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Kurs Nr. 562 Dante Alighieri I-II

Poet und Philosoph

Divina Commedia, Epistola, De vulgari eloquentia, Convivio


"Questi, che m'è a destra più vicino,
Frate e maestro fummi; ed esso Alberto
E' di Cologna, ed io Thomas d' Aquino."
Dante, Il Paradiso X, 97–99

"Move i passi ale ruine, chi per guido ha un cieco infante. Il bendato, ch'arme stampa, spesso inciampa, ne'fermezzo un Diovolante."

"Und hieraus entsteht jene Glückseligkeit, die Aristoteles im ersten Buch der Ethik definiert, wenn er sagt, dass sie der Tugend entsprechendes Handeln im vollkommenen Leben ist" - Dante Alighieri

"Wenn man daher sagt, dass der Mensch lebt, muss man darunter verstehen, dass der Mensch die Vernunft gebraucht ... und deswegen lebt, wer sich von der Vernunft trennt und nur die Sinnesseite benützt, nicht wie ein Mensch, sondern er lebt wie ein Tier, oder wie der hervorragende Boethius sagt: Er lebt wie ein Esel." Dante Alighieri
 
 
 

 

Dante Alighieri von Botticelli

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
 
 

1. Leben und Werk 

Dante meinte, die Philosophie sei etwas, das alle Menschen angeht, nicht nur den Philosoph. Dantes Philosophie versteht sich als Nahrung auch jener, die nicht zur Gemeinschaft der Gelehrten und Doktoren gehören. Dantes philosophisches Gastmahl will niemanden ausschliessen:
"Wer immer aus Sorge für die Familie oder das Gemeinwesen in seinem Hunger zurückgeblieben ist, der möge kommen und an einen Tisch sich setzen mit all den andern, die in ähnlicher Weise abgehalten waren." - Dante Alighieri
Dante Alighieri (1265 - 1321), Durante, kurz  Dante, wurde 1265 in Florenz geboren. Er studierte Philosophie, vor allem die des Thomas von Aquin bei den Dominikanern, war Mitglied der Ärzte- und Apothekerzunft und als einer der sechs Prioren politisch in seiner Stadt tätig. Aus politischen Gründen von Florenz verbannt und mit dem Feuertod bedroht, irrt er viele Jahre bettelnd umher, bis er sich in seinen letzten Lebensjahren in Ravenna niederlässt und dort den größten Teil
seiner "Divina Commedia - Göttliche Komödie" dichtet. Dante stirbt am 14. September 1321. 50 Jahre nach seinem Tod errichtet Florenz einen Lehrstuhl zur Erläuterung der Göttlichen Komödie, die bis heute zu den großen Werken der Weltliteratur zählt. Der Lehrstuhl wird besetzt mit dem genialen Novellisten Boccaccio, der das Epos Dantes ehrfurchtsvoll göttlich nennt. Dante selber hatte es bescheiden nur "La Commedia - Die Komödie" benannt; Komödie nicht im heutigen Sinne, sondern im Mittelalter eine Bezeichnung von Werken, die in der Volkssprache geschrieben waren und einen heiteren Ausgang hatten.
 
 

2. "Divina Commedia - Göttliche Komödie"; Dreieinigkeit Gottes; Thomas von Aquin und Albertus Magnus befinden sich im Paradies; die Zwietrachtstifter, zu denen Dante auch den Stifter des Islam, Mohammed, und seinen Schwiegersohn Ali zählt, befinden sich als Irrlehrer, sittenlos und gewalttätig, im tiefsten Höllenschlund bzw. 9. Graben des Inferno

In seinem Epos schildert Dante eine visionäre Reise durch die Hölle, das Fegfeuer - den „Läuterungsberg“ - und den Himmel. Sein Hauptanliegen ist die Bekehrung der durch Sünde vom rechten Weg abgeirrten Seelen, die, geläutert durch den Anblick höllischer Strafen, über den Berg der Läuterung zur ewigen Seligkeit emporsteigen sollen. Als Führer durch die Hölle wählt Dante den Dichter Vergil. Die drei Reiche sind in "Cantica-Gesänge" behandelt, untergliedert in 33 canti, so dass sich zusammen mit dem einleitenden „Gesang“ 100 „Gesänge“ ergeben. Streng wie die Form gliedert Dante auch den Inhalt: "Die Hölle" umfasst ausser dem Vorhof neun Höllenkreise, die wie ein Trichter im Mittelpunkt der Erde zusammenlaufen, dem Sitz Luzifers. Je tiefer die Seelen der Verdammten, umso größer ihre Verfehlungen und umso größer auch ihre Strafen. Dantes Mahnungen und Warnungen stehen in vollem Einklang mit der Lehre der Kirche, der er sich als Autorität immer unterworfen hat. Grunddogma ist für ihn der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes. Thomas von Aquin und Albertus Magnus befinden sich im Paradies, Mohammed, den Dante als Irrlehrer, sittenlos und gewalttätig, beurteilt, der das Böse wollte und sich darin verhärtete, befindet sich in der Hölle. Am Eingang der Hölle heißt es [1]:
„Lasst, die ihr eingeht, alle Hoffnung fahren!“
Mit dunkler Farbe dieser Spruch voll Schauer
steht angeschrieben ob der Eingangspforte
zum Schlund, der in sich birgt endlose Trauer
des Volks, das Gott entsagt und Seinem Worte."

"Das sind die Stifter falscher Lehren
und allerlei sektiererischer Anhang.
Viel voller als du denkst, sind diese Gräber.
In Massen liegen Gleichgesinnte drin,
und eingebettet in gestufte Gluten" - Dante, Göttliche Komödie IX Inferno

Der achtzehnte bis dreißigste Gesang des Inferno beginnt mit der mythologischen Gestalt Geryon. Dante blickt auf das Ungeheuer mit Erstaunen und beschreibt es folgendermaßen: „Hier kommt das Ungetüm mit spitzem Schwanze, Das Berge nimmt und Mauern bricht und Waffen, Hier kommt es, das die ganze Welt verstänkert.“ Der achte Höllenkreis (Malebolge) ist in zehn Gräben unterteilt. Im ersten schleppen sich die Kuppler und Verführer (unter letzteren die Gestalt des Iason), von gehörnten Teufeln mit Peitschen getrieben, im Gegenzug durch den Graben. Schmeichler wälzen sich im zweiten Graben in ätzendem Kot. Im dritten Graben stecken die Simonisten, Betrüger, die schwunghaften Handel mit Kirchenämtern trieben, kopfüber in Felsenlöchern, aus denen nur ihre brennenden Sohlen herausragen. Wie ein Beichtvater spricht Dante mit der Seele des Papstes Nikolaus III., der glaubt, dass sein Nachfolger Bonifatius VIII. schon in der Hölle angekommen sei. Außerdem prophezeit er die Ankunft Clemens´ V. als Sünder, der für die Verfolgung der Templer mitverantwortlich ist. Dante geißelt den Handel mit Kirchenämtern, der die Verweltlichung der Kirche vorantreibt, mit scharfen Worten. Im vierten Graben beobachten Vergil und Dante die Zauberer und Wahrsager, deren Körper so verrenkt wurden, dass ihre Gesichter nach hinten gewendet sind – Zum Rücken nämlich standen die Gesichter. Neben etlichen Frauen, die der Zauberei verfallen waren (darunter die mythische Manto, von der Vergils Geburtsstadt Mantua ihren Namen bekommen hat, wie Vergil selbst ausführlich berichtet), fristen Amphiaraos und Teiresias, berühmte Seher der Antike, aber auch Zeitgenossen wie Guido Bonatti dort ihr Dasein. Der fünfte Graben ist mit kochendem Pech gefüllt, in dem die Bestechlichen büßen. Eine besondere Gruppe von Teufeln, die Malebranche, holt ihre Seelen und bewacht sie: Wer den Kopf aus der Pechflut steckt, wird mit Gabeln an Land gezogen und dort geschunden. Dante und sein Begleiter schaffen es, den Teufeln zu entkommen, und gelangen in den sechsten Graben. Dort müssen die Heuchler in schweren vergoldeten Bleimänteln einherschreiten. Unter ihren Tritten leidend liegen die gekreuzigten Ratsmitglieder der Pharisäer am Boden, darunter Kajaphas, der vor der Jerusalemer Ratssitzung heuchlerisch dazu geraten hatte, Jesus Christus zum Wohle des Staates zu töten. Im siebten Graben werden Diebe und Räuber unablässig von Schlangen angegriffen, durch deren Bisse sie zu Asche zerfallen, um bald darauf wieder auferstehen zu müssen – die ewige Strafe der Diebe. Nicht alle Sünder werden von den Schlangen lediglich gebissen, andere verschmelzen mit ihnen (oder einem Drachen) zu einem ungeheuerlichen Ungetüm. Hinterlistige Berater und betrügerische Räuber büßen, indem sie wie Glühwürmchen in Flammen gehüllt durch den achten Graben schweben. Hier spricht Dante mit Odysseus, der mit Diomedes für die List, durch welche Troja zu Fall gebracht wurde, büßen muss, sowie mit dem einstigen Ghibellinenführer und späteren Franziskaner Guido da Montefeltro, der sich selbst für seinen trügerischen Rat an Papst Bonifaz VIII., Palestrina zu brechen, um sein ewiges Heil betrogen hat. Im neunten Graben begegnet Dante den Glaubensspaltern und Zwietrachtstiftern, zu denen er auch den Stifter des Islam, Mohammed, und seinen Schwiegersohn Ali zählt. Ein Teufel schlägt ihnen unablässig Gliedmaßen ab und tiefe Wunden – Die waren Stifter von Gezänk und Zwietracht / Im Leben, darum sind sie so zerspalten. Im letzten Graben des achten Höllenkreises leiden die Fälscher, Alchemisten und falschen Zeugen unter ekelhaften Krankheiten und fallen in blinder Raserei übereinander her. Unter ihnen befinden sich die Gattin Potifars, die Josef verleumdet hatte, sowie Sinon von Troja. 

In Dantes Göttlicher Komödie erleidet also Mohammed in der Hölle das, was er im Koran den Nicht-Muslimen, also denen, die nicht an die islamischen Zeichen (Koran, Halbmond, Mohammed und Allah) glauben, androht, zum Beispiel: "Siehe, wer da unsere Zeichen verleugnet, den werden wir im Feuer brennen lassen. So oft ihre Haut gar ist, geben wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe fühlen, denn Allah ist mächtig und weise " (Sure 4,59). In über 200 Suren-Versen des Koran droht Allah den NichtMuslimen irdische und ewige Strafen an. Dante begegnet Mohammed, "der Zwietrachtstifter Mohammed" oder "Mahom" genannt, im tiefsten Höllenschlund; auch die islamischen Gelehrten Averroes, Avicenna und der berüchtigte Sultan Saladin gehören zu denen, die unter falschen, lügnerischen Göttern lebten. Mohammed klagt sich selber an, seinen gerechten Lohn erhalten zu haben. Im 28. Gesang der Hölle (Inferno) heißt es: 

"Ein Fass, dem Dauben oder Querholz fehlen,
ist nicht so löchrig wie der Sünder (Mohammed) war,
bei dem's vom Kinn bis an den After klaffte.
Zwischen den Beinen hing ihm das Gedärm.
Herz, Leber, Lunge sah man und den Sack,
der Kot aus allem macht, was wir verschlucken.
Indess ich mit den Augen ihn durchbohre,
blickt er auf mich und öffnet sich die Brust
mit Händen: 'Schau nur!' rufend, 'Selbstzerreißung!
Betrachte den verstümmelten Mohammed!
Der vor mir geht und jammert, ist Ali (der Kalif, der die Mohammedaner in zwei Sekten spaltete), 
das Angesicht vom Kinn zum Schopf zerschlitzt.
Und Ärgernis und Zwiespalt haben alle,
die du hier siehst, erregt in ihrem Leben,
drum sind sie ebenso zerspalten hier.
Dort hinten steht ein Teufel, der zerstückt,
mit Schwertesschärfe feden dieser Sekte
gar grausam jedesmal, dass uns der Weg
dieselbe Schmerzensstraße führt im Kreis.
Denn immer schließt sich unsere Verwundung,
bevor an ihm vorbei wir wieder kommen.
Jedoch, wer bist du, dass du spähst und schnüffelst
dort auf der Brücke und die Strafe wohl, 
die zugesprochene, verzögern möchtest?'
'Der Tod hat ihn', erwiderte mein Meister (Vergil),
'noch nicht ereilt, noch soll er Sünden büßen.
Damit ihm aber volle Kenntnis werde,
muss ich, der schon Gestorbene, ihn führen
von Kreis zu Kreis hienieden durch die Hölle.
Das ist so wahr wie, dass ich sprech zu dir.'
Es waren mehr als hundert, die das hörten,
und blieben stehn, vergaßen ihre Qual
und staunten aus dem Graben nur nach mit." - Dante, Göttliche Komödie XXVIII Inferno

"Der Wahnsinn des Muhammad dagegen, der von den arabischen Ismaeliten seinen Ausgang nahm, hat Perser, Meder, Syrer, Armenier, Äthiopier, Inder, die übrigen Reiche des Orient und selbst Asien, den größten der drei Erdteile, fast ganz befallen; indem er diese Völker teils vom Christentum abbrachte, teils von irgendwelchen alten Götzenglauben zur Irrlehre dieses verruchten Menschen bekehrte, entzog er Christus den Boden unter den Füßen und bereitete dem Teufel eine Heimstatt. Von dort aus unterwarf Muhammad, nachdem er schon, wie gesagt, fast den ganzen Orient, nicht durch friedliche Argumente, sondern durch kriegerische Aktivitäten, in seine Gewalt gebracht hatte, auch Ägypten, Libyen und ganz Afrika dieser Gottlosen Religion, und nachdem er so zwei Erdteile unterworfen hatte, hat er jetzt durch sein Eindringen in Spanien nicht einmal den dritten, der Europa genannt wird, Christus bzw. seinen Anhängern unversehrt überlassen." - Pietro, il Venerabile

Im Gegensatz zu den Schulphilosophen, die er beschuldigt, Wissenschaft nur aus ökonomischem Antrieb oder nur als Erfüllung einer Amtspflicht zu betreiben, veranstaltet Dante eine philosophische Speisung der Menge. Dabei nimmt er Aristoteles beim Wort, der gesagt hat, dass die Menschen von Natur aus dazu bestimmt sind, sich durch das Aneignen von Wissenschaft zu vervollkommnen. Dante gründete seine eigene Universität für das höfische Publikum und machte deutlich, dass der wahre Adel nicht im Besitz von Reichtümern und Herrschaft besteht, sondern als Ursache der moralischen Tugenden eine ganz bestimmte Funktion im Weg des Menschen zum Glück ausübt. Der Mensch ist für Dante nicht nur ein politisches, sondern ein kosmopolitisches Lebewesen; er sagt von sich, dass ihm "die Welt Vaterland ist, wie den Fischen das Meer."  Als höchste moralische Autorität gilt ihm Aristoteles, der "Führer der menschlichen Vernunft".
"Und hieraus entsteht jene Glückseligkeit, die Aristoteles im ersten Buch der Ethik definiert, wenn er sagt, dass sie der Tugend entsprechendes Handeln im vollkommenen Leben ist" - Dante Alighieri
In seiner Divina Commedia bezeichnete Dante den Aristoteles als "den Meister aller, die da wissen". Durch alle Jahrhunderte des Mittelalters blieb Aristoteles "ille philosophus", der Philosoph par excellence. Aristoteles, der wie Thomas von Aquin von Dante verehrt wurde, hatte die Unsterblichkeit der Seele angenommen, und da Averroes sie leugnete, konnte Thomas von Aquin von ihm mit vollem Recht reden als von dem "Verfälscher, Verderber, nicht Kommentator des Aristoteles." Aristoteles war durch seine arabischen Kommentatoren wie ein Schreckgespenst im Osten erschienen, das seinen langen, hageren Schatten in der Tracht der islamischen Philosophie über das Abendland verdunkelnd zu werfen drohte. 
"Dort straft die göttliche Gerechtigkeit
den Attila, die Geissel vieler Völker" - Dante Alighieri
Das antike Wissen über die Himmelsweiten wurde in die Sprache des Mythos und des künstlerischen Bildes gekleidet. Es handelt sich um eine Art "Mysterien-Astronomie", um Götterwesen, die man im Kosmos schaute und die noch im Mittelalter als "Intelligenzen" der Planeten und Fixsterne von Thomas von Aquin bis hin zu Agrippa von Nettesheim beschrieben wurden. Dante spricht vom "Empyreum", dem Feuerhimmel, in den die Seelen von allen Schlacken befreit und geläutert, eingehen; nicht nur in Dantes "Divina Commedia" ist es der Aufenthaltsort der Seligen. Die Christen setzten ausserhalb der anderen Himmel den Himmel des Empyreums. Dies ist der Ort der Glückseligen Geister. "Aristoteles scheint, wenn er richtig verstanden wird, im ersten Buch Über den Himmel und die Erde dasselbe zu sagen."
"Dies scheint Dionysios, wo er über die Himmlische Hierarchie spricht, klar genug zu behandeln. Und deswegen heisst es im Buch über die Ursachen: 'Jede Intelligenz ist voller Formen.' Es ist also deutlich, wie die Vernunft zeigt, dass das göttliche Licht, das heisst göttliche Güte, Weisheit und Vermögen, überall erstrahlt. ... Der Heilige Geist nämlich sagt durch Jeremias: "Himmel und Erde erfülle ich"... Und nachdem er diese Wahrheit vorausgeschickt hat, fährt er fort, indem er das Paradies umschreibt. Und er sagt, dass er in jenem Himmel gewesen ist, der im Überfluss von der Herrlichkeit Gottes oder von der Liebe empfängt. Diesbezüglich ist zu wissen, dass jener Himmel der höchste Himmel ist, der sämtliche Körper enthält und in keinem enthalten ist; in ihm bewegen sich alle Körper, er verharrt im Ersten in ewiger Ruhe; er wirkt auch auf alles, was er enthält, und empfängt von keiner körperlichen Substanz Wirkkraft. Und er wird Empyreum genannt, das heisst, der durch das Feuer seiner Hitze brennende Himmel; nicht weil in ihm Feuer oder Hitze stofflicher Art wären, sondern geistiger Art, das heisst heiliges Verlangen oder Liebe." [2]  - Dante Alighieri
Zur Mysterienweisheit gehört auch das Wissen um die Tatsache, dass die Welt nicht einschichtig ist. Sie besteht nicht nur aus dem materiellen Sein, das uns die Sinnesorgane erschliessen, sondern umfasst noch eine ganze Reihe anderer Seins-Schichten, Sphären und Ebenen. Noch im Mittelalter war diese Anschauung von der Vielschichtigkeit des Seins bekannt. So schildert Dante in der "Divina Commedia" die Plantensphären und die verschiedenen Schichten der Hölle mit ihren spezifischen Eigenheiten. Paulus berichtet, dass er im dritten Himmel gewesen sei. [3]

Mit der Verfolgung und Vernichtung der Katharer durch Papst Innozenz III. und Templer durch Clemenz V. ging dieses Wissen mehr und mehr verloren. Stattdessen: Misshandlung des Papstes Bonifaz VIII. durch abgesandte Philipps des Schönen im Jahr 1303, aus Geldgier Misshandlung und Auflösung des Templerordens (1314) durch Philipp den Schönen, was letztlich zum Fall von Konstantinopel und dem Aufstieg des osmanischen Reiches führte. Dazu Dante Alighieri (1265 - 1321) und die Geschichte der Templer [4]:

»Das alt und neue Weh zu überbieten,
seh ich das Lilienbanner in Anagni
und Christum selbst in seinem Stellvertreter
zum zweitenmal erhascht, verhöhnt, getränkt
mit Essig und mit Galle, zwischen Schächern
gekreuzigt, und so ruchlos ist der zweite 
Pilatus, dass er gierig, ohne Rechtsspruch
zum Tempel gar die Räuberschiffe schickt.«
- Dante Alighieri (1265 - 1321)

 

3. Bei Dante, wie auch bei späteren Schriftstellern und Malern wird der Drache als Satan oder Mohammed oder Antichrist gedeutet

Bei Dante, wie auch bei späteren Schriftstellern und Malern wird der Drache als Satan oder Mohammed oder Antichrist gedeutet, Philipp der Schöne von Frankreich, der den Papst in das Exil nach Avignon brachte und durch die Verfolgung der Templer das Christentum schwächte und so den Moslems in die Hände spielte, als Riese [5]:
"Dann war's, als täte sich die Erde auf 
zwischen den Rädern, und ein Drache stiess
nach oben durch den Wagen seinen Schweif.
Und wie die Wespe, die den Stachel einzieht,
zog er den tückischen Schweif zurück und riss
die Trümmer mit und wandelt schnöd von dannen... 
...
Das so entheiligte Gebilde reckte
an allen Seiten Köpfe aus sich vor:
drei aus der Deichsel, aus den Ecken vier.
Die ersten drei mit Hörnern wie die Ochsen,
die vier ein einziges Horn auf jeder Stirn.
Es war ein nie gesehenes Ungeheuer.
Keck wie auf hohem Berge eine Burg
sass eine ausgeschämte Hure drauf
und äugt aus flinken Wimpern hin und her.
An ihrer Seite sah ich einen Riesen
(es sollte wohl kein andrer sie entführen),
und hin und wieder küssten sich die beiden.
Doch als auf mich ihr lüstern schweifend Schauen
sich richtete, da geisselte der wilde
Geliebte sie vom Haupt bis an die Sohlen.
Voll Argwohn und gar grimmig band er dann
das Ungeheuer los vom Baum und zerrte 
es in den Wald so tief hinein, dass mir
die Hure und das Ungetüm verschwanden."
- Dante Alighieri, Göttliche Komödie XXXII Purgatorium (Fegefeuer)


"Der Zwietrachtstifter Mohammed" und Ali, der Kalif, der die Mohammedaner in zwei Sekten spaltete [6]:

"Und Ärgernis und Zwiespalt haben alle,
die du hier siehst, erregt in ihrem Leben" 
- Dante Alighieri

 

4. "Wer aufmerksam Philosophie studiert"


Dante meint "Wer aufmerksam Philosophie studiert" und den Aristoteles in unverfälschter Form verinnerlicht, erhält die richtige Geistesnahrung [7].

