sie erst herausgeholt werden konnten nur aus dem Geiste selber. Auf der hybernischen Insel wurde geistig geschaut dasjenige, was sich für das leibliche Auge in Palästina im Beginne unserer Zeitrechnung abspielte. Und so erlebte eigentlich auf der hybernischen Insel die Menschheit das Mysterium von Golgatha geistig. Und das bedeutet die Größe alles dessen, was später gerade ausgegangen ist für die übrige Zivilisation von dieser hybernischen Insel, was aber verschwunden ist in der späteren Zeit." [62]

Chthonische Mysterien in Griechenland, eleusinische Mysterien, Astrologie; «Mütter», zu denen Faust hinuntersteigt; Plato und Aristoteles: "Und es war immer ein großer Augenblick, wenn solch ein Schüler, wie der griechische Schüler der chthonischen Mysterien, nachdem er solche Dinge verstehen gelernt hatte, zu folgendem geführt wurde. Es wurde ihm mit möglichster Feierlichkeit die Substanz des Bleies gezeigt. Dann wurde sein Sinn hinaufgelenkt zum Saturn. Dann wurde ihm die Verwandtschaft des Saturn mit dem irdischen Blei vor die Seele geführt. Dann wurde ihm gesagt: So, wie du dieses Blei siehst, so birgt es die Erde. Aber die Erde in ihrem jetzigen Zustande ist nicht imstande, dem Blei unmittelbar eine solche Form zu geben, dass dieses Blei im Menschen wirken könnte. Aber der Saturn mit seinem ganz anderen Wärmezustand, mit seinen inneren Lebenskräften, versprüht das Blei im planetarischen Raum, und dadurch bist du ein selbständiger Mensch, bist du ein erinnerungsfähiger Mensch. Denke daran, dass du ein Mensch bist nur dadurch, dass du heute noch weißt, was du vor zehn, vor zwanzig Jahren gewußt hast. Denke nur daran, wie dein Menschliches Schaden leidet, wenn du nicht in dir trägst, was du vor zehn, zwanzig Jahren in dir getragen hast. Deine Ichkraft würde zersplittert werden, wenn die Erinnerungskraft nicht in vollem Maße vorhanden wäre. Das verdankst du dem, was dir vom fernen Saturn entgegenstrahlt. Es ist die Kraft, die im Blei der Erde zur Ruhe gekommen ist und in diesem Ruhezustand nicht mehr auf den Menschen wirken kann. So macht es des Saturn Bleikraft, dass in dir Gedanken sich festsetzen, daß sie nach gewissen Zeiten wiederum heraufkommen aus den Tiefen der Seele, dass du mit der äußeren Welt dauernd, nicht bloß vorübergehend leben kannst. Du verdankst es dieser Blei-Saturnkraft, dass du nicht bloß heute die Gegenstände um dich herum siehst und sie morgen vergessen hast, sondern, dass du sie behalten kannst, dass du dasjenige, was du vor Jahren erlebt hast, wiederum in deiner Seele regsam werden lassen kannst; du kannst dein inneres Seelisches so gestalten, wie zeit deines irdischen Lebens dasjenige war, was du in deiner Umgebung erlebt hast. Das war zunächst ein gewaltiger Eindruck, den der Schüler dadurch bekam, dass ihm mit großer Feierlichkeit, aber mit einer ernsten, unsentimentalen  Feierlichkeit eine solche Sache nahegebracht worden ist. Dann aber lernte er auch verstehen: Ja, wenn nur diese Blei-Saturnkraft wirken würde, wenn nur diese Blei-Saturnkraft dem Menschen die Ichfähigkeit, die Erinnerungsfähigkeit geben würde, dann würde der Mensch sich ja dem Kosmos vollständig entfremden. Wenn nur diese Saturnkraft da wäre, würde der Mensch zwar dasjenige, was er mit seinen physischen Augen gesehen hat, in seiner Erinnerungskraft aufnehmen können und es für das irdische Leben bleibend sein lassen, allein er würde sich entfremden dem Kosmos. Er würde gewissermaßen ein Eremit im Erdendasein werden, vom Saturn zur Erinnerungsfähigkeit inspiriert. Da lernte der Schüler erkennen, dass dieser Saturnkraft eine andere entgegengesetzt sein muss: das ist die Kraft des Mondes. Nehmen wir an, die beiden stünden gerade so, dass die Saturnkraft und die Mondenkraft von entgegengesetzter Seite, aber ineinanderfließend, an die Erde, also auch an den Menschen herankommen. Was der Saturn dem Menschen nimmt, gibt der Mond; was der Saturn dem Menschen gibt, nimmt der Mond. Und so, wie die Erde im Eisen eine Kraft hat, die der Mensch innerlich in sich verarbeiten kann, eine Kraft, die der Saturn in dem Blei hat, so hat der Mond diese selbe Kraft in dem Silber. Auch das Silber, wie es in der Erde ist, es ist bereits bei einem Zustande angelangt, durch den es in den Menschen nicht hineinkommen kann. Aber die ganze Sphäre, die der Mond einnimmt, ist tatsächlich durchzogen von fein verteiltem Silber. Der Mond wirkt, namentlich wenn sein Schein in der Richtung vom Löwen herkommt, so, dass der Mensch durch diese Silberkraft des Mondes die entgegengesetzte Wirkung hat von der Bleikraft des Saturn, dass er also dem Makrokosmos nicht entfremdet wird, trotzdem er aus dem Weltenall herein gnadevoll mit der Erinnerungskraft inspiriert wird. Und es war dann ein besonders feierlicher Augenblick, wenn der griechische Schüler hingeführt wurde, wenn sich in dieser Weise Saturn und Mond gegenüberstanden und zu sehen waren, und dann in der Feierlichkeit der Nacht dem Schüler klar gemacht worden ist: Siehe hinauf zu dem ringumgebenen Saturn. Ihm verdankst du dasjenige, was du als in dir geschlossener Mensch bist. Und schaue nach der anderen Seite zu dem silberstrahlenden Monde. Ihm verdankst du, dass du die Saturnkraft ertragen kannst, ohne dass du dich vom Kosmos herauslösest. Sehen Sie, in dieser Weise - in unmittelbarer Anknüpfung an den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos - wurde in Griechenland dasjenige getrieben, was in späterer Karikatur die Astrologie genannt worden ist. Da war es eine wirkliche Weisheit, denn da sah man ja in dem Stern nicht bloß den da oben stehenden Lichtpunkt oder Lichtfleck, da sah man im Stern die geistig-lebendige Wesenheit und das Menschenwesen auf Erden in Verbindung mit dieser geistig-lebendigen Wesenheit. Da hatte man eine Naturwissenschaft, die hinaufging bis in das Himmlische, die hinausreichte in die Weltenweiten. Und dann, wenn der Schüler solche Lichtblicke, Lichtausblicke erhalten hatte, wenn sich ihm das tief in die Seele eingeschrieben hatte, dann wurde er zum Beispiel in den wahren Mysterien von Eleusis, wie das ja überhaupt üblich war - Sie haben es bei meinen Schilderungen anderer Mysterien, auch der hybernischen Mysterien gesehen -, hingeführt vor zwei Bildsäulen. Und die eine dieser Bildsäulen stellte ihm dar eine väterliche Gottheit, jene väterliche Gottheit, welche umgeben war von den Zeichen des Planetarischen und Sonnenhaften; jene väterliche Statue, welche ihm zum Beispiel darstellte den strahlenden Saturn, aber so strahlend, dass der Schüler erinnert wurde: Ja, das ist die Bleistrahlung des Kosmos; wie er beim Mond erinnert wurde: Ja, das ist die Silberstrahlung des Mondes, und so bei jedem einzelnen Planeten. So dass ihm in der Statue, die das Väterliche darstellte, erschien, was an Geheimnissen hereinstrahlte von der planetarischen Umgebung der Erde, was verwandt war den einzelnen Metallen der Erde, die aber innerhalb der Erde schon unbrauchbar geworden waren für das menschliche Innere. Sieh, so wurde dem Schüler gesagt, da steht der Vater der Welt vor dir. Der Vater der Welt trägt im Saturn das Blei, im Jupiter das Zinn, im Mars das dem Erdenwesen verwandte Eisen - aber in einem ganz anderen Zustande-, in der Sonne das strahlende Gold, in der Venus das strahlend-strömende Kupfer, im Merkur das strahlende Quecksilber, im Monde das strahlende Silber. Du trägst in dir nur dasjenige vom Metallischen, was du dir aneignen konntest aus den planetarischen Zuständen, die die Erde früher einmal gehabt hat. Vom jetzigen Zustand kannst du dir nur das Eisen aneignen. Aber du bist als Erdenmensch nicht ein Ganzes. Das, was dir der Vater, der vor dir steht, zeigt in den Metallen, die nicht in dir selber heute aus dem Erdensein bestehen können, sondern die du heute vom Kosmos entnehmen musst - in dem Vater hast du dein anderes, wenn du dich als Mensch nimmst, der durch planetarische Verwandlungen der Erde gegangen ist. Dann bist du erst ein ganzer Mensch. Hier auf Erden stehst du als Teil des Menschen, Das andere trägt der Vater um sein Haupt und in seinem Arm vor dich hin. Das, was hier vor dir steht, mit dem, was er trägt, das erst bist du. Du stehst auf der Erde. Aber diese Erde war nicht immer so, wie sie heute ist. Wäre sie immer so gewesen, du könntest als Mensch nicht auf ihr sein. Denn sie trägt in sich, wenn auch in einem abgestorbenen Zustande, auch das Blei des Saturn, das Zinn des Jupiter, das Eisen des Mars - eben in dem anderen Zustand -, das Gold der Sonne, das Silber des Mondes, das Kupfer der Venus, das Quecksilber des Merkur; sie trägt es in sich. Aber so wie sie es in sich trägt, so sind diese Metalle nur die Erinnerungen an die Art und Weise, wie einstmals schon das Silber während des Mondendaseins in der Erde gelebt hat, das Gold während des Sonnendaseins, das Blei während des Saturndaseins. Und was dir heute in den dichten metallischen Massen von Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Quecksilber, Silber erscheint - mit Ausnahme desjenigen Eisens, das du eigentlich kennst, das nicht das innerirdische Eisen ist, denn das ist marshaft -, das, was heute dir in diesen kompakten, dichten Metallen erscheint, das ergoss sich einstmals aus dem Kosmos in die Erde in einem ganz anderen Zustande. Diese Metalle, wie du sie heute von der Erde kennst, sind die Leichname der einstigen Metallwesen. Blei ist der Leichnam jenes Metallwesens, das während der Saturnzeit und später wiederum in einem anderen Grade während der Mondenzeit auf der Erde in ihrer alten Gestalt gespielt hat. Zinn hat mit dem Gold zusammen während der Sonnenzeit der Erde gespielt in einem ganz anderen Zustande - schaust du den im Geiste, dann wird dir diese Statue in dem, was sie dir entgegenträgt an Heutigem, zur wahrhaft väterlichen Statue. Und im Geiste, wie in einer realen Vision, wurde die Statue der wahren Mysterien in Eleusis lebendig und reichte der weiblichen Gestalt, die daneben stand, dasjenige, was dazumal die Metalle waren. Und die weibliche Gestalt nahm diese ehemalige Gestalt der Metalle entgegen in der Vision des Schülers und umzog sie mit demjenigen, was die Erde von sich aus, als sie Erde wurde, geben konnte. So sah der Schüler diesen wunderbaren Prozeß, diesen wunderbaren Vorgang: Da strahlte einmal, so wie jetzt wiederum symbolisch, aus der väterlichen Statuenhand, da strahlte die Metallmasse, und dasjenige, was Erde war, trat, sagen wir zum Beispiel mit ihrem Kalk oder sonstigen Gestein entgegen dem, was da einstrahlte, und umgab das metallisch Einströmende mit irdischer Substanz, so wie die liebevoll von der einen mütterlichen Statue hinaufreichende Hand dasjenige entgegennahm, was von der väterlichen Statue an metallischer Kraft der mütterlichen Statue gereicht wurde. Das war ein großer, gewaltiger Eindruck, denn man sah darinnen das Kosmische mit dem Irdischen zusammenwirken im Laufe der Äonen. Und man lernte dasjenige, was die Erde darbietet, in seiner richtigen Weise empfinden. Sehen Sie sich einmal manches, was in der Erde metallisch ist, an. Sie haben es kristallisiert. Sie haben es umgeben mit einer Art von Kruste, mit dem, was aus der Erde ist. Das Metallische ist vom Kosmos herein; dasjenige, was von der Erde ist, das nimmt wie liebevoll auf das, was vom Kosmos hereinkommt. Sie sehen es überall draußen, wo sie an den Fundstätten der Metalle herumgehen und um die Metalle sich bekümmern. Und dasjenige, was da dem Metall entgegenkam, man nannte es die Mutter. Und die wichtigsten dieser irdischen Substanzen, die sich dem Himmlisch-Metallischen entgegenstellten, um sie aufzunehmen, nannte man die Mütter. Das ist auch ein Aspekt für jene « Mütter », zu denen Faust hinuntersteigt. Er steigt zu gleicher Zeit hinunter in vorirdische Zeiten der Erde, um da zu sehen, wie die mütterliche Erde das vom Kosmos herein väterlich Gegebene in sich aufnimmt. Durch alles das wurde in dem Schüler der eleusinischen Mysterien innerlich erregt ein Mitfühlen mit dem Kosmos, eine innerliche Herzenserkenntnis dessen, was eigentlich in Wirklichkeit die Naturprodukte und Naturvorgänge auf Erden sind. ... Und dann, wenn der Schüler solches durchgemacht hatte, wenn ihm solches seelisch vertieft worden war vor der väterlichen und der mütterlichen Statue, die die beiden einander entgegengesetzten Kräfte, die Kräfte des Kosmos, die Kräfte des Irdischen in seiner Seele vergegenwärtigten, dann wurde er sozusagen in das Allerheiligste geführt, auch in Griechenland. Da hatte er das Bild vor sich: die weibliche Gestalt, an ihrer Brust das Kind säugend. Dann wurde er eingeführt in das Verständnis der Worte: Und das ist der Gott Jakchos, der einst kommen wird. So lernte der griechische Schüler voraus das Christusmysterium verstehen. Wiederum war in spiritueller Art der Christus auch vor den in Eleusis zu Initiierenden hingestellt worden. Aber es durften in jener Zeit die Menschen zunächst diesen Christus nur als den Zukünftigen kennenlernen, als den, der noch Kind war, Weltenkind, das erst erwachsen werden sollte im Kosmos. Telesten wurden ja die zu Initiierenden genannt: solche, die nach dem Ende, nach dem Ziele der  Erdenentwickelung hinschauen sollten. Und nun kam der große Umschwung. Es kam der Umschwung, der mit aller Schärfe eigentlich auch historisch ausgedrückt ist in dem Übergange von Plato zu Aristoteles. Sehen Sie, es ist ein Eigentümliches, meine lieben Freunde. Als das vierte Jahrhundert herankam in der griechischen Kulturentwickelung, da spielte sich der erste Umschwung zu dem Abstraktwerden hin ab. Und er spielte sich so ab, dass zwischen Plato und Aristoteles, als Plato schon im höchsten Alter war, als Plato eigentlich am Ende seiner Laufbahn war, dass zwischen Plato und Aristoteles folgende Szene stattfand. Plato sagte - ich muss das in Worte kleiden, was natürlich in viel komplizierterer Weise sich abgespielt hat - etwa das Folgende zu Aristoteles: Dir hat manches nicht so richtig geschienen, wie es von mir dir und den anderen Schülern vorgetragen worden ist. Was von mir dir und den anderen Schülern vorgetragen worden ist, ist aber schließlich der Extrakt uralt heiliger Mysterienweisheit. Aber die Menschen werden im Laufe ihrer Entwickelung eine Form, eine Gestalt, eine innere Organisation annehmen, die sie nach und nach zu etwas allerdings Höherem führen wird, als wir jetzt haben im Menschen, die aber unmöglich macht, dass der Mensch entgegennimmt dasjenige, was Naturwissenschaft, in der Art, wie ich es heute geschildert habe, bei den Griechen war. - Das machte Plato dem Aristoteles klar. - Und deshalb will ich mich eine Zeitlang zurückziehen, sagte Plato, und dich dir selbst überlassen. Versuche in der Gedankenwelt, für die du besonders veranlagt bist, und die die Gedankenwelt der Menschen durch viele Jahrhunderte werden soll, versuche in Gedanken auszubilden, was du hier in meiner Schule aufgenommen hast. Aristoteles und Plato blieben getrennt, und Plato führte damit einen hohen geistigen Auftrag gerade durch Aristoteles aus."

