Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

Nr. 612 

St. Johannes Chrysostomos


On wrong Philosophy / Science and how to improve

"Wenn Einer unbescholten ist, eines Weibes Mann, gläubige Kinder hat, die nicht im Rufe der Schwelgerei stehen oder ungehorsam sind. Warum spricht der Apostel auch von solchen Männern? Er will den Häretikern den Mund stopfen, welche gegen die Ehe losziehen, indem er zeigt, dass diese nichts Sündhaftes ist, sondern im Gegenteil etwas so Ehrenvolles, dass ein Verheirateter sogar den heiligen Stuhl einnehmen kann... Wenn aber Jemand die Kindererziehung als etwas Sekundäres behandeln würde, indem er in erster Linie dem Gelderwerb huldigt, und wenn er auf jene zwar einen Eifer verwenden würde, aber keinen so großen wie auf den Geldgewinn, so wäre er auch in solchem Falle des bischöflichen Amtes unwürdig." - St. Johannes Chrysostomos, Titus II
 

St. Johannes Chrysostomos, Byzantinisches Mosaik des 9. Jahrhunderts, Hagia Sophia

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:

Johannes Chrysostomos wurde mitten im arianischen Streit geboren und wurde zur Zeit des ersten Konzils von Konstantinopel zum Diakon geweiht. Er war als Theologe eine Generation jünger als die kappadokischen Väter Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa und ein Zeitgenosse Ambrosius’ von Mailand und des großen Philosophen und Kirchenlehrers Augustinus von Hippo.  [1] 

397 wurde Johannes gegen seinen Wunsch zum Erzbischof von Konstantinopel, der damals reichsten Stadt des römischen Reiches, ernannt. Er trat sein Amt als Patriarch wenige Jahre nach dem Tod von Theodosius I. an, in einer Zeit, als Hofintrigen florierten. Kaiser Arcadius, der in Konstantinopel regierte, wurde durch seinen ehrgeizigen Günstling Eutropius beeinflusst, dem allerdings die Kaiserin Aelia Eudoxia nicht gewogen war. Die Wahl von Chrysostomos war durch Eutropius zustande gekommen, entgegen dem Wunsch des Patriarchen Theophilus von Alexandria, der für einen Kandidaten seiner eigenen theologischen Richtung lobbyiert hatte. Dessen ungeachtet wurde Chrysostomos am 26. Februar 398 inthronisiert.  [2] 

Die Kirche von Konstantinopel agierte zu jener Zeit nicht durchweg nach christlichen Idealen. Priester, die vorgaben, zölibatär zu leben – was in der Ostkirche niemals Pflicht war –, teilten den Haushalt mit so genannten „geistlichen Schwestern“ oder lebten in ähnlichem Luxus wie die kaiserlichen Potentaten. Die Finanzlage der Kirche war desolat und kaum jemand kümmerte sich um die Gemeinde. Die Gottesdienste wurden zu Zeiten gehalten, die den Reichen angenehm waren, konnten jedoch vom arbeitenden Volk nicht besucht werden. Während seiner Zeit als Bischof lehnte Johannes die Veranstaltung verschwenderischer Gastmähler ab und kümmerte sich stattdessen um eine Reform des Klerus. Er befahl den „geistlichen Schwestern“, aus den Häusern unverheirateter Priester auszuziehen, zwang die Priester zu einem bescheideneren Leben, verkaufte die Luxusgegenstände im Bischofspalast, um die Hungrigen zu speisen, und brachte die Finanzen der Kirche unter rigorose Kontrolle. Ebenso befahl er, die Kirchen dann zu öffnen, wenn das arbeitende Volk sie besuchen konnte. Diese Maßnahmen brachten ihm Ansehen beim Volk, aber die Missgunst der Wohlhabenden und des Klerus. In einer Predigt bald nach seiner Ankunft sagte er, „das Volk preist den Vorgänger, um den Nachfolger abzusetzen“. [3] 
 

Titus

Titus war ein erprobter Gefährte des Paulus. Denn wäre er nicht erprobt gewesen, so hatte er ihm nicht die Insel Kreta zur Pastorirung übertragen und hätte ihn nicht beauftragt, die noch mangelhaften dortigen Einrichtungen zu vollenden. „Damit du das Fehlende in Ordnung bringst,“ heißt es weiter unten. Er würde ihm nicht die Oberaufsicht über so viele Bischöfe übertragen haben, wenn er in den Mann nicht das vollste Vertrauen gesetzt hätte. Man glaubt, dass er noch ein junger Mann war, weil der Apostel ihn sein „Kind“ nennt. Dazu Chrysostomos: "Ich glaube auch, dass in der Apostelgeschichte seiner Erwähnung geschieht (Apostelg. 18, 7). Demnach wäre er ein Korinther gewesen, falls nicht ein Anderer gleichen Namens dort gemeint ist. Denn Zenas ruft der Apostel zu sich, auch den Apollo will er bei sich sehen, den Titus aber nicht; Jenen traute er nämlich eine besondere Standhaftigkeit und Festigkeit gegenüber dem Kaiser zu. Es scheint mir, dass es sich hier um eine Zwischenzeit (zwischen der ersten und zweiten Gefangenschaft) handelt, und Paulus schreibt den Brief unter günstigen Verhältnissen. Denn es ist nirgends von Heimsuchungen die Rede. Fortwährend aber handelt er von der Gnade Gottes von Anfang bis zu Ende, insofern sie für die Gläubigen ein mächtiger Antrieb zur Tugend ist. Denn wenn sie wissen, was sie eigentlich verdient hätten, zu was sie es aber gebracht haben und zwar durch die Gnade Gottes, und wessen sie gewürdigt worden, so liegt darin keine geringe Anspornung." So wie man heute gegen die Moslems losziehen muss, so macht er es auch mit den Galatern so, wenn er sagt: „O ihr unverständigen Galater!“ (Gal. 3, 1) [4] 

Es geht eben nicht, wie heute vielfach behauptet wird, um soetwas wie "Islamophobie" oder Beleidigung, sondern es geht nach Chrysostomos darum, den richtigen Weg aufzuzeigen: "Der Apostel will da nicht beleidigen, er meint es gut. Würde er Das in persönlicher Gereiztheit tun, so könnte ihn Einer mit Recht tadeln; geschieht es aber im Feuereifer für das Wort Gottes, dann liegt ja keine Injurie darin. Auch Christus hat unzählige Male die Schriftgelehrten und Pharisäer scharf getadelt, aber nicht aus persönlicher Rancüne, sondern weil sie die Andern alle in’s Verderben führten. Der Apostel fasst sich kurz in diesem Briefe. Leicht erklärlich! Auch Das ist ein Beweis für die Tugend des Titus, dass er bei ihm nicht viele Worte braucht, sondern bloß eine Art Andeutung. Ferner bin ich der Meinung, dass dieser Brief älter ist als der an Timotheus; denn diesen schrieb der Apostel kurz vor seinem Lebensende im Kerker, bei der Abfassung des unsrigen aber befand er sich ausser dem Gefängnis und in Freiheit. Denn die Stelle: „Ich bin Willens, in Nikopolis zu überwintern,“ beweist, dass er nicht mehr im Gefängnisse war; im Briefe an Timotheus aber nennt er sich wiederholt einen Gefangenen. Was sagt er also: Paulus, Knecht Gottes, aber Apostel Jesu Christi, im Glauben der Auserwählten Gottes. Siehst du, wie er diese Ausdrücke unterschiedlich gebraucht! Bald nennt er sich „Knecht Gottes und Apostel Christi“, bald „Knecht Christi“: „Paulus, Knecht Jesu Christi.“ So kennt er keinen Unterschied zwischen Vater und Sohn. In dem Glauben der Auserwählten Gottes und in der Erkenntnis der Wahrheit, die zur Gottseligkeit führt, auf Hoffnung des ewigen Lebens. „In dem Glauben der Auserwählten Gottes.“ Nennst du dich, o Paulus, einen Apostel, weil du geglaubt hast, oder weil dir die Auserwählten anvertraut wurden? Ich denke, weil ihm die Auserwählten Gottes anvertraut worden, d. h. nicht wegen seiner Tüchtigkeit, nicht wegen seiner Arbeiten und Mühen hat er die apostolische Würde erhalten, sondern es war eine bloße Gnade von Seite Dessen, der sie ihm anvertraut hat. Damit ferner die Gnade nicht grundlos verteilt erscheine, denn Gott wirkt nicht Alles; warum hätte er dann nicht auch Andern das Apostelamt anvertraut? Deshalb fährt der Apostel fort: „In der Erkenntnis der Wahrheit, die zur Gottseligkeit führt.“ Deshalb, will der Apostel sagen, ist mir mein Amt anvertraut worden, oder vielmehr auch hierin war seine Gnade tätig; denn auch diese Erkenntni der Wahrheit habe ich von ihm. Deshalb sagt auch Christus selber: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ (Joh. 15, 16) Und wiederum schreibt der heilige Paulus an einer anderen Stelle: „Ich werde erkennen, gleichwie auch ich erkannt bin;“ (I. Kor. 13, 12) und wiederum: „Ich trachte darnach, ob ich’s ergreife, wozu ich auch schon von Christus Jesus ergriffen bin.“ (Philipp. 3, 12) Erst sind wir ergriffen worden und dann erst zur Erkenntnis gekommen; erst wurden wir erkannt, und dann ergriffen wir. Erst wurden wir gerufen, und dann sind wir dem Rufe gefolgt. Mit dem Ausdruck: „im Glauben…“ setzt er Alles auf Rechnung der Auserwählten; ihretwegen, sagt er, bin ich Apostel; nicht als hätte ich es verdient, sondern um der Auserwählten willen, wie er auch anderwärts sagt: „Alles ist ja euer, sei es Apollo oder Paulus.“ ( I. Kor. 3, 21) [5]