"Schlag nach in deinem Buche Physica,
so findest du nach kurzem Blättern schon,
dass eure Kunst der Meisterin Natur,
so weit sie es vermag, als Schülerin nachfolgt...
Von diesen zwei, Natur und Kunst, bedenk, wie's in der Genesis am Anfang heisst,
soll sich der Mensch ernähren und sich mehren.
Der Wucherer jedoch geht andere Wege,
hegt andere Hoffnung und verschmäht Natur
in ihrem Wesen wie in ihrer Schülerin." - Dante Alighieri
Mit seinem Wort: "Wir dürfen nicht denen folgen, die uns Menschen raten, über menschliche Dinge zu denken, sondern wir müssen, soweit wir nur immer können, Unsterbliche werden" verkündet Aristoteles das zentrale Mysterien-Prinzip der Einweihung, welche die Seele aus der Todgebundenheit in das Licht der Unsterblichkeit führt. [8]

Die Hauptinhalte der Mysterienweisheit umfassen zehn Wissensgebiete. Aristoteles hat diese zehn "Fakultäten" der alten Mysterienschulen zu seinen zehn Kategorien abstrahiert: 1. Raum (Astronomie, Seelen nach ihrem Tod und vor ihrer Geburt), 2. Zeit (Geschichte, Welt- und Menschheitsevolution), 3-4. Tun, Leiden (Urschöpfung, das Böse als hemmende Mächte, Schmerz), 5. Habitus (durchgeistigte Aura), 6. Quantität (Harmonie der Welt), 7. Situs (Weltensphären, Schichtenlehre), 8. Qualität (Elementenlehre), 9. Substanz (Hierarchien), 10. Relation (Zusammenwirken der Wesen). [9]

Goethe hat dieses Miteinander und Ineinander der geistigen Wesen in den Worten ausgedrückt [10]:

"Wie alles sich zum Ganzen webt,
Eins in dem andern wirkt und lebt!
Wie Himmelskräfte auf und nieder steigen
Und sich die goldnen Eimer reichen!
Vom Himmel durch die Erde dringen,
Harmonisch all das All durchklingen." - Goethe
Ähnlich lässt sich die aristotelische Kategorienlehre auch auf die christliche Logosweisheit beziehen. So können zum Beispiel die Kategorien Passio (Leiden) und Actio (Tun) auf Karfreitag und Ostern bezogen werden. Christus, der "neue Adam" bereitet die neue Schöpfung vor, in die der Mensch durch seine Verbindung zu Christus einbezogen wird. Wie die "Vater-Schöpfung" als "Schöpfung aus dem Nichts" die höchste Tat einer vergangenen Welt darstellt (obwohl manche Sekten wie der Islam immer noch krampfhaft daran festhalten), so ist die Auferstehung die höchste Tat der neuen Welt. Ostern bedeutet Aktivität als ein höchstes Tun, von dem alles andere Tun ausgeht. Die Kategorie Situs kann auf das Fest Christi Himmelfahrt bezogen werden. Christus steigt zu einer höheren Daseinsphäre auf. "Er sitzt zur Rechten Gottes". Die aristotelische Kategorie Habitus, Bekleidetsein oder Anhaben kann auf Pfingsten bezogen werden. Paulus spricht es deutlich aus: "Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit." Weiter könnte man Epiphanias auf die Kategorie Qualität beziehen: Christus bringt die wahren Qualitäten des Menschen auf die Erde. [11]
"Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden als falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeugt hätten, er hätte Christum auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden. So sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun ist aber Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus; darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird; danach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater überantworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er "alle seine Feinde unter seine Füße lege". Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. ... Was machen sonst, die sich taufen lassen über den Toten, so überhaupt die Toten nicht auferstehen? Was lassen sie sich taufen über den Toten? Und was stehen wir alle Stunde in der Gefahr? Bei unserm Ruhm, den ich habe in Christo Jesu, unserm Herrn, ich sterbe täglich. Habe ich nach menschlicher Meinung zu Ephesus mit wilden Tieren gefochten, was hilft's mir? So die Toten nicht auferstehen, "laßt uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!"  Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze verderben gute Sitten. Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! Denn etliche wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande. Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit welchem Leibe werden sie kommen? Du Narr: was du säst, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der andern eines. Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch; sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehs, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper; aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Ist ein natürlicher Leib, so ist auch ein geistlicher Leib. Wie es geschrieben steht: der erste Mensch, Adam, "ward zu einer lebendigen Seele", und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der Herr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Das sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber das Verwesliche wird anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. [12]
Für die damalige Zeit war es revolutionär, zu fordern, die Gelehrten sollten in ihrer Muttersprache schreiben statt in Latein. Dante warf den Gelehrten seiner Zeit vor, dass sie das Wissen nicht zu ihrem Gebrauch erlangen, sondern "um dadurch Geld und Ehre zu erwerben". Sie würden "so sehr zum Geiz neigen, dass sie von jener Erhabenheit der Seele entfernt sind." Daraus resultiere letztlich eine "Blindheit des Unterscheidungsvermögens" und eine "Feigheit des Geistes (Kleinmut)". Es betrifft auch jene, die sich spezialisiert haben auf einen bestimmten Beruf zum Broterwerb wie manche Politiker, "und sich nicht darum sorgen, andere Dinge unterscheidend wahrzunehmen"; darum ist es ihnen unmöglich, Unterscheidungsvermögen zu haben. [13]
"Bezüglich der ersten kann man folgendermaßen argumentieren. So wie der sinnliche Teil der Seele seine Augen hat, mit denen die Seele die Unterschiede der Dinge, insofern diese äusserlich farbig sind, wahrnimmt, so hat der vernünftige Teil der Seele sein Auge, mit dem er den Unterschied der Dinge, insofern sie auf ein Ziel hingeordnet sind, wahrnimmt; und dies ist das Unterscheidungsvermögen. Und wie der, dessen sinnliche Augen blind sind, sich immer gemäß den anderen bewegt, wenn er das Gute und das Schlechte beurteilt, so geht jener, der bezüglich des Lichtes des Unterscheidungsvermögens blind ist, in seinem Urteil immer dem Geschrei nach, entweder richtig oder falsch; falls der Führer blind ist, ist es so, dass er und der andere Blinde, der sich an ihn anlehnt, zu einem schlechten Ende kommen. Deshalb steht geschrieben, dass 'der Blinde den Blinden führen wird, und so werden beide in den Graben fallen." [14] - Dante Alighieri, Convivio I
Schon früher, aber vor allem jetzt ist die Menschheit belehrt worden, und zwar "vom Kaiser des Universums und dieser ist Christus, Sohn des höchsten Gottes und Kind der Jungfrau Maria.... Er war das Licht, das in der Finsternis leuchtet, wie der Evangelist Johannes sagt, und er sagte uns die Wahrheit über jene Dinge, die wir ohne ihn weder wissen noch wirklich sehen konnten." Dies betrifft alle Geschöpfe des Universums, auch die Hierarchien geistiger Geschöpfe: "Die erste Ordnung ist die der Engel, die zweite die der Erzengel, die dritte die der Throne; und diese drei Ordnungen machen die erste Hierarchie aus ... darauf folgen die Herrschaften, danach die Tugenden, schliesslich die Fürstentümer: und diese bilden die zweite Hierarchie. Über diesen sind die Mächte und die Cherubime und über allen sind die Seraphime: und diese bilden die dritte Hierarchie.... Die Zahlen, die Ordnungen und die Hierarchien erzählen die beweglichen Himmel, die neun sind, und der zehnte verkündet die Einheit und die Festigkeit Gottes. Und deshalb sagt der Psalmist: 'Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Himmelsgewölbe verkündet das Werk seiner Hände."  [15]
"Wenn man daher sagt, dass der Mensch lebt, muss man darunter verstehen, dass der Mensch die Vernunft gebraucht ... und deswegen lebt, wer sich von der Vernunft trennt und nur die Sinnesseite benützt, nicht wie ein Mensch, sondern er lebt wie ein Tier, oder wie der hervorragende Boethius sagt: Er lebt wie ein Esel." [16] - Dante Alighieri, Convivio II
Die islamische Lehre vom Menschen und der geistigen Seele sollten für das christliche Abendland verhängnisvoll sein; Averroes und seine Schüler behaupteten, sie sei eine in allen, wodurch folgerichtig die menschliche Persönlichkeit und die Unsterblichkeit aufgehoben wurden. Die Philosophie des Aristoteles und Thomas von Aquin sind ein wichtiger Ausgangspunkt für Dante [17] 
"Ich sage, dass von allen Dummdreistigkeiten jene die dümmste, niedrigste und schädlichste ist, die nicht glaubt, dass nach diesem Leben ein anderes Leben ist; denn wenn wir die Schriften, sowohl jene der Philosophen wie auch jene der anderen weisen Schriftsteller durchgehen, so stimmen alle darin überein, dass in uns ein immerwährender Teil ist. Und dies scheint besonders Aristoteles in jenem Buch 'Über die Seele' zu denken... Weiter versichert es die allerwahrste Lehre des Christus, die der Weg, die Wahrheit und das Licht ist: Weg, weil wir durch sie ohne Hindernis zum Glück jener Unsterblichkeit gelangen; Wahrheit, weil sie an keinem Fehler leidet; Licht, weil sie uns in der Dunkelheit des weltlichen Unwissens leuchtet." [18] - Dante Alighieri, Convivio II
Früher wurde an Höfen Tugend und feine Sitten gepflegt, so wie "heute das Gegenteil gepflegt wird". Dieser Begriff wurde von den Höfen losgelöst und Höflichkeit zu sagen, wurde gleichbedeutend mit am Hof üblich. "Dieser Begriff, würde er heute von den Höfen abgeleitet, vor allem von den italienischen, würde nichts anderes besagen als Schändlichkeit." Heute lässt sich diese Art von Höflichkeit bei manchen Politikern und Managern beobachten.
"Besser wäre es für die beklagenswerten Grossen, diese Verrückten, Dummen und Lasterhaften, von niederer Herkunft zu sein, so dass sie weder in dieser Welt noch danach derart verflucht würden. Wahrhaftig an diese gewandt sagt Salomon im Prediger: 'Und ein anderes, allerschlimmstes Gebrechen sah ich unter der Sonne, nämlich Reichtum, der von seinem Herrn schlecht bewahrt wurde'" [19] - Dante Alighieri, Convivio II

 

5. Wenn die Moralphilosophie aufhört ordnend einzugreifen, erhalten wir eine gewissenlose Naturwissenschaft, so wie wir sie heute in weiten Teilen schon haben, die bedenkenlos mit Atomkraft, Gentechnik, Klonen, Schul- und Biotech-Medizin etc. hantiert ohne das Ende zu bedenken

Von den vergänglichen Dingen handelt die Physik, von den unvergänglichen Dingen handelt die Metaphysik. Die Moralphilosophie ordnet uns, wie Thomas von Aquin sagt, auf die anderen Wissenschaften hin. Wenn die Moralphilosophie aufhört ordnend einzugreifen, erhalten wir eine gewissenlose Naturwissenschaft, so wie wir sie heute in weiten Teilen schon haben, die bedenkenlos mit Atomkraft, Gentechnik, Klonen, Schul- und Biotech-Medizin etc. hantiert ohne das Ende zu bedenken. [20]
"Und tatsächlich wäre hier unten kein Werden und Leben von Lebewesen und von Pflanzen; es gäbe weder Nacht noch Tag, noch gäbe es Wochen, Monate und Jahre, sondern das ganze All wäre ungeordnet und die Bewegung der anderen Himmel wäre vergebens. Und nicht anders wären, würde die Moralphilosophie aufhören, die anderen Wissenschaften eine gewisse Zeitlang verborgen und es gäbe weder Werden von Glück noch glückliches Leben, und vergebens wären sie niedergeschrieben und im Altertum erfunden worden." [21] - Dante Alighieri, Ib.
So ist die jene Seele, die all diese Vermögen umfasst und vollkommener ist als all die anderen, die menschliche Seele, die durch "Edelkeit des letzten Vermögens, d.h. der Vernunft, gemäß der Art der immerwährenden Intelligenz an der göttlichen Natur teilhat; denn die Seele wird in jenem höchsten Vermögen so sehr veredelt und vom Stoff befreit, dass das göttliche Licht wie in einem Engel in sie hineinstrahlt: und deswegen wird der Mensch von den Philosophen göttliches Lebewesen genannt." Natürlich gibt es viele Menschen, die bezüglich des vollkommensten Teils mangelhaft erscheinen; deshalb werden solche auf Lateinisch Geistlose (amens) und Verrückte (demens) genannt. So kann Lachen auch in "Hühnergegacker" ausarten, und der Mensch sich benehmen "beinahe wie ein beliebiges Tier nur gemäß der Erscheinung, ohne die Wahrheit zu unterscheiden." Auch dürfe man jenen nicht wahren Philosoph oder Wissenschaftler nennen, der aufgrund der Nützlichkeit Freund der Weisheit ist, so wie es die Juristen sind, die Ärzte, die nicht studieren, um zu wissen, sondern um Geld zu verdienen oder Ansehen zu erwerben. [22]
 
 

6. Vor allem an Mohammedaner und Atheisten lässt er kein gutes Haar, auch hält er es für eine "überaus gefährliche Unterlassung", die schlechte Meinung Boden gewinnen zu lassen

Dante lässt kein gutes Haar an Leuten, die ohne Geist durch die Welt laufen; auch hält er es für eine "überaus gefährliche Unterlassung", die schlechte Meinung Boden gewinnen zu lassen. Vor allem an Mohammedaner und Atheisten gerichtet schreibt er: "Und ihr dümmstes und niedrigstes Viehzeug, die ihr nach Menschenart weidet, die ihr euch anmaßt, gegen unseren Glauben zu sprechen, und die ihr ... wissen wollt, was Gott, was soviel Klugheit geordnet hat. Seid verflucht und eure Anmaßung und wer an euch glaubt!" Überall in der damaligen Literatur, zum Beispiel im Alten Testament wird auf die Wurzel des Stammes Mariens hingedeutet und auf die Ankunft des Christus, nirgends jedoch ist die Rede von einem zukünftigen Propheten Mohammed und seiner Lehre, höchstens wird vor falschen Propheten gewarnt. [23]
"Und es wird ein Reis aufgehen von dem Stamm Jesse und eine Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen, auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und Wohlgeruch wird ihm sein die Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nach dem was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen, nach dem was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen." [24]

"Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist, und dessen Fürsten in der Frühe tafeln! . Wohl dir, Land, dessen König edel ist, und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen, zur Stärke und nicht zur Lust!" [25]

"Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist. Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will. Sprichst du: "Siehe, wir verstehen's nicht!" meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk? Iß, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse. Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein. Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht. Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück. Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück; der Herr möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden. Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen. Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen." [26]

"Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte.  Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!" [27]

Die christliche Aussage ist stärker und sie ist die "Zerstörerin jeder Verleumdung". Dante unterscheidet "drei grässliche Krankheiten im Geist der Menschen." Die erste ist durch natürliche Prahlerei verursacht. Dagegen ist auch schon Thomas von Aquin, besonders in Hinblick auf die "Herumirrenden", die Mohammedaner, vorgegangen: "Viele sind bezüglich ihres Talents derart anmaßend, dass sie glauben, mit ihrem Intellekt alle Dinge abmessen zu können, und sie meinen, dass alles wahr ist, was ihnen scheint, und alles falsch ist, was ihnen nicht scheint." Folgerichtig kritisiert Dante ähnlich wie Thomas von Aquin die mohammedanischen Philosophen Averroes, Alghazali, Avicenna und meint daher komme es, dass sie nie zu Bildung gelangen. Da sie glauben, von sich aus genügend gebildet zu sein, würden sie auch nie fragen oder zuhören, sondern sie wünschen, gefragt zu werden, und wenn die Frage vorgetragen sei, würden sie schlecht antworten. Die zweite Krankheit sei durch natürlichen Kleinmut verursacht. Viele seien so "niederträchtig hartnäckig", dass sie nicht glauben können, dass man durch sich oder durch andere Dinge wissen könne; und diese würden auch nie für sich suchen, noch überlegen oder sich um das kümmern, was andere sagen. Gegen diese wendet sich schon Aristoteles, wenn er sagt, dass sie "ungenügende Hörer der Moralphilosophie" seien. Die dritte Krankheit sei durch die natürliche Leichtigkeit verursacht. Noch ehe sie logisch folgern, hättten sie bereits den Schluss gezogen. [28]
 

7. Kunst, Dichtkunst und Musik

"Von diesen zwei, Natur und Kunst, bedenk, wie's in der Genesis am Anfang heisst,
soll sich der Mensch ernähren und sich mehren.
Der Wucherer jedoch geht andere Wege,
hegt andere Hoffnung und verschmäht Natur
in ihrem Wesen wie in ihrer Schülerin." - Dante Alighieri
Auch folgende Zitate könnten von Dante sein, sind aber von Giulio Pancieri bzw. Georg Friedrich Händel hat die Worte Anna von Österreich, Königin von Spanien und einen Narren sprechen lassen [29]:

"Move i passi ale ruine, chi per guido ha un cieco infante. Il bendato, ch'arme stampa, spessoinciampa, ne'fermezzo un Diovolante." / "He who has the blind god as his guide is headed straigt for ruin. The blindfolded lover stumbles and falls on his way: steadfastness is not an attribute of the winged god."

"Ogni agnascia fuggira, il tormento cedera a le smasie del diletto." / "All lack of knowledge will flee, and torment will cease with true love's delight and desire."

"Kommt, vermehrt der Torheit Ruhm, denn der meiste Teil auf Erden muss mir untertänig werden." / "Come, multiply the fame and praise of folly, for the greatest part of the earth is under my rule."