Zweierlei Arten von Schriften des Aristoteles, Basilius Valentinus: "Denn sehen Sie, es gab zweierlei Arten von Schriften des Aristoteles. Die einen enthielten eine bedeutsame Naturwissenschaft, jene Naturwissenschaft, die die Naturwissenschaft von Eleusis war, und die auf dem Umwege durch Plato an Aristoteles herangekommen ist; und die andere Art von Schriften enthält die Gedanken, die abstrakten Gedanken, die im Auftrage des Plato, ja im Auftrage dessen, was Plato wiederum als Aufgabe hatte aus den eleusinischen Mysterien, dem Aristoteles darzustellen oblag. Und auch einen zweifachen Weg nahm das, was Aristoteles eigentlich zu geben hatte. Das eine waren die sogenannten logischen Schriften, jene logischen Schriften, die die tragfahigsten Gedanken aus der alten eleusinischen Weisheit herausholten. Diese Schriften mit weniger Naturwissenschaft übergab Aristoteles seinem Schüler Theophrastus. Und auf dem Umwege durch Theophrastus und auf anderen Umwegen noch kamen sie über Griechenland und Rom herauf und bildeten das Mittelalter hindurch die Lehrweisheit für diejenigen, die eben in der Zivilisation tätig waren, für die Lehrer der Weltanschauungen in Mitteleuropa. Und was auf die Art gekommen war, wie ich es Ihnen das letzte Mal erzählt habe, was gekommen war dadurch, dass man zurückweisen mußte die Mysterienweisheit von Hybernia und nur an dasjenige anknüpfen konnte, was wiederum Tradition war des sinnlich sich Abspielenden im Beginne der Zeitrechnung, das verband sich mit dem, was ausgesondert wurde von der bei Aristoteles sich noch findenden Weisheit des Plato, bzw. Weisheit der eleusinischen Mysterien. Für das aber, was das eigentlich Naturwissenschaftliche war, was in sich noch den Geist trug der chthonischen Mysterien, die dann nur in die eleusinischen eingeflossen waren, was eine Naturwissenschaft war, die nach dem Himmel hinausreichte, die in die Weiten des Kosmos hinausschweifte, um das Irdische zu erklären, für diese Naturwissenschaft war in Griechenland die Zeit vorbei. Und so viel noch gerettet werden sollte von dieser Naturwissenschaft, so viel konnte nur auf die Art gerettet werden, dass Aristoteles der Lehrer des Alexander wurde, der seine Züge nach Asien hinüber machte, und der alles, was möglich war, einführte nach dem Oriente von aristotelischer Naturwissenschaft, die dann überging in die jüdischen, in die arabischen Schulen, von da aus über Afrika nach Spanien herüberkam und die in filtrierter Weise zum Teil in dasjenige hereinwirkte, was in Mitteleuropa so spielte, wie ich es Ihnen gezeigt habe, aus den hybernischen Mysterien heraus bei einzelnen einsamen Menschen. Theophrast hat den Kirchenlehrern des Mittelalters seinen Aristoteles gegeben. Alexander der Große hat nach Asien hinüber den andern Aristoteles getragen: jene eleusinische Weisheit, die in ungeheurer Abschwächung dann durch Afrika nach Spanien gekommen war und aufleuchtet im Mittelalter, trotz der allgemeinen Zivilisation sogar in einzelnen Klöstern gepflegt worden ist - zum Beispiel von dem, ich möchte sagen, in mythischer Form auf die Nachwelt gekommenen Basilius Valentinus. Das lebt da drinnen, das lebt, möchte ich sagen, unter der Oberfläche, während auf der Oberfläche eben diejenige Kultur lebt, von der ich Ihnen schon das letzte Mal gesprochen habe. Denn in alledem, was die allgemeine Zivilisation war, in alledem lebt nicht das, was eben auch noch zu Aristoteles Zeiten gelehrt werden konnte: Der Christus muss wirklich erkannt werden." [63]