Es kommt auf die Erkenntnis der Wahrheit an, die zur Gottseligkeit führt. Es gibt auch sonstige Wahrheiten, die auf die Gottseligkeit kaum Bezug haben, z. B. die Kenntnis des Ackerbaues, vor allem die Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft, der Gewerbe. Die Wahrheit aber, von welcher hier die Rede ist, führt zur Gottseligkeit. Oder der Ausdruck: „im Glauben“ will sagen, dass sie wie die übrigen Auserwählten geglaubt und die Wahrheit erkannt haben. Denn vom Glauben kommt die Erkenntnis, nicht von Vernunftschlüssen. [6]
 

Erkenntnis der Lüge, Erkenntnis der Wahrheit; Pflichten der Bischöfe

Siehe, wie die Einleitung des Briefes ausgefüllt wird durch die Erinnerung an die göttlichen Wohltaten, und der ganze Brief behandelt durchgehends dieses Thema als Hauptfrage; es liegt darin eine kräftigere Aufforderung zur Ertragung der Mühsale für den heiligen Mann selbst sowohl wie für seine Jünger. Denn Nichts ist so nützlich für uns wie die fortwährende Erinnerung an die göttlichen Wohltaten, wie sie der Menschheit im Großen und uns persönlich zu Teil werden. Denn wenn wir schon gerührt werden durch eine Wohltat, die uns ein Freund erweist, durch ein freundliches Wort, das wir hören, und durch ein aufmerksames Entgegenkommen, so müssen wir noch weit mehr Willfährigkeit und Gehorsam zeigen bei der Wahrnehmung, in welchen Gefahren wir geschwebt und wie uns Gott aus sämmtlichen errettet hat. [7]

Die Wahrheit stellt der Apostel hier der alttestamentlichen Typik entgegen. Auch dort gab es eine Erkenntnis, aber nicht eine Erkenntnis der Wahrheit, freilich auch nicht eine Erkenntnis der Lüge, sondern eine Erkenntnis von Typen und Bildern. Treffend heißt es: „auf Hoffnung des ewigen Lebens.“ Das alte Testament hatte nämlich nur eine Hoffnung auf das gegenwärtige Leben, wie geschrieben steht: „Wer das Gesetz erfüllt, der wird dadurch leben.“ Siehst du, wie schon gleich im Eingang der Abstand zwischen Gesetz und Gnade gezeigt wird? Die Anhänger des Gesetzes sind keine „Auserwählten“, sondern wir. Wenn zwar ehedem auch sie das „auserwählte Volk“ genannt wurden, jetzt sind sie es nicht mehr. Das heißt: nicht erst jetzt, als hätte er seinen Sinn geändert, sondern von Anbeginn war es so bestimmt. Oftmals spricht der Apostel diese Wahrheit aus, so zum Beispiel, wenn er sagt, er sei „ausgesondert für das Evangelium Gottes,“ (Röm. 1, 1) oder: „Welche er vorhergesehen, die hat er auch vorherbestimmt.“(Röm. 8, 30) Er will damit unseren Adel andeuten, indem uns Gott nicht erst in jüngster Zeit, sondern schon von Ewigkeit her geliebt hat. Und Das ist nichts Geringes, diese göttliche Liebe, deren Gegenstand wir von Ewigkeit und Anbeginn gewesen sind. [8]

Wenn Chrysostomos schreibt: "Ich will die Sache noch deutlicher besprechen, damit sie Allen klar wird. Ein kirchlicher Würdenträger zum Beispiel, ein mit dem bischöflichen Amte bekleideter Mann, ist der nicht straffällig, wenn er nicht dem Volke seine religiösen Pflichten predigt?" so trifft dies vielfach auf die Oberen der katholischen Kirche zu, die ihren religiösen Pflichten nicht nachkommen indem sie z.B. den Irrglauben der Moslems dem christlichen Glauben gleichsetzen.  "Der Laie jedoch hat keinerlei Verpflichtung dazu. Deshalb sagt auch Paulus, er handle „im Auftrage unseres göttlichen Heilandes“. Und man beachte, wie dieser Zusatz zu dem Gedanken, den ich eben aussprach, passt! Oben war die Rede von „Gott, der nicht lügt,“ hier spricht er von einem „Auftrage unseres göttlichen Heilandes“. Wenn er nun unser Heiland ist, dann hat er selber diesen Auftrag gegeben, in der Absicht, unser Heiland zu sein; folglich handelt es sich da nicht um hierarchische Gelüste, sondern um den Glauben und um einen Auftrag des göttlichen Heilandes. „Dem Titus, dem ächten Kinde.“ Es gibt nämlich auch unächte Kinder, wie Derjenige eines war, von welchem der Apostel sagt: „Wenn Einer, der Bruder genannt wird, ein Hurer ist oder ein Wucherer oder Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold, so sollt ihr mit einem Solchen nicht einmal essen!“ ( I. Kor. 5, 11) Siehe, da haben wir auch ein „Kind“, aber kein „echtes“! Ein „Kind“ wird ja Einer, sowie er einmal in das Reich der Gnade aufgenommen und der Wiedergeburt teilhaftig geworden ist. Ein unechtes aber wird er, sowie er sich des Vaters unwürdig zeigt, sowie er zu einem andern Herrn überläuft. Bei leiblichen Kindern wird die Echtheit und Unechtheit durch die Abstammung von Vater und Mutter bestimmt; in unserem Falle aber nicht auf solche Weise, sondern auf Grund des freien Willens. Da kann Einer, der ein echter Sohn ist, aufhören, ein solcher zu sein, und Einer, der es nicht ist, ein solcher werden. Denn diese Dinge sind durch keinen Naturzwang bestimmt, sondern durch die Willensfreiheit, weshalb auch mannigfacher Wechsel vor sich geht."  Titus, dem echten Kinde nach dem gemeinsamen Glauben. Was will Das sagen: „nach dem gemeinsamen Glauben“? Nachdem der Apostel ihn als Sohn angeredet und die Rolle des Vaters übernommen hat, warum erniedrigt und demütigt er mit diesen Worten wieder seine väterliche Würde? „Nach dem gemeinsamen Glauben“ sagt er, d. h.: In Bezug auf den Glauben habe ich Nichts vor dir voraus; denn er ist uns gemeinsam, und derselbe Glaube ist es, durch welchen ich und du Kinder Gottes geworden sind. Warum nennt nun der Apostel den Titus sein „Kind“? Entweder bloß um seiner zärtlichen Liebe Ausdruck zu geben, oder weil er früher zum Predigtamt berufen worden als Titus, oder weil derselbe durch Paulus das Licht des Glaubens erblickt hat. Diesen Satz des Johannes Chrysostomos sollten sich Papst Franziskus und seine Unterstützer aus der Bischofskonferrenz, die nicht zwischen dem islamischen Götzen Al-lah und dem christlichen Gott unterscheiden, einmal genauer ansehen:  "In diesem Sinne nennt er seine Jünger bald „Kinder“, bald „Brüder“; Letzteres, weil sie denselben Glauben an den Vater haben, Ersteres, weil sie durch seine Hand Kinder dieses Glaubens geworden sind. Wenn er also vom „gemeinsamen Glauben“ spricht, deutet er das brüderliche Verhältnis an. Gnade und Friede von Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus, unserem Heiland!" Chrysostomos spricht sogar von einem "gottvergessene Bischof"  [9]

Nachdem der Apostel den Ausdruck „Kind“ gebraucht, fährt er fort mit „Gott dem Vater“, um die Gedanken des Titus emporzurichten, und "damit er wisse, wessen Kind er ist; auch deshalb, weil er nicht bloß durch Hinweisung auf den gemeinsamen Glauben, sondern auch durch die Erwähnung des gemeinsamen Vaters sich auf gleiche Stufe mit Titus stellen wollte." [10]