"Dich und die Mutter räche, o heilger Jungfrau Kind,
An allen, die da euers  Erblandes Feinde sind,
Den Christen wie den Heiden sei nicht im Zorn gelind!
Es sind nicht nur die Heiden, die Ärgernis dir geben,
An allen räch dich, Heiland, die übel dir gesinnt.
Die Heiden sinds, die offen sich wider dich erheben,
Doch sie gestehn es frei, dass sie für dich nicht leben:
Viel schlimmer sind, die heimlich nach Heidenfreundschaft streben!" - Walter von der Vogelweide
Ariosto und Montaigne beklagen ähnlich wie Dante, dass es heute mehr obrigkeitliche Personen und Gesetze gibt, als Leute oder Handlungen [30]:
"Di cittatorie piene e di libelli,
D'essamine e di carte, di procure
Hanno le mani e il seno, egan fastelli
Di chose, di consigli, et di letture,
Per cui le faculta de poverelli
Non sono mai ne le citta sicure,
Hanno dietro e dinanzi e d'ambi i lati,
Nota i Procuratori, et Advocati." - Ariosto

 

8. Dante-Jahr 2021: 700. Todestag des Nationaldichters

Dante Alighieri, der Verfasser eines der wichtigsten Werke mittelalterlicher Literatur, dessen 700. Todestag 2021 begangen wird, wurde 1265 in Florenz geboren, verbrachte dort den Großteil seines Lebens und starb am 14. September 1321 im Exil in Ravenna. In Florenz gibt es das Dante-Museum, die Kirche Santa Margherita de’ Cherci, in der Dante heiratete und erstmals seine angebetete Beatrice erblickt haben soll, außerdem weisen Gedenktafeln darauf hin, dass der Ort, an dem man gerade steht, Erwähnung in der „Göttlichen Komödie“ findet. Anders als Florenz hat Ravenna bisher der Versuchung widerstanden, aus Dante ein Souvenir zu machen. Auch in Ravenna kann man ein Dante-Museum besuchen. Außerdem gibt es das Dante-Zentrum mit Spezialbibliothek, die von Dante angeblich vielbesuchte Basilika San Francesco, das sogenannte Quadrarco di Braccioforte, wo Dantes Überreste während des Zweiten Weltkriegs versteckt waren, und das kleine, pünktlich zum Gedenkjahr renovierte Mausoleum, wo seine Gebeine heute ruhen. Ginge es nach den Florentinern, deren Vorfahren Dante 1302 verbannten und bald darauf zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilten, lägen sie längst in der Basilika Santa Croce. Florenz erhebt seit Jahrhunderten immer wieder Anspruch auf die sterblichen Überreste. "Damals, im Jahr 1519, war es Florenz fast gelungen, des Dichters habhaft zu werden. Papst Leo X., ein Familienmitglied der Medici, hatte erlaubt, zurückzubringen, was von Dante übrig wäre. Die Delegation fand die Gruft leer vor. Die Franziskanermönche hatten die Gebeine in Sicherheit gebracht und so gut versteckt, dass sie erst 1865 wiedergefunden wurden. Sie verschwanden abermals, als es darum ging, sie vor den Truppen Napoleons und den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs zu schützen. Es heißt, jedes Mal seien Knochenstaub und Knochensplitter entwendet und als Reliquien unter den VIPs der jeweiligen Zeit verteilt worden. Der Bildhauer Enrico Pazzi etwa, der Schöpfer der monumentalen Dante-Statue vor Santa Croce, soll auf diese Weise in den Besitz eines Stückchens Dante gekommen sein."  Auch Rom, Arezzo, Pisa, Bologna, Forlì und Verona haben Projekte vorbereitet. Der Startschuss der Feierlichkeiten fällt um den 25. März, wenn in Italien der vor zwei Jahren ins Leben gerufene „Dante-Tag“ gefeiert wird. Das Datum markiert den Auftakt von Dantes Reise durch die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies, wohingegen sein Geburtsdatum bis heute im Dunkeln liegt. "In Florenz haben sich mehr als dreißig Institutionen zusammengeschlossen, um Dante und dessen Beziehung zu Florenz zu huldigen – oder womöglich etwas wiedergutzumachen. Das Ergebnis ist eine Fülle von Ereignissen, die dem Dichter sicherlich Tränen der Rührung in die Augen treiben würde." Ein Schwerpunkt liegt auf den bildenden Künsten. Unbedingt ansehen sollte man sich die wunderbaren Zeichnungen des Manieristen Federico Zuccari, angefertigt im 16. Jahrhundert als Illustration der „Göttlichen Komödie“. Sie sind seit dem 1. Januar in der virtuellen Ausstellung „A riveder le stelle“ auf der Homepage der Uffizien zu sehen und ein Schatz, der bis dato nur in Teilen und nur zweimal überhaupt öffentlich gezeigt worden ist. [31]

Weitere Projekte sind eine komplette Lesung der „Göttlichen Komödie“ an zwanzig Abenden im Teatro Goldoni, eine Konzertproduktion unter der Regie von Riccardo Muti sowie die Uraufführung eines Dante gewidmeten Stücks unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta. Die italienische Sprachgesellschaft Accademia della Crusca wird im Kreuzgang von Santa Maria Novella den Einfluss von Dantes Werk auf die italienische Sprache dokumentieren. Tatsächlich hat schon die Nachricht, welche Meisterwerke zu sehen sein werden, für Begeisterung gesorgt: das Dante-Porträt von Cristofano dell’Altissimo, gemalt für die von Cosimo I. de’ Medici in Auftrag gegebene Serie über berühmte Persönlichkeiten, Pontormos „Vertreibung aus dem Garten Eden“; eine Zeichnung von Michelangelo, die einen Verdammten im Inferno der „Göttlichen Komödie“ darstellt; die Zeichnungen von Federico Zuccari, die derzeit auf der Internetseite der Uffizien zu sehen sind, eine Marmorbüste von Vergil sowie eine der jüngsten Errungenschaften der Uffizien, das Gemälde „Francesca da Rimini all’Inferno“ von Nicola Monti. Aus den Uffizien anreisen werden auch die Porträts von Alighieri und die „Farinata degli Uberti“ von Andrea del Castagno. Museumsbesucher bekommen sie normalerweise nicht zu Gesicht, da sie in der Kirche San Pier Scheraggio verwahrt werden, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Die Organisatoren der Ausstellung bestehen darauf, die Wahl von Forlì sei aus rein strategischen Gründen erfolgt. Mit der Großausstellung solle ein Territorium aufgewertet werden, das eine natürliche Brücke zwischen der Toskana und der Emiglia Romagna bildet. Forlì selbst hatte nicht im Traum damit gerechnet, während des Dante-Jahres auf dem italienischen Schachbrett der Kultur eine bedeutende Position einzunehmen, und zeigte sich überwältigt. Als habe der Dichter das geahnt, erwähnt er Forlì, wo er Zuflucht fand, nachdem er Arezzo im Herbst 1302 verlassen hatte, in der „Göttlichen Komödie“ als „Stadt, die fest in langer Probe war“. 

Im gerade begonnenen Dante-Jahr soll auch der vielleicht berühmteste Justizfall der Literaturgeschichte, der Prozess gegen Dante Alighieri, wieder aufgerollt werden. "Das jedenfalls fordert Sperello di Serego Alighieri, Astrophysiker
und Nachkomme des Dichters in neunzehnter Generation. Seinem „geliebten Vorfahren“, der 1302 in Florenz wegen „Unwahrheit“, „Bosheit“ und „Tauschhandel“ – also Korruption – zur Verbannung sowie später zum Tode verurteilt wurde, sei Unrecht widerfahren. Der Wissenschaftler ist überzeugt: Es war ein politischer Prozess. Die Anwälte, eine Florentiner Kanzlei, sind schon am Werk. Laut italienischer Strafprozessordnung kann ein rechtskräftiges Urteil tatsächlich selbst nach mehr als 700 Jahren auf Antrag überprüft werden. Eine Frist gibt es nicht, erforderlich sind lediglich neue Beweise. Aber welche könnten das sein? Es steht außer Frage, Florenz war damals ein Haifischbecken, und die politischen Parteien nutzten jede Gelegenheit, um ihre Gegner zu diskreditieren. Genauso ist überliefert, dass Dante in Kreisen verkehrte, in denen Vetternwirtschaft durchaus üblich war. Ansonsten weiß man wenig über ihn. Man muss sich an die „Göttliche
Komödie“ halten, sie ist Dantes wahre Autobiographie, erzählt von Freunden, Feinden, Vorbildern. Dante spiegelt sich in vielen seiner Figuren. Angesichts der jüngsten Entwicklung ist es womöglich aufschlussreich, wie er die Tauschhändler, die Verdorbenen, inszeniert. Sie wirken eher grotesk als schuldig, ihre Darstellung ist nicht frei von Sympathie. Ein besonderes Schlitzohr ist Ciampolo, der den Dämonen genauso entwischt wie Dante seinerzeit den Behörden. Sollten die Dämonen des Dichters nun de jure zurückgepfiffen werden, könnte das jene Wendung sein, auf die er bis an sein Lebensende hoffte. Er wäre nicht der erste toskanische Gelehrte, der späte Gerechtigkeit erfährt. Nach mehr als dreihundert Jahren wurde 1992 der einstige Ketzer Galileo Galilei von Papst Johannes Paul II. rehabilitiert. Die eingesetzte Kommission benötigte für ihr Urteil ganze 23 Jahre. Auch Italiens Justiz ist nicht für Schnelligkeit bekannt. Im Falle Dantes, zumal im Jubiläumsjahr, übertrifft sie sich vielleicht selbst. Vor allem Florenz würde nichts lieber tun, als Dante in einer großen Versöhnungsgeste an die Brust zu drücken." [32]
 
 

9. Warum sperren die sozialen Netzwerke Instagram, Twitter und Facebook gerade die Seiten, die sich mit Dantes Inferno befassen? Vielleicht weil sie als "Islamistophile" glauben, sie könnten als pervertiert und verfälscht gelten und wie der Lügenprophet Mohammed, ebenfalls im Inferno landen 

Nicht nur Cusanus, Thomas von Aquin, Dante, Johannes von Damaskus, sondern auch Cervantes in seinen Komödien ging es um echte Wissenschaft im Gegensatz zur verfälschten Wissenschaft in islamischen Koranschulen bzw. Moscheegemeinden, verursacht durch Muhammads Sakrileg: "porque cuando el sacrilegio a Mahoma se entregó" (denn wenn Muhammad sich ein Sakrileg lieferte). Vom ursprünglichen Sakrileg Muhammads sind alle Muslime betroffen, nicht zuletzt türkische, kurdische und tschtschenische Clans in Deutschland, die sich in den Moscheegemeinden beraten lassen. Nicht nur in der Philosophie wurde von christlicher Seite der Sieg davongetragen, sondern auch die christliche Marine siegte über die Türken (womit auch Kurden und Tschetschen gemeint sind); den Sieg der christlichen Marine ("nuestra Armada") über die Muslime beschreibt Cervantes so: "Los perros de la tierra, en remolinos confusos, con el miedo a las espaldas, huyen y dejan la campaña libre" (Die Hunde der Erde sind in heller Aufregung und verwirrt, voller Angst fliehen sie und verlassen die Kampagne frei), "¡Mahoma la acompañe!" (Mohammed begleitet sie!). [33]

Was ist mit Koranschulen bzw. Moscheegemeinden, in denen sich die Clans beraten lassen? Hier wird nicht nur parallel-Justiz praktiziert, sondern hier soll die Welt nach Allah's Willen geordnet werden, d.h. der  „Dschihadismus“ soll in europäische Länder getragen werden. Hatte man zuvor von „Mudschahedin“ gesprochen, die "als archaisch-noble Widerstandskämpfer galten, verkörperte der Dschihadist nach den Anschlägen vom 11. September 2001 das antiwestliche, terroristische Gewaltpotential des Islams... Einige Jahre später trat der „Salafismus“ als weitere Bedrohung für Demokratie und westlichen Lebensstil ins Licht der Öffentlichkeit. Die Gefahr erschien umso größer, als offenbar wurde, dass Anhänger dieser fundamentalistischen Strömung auch im Westen leben – und dass sie hier systematisch Mission betreiben. Und dass es mitunter ein Zusammenspiel mit dschihadistischen Bewegungen wie dem „Islamischen Staat“ gibt. Jahrelang war die Zahl der Salafisten ein großes Thema in den Verfassungsschutzberichten und in der Berichterstattung." Heute werden Dschihadisten und Salafisten bzw. Islamisten mit dem Begriff „politischer Islam“umschrieben, was Medien, soziale Netzwerke und Kirchen oder Islamwissenschaftler wie Rami Ali nicht davon abhält, den Begriff zu „verharmlosen“. Dazu zählen die sogenannten "Islamistophilen", also neben Facebook-Chef Marc Zuckerberg, der gerne islamkritische Seiten sperrt, auch der Chef des sozialen Netzwerks Twitter, Jack Dorsey, der mit Salafisten-Bart Konten von Islamkritikern sperrt aber die Konten der Islamisten wie Recep Tayyip Erdogan oder des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei duldet, also die Meinungsfreiheit bei Islamisten nicht antastet, obwohl sie den Holocaust leugnen und von einer "Neutralisierung" der nicht-muslimischen Feinde sprechen und die verfolgen, die Kritik an Allah oder Mohammed üben. Auch Pseudokomiker wie Nico Semsrott von den Grünen, der auf keinen Fall duldet, dass Allahs Zöglinge diskriminiert werden, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, will auf keinen Fall, dass sich das islamische Clan-Banditentum in seiner Ehre verletzt fühlt. Er sehe den Begriff kritisch: „Er hat Verhetzungspotential, weil damit Politik mit Gewalt verwechselt wird.“ Muslime hatten extra das Konzept der Islamophobie erfunden, um legitime Kritik am Islam verstummen zu lassen. [33]

Gerade weil Facebook-Chef Marc Zuckerberg, der Facebook für seinen Geldbeutel immer attraktiver, für die Nutzer aber immer unattraktiver macht, vorzugsweise die Seiten sperrt, die sich mit Dantes Inferno beschäftigen, soll hier nocheinmal genauer darauf eingegangen werden. Dante befindet sich nun im Achten Kreis der Hölle bzw. inferno, genannt Malebolge ("Böse Gräben"): die obere Hälfte der Hölle der Betrüger und Böswilligen. Der Achte Kreis ist ein großer Steintrichter, der wie ein Amphitheater geformt ist und um den eine Reihe von zehn tiefen, schmalen, konzentrischen Gräben verläuft, die bolge (Singular: bolgia) genannt werden. Innerhalb dieser Gräben werden diejenigen bestraft, die sich des einfachen Betrugs schuldig gemacht haben. Vom Fuß der Großen Klippe bis zum Brunnen (der den Hals des Trichters bildet) befinden sich große Felsvorsprünge, wie Schirmrippen oder Speichen, die als Brücken über die zehn Gräben dienen. Die Malebolge ist das Bild der Stadt bzw. im übertragenen Sinne der sozialen Netzwerke, in Korruption: der fortschreitende Zerfall jeder sozialen Beziehung, persönlich und öffentlich. Sexualität, kirchliche und bürgerliche Ämter, Sprache, Besitz, Rat, Autorität, psychischer Einfluss und materielle Verflechtung, alle Medien, insbesondere die sozialen Netzwerke, des Austauschs der Gemeinschaft sind pervertiert und verfälscht. Laut Canto XVIII bilden in Bolgia 1 Betrüger und Verführer zwei Reihen, eine an jedem Ufer des Grabens, und marschieren schnell in entgegengesetzte Richtungen, während sie von gehörnten Dämonen für die Ewigkeit gepeitscht werden. In Bolgia 2 geht es um die Schmeichler: Auch sie beuten andere Menschen aus, diesmal missbrauchen und korrumpieren sie die Sprache, um mit den Wünschen und Ängsten anderer zu spielen. Sie sind in Exkremente getaucht (stellvertretend für die falschen Schmeicheleien, die sie auf der Erde erzählten), während sie heulen und untereinander kämpfen. [34]

In Canto XIX geht es um Bolgia 3, die Simonianer: Dante verurteilt nun mit Nachdruck diejenigen, die Simonie oder den Verkauf von kirchlichen Gunstbezeugungen und Ämtern begehen und so aus dem, was Gott gehört, Geld für sich selbst machen: "Die ihr das heilige, für reine Hände / bestimmte Gut des Herrn verderbt um Gold / und Silber, Simon, Zauberer und Verführer, / für dich und deine räuberische Bande, / die ihr im dritten dieser Gräben steckt, / soll jetzt zum Aufruf die Trompete schmettern!" Die Sünder werden mit dem Kopf nach unten in runde, röhrenförmige Löcher im Felsen gelegt (entwürdigende Verhöhnungen von Taufbecken), wobei die Flammen ihre Fußsohlen verbrennen. Die Hitze des Feuers steht im Verhältnis zu ihrer Schuld. Das Gleichnis der Taufbecken gibt Dante eine zufällige Gelegenheit, seinen Namen von einer Anschuldigung der böswilligen Beschädigung des Taufbeckens im Baptisterium von San Giovanni reinzuwaschen. Simon Magus, der dem Heiligen Petrus Gold im Tausch gegen heilige Macht anbot und nach dem die Sünde benannt ist, wird hier erwähnt. Einer der Sünder, Papst Clemens V., eine Marionette von König Philipp IV. von Frankreich, der den päpstlichen Stuhl nach Avignon verlegt und damit das Papsttum von Avignon (1309–77) einleitet und die Templer verfolgen ließ. Dante prangert die simoniacalische Korruption in der Kirche an. [35]

In Canto XX und Bolgia 4 geht es um Hexenmeister und falsche Propheten: In der Mitte der Brücke der vierten Bolgia blickt Dante auf die Seelen von göttlichen Weissagern, Wahrsagern, Astrologen und anderen falschen Propheten herab. Die Strafe für diejenigen, die versucht haben, "Gottes Vorrecht durch das Erforschen der Zukunft an sich zu reißen", besteht darin, dass ihre Köpfe auf ihren Körpern herumgedreht werden; in dieser schrecklichen Verdrehung der menschlichen Form sind diese Sünder gezwungen, für die Ewigkeit rückwärts zu gehen, geblendet von ihren eigenen Tränen. Dies bezieht sich zwar in erster Linie auf den Versuch, mit verbotenen Mitteln in die Zukunft zu sehen, symbolisiert aber auch die verdrehte Natur der Magie im Allgemeinen. Dante weint vor Mitleid, und Virgil weist ihn zurecht: "Hier lebt das Mitleid nur, wenn es tot ist; / denn wer kann pietätloser sein als der, / der Gottes Urteil mit Passivität verbindet?" Virgil erklärt ausführlich die Gründung seiner Heimatstadt Mantua. Zu den Sündern in diesem Kreis gehören König Amphiaraus (einer der Sieben gegen Theben; da er seinen Tod im Krieg voraussah, versuchte er, ihn abzuwenden, indem er sich vor der Schlacht versteckte, aber bei einem Erdbeben starb, als er versuchte zu fliehen) und zwei thebanische Wahrsager: Tiresias (in Ovids Metamorphosen III, 324–331 wurde Tiresias in eine Frau verwandelt, als er zwei sich kuppelnde Schlangen mit seinem Stab schlug; sieben Jahre später wurde er bei einer identischen Begegnung wieder in einen Mann verwandelt) und seine Tochter Manto. Ebenfalls in dieser Bolgia sind Aruns (ein etruskischer Wahrsager, der den Sieg Caesars im römischen Bürgerkrieg in Lucans Pharsalia I, 585–638, vorhersagte), der griechische Augur Eurypylus, die Astrologen Michael Scot (diente am Hof Friedrichs II. in Palermo) und Guido Bonatti (diente am Hof von Guido da Montefeltro) sowie Asdente (ein Schuhmacher und Wahrsager aus Parma). [36]

In Canto XXI und Bolgia 5 geht es um Korrupte Politiker, die durch den Handel mit öffentlichen Ämtern zu Geld gekommen sind (das politische Analogon zu den Simoniacs), werden in einen See aus kochendem Pech getaucht, der die klebrigen Finger und dunklen Geheimnisse ihrer korrupten Geschäfte repräsentiert. Sie werden von Dämonen namens Malebranche ("Böse Klauen") bewacht, die sie mit Klauen und Enterhaken in Stücke reißen, wenn sie sie oberhalb der Oberfläche des Pechs erwischen. Die Dichter beobachten, wie ein Dämon mit einem veredelten Senator von Lucca ankommt und ihn in das Pech wirft, wo sich die Dämonen auf ihn stürzen. Virgil sichert sich das Geleit des Anführers der Malebranche, genannt Malacoda ("Böser Schwanz"). Er informiert sie, dass die Brücke über den Sechsten Bolgia zerbrochen ist (als Folge des Erdbebens, das die Hölle beim Tod Christi im Jahr 34 n. Chr. erschütterte), dass es aber eine andere Brücke weiter gibt. Er schickt eine Gruppe von Dämonen, angeführt von Barbariccia, um sie sicher zu eskortieren.  in der letzten Zeile von Canto XXI wird das Zeichen für ihren Marsch durch einen Furz gegeben: Ein Oberteufel gab Signal mit seinem Hintern. [37]

In Canto XXII wird einer der Schmarotzer, ein nicht identifizierter Navarrese (von frühen Kommentatoren als Ciampolo identifiziert), von den Dämonen ergriffen, und Virgil befragt ihn. Der Sünder spricht von seinen Miträubern, Bruder Gomita (ein korrupter Mönch in Gallura, der schließlich von Nino Visconti gehängt wurde, weil er Bestechungsgelder angenommen hatte, um Gefangene entkommen zu lassen) und Michel Zanche (ein korrupter Vikar von Logodoro unter König Enzo von Sardinien). Er bietet an, einige seiner Leidensgenossen in die Hände der Dämonen zu locken, und als sein Plan angenommen wird, flieht er zurück auf das Spielfeld. Alichino und Calcabrina beginnen eine Schlägerei in der Luft und fallen selbst in das Pech, und Barbariccia organisiert eine Rettungsgruppe. Dante und Virgil nutzen die Verwirrung, um sich davonzuschleichen. [38]

Canto XXIII und Bolgia 6 behandelt die Heuchler: Die Dichter entkommen dem verfolgenden Malebranche, indem sie die schräge Böschung der nächsten Grube hinunterrutschen. Hier finden sie die Heuchler, die in bleiernen Gewändern lustlos auf einem schmalen Weg in die Ewigkeit laufen. Die Gewänder sind außen glänzend vergoldet und haben die Form einer Mönchskutte – die äußere Erscheinung des Heuchlers "glänzt hell und geht als Heiligkeit durch, aber unter dieser Schau liegt das schreckliche Gewicht seines Betrugs", eine Falschheit, die sie niederdrückt und ihnen geistigen Fortschritt unmöglich macht. Dante spricht mit Catalano dei Malavolti und Loderingo degli Andalò, zwei Brüdern aus Bologna, die dem Orden der Jovialbrüder angehören, einem Orden, der in dem Ruf stand, seine Gelübde nicht einzuhalten, und der schließlich per päpstlichem Dekret aufgelöst wurde. Bruder Catalano weist auf Kaiphas hin, den Hohepriester Israels unter Pontius Pilatus, der den Pharisäern riet, Jesus zum Wohle der Allgemeinheit zu kreuzigen (Joh 11,49–50). Er selbst wird mit drei großen Pfählen an den Boden der Hölle gekreuzigt, und zwar in einer solchen Position, dass jeder vorbeigehende Sünder auf ihn treten muss: er "muss auf seinem Körper das Gewicht der ganzen Heuchelei der Welt ertragen". Die Jovial-Brüder erklären Virgil, wie er aus der Grube klettern kann; Virgil entdeckt, dass Malacoda ihn über die Brücken über den Sechsten Bolgia belogen hat. [39]

Canto XXIV und Bolgia 7 behandelt die Diebe: Dante und Virgil verlassen die Bolgia der Heuchler, indem sie auf die zerstörten Felsen einer Brücke klettern, die durch das große Erdbeben zerstört wurde, und gehen dann über die Brücke der siebten Bolgia auf die andere Seite, um den nächsten Abgrund zu betrachten. Die Grube ist mit monströsen Reptilien gefüllt: Die Schatten der Diebe werden von Schlangen und Eidechsen verfolgt und gebissen, die sich um die Sünder winden und ihnen die Hände auf dem Rücken binden. Der ganze Schrecken der Strafe der Diebe wird allmählich enthüllt: So wie sie im Leben anderen Menschen die Substanz gestohlen haben, wird hier ihre eigene Identität zum Gegenstand des Diebstahls. Ein Sünder, der sich widerwillig als Vanni Fucci zu erkennen gibt, wird von einer Schlange an der Halsvene gebissen, geht in Flammen auf und formt sich aus der Asche wie ein Phönix neu. Vanni erzählt eine dunkle Prophezeiung gegen Dante. [40]