Kabirenmysterien auf Samothrake, Aristoteles und Alexander der Große: "Und wenn sich der Schüler der Kabirenmysterien auf Samothrake näherte den Pforten dieser Einweihungsstätten, dann hatte er durch seinen Unterricht das Gefühl: Ja, jetzt betrete ich dasjenige, was mir umschließt die magischen Handlungen des opfernden Vaters. Denn «Vater» nannte man die zelebrierenden Initiatoren dieser Mysterien. Und was offenbarte dem Schüler die magische Kraft dieser zelebrierenden Väter? Durch das, was die Götter in den Menschen gelegt haben, durch die Gewalt der Sprache, schrieb der priesterliche Magier und Weise hinein in den Opferrauch jene Schriftzüge, die aussprachen die Geheimnisse des Weltenalls. Deshalb sagte der Schüler, wenn er sich der Pforte näherte, in seinem Herzen: Ich trete ein in dasjenige, was mir umschließt einen gewaltigen Geist, was mir umschließt die großen Götter, jene großen Götter, welche auf der Erde durch die Opferhandlungen der Menschen die Geheimnisse des Weltenalls enthüllen. Das war eine Sprache, die da gesprochen wurde, und eine Schrift, die da geschrieben wurde, die wahrhaftig nicht bloß den Verstand des Menschen, sondern die den ganzen Menschen in Anspruch genommen haben. Und in den samothrakischen Mysterien war schon noch etwas von einem Wissen, das ja heute ganz verglommen ist. Der Mensch ist heute ja wohl mächtig, mit Wahrheit davon zu sprechen, wie sich ein Quarzkristall anfühlt, wie sich meinetwillen ein Stück Eisen anfühlt, wie sich ein Stück Antimon anfühlt, wie sich ein Haar anfühlt, wie sich die menschliche Haut anfühlt, wie sich ein tierisches Fell anfühlt, wie sich Seide, Samt anfühlt; das ist der Mensch heute mächtig, sich zu vergegenwärtigen durch sein Gefühl. In den samothrakischen Mysterien war noch etwas vorhanden, durch das der Mensch mit Wahrheit sagen konnte, wie sich Götter anfühlen lassen. Denn der Gefühls-, der Tastsinn war noch fähig dessen, wessen er in alten Zeiten durchaus fähig war: das Geistige anzufühlen, Götter zu ertasten. Und das Wunderbare ist eigentlich folgendes, ja man muss schon in ältere Zeiten zurückgehen, wenn man geradezu sprechen will davon, dass die Menschen sagen konnten mit Wahrheit: Ich weiß durch meine Fingerspitzen, wie sich Götter ertasten. Aber in den samothrakischen Mysterien bestand eine andere Kunst des Ertastens der Götter; sie bestand in folgendem. Indem der priesterliche Magier in den Opferrauch die Worte hineinsprach, indem er also das Wort ertönen ließ im Aushauche und sprach, fühlte er in dem hinausgehenden Atem, wie der Mensch sonst fühlt, wenn er die tastende Hand ausstreckt. Und wie man weiß, dass man mit der Fingerspitze in stets anderer Weise tastet, über den Stoff fährt, wenn man Samt anfühlt, wenn man Seide anfühlt, wenn man Katzenfelle anfühlt, wenn man menschliche Haut anfühlt, so empfand der samothrakische Priestermagier mit der ausgeatmeten Luft, und er empfand den Aushauch, den er gegen den Opferrauch hin strahlen ließ, wie ein Ausstrecken von etwas, was aus ihm selber herauskam: er empfand den Aushauch wie ein Tastorgan, das nach dem Rauche hin ging. Er fühlte den Rauch. Und er fühlte in dem Rauch die ihm entgegenkommenden großen Götter, die Kabiren, er fühlte in dem, wie der Rauch sich gestaltete, und wie die Gestalten, die sich da bildeten, von außen herankamen an den Aushauch, so dass der Aushauch fühlte: da ist Rundung, da ist Eckigkeit, da greift mir etwas entgegen. Die ganze göttliche Gestalt des Kabirs wurde ertastet mit dem in das Wort gekleideten Aushauch. Mit der Sprache, die aus dem Herzen kam, ertastete der samothrakische Weise die durch den Opferrauch zu ihm herabsteigenden Kabiren, das heißt die großen Götter. Und es war eine lebendige Wechselwirkung zwischen dem Logos im Menschen und dem Logos draußen in den Weltenweiten. Und indem der einweihende Vater den Schüler hinführte vor den Opferaltar und nach und nach lehrte, wie man fühlen kann mit der Sprache, und indem der Schüler immer weiter vorschritt und sich in dieses Fühlen mit der Sprache hineinfand, kam der Schüler endlich zu jenem Stadium inneren Erlebens, in dem er zunächst ein deutliches Bewußtsein hatte, wie gestaltet ist Merkur, Hermes, wie gestaltet ist Apollo, wie gestaltet ist Ares, der Mars. Es war, wie wenn das ganze Bewußtsein des Menschen herausgehoben wäre aus seinem Leibe, wie wenn dasjenige, was der Schüler früher gewußt hat als den Inhalt seines Kopfes, oben gewesen wäre über seinem Haupte, wie wenn das Herz lokalisiert wäre an einem neuen Orte, indem es heraufgedrungen wäre aus der Brust in den Kopf. Und dann erstand in diesem über sich selbst wirklich hinausgegangenen Menschen dasjenige, was innerlich sich formte zu dem Worte: So wollen dich die Kabiren, die großen Götter. Von da ab wußte der Schüler, wie in ihm lebte Merkurius in seinen Gliedmaßen, die Sonne in seinem Herzen, der Mars in seiner Sprache. Sehen Sie, durchaus nicht nur natürliche Vorgänge und Wesenheiten wurden in der äußeren Welt in den alten Zeiten den Schülern vorgeführt. Was ihnen vorgeführt wurde, war weder etwas einseitig Naturalistisches, noch etwas einseitig Moralisches, sondern etwas, wo Moral und Natur in eins zusammenflössen. Und das war gerade das Geheimnis der samothrakischen Welt, dass der Schüler vermittelt bekam das Bewußtsein: Natur ist Geist, Geist ist Natur. Aus jenen Zeiten, die ihren letzten Nachklang in dem samothrakischen Kabirendienste gefunden haben, stammt jene Einsicht, welche die irdischen Substanzen zusammenbringt mit dem ganzen Himmel. Man konnte eben nicht in alten Zeiten sagen, wenn man jenes rötlichbräunliche Mineral sah mit dem Kupferglanz, wenn man unser heutiges Kupfer sah, man konnte eben nicht sagen, so wie man heute sagt: Das ist Kupfer, das ist ein Bestandteil der Erde-denn das konnte man sich nicht denken. Das ist für die Alten kein Bestandteil der Erde gewesen, sondern das ist die Tat der Venus in der Erde gewesen, was sich als Kupfer überall offenbarte. Die Erde hat nur solche Gesteine wie Sandstein, Kalk entstehen lassen, um aufzunehmen in ihrem Schoß, was der Himmel in die Erde gepflanzt hat. Und so wenig, wie wir heute sagen dürfen, wenn wir hier den Erdboden haben und wir einen Pflanzensamen in den Erdboden säen: Aus dem Erdboden ist dieser Same herausgewachsen, so wenig durfte man, wenn man hier die Erdoberfläche hätte und in der Erde ein Kupfererz, damals sagen: Dies Kupfererz ist ein Bestandteil der Erde. Was man sagen musste, ist: Die Erde hier mit ihrem Sandstein oder sonstigen Gestein, sie ist der Boden, und das, was da metallisch drinnen ist, das hat irgendein Planet in die Erde hereingepflanzt. Das ist Same, hereingepflanzt in die Erde durch einen Planeten. Alles das, was so auf Erden war, sah man an als hereinimpulsiert in die Erde vom Himmel aus. Wenn man heute die Erde hat und die Substanzen der Erde kennenlernt, dann beschreibt man ja alles so - sehen Sie sich irgendeine Mineralogie, eine Geologie an -, dass man die Erde beschreibt. So hat man in der alten Wissenschaft nicht beschrieben. Da schweifte der Blick hin über die Erde; aber indem man dann die Substanzen sah, musste man zum Himmel hinaufsehen, und in dem Himmel, da sah man das Wesenhafte der Substanzen. Scheinbar nur liegt Kupfer, liegt Zinn, liegt Blei in der Erde. Sie aber sind die Samen, welche hereingepflanzt worden sind während der alten Sonnen- und Mondenzeit von dem Himmel in das irdische Dasein.So war aber auch noch die Lehre der Kabiren in den samothrakischen Mysterien. Das war schließlich schon das, was wenigstens als Atmosphäre des Wissens auf Aristoteles und Alexander den Großen gewirkt hat. Und dann wurde der Anfang geschaffen zu etwas ganz anderem. Die Menschheit kam mit ihrer Einsicht nicht sogleich vom Himmel auf die Erde herunter, sondern die Menschheit machte erst ein Zwischenstadium durch in alten Zeiten. Und noch in den Nachklängen jener alten Zeiten, den samothrakischen Mysterien, hat man, wenn man die Metalle der Erde oder auch andere Substanzen der Erde, wie Schwefel oder Phosphor, beschreiben wollte, eigentlich den Himmel beschrieben, geradeso, wie man eine Pflanze beschreibt, wenn man die Wesenheit des Samens kennen will. Man kann doch nicht, wenn man ein Samenkorn vor sich hat, das Wesen dieses Samenkorns erkennen, wenn man nicht die Pflanze erkennt. Was wollen Sie denn mit solch einem Samenkorn, das so aussieht, wenn Sie nicht wissen, wie Anis ausschaut? Was wollen Sie denn, hätten die Alten gesagt, aus dem Kupfer machen, das in der Erde sich zeigt, wenn Sie nicht wissen, wie geistigseelisch- leiblich die Venus ausschaut da oben am Himmel. Und aus der Himmelskunde wurde nach und nach, möchte man sagen, eine Umlaufskunde, eine Atmosphärenkunde, indem nicht mehr geschildert wurde, wenn man auf das Irdische hinsah, was die Sterne in ihrer Wesenhaftigkeit waren, sondern, indem man ein irdisches Wesen sah, sich sagte: Darinnen lebt erstens das, was wir in der festen Erde sehen, dann aber lebt da drinnen auch dasjenige, was wir in der nach der Tropfenform tendierenden Flüssigkeit sehen; dann lebt darinnen, was sich nach allen Seiten ausdehnen will, was luftförmig ist, was zum Beispiel im menschlichen Organismus in Atem und Sprache lebt. Und dann lebt darinnen das Feurige, welches das einzelne Wesen in sich auflöst, so dass aus den zerklüfteten, aufgelösten Bestandteilen Neues entstehen kann. Da leben die Elemente in jeder irdischen Gestaltung. ... Wie hätten die Alten und wie haben noch die mittelalterlichen Alchemisten zu dem heutigen Quecksilber gesagt? Sie haben gesagt: Kupfer, Zinn, Eisen, Blei sind die guten Metalle, die mit der Vorsehung fortgeschritten sind; Quecksilber ist der Luzifer unter den Metallen, denn es ist auf einer früheren Stufe der Gestaltung stehengeblieben. Und so war es eben in alten Zeiten, dass, indem man in dieser Weise von dem Irdischen gesprochen hat, man eben in Wahrheit von dem Himmlischen gesprochen hat." [64]
 