Man beachte übrigens, wie der Apostel Dasjenige, was er für die Schüler und das gläubige Volk ersteht, auch für den Lehrer erbetet! "Dieser nämlich bedarf gerade so gut solcher Gebete, ja er bedarf derselben noch viel mehr als das Volk, da er auch um so mehr Feinde und um so zahlreichere Anlässe hat, Gott zu beleidigen. Denn je größer die Würde, desto größer sind die Gefahren für den Inhaber des priesterlichen Amtes. Es genügt eine einzige gute Tat im bischöflichen Amte zum Eintritt in den Himmel, andererseits aber auch ein einziger Fehltritt zum Sturz in die Hölle. Um von den anderen Sachen, die jeden Tag daherkommen, zu schweigen, so bedenke nur, welch schwerer Höllenstrafe er sich schuldig macht, wenn er zufällig, sei es aus Freundschaft, sei es aus einem andern Grunde, einen unwürdigen Mann zum Bischof befördert und ihm das Hirtenamt in einer großen Stadt anvertraut! Er ist es ja, welcher Rechenschaft geben muss nicht bloß für die Seelen, die zu Grunde gehen, jener gottvergessene Bischof richtet sie ja zu Grunde, sondern auch für alle Sünden, die derselbe begeht." [11]

Denn eitle Ruhmsucht setzt ihm in dieser Stellung schärfer zu, ebenso der Geiz; dann Übermut bei der Macht, die seine Würde ihm bietet; "ferner kommt es leicht zu Feindseligkeiten, Injurien, Schmähungen und tausend anderen Dingen. Ist nun Einer gottvergessen, dann ist er es um so mehr in einer so hohen Stellung; und stellt ein Bischof einen solchen Amtsbruder auf, so ist er verantwortlich für seine Sünden und für die ganzer Gemeinden. Wenn es schon von Demjenigen, der eine einzige Seele ärgert, heißt, „es wäre besser für ihn, dass man ihm einen Mühlstein um den Hals hänge und ihn in die Tiefe des Meeres versenke,“ (Matth. 18, 6) wie wird es erst Dem ergehen, welcher so vielen Seelen Ärgernis gibt, ganzen Städten und Gemeinden, zahllosen Seelen, Männern, Weibern, Kindern, Bürgern, Bauern, den Bewohnern der Stadt und ihrer Umgebung? Sprichst du von dreifacher Strafe, so hast du Nichts gesagt; so groß ist die Züchtigung und Strafe, welcher er verfällt. Also braucht am allermeisten ein solcher Mann „die Gnade und den Frieden Gottes“. Denn wenn er nicht damit ausgerüstet das gläubige Volk regiert, dann geht Alles vollständig zu Grunde, da es am Steuer fehlt. Er mag noch so erfahren sein in der Leitung eines Schiffes, wenn ihm dieses Steuer mangelt, nämlich die Gnade und der Friede Gottes, dann wird er Schiff und Leute in die Tiefe versenken. Daher muss ich mich darüber wundern, dass es noch Männer gibt, die nach einer so hohen Stellung eifrig streben. O du armer und unglücklicher Mensch. Siehst du nicht, was du anstrebst? Wenn du als Privatmann lebst in Verborgenheit und ohne Auszeichnung, dann kannst du hundert Sünden begehen, und du hast doch nur für eine einzige Seele Rechenschaft zu geben, nur für sie allein bist du verantwortlich; wenn du aber zu dieser Würde gelangst, dann bedenke, für wie viele Köpfe dich die Strafe treffen wird! Höre nur, was Paulus spricht: „Gehorchet eueren Vorgesetzten und seid ihnen Untertan, weil sie für euere Seelen wachen, da sie dafür Rechenschaft geben werden!“ (Hebr. 13, 17) Aber es ist dir um Ehren und Würden zu tun? Und was für ein Vergnügen hat man denn bei dieser Ehre? Das sehe ich gar nicht ein. Der Kirchenfürst kann ja in Wahrheit keinen eigentlichen Fürsten spielen. Warum? Weil es im Belieben seiner Untertanen liegt, ob sie ihm gehorchen wollen. Und wenn man sich die Sache genau ansieht, so wird man finden, dass ein solcher Mann eigentlich gar keine fürstliche Stellung einnimmt, sondern dass er der Diener von tausend Despoten wird, deren Gedanken und Reden in ganz entgegengesetzte Richtungen gehen. Denn was der eine preist, Das tadelt der andere; was der eine herabsetzt, bewundert ein zweiter. Man weiß also nicht, auf wen man hören und achten soll. Ein Sklave kann sich wenigstens beklagen, wenn ihm sein Herr disparate Dinge aufträgt; aber wenn du darüber unwillig wirst, falls so viele Herren dir ganz entgegengesetzte Dinge zumuten, so musst du auch dafür Rechenschaft geben, weil du schuld bist, dass dann Alles das Maul gegen dich aufreißt. Und wie, Das wäre eine Ehrenstellung, Das wäre die Stellung eines Fürsten und Gewalthabers?" [12]

Weißt du nicht, dass körperliche Schwäche nicht weniger als Seelenschwäche uns und der Kirche Schaden bringt? Warum ermahnte der heilige Paulus in einem Briefe den Timotheus: „Genieße etwas Wein wegen deines Magens und deiner häufigen Unpässlichkeiten!“ (I. Tim. 5, 23) Wenn die Seele allein das Organ der Tugend wäre, dann brauchten wir uns freilich um den Leib nicht zu kümmern. Aber warum sind wir überhaupt so geschaffen? Wenn also der Leib ebenfalls Vieles beiträgt zur Tugend, wäre es dann nicht die größte Torheit, ihn zu vernachlässigen? "Setze den Fall, Jemand, der mit der bischöflichen Würde bekleidet und dem die Pastorirung einer Gemeinde anvertraut ist, ist sonst ein ganz braver und echt priesterlicher Mann, aber er ist wegen vielfacher Kränklichkeit immer an’s Bett gefesselt: was kann ein Solcher für Nutzen schaffen? Was kann er für amtliche Reisen machen? was für Visitationen vornehmen? Wen kann er strafen, wen ermahnen? Dieses Thema habe ich besprochen, damit ihr lernet, nicht gleich darauf loszuschelten, damit ihr im Gegentheil lernet, die Bischöfe in Schutz zu nehmen, dann aber auch, damit Jemand, der nach dieser Würde lechzt, angesichts des Hagels von Schmähungen, der auf ihn niedersausen würde, ein solches Gelüste ersticke. Wirklich groß ist die Gefahr, und sehr notwendig ist „die Gnade und der Friede Gottes“, was ihr Beides in reichlichem Maaße für uns erflehen sollt, und was wir für euch erflehen, damit wir alle zusammen die Tugend üben und so der verheißenen Seligkeit teilhaftig werden in Jesus Christus, mit welchem dem Vater und zugleich dem heiligen Geiste sei Ruhm, Herrlichkeit und Ehre jetzt und alle Zeit und in alle Ewigkeit." [13]
 

Titus auf Kreta; ein Verheirateter kann den heiligen Stuhl einnehmen

Den Männern der alten Zeit verlief das ganze Leben in Tätigkeit und Kampf; bei uns aber ist es nicht so, sondern da ist lauter lässiges und träges Wesen. "Jene waren sich nämlich bewusst, dass sie dazu auf der Welt seien, um nach dem Willen ihres Schöpfers zu wirken; bei uns aber ist es, als ob wir zum Essen, Trinken und Wohlleben auf der Welt wären, so wenig kümmern wir uns um die geistigen Dinge. Ich spreche nicht bloß von den Aposteln, sondern auch von ihren Nachfolgern. Du siehst also, wie sie den Erdkreis durcheilen, wie sie dieses Wandern gleichsam als Lebensaufgabe auffassen und beständig sich in der Fremde aufhalten als Solche, die auf Erden keinen festen Wohnsitz haben." [14]
 