In Canto XXV schleudert Vanni Gott eine Obszönität entgegen, woraufhin sich die Schlangen über ihn hermachen. Der Zentaur Cacus kommt, um den Unglücklichen zu bestrafen; er hat einen feuerspeienden Drachen auf seinen Schultern und Schlangen, die seinen Pferderücken bedecken. (In der römischen Mythologie wurde Cacus, der monströse, feuerspeiende Sohn Vulkans, von Herkules getötet, weil er das Vieh des Helden überfallen hatte; in der Aeneis VIII, 193–267 beschreibt Virgil ihn nicht als Zentaur). Dante trifft dann fünf edle Diebe von Florenz und beobachtet ihre verschiedenen Verwandlungen. Agnello Brunelleschi, in menschlicher Gestalt, wird mit der sechsbeinigen Schlange, die Cianfa Donati ist, verschmolzen. Eine Figur namens Buoso (vielleicht entweder Buoso degli Abati oder Buoso Donati) erscheint zunächst als Mann, tauscht aber die Gestalt mit Francesco de' Cavalcanti, der Buoso in Form einer vierfüßigen Schlange beißt. [41]

In Canto XXVI und Bolgia 8 geht es um die Berater des Betrugs: Dante richtet ein leidenschaftliches Klagelied an Florenz, bevor er sich der nächsten Bolgia zuwendet. Hier bewegen sich betrügerische Berater oder böse Ratgeber umher, versteckt in einzelnen Flammen. Es handelt sich dabei nicht um Menschen, die falsche Ratschläge gaben, sondern um Menschen, die ihre Position dazu nutzten, anderen zu raten, sich auf Betrug einzulassen. Odysseus und Diomedes werden gemeinsam in einer großen doppelköpfigen Flamme bestraft; sie werden für die List des Trojanischen Pferdes (die zum Fall von Troja führte), für die Überredung von Achilles, nach Troja zu segeln (wodurch Deidamia vor Kummer starb) und für den Diebstahl der heiligen Statue der Pallas, des Palladiums (von dem, so glaubte man, das Schicksal Trojas abhing), verurteilt. Odysseus, die Figur im größeren Horn der Flamme, erzählt die Geschichte seiner letzten Reise. [42] 

Im Canto XXVII wird Dante von Guido da Montefeltro, dem Oberhaupt der Ghibellinen der Romagna, angesprochen und um Neuigkeiten aus seinem Land gebeten. Dante antwortet mit einer tragischen Zusammenfassung des aktuellen Zustands der Städte der Romagna. Guido erzählt dann sein Leben: er riet Papst Bonifaz VIII., der Familie Colonna, die sich 1297 in der Burg von Palestrina im Lateran eingemauert hatte, eine falsche Amnestie anzubieten. Als die Colonna die Bedingungen akzeptierten und die Burg verließen, machte der Papst sie dem Erdboden gleich und ließ sie ohne Zuflucht zurück. Guido beschreibt, wie der heilige Franziskus, der Gründer des Franziskanerordens, kam, um seine Seele in den Himmel zu holen, nur um einen Teufel zu haben, der Vorrang beanspruchte. Obwohl Bonifatius Guido im Voraus die Absolution für seinen bösen Rat erteilt hatte, weist der Teufel auf die Ungültigkeit hin: Absolution erfordert Reue, und ein Mensch kann nicht gleichzeitig für eine Sünde zerknirscht sein, während er sie zu begehen beabsichtigt. In diesem Canto geht es aber auch darum, dass viele Länder und Städte des nahen Ostens in die Hände der Mohammedaner bzw. Sarazenen fielen, so auch Akre in Syrien im Jahre 1291, während in Europa Christen gegen Christen kämpfen [43] :

"Der Fürst der neuen Pharisäer führte
nicht gegen Sarazenen oder Juden,
nur gegen Christen Krieg im eigenen Haus.
Beim Lateran, dort kämpfte er und nicht
gegen die Heiden, die bei Akre siegten,
noch gegen Händler in des Sultans Landen." - Dante Alighieri, Canto XXVII, Inferno
In dem berümten Canto XXVIII und Bolgia 9 werden die Säer der Zwietracht in die Mangel genommen: In der neunten Bolgia werden die Zwietrachtsäer für alle Ewigkeit von einem großen Dämon mit einem blutigen Schwert zerhackt und verstümmelt; ihre Körper sind geteilt, da ihre Sünde im Leben darin bestand, zu zerreißen, was Gott als Einheit vorgesehen hatte; dies sind die Sünder, die bereit sind, das ganze Gefüge der christlichen Gesellschaft zu zerreißen, um einen sektiererischen Egoismus zu befriedigen. Die Seelen müssen ihre zerstörten Körper durch den Graben schleppen, wobei ihre Wunden im Laufe des Kreislaufs heilen, nur damit der Dämon sie erneut zerreißt. Diese werden in drei Kategorien eingeteilt: 1. religiöse Spaltung und Zwietracht, 2. zivile Unruhen und politische Zwietracht und 3. Familienzwietracht oder Zwietracht zwischen Verwandten. Zur ersten Kategorie gehört Mohammed, der Gründer des Islam: Sein Körper ist von der Leiste bis zum Kinn aufgerissen, und seine Eingeweide hängen heraus. Dante sah in Mohammed die Ursache für eine Spaltung innerhalb des Christentums, nämlich als er und seine Anhänger sich abspalteten und gegen das Christentum kämpften. Dante verurteilt auch Mohammeds Schwiegersohn Ali für die Spaltung der islamischen Sekte. sein Gesicht ist von oben bis unten gespalten. Muhammad bittet Dante, den Schismatiker und Ketzer Fra Dolcino zu warnen. In der zweiten Kategorie sind Pier da Medicina (seine Kehle aufgeschlitzt, die Nase bis zu den Augenbrauen abgeschnitten, eine Wunde, wo eines seiner Ohren war), der römische Tribun Gaius Scribonius Curio (der Caesar riet, den Rubikon zu überschreiten und damit den Bürgerkrieg zu beginnen; seine Zunge wird abgeschnitten), und Mosca dei Lamberti (der die Familie Amidei anstiftete, Buondelmonte dei Buondelmonti zu töten, was zum Konflikt zwischen Guelfen und Ghibellinen führte; seine Arme werden abgehackt). In der dritten Kategorie von Sündern schließlich sieht Dante Bertrand de Born (1140–1215). Der Ritter trägt seinen abgetrennten Kopf an seinen eigenen Haaren herum und schwingt ihn wie eine Laterne. Bertrand soll einen Streit zwischen Heinrich II. von England und seinem Sohn Prinz Heinrich dem jungen König verursacht haben; seine Strafe in der Hölle ist die Enthauptung, da die Trennung von Vater und Sohn einer Abtrennung des Kopfes vom Körper gleichkommt. Zu Mohammed schreibt Dante [44]:
 
"Ein Fass, dem Dauben oder Querholz fehlen,
ist nicht so löchrig wie der Sünder (Mohammed) war,
bei dem's vom Kinn bis an den After klaffte.
Zwischen den Beinen hing ihm das Gedärm.
Herz, Leber, Lunge sah man und den Sack,
der Kot aus allem macht, was wir verschlucken.
Indess ich mit den Augen ihn durchbohre,
blickt er auf mich und öffnet sich die Brust
mit Händen: 'Schau nur!' rufend, 'Selbstzerreißung!
Betrachte den verstümmelten Mohammed!
Der vor mir geht und jammert, ist Ali (der Kalif, der die Mohammedaner in zwei Sekten spaltete), 
das Angesicht vom Kinn zum Schopf zerschlitzt.
Und Ärgernis und Zwiespalt haben alle,
die du hier siehst, erregt in ihrem Leben,
drum sind sie ebenso zerspalten hier.
Dort hinten steht ein Teufel, der zerstückt,
mit Schwertesschärfe jeden dieser Sekte
gar grausam jedesmal, dass uns der Weg
dieselbe Schmerzensstraße führt im Kreis.
Denn immer schließt sich unsere Verwundung,
bevor an ihm vorbei wir wieder kommen.
Jedoch, wer bist du, dass du spähst und schnüffelst
dort auf der Brücke und die Strafe wohl, 
die zugesprochene, verzögern möchtest?'
'Der Tod hat ihn', erwiderte mein Meister (Vergil),
'noch nicht ereilt, noch soll er Sünden büßen.
Damit ihm aber volle Kenntnis werde,
muss ich, der schon Gestorbene, ihn führen
von Kreis zu Kreis hienieden durch die Hölle.
Das ist so wahr wie, dass ich sprech zu dir.'
Es waren mehr als hundert, die das hörten,
und blieben stehn, vergaßen ihre Qual
und staunten aus dem Graben nur nach mit." - Dante, Göttliche Komödie XXVIII Inferno


In Canto XXIX und Bolgia 10 geht es um die Fälscher: Die letzte Bolgia des Achten Kreises, ist die Heimat verschiedener Arten von Fälschern. Als "Seuche" der Gesellschaft sind sie selbst mit verschiedenen Arten von Leiden behaftet: schreckliche Krankheiten, Gestank, Durst, Dreck, Dunkelheit und Geschrei. Einige liegen auf dem Boden, während andere hungrig durch die Grube rennen und andere in Stücke reißen. Kurz vor ihrer Ankunft in dieser Grube gibt Virgil an, dass es ungefähr Mittag des Karsamstags ist, und er und Dante diskutieren über einen von Dantes Verwandten (Geri de Bello) unter den Zwietrachtsäern im vorherigen Graben. Die erste Kategorie von Verfälschern, auf die Dante trifft, sind die Alchemisten (Verfälscher der Dinge). Er spricht mit zwei Geistern, die sich bösartig an ihrem aussätzigen Schorf schrubben und kratzen: Griffolino d'Arezzo (ein Alchemist, der dem törichten Alberto da Siena Geld abnahm mit dem Versprechen, ihn das Fliegen zu lehren; Albertos angeblicher Vater, der Bischof von Siena, ließ Griffolino auf dem Scheiterhaufen verbrennen) und Capocchio (1293 in Siena auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er Alchemie praktizierte). [45]

In Canto XXX rennen plötzlich zwei Geister – Gianni Schicchi de' Cavalcanti und Myrrha, beide als Hochstapler (Personenfälscher) bestraft – tollwütig durch die Grube. Schicchi versenkt seine Hauer in Capocchios Hals und zerrt ihn wie eine Beute davon. Griffolino erklärt, wie Myrrha sich verkleidete, um Inzest mit ihrem Vater, König Cinyras, zu begehen, während Schicchi sich als der tote Buoso Donati ausgab, um ein Testament zu diktieren, das ihm mehrere lukrative Vermächtnisse einbrachte. Dante trifft dann auf Meister Adam von Brescia, einen der Geldfälscher: für die Herstellung von Florentiner Gulden aus einundzwanzig (statt vierundzwanzig) Karat Gold wurde er 1281 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er wird mit einer abscheulichen, wassersuchtartigen Krankheit bestraft, die ihm einen aufgeblähten Magen, Bewegungsunfähigkeit und einen ewigen, unerträglichen Durst beschert. Meister Adam weist auf zwei Sünder der vierten Klasse hin, die Meineidigen (Wortfälscher). Das sind Potiphars Frau (bestraft für ihre falsche Anschuldigung gegen Joseph, Gen. 39,7-19) und Sinon, der achäische Spion, der die Trojaner belog, um sie zu überzeugen, das Trojanische Pferd in ihre Stadt zu bringen (Aeneis II, 57–194); Sinon ist hier und nicht in Bolgia 8, weil sein Rat sowohl falsch als auch böse war. Beide leiden an einem brennenden Fieber. Meister Adam und Sinon tauschen Beschimpfungen aus, denen Dante zusieht, bis er von Virgil zurechtgewiesen wird. Als Ergebnis seiner Scham und Reue wird Dante von seinem Führer vergeben. Hier ist das Geld selbst korrumpiert, jede Beteuerung ist zum Meineid geworden und jede Identität eine Lüge, so dass jeder Aspekt der sozialen Interaktion nach und nach zerstört wurde. [46]

In Canto XXXIV befindet sich Luzifer. Er ist die Fratze der göttlichen Dreieinigkeit und hat drei hässliche Gesichter; das vordere ist rot und bedeutet das Gegenteil der göttlichen Allgüte, den Urhass, das rechte, weißlich gelb, dürfte das Gegenstück der Allmacht, die Ohnmacht, sein, das linke, schwarz, das Gegenteil der Allwissenheit, die absolute Unwissenheit. Für viele Dichter wie Lope de Vega und Cervantes sind diese Eigenschaften im islamischen Allah vereint: so sagt Cervantes zum Beispiel, die Wahrheit zeige sich nur ohne Allah, auch sein Rat sei falsch gewesen und er dachte, wer hat denn den Feigling beraten ("porque pensaba que a un cobarde aconsejaba"); Wer auf Allah hört, wird vom Teufel eingekleidet, wie ALIMUZEL bekennt: "¡El diablo se me reviste!" (Der Teufel verkleidet mich!). In einer Komödie fragt Cervantes: "Que piensa el turco que el cielo" (Was denkt der Türke über den Himmel?), Allah, habe als Höllenfürst im Himmel nichts verloren; aber sie sehen, wie es förmlich Christen aus dem Himmel regnet und erstaunt erkennen sie ihre Angst: "que piensa el turco que el cielo cristianos llueve, y se asombra. Reconocido su miedo". Andernorts heißt es, Verräter seien nur noch gut für Allah oder Beelzebub: "Cubre el traidor sus malas intenciones con rostro grave y ademán sincero, y adorna su traición con las razones de que se precia un pecho verdadero" (Der Verräter deckt seine bösen Absichten ab mit einem ernsten Gesicht und einer aufrichtigen Geste, und schmückt seinen Verrat mit Gründen die von einer wahren Brust geschätzt werden); in der Sekte des Islam leben ("en vuestra secta vive") ist trostlos und nur schlecht erzogene Frauen oder Männer konvertieren zum Islam. [47]
 

II

10. "Guai a voi, anime prave" (Weh euch, ihr verruchten Seelen!) - Inferno III, 84; Luzifer, der „’mperador del doloroso regno“ (der Kaiser von dem Reich der Schmerzen) - Inferno XXXIV, 28

Auch viele Filme beziehen sich auf Dantes Inferno, so zum Beispiel Lars von Triers "The House that Jack Built" (2018). Von Trier schickt keinen Dichter ins Zwiegespräch mit Vergil, er lässt einen Mörder an dessen Stelle treten. In Dantes Versen weigerte sich der Fährmann zunächst, den Dichter mitzunehmen, denn , so erklärt es Vergil: "Nie fuhr noch fährt ein Guter hier herüber." Den Massenmörder Jack hingegen schickt von Trier ohne Charons Widerworte aufs Boot und "in den tiefsten Kreis der Hölle", dort, wo sich auch Mohammed, der Begründer der islamischen Sekte, befindet.  [48]

Zygmunt G. Baraski, der Romanistik in Cambridge und an der University of Notre Dame lehrt, und zahlreiche Dante-Publikationen veröffentlichte, sagt über die Komödie: "Das Gedicht ist in all seinen Teilen und erst recht als Ganzes einfach zu faszinierend, als dass ich einen einzelnen Aspekt über alle anderen stellen könnte. Zugleich verliere ich mich immer wieder eine Zeitlang in einer besonderen Wendung des Textes. In den letzten Monaten drehten sich meine Gedanken – auf der Suche nach einer „diritta via“ – immer wieder um eine seltsame, äußerst erstaunliche terzina, die sich im Anfangsteil des letzten Gesangs des Inferno findet. Trotz des suggestiven Charakters der Verse hat die Dante-Wissenschaft, die bis ins vierzehnte Jahrhundert zurückreicht, sie weitgehend ignoriert oder als unbedeutend abgetan. „Io non mori’x e non rimasi vivo / pensa oggimai per te , s’ hai fior d’Ingegno, / qual io divenni, d’uno e d’altro privo.“ Die Terzine beschreibt die verheerende Wirkung, die Dantes unmittelbare Konfrontation mit der gewaltigen, entsetzlichen und gleichsam leblosen Masse auf ihn ausübt, die Luzifer „’mperador del doloroso regno“ (der Kaiser von dem Reich der Schmerzen, Inferno XXXIV, 28) – für ihn darstellt. Dass diese Erfahrung den Pilger traumatisiert, ist psychologisch und spirituell natürlich angemessen und verständlich... Dante liebt es, seine Leser herauszufordern und zu verwirren, um sie zu bewegen, sich ernsthaft mit seinem bemerkenswerten Gedicht auseinanderzusetzen. Und wenn wir die Commedia mit der Ernsthaftigkeit behandeln, die sie verdient, finden wir stets auch Antworten. Wenn ich die Commedia zu verstehen versuche, stütze ich mich in der Regel auf den literarischen und kulturellen Kontext des späten Mittelalters oder vielmehr auf Dantes erstaunlich originelle Umarbeitung dieses Umfelds. Was nun unsere Terzine betrifft, scheint Dante auf eine Reihe von Texten und Traditionen anzuspielen – von Ovids Metamorphosen bis hin zu christlichen Mystikern und vom Rolandslied bis hin zur ritterlichen Liebeslyrik, in denen die Grenzen zwischen Leben und Tod sich verwischen... In der Auseinandersetzung mit Luzifer überwand Dante den Tod der Sünde und begann seinen langen Aufstieg über den Läuterungsberg und durch die himmlischen Sphären des mittelalterlichen Universums, um schließlich im Paradies die Erlösung zu finden... Die kulturelle Komplexität der Commedia – ihre außergewöhnliche Fähigkeit, die unterschiedlichsten Quellen zusammenzuführen und dabei doch niemals die Kohärenz der Erzählung zu opfern – ist ein besonderer Beweis ihrer Größe. Die Lektüre jeglichen Fragments der Commedia ist unendlich fesselnd und befriedigend. Wie bei meinen Kindern könnte es da für mich niemals einen Favoriten geben." [49]
 

11. Im Bild des Odysseus malt Dante sein eigenes großartiges Selbstporträt; der „Schiffbruch des Geistes“, ein Begriff, den  zuerst der heilige Augustinus prägte, verbindet Dante und Odysseus; "sie sind beide Argonauten auf Entdeckerfahrt, Intellektuelle und Forscher, unterwegs in unbekannten Gewässern"

Die Komponistin Lucia Ronchetti beschreibt in Ihrer neuen Oper „Inferno“, die noch bis zum 9. Juli 2021 als Koproduktion der Oper Frankfurt mit dem Schauspiel Frankfurt im Bockenheimer Depot aufgeführt wird, den interessanten 26. Gesang des Inferno: "Für Odysseus’ Beschreibung seines eigenen Endes hat Dante eine vollkommen neue Sprache geschaffen. Sie kommt mit knappen Worten aus und entwickelt ein besonderes Timing für die beschriebenen Vorgänge, mit plötzlichen Beschleunigungen und Momenten, in denen der Erzählfluss stillsteht. Die Freude, nach monatelanger Seefahrt wieder Land zu sehen, wird unvermittelt in tiefen Schmerz verwandelt durch den Mahlstrom, den das Trugbild eines Nebelberges hervorbringt: eine Art unvorhergesehenes Hologramm, das einen gewaltigen Wirbelwind auslöst. Odysseus beschreibt den sich konisch verjüngenden Wasserstrudel, der an die Form des Höllentrichters erinnert; ein nach unten ausgestülptes Amphitheater, das durch den Sturz des gefallenen Engels Luzifer entstanden ist und nun mit den ephemeren Stoffen Wind und Wasser nachgeformt wird, indem es sich mit großer Gewalt, jedoch geräuschlos, aus den Tiefen des Meeres herausbildet. Wir sehen das Schiff vor uns, wie es durch viermaliges Herumwirbeln in der Luft in die Vertikale versetzt und urplötzlich hinabgezogen wird, bevor sich wieder ungeheure Stille auf der abermals geschlossenen Wasseroberfläche ausbreitet. Diese geradezu filmische Vision wird mit wenigen Ausdrücken evoziert, die aus dem Schweigen der langen Seefahrt hervorbrechen, gefolgt von der endlosen Stille, die das Ende des Helden mit der statuarischen Gleichgültigkeit der ozeanischen Weite umgibt: eine Tragödie, die das Drama der menschlichen Begrenztheit – nichts weiter als Mensch zu sein – besiegelt. Die tragische Schönheit dieses Bildes unter freiem Himmel und das hieratische Schweigen, in das Dante den 26. Canto am Ende münden lässt, ist wie eine kathartische Tabula rasa, beschworen von der Natur und dem Göttlichen. Im Bild des Odysseus malt Dante sein eigenes großartiges Selbstporträt. Er spricht vom intellektuellen Untergang, den er mit seinem Streben nach Wissen in Kauf genommen hat."  [50]