23. Mysterien II; Oxalsäure, Ameisensäure, Insekten wie Bienen und Ameisen, Bienentherapie; Astrologie, Alchemie, Heilkunde; Venusintelligenzen, Sonnenintelligenzen; Philosophie des Aristoteles

Oxalsäure, Ameisensäure, Insekten wie Bienen und Ameisen; die Bienentherapie nutzt diese Prozesse zur Heilung z.B. bei Rheuma: "Nehmen Sie einen einfachen Versuch, der heute ja von dem Chemiker immer gemacht werden kann. Man nehme eine Retorte - ich will es ganz schematisch erklären - , gebe in die Retorte Oxalsäure hinein, die man aus dem Klee bekommen kann, und vermische diese Oxal säure zu gleichen Teilen mit Glyzerin. Dann erhitze man diese Mischung von Glyzerin und Oxalsäure, und man bekommt - wie gesagt, ich zeichne schematisch - die hier weggehende Kohlensäure. Die Kohlensäure geht weg, und was hier übrig bleibt, das ist Ameisensäure. Die Oxalsäure verwandelt sich sozusagen unter Verlust der Kohlensäure in Ameisensäure. Nun, bitte sehen Sie sich dieses Schema an: Oxalsäure, Ameisensäure; Kohlensäure geht fort. Sie können nun, indem Sie im Laboratorium die Retorte vor sich haben, diesen Versuch anstellen. Sie können nun davorstehen wie ein heutiger Chemiker, der eben bei diesem Versuch abschließt. So war es bei dem mittelalterlichen Menschen vor dem dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert nicht der Fall; sondern dieser Mensch blickte nun sogleich nach zweierlei hin. Er sagte: Oxalsäure, ja gewiss, am hervorragendsten ist sie im Klee, Kleesäure; aber Oxalsäure ist in gewissen Mengen im ganzen menschlichen Organismus, namentlich aber bei demjenigen Teil des menschlichen Organismus, der die Verdauungsorgane, Milz, Leber und so weiter umschließt. So dass, wenn Sie den menschlichen Organismus nehmen, Sie da, wo der Verdauungstrakt ist, vorzugsweise mit Vorgängen zu rechnen haben, die unter dem Einfluss der Oxalsäure stehen. Aber das ist so, dass nun auf diese Oxalsäure, die namentlich im menschlichen Unterleibe vorhanden ist und dort ihre Bedeutung hat, durch den menschlichen Organismus selber eine solche Wirkung ausgeübt wird, oder eine ähnliche Wirkung wie in der Retorte auf die Oxalsäure durch das Glyzerin. Eine Glyzerinwirkung geschieht hier. Und denken Sie sich das Merkwürdige: Unter dem Einfluss der Glyzerinwirkung geht in Lunge und Atmungsluft das Verwandlungsprodukt der Oxalsäure über: Ameisensäure. Und der Mensch atmet Kohlensäure aus, die dort herauskommt. Sie stoßen mit der Atemluft nach außen; damit stoßen Sie die Kohlensäure heraus. Sie können zunächst ganz gut das hier (die Retorte mit der erhitzten Mischung von Glyzerin und Oxalsäure) als den menschlichen Verdauungstrakt ansehen; das, wo die Ameisensäure abfließt, als die Lunge, und das hier als die ausgeatmete Luft, die Kohlensäure aus der Lunge. Nun ist der Mensch keine Retorte. Die Retorte zeigt eben auf tote Weise, was im Menschen lebendig und empfindend vorhanden ist. Aber das ist richtig: Würde der Mensch niemals Oxalsäure entwickeln in seinem Verdauungstrakt, so würde er überhaupt nicht leben können, das heißt, sein Ätherleib hätte gar keine Grundlage in seinem Organismus. Würde der Mensch aber nicht die Oxalsäure in Ameisensäure verwandeln, so hätte sein astralischer Leib keine Grundlage in seinem Organismus. Der Mensch braucht für seinen Ätherleib Oxalsäure, für seinen astralischen Leib Ameisensäure. Und er braucht nicht etwa diese Substanzen, sondern er braucht die Arbeit, die Tätigkeit im Innern, welche darinnen besteht, dass der Oxalsäure-Prozess stattfindet, dass der Ameisensäure-Prozess stattfindet. Das ist natürlich etwas, was die heutige Physiologie erst gewinnen muss, sie kann heute noch nicht so sprechen, denn sie spricht von dem, was im Menschen vorgeht, als wenn es äußerliche Prozesse wären. ... Wie ist dieser Vorgang in der großen Natur draußen? Nun, für diesen Vorgang, wenn ich ihn als ein Beispiel wählen würde, würde sich der damalige Naturforscher gesagt haben: Ich wende nun den Blick hinaus auf die Erde, wo die Pflanzenwelt ausgebreitet ist. Allerdings - ausgesprochen, radikal, findet sich die Oxalsäure im Sauerklee, in den Kleearten überhaupt; aber in Wirklichkeit findet sich die Oxalsäure überall ausgebreitet in der Vegetation, wenn auch zuweilen in homöopathischer Dosis, aber sie ist überall da. Überall ist zugleich wenigstens ein Anflug, wenn auch manchmal ein homöopathischer Anflug von dem vorhanden, was zum Beispiel die Insektenart der Ameisen dadurch macht, dass die Ameisen noch herankommen an die Oxalsäure selbst im modernden Holze. Dieses Insektenheer, das dem Menschen oftmals so lästig wird, verwandelt das, was ausgebreitet ist als Oxalsäure über die Wiesen, über die Fluren, über den ganzen Vegetationsboden der Erde, in Ameisensäure. Und wir atmen tatsächlich die Ameisensäure, wenn auch in geringer Dosis, fortwährend aus der Luft ein, verdanken diese Ameisensäure, die in der Luft vorhanden ist, der Arbeit der Insekten an den Pflanzen, indem die Oxalsäure der Pflanzen in Ameisensäure umgewandelt wird. So sagte sich der mittelalterliche Naturforscher: Im Menschen ist der Umwandlungsprozess von Oxalsäure in Ameisensäure vorhanden. Aber im Leben und Treiben der Natur ist ebenso dieser Umwandlungsprozess vorhanden." [65]