"Höre also auf den Apostel, wie er spricht: Darum habe ich dich in Kreta zurückgelassen. Wie ein einziges Haus hatten sie die Erde unter sich verteilt und verrichteten so ihren Dienst allseitig, trugen Sorge für Alle in der Welt; der eine nahm diesen, der andere jenen Landstrich in Beschlag. Deshalb habe ich dich in Kreta zurückgelassen, damit du das Fehlende in Ordnung bringst. Er spricht vorderhand nicht im Imperativ, sondern sagt bloß: „damit du in Ordnung bringst.“ Siehst du, wie rein seine Seele von jedem Neide ist, wie er überall nur das Beste seiner Jünger sucht, wie er nicht ängstlich darnach frägt, ob Etwas durch ihn selbst oder durch einen Andern geschehe? Freilich wo es gefährlich und schwierig herging, da war er persönlich da und brachte Alles in Ordnung; was aber eher Ehre brachte und Lob eintrug, Das überlaßt er dem Jünger, nämlich die Weihung der Bischöfe und all das Andere, was einer Ordnung oder, wie man auch sagen könnte, einer weiteren Vollendung bedürftig war. Wie meinst du, Paulus, sprich! Titus soll dein eigenes Werk „in Ordnung bringen“? Und Das hältst du für keine Entwürdigung, Das wird dir keine Schande bringen? Keineswegs, erwidert er. Ich habe nur das gemeinsame Beste im Auge; ob es nun durch mich oder durch jemand Anderen erreicht wird, Das ist mir ganz gleichgiltig. So muss ein Kirchenvorsteher gesinnt sein: er hat nicht seine eigene Ehre zu suchen, sondern den Nutzen der Gesammtheit. Und damit du in allen Städten Priester einsetzest. Unter den Priestern versteht er hier die Bischöfe, wie ich anderwärts schon bemerkte. „Wie ich dich angewiesen habe. Wenn Einer unbescholten … In allen Städten.“ Er wollte nicht, dass die ganze Insel einem Einzigen anvertraut werde, sondern Jeder sollte ein eigenes Gebiet haben für seine sorgenvolle Tätigkeit; denn auf solche Weise sollte dem Titus selber seine Mühe erleichtert werden, sowie andererseits die Gläubigen einer sorgfältigeren Pastorirung genoßen, wenn der Lehrer nicht als Bischof einer großen Anzahl von Gemeinden fortwährend herumzureisen brauchte, sondern sich einer einzigen widmen und diese recht schön herrichten konnte. Wenn Einer unbescholten ist, eines Weibes Mann, gläubige Kinder hat, die nicht im Rufe der Schwelgerei stehen oder ungehorsam sind. Warum spricht der Apostel auch von solchen Männern? Er will den Häretikern den Mund stopfen, welche gegen die Ehe losziehen, indem er zeigt, dass diese nichts Sündhaftes ist, sondern im Gegentheil etwas so Ehrenvolles, dass ein Verheirateter sogar den heiligen Stuhl einnehmen kann. Zugleich aber tritt er gegen Lüstlinge auf und gestattet nicht, dass ein zum zweiten Mal Verheirateter diese Kirchenwürde erlange. Denn wer seinem verstorbenen Weibe keine Neigung bewahrt hat, wie könnte Der ein tüchtiger Kirchenvorstand werden? Welch übler Nachrede würde er sich nicht aussetzen. Denn ihr wisst alle recht gut, dass, wenn eine zweite eheliche Verbindung auch durch kein Gebot untersagt ist, sie dennoch allerlei missgünstige Beurteilungen hervorruft. Und da will der Apostel, dass ein Kirchenfürst seinen Untergebenen keine Handhabe zu solchen Nachreden biete. Deshalb sagt er: „Wenn Einer unbescholten ist,“ d. h. wenn sein Leben vorwurfsfrei ist, wenn Niemand seinen Lebenswandel tadeln kann. Höre, was Christus sagt: „Wenn das Licht, das in dir ist, Finsterniß ist, wie groß ist dann die Finsternis?“ (Matth. 6, 23) Wenn er Kinder hat, die nicht im Rufe der Schwelgerei stehen oder ungehorsam sind. Lasst uns sehen, warum der Apostel auch in Betreff der Kinder so strenge Vorschriften gibt! Wer nämlich für seine eigenen Kinder keinen Lehrer abgeben kann, wie könnte Der es für Andere? Wenn er nicht im Stande war, Diejenigen Ordnung zu lehren, die er von Anfang an bei sich hatte und bei sich erzog, über die er eine von den Gesetzen und von der Natur nicht beschränkte Gewalt besaß, wie könnte er die fremden Leute mit Erfolg pastoriren? Denn wäre die Trägheit des Vaters nicht groß, so hätte er Diejenigen, die von Anbeginn seiner Gewalt unterstellt waren, nicht zu schlechten Menschen werden lassen; denn es ist ganz und gar unmöglich, dass ein Mensch schlecht werde, der von Jugend auf eine sorgfältige Erziehung genießt und eifrig überwacht ist. Die Fehler sind ja nicht angeboren, so dass sie einer so sorgfältigen Erziehung zum Trotz sich entwickeln könnten. Wenn aber Jemand die Kindererziehung als etwas Sekundäres behandeln würde, indem er in erster Linie dem Gelderwerb huldigt, und wenn er auf jene zwar einen Eifer verwenden würde, aber keinen so großen wie auf den Geldgewinn, so wäre er auch in solchem Falle des bischöflichen Amtes unwürdig. Denn wenn er da, wo doch der Naturtrieb eine zwingende Gewalt ausübt, so wenig Liebe zeigte oder so unverständig war, dass er mehr an sein Geld dachte als an seine Kinder, wie könnte man einen Solchen auf den bischöflichen Stuhl setzen und zu einer solchen Würde befördern? War er zu unfähig, seine Kinder richtig zu erziehen, so verdient er gar sehr den Vorwurf der Beschränktheit; war er zu nachlässig, dann muss man ihn wegen Mangels väterlicher Liebe auf’s stärkste tadeln. Also wer seine eigenen Kinder vernachlässigt, wird sich unmöglich um fremde Leute besonders annehmen." - Johannes Chrysostomos, Titus II
Der weltliche Herrscher, der mittelst Gesetz und Zwang regiert, braucht sich natürlich um die Meinung, die seine Untertanen von ihm haben, nicht viel zu kümmern; wer aber Leute regieren muss, die ihren freien Willen haben, und die ihm für seine Regierung dankbar sein sollen, "wenn Der bloß seine Willkür in Allem zur Richtschnur nähme und Niemand Rechenschaft schuldig zu sein wähnte, dann führt er sein Scepter mehr als ein Tyrann denn als ein Mann des Volkes. Ein Bischof muss unbescholten sein als Haushälter Gottes, nicht herrisch, nicht zornmüthig. Denn wie wird er Andere zur Beherrschung dieser Leidenschaft anleiten, wenn er sich nicht erst selber dazu angeleitet hat? Sein bischöfliches Amt verwickelt ihn ja in gar manche Verdriesslichkeiten, macht auch den sehr gemäßigten Mann diffiziler und grämlich, da es tausend Anlässe zum Zorne bietet." Ist er nicht vorher solcher Stimmungen Herr geworden, so führt er sein Amt zu scharf, verdirbt und ruiniert gar Vieles. „Kein Säufer, kein Gewalttätiger.“ Der Apostel meint hier den Polterer. Sanfte Zurede ist überall am Platze, nicht Schreien und Poltern. [15]
"Der Lehrer ist ein Arzt der Seelen; aber ein Arzt tritt nicht gewalttätig auf, sondern er heilt und pflegt Denjenigen, dem eine Gewaltat zugefügt worden. Nicht schändlicher Gewinnsucht ergeben." - Johannes Chrysostomos, Titus II

Der Einfluss des Christentums hat den der Philosophen und Wahrsager übertroffen; Ruhm und Schönheit

Der Einfluss des Christentums hat den der Philosophen übertroffen: "Siehst du nicht, wie der heilige Paulus den ganzen Erdkreis umgeändert und mehr Gewalt gehabt hat als Plato und alle andern Philosophen? Ja, durch seine Wundertaten, sagst du. O nein, nicht bloß durch seine Wunder! Denn wenn du in der Apostelgeschichte liesest, so wirst du finden, dass er oftmals durch sein bloßes Lehrwort gewirkt hat vor jedem Wunder. „Damit er im Stande sei, zu unterweisen in der gesunden Lehre,“ d. h. zum Schutze für seine Gemeinde und zur Vernichtung der Feinde „und die Gegner zu widerlegen“. Geschieht Das nicht, so ist Alles verloren. Wer es nicht versteht, mit den Feinden zu kämpfen und „jeden Gedanken gefangen zu nehmen zum Gehorsame Christi“ ( II. Kor. 10, 5) und die Trugschlüsse abzutun, wer nicht weiß, was zu einer richtigen Verkündung des göttlichen Wortes gehört, der bleibe ferne von dem Stuhle eines Kirchenlehrers." Einige Bischöfe sind heute nicht in der Lage "mit den Feinden zu kämpfen", sie können sie sogar noch nicht einmal erkennen! Dabei wird nicht nur von Chrysostomos und Cassianus darauf hingewiesen, sondern auch von Petrus Venerabilis und Johannes von Damaskus, dass es "viele Widerspenstige, Schwätzer und Verführer, besonders die aus der Beschneidung" gibt, womit heute vor allem Moslems gemeint sind und die ihren Islamismus nicht in Europa und auch nicht in irgendeinem anderen Teil der Erde in Moscheen predigen dürfen; für diese und ihre Förderer unter den Bischöfen gilt daher: "Diesen muss man das Maul stopfen." Warum soll man ihnen das Maul stopfen? "Damit sie unter den Andern keinen Schaden mehr anrichten. Welche ganze Häuser verkehren, lehrend, was sich nicht ziemt." Wenn Jemand das Lehramt übernommen hat, und er ist nicht im Stande, "mit jenen Leuten sich in einen Kampf einzulassen und diesen Unverschämten das Maul zu stopfen, dann ist er in jedem einzelnen Falle schuld an dem Verderben Derer, die zu Grunde gehen. Denn wenn uns Jemand den Rat gibt: „Trachte nicht darnach, ein Richter zu werden, wenn du nicht im Stande bist, dem Unrecht zu steuern,“ (Jes. Sir. 7, 6) so lässt sich noch viel eher in unserem Falle sagen: „Trachte nicht ein Lehrer zu werden, wenn du des Amtes nicht würdig bist, im Gegenteil, laufe davon, selbst wenn man dich zu demselben heranziehen will!“ [16]