Der „Schiffbruch des Geistes“, ein Begriff, den zuerst der heilige Augustinus prägte, verbindet Dante und Odysseus; "sie sind beide Argonauten auf Entdeckerfahrt, Intellektuelle und Forscher, unterwegs in unbekannten Gewässern, ergriffen von der Leidenschaft, wissen zu wollen – und dafür sogar bereit, alle anderen Gefühle zu unterdrücken. Beide beenden ihr Leben in Einsamkeit, weit weg von ihrer jeweiligen Societas." Wie der Odysseus, den Vergil in seiner Aeneis beschreibt, "wird Dante durch seine Göttliche Komödie zum scelerum inventor, zum Erfinder von Missetaten; er ersinnt eine Zukunft und treibt sie ins Extrem, indem er sich selbst und andere verdammt. Wie Odysseus in der Odyssee
steigt Dante in die Unterwelt hinab." In der Figur des Odysseus verkörpert Dante den grenzenlosen Wissensdurst seiner Jugend, ein Leben fernab der Alltäglichkeit. Deshalb ist der Odysseus gewidmete Abschnitt in ihrer Oper „Inferno“, die sie für die Oper Frankfurt geschrieben hat, "wie eine eigenständige Komposition inmitten des Werks, eine Art eingebettetes Oratorium; denn es ist der kritischste Moment in Dantes Reise, in dem er seinem Spiegelbild und seinem eigenen künftigen Schicksal begegnet, der tiefste Punkt seiner ganz persönlichen Hölle."  [51]
 

12. Drache Geryon, im siebzehnten Canto als Wächter zwischen dem siebten und dem achten Höllenkreis; ausgestattet ist dieses Wesen mit dem „Gesicht eines ehrlichen Menschen“; "Nie haben Tataren und Türken ihre Stoffe, Grund oder Auflage, bestrickender gefertigt, noch hat je Arachne ihre Netze so fein aufgesetzt“; Wie soll man diese Bestien beschreiben, vor allem wenn es weiter Richtung tiefsten Punkt der Hölle geht, an Mohammed vorbei bis hin zu Allah oder Luzifer, "dem Anti-Christ am Mittelpunkt der Erde"? - Inferno XVII

Dante ist der Entdecker der Entdeckungsreisen (Bruno Nardi), aber was er entdeckte, hatte noch niemand mit eigenen Augen gesehen. Und kaum Jemand hatte Derartiges in solche Worte gefasst. Insofern ist die Göttliche Komödie Dichtung des Jenseits und Reiseliteratur, wie es sie davor und danach nicht gegeben hat. Um die sechshundert Personen kommen im Verlauf der etwa 14000 Verse vor, viele dieser Figuren sind historisch belegt. Von manchen kennt man nur die Namen, von anderen weiß man etwa, wann und wie sie gestorben sind. "Eine der schillerndsten unter den fantastischen Figuren ist der Drache Geryon, in der Mythologie ein dreileibiges Wesen und Besitzer einer kostbaren Herde roter Stiere, die zu stehlen zu den Aufgaben des Herakles zählte. Dante postiert ihn im siebzehnten Canto als Wächter zwischen dem siebten und dem achten Höllenkreis, als allegorische Figur, nämlich als „schmutziges Abbild des Betrugs“. Ausgestattet ist dieses Wesen mit dem „Gesicht eines ehrlichen Menschen“, dem Rumpf einer Schlange und den Tatzen eines Löwen: „Zwei Pranken hatte es, behaart bis zu den Achseln; auf Rücken, Brust und beiden Flanken waren ihm Knoten und Plättchen aufgemalt. Nie haben Tataren und Türken ihre Stoffe, Grund oder Auflage, bestrickender gefertigt, noch hat je Arachne ihre Netze so fein aufgesetzt.“ [52]

Die "tückische Bestie" setzt wie Türken vor ihren Waffenstillständen, das „Gesicht eines ehrlichen Menschen“ auf. Islamische Sultane, Tataren und Piraten, kleidet Dante in farbenprächtige Tücher obwohl es eigentlich tückische Bestien sind. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert. Wie soll man diese Bestien beschreiben, vor allem wenn es weiter Richtung tiefsten Punkt der Hölle geht, an Mohammed vorbei bis hin zu Allah oder Luzifer, dem Anti-Christ am Mittelpunkt der
Erde? "Aber wie muss die Sprache beschaffen sein, die Luzifers Wohnstatt erfassen kann? Im selben Canto klagt Dante über das unzulängliche Material, mit dem er arbeiten muss. Angesichts des vor ihm liegenden Abstiegs zum tiefsten Punkt der Hölle fürchtet Dante, dass ihm die nötigen Tonlagen nicht zur Verfügung stehen... Und weil sie ihm fehlen, so Dante, plagen ihn Furcht und Zittern. Er kann sich nicht ohne Bangen ans Dichten begeben. Dante, der Dichter, erinnert sich hier an das, was Dante, der Wanderer, erlebt hat. Aber was Dante fürchtet, ist eben nicht die Erinnerung an die Begegnung mit dem Anti-Christ am Mittelpunkt der Erde, sondern vielmehr, dass die Sprache versagt, das „Volgare“, die
Sprache des Volkes, die ihm jung erscheint, so jung wie ein Säugling: „Geht man doch nicht zum Spaß an das Unterfangen, den Grund des ganzen Universums zu beschreiben, schon gar nicht mit einer Sprache, die noch Papa und Mama lallt.“ Dante war dabei, die Grundlage des Italienischen zu erschaffen, was er damals aber noch nicht ahnen konnte. [53]
 

13. "Wer aufmerksam Philosophie studiert" und den Aristoteles in unverfälschter Form verinnerlicht, erhält die richtige Geistesnahrung; Im Inferno landen nach Dante nicht nur scharenweise "die Mörder, die Gewalttätigen alle, / Zerstörer, Plünderer und Raubgesindel", wie von den Muslimen bekannt, die die Gottheit Christi leugnen, und somit gewalttätige Gotteslästerer sind, landen auch diese Gewalttätigen gegen Gott im Inferno: "Es kann Gewalt auch gegen Gott sich richten, / wenn man ihn leugnet, seiner flucht und gegen / Natur und Gottes Güte sich vergeht. / ... die Gotteslästerer mit Herz und Mund"; Papst Anasthasius (496-498), der durch den Häretiker Photin zur Häresie verführt wurde - Inferno, canto XI 

Dante meint "Wer aufmerksam Philosophie studiert" und den Aristoteles in unverfälschter Form verinnerlicht, erhält die richtige Geistesnahrung und zusammen mit Thomas von Aquin und anderen berühmten Kirchenlehrern muss er sogar als Papst nicht fürchten im Inferno zu landen: 
"Schlag nach in deinem Buche Physica,
so findest du nach kurzem Blättern schon,
dass eure Kunst der Meisterin Natur,
so weit sie es vermag, als Schülerin nachfolgt...
Von diesen zwei, Natur und Kunst, bedenk, wie's in der Genesis am Anfang heisst,
soll sich der Mensch ernähren und sich mehren.
Der Wucherer jedoch geht andere Wege,
hegt andere Hoffnung und verschmäht Natur
in ihrem Wesen wie in ihrer Schülerin." - Dante Alighieri
Nur Päpste, die außerhalb dieser Philosophie stehen wie Papst Anasthasius (496-498), der durch den Häretiker Photin zur Häresie verführt wurde, oder Papst Franziskus, der Allah mit dem christlichen Gott gleichsetzt, müssen damit rechnen, im Inferno zu landen. Dies schildert Dante bei seinem Weg über das höchst unfriedliche Gräberfeld der Hölle zu Beginn des elften Canto. "Für wenige Terzinen nimmt die Commedia Züge des Actionkinos an: Der Dichter und sein Geleiter Vergil gelangen an den Rand eines eingestürzten Kraters, aus dem ihnen die sprichwörtlichen Höllenschwaden entgegenschlagen. Eilends flüchten sie sich hinter den Deckel eines großen Sarkophags. Sie werden diese Atempause für eine Erörterung der tiefsten drei Höllenkreise nutzen, zuvor aber blitzt für einen Augenblick die Inschrift des Grabdenkmals vor dem Dichter auf: „Über Papst Anastasius wache ich, den Photin abbrachte vom rechten Weg.“ Dantes Jenseits ist reich an Akteuren zeitgenössischer Konflikte, und der Dichter lässt wenige Gelegenheiten aus, sie noch einmal Stellung beziehen zu lassen. Das Grab von Papst Anastasius II. (496 bis 498) reicht hingegen zurück in die lang vergangene Epoche des Kirchenschismas, die auch der Autor der „Göttlichen Komödie“ nur noch aus Büchern kennt. Die spätantike Tradition schilderte Anastasius als von Gott verworfen, weil er der monophysitischen Ketzerei eines gewissen Photinos, Diakon von Thessaloniki, gefolgt sei." [54]

Im Inferno landen nach Dante nicht nur scharenweise "die Mörder, die Gewalttätigen alle, / Zerstörer, Plünderer und Raubgesindel." Wie von den Muslimen bekannt, die die Gottheit Christi leugnen, und somit gewalttätige Gotteslästerer sind, landen auch diese Gewalttätigen gegen Gott im Inferno: "Es kann Gewalt auch gegen Gott sich richten, / wenn man ihn leugnet, seiner flucht und gegen / Natur und Gottes Güte sich vergeht. / ... die Gotteslästerer mit Herz und Mund." Nicht nur aus islamischen Ländern werden die Heuchler, Schmeichler, Zauberer, Hexenmeister, Fälscher, Diebe und "schmieriges, bestechliches Gesindel" in die Hölle gesendet. [55]
 
 

14. Das jenseitigen Rom, wo Christus selbst Bürger ist: „Sarai meco sanza fine cive di quella Roma onde Cristo è romano“; Der Wagen wird nicht nur durch Sturm bedroht, also Christenverfolgung durch antichristliche Regierungen wie z.B. die römischen Kaiser und die Häretiker (Füchse), sondern auch durch einen Drachen; bei Dante, wie auch bei späteren Schriftstellern und Malern wird der Drache als Satan bzw. Mohammed oder Antichrist gedeutet; diejenigen, die den Muslimen in die Hände spielen, indem sie z.B. Allah dem christlichen Gott gleichsetzen oder wie Philipp der Schöne von Frankreich, der den Papst in das Exil nach Avignon brachte und durch die Verfolgung der Templer das Christentum schwächte und so den Moslems in die Hände spielte, werden als Riese dargestellt

Die Vorstellung vom Purgatorium, also vom Fegefeuer, ist dem aufgeklärten Christentum abhandengekommen. Man redet nur noch von Gläubigen und tut sich schwer mit dem Gedanken, dass es einen Ort und eine Zeit der Läuterung geben
müsse, bevor die an und für sich durchaus paradiestauglichen sündigen Seelen zum ewigen Heil zugelassen werden. Aber als Dante zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts die Göttliche Komödie schrieb und zwischen Hölle und Paradies den Läuterungsberg, das Purgatorio, als Reinigungsort und Reinigungsprozess plazierte, bediente er sich eines damals scheinbar neuen theologischen Topos. Bei Dante pilgern die sich ihrer Sünden bewussten, zur Umkehr bereiten Verstorbenen den Läuterungsberg hinauf nach Eden, um von dort ins jenseitige Paradies zu gelangen. "Auf dem Läuterungsberg erhält der Dichter den Auftrag aufzuschreiben, was er bei seiner Jenseitswanderung gesehen hat. So entsteht sein Jahrhundertwerk. Und hier findet sich auch eine jener Dante-Zeilen, deren Fortuna wie im Brennglas die unendlichen Deutungsvarianten, Vereinnahmungen und Instrumentalisierungen sichtbar macht, denen dieser Klassiker seit jeher ausgesetzt ist. Im 32. Gesang erklärt Beatrice dem Dichter, er werde jetzt noch für eine Weile ein „silvano“ sein, danach aber ein „cive“. Man ist versucht, den „silvano“, abgeleitet von „selva“, mit Hinterwäldler zu übersetzen. Gemeint ist aber, dass er noch eine Zeitlang im metaphorischen Wald des Läuterungsbergs verweilen wird. Und dann folgt die große Verheißung: „Sarai meco sanza fine cive di quella Roma onde Cristo è romano.“ Im jenseitigen Rom, wo Christus selbst Bürger ist, wird auch Dante „cives“ sein. Darin, dass sich „jenes Rom“ auf die himmlische Bleibestatt bezieht, stimmen heute alle Kommentare zur Commedia überein." [56]
 
"Nur kurze Zeit im Walde bleibst du hier
und dann, mir nah, für immer eingebürgert
in jenem Rom, Wo Christus Bürger ist." 
- Dante Alighieri, Göttliche Komödie XXXII. Gesang, Purgatorium 


Im Purgatorium befinden sich natürlich nur die Seelen, die auf dem Wege der Besserung wandeln; diejenigen, die sich endgültig dem Höllenfürst verschrieben haben wie die Mohammedaner, sind im Inferno zu finden. Dante ist auf dem Wagen unterwegs, der vom Sturm erfasst wird: "Mit voller Schwunggewalt traf er den Wagen: / der wankte wie ein Schifflein in Gefahr, / bald rechts, bald links geworfen von den Wellen." Damit wird die Christenverfolgung durch die römischen Kaiser symbolisiert.  Ein Fuchs, "der lang nichts Gutes mehr gefressen hatte" soll die Häretiker zeigen, die kein Seelenheil finden und abgemagert durch die Lande streifen. [57]
 

"Mit voller Schwunggewalt traf er den Wagen: 
der wankte wie ein Schifflein in Gefahr, 
bald rechts, bald links geworfen von den Wellen.
Dann sah ich huschend in das innere 
des Siegeswagens schlüpfen einen Fuchs,
der lang nichts Gutes mehr gefressen hatte.
Doch meine Herrin zeigte ihm seine Sünde
und Schande so, dass er hinweg so schnell,
wie seine Magerkeit erlaubte, lief." 
- Dante Alighieri, Göttliche Komödie XXXII. Gesang, Purgatorium 


Der Wagen wird nicht nur durch Sturm bedroht, also Christenverfolgung durch antichristliche Regierungen wie z.B. die römischen Kaiser und die Häretiker (Füchse), sondern auch durch einen Drachen. Bei Dante, wie auch bei späteren Schriftstellern und Malern wird der Drache als Satan bzw. Mohammed oder Antichrist gedeutet. Diejenigen, die den Muslimen in die Hände spielen, indem sie z.B. Allah dem christlichen Gott gleichsetzen oder wie Philipp der Schöne von Frankreich, der den Papst in das Exil nach Avignon brachte und durch die Verfolgung der Templer das Christentum schwächte und so den Moslems in die Hände spielte, werden als Riese dargestellt. [58]

"Dann war's, als täte sich die Erde auf 
zwischen den Rädern, und ein Drache stiess
nach oben durch den Wagen seinen Schweif.
Und wie die Wespe, die den Stachel einzieht,
zog er den tückischen Schweif zurück und riss
die Trümmer mit und wandelt schnöd von dannen... 
...
Das so entheiligte Gebilde reckte
an allen Seiten Köpfe aus sich vor:
drei aus der Deichsel, aus den Ecken vier.
Die ersten drei mit Hörnern wie die Ochsen,
die vier ein einziges Horn auf jeder Stirn.
Es war ein nie gesehenes Ungeheuer.
Keck wie auf hohem Berge eine Burg
sass eine ausgeschämte Hure drauf
und äugt aus flinken Wimpern hin und her.
An ihrer Seite sah ich einen Riesen
(es sollte wohl kein andrer sie entführen),
und hin und wieder küssten sich die beiden.
Doch als auf mich ihr lüstern schweifend Schauen
sich richtete, da geisselte der wilde
Geliebte sie vom Haupt bis an die Sohlen.
Voll Argwohn und gar grimmig band er dann
das Ungeheuer los vom Baum und zerrte 
es in den Wald so tief hinein, dass mir
die Hure und das Ungetüm verschwanden."
- Dante Alighieri, Göttliche Komödie XXXII. Gesang, Purgatorium 

15. Beatrices Weissagung eines christlich-universalistischen Friedensherrschers im 33. Gesang des Purgatorium

Dante wurde ähnlich wie andere Autoren auch von den Nationalsozialisten vereinnahmt. "Dantes Inanspruchnahme durch Mussolini fußte auf halsbrecherischen Interpretationen und extrem selektiver Lektüre des Werks. Es war nicht leicht, den Gedanken eines christlich-universalistischen Friedensherrschers mit den eigenen nationalistisch-totalitären Vorstellungen zu verknüpfen. Umso lohnender erschien es Mussolini. Vor allem eine dunkle Terzine diente den Faschisten als Einfallstor, um die Gedankenwelt Dantes für die eigenen Zwecke zu kolonisieren. Im 33. und letzten Gesang des Purgatorio hebt Beatrice an zu einer Weissagung, in der von einer Zeit die Rede ist, in der ein Gottgesandter die Dirne erschlagen wird und ebenso den Riesen, der mit ihr gesündigt hat. Die Figur des Weltenretters wird mit der Zahl 515 verbunden, in lateinischer Schreibung DXV. Daraus lässt sich mittels einer kleinen Umstellung „Dux“ machen, italienisch Duce, deutsch Führer; dieses Anagramm folgt dem Muster der Interpretation der Zahl 666 in der Apokalypse, römisch DCLXVI, umgestellt Diclux, was die Kurzform von „dici esse lucem“ ist, der Chiffre von Luzifer... Dante hat seine Inanspruchnahme durch Mussolini unbeschadet überstanden. Die internationale Forschung aber arbeitet sich bis heute an der Terzine ab, die Beatrice selbst im Fortgang ihrer Prophezeiung als „starkes Rätsel“ bezeichnet." [59]

Eine Deutung, die der Wahrheit am nächsten kommt ist die,dass mit dem Dux Kaiser Heinrich VII. gemeint ist, mit der Hure Papst Clemens V. und mit dem Riesen der französische König Philipp der Schöne, der wie oben dargestellt, die Templer auf dem Gewissen hat. [60]
 

16. Zur deutschen Rezeption von Dantes Commedia

Dantes Commedia entstand in den ersten Jahrzehnten des vierzehnten Jahrhunderts, in der Schwebe zwischen Mittelalter und Neuzeit. Das Buch, für das der venezianische Verleger Giolito in seiner populären Ausgabe von 1555 den werbewirksamen Titel „Divina Commedia“ erfand, ist Dantes Lebenswerk, mit dem er sich gegen seine Verstoßung aus Florenz und die prekären Bedingungen des Exils behauptete. Dante vollendete das Werk 1321, kurz vor seinem Tod. "In Italien hatte die Commedia, „bewundert viel und viel gescholten“ (Faust II), lange nur einen wechselhaften Erfolg. Besonders die Humanisten standen dem Werk feindselig gegenüber, ja der Humanist Niccolini verstieg sich zu der Behauptung, die Commedia sei nur wert, aus ihr Seiten herauszureißen, um damit gesalzene Fische einzuwickeln. Auch wurde Dantes Ruhm früh durch den Lyriker Petrarca verdunkelt. Während Petrarca mit zahlreichen Übersetzungen auf dem europäischen Büchermarkt reüssierte, blieb Dantes Commedia unübersetzt und führte über Jahrhunderte ein eher schläfriges Nachleben. Die sollte sich an der Schwelle zum neunzehnten Jahrhundert grundlegend ändern. Die kleine Universitätsstadt Jena wurde zur engen Pforte, durch die Dantes Göttliche Komödie ihren europäischen Triumphzug antrat. Hier erhebt Friedrich Schlegel, der freischwebende Literaturkritiker und Kulturphilosoph, seine Stimme, um Dantes Commedia als Ursprung der modernen Poesie zu feiern. Als Erster hat Schlegel in seiner genialischen Jugendschrift „Über den Ursprung der griechischen Poesie“ von 1797 das „kolossalische Werk des Dante“ als das „erhabne Phänomen in der trüben Nacht jenes eisernen Zeitalters“ und als „ein neues Denkmal für den künstlichen Charakter der ältesten modernen Poesie“ gerühmt. In seinen „Unterhaltungen über Poesie“ von 1800 erscheint „der große Dante“ als der „heilge Stifter und Vater der modernen Poesie“. Nie zuvor ist die Einmaligkeit Dantes mit solcher Entschiedenheit charakterisiert worden: „In einem Mittelpunkt drängte sich die Kraft jenes erfindsamen Geists zusammen, in Einem ungeheuren Gedicht umfaßte er mit starken Armen seine Nation und sein Zeitalter, die Kirche und das Kaisertum, die Weisheit und die Offenbarung, die Natur und das Reich Gottes. Eine Auswahl des Edelsten und des Schändlichsten, was er gesehen, des Größten und des Seltsamsten, was er ersinnen konnte, die offenherzigste Darstellung seiner selbst und seiner Freunde, die herrlichste Verherrlichung der Geliebten, alles treu und wahrhaftig im Sichtbaren und voll geheimer Beziehung auf das Unsichtbare.“ Für Schlegel war Dante die Inkarnation seiner geschichtsphilosophisch fundierten Idee der romantischen Poesie. Der fulminante Erfolg seines romantischen Manifests in ganz Europa ist einer der Gründe für Dantes europäische Aktualität im neunzehnten Jahrhundert." [61]