Astrologie, Alchemie, Heilkunde: "Nun, damit habe ich Ihnen aber jenen Übergang charakterisiert, der stattgefunden hat von dem Geiste der alten Mysterien zu dem, was dann Mysterienwesen im Mittelalter hat sein können. Sehen Sie, traditionell hat sich ja manches von den alten Mysterien auch in das Mysterienwesen des Mittelalters herein bewahrt. Aber was die eigentliche Größe selbst der Spät-Mysterien, der von Samothrake oder von Hybernia war, was das eigentlich Große daran war, das konnte dennoch im Mittelalter nicht erreicht werden. Traditionell hat sich so etwas ja bewahrt selbst bis in unsere Tage herein, was Astrologie genannt wird. Traditionell hat sich dasjenige bewahrt, was Alchemie genannt wird. Aber man weiß ja heute schon gar nicht, und man hat auch schon im zwölften, dreizehnten Jahrhundert kaum gewußt, welches die Bedingungen des wirklichen astrologischen Wissens und des wirklichen alchemistischen Wissens sind. ... Aber über astrologische Dinge etwas zu erfahren durch Nachdenken, oder durch Experimente, oder durch Beobachtungen, hätte ein alter Mensch ebenso absurd gefunden, wie heute ein Mensch es absurd findet, wenn man erforschen will, was man nur dadurch erfahren kann, dass es einem einer sagt. Denn die alten Menschen haben gewußt: Die Geheimnisse der Sternenwelten kennen nur die Götter, oder wie man es später genannt hat, die kosmischen Intelligenzen. Die kosmischen Intelligenzen, die wissen die Geheimnisse der Sternenwelten, die nur können es einem sagen. Daher muss man den Erkenntnisweg machen, der einen dazu führt, sich mit den kosmischen Intelligenzen verständigen zu können. Wirkliche, wahrhaftige Astrologie beruht darauf, dass man in die Möglichkeit gelangt, die kosmischen Intelligenzen zu verstehen. Und wirkliche Alchemie? Wirkliche Alchemie beruht nicht darauf, dass man so forscht, wie der heutige Chemiker, eben auch experimentiert und nachdenkt, sondern Alchemie beruht darauf, dass man in den Naturprozessen die Naturgeister wahrnehmen kann, so dass man sich mit ihnen verständigen kann; dass einem die Naturgeister sagen, wie der Vorgang verläuft, was da eigentlich geschieht. Astrologie war in den ältesten Zeiten durchaus keine Spintisiererei und kein beobachtendes Forschen, sondern der Verkehr mit den kosmischen Intelligenzen. Alchemie war in den alten Zeiten durchaus kein beobachtendes Forschen, kein bloßes Nachdenken, sondern Verkehr mit den Naturgeistern. ... Alles, was später als Alchemie angesehen worden ist, ist eben dekadentes Produkt. Alles, was in älteren Zeiten Astrologie war, ist Ergebnis des Verkehrs mit den kosmischen Intelligenzen. Nun, in dieser Zeit, in den ersten Jahrhunderten nach der Entstehung des Christentums, da war eigentlich schon die alte Astrologie, das heißt der Verkehr mit den kosmischen Intelligenzen, dahin. Man hatte die Tradition noch. Wenn die Sterne in Opposition, in Konjunktion standen und dergleichen, da rechnete man, nicht wahr, und so weiter. Man hatte alles das, was einem geblieben war als Tradition aus den Zeiten, da die Astrologen ihren Umgang mit den kosmischen Intelligenzen hatten. Aber während in dieser Zeit, ein paar Jahrhunderte nach der Entstehung des Christentums, die Astrologie eigentlich schon dahin war, blieb die Alchemie eigentlich noch vorhanden. Der Umgang mit den Naturgeistern war noch durchaus in späteren Zeiten möglich. ... Man fühlt, wie die Naturgeister des Irdischen, die Naturgeister des Wäßrigen aus der Oxalsäure aufsteigen, sich geltend  machen, wie aber dann das Ganze übergeht in ein summendes Melodiegestalten, Harmonien, die dann wieder in sich zurückkehren. So erlebt man diesen Vorgang, der dann die Ameisensäure und die Kohlensäure ergibt. Und lebt man sich so hinein in dieses Übergehen des Farbigen in das Tönende, dann lebt man sich auch hinein in dasjenige, was einem der Laboratoriumsvorgang über die große Natur und über den Menschen sagen kann. Dann hat man schon das Gefühl: es offenbaren die Naturdinge und Naturvorgänge noch etwas, was die Götter sprechen, sie sind Bilder des Göttlichen. Und man wendet es innerlich nutzbringend auf den Menschen an. In allen diesen Zeiten war ja noch im hohen Grade Heilkunde zum Beispiel mit dem Wissen der allgemeinen Weltanschauung innig verbunden. Nun, sagen wir, mit solcher Anschauung hätte man die Aufgabe, Therapeutisches auszubilden. Man hat einen Menschen vor sich. Dieselben
äußeren Symptom-Komplexe können ja die mannigfaltigsten Krankheitszustände und Krankheitsursachen zum äußeren Ausdruck bringen. Aber mit einer Methode, die etwa das aufnimmt - ich sage nicht, dass sie heute so sein kann wie im Mittelalter, sie muss natürlich heute anders sein -, kann man sich sagen: Wenn ein ganz bestimmter Symptom-Komplex auftritt, so ist der Mensch nicht imstande, genügend Oxalsäure in Ameisensäure umzuwandeln. Er ist irgendwie zu schwach geworden, um Oxalsäure in Ameisensäure umzuwandeln. Man kann ihm vielleicht mit einem Heilmittel beikommen, wenn man ihm nun irgendwie Ameisensäure beibringt, so dass man ihm von außen hilft, wenn er selber die Ameisensäure nicht erzeugen kann. Sehen Sie, Sie können nun zwei, drei Leute, bei denen Sie diagnostiziert haben, dass sie die Ameisensäure nicht erzeugen können, mit Ameisensäure behandeln, es hilft ihnen ganz gut. Dann bekommen Sie einen Menschen, da ist etwas Ähnliches vorhanden. Sie geben Ameisensäure - es hilft gar nichts. In dem Augenblick, wo Sie aber Oxalsäure geben, hilft es sogleich. Warum? Ja, weil der Kräftemangel eben an einem anderen Orte liegt, da, wo die Oxalsäure in Ameisensäure umgewandelt werden soll. In einem solchen Falle würde jemand, der im Sinne dieser mittelalterlichen Forscher gedacht hat, eben gesagt haben: Ja, der menschliche Organismus wird unter Umständen, wenn man ihm einfach unter gewissen Voraussetzungen Ameisensäure gibt, sagen: die befördere ich nicht in die Lunge, oder dergleichen, damit es in die Atemluft kommt und in die Zirkulation, sondern ich will an einem ganz anderen Orte angegriffen werden, ich will schon in der Sphäre der Oxalsäure angegriffen werden; die will ich mir selber umwandeln in die Ameisensäure. Ich verzichte auf die Ameisensäure, die will ich mir selber machen." [66]

Venusintelligenzen, Sonnenintelligenzen: "Das sind Intelligenzen, welche in einem fortwährenden Gegensatz, ich möchte sagen, in einer fortwährenden Opposition leben zu den Intelligenzen der Sonne. Und eine große Rolle spielte in den alten Mysterien dieser Gegensatz zwischen den Venusintelligenzen und den Sonnenintelligenzen. Man sprach mit einem gewissen Rechte von einem fortdauernden Kampf der Venusintelligenz gegen die Sonnenintelligenz. Da gab es Ausgangspunkte solcher Kämpfe, in denen die Venusintelligenzen gegen die Sonnenintelligenzen zu kämpfen begannen. Da gab es Steigerungen, Kulminationen, da gab es Katastrophen, Krisen, und man hatte sozusagen in dem, was da zwischen einer Exposition und einer Katastrophe oder Krise lag, einen Abschnitt in dem großen Oppositionskampfe, der sich in der geistigen Welt abspielt, und der im äußeren Zeichen nur erscheint in der astrologischen, astronomischen Beziehung zwischen Venus und Sonne. In dem, was sich da abspielt, hatte man aufeinanderfolgende Phasen. Und kein Mensch kann verstehen, was auf Erden als die inneren Impulse der Geschichte lebt, wenn man nicht weiß, wie der Kampf zwischen der Venus und der Sonne ist. Denn dasjenige, was sich hier auf Erden als Kämpfe, was sich sonst abspielt in der Entwickelung der Zivilisation, das ist ein irdisches Abbild dieses Venus-Sonnen-Kampfes. Das hat man in alten Mysterien gewußt. Solches Wissen war da, weil es eine Beziehung gab zwischen den Menschen und den Intelligenzen des Kosmos."

Philosophie des Aristoteles: "Und wiederum, alles das hängt in einer tiefen Weise zusammen mit dem, was sich ausbilden musste noch im alten Griechenland, als die Notwendigkeit vorlag, dass so etwas wie die gestern oder vorgestern erwähnten samothrakischen Mysterien, die Kabiren-Mysterien, abgeschwächt werden mussten bis zu der Philosophie des Aristoteles, die dann weiter gerade im Mittelalter eine so große Rolle gespielt hat, während unter der Oberfläche dessen, was Aristotelismus war, gerade bis hinein ins fünfzehnte Jahrhundert, aber auf tragische Art, dasjenige fortgewirkt hat, was ich Ihnen hier in einem kleinen Fragment skizzieren konnte. Es war schon so, daß hinter der mazedonischen Zeit ein Mysterienwesen auch noch bis nach Griechenland herein liegt - das Genauere wird dann in den nächsten historischen Vorträgen eben darzustellen sein -, ein Mysterienwesen, das tief hineinsah in die Geheimnisse der Weltsubstanzen, wie sie zusammenhängen mit den kosmischen Intelligenzen, ein Mysterienwesen, bei dem man erst herunterging von den kosmischen Intelligenzen zu den Naturgeistern. Es war der Blick wie gebannt, hinweggebannt von diesen kosmischen Intelligenzen, dafür aber hingerichtet nach den Naturgeistern. Das war die Krise, die in der Aristoteles-Alexanderzeit sich vollzogen hat. Überall kann man in dem, was sich da vollzogen hat, noch sehen, durchsehen im Aristotelismus, dass die Abstraktionen des Aristoteles fußen auf dem alten Mysterienwesen. Ich möchte sagen: Derjenige, der da weiß, wie es mit diesem Kohlenstoff-Silber-Geheimnis ist, und dann die Bemerkungen bei Aristoteles liest, die auf die Nachwelt gekommen sind - denn die wichtigsten sind ja nicht auf die Nachwelt gekommen -, dort liest, was über das Mondengeheimnis steht, der weiß sogleich Bescheid, wie der Zusammenhang ist mit diesen älteren Zeiten." [67]
 
 
 
 