Nach Chrysostomos ist nichts erbärmlicher als Menschenruhm. "Sage mir, wenn du eine Schaar von kleinen Kindern siehst, Sämlinge meine ich, kommt dir der Wunsch, von ihnen Ehrenbezeigungen zu empfangen? So sollst du hinsichtlich des Ruhmes allen Menschen gegenüber gesinnt sein. Deshalb spricht man von einem „leeren Wahne“. Siehst du nicht die Masken, welche die Leute auf der Bühne tragen? Wie schön! Wie herrlich! Wie äusserst genau nach den Gesetzen der Schönheit gestaltet! Kannst du mir in Wirklichkeit ein so schönes Gesicht zeigen? Niemals! Wie nun? Könntest du dich in eine solche Larve verlieben? Nein! Warum nicht? Weil sie hohl ist, weil sie die Schönheit bloß imitiert und nicht die Schönheit selber ist. So ist auch der irdische Ruhm hohl und eine bloße Imitation des Ruhmes, nicht der wahre Ruhm selber. Jener allein, der in unserm Innern wohnt und naturgemäs ist, hat Bestand, der bloß aussen aufgetragene aber verhüllt oftmals nur die Hässlichkeit, verhüllt sie vor den Menschen und bis zum Abend. Ist das Schauspiel zu Ende und werden die Masken gelüftet, dann zeigt sich Jeder, wie er ist. Lasst uns also nicht der Wahrheit auf der Bühne und in der Maske nachgehen! Denn sage mir, was ist es denn Schönes, wenn die Menge rings auf dich schaut? Leerer Wahn ist es, weiter Nichts! Kommst du nach Haus und bist du mit dir allein, dann zerfliesst der ganze Nimbus. Also du hast dich auf dem Markte gezeigt? Du hast die Blicke der Anwesenden auf dich gezogen? Nun, was weiter? Nichts. Der Glanz ist erloschen und dahin wie zerflatternder Rauch. Also solch wesenlosen Dingen jagen wir nach. Welche Torheit und Verblendung liegt darin! Wollen wir also nur auf Eines sehen, wie wir den Beifall Gottes erringen werden! Haben wir Das im Auge, dann werden wir niemals Beifall bei den Menschen suchen, sondern werden, falls er uns wirklich zu Teil wird, ihn verachten, darüber lachen, davor ausspucken; es wird uns vorkommen, als möchten wir Gold, und man gäbe uns einen Brocken Lehm. Lass dich von Dem oder Jenem nicht loben! Es bringt dir keinen Nutzen. Tadelt er dich, dann ist es kein Schaden. Aber von seite Gottes bringt Beides Gewinn oder Nachtheil; von seite der Menschen ist Lob und Tadel höchst gleichgiltig. Und auch darin werden wir dann Gott ähnlich, dass auch er der Ehre von seite der Menschen nicht bedarf. „Von den Menschen nehme ich keine Ehre,“ sagt er (Joh. 5, 41). Ist Das etwas Kleines, wie? Wenn es dich schwer ankommt, den Ruhm zu verachten, dann sage dir, dass du durch diese Verachtung Gott ähnlich wirst, und sie wird dir sofort gelingen! Unmöglich ist es, dass man als Sklave des irdischen Ruhmes nicht auch der Sklave aller Menschen wird, ja noch erbärmlicher als selbst die Sklaven." [17]

Es hat einer ihrer eigenen Dichter gesagt: „Lügner sind stets die Kreter und Bestien, müssige Bäuche.“ Dieses Zeugnis ist wahr. Deshalb weise sie scharf zurecht, damit sie gesund werden im Glauben, und nicht z.B. muslimischen Fabeln Gehör schenken und Geboten von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden. In dieser Stelle gibt es gar Manches zu erörtern: vorerst, wer der Dichter ist, der hier spricht; zweitens, warum sich der Apostel auf diesen Ausspruch bezieht, drittens, warum er dieses Zeugnis anführt, mit dem es nicht einmal seine Richtigkeit hat. "Nun, wir wollen unter Bezugnahme auf andere Stellen die genügende Lösung beibringen. Auch dort nämlich, wo der Apostel vor den Athenern spricht, bezieht er sich mitten in seiner Rede auf die Inschrift: „Dem unbekannten Gotte;“ und wiederum: „Dessen Geschlecht wir auch sind, wie sogar einige von eueren Dichtern gesagt haben.“(Apostelg. 17, 23. 28) Epimemdes ist’s, der diesen Ausspruch tat, ebenfalls ein Kreter. Aber was den Apostel zu diesem Zitate veranlasste, dafür muss ich euch den Grund angeben. Die Sache verhält sich so: Die Kreter haben ein Grabmal des Juppiter mit folgender Aufschrift: „Hier liegt Zan, den man Dis nennt.“ Wegen dieser Inschrift also nennt der Dichter die Kreter Lügner und persistiert sie dann noch schärfer: „Es haben, o Herr, dir ein Grabmal Kreter hier aufgebaut, doch du lebst noch; bist ja unsterblich.“ Wenn nun „dieses Zeugnis wahr ist“, so betrachte, wie misslich die Sache wird! Denn spricht der Dichter die Wahrheit, indem er die Kreter als Lügner bezeichnet mit ihrer Inschrift vom toten Zeus, und so behauptet der Apostel, dann erwächst eine sehr große Schwierigkeit. Merket recht auf, Geliebte. Also der Dichter sagt, die Kreter seien Lügner, indem sie behaupteten, dass Zeus gestorben ist; der Apostel hat sein Zeugnis bestätigt. Er sagt ja: „Dieses Zeugnis ist wahr.“ Was werden wir nun sagen? Oder vielmehr wie ist es möglich, diese Schwierigkeit zu lösen? Der Apostel will nicht sagen, dass der Dichter vollständig Recht habe, sondern er benützte dieses Zeugnis einfach und ohne Rücksicht auf den weiteren Zusammenhang zur Charakteristik der zum Lügen geneigten Kreter. Deshalb hat er den weiteren Vers:„Es haben, o Herr, dir ein Grabmal Kreter hier aufgebaut…“ nicht mehr hinzugesetzt. Also der Apostel will nicht den Zeus in Schutz nehmen, sondern nur sagen, dass Jemand die Kreter ganz treffend als Lügner bezeichnet habe. Aber wir folgern nicht daraus allein, dass Zeus kein Gott ist; man kann das aus vielen anderen Stellen, ohne Berufung auf dieses Zeugnis der Kreter beweisen. Der Apostel sagt übrigens auch gar nicht, dass sie in diesem Punkte gelogen haben. Oder vielmehr sie haben sicher auch in diesem Punkte gelogen; sie glaubten ja auch an andere Götter. Deshalb hat sie der Apostel Lügner genannt. Aber es fragt sich, warum der Apostel von den Heiden Zeugnisse entlehnt? Weil wir sie damit viel empfindlicher treffen, wenn wir aus ihrer eigenen Mitte Zeugnisse gegen sie beibringen und Anklagen, wenn wir die bei ihnen bewunderten Männer als Ankläger gegen sie stellen. Deshalb bedient sich der Apostel auch anderwärts dieser Polemik, wo er von dem „unbekannten Gotte“ spricht. Die Athener haben nämlich nicht gleich alle Götter angenommen, sondern mit der Zeit immer wieder neue. So z. B. haben sie die hyperboräischen, den Dienst des Pan, die kleinen und großen Mysterien eingeführt. Zuletzt kamen sie in Folge davon auf den Gedanken, dass es wahrscheinlich noch einen andern Gott gebe, der ihnen aber unbekannt wäre. Damit sie nun auch Diesem ihre Verehrung bezeugen konnten, haben sie ihm einen Altar errichtet mit der Inschrift: „Dem unbekannten Gotte!“ bloß um anzudeuten, dass es vielleicht noch einen unbekannten Gott gibt. Der Apostel wollte nun sagen: „Den Gott, den ihr geahnt habt, diesen verkünde ich euch.“ Der Satz aber: „Wir sind ja seines Geschlechtes“ stammt von Aratus und bezieht sich auf Zeus. Dieser Dichter beginnt mit den Worten: „Voll von Zeus sind die Straßen, voll von ihm das Meer;“ dann fährt er fort: „Seines Geschlechtes sind auch wir,“ indem er auch, wie ich glaube, aussprechen wollte, dass wir von Gott abstammen. Wie kommt es nun, dass Paulus diese den Juppiter betreffenden Worte auf den wahren Gott bezieht? Er bezieht eigentlich nicht das vom Juppiter Gesagte auf Gott, sondern die Eigenschaften, welche auf Gott passen, und die in uneigentlicher und unrichtiger Weise dem Juppiter beigelegt werden, diese gibt er Gott zurück. Es geziemt ja auch der Name „Gott“ nur ihm und wird ohne Berechtigung auf die Götzen angewendet. Und woran hätte denn der Apostel in seiner Rede an die Athener sonst anknüpfen sollen? Etwa an die Propheten? An diese hätten sie nicht geglaubt. Er zitirt ja auch den Juden gegenüber nicht die Evangelien, sondern die Propheten. Deshalb sagt er: „Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, den Gesetzlosen wie ein Gesetzloser, Denen, die unter dem Gesetze stehen, wie Einer, der darunter steht.“ ( I. Kor. 9, 31) So handelt auch Gott z. B. bei den Weisen aus dem Morgenlande; nicht durch einen Engel leitet er sie, nicht durch einen Propheten, nicht durch einen Apostel, nicht durch einen Evangelisten, sondern wodurch? Durch einen Stern. Weil sie Sternkundige waren, gab er ihnen einen Leitstern. Dann wiederum bei den Kühen, welche die Bundeslade zogen: „Wenn sie diesen Weg ziehen,“ heißt es, „so ist wahr der Zorn Gottes, wie die Wahrsager behauptet haben.“( I. Kön. 6, 9.) [18]