Für Friedrich Schlegel ist die Commedia der eigentliche Ursprung der modernen oder romantischen Poesie. Aber auch in seiner "Philosophie der Kunst und in dem 1803 erschienenen grundlegenden Aufsatz „Über Dante in philosophischer Beziehung“ des gleichfalls in Jena lebenden und lehrenden Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling erhält Dante eine geschichtsphilosophische Schlüsselstellung: „In dem Allerheiligsten, was Religion und Poesie verbindet, steht Dante als Hohepriester und weiht die ganze moderne Kunst für ihre Bestimmung ein.“ Nach Schelling hat Dante eine eigene Mythologie erschaffen, ein Werk, das "an sich selbst schon eine mythologische Farbe" hat. Zu Dantes Philosophie schreibt Schelling: "wenn aber seine Philosophie insgemein als aristotelische charakterisiert wird, so muss darunter nicht die rein peripatetische , sondern die der damaligen Zeit eigene Verbindung derselben mit den Ideen der platonischen verstanden werden, wie sich durch viele Proben seines Gedichtes beweisen ließe." Nie wäre der italienischen Dante-Kritik eine solche Betrachtung aus europäischer Perspektive in den Sinn gekommen. Fast ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod entdecken Schlegel und Schelling einen Dante, der erst jetzt, wirklich erkannt wird. Für Schlegel und Schelling ist die Commedia ein Ursprung. Und es ist ihre Einmaligkeit als Ursprung, der die Commedia in den Augen Europas zur „Göttlichen Komödie“ in einem radikal neuen Sinn macht. Im neunzehnten Jahrhundert kommt die Commedia also zu europäischem Ruhm. [62]

Nach Schelling haben Dante, und später Shakespeare, Calderón de la Barca, Cervantes und Goethe eigene Mythologien erschaffen, und zeigten wie das Christentum als "Urbild in der Ideenwelt" liegt, und mit "schnellen Schritten zur Universalherrschaft" bzw. "Universalrepublik" gelangt; dazu gehört natürlich "Bekehrung der Heiden, Verjagen der Sarazenen und Türken aus Europa, Missionen in späteren Zeiten" und eine gewisse Heiterkeit, wie sie in den Komödien von Shakespeare, Calderón de la Barca, Cervantes, Juan Ruiz de Alarcón oder Lope de Vega, aber auch Ariosto oder Torquato Tasso auftritt. All das war notwendig um gegen den Intellektualismus und "Schematismus der Kunst" der Orientalen anzukämpfen und sich durchzusetzen.   [63]
 

"Philosophie fordert Charakter, und zwar von bestimmter sittlicher Höhe und Energie. Ebenso ist ohne alle Kunst und Erkenntnis der Schönheit Philosophie undenkbar." - Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Philosophie der Kunst I

"Erst stiegst du furchtsam in die ew'gen Tiefen,
Ins Land der Nacht, die nie gesehnen Orte,
Zu schauen, wo die alten Geister schliefen.
Das Herz erbebte zwar dem furchtbar'n Worte:
Die ihr hier eingeht, lasst die Hoffnung sterben,
Doch gingst du vorwärts durch die grause Pforte.
Dann durch den Zwang der Höll' und das Verderben
Der Seelen und die schrecklichen Gesichte
Drangst du, den höchsten Sieg dir zu erwerben,
Nicht durch das Tor der göttlichen Gerichte,
Das ewig ist und keinem überwunden,
Durchs Herz der Erde selbst zum ew'gen Lichte." Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, an Dante 1802


 

17.  Maria Lactans und die Gottesgelehrten in der Kunst und in Dantes Commedia, Paradiso XXIII - XXX

Die Erfahrungen des "Jenseitswanderer Dante im Paradies" sind mitunter unbegreiflich. "Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, überrascht uns Dante mit einer Sprache der Nähe, der Einfachheit." Nicht Mutter steht da,
sondern „mamma“, reimend auf „infiamma“ (entflammt). Nachdem es an der Brust getrunken hat, streckt das Kind die Arme nach der Mutter aus, und so wird die Liebe, die sein Gemüt bewegt, auch nach außen hin sichtbar. "Tatsächlich kommen Brüste in Paradiso XXIII dreimal vor. Und dreimal inszeniert der Gesang eine nährende Beziehung zwischen Mutter und Kind: Beatrice ist wie eine Vogelmutter, die ihr Junges (Dante) nähren will, die Musen erquicken die Dichter mit ihrer Milch, die im Paradies weilenden Seligen strecken ihre Flammenkörper hin zur Muttergottes, wie ein Kind die Arme nach der Mutter(-brust) ausstreckt."  Es geht nicht nur um Liebe, sondern um göttliches Wissen oder geistige Nahrung. Beatrice spricht von den Scharen, die "in Christi Siegeszug" kommen. Dante beschreibt sie so: "Ihr Antlitz strahlte mir, als stünd's in Flammen / und ihre Augen so voll Fröhlichkeit / dass ich's nicht schildern kann und schweigen muss." [64]

Dante beschreibt das Paradies und die Hierarchie der Engel im Sinne der christlichen Philosophen und Gottesgelehrten, insbesondere beruft er sich im X. Gesang auf Dionysius Areopagita, aus dessen Werk De coelesti hierarchis auch von anderen Gottesgelehrten wie Albertus Magnus, Petrus Lombardus, Boethius, Isidor von Sevilla (gest. 636), Beda Venerabilis (gest. 735), Richard von St. Victor (gest. 1173) und Thomas von Aquin (Paradiso X  und XIII) zitiert wird. Im XII. Gesang treten auch die großen Gottesgelehrten Hugo von St. Victor, Johannes Chrysostommos, Anselm von Canterbury, Bonaventura von Bagnorea (1221-74), im XI Gesang Franz von Assisi und Domenicus von Calahorra, im 22. Gesang der heilige Benedikt auf.  Viele dieser Gottesgelehrten bezeichneten schon die heiligen Schriften der Bibel als eine Milchnahrung, die man bedenkenlos auch weniger erfahrenen Lesern verabreichen könne. "Überliefert ist aber auch die Legende der Maria lactans, der zufolge Maria die von ihr privilegierten Heiligen mit der eigenen Milch ernährt – sprich: ihnen mystisches Wissen und außergewöhnliche Rhetorik verschafft. Dass Dante sich selbst als einen dieser Privilegierten sieht, sagt er später, in Paradiso XXX, deutlich. Hier vergleicht er seinen eigenen Wissensdurst mit dem eines Kindes, das sich auf die Mutterbrust stürzt." Wer als christlicher Dichter und Philosoph nach Weisheit strebt, sehnt sich quasi nach jenen metaphorischen Brüsten, die eben die der Muttergottes sind. "Der Dichter fällt zurück in kindliches Lallen („mamma“), der Wanderer in kindliche Gier. Diese Gier ist bedingungslose Liebe und völliges Ausgeliefertsein, weil von ihr das Überleben abhängt. Das kaum Fassbare – die Vision Christi in Paradiso XXIII, der Lichtstrom in Paradiso XXX – wird von Dante mit einer Erfahrung verglichen, die (ob Brust oder Fläschchen) jede/r von uns gemacht hat. In Italien streitet man gerade darüber, ob man Dante aktualisierend lesen, ihn zum Zeitgenossen machen dürfe. Die Hüter der Tradition plädieren dafür, den Autor der Commedia in seiner historischen Distanz nicht anzutasten. Dante hätte das nicht gewollt." Er wollte ein populärer Autor sein, deshalb wählte er für seine Komödie die Volkssprache. "Auf die Vorwürfe seines Bewunderers Giovanni del Virgilio, er werfe damit Perlen vor die Säue, antwortete Dante in zwei lateinischen Eklogen. Darin ist von Schafen die Rede und auch wieder von Milch – und Brot." Ähnlich wie heute hatte man zu Dantes Zeit diese wichtige Geistesnahrung, die von Kirchenvätern wie Augustinus beschrieben wurde, verschmäht. Schon damals kümmerte sich der Papst wenig um die Befreiung des Heiligen Landes und des südöstlichen Mttelmeers ("erstreckt sich zwischen feindlichen Gestaden") vom Islam sondern nur um den Missbrauch innerhalb der Kirche: "Um das der Papst sich jetzt so wenig kümmert. / In deiner Stadt, gehegt, gepflanzt von jenem (Luzifer), / der seinem Schöpfer bald den Rücken wandte, / voll Neid, zum großen Jammer aller Zeiten, / ja dort entsteht und wuchert das verfluchte / geblümte Guldenkraut (Münze), durch das die Herde / missleitet und der Hirt ein Wolf ist worden. / Verlassen liegen Evangelien und / die großen Kirchenväter... / um Nazareth, wohin den Engel Gabriel / die Flügel trugen, kümmern sie sich nicht." (Paradiso IX) In der Kunst wird Maria lactans von Raffael, Jan van Eyck, Murillo, Dürer und vielen anderen Künstlern dargestellt. [65]

"E come fantolin che ’nver’ la mamma? tende le braccia, poi che ’l
latte prese? per l’animo che ’nfin di fuor s’infiamma; 

Und wie ein Kind nach der Mama die Arme ausstreckt, nach dem Stillen,
und seine Liebe so ganz sichtbar macht.

(Paradiso XXIII, 121–123)


 
 
 

Anmerkungen

[1] Zu:In seinem Epos schildert Dante eine visionäre Reise durch die Hölle, das Fegfeuer - den „Läuterungsberg“ - und den Himmel. Sein Hauptanliegen ist die Bekehrung der durch Sünde vom rechten Weg abgeirrten Seelen, die, geläutert durch den Anblick höllischer Strafen, über den Berg der Läuterung zur ewigen Seligkeit emporsteigen sollen. Als Führer durch die Hölle wählt Dante den Dichter Vergil. Die drei Reiche sind in "Cantica-Gesänge" behandelt, untergliedert in 33 canti, so dass sich zusammen mit dem einleitenden „Gesang“ 100 „Gesänge“ ergeben. Streng wie die Form gliedert Dante auch den Inhalt: "Die Hölle" umfasst ausser dem Vorhof neun Höllenkreise, die wie ein Trichter im Mittelpunkt der Erde zusammenlaufen, dem Sitz Luzifers. Je tiefer die Seelen der Verdammten, umso größer ihre Verfehlungen und umso größer auch ihre Strafen. Dantes Mahnungen und Warnungen stehen in vollem Einklang mit der Lehre der Kirche, der er sich als Autorität immer unterworfen hat. Grunddogma ist für ihn der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes. Mohammed,  den Dante als Irrlehrer, sittenlos und gewalttätig, beurteilt, der das Böse wollte und sich darin verhärtete, befindet sich in der Hölle vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1123 und Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences,  Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Siehe Anm. 1 und Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 565 Johannes Scottus Eriugena, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie.  Ib. 
[3]  Ib. ; zum Feuerhimmel ("Empyreum") vgl. Kurse Nr. 648 Calderon de la Barca II, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I. Ib.
[3] Vgl. Anm. 1 und Kurs Nr. 559 Wolfram von Eschenbach.  Ib. 
[5] Zu: Bei Dante, wie auch bei späteren Schriftstellern und Malern wird der Drache als Satan oder Mohammed oder Antichrist gedeutet, vgl. Kurse Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 510 Schelling - Philosophie der Offenbarung.  Ib. 
[6] Vgl. Anm. 2 und Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien.  Ib. 
[7] Vgl. Anm. 1 und 5
[8] Eth. Nic 10, 7
[9] Hatte der Mysterienschüler eine gewisse Reife erreicht, durfte er erfahren wie sich göttliche Kräfte auf ihn herabsenkten und ihn überstrahlten. "Dies wurde zu allen Zeiten von hierzu aufgeschlossenen Beobachtern als ein Aufleuchten der Aura, insbesondere der Kopf- und Herzaura erlebt und in der Darstellung des Heiligenscheins seinen bildhaften Niederschlag gefunden. Später, als man dieses Aufleuchten der Aura nicht mehr wahrnehmen konnte, ist der Heiligenschein zu einer stereotypen Aussage geworden. Hierher gehört auch die Krone, die man Königen und Hohenpriestern aufzusetzen pflegte. Auch sie wurde ursprünglich bei hochentwickelten Persönlichkeiten geschaut als ein besonders intensives Aufglänzen der Kopfaura." (Schütze) Siehe Anm. 7
[10] Siehe Anm. 9 und Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion.  Ib. 
[11] Weiter könnte man die Kategorie des Raumes auf das Johannifest beziehen. Wie die Astronomie die Wissenschaft vom Weltraum ist, so ist das Hohannifest das, "das den scheinbar toten Raum wieder als durchgeistigt erfahren lässt.... Johannes der Täufer ist ein Mensch, von dem gesagt wird, dass er der größte sei, der je von einer irdischen Mutter geboren ist, aber der kleinste im Himmelreich. Er steht also zwischen der Menschheit und den göttlichen Hierarchien, die bereits in kosmische Weltbereiche hineinreichen. Nach der Aussage Christi ist er der wiederverkörperte Prophet Elias." (Schütze) Dieser wird im alten Testament als ein machtvolles Wesen dargestellt, vergleichbar mit den "Sonnenhelden" der Antike. Diese kosmische Seite des Johannifestes ist im Christentum heute wenig bekannt. Ähnlich verhält es sich mit der Michaelizeit, die mit der Kategorie der Zeit vergleichbar wäre. Der Erzengel Michael ist der Geist, dessen Offenbarungssprache jeweils auf der Höhe der Zeit steht. Dazu gehören Urteilskraft, Besonnenheit und Mut, drei michaelische Tugenden. Er will die antiquierten religiösen Formen im Sinne unserer Zeit erneuern (Christentum) oder wenn sie nichts taugen auflösen (Islam). Siehe auch Anm. 2 
[12] 1. Kor. 15, 14ff
[13] Dante Alighier, Convivio I; vgl. Kurs Nr. 562 Dante Alighieri.  Ib. 
[14]  Ib.
[15] Conv. II, vgl. auch Anm. 2
[16] Ib.; zu Thomas von Aquin und Aristoteles vgl. Anm. 1
[17] Ib. 
[18] Ib. 
[19] Ib.
[20] Ib.; zu: Die Moralphilosophie ordnet uns, wie Thomas von Aquin sagt, auf die anderen Wissenschaften hin. Wenn die Moralphilosophie aufhört ordnend einzugreifen, erhalten wir eine gewissenlose Naturwissenschaft, so wie wir sie heute in weiten Teilen schon haben, die bedenkenlos mit Atomkraft, Gentechnik, Klonen, Schul- und Biotech-Medizin etc. hantiert ohne das Ende zu bedenken und so Natur und Umwelt zerstört, nicht zuletzt die Singvögel und Insekten wie Bienen und Hummeln, vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 501 St.Thomas Aquinas II: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas Sth I-II . Ib. sowie Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung / Zentrum für natürliche Bienentherapie 2021: Gefährliche Suessigkeiten. Pressemitteilung; Ders. 2021: Mechanistische Sichtweise in der Schulmedizin. Ib.; Ders.  2021: Natürliche Bienentherapie. Ib.; Ders. 2020: Bluthochdruck. Ib.; Ders. 2020: Rheuma, Gicht. Ib; Ders. 2019: Arthritis. Ib; Ders. 2021 Depression, Psychose und Bienentherapie.Ib.; zur Rettung der Bienen vgl.  Ders. 2021: Kurs Nr. 48 wesensgemäße Bienenhaltung , Bienenpatenschaft oder eine offizielle Mitgliedschaft bei Save the Bees, Bumblebees and Beecolonies (https://www.facebook.com/SaveBeecolonies
[21] Ib. 
[22] Conv. III, vgl. auch Anm. 20
[23] Conv. IV; zu: Vor allem an Mohammedaner und Atheisten gerichtet schreibt Dante: "Und ihr dümmstes und niedrigstes Viehzeug, die ihr nach Menschenart weidet, die ihr euch anmaßt, gegen unseren Glauben zu sprechen, und die ihr ... wissen wollt, was Gott, was soviel Klugheit geordnet hat. Seid verflucht und eure Anmaßung und wer an euch glaubt!" Überall in der damaligen Literatur, zum Beispiel im Alten Testament wird auf die Wurzel des Stammes Mariens hingedeutet und auf die Ankunft des Christus, nirgends jedoch ist die Rede von einem zukünftigen Propheten Mohammed und seiner Lehre, höchstens wird vor falschen Propheten gewarnt, vgl. Anm. 5 und Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 599 Petrus Venerabilis, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas Sth. II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles.  Ib. 
[24] Jes 11, 1-5
[25] Pred 10, 16-17
[26] Spr 24, 10-20; vgl. Kurs Nr. 564 St. Augustinus.  Ib. 
[27] Math 7, 15-23
[28] Conv. IV; vgl. Anm. 23
[29] Zu Kunst und Musik vgl. auch Kurse Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 557 - Ariosto, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 - Walter von der Vogelweide, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 512 Novalis, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 553 Friedrich Schiller, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion.  Ib. 
[30] "Sie haben den Busen und die Hände voll Citationen, Bittschriften, Verhöre, Acten, und Vollmachten. Sie sind mit ganzen Säcken Glossen, rechtlichen Bedenken, und Protokollen beladen, die das arme Volk in den Städten niemals in Sicherheit lassen: und sind vorn und hinten, und auf beiden Seiten, mit Notarien, Prokuatoren, und Advokaten umgeben, die sie niemals verlassen." (Ariosto)
[31] Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1192 und FAZ 2021 Nr. 13, Nr. 17 sowie Kurs Nr. 562 Dante Alighieri, Ib.
[32] Ib.
[33] Zu: Nicht nur Cusanus, Thomas von Aquin, Dante, Johannes von Damaskus, sondern auch Cervantes in seinen Komödien ging es um echte Wissenschaft im Gegensatz zur verfälschten Wissenschaft in islamischen Koranschulen bzw. Moscheegemeinden, verursacht durch Muhammads Sakrileg: "porque cuando el sacrilegio a Mahoma se entregó" (denn wenn Muhammad sich ein Sakrileg lieferte). Vom ursprünglichen Sakrileg Muhammads sind alle Muslime betroffen, nicht zuletzt türkische, kurdische und tschtschenische Clans in Deutschland, die sich in den Moscheegemeinden beraten lassen. Nicht nur in der Philosophie wurde von christlicher Seite der Sieg davongetragen, sondern auch die christliche Marine siegte über die Türken (womit auch Kurden und Tschetschen gemeint sind); den Sieg der christlichen Marine ("nuestra Armada") über die Muslime beschreibt Cervantes so: "Los perros de la tierra, en remolinos confusos, con el miedo a las espaldas, huyen y dejan la campaña libre" (Die Hunde der Erde sind in heller Aufregung und verwirrt, voller Angst fliehen sie und verlassen die Kampagne frei), "¡Mahoma la acompañe!" (Mohammed begleitet sie!), vgl. Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1189 und FAZ 2021, Nr. 13, Nr. 12; FAS 2021, Nr. 2 sowie Kurse Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I: Summa contra Gentiles, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 641 Staats- und Rechtslehre (III, 36), Nr. 644 Staats- und Rechtslehre IV, Ib.
[34] Ib.
[35] Ib.
[36] Ib.
[37] Ib.
[38] Ib.
[39] Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.
[42] Ib.
[43] Ib.
[44] Ib.
[45] Ib.
[46] Ib.
[47] Ib.
[48] vgl. Kap. 2, 9; Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1234 und FAZ 2021, Nr. 140, Nr. 142, sowie Kurse Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 653 St. Cyprianus, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 558 Calderon de la Barca I, Nr. 648 Calderon de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca IV, Ib.
[49] Ib.
[50] Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1237 und FAZ 2021, Nr. 148, Nr. 150, Nr. 154
[51] Ib.
[52] Ib.
[53] Ib.
[54] Ib.
[55] Ib.
[56] Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1240 und FAZ 2021, Nr. 158, Nr. 165 sowie Kurse Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 653 St. Cyprianus, Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 640 Stefan Lochner, Ib.
[57] Ib.
[58] Ib.
[59] Ib.
[60] Ib.
[61] Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1245 und FAZ 2021, Nr. 169, sowie Kurse Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 558 Calderon de la Barca I, Nr. 648 Calderon de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 650 Calderón de la Barca IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Ib.
[62] Ib.
[63] Ib.
[64] Science Review Letters 2021, 20, Nr. 1246 und FAZ 2021, Nr. 175, Vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri II, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Ib.
[65] Ib.
 