Anmerkungen

[1] Wissenschaftsbriefe / Science Review Letters 2024 , 23, Nr. 1501; Heraklit: Herakleitos von Ephesus, um 535-475 v. Chr., vorsokratischer Philosoph; Albertus Magnus, 1193-1280, Hauptvertreter des Aristotelismus unter den Scholastikern des 13. Jahrhunderts, genannt Doctor universalis, Werke z.B. «De vegetabilibus».; Plato, 427-347 v. Chr., griechischer Philosoph, Schüler des Sokrates und Lehrer des Aristoteles; Aristoteles, 384-322 v. Chr, Aristoteles in seiner Farbenharmonie: «Über Sinn und Sinnliches», besonders 3. Kapitel, in: Parva naturalia, vgl. auch «Goethes Naturwissenschaftliche Schriften» (1884-97); Trithemius von Sponheim, eigentlich Johannes Heidenberg, 1462-1516. Humanist, Abt des Klosters Sponheim, später des Schottenklosters St.Jakob zu Würzburg; Cornelius Agrippa von Nettesheim, 1486-1535, Arzt, Astrologe und Philosoph. «De occulta philosophia.» 1510-1531. «De incertitudine et vanita scientiarum.» 1527, 1530. Seine magischen Werke deutsch, 5 Bände, 1925; Georgius Sabellicus Faustus, um 1480-1540. Geschichtliches Urbild des Magiers Faust der Volkssage. Der Beiname Sabellicus findet sich u. a. in einem Brief von Trithem von Sponheim vom 20. April 1507; Paracelsus, eigentlich Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, 1493-1541, Philosoph und Arzt. «Paragranum.» 1529/30. «Astronomia magna.» 1537/38. Kritische Gesamtausgabe, herausgegeben von K. Sudhoff, l.Abt. Band I-XIV, München-Berlin 1922-33; 2.Abt. Wiesbaden 1955ff.; Basilius Valentinus lebte seit 1415 als Benediktinermönch in Erfurt, eine alchemistischen Schriften wurden um 1600 von dem Ratskämmerer Joh. Thölde in Frankenhausen (Thüringen) erstmals herausgegeben.; Wolfram von Eschenbach, um 1170 - nach 1220, Parzival; Gottfried von Straßburg, lebte Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts; Hartmann von Aue, ca. 1165 - ca. 1260, Der Arme Heinrich, Verslegende; Dionysius Areopagita, Apostelgeschichte 17,34, als Schüler des Paulus erwähnt. Unter seinem Namen erschienen Ende des 5.Jahrhunderts die Schriften «Von der himmlischen Hierarchie» und «Von der kirchlichen Hierarchie». Sie wurden im 9, Jahrhundert von Scotus Erigena ins Lateinische übersetzt. Deutsche Ausgabe «Des heiligen Dionysius Areopagita angebliche Schriften», übersetzt von Josef Stiglmayr, Kempten 1911; Johannes Scotus Eriugena, um 800 bis um 877, Übersetzer der Schriften des Dionysius Areopagita. Verfasser von «De divina praedestione», «De divisione naturae» (Die Einteilung der Natur). 1225 wurde vom Vatikan die Verbrennung all seiner Schriften angeordnet, sein Hauptwerk «De Divisione naturae» wurde 1225 durch Papst Honorius in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.; Dante Alighieri, 1265-1321: «Divina Commedia», Erstausgabe Foligno 1472; Lehrer des Dante: Brunetto Latini, (ca. 1220-1294). Sein Werk: «II Tesoretto»; sein Einfluss wird geschildert z.B. in GA 161, und in verschiedenen Vorträgen des Jahres 1924, insbesondere in GA 238; Gottfried Wilhelm Leibniz, 1646-1716. Stellte die Welt als eine «prästabilisierte Harmonie» von zahllosen individuellen und immateriellen Kraftzentren, den «Monaden», dar. Hauptwerk «Essai de Theodicee», 1710; der Ausspruch des spanischen Königs Alphons X., 1252 bis 1282, König von Kastilien, wird von Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner «Theodizee» (1710, dt, 1720), II. Teil, § 193 behandelt, nach Leibniz soll Alphons der Meinung gewesen sein, man hätte die Welt besser einrichten können, und gesagt haben, «wenn ihn Gott, als er die Welt geschaffen, zu Rate gezogen, so wollte er ihm einen guten Rat erteilet haben»; Giordano Bruno, 1548-1600. Nach seiner Lehre gibt es unzählige «Minima» oder «Monaden» bis hinauf zu der «Monade aller Monaden», der Gottheit selbst; Wladimir Sergejewitsch Solowjow, 1853-1900, bedeutendster russischer Philosoph und Dichter; William Shakespeare, 1564-1616, «Hamlet», «Macbeth»; Friedrich Schiller, 1759 - 1805), «Räuber», «Kabale und Liebe», «Die Braut von Messina», Fragment die «Malteser», über den Großmeister des Malteserordens, Lavalette: Jean de Lavalette (auch Jean de la Valette); er gründete 1566 die Stadt Valetta (Hauptstadt der Republik Malta) und verteidigte sie siegreich gegen die Türken; Tempelherrenorden: Geistlicher Ritterorden, 1119 in Jerusalem zum Schutze der Pilger gegründet; der Johanniterorden ist um 1100 in Jerusalem entstanden, 1291 nach Zypern verlegt, 1309 nach Rhodos, 1530 nach Malta, daher ab da «Malteserorden» genannt; Pedro Calderön de la Barca, 1600-1681. Spanischer Dramatiker. Sein berühmtestes religiöses-philosophisches Drama «El magico prodigioso» (Der wundertätige Magier) entstand 1637 und wurde von der deutschen Romantik als Vorläufer des «Faust» angesehen. Es dramatisiert die christliche Märtyrerlegende des heidnischen Philosophen und Gelehrten Cyprianus und der Christin Justina im 4. Jahrhundert in Antiochia. Vergleichbar mit Goethes «Faust» ist der Inhalt wegen eines Teufelsbundes, den Cyprianus aus Liebe zu Justina eingeht; Goethe, «Über den Granit», diktiert am 18. Januar 1784, in Goethes «Naturwissenschaftliche Schriften» mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Rudolf Steiner 1884-1897 in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», Nachdruck Dornach 1975, GAla-e, Band V, Seite 586; «Götz von Berlichingen», «Faust» und Theophilus-Sage: Ältestes bekanntes Beispiel eines Bündnisses mit dem Teufel, aus griechischem Ursprung im 10. Jahrhundert ins Abendland gekommene Legende und in Prosa und Versform fast in allen bekannten Sprachen erzählt. Theophilus wird als Vorläufer des «Faust» angesehen («Faust des Mittelalters»). Hrotsvitha (Roswitha) von Gandersheim war eine mittelalterliche Nonne und Dichterin aus niedersächsischem Adel (um 935 bis um 975), die im  Benediktiner-Nonnenkloster Gandersheim bei Braunschweig lebte. Durch sie wurde die Theophilus-Legende in lateinische Verse gebracht; Meister Eckhart, um 1250 bis 1327; Johannes Tauler, um 1300 bis 1361; Rudolf Steiner 1923: Lebendiges Naturerkennen, GA 220, zwölf Vorträge, Dornach, 1966, 1982; Ders. 1922: Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218, Sechzehn Vorträge, Ib., 1972, 1992; Ders. 1920: Grenzen der Naturerkenntnis, GA 322, Acht Vorträge, Ib., 1969, 1981; Ders. 1922/23: Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte, GA 326, neun Vorträge, Ib., 1977, 1981; Ders. 1923: Der Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde, GA 223, neun Vorträge, Ib., 1976, 1994; Ders. 1923: Die menschliche Seele in ihrem Zusammenhang mit göttlich-geistigen Individualitäten, GA 224, elf Vorträge, Ib., 1966, 1992; Ders. 1923: Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte, GA 222, sieben Vorträge, Ib., 1976, 1989; Ders. 1923: Menschenwesen, Menschenschicksal und Welt-Entwickelung, GA 226, sieben Vorträge, Ib., 1966,1988; Ders. 1923: Initiations-Erkenntnis, GA 227, dreizehn Vorträge, Ib., 2000; Ders. 1923: Initiationswissenschaft und Sternenerkenntnis, GA 228, acht Vorträge, Ib., 1974, 2002; Ders. 1924: Mysterienstätten des Mittelalters, GA 233a, zehn Vorträge, Ib., 1980, 1991; Ders. 1923/24: Die Weltgeschichte, GA 233, neun Vorträge, Ib., 1980, 1991; Ders. 1922: Die Grundimpulse des weltgeschichtlichen Werdens der Menschheit, GA 216, acht Vorträge, Ib. 1965, 1988; Ders. 1922: Menschenfragen und Weltenantworten, GA 213, dreizehn Vorträge, Ib., 1969, 1987; Ders. 1922: Menschliches Seelenleben und Geistesstreben, GA 212, Ib., neun Vorträge, 1978, 1998; Ders. 1922: Alte und neue Einweihungsmethoden, GA 210, vierzehn Vorträge, Ib., 1967, 2001; Ders. 1913: Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums, GA 144, vier Vorträge, Ib., 1960, 2015; Ders. 1908: Ägyptische Mythen und Mysterien, GA 106, zwölf Vorträge, Ib., 1978, 1992; Ders. 1919: Die Sendung Michaels. Die Offenbarung der eigentlichen Geheimnisse des Menschenwesens, GA 194, zwölf Vorträge, Ib., 1962, 1994; Ders. 1917: Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis, GA 177; vierzehn Vorträge, Ib., 1966, 1999; Ders. 1910: Makrokosmos und Mikrokosmos, GA 119, elf Vorträge, Ib., 1988, 1992; Ders. 1923: Mysteriengestaltungen, GA 232, vierzehn Vorträge, Ib., 1974, 1998, vgl. Kurse Nr. 161, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Akademie der Kunst und Philosophie  / Académie des sciences
[2] Ib.
[3] Ib.
[4] Ib.; zu: der mittelalterlich-scholastische Realismus etwa eines Thomas Aquinas hat in der neueren Weltanschauung keine Fortsetzung gefunden. In der modernen Weltanschauung ist alles Nominalismus, vgl. Kurse Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 501 St.Thomas von Aquin II,  Sth I., Nr. 502 St.Thomas von Aquin III, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas von Aquin IV, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas von Aquin V, Sth. III, Ib. 
[5] Ib.
[6] Ib.
[7] Ib.
[8] Ib.
[9] Ib.
[10] Ib.
[11] Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.; zu: Wenn man die Hoffnung setzt auf die Ideen der modernen Naturwissenschaft, oder gar die Spinnerei der Biotech-Wissenschaft mit Klon- und Gentechnik, dann kann es passieren, dass Zivilisation in Barbarei übergehen kann, vgl. Anm. 15, 18 und 21 sowie Kurse Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Ib.
[14] Ib.; zu: Nikolaus Cusanus war Verteidiger der Christenheit des Abendlandes, "zum Beispiel gegen die hereinbrechende Türkengefahr der damaligen Zeit", vgl. Kurse Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Ib.
[15] Ib.; zu: Ökosysteme. Alles existiert auf bestmögliche Weise, so dass ein eines kontinuierliches, vollkommenes Universum existiert ("unum continuum perfectum universum"); Individuationsprinzipien ("principia individuantia") als Gegensatz zur heutigen Gen- und Klontechnik. In De coniect. II, 10 schreibt er sogar über artgerechte und wesensgemaesse Tierhaltung, vgl. Anm. 14 und Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung / Centre for Natural Apitherapy 2024: Krebs durch Gentechnik bzw. Biotech-Lebensmittel / CrisprCas I-II, Presse-Mitteilung; Ders. 2023: Mehr Ernährungskrisen und Hunger in der Welt durch grüne Gentechnik IV, Presse-Mitteilung; Ders. 2021: Mehr Ernährungskrisen und Hunger in der Welt durch grüne Gentechnik I-III, Presse-Mitteilung; Ders. 2007 / 2022: Die Debatte über Gentechnik und Bienen in Deutschland, Presse-Mitteilung; Ders. Gentechnisch veränderte Lebensmittel und GV-Saaten sind nachweislich unsicher und gesundheitsgefährdend, Ib.; Ders. 2017 / 2023: Natürliche Apitherapie statt Gen-Pharming und Genom-Editing, gentechnisch frisiertes Getreide, Obst, Gemüse, Laborfleisch (Tissue Engineering), Klonfleisch und andere Klonprodukte, Ib.;  zur sogenannten "wissensbasierten" Medizin  vgl. Zentrum für natürliche Bienentherapie 2023: Mechanistisch-materialistische Sichtweise in der Schulmedizin I-II. Pressemitteilung; Ders. 2023 Mechanistische Medizin III, Ib.; Ders. 2023: Soziale Medizin / alternative Therapien statt Biotech-Medikamente und -Vakzine I-II, Ib.; Ders. 2024: Soziale Medizin / alternative Therapien statt Biotech-Medikamente und -Vakzine III, Ib.; vgl. Kurse Nr. 665 Molière, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 685 Wissenschaftslehre VII, Nr. 684 Wissenschaftslehre VI, Nr. 683 Wissenschaftslehre V, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Ib.
[16] Ib.
[17] Ib.; zu: Monaden im Sinne von Leibniz und Giordano Bruno, vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Ib.