Also sprechen die Wahrsager die Wahrheit? "Gott bewahre! Aber Gott widerlegt und schlägt sie aus ihrem eigenen Munde. Ebenso bei der Bauchrednerin. Da nämlich Saul an sie glaubte, fügte es dass er von ihr sein künftiges Schicksal vernahm. Warum hat nun aber Paulus dem bösen Geiste Stillschweigen geboten, welcher rief: „Diese Männer sind Diener Gottes des Allerhöchsten, welche uns den Weg des Heils verkünden“? Warum hindert auch Christus die Teufel am Sprechen? Da war es ganz am Platze; denn es waren Wunderzeichen vorausgegangen. In diesem Falle war es kein Stern mehr, der auf ihn hinwies, sondern er verkündigte sich in eigener Person, und es wollten die Dämonen ihn nicht anbeten. Es handelte sich in jenen obigen Fällen ja nicht um ein redendes Idol, dem man hätte entgegentreten müssen. Und so ließ er den Balaam das israelitische Volk segnen und wehrte es ihm nicht. In dieser Weise also bequemte sich der Apostel durchweg den Anschauungen der Menschen an. Und warum soll man sich darüber wundern, da ja Gott selber zulässt, dass sich schlechte und unwürdige Anschauungen über ihn bilden, so z. B. dass er früher ein körperliches und sichtbares Wesen war? Dagegen aber steht geschrieben: „Gott ist ein Geist.“ (Joh. 4, 24) Dann wieder die Anschauung, als ob er an den Opfern ein Wohlgefallen hätte, Etwas, das ihm ganz fremd war; dass er Äusserungen tut, die mit früheren nicht harmoniren, und mehr dergleichen. Nirgends sieht er ja auf seine göttliche Würde, sondern überall auf Das, was uns frommt. Denn wenn schon ein irdischer Vater nicht seine persönliche Würde im Auge hat, sondern mit seinen Kindlein stammelt und Nahrung, Speis und Trank nicht mit griechischen Ausdrücken benennt, sondern in kindlich-barbarischer Sprache, so tut das Gott noch viel mehr. Auch die Vorwürfe, die er den Propheten in den Mund legt, enthalten solche Herablassung zu menschlicher Vorstellungsweise. „Vertauschen denn die Heiden ihre Götter?“ heißt es zum Beispiel. (Jerem. 2, 11) Und in der Schrift stoßen wir allenthalben auf solche Accommodation mit Worten und Handlungen. Warum sagt der Apostel: „Weise sie schonungslos zurecht, damit sie gesund werden im Glauben“? Deshalb nämlich, weil sie einen leichtfertigen, hinterlistigen, unzuverlässigen Charakter haben. So voll stecken sie von Lastern. Wenn sie so gern lügen, solche Duckmäuser, Schlemmer und Faulpelze sind, dann bedarf es bei ihnen ernster und scharfer Worte. Solche Leute lassen sich durch Güte nicht lenken. Also „weise sie zurecht.“ Er meint hier nicht die Heiden, sondern die Christen. „Schonungslos“. Gib ihnen einen tiefer gehenden Schlag! Man kann nicht Allen auf gleiche Weise zu Leibe gehen, sondern in verschiedener und mannigfaltiger Art, je nach Umständen. Hier redet der Apostel nirgends von gütigern Zuspruche. Gleichwie man nämlich ein sanftes und edles Gemüt durch Strenge verdirbt und dem Verderben zuführt, so ruiniert man auch durch einschmeichelnde Worte einen Menschen, welcher größerer Derbheit bedarf, und hindert seine Besserung. Damit sie gesund werden im Glauben. Also darin besteht der gesunde Glaube, dass nichts Unechtes, nichts Fremdartiges in denselben hineingetragen wird. Wenn aber schon Diejenigen, welche noch auf den jüdischen Unterschied der Speisen achten, nicht gesund, sondern krank und schwach sind,  „nehmet euch der Schwachen im Glauben an,“ heißt es, „ohne euch über Spitzfindigkeiten zu zanken!“ (Röm. 14, 4)   [19]
 

Fasten, Schweinefleisch usw.

Was soll man erst sagen über Diejenigen, welche die Fasten mit ihnen halten, wie heute manche Städte zusammen mit den Moslems Ramadan begehn usw., "über diejenigen, welche die den Heiden heiligen Orte besuchen, den Hain in Daphne nämlich, dann die sogenannte Matronengrotte und den sogenannten Kronostempel in Cilicien? Wie könnten solche Leute „gesund werden“? Deshalb verdienen sie schärfere Hiebe." Warum teilt aber der Apostel an die Römer keine solchen aus? Weil ihr Charakter nicht so geartet war, weil sie edleren Sinnes waren. Das Judentum und heute vor allem der Islam enthalten in doppeltem Sinne Fabeln; einmal, weil spätere Erdichtung dabei ist, und dann, weil seine Gebräuche nicht mehr zeitgemäß sind; "so wird es dann zur Fabel. Wenn es nämlich keine Existenzberechtigung mehr hat, wenn sein Fortbestehen schädlich wird, dann ist es eine „Fabel“ wie alles Unnütze. Gleichwie man also andere Fabeln nicht zu glauben braucht", so auch die muslimischen nicht. Das hieße nicht „gesund werden“. "Wenn du dem Glauben vertraust, was trägst du andere Dinge herein, als wäre der Glaube nicht genügend zur Rechtfertigung? Was machst du dich zum Sklaven und Unterthanen des Gesetzes? Hast du kein Vertrauen zur Sache? So benimmt sich ein kranker und misstrauischer Mensch. Ein gläubiger Sinn gibt keinen Zweifeln Raum; ein solcher Mensch zweifelt aber. Den Reinen ist Alles rein. Siehst du, worauf sich diese Worte beziehen? Den Unreinen und Ungläubigen ist Nichts rein. Also nicht ihrer Natur nach sind die Dinge rein oder unrein, sondern durch den Seelenzustand derer, die sie genießen. Sondern ihr Sinn und ihr Gewissen ist befleckt. Sie geben vor, Gott zu kennen, mit ihren Werken aber verleugnen sie ihn, da sie abscheuliche und widerspenstige Menschen sind und zu keinem guten Werke brauchbar. Also ist auch das Schwein kein unreines Tier. Warum ist es aber als unrein verboten gewesen? Es war nicht seiner Natur nach unrein. Denn Alles ist rein in moralischem Sinne." Aber alle diese Tiere durfte man essen. Warum hat also Gott das Schwein und einige andere solcher Tiere für verboten erklärt? Nicht deshalb, als ob sie unrein wären, sondern um einem Übermaß der Schlemmerei zu steuern. Hätte er aber diesen Grund angegeben, so würde Niemand sich an das Verbot gehalten haben; so aber hat er die z.B. die Moslems durch den Abscheu vor dem Unreinen in Schranken gehalten. "So waren das Vorschriften auf Kinder berechnet". Derartige Kinder wie die Moslems könnte man auch mit Wahnsinnigen vergleichen, auch die haben die Vorstellung, als ob kein Gegenstand fest stünde. "Aber der Grund davon liegt nicht in den gesehenen Objekten, sondern im sehenden Auge. Da sie nämlich nicht fest stehen können und schwindlig sind, glauben sie, die ganze Welt drehe sich um sie herum; aber die dreht sich nicht, sondern steht fest. Der Fehler liegt in ihrem Wahne, nicht in dem beobachteten Gegenstande. So ist es auch in unserem Falle. Ist die Seele unrein, dann hält sie Alles für unrein." [20]