 
 

 

Giotto, Dante Alighieri; das Gemälde von Giotto di Bondone in der Kapelle des Bargello-Palasts in Florenz ist das älteste Porträt von Dante, es wurde gemalt, noch bevor er seine Heimatstadt ins Exil verließ

Zur deutschen Rezeption von Dantes Commedia: Dantes Commedia entstand in den ersten Jahrzehnten des vierzehnten Jahrhunderts, in der Schwebe zwischen Mittelalter und Neuzeit. Das Buch, für das der venezianische Verleger Giolito in seiner populären Ausgabe von 1555 den werbewirksamen Titel „Divina Commedia“ erfand, ist Dantes Lebenswerk, mit dem er sich gegen seine Verstoßung aus Florenz und die prekären Bedingungen des Exils behauptete. Dante vollendete das Werk 1321, kurz vor seinem Tod. "In Italien hatte die Commedia, „bewundert viel und viel gescholten“ (Faust II), lange nur einen wechselhaften Erfolg. Besonders die Humanisten standen dem Werk feindselig gegenüber, ja der Humanist Niccolini verstieg sich zu der Behauptung, die Commedia sei nur wert, aus ihr Seiten herauszureißen, um damit gesalzene Fische einzuwickeln. Auch wurde Dantes Ruhm früh durch den Lyriker Petrarca verdunkelt. Während Petrarca mit zahlreichen Übersetzungen auf dem europäischen Büchermarkt reüssierte, blieb Dantes Commedia unübersetzt und führte über Jahrhunderte ein eher schläfriges Nachleben. Die sollte sich an der Schwelle zum neunzehnten Jahrhundert grundlegend ändern. Die kleine Universitätsstadt Jena wurde zur engen Pforte, durch die Dantes Göttliche Komödie ihren europäischen Triumphzug antrat. Hier erhebt Friedrich Schlegel, der freischwebende Literaturkritiker und Kulturphilosoph, seine Stimme, um Dantes Commedia als Ursprung der modernen Poesie zu feiern. Als Erster hat Schlegel in seiner genialischen Jugendschrift „Über den Ursprung der griechischen Poesie“ von 1797 das „kolossalische Werk des Dante“ als das „erhabne Phänomen in der trüben Nacht jenes eisernen Zeitalters“ und als „ein neues Denkmal für den künstlichen Charakter der ältesten modernen Poesie“ gerühmt. In seinen „Unterhaltungen über Poesie“ von 1800 erscheint „der große Dante“ als der „heilge Stifter und Vater der modernen Poesie“. Nie zuvor ist die Einmaligkeit Dantes mit solcher Entschiedenheit charakterisiert worden: „In einem Mittelpunkt drängte sich die Kraft jenes erfindsamen Geists zusammen, in Einem ungeheuren Gedicht umfaßte er mit starken Armen seine Nation und sein Zeitalter, die Kirche und das Kaisertum, die Weisheit und die Offenbarung, die Natur und das Reich Gottes. Eine Auswahl des Edelsten und des Schändlichsten, was er gesehen, des Größten und des Seltsamsten, was er ersinnen konnte, die offenherzigste Darstellung seiner selbst und seiner Freunde, die herrlichste Verherrlichung der Geliebten, alles treu und wahrhaftig im Sichtbaren und voll geheimer Beziehung auf das Unsichtbare.“ Für Schlegel war Dante die Inkarnation seiner geschichtsphilosophisch fundierten Idee der romantischen Poesie. Der fulminante Erfolg seines romantischen Manifests in ganz Europa ist einer der Gründe für Dantes europäische Aktualität im neunzehnten Jahrhundert." 

Für Friedrich Schlegel ist die Commedia der eigentliche Ursprung der modernen oder romantischen Poesie. Aber auch in seiner "Philosophie der Kunst und in dem 1803 erschienenen grundlegenden Aufsatz „Über Dante in philosophischer Beziehung“ des gleichfalls in Jena lebenden und lehrenden Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling erhält Dante eine geschichtsphilosophische Schlüsselstellung: „In dem Allerheiligsten, was Religion und Poesie verbindet, steht Dante als Hohepriester und weiht die ganze moderne Kunst für ihre Bestimmung ein.“ Nach Schelling hat Dante eine eigene Mythologie erschaffen, ein Werk, das "an sich selbst schon eine mythologische Farbe" hat. Zu Dantes Philosophie schreibt Schelling: "wenn aber seine Philosophie insgemein als aristotelische charakterisiert wird, so muss darunter nicht die rein peripatetische , sondern die der damaligen Zeit eigene Verbindung derselben mit den Ideen der platonischen verstanden werden, wie sich durch viele Proben seines Gedichtes beweisen ließe." Nie wäre der italienischen Dante-Kritik eine solche Betrachtung aus europäischer Perspektive in den Sinn gekommen. Fast ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod entdecken Schlegel und Schelling einen Dante, der erst jetzt, wirklich erkannt wird. Für Schlegel und Schelling ist die Commedia ein Ursprung. Und es ist ihre Einmaligkeit als Ursprung, der die Commedia in den Augen Europas zur „Göttlichen Komödie“ in einem radikal neuen Sinn macht. Im neunzehnten Jahrhundert kommt die Commedia also zu europäischem Ruhm. 

Nach Schelling haben Dante, und später Shakespeare, Calderón de la Barca, Cervantes und Goethe eigene Mythologien erschaffen, und zeigten wie das Christentum als "Urbild in der Ideenwelt" liegt, und mit "schnellen Schritten zur Universalherrschaft" bzw. "Universalrepublik" gelangt; dazu gehört natürlich "Bekehrung der Heiden, Verjagen der Sarazenen und Türken aus Europa, Missionen in späteren Zeiten" und eine gewisse Heiterkeit, wie sie in den Komödien von Shakespeare, Calderón de la Barca, Cervantes, Juan Ruiz de Alarcón oder Lope de Vega, aber auch Ariosto oder Torquato Tasso auftritt. All das war notwendig um gegen den Intellektualismus und "Schematismus der Kunst" der Orientalen anzukämpfen und sich durchzusetzen. Vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri I-II, Nr. 509 F.W.J. Schelling I, Nr. 558 Calderón de la Barca, Nr. 648 Calderón de la Barca II, Nr. 650 Calderón de la Barca III, Nr. 651 Calderón de la Barca IV, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 637 Lope de Vega I, Nr. 638 Lope de Vega II, Nr. 642 Lope de Vega III, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 652 Juan Ruiz de Alarcón, Nr. 632 Ginés Pérez de Hita, Nr. 633 Luis Vaz de Camões, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Akademie der Kunst und Philosophie

"Philosophie fordert Charakter, und zwar von bestimmter sittlicher Höhe und Energie. Ebenso ist ohne alle Kunst und Erkenntnis der Schönheit Philosophie undenkbar." - Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Philosophie der Kunst I

"Erst stiegst du furchtsam in die ew'gen Tiefen,
Ins Land der Nacht, die nie gesehnen Orte,
Zu schauen, wo die alten Geister schliefen.
Das Herz erbebte zwar dem furchtbar'n Worte:
Die ihr hier eingeht, lasst die Hoffnung sterben,
Doch gingst du vorwärts durch die grause Pforte.
Dann durch den Zwang der Höll' und das Verderben
Der Seelen und die schrecklichen Gesichte
Drangst du, den höchsten Sieg dir zu erwerben,
Nicht durch das Tor der göttlichen Gerichte,
Das ewig ist und keinem überwunden,
Durchs Herz der Erde selbst zum ew'gen Lichte." Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, an Dante 1802


 
 


Luca Signorelli, Dante Fresco, Chapel of San Brizio, Orvieto Duomo, 1499-1502
 
 
 
 


Giotto di Bondone, Luzifer, Satan oder Allah, 1303-5, Affresco, Padova, Cappella degli Scrovegni
 


Giotto Giudizio Universale, 1303-5, Affresco, Padova, Cappella degli Scrovegni

Im Fresko des Giotto di Bondone sitzt in der Mitte Christus und hält Gericht; rechts unten ist Satan bzw. Luzifer oder Allah zu sehen, der die Seelen der Abtrünnigen frisst und natürlich die, die ihre Seele dem Teufel bzw. Luzifer oder Allah verkauft haben. Ähnlich haben andere Maler wie Fra Angelico, Albrecht Dürer, Stefan Lochner, Lucas van Leyden, Hans Memling, Giovanni da Modena die Hölle dargestellt. Auch in Dantes "göttlicher Komödie" (Canto XXXIV des Inferno) befindet sich Luzifer ganz unten im Zentrum des Inferno. Er ist die Fratze der göttlichen Dreieinigkeit und hat drei hässliche Gesichter; das vordere ist rot und bedeutet das Gegenteil der göttlichen Allgüte, den Urhass, das rechte, weißlich gelb, dürfte das Gegenstück der Allmacht, die Ohnmacht, sein, das linke, schwarz, das Gegenteil der Allwissenheit, die absolute Unwissenheit. Für viele Dichter wie Lope de Vega, Calderón und Cervantes sind diese Eigenschaften im islamischen Allah vereint: so sagt Cervantes zum Beispiel, die Wahrheit zeige sich nur ohne Allah, auch sein Rat sei falsch gewesen und er dachte, wer hat denn den Feigling beraten ("porque pensaba que a un cobarde aconsejaba"); Wer auf Allah hört, wird vom Teufel eingekleidet, wie ALIMUZEL bekennt: "¡El diablo se me reviste!" (Der Teufel verkleidet mich!). In einer Komödie fragt Cervantes: "Que piensa el turco que el cielo" (Was denkt der Türke über den Himmel?), Allah, habe als Höllenfürst im Himmel nichts verloren; aber sie sehen, wie es förmlich Christen aus dem Himmel regnet und erstaunt erkennen sie ihre Angst: "que piensa el turco que el cielo cristianos llueve, y se asombra. Reconocido su miedo". Andernorts heißt es, Verräter seien nur noch gut für Allah oder Beelzebub: "Cubre el traidor sus malas intenciones con rostro grave y ademán sincero, y adorna su traición con las razones de que se precia un pecho verdadero" (Der Verräter deckt seine bösen Absichten ab mit einem ernsten Gesicht und einer aufrichtigen Geste, und schmückt seinen Verrat mit Gründen die von einer wahren Brust geschätzt werden); in der Sekte des Islam leben ("en vuestra secta vive") ist trostlos und nur schlecht erzogene Frauen oder Männer konvertieren zum Islam. Lope de Vega sagt in einer seiner Komödien, Allah sei aus dem Schlamm geboren wie seine Seelen, seine "los villanos almohades" (Almohaden-Schurken), "hombres del diablo" (Teufelsmänner) und Schlamm-Könige. Ohne den christlichen Glauben gebe es keine Ritterlichkeit. Wer Gott habe, sei ein Ritter, wer ihn nicht habe sei ein Hund, ob er Muhammad sei oder ein Doktor nach islamischem Recht: "¡Sin mi fe no hay hidalguía!... / Quien tiene a Dios es hidalgo, / quien está sin él es perro. / ¡Moros, en esto me encierro! / ¡Lo que soy cristiano, valgo!... / ¿Quién queréis ser siendo moros? / ¿Sois Mahoma o alfaquíes (doctor de la ley musulmán)?. Wenn Christen im Namen des Islams getötet werden, sind Mauren und Türken glücklich und zufrieden: "Queda el moro muy gozoso / del injusto y crudo hecho; / el turco está satisfecho" (Der Maure ist sehr glücklich durch die ungerechte und grobe Tat; der Türke ist zufrieden). Grundsätzlich galt und gilt daher, was AURELIO und FRANCISCO sagen, die sich über Kinder und Jugendliche unterhalten, die aus Unwissenheit zum Islam übertreten, weil sie mit Geschenken geködert werden; sie kommen zu dem Schluss, dass, wer zum Islam übertritt "ha dado el ánima a Satanás" (seine Seele Satan gegeben hat). Später wird festgestellt, "que aquí el demonio tiende, con que toma / a muchachos cristianos y aun a viejos. / ¡Oh secta fementida de Mahoma" (der Teufel neigt dazu, christliche Jungen und sogar alte Männer zu nehmen. O zementierte Sekte Mohammeds!); der Islam sei eine Krankheit, die geheilt werden müsse.

Der Komiker TELLO schwärmt in Félix Lope de Vega Carpio's Komödie, LA NOCHE DE SAN JUAN, ähnlich wie Dante von seiner Poesie, die nicht nur moralische Philosophie sei, sondern neben schweren Urteilen auch "hermosura e invención" (Schönheit und Erfindung) sowie Fabeln enthalte wie die des Phönix oder des "basilisco el hombre", des Basilisken, der jeden tötet, der seinen Namen bzw. den des Mohammed beleidigt, so wie der "basilisco el hombre", der Moslem, der in Frankreich einen Lehrer geköpft hatte, weil er im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. In einer anderen Komödie sagt er, wenn allerdings der Teufel (Allah) seinen Stuhl versuche im Himmel aufzustellen, sehne er sich immer wieder in die Türkei zurück: "se le antojara en Turquía". Es ist kein Wunder, dass Mohammed und seine Anhänger, bzw. die, die sich als "Esclava de Mahoma" (Sklave Muhammads) bezeichnen, sich im Inferno befinden; Vorwürfe gibt es genug, nicht zuletzt, dass die Muezzinrufe den Himmel beleidigen ("ofendiendo al cielo"). In seiner Komödie LOS ESCLAVOS LIBRES sagt er: "¡Y mira que es risa aquesto de Mahoma! (Und schauen Sie wie wir Muhammad hier auslachen!); der Wert Allahs zeige sich bei Raubzügen. Könnte Muhammad den Menschen helfen? "Hágalo Dios, Zulema, que Dios puede; que aqueso de Mahoma es disparate. (Gott tut es, Zulema, denn Gott kann es; dass Muhammad es könnte, ist Unsinn), Zulema: er solle Muhammad nicht ein Schuft oder Spitzbube sein lassen: "e no decer Mahoma estar beliaco". Viele Muslime denken immer noch: "E ¿qué dirá Mahoma?" (Und was wird Muhammad sagen?), "Yo te juro que él no te diga nada" (Ich schwöre dir, dass er Ihnen nichts sagen wird), denn es handelt sich um "la secta falsa del vil Mahoma" (die gefälschte Sekte des abscheulichen Muhammad), vgl. Kurse Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 643 Lope de Vega IV, Nr. 558 Calderon de la Barca I, Nr. 545 Sittenlehre I-II, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Giovanni da Modena, Inferno e il diavolo; Mohammed being tortured in Hell. This picture is of an early Renaissance fresco in Bologna's Church of San Petronio, the fresco is in an inaccessible part of the church and is now only visible at an angle from a distance; Ausschnitt aus der Hölle mit Luzifer bzw. Allah und Mohammed (oben rechts), der von Teufeln gequält wird. 

Dante begegnet Mohammed, "der Zwietrachtstifter Mohammed" oder "Mahom" genannt, im tiefsten Höllenschlund; auch die islamischen Gelehrten Averroes, Avicenna und der berüchtigte Sultan Saladin gehören zu denen, die unter falschen, lügnerischen Göttern lebten. Mohammed klagt sich selber an, seinen gerechten Lohn erhalten zu haben. In dem berümten Canto XXVIII und Bolgia 9 werden die Säer der Zwietracht in die Mangel genommen: In der neunten Bolgia werden die Zwietrachtsäer für alle Ewigkeit von einem großen Dämon mit einem blutigen Schwert zerhackt und verstümmelt; ihre Körper sind geteilt, da ihre Sünde im Leben darin bestand, zu zerreißen, was Gott als Einheit vorgesehen hatte; dies sind die Sünder, die bereit sind, das ganze Gefüge der christlichen Gesellschaft zu zerreißen, um einen sektiererischen Egoismus zu befriedigen. Die Seelen müssen ihre zerstörten Körper durch den Graben schleppen, wobei ihre Wunden im Laufe des Kreislaufs heilen, nur damit der Dämon sie erneut zerreißt. Diese werden in drei Kategorien eingeteilt: 1. religiöse Spaltung und Zwietracht, 2. zivile Unruhen und politische Zwietracht und 3. Familienzwietracht oder Zwietracht zwischen Verwandten. Zur ersten Kategorie gehört Mohammed, der Gründer des Islam: Sein Körper ist von der Leiste bis zum Kinn aufgerissen, und seine Eingeweide hängen heraus. Dante sah in Mohammed die Ursache für eine Spaltung innerhalb des Christentums, nämlich als er und seine Anhänger sich abspalteten und gegen das Christentum kämpften. Am Eingang der Hölle heißt es: „Das sind die Stifter falscher Lehren / und allerlei sektiererischer Anhang. / Viel voller als du denkst, sind diese Gräber. / In Massen liegen Gleichgesinnte drin, / und eingebettet in gestufte Gluten" - Dante, Göttliche Komödie IX Inferno, vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Giovanni da Modena, Inferno, Mohammed being tortured in Hell (detail)
 


Giovanni da Modena, Inferno, Mohammed being tortured in Hell (detail); This picture is of an early Renaissance fresco in Bologna's Church of San Petronio, the fresco is in an inaccessible part of the church and is now only visible at an angle from a distance; this old black-and-white image shows a straight frontal view of the figures. In 2002, Islamic extremists plotted to blow up the church in order to destroy the image

"Die Hölle" in Dantes "Divina Commedia" (Göttliche Komödie) umfasst ausser dem Vorhof neun Höllenkreise, die wie ein Trichter im Mittelpunkt der Erde zusammenlaufen, dem Sitz Luzifers. Je tiefer die Seelen der Verdammten, umso größer ihre Verfehlungen und umso größer auch ihre Strafen. Dantes Mahnungen und Warnungen stehen in vollem Einklang mit der Lehre der Kirche, der er sich als Autorität immer unterworfen hat. Grunddogma ist für ihn der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes. Thomas von Aquin und Albertus Magnus befinden sich im Paradies; Mohammed, den Dante als Irrlehrer, sittenlos und gewalttätig, beurteilt, der das Böse wollte und sich darin verhärtete, befindet sich in der Hölle. Am Eingang der Hölle heißt es: „Das sind die Stifter falscher Lehren / und allerlei sektiererischer Anhang. / Viel voller als du denkst, sind diese Gräber. / In Massen liegen Gleichgesinnte drin, / und eingebettet in gestufte Gluten" - Dante, Göttliche Komödie IX Inferno

In Dantes Göttlicher Komödie erleidet Mohammed in der Hölle das, was er im Koran den Nicht-Muslimen, also denen, die nicht an die islamischen Zeichen (Koran, Halbmond, Mohammed und Allah) glauben, androht, zum Beispiel: "Siehe, wer da unsere Zeichen verleugnet, den werden wir im Feuer brennen lassen. So oft ihre Haut gar ist, geben wir ihnen eine andere Haut, damit sie die Strafe fühlen, denn Allah ist mächtig und weise " (Sure 4,59). In über 200 Suren-Versen des Koran droht Allah den NichtMuslimen irdische und ewige Strafen an. Dante begegnet Mohammed, "der Zwietrachtstifter Mohammed" oder "Mahom" genannt, im tiefsten Höllenschlund. Er klagt sich selber an, seinen gerechten Lohn erhalten zu haben: "Ein Fass, dem Dauben oder Querholz fehlen, / ist nicht so löchrig wie der Sünder (Mohammed) war, / bei dem's vom Kinn bis an den After klaffte./ Zwischen den Beinen hing ihm das Gedärm. / Herz, Leber, Lunge sah man und den Sack, / der Kot aus allem macht, was wir verschlucken. / Indess ich mit den Augen ihn durchbohre, / blickt er auf mich und öffnet sich die Brust / mit Händen: 'Schau nur!' rufend, 'Selbstzerreißung! / Betrachte den verstümmelten Mohammed! / Der vor mir geht und jammert, ist Ali (der Kalif, der die Mohammedaner in zwei Sekten spaltete), / das Angesicht vom Kinn zum Schopf zerschlitzt. / Und Ärgernis und Zwiespalt haben alle, / die du hier siehst, erregt in ihrem Leben, / drum sind sie ebenso zerspalten hier. / Dort hinten steht ein Teufel, der zerstückt, / mit Schwertesschärfe feden dieser Sekte / gar grausam jedesmal, dass uns der Weg / dieselbe Schmerzensstraße führt im Kreis. / Denn immer schließt sich unsere Verwundung, / bevor an ihm vorbei wir wieder kommen. / Jedoch, wer bist du, dass du spähst und schnüffelst / dort auf der Brücke und die Strafe wohl, / die zugesprochene, verzögern möchtest?' / 'Der Tod hat ihn', erwiderte mein Meister (Vergil), / 'noch nicht ereilt, noch soll er Sünden büßen. / Damit ihm aber volle Kenntnis werde, / muss ich, der schon Gestorbene, ihn führen / von Kreis zu Kreis hienieden durch die Hölle. / Das ist so wahr wie, dass ich sprech zu dir.' / Es waren mehr als hundert, die das hörten, / und blieben stehn, vergaßen ihre Qual / und staunten aus dem Graben nur nach mit." - Dante, Göttliche Komödie XXVIII Inferno, vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 558 Calderon de la Barca, Nr. 563 Miguel de Cervantes I, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 579 Albertus Magnus, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Fra Angelico (Guido di Pietro detto Beato Angelico), The Last Judgement

Ähnlich wie in Stefan Lochners Altarbild "Das jüngste Gericht" werden auch hier Päpste, Bischöfe und Könige von Satan bzw. Luzifer verspeist, die Christus, den Salvator mundi, geleugnet haben, indem sie z.B. die antichristlichen Mohammedaner mit ihrem menschlichen Anführer (Mohammed) und ihrem geistigen Füher (Allah oder Luzifer) gefördert haben statt Christus zu folgen, vgl. Kurse Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 649 Giotto di Bondone, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 
 


Stefan Lochner, The Last Judgement, detail, 1435

Hier werden Päpste, Bischöfe, Kardinäle und Könige von Satan bzw. Luzifer verspeist, die Christus geleugnet haben, indem sie z.B. die antichristlichen Mohammedaner mit ihrem menschlichen Anführer (Mohammed) und ihrem geistigen Füher (Allah oder Luzifer) gefördert haben statt Christus zu folgen. Die islamische Sekte, "fundado sobre embustes sin cimiento" (gegründet auf Lügen ohne Fundament), mit dem "dios de los necios" (Gott der Dummköpfe) und der "suegra mentira de Arabia" (Schwiegermutter Lüge aus Arabien) kann solche Ausmaße erreichen, dass es kaum noch Möglichkeiten gibt gegenzusteuern und man kann mit Calderóns BEATRIZ nur noch sagen: "¡Con la estulticica que hay, el juicio pierdo!" (Mit der Dummheit, die es gibt, verliere ich mein Urteilsvermögen!) oder "¿Hay demencia?" (Gibt es Demenz?). Der Komiker MOSCATEL fürchtet schon, dass es ihm so geht wie den armen Seelen, die Christus verleugnen oder seine Lehre verfälschen wie die Moslems bzw. Häretiker, und die Dante in seiner göttlichen Komödie (inferno) beschrieben und Maler wie Fra Angelico, Giotto di Bondone, Albrecht Dürer, Stefan Lochner, Lucas van Leyden, Hans Memling, Giovanni da Modena dargestellt haben, nämlich dass er in der Hölle bei Luzifer bzw. Allah landet; Bischöfe und Kardinäle, die ihr Kreuz ablegen und "negar a Cristo y a su Iglesia" (Christus und seine Kirche leugnen) können sich auch Aydar oder Mohammed nennen anstatt Pedro, Reinhard oder Heinrich.