[18] Ib.; zu: Die heutige Naturwissenschaft hat keine Ahnung von Genen, genmanipulierten bzw. CriprCas-manipulierten Pflanzen und Tieren, mRNA, Vererbungsverhältnissen usw., was man auch an den gefährlichen Medikamenten aus der Biotech-Medizin bzw. Lebensmittel aus der Biotech-Landwirtschaft und Industrie sehen kann, die von gewissen Leithammeln der Wissenschaft gepriesen werden, so dass die Journalisten in den Medien wie FAZ und 3sat diesen Leithammeln nachlaufen können und auf die Autorität der Wissenschaft schwören, vgl. Anm. 13, 15 und 21
[19] Ib.
[20] Ib.
[21] Ib.; zu: Unsinn der Wissenschaft in Bezug auf die Genetik, Gentechnik, vgl. Anm. 13, 15, 18, 31, 33, 36, 41-43
[22] Ib.
[23] Ib.; zu: die heutige Wissenschaft als Einflüsse der zurückgebliebenen Geister, Hunnenkämpfe, Türkenkämpfe; nicht nur die Sarazenen der Wissenschaft sondern Türkenmassen wälzen sich Richtung Europa, vgl. Anm. 14, 38 und Kurse Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Ib.
[24] Ib.
[25] Ib.
[26] Ib.
[27] Ib.
[28] Ib.; zu: Scotus Eriugena, Dantes «Commedia» vgl. Kurse Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 672 Dante Alighieri III, Ib.
[29] Ib.
[30] Ib.; zu: Maler der Renaissance im Gegensatz zur sentimentalen Unwahrheit der russischen Ikonenmalerei, die in eine Sackgasse geraten ist, vgl. Kurse Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 591 Paolo Veronese, Nr. 597 Correggio, Nr. 670 Annibale Carracci, Nr. 598 El Greco, Nr. 590 Giovanni Bellini,Nr. 656 Andrea Solari, Nr. 657 Bernadino Luini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 646 Michael Pacher, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 608 Domenico Ghirlandaio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Ib.
[31] Ib.; zu: Wenn von Banausentum und Wissenschaft des Dämonischen die Rede ist, denkt man immer an die Sarazenen der Wissenschaft mit ihrem abstrusen Glaubensbekenntnis, die CrisprCas-manipulierte Pflanzen und Tiere ungekennzeichnet unters Volk bringen wollen ähnlich wie die Moralheuchler der Biotech-Medizin ihre zweifelhaften Produkte, vgl. Anm.  13, 15, 18, 21,  33, 36,  41-43
[32] Ib.; zu: Ephesische Mysterien, Heroensagen, Griechentum, Alexanderlied, Aristoteles; die Schüler dieser alten Mysterien erlebten noch in den Mysterien das Eingegliedertsein des Menschen in den Kosmos. In den ephesischen, den kleinasiatischen ephesischen Mysterien, die zu Griechenland gehören und später von türkischen Barbaren erobert wurden, erlebte man in ganz besonders intensiver Weise mit seinem ganzen Menschen dasjenige, was dann später einen paradigmatischen Ausdruck gefunden hat in den Anfangsworten des Johannes-Evangeliums: «Im Urbeginne war das Wort. Und das Wort war bei Gott. Und ein Gott war das Wort.» Das war ein majestätischer, gewaltiger Eindruck, den der Mensch in Ephesus bekam, wenn er aufmerksam daraufgemacht wurde, dass in seiner Sprache der mikrokosmische Nachklang dessen lebt, was einmal makrokosmisch war. ...die griechischen Mysterien sind die Vorbereitung der neueren Menschheit geworden, vgl. Anm. 61
[33] Ib.; zu: materialistischer Unsinn wie Gentechnik, CrisprCas usw. vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 36, 41-43, 53, 57-58
[34] Ib.
[35] Ib.
[36] Ib.; zu: Gespensteraberglauben, Aberglauben der Vererbung wie er in der heutigen Wissenschaft an Universitäten gelehrt, von Zeitungen wie der FAZ verbreitet wird und ihren krassen Ausdruck findet in den Köpfen der Gelehrten, die ja sogar an den Genen und der mRNA herumpfuschen, vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 33, 41-43, 53, 57-58
[37] Ib.
[38] Ib.; zu: Verbreitung der asiatisch-orientalischen Religionserkenntnisse in Europa (Erscheinung der drei Magier oder Könige aus dem Morgenlande) und Befreiung Jerusalems von den Türken und Muslimen, die mit ihren zurückgebliebenen Religionserkenntnissen den Begriff der Religion ganz besonders vergröbert und verbarbarisiert hatten, die heiligen Stätten der Christenheit schändeten indem sie sie als Moscheen missbrauchten und satanische Verse an die Wände kritzelten wie nicht zuletzt bei der Hagia Sophia, und die Pilger misshandelten, vgl. Anm. 23
[39] Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.; zu: Bedenkliche Entwicklung in der modernen Naturforschung, Uran, radioaktive Substanzen, Atomenergie, die heute vorzugsweise von zweifelhaften Staaten wie Türkei und Russland gefördert werden; fortschrittliche Staaten z.B. in Europa wie Deutschland haben sich für den Ausstieg aus der Risikotechnologie entschieden und setzen auf erneuerbare Energien, vgl. Anm. 42 und Kurse Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Ib.
[42] Ib.; zu: Der Atomismus und damit alles was mit Atomkraft, Gen- und mRNA-Technik, CrisprCas zu tun hat, führt zum Entseelen in der Wissenschaft; Gregor Mendel 1822-1884, zählt zu den Ahnen der Gentechnik; bekannt durch sogenannte Mendelsche Regeln, Kreuzungsversuche von Erbsenrassen. Schriften: «Versuche über Pflanzenhybriden», 1865; «Über einige aus künstlicher Befruchtung gewonnene Hieracium-Bastarde», 1869.: Gregor Mendel ging es darum, den botanischen und zoologischen Atomismus zu entdecken, vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 36, 41-43, 53, 57-58
[43] Ib.; zu: Blinder Autoritätsglaube an die Wissenschaft der Atomisten mit "Atombombardement, Atomsprengungen und so weiter", was besonders in der Corona-Krise deutlich wurde, wo die Wissenschaftler von Biontech in ihren Laboratorien an Genen und mRNA so lange herumexperimentierten bis sie ein Biotech-Medikament voller Nebenwirkungen gefunden hatten; Chemisch-biotechnische Konstrukte und Maschinen im Sinne von Ahriman, vgl. Anm. 42
[44] Ib.
[45] Ib.
[46] Ib.
[47] Ib.
[48] Ib.
[49] Ib.; zu: Der Geisteskampf Goethes und Schillers gegen den Intellektualismus; Goethes «Götz von Berlichingen», Lessing, Shakespeares «Hamlet», «Macbeth», Voltaire, Schillers «Räuber», «Kabale und Liebe», «Die Braut von Messina», «Demetrius»-Fragment, sein Entwurf zu den «Maltesern», der Kampf der Malteserritter, dieses geistlichen Ritterordens ähnlich dem Templerorden, gegen den Sultan Soliman, Suleiman II, der Große, 1495-1566, türkischer Sultan, eroberte 1522 Rhodos. Er starb am 5. September 1566 auf einem Heereszug gegen Ungarn, dessen Tod Tycho de Brahe voraussagte, und dessen türkische Flotte unter Großadmiral Ali Pascha durch die heilige Liga 1571 vernichtend geschlagen wurde; Pädagogik; vor allem in den «Maltesern» und in «Die Braut von Messina» wendet sich Schiller gegen den türkischen Intellektualismus, der auch militärisch Europa bedrängt: Vor allem für die Gebiete, die von Moslems erobert wurden ("der Wüste unmittleidger Scharen"), gilt: "Feindlich ist die Welt und falsch gesinnt!" Gleiches gilt für die Korsaren ("des Meeres Ungeheuer"), also die muslimischen Piraten: "Uns aber treibt das verworrene Streben blind und sinnlos durchs wüste Leben... Böse Früchte trägt die böse Saat." Wenn islamische Korsaren (Seeräuber) auftauchten, gab es immer nur eine Devise: "Ergreift die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nach!... Dem Mauren gnügt einfache Beute nicht." Diese Seeräuber haben nicht nur Handelsschiffe überfallen, um die Güter zu rauben, sondern vor allem um Christen zu versklaven; man geht heute davon aus, dass die islamischen Korsaren ein bis zwei Millionen Christen gefangen nahmen und als Sklaven in den afrikanischen Berber-Staaten verkauften oder Lösegeld verlangten. Der größte Teil der gekaperten Schiffsbesatzungen wurde allerdings getötet (man geht heute von ca. 10 Millionen getöteten Christen durch islamische Korsaren aus). Die Kaperschiffe bewegten sich nicht nur im Mittelmeer sondern bis in den Ärmelkanal hinein. Erst 1801 konnten amerikanische Schiffsbauer schnelle und stabile Kriegsschiffe bauen wie die USS Konstitution (ältestes noch intaktes Kriegsschiff der Welt), die wirksam gegen die Korsaren vorgehen konnten. Goethe und Schiller kämpfen geistig gegen diesen Intellektualismus, vgl. Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 675 Friedrich Schiller III, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.
[52] Ib.
[53] Ib.; zu: In Kapitel 17 hatten wir von den Nachwirkungen Klinschors und des Arabismus gesprochen, von der Zeitepoche, in der diese Wirkungen, diese Attacken, die von Klinschor und dem mohammedanischen Intellektualismus ausgehen und die Menschen nach und nach ergreifen bis sie blind glauben was irgendwelche Biotech-Wissenschaftler erzählen. Und damit sind die meisten Menschen eigentlich Türken, obwohl sie gar nicht von Türken militärisch erobert wurden, vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 36, 41-43, 57-58
[54] Ib.
[55] Ib.
[56] Ib.
[57] Ib.; zu: Wenn Wissenschaft missbraucht wird, entsteht schwärzest-magischer Unfug bzw. das, was heute am dümmsten ist: Biotech, Gentherapie, Biologica, mRNA- und Gentechnik, CrisprCas usw. und was man früher Eugenetik nannte, eine ganz neue Wissenschaft, üblicher ist die Bezeichnung «Eugenik». Sie wurde durch Francis Galton (1822-1911) begründet in der Artikelserie «Hereditary Talent and Genius», die 1865 erschien. Der Sohn Darwins, Leonard Darwin, 1850-1943, war 1911-1928 Vorsitzender der «Eugenics Education Society», veröffentlichte 1926 das Buch «The Need for Eugenic Reform», vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 36, 41-43, 53, 57-58
[58] Ib.; zu: Abschaffung der Seele durch ein Arzneimittel, durch einen Impfstoff; die Nachfolger der heutigen Materialisten, werden den Impfstoff suchen, der den Körper «gesund» macht, das heißt so macht, dass dieser Körper durch seine Konstitution nicht mehr von solch albernen Dingen redet wie von Seele und Geist; Den materialistischen Medizinern wird man es übergeben, die Seelen auszutreiben aus der Menschheit, vgl. Anm. 13, 15, 18, 21, 31, 36, 41-43, 53, 57-58
[59] Ib.
[60] Ib.
[61] Ib.; zu: Mysterien des Dianen-Tempels in Ephesus, zerstört durch die islamischen Arabereinfälle, türkische Seldschuken, Osmanen usw.; Geheimnisse des Menschen, die heute für den wissenschaftlichen Menschen geradezu verbarrikadiert sind; makrokosmisches Mysterium, mikrokosmisches Mysterium, vgl. Anm. 32
[62] Ib.
[63] Ib.
[64] Ib.
[65] Ib.; zu: Oxalsäure, Ameisensäure, Insekten wie Bienen und Ameisen; die Bienentherapie nutzt diese Prozesse zur Heilung z.B. bei Rheuma, vgl. Zentrum für natürliche Bienentherapie 2023: Verbesserung des Immunsystems. Pressemitteilung; zu rheumatischen Erkrankungen, Arthritis und Sklerose vgl. Ders. 2022: Bluthochdruck, Arteriosklerose. Ib.; Ders. 2022: Rheuma, Gicht. Ib; Ders. 2023: Arthritis. Ib; Ders. 2019 Depression, Psychose und Bienentherapie.Ib; zu Schilddrüsenerkrankungen vgl. Ders. 2022: Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis und die Bienentherapie. Ib.;  zu Diabetes vgl. Ders. 2023: Diabetes mellitus und Bienentherapie. Ib;. zu Krankheiten des Nervensystems vgl.: Ders. 2022 Multiple Sklerose und Bienentherapie. Ib.; Ders. 2022: Parkinson, Alzheimer, Demenz und Bienentherapie.Ib; zu Krankheiten des Verdauungstraktes vgl. Ders.2023: Morbus Crohn und Bienentherapie. Ib; Ders.2022: Hautkrankheiten und Bienentherapie. Ib; Ders. 2022: Natuerliche Bienentherapie / Apitherapie bei  Funktionsstörungen der Niere, Ib.; Ders. 2022: Mechanistische Sichtweise in der Schulmedizin und unvorhersehbare Folgen I-II (z.B. mRNA Technologie für Impfstoffe) , Pressemitteilung; Ders. 2023: Mechanistische Medizin III, Ib.; Neben den Kursen Nr. 161 natürliche Bienentherapie / Apitherapie, Nr. 48 wesensgemäße Bienenhaltung, können die Bienen und die eigene Gesundheit insbesondere durch eine Bienenpatenschaft und eine offizielle Mitgliedschaft bei Save the Bees, Bumblebees and Beecolonies (https://www.facebook.com/SaveBeecolonies) gefördert werden. 
[66] Ib.
[67] Ib.
 