Gott hat nichts Unreines erschaffen. "Nichts ist unrein, ausgenommen die Sünde allein. Denn sie ist’s, welche an die Seele rührt und diese beschmutzt. Das Andere aber ist menschliches Vorurtheil. „Den Unreinen und Ungläubigen ist Nichts rein, sondern ihr Sinn und Gewissen ist befleckt.“ Wie könnte auch in einem Unreinen etwas Reines wohnen? Wer eine schwache Seele hat, dem wird Alles schmutzig. Denn wenn er in diesem Gedanken befangen Reines und Unreines ängstlich unterscheidet, dann darf er schließlich gar Nichts mehr anrühren. Dann sind solche Dinge wie der Fisch nicht mehr rein, und auch alles Andere ist es nicht von einem solchen Standpunkte aus. „Befleckt ist ihr Sinn und Gewissen;“ dass Alles unrein wäre, Das behauptet der Apostel nicht, sondern was? Er leitet die ganze Unreinheit auf die Menschen zurück. Nichts ist unrein, sagt er, ausser sie selber, ihr Sinn und ihr Gewissen. Das ist das Unreinste, was es gibt. Sie geben vor, Gott zu kennen, mit ihren Werken aber verleugnen sie ihn, da sie abscheuliche und widersprenstige Menschen sind und zu keinem guten Werke brauchbar. Du aber rede, was der gesunden Lehre gemäß ist! Darin besteht die Unreinheit; sie selber sind unrein. Aber deswegen darfst du nicht schweigen. Und wenn sie auch nicht auf dich hören, tue nur du deine Pflicht. Und wenn sie auch nicht gehorchen, fahre nur du fort mit Mahnung und gutem Rat! Diese Worte enthalten einen noch schwereren Vorwurf gegen jene Menschen. Auch die Wahnsinnigen haben die Vorstellung, als ob kein Gegenstand fest stünde. Aber der Grund davon liegt nicht in den gesehenen Objekten, sondern im sehenden Auge. Da sie nämlich nicht fest stehen können und schwindlig sind, glauben sie, die ganze Welt drehe sich um sie herum; aber die dreht sich nicht, sondern steht fest. Der Fehler liegt in ihrem Wahne, nicht in dem beobachteten Gegenstande. So ist es auch in unserem Falle. Ist die Seele unrein, dann hält sie Alles für unrein. Die Reinheit besteht also nicht darin, dass man die Speisegesetze beobachtet, im Gegentheil, sie besteht darin, dass man sich nicht scheut, Alles zu genießen. Wer von Natur rein ist, der genießt Alles, der Befleckte enthält sich von Allem. Das muss man auch gegen Marcion behaupten. Siehst du, wie der Apostel es als einen Beweis der Reinheit aufstellt, dass man über jede Unreinheit hinaus ist, die Enthaltsamkeit von unreinen Speisen als ein Zeichen der Unreinheit? So ist’s auch bei Gott. dass er Fleisch angenommen, gilt als Beweis von dessen Reinheit; hatte er es aus Abscheu nicht angenommen, so würde das auf Unreinheit deuten. Wer Dinge, die er für unrein hält, nicht genießt, der ist ein unreiner und schwacher Mensch; wer sie aber verzehrt, durchaus nicht. Nennen wir also solche Leute nicht „reine“! Das sind die Unreinen. Wer Alles zu genießen wagt, der ist rein. Diese Ängstlichkeit soll man bei Dingen beobachten, welche die Seele beflecken. Das ist Unreinheit, Das ist Schmutz, das Andere nicht. Auch Diejenigen, die einen verdorbenen Geschmack haben, glauben, das, was sie in den Mund führen, sei unrein; aber das ist eine Folge ihres krankhaften Zustandes. Man muss also die Natur der reinen und unreinen Dinge genau kennen. Was ist also unrein? Die Sünde, die Schlechtigkeit, der Geiz, die böse Gesinnung. „Waschet euch,“ steht geschrieben, „werdet rein, schaffet euere Sünden weg von euerer Seele!“ (Is. 1, 16) „Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott!“ (Ps. 50, 11) „Entfernet euch aus ihrer Mitte, trennet euch von ihnen und berühret nichts Unreines!“ (Is. 52, 11) Jene Gesetzvorschriften des alten Bundes waren nur Sinnbilder der inneren Reinigkeit. „Einen Toten,“ heißt es, „sollst du nicht anrühren!“ (Lev. 1, 39) Darunter ist die Sünde versinnbildet, die etwas Totes und Stinkendes ist." [21]
 

Was ist Götzendienst?

Mit derselben Gemütsverfassung und demselben Eifer, womit sie einst von den Götzenbildern sich abwandten und bzgl. des Islams immer noch abwenden, "sollen sie sich auch von der Sünde selber und den irdischen Gelüsten abwenden. Auch das sind Götzenbilder, die Weltlust und der Geiz, und auch mit Bezug auf sie spricht der Apostel von einem Götzendienst. Und Alles, was bloß für das irdische Dasein Nutzen bringt, ist Weltlust; Alles, was mit dem irdischen Dasein endet, ist Weltlust. Hängen wir also solchen Dingen nicht nach! Christus ist gekommen, damit wir die Gottlosigkeit verleugnen." Unter Gottlosigkeit sind die falschen Lehren wie der Nestorianismus und Mohammedanismus, die weltlichen Lüste und der schlechte Lebenswandel zu verstehen. "Denn es ist die heilbringende Gnade Gottes allen Menschen erschienen, welche uns lehrt, dass wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Gelüste verleugnend enthaltsam, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, in Erwartung der seligen Hoffnung und der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesus Christus, Welcher sich selbst zum Sühnopfer hingegeben für uns, damit er uns von aller Ungesetzlichkeit erlöse und sich ein Volk heilige, das ihm ganz eigen sei und für gute Werke Eifer habe. Der Apostel hatte von den Dienstboten einen hohen Grad von Tugend verlangt. Denn ein hoher Grad derselben ist es, wenn man der Lehre unseres göttlichen Heiland des in allen Dingen Ehre macht und der Herrschaft keinerlei Handhabe zu einem Ärgernisse gibt, nicht einmal in der geringsten Sache. Nun fügt er auch den richtigen Grund an, der eine solche Aufführung der Dienstboten verlangt. Welcher ist es? „Denn es ist die heilbringende Gnade Gottes erschienen.“ Wie sollten Diejenigen, will der Apostel sagen, welche Gott zum Lehrer haben, nicht selbstverständlich sich so betragen, wie ich eben geschildert, nachdem sie Befreiung von zahllosen Sünden gefunden? Denn ihr wisst, dass unter Anderem nichts einen so beschämenden und demütigenden Eindruck auf die Seelen macht wie das Bewusstsein, dass sie mit einer ungeheuren Sündenschuld beladen doch keine Strafe, sondern eine hohe Seligkeit zu erwarten hat." [22]