Wie Irland werden andere Länder zu Christus bekehrt, auch wenn es bei einigen wie den islamischen Ländern etwas länger dauert und Christus die Schwadrone der Feinde, die Unwissenheit, den profanen Irrtum, besiegen muss und Irrgläubige wie die Moslems im "infierno y purgatorio" landen: "rompan los escuadrones enemigos / de una ignorancia, de un error profano"; Der gefallene Engel, "Ángel Malo", ein Bote Luzifers bzw. Allahs, ein "monstruo crüel" (grausames Monster) erzählt, dass es seine Aufgabe sei, sich zu verstellen und so zu tun als sei er ein Engel des Lichts, weshalb Moslems am liebsten dort ihre Moscheen bauen, wo die Christen ihr Zentrum hatten (z.B. in Jerusalem und Konstantinopel), um christliches Leben dort zu verhindern und Wut und Gift zu verbreiten: "Temeroso de que el cielo / descubra a Patricio santo / este prodigio, este encanto, / mayor tesoro del suelo, / quise, de rigores lleno, / como ángel de luz, venir / a turbar y prevenir, / vertiendo rabia y veneno." (Böser Engel: Ich habe Angst, dass der Himmel, diesen Heiligen Patrick, dieses Wunderkind, diesen Wonnigen, den größten Schatz des Bodens, entdeckt. Ich wollte, voller Strenge, kommen wie ein Engel des Lichts, zu stören und zu verhindern, Wut und Gift ausschütten). "Dentro El purgatorio" wird berichtet von den Qualen, die von den Dämonen ausgeführt werden, von "Médicos doctos" (Gelehrten Ärzten), von "peligrosas heridas" (gefährlichen Wunden) und "dan remedios peligrosos" (gefährlichen Heilmitteln, die sie verabreichen); Ludovico berichtet aus dem Purgatorio: Mit christlichem Glauben und mutigem Geist ("con fe y ánimo valiente"), legte ich meinen Geist in Gott, und wiederholte tausendmal die mysteriösen Worte, die heute die Moslems, und die sie in der Hölle fürchten ("puse mi espíritu en Dios, / y repitiendo mil veces / las misteriosas palabras / de que en los infiernos temen"); die weisen Männer, die ihn betreuten warnten ihn, dass er an den christlichen Gott glaubt, denn sonst werde er in der Hölle bleiben zwischen grausamen Qualen: «Advierte / que pongas en Dios la fe, / y no desmayes por verte / de demonios combatido, / porque si volverte quieres, / movido de sus promesas / o amenazas, para siempre / quedarás en el infierno / entre tormentos crüeles.»

Dann plötzlich war das ganze Zimmer voll mit höllischen Visionen und rebellischen Geistern, auf den schrecklichsten Wegen und hässlicher als alles, mit dem man sie vergleichen kann, und einer sagte: «Rücksichtslos, verrückt, Dummkopf, was hast du gewollt?... und wie du gelebt hast, stirbst du, dann kommst du zu uns, denn diese Hölle schützt schon den Stuhl, den man für immer besetzt: "toda / la sala llena se ofrece / de visiones infernales / y de espíritus rebeldes, / con las formas más horribles / y más feas que ellos tienen, / que no hay a qué compararlos, / y uno me dijo: «Imprudente, / loco, necio, que has querido / ... como viviste, muere. / Entonces vendrás a vernos, / que ya el infierno previene / la silla que has de tener / ocupada eternamente»; erst als er rief "Jesus, rette mich", flohen die Dämonen:"Huyeron los demonios, / y el fuego se aplaca y muere"; man hörte verzweifelte Stimmen mit ihren unverschämten Gotteslästerungen, dass sogar die Dämonen zitterten: "Tan desesperadas voces, / de blasfemias insolentes / de reniegos y por vidas, / repetían muchas veces, / que aun los demonios temblaban". Ludovicos Reise durch die Unterwelt bzw. Hölle und Fegefeuer geht weiter; er kommt an Orte an denen die Seelen die zugefügten Qualen immer wieder erleiden müssen, wie der Prophet Mohammed in Dantes Inferno. Dieser Bereich ist für besonders schwere Fälle reserviert, weshalb "los ministros de la muerte" (die Minister des Todes) ihn ausweisen, zudem sind sie wütend weil er den Namen Jesus verwendet hat, weshalb sie verschwinden; Er traf dort auch die, die sich "por livianos pareceres" (durch leichtsinnige oder leichtfertige Meinungen) beinflussen ließen, wie die Mohammedaner (Moslems), die den Inhalt des Korans als Gottes Wort betrachten, die - wie Thomas von Aquin betont -  leichtfertig glauben und die ungelehrten Fabeln folgten (indoctas fabulas secuti) statt die Geheimnisse der göttlichen Weisheit (divinae sapientiae secreta) zu ergründen. Ludovico hat von den Dämonen nichts zu befürchten, sie warnen ihn aber vor den schwersten Strafen an dem Ort, "llaman infierno" (den man Hölle nennt), wo die besonders schweren Fälle behandelt werden wie bei Dante der Fall Mohammed zeigt; "monstruos marinos, hidras y serpientes" (Seemonster, Hydras und Schlangen) machten tausend Anfragen mit Krallen und Zähnen, vgl. Kurse Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 648 Calderon de la Barca II, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Saint-Pierre de Chauvigny, Romanisches Kapitell: Das seelenverschlingende Fabeltier verkörpert die Dämonie des Bösen, worunter man in der Romanik vor allem die Sarazenen oder Mohammedaner mit ihrem Dämon Allah verstand, die das christliche Europa von Westen und Osten bedrohten
 
 
 


Die Skulpturen zeigen Geschichten aus der Heiligen Schrift und dem Leben der Heiligen; es befinden sich aber auch viele heidnische Darstellungen in Vézelay, wilde Szenen aus der Hoelle, in der Dante zufolge auch Mohammed mit seinen Anhängern gelandet ist. In der Romanik und noch mehr in der Gothik war man sich bewusst, dass wer sich Christus und seinem Heileswillen verschlossen hat, wie die Mohammedaner, die sich vom wahren Gott abwandten und den Dämon Allah stattdessen verehrten, "wird den Mächten verfallen bleiben, denen er sich zuwandte und die nun ebenfalls sich offenbaren - in ihrer Fratzenhaftigkeit, in ihrer Verzerrung des Menschenantlitzes, in ihrer Tierhaftigkeit," was in Kapitellen und Portalen der Kirchen und Kathedralen von Autun, Vézelay oder Chartres dargestellt wurde.
 
 
 
 


Ein Kapitell in der Kathedrale Saint Lazare, Autun, zeigt den ikarusartigen Sturz des Simon Magus, dessen Schicksal Petrus mit dem Schlüssel und ein heiliger Mönch links, ein gehörnter Teufel rechts zuschauen. Über die Häretiker der Simonianer sagt St. Irenaeus von Lyon: "Die Liebe des Vaters hat sie ja verlassen, und vom Satan sind sie aufgeblasen" wie heute die Mohammedaner und früher die Simonianer, Markioniten und Valentinianer. "Indem sie sich zur Lehre Simons des Magiers hingeneigt haben, sind sie in ihren Herzen von dem wahren Gott abgefallen und glaubten, mehr als die Apostel gefunden zu haben, indem sie einen zweiten Gott hinzuerfanden", auch bei Dante landen die Simonianer im Inferno; in Canto XIX geht es um die Simonianer: Dante verurteilt mit Nachdruck diejenigen, die Simonie oder den Verkauf von kirchlichen Gunstbezeugungen und Ämtern begehen und so aus dem, was Gott gehört, Geld für sich selbst machen: "Die ihr das heilige, für reine Hände / bestimmte Gut des Herrn verderbt um Gold / und Silber, Simon, Zauberer und Verführer, / für dich und deine räuberische Bande, / die ihr im dritten dieser Gräben steckt, / soll jetzt zum Aufruf die Trompete schmettern!" Die Sünder werden mit dem Kopf nach unten in runde, röhrenförmige Löcher im Felsen gelegt, wobei die Flammen ihre Fußsohlen verbrennen. Die Hitze des Feuers steht im Verhältnis zu ihrer Schuld. Simon Magus, der dem Heiligen Petrus Gold im Tausch gegen heilige Macht anbot und nach dem die Sünde benannt ist, wird hier erwähnt. Einer der Sünder ist Papst Clemens V., eine Marionette von König Philipp IV. von Frankreich, der den päpstlichen Stuhl nach Avignon verlegt und damit das Papsttum von Avignon (1309–77) einleitet und die Templer verfolgen ließ. Dante prangert die simoniacalische Korruption in der Kirche an, vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Delacroix, La Barque de Dante

In seinem Epos schildert Dante eine visionäre Reise durch die Hölle, das Fegfeuer - den „Läuterungsberg“ - und den Himmel. Sein Hauptanliegen ist die Bekehrung der durch Sünde vom rechten Weg abgeirrten Seelen, die, geläutert durch den Anblick höllischer Strafen, über den Berg der Läuterung zur ewigen Seligkeit emporsteigen sollen. Als Führer durch die Hölle wählt Dante den Dichter Vergil. Die drei Reiche sind in "Cantica-Gesänge" behandelt, untergliedert in 33 canti, so dass sich zusammen mit dem einleitenden „Gesang“ 100 „Gesänge“ ergeben. Streng wie die Form gliedert Dante auch den Inhalt: "Die Hölle" umfasst ausser dem Vorhof neun Höllenkreise, die wie ein Trichter im Mittelpunkt der Erde zusammenlaufen, dem Sitz Luzifers. Je tiefer die Seelen der Verdammten, umso größer ihre Verfehlungen und umso größer auch ihre Strafen. Dantes Mahnungen und Warnungen stehen in vollem Einklang mit der Lehre der Kirche, der er sich als Autorität immer unterworfen hat. Grunddogma ist für ihn der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes. Thomas von Aquin und Albertus Magnus befinden sich im Paradies; Dante begegnet Mohammed, "der Zwietrachtstifter Mohammed" oder "Mahom" genannt, im tiefsten Höllenschlund; auch die islamischen Gelehrten Averroes, Avicenna und der berüchtigte Sultan Saladin gehören zu denen, die unter falschen, lügnerischen Göttern lebten. Mohammed klagt sich selber an, seinen gerechten Lohn erhalten zu haben. In dem berümten Canto XXVIII und Bolgia 9 werden die Säer der Zwietracht in die Mangel genommen: In der neunten Bolgia werden die Zwietrachtsäer für alle Ewigkeit von einem großen Dämon mit einem blutigen Schwert zerhackt und verstümmelt; ihre Körper sind geteilt, da ihre Sünde im Leben darin bestand, zu zerreißen, was Gott als Einheit vorgesehen hatte; dies sind die Sünder, die bereit sind, das ganze Gefüge der christlichen Gesellschaft zu zerreißen, um einen sektiererischen Egoismus zu befriedigen. Die Seelen müssen ihre zerstörten Körper durch den Graben schleppen, wobei ihre Wunden im Laufe des Kreislaufs heilen, nur damit der Dämon sie erneut zerreißt. Diese werden in drei Kategorien eingeteilt: 1. religiöse Spaltung und Zwietracht, 2. zivile Unruhen und politische Zwietracht und 3. Familienzwietracht oder Zwietracht zwischen Verwandten. Zur ersten Kategorie gehört Mohammed, der Gründer des Islam: Sein Körper ist von der Leiste bis zum Kinn aufgerissen, und seine Eingeweide hängen heraus. Dante sah in Mohammed die Ursache für eine Spaltung innerhalb des Christentums, nämlich als er und seine Anhänger sich abspalteten und gegen das Christentum kämpften. Am Eingang der Hölle heißt es: „Das sind die Stifter falscher Lehren / und allerlei sektiererischer Anhang. / Viel voller als du denkst, sind diese Gräber. / In Massen liegen Gleichgesinnte drin, / und eingebettet in gestufte Gluten" - Dante, Göttliche Komödie IX Inferno. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Figur des LUCIFER, die Cervantes in einer seiner Komödien auftreten lässt und der von Moslems als Allah angebetet wird; er kommt mit Krone und Zepter heraus, zusammen mit den schön gekleideten Dämonen SAQUIEL und VISIEL, die aber als Dämonen hässlich sind:  "LUCIFER, con corona y cetro, el más galán demonio y bien vestido que ser pueda, y SAQUIEL y VISIEL, como quisieren, de demonios feos". Ihm gefällt es gar nicht, dass diejenigen, die er schon in seiner Sekte vereinigt wusste, ihn plötzlich wieder verlassen wollen um dem christlichen Kreuz zu folgen. Auch beklagt er sich, dass seit dem Sturz aus dem Himmel, sein Neid gewachsen sei auf den neuen Richter (Christus): "Digo que desde entonces se recoge / la fiera envidia en este pecho fiero, / de ver que el cielo en su morada acoge / a quien pasó también de Dios el fuero." (Ich sage, dass seitdem gesammelt wird der wilde Neid in dieser wilden Brust, zu sehen, dass der Himmel in seiner Unterkunft begrüßt an wen die Gerichtsbarkeit auch von Gott überging). Ihm bleiben aber "mis secuaces, deste duro infierno" (meine Schergen aus dieser harten Hölle). Den Abfall vom Glauben an Allah bzw. an ihn, sei wie wenn er eines Geschenkes beraubt würde; seine Schergen versuchen daher auf der Erde, Apostasie in islamischen Ländern mit dem Tod zu bestrafen, damit sie nicht den christlichen Glauben annehmen: "de verme despojado del regalo / de mi primera aventajada suerte, / quiere que se alce con el cielo un malo, / un pecador blasfemo" (um mich des Geschenks beraubt zu sehen von meinem ersten vorteilhaften Glück, will, dass ein Bösewicht zum Himmel aufsteigt, ein blasphemischer Sünder). Seine Schergen, SAQUIEL und VISIEL, wollen versuchen den bekehrten Sünder zurückzuholen. Letztlich müssen sie aber einsehen, dass die Menschen in Allah, dem Teufel oder Luzifer nur sterben, und nur in Christus leben können: "muerto al diablo y vivo a Cristo" (tot für den Teufel und lebendig für Christus), vgl. Kurse Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 645 Miguel de Cervantes II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 579 Albertus Magnus, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Domenico di Michelino, La Divina Commedia di Dante Alighieri, 1465. Affresco conservato a Firenze, cattedrale di Santa Maria del Fiore



 
 
 
 
 
 
 
 


Murillo, Madonna del latte
 


Andrea Solario, Maria lactans


Maria Lactans und die Gottesgelehrten in der Kunst und in Dantes Commedia, Paradiso XXIII - XXX: Die Erfahrungen des "Jenseitswanderer Dante im Paradies" sind mitunter unbegreiflich. "Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, überrascht uns Dante mit einer Sprache der Nähe, der Einfachheit." Nicht Mutter steht da, sondern „mamma“, reimend auf „infiamma“ (entflammt). Nachdem es an der Brust getrunken hat, streckt das Kind die Arme nach der Mutter aus, und so wird die Liebe, die sein Gemüt bewegt, auch nach außen hin sichtbar. "Tatsächlich kommen Brüste in Paradiso XXIII dreimal vor. Und dreimal inszeniert der Gesang eine nährende Beziehung zwischen Mutter und Kind: Beatrice ist wie eine Vogelmutter, die ihr Junges (Dante) nähren will, die Musen erquicken die Dichter mit ihrer Milch, die im Paradies weilenden Seligen strecken ihre Flammenkörper hin zur Muttergottes, wie ein Kind die Arme nach der Mutter(-brust) ausstreckt."  Es geht nicht nur um Liebe, sondern um göttliches Wissen oder geistige Nahrung. Beatrice spricht von den Scharen, die "in Christi Siegeszug" kommen. Dante beschreibt sie so: "Ihr Antlitz strahlte mir, als stünd's in Flammen / und ihre Augen so voll Fröhlichkeit / dass ich's nicht schildern kann und schweigen muss." 

Dante beschreibt das Paradies und die Hierarchie der Engel im Sinne der christlichen Philosophen und Gottesgelehrten, insbesondere beruft er sich im X. Gesang auf Dionysius Areopagita, aus dessen Werk De coelesti hierarchis auch von anderen Gottesgelehrten wie Johannes Scotus Eriugena, Albertus Magnus, Petrus Lombardus, Boethius, Isidor von Sevilla (gest. 636), Beda Venerabilis (gest. 735), Richard von St. Victor (gest. 1173) und Thomas von Aquin (Paradiso X  und XIII) zitiert wird. Im XII. Gesang treten auch die großen Gottesgelehrten Hugo von St. Victor, Johannes Chrysostommos, Anselm von Canterbury, Bonaventura von Bagnorea (1221-74), im XI Gesang Franz von Assisi und Domenicus von Calahorra, im 22. Gesang der heilige Benedikt auf.  Viele dieser Gottesgelehrten bezeichneten schon die heiligen Schriften der Bibel als eine Milchnahrung, die man bedenkenlos auch weniger erfahrenen Lesern verabreichen könne. "Überliefert ist aber auch die Legende der Maria lactans, der zufolge Maria die von ihr privilegierten Heiligen mit der eigenen Milch ernährt – sprich: ihnen mystisches Wissen und außergewöhnliche Rhetorik verschafft. Dass Dante sich selbst als einen dieser Privilegierten sieht, sagt er später, in Paradiso XXX, deutlich. Hier vergleicht er seinen eigenen Wissensdurst mit dem eines Kindes, das sich auf die Mutterbrust stürzt." Wer als christlicher Dichter und Philosoph nach Weisheit strebt, sehnt sich quasi nach jenen metaphorischen Brüsten, die eben die der Muttergottes sind. "Der Dichter fällt zurück in kindliches Lallen („mamma“), der Wanderer in kindliche Gier. Diese Gier ist bedingungslose Liebe und völliges Ausgeliefertsein, weil von ihr das Überleben abhängt. Das kaum Fassbare – die Vision Christi in Paradiso XXIII, der Lichtstrom in Paradiso XXX – wird von Dante mit einer Erfahrung verglichen, die (ob Brust oder Fläschchen) jede/r von uns gemacht hat. In Italien streitet man gerade darüber, ob man Dante aktualisierend lesen, ihn zum Zeitgenossen machen dürfe. Die Hüter der Tradition plädieren dafür, den Autor der Commedia in seiner historischen Distanz nicht anzutasten. Dante hätte das nicht gewollt." Er wollte ein populärer Autor sein, deshalb wählte er für seine Komödie die Volkssprache. "Auf die Vorwürfe seines Bewunderers Giovanni del Virgilio, er werfe damit Perlen vor die Säue, antwortete Dante in zwei lateinischen Eklogen. Darin ist von Schafen die Rede und auch wieder von Milch – und Brot." Ähnlich wie heute hatte man zu Dantes Zeit diese wichtige Geistesnahrung, die von Kirchenvätern wie Augustinus beschrieben wurde, verschmäht. Schon damals kümmerte sich der Papst wenig um die Befreiung des Heiligen Landes und des südöstlichen Mttelmeers ("erstreckt sich zwischen feindlichen Gestaden") vom Islam sondern nur um den Missbrauch innerhalb der Kirche: "Um das der Papst sich jetzt so wenig kümmert. / In deiner Stadt, gehegt, gepflanzt von jenem (Luzifer), / der seinem Schöpfer bald den Rücken wandte, / voll Neid, zum großen Jammer aller Zeiten, / ja dort entsteht und wuchert das verfluchte / geblümte Guldenkraut (Münze), durch das die Herde / missleitet und der Hirt ein Wolf ist worden. / Verlassen liegen Evangelien und / die großen Kirchenväter... / um Nazareth, wohin den Engel Gabriel / die Flügel trugen, kümmern sie sich nicht." (Paradiso IX) In der Kunst wird Maria lactans von Raffael, Jan van Eyck, Murillo, Dürer und vielen anderen Künstlern dargestellt. Vgl. Kurse Nr. 562 Dante Alighieri II, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 579 St. Albertus Magnus, Nr. 500 St. Thomas von Aquin I, ScG, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 654 St. Augustinus III, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Akademie der Kunst und Philosophie

"E come fantolin che ’nver’ la mamma? tende le braccia, poi che ’l
latte prese? per l’animo che ’nfin di fuor s’infiamma; - Dante, Divina Commedia, Paradiso XXIII, 121–123

(Und wie ein Kind nach der Mama die Arme ausstreckt, nach dem Stillen,
und seine Liebe so ganz sichtbar macht) 


 
 
 
 

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Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 591 Paolo Veronese, Nr. 597 Correggio, Nr. 598 El Greco, Nr. 620 Giovanni Battista Tiepolo, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 656 Andrea Solari, Nr. 657 Bernadino Luini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 635 Rogier van der Weyden, Nr. 640 Stefan Lochner, Nr. 646 Michael Pacher, Nr. 647 Peter Paul Rubens, Nr. 649 Giotto di Bondone, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael (Raffaello Sanzio), Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico, Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 608 Domenico Ghirlandaio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 636 Eugène Delacroix, Nr. 639 Bartolomé Esteban Murillo, Akademie der Kunst und Philosophie



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Letzte Bearbeitung:05.08.2021