 


John Constable, The Cornfield 1826, National Gallery London

In der Romantik hat sich ein Freiheitsgefühl entwickelt, das auch heute noch aktuell ist, was man daran sehen kann, dass die Musik, Dichtung und Malerei aus dieser Zeit noch immer beliebt ist. In der Kunst wie auch in der Wissenschaft / Medizin wurde die übersinnliche Welt berücksichtigt. Damals waren die Flüsse und Bäche noch nicht mit Pestiziden verseucht, Mensch und Bienen konnten gefahrlos daraus trinken. Vgl. Kurse Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Akademie der Kunst und Philosophie  / Académie des sciences
 
 


John Constable, The Hay Wain, 1821, National Gallery London
 
 
 
 
 
 
 

Philosophie - Wissenschaftslehre
Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy
DI. M. Thiele, President and international Coordinator
M. Thiele College of Beetherapy / Academy of Arts and Philosophy / Sciences

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Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, des Barock, der Aufklärung, des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse:Nr. 551 G.W.F. Hegel I, Nr. 660 G.W.F. Hegel II, Nr. 511 Johann Gottlieb Fichte I, Nr. 658 Johann Gottlieb Fichte II, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Nr. 510 F.W.J. Schelling II, Nr. 513 F.W.J. Schelling III, Nr. 505 Arthur Schopenhauer I-II, Nr. 663 Arthur Schopenhauer III, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 020 Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 673 Johann Wolfgang von Goethe III, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 675 Friedrich Schiller III, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis I, Nr. 671 Novalis II, Nr. 677 Jean Paul, Nr. 667 Romantische Kunst und Philosophie I, Nr. 669 Romantische Kunst und Philosophie II, Nr. 630 Johann Ludwig Tieck, Nr. 631 Adelbert von Chamisso, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 665 Molière, Nr. 622 Victor Hugo I, Nr. 674 Victor Hugo II, Nr. 629 Voltaire I-II, Nr. 679 Laurence Sterne, Nr. 621 Lord Byron I, Nr. 676 Lord Byron II, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 561 Sir Walter Scott, Nr. 555 Angelus Silesius, Nr. 634 Hans Sachs, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 680 Nikos Kazantzakis, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Sergejewitsch Solowjow, Nr. 664 Philosophie der Kunst, Nr. 661 Philosophie der Geschichte I, Nr. 686 Philosophie der Geschichte II, Nr. 687 Philosophie der Geschichte III, Nr. 659 Wissenschaftslehre I, Nr. 666 Wissenschaftslehre II, Nr. 681 Wissenschaftslehre III, Nr. 682 Wissenschaftslehre IV, Nr. 683 Wissenschaftslehre V, Nr. 684 Wissenschaftslehre VI, Nr. 685 Wissenschaftslehre VII, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 614 Sittenlehre III, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-II, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre III, Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Nr. 655 Staats- und Rechtslehre V, Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 653 St. Cyprianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de Chartres, Nr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 654 St. Augustinus III, Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 501 St.Thomas von Aquin II,  Sth I., Nr. 502 St.Thomas von Aquin III, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas von Aquin IV, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas von Aquin V, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 672 Dante Alighieri III, Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 678 François Rabelais, Nr. 557 Ludovico Ariosto I-II, Nr. 668 Ludovico Ariosto III, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare I-II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 662 Gottfried von Strassburg, Akademie der Kunst und Philosophie / Académie des sciences

Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 591 Paolo Veronese, Nr. 597 Correggio, Nr. 670 Annibale Carracci, Nr. 520 Rembrandt, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 656 Andrea Solari, Nr. 657 Bernadino Luini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 646 Michael Pacher, Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 608 Domenico Ghirlandaio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Akademie der Kunst und Philosophie / Académie des sciences



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