Siehst du, dass, wie ich immer sage, die Enthaltsamkeit nicht bloß darin besteht, dass man sich der Unzucht, sondern auch der übrigen Leidenschaften enthält? Auch wer das Geld zu sehr liebt, ist nicht „enthaltsam“. Denn gleichwie der eine der sinnlichen Lust fröhnt, so der andere der Geldgier; ja der Letztere ist um so strafwürdiger, weil das Verlangen, das ihn treibt, kein so starkes ist. Es würde ja auch schwacher Fuhrmann heissen, nicht wer ein rasches und wildes Pferd nicht zu zügeln weiß, sondern wer einem frommen Tiere nicht Herr wird. Wie aber? fragst du. Ist also die Geldgier leichter zu überwinden als die Fleischeslust? Ganz entschieden, und es gibt viele Beweise dafür. Erstens ist die sinnliche Begierde etwas Angebornes; was aber angeboren ist, das wird offenbar nur mühsam bewältigt, weil es in der Natur wurzelt. Zweitens ist bei den Alten nicht viel vom Geld die Rede, wohl aber von den Weibern, um die Enthaltsamkeit zu empfehlen. Und wer selbst bis in’s hohe Alter in rechtmäßiger Weise mit einem Weibe lebt, dem wird wohl Niemand einen Vorwurf machen, wohl aber dem Geizhals. Auch haben viele von den heidnischen Philosophen das Geld verachtet, die Weiber jedoch nicht. Auf solche Weise erscheint die Fleischeslust als ein schlimmerer Tyrann denn der Geiz. Da wir indeß zu gläubigen Christen sprechen, wollen wir unsere Argumente nicht beim Heidentum holen, sondern in der heiligen Schrift. Unser heiliger Paulus spricht es fast in der Form eines Gebotes aus: „Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, so lasst uns damit zufrieden sein!“ (I. Tim. 6, 8) In Betreff der Weiber jedoch sagt er: „Entziehet euch nicht einander, es sei denn mit gegenseitiger Einwilligung, und dann kommt wieder zusammen!“( I. Kor. 7, 5) Und oftmals gibt er Verordnungen in Betreff des ehelichen Verkehres. Den Genuß dieser Freude gestattet er, erlaubt auch eine zweite Verehelichung, beschäftigt sich überhaupt viel mit der Sache und ertheilt nirgends in diesem Punkte eine Rüge. Den Geizigen aber verurteilt er überall. Ebenso hat Christus bezüglich des irdischen Besitzes an vielen Stellen Vorschriften gegeben und warnt, dass man sich dadurch nicht das Verderben bereite; anders dagegen bezüglich der Enthaltung vom Weibe. Höre, was er über das Geld sagt: „Wenn Einer nicht Allem entsagt, was er besitzt, so kann er mein Jünger nicht sein.“(Luk. 14, 33) Nirgends heißt es: „Wenn Jemand dem Weibe nicht entsagt.“ Er wusste, wie schwer ein solches Verbot sein würde. Und der heilige Paulus spricht: „Ehrenhaft ist die Ehe und ein unbeflecktes Ehebett.“(Hebr. 13, 4) Nirgends bezeichnet er aber die Sorge für das Geld als ehrenhaft, sondern als das Gegenteil. An Timotheus schreibt er: „Die da reich werden wollen, geraten in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden.“(I. Tim. 6, 9) Es heisst nicht: „die Geizigen,“ sondern bloß: „die reich werden wollen.“ Damit ihr übrigens auch die Sache aus der täglichen Erfahrung kennen lernt, muss ich auch diesen Standpunkt einnehmen. Ist nämlich Jemand auf einmal um sein Vermögen gekommen, so wird er von der Geldgier nicht weiter belästigt. Denn Nichts erregt so sehr den Durst nach Geld wie der Besitz desselben. Bei der Fleischeslust aber verhält sich die Sache anders; sogar in manchen Eunuchen ist das sinnliche Feuer nicht erloschen. Denn diese Lust liegt in andern Organen und ist eine Erscheinung des physischen Lebens. Warum bringe ich diese Dinge auf’s Tapet? Um zu beweisen, dass der Geizige strafbarer ist als der Unzüchtige, um so viel strafbarer, als er von einer schwächeren Begierde belästigt wird, oder vielmehr es handelt sich da gar nicht um eine Begierde, sondern um bloßen Leichtsinn. Bei der Sinnlichkeit ist ja das Verlangen so natürlich, dass die Natur ihren Lauf nimmt, auch ohne dass man sich einem Weibe nähert. dass wir gottselig leben in dieser Welt. Und was haben wir für eine Hoffnung, was haben wir für einen Lohn zu erwarten für unsere Mühen? In Erwartung der seligen Hoffnung und der Erscheinung… Wahrhaftig, nichts ist beglückender, Nichts wünschenswerter. Die einstige Seligkeit kann in Worten gar nicht dargestellt werden; sie übersteigt alle Begriffe. „In Erwartung der seligen Hoffnung und der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Erlösers.“ Wo sind sie, welche behaupten, der Sohn sei geringer als der Vater? „Des großen Gottes,“ sagt der Apostel, „und unseres Erlösers.“ Er, der uns als Feinde erlöst hat, was wird er erst dann nicht tun, wenn er uns als bewährt Gefundene aufnimmt! „Des großen Gottes.“ Wenn der Apostel von der Größe Gottes redet, so ist nicht eine relative, sondern eine absolute Größe gemeint; mit seiner Größe ist Niemand zu vergleichen, der bloß relativ groß ist. In letzterem Falle gibt es nur eine subjektive, nicht objektive Größe. Gott ist nun nicht im subjektiven Sinne groß. „Welcher sich selbst hingegeben zum Sühnopfer für uns, damit er uns von aller Ungesetzlichkeit erlöse und sich ein Volk heilige, das ihm ganz eigen sei,“ d. h. ein auserwähltes, das mit den andern Völkern Nichts gemein hat. „Und für gute Werke Eifer habe.“ Siehst du, dass auch wir das Unsrige tun müssen? Nicht einfach von guten Werken, sondern von einem „Eifer“ für dieselben redet er, d. h. man muss mit großer Bereitwilligkeit mit der gehörigen Lust der Tugend nachgehen. Die Befreiung von der Sündenlast und unheilbarer Krankheit war Sache des göttlichen Erbamens allein; was dann kommt, teilt sich zwischen uns und ihm. So lehre und ermahne und weise zurecht mit aller Strenge! So lehre und ermahne!" [23]
 

Gegen üble Nachrede; "jegliche Sanftmut beweisend gegen alle Menschen"

Du erinnerst dich, wie er dem Timotheus den Auftrag gibt: „Widerlege, rüge, rede zu.“( II. Tim. 4, 2) Hier aber: „So lehre, ermahne und weise zurecht mit aller Strenge!“ Weil der Charakter der Kreter weniger weich war, deshalb verlangt der Apostel ein energisches und strenges Auftreten. Es gibt Sünden, denen man mit bloßer Belehrung entgegen wirken kann; so zum Beispiel muss man zur Verachtung des Geldes durch freundliches Zureden anleiten, ebenso zur Sanftmut und dergleichen. Den Ehebrecher jedoch, den Hurer, den Geizhals muss man durch Strenge zur Besserung bringen; den Vogeldeuter endlich, den Wahrsager und solche Sünder nicht bloß mit gewöhnlicher, sondern mit ganz ausserordentlicher Strenge. Siehst du, wie der Apostel verlangt, dass Titus mit Autorität und Freimut auftrete?. Niemand soll dich verachten, sondern ermahne sie, den Fürsten und Obrigkeiten untertänig und gehorsam zu sein und zu jedem guten Werke bereit, (Röm. 14, 10). Niemandem Übles nachzureden, den Frieden zu lieben. Wie nun? Also auch wenn Sünder da sind, auch diesen dürfte man nicht „Übles nachreden“? Freilich nicht, sondern zu jedem guten Werke müssen wir bereit sein und Niemandem dürfen wir Böses nachreden. Hören wir wohl auf die Mahnung! Gar Niemanden darf man durch böse Rede kränken. Unser Mund muss rein sein von übler Nachrede. Sei es, dass diese Nachrede auf Wahrheit beruht, so ist es nicht unsere, sondern des göttlichen Richters Sache, eine Prüfung anzustellen."  Grundsätzlich solle man „nicht streitsüchtig zu sein, liebreich, jegliche Sanftmut beweisend gegen alle Menschen,“ auch gegen Heiden und Juden, gegen Verbrecher und Sünder. In der zitirten Stelle schreckt er mit Dem, was eintreten könnte: „Wer daher steht, sehe zu, dass er nicht falle!“ Hier aber schreckt er nicht mit der Zukunft, sondern mit der Vergangenheit, indem er fortfährt: Denn auch wir waren einst unverständig. So schreibt er auch im Galaterbrief: „Als wir noch Kinder waren, da waren wir den Elementen dieser Welt dienstbar.“(Gal. 4, 3) Rede also Niemandem Übles nach, will der Apostel sagen; "denn du warst früher auch nicht besser. Denn auch wir waren einst unverständig, ungläubig, gingen in der Irre umher, dienten mancherlei Begierden und Lüsten, lebten in Bosheit und Neid, waren hassenswert und hassten einander. Also müssen wir mit Leuten, die auch so sind, Nachsicht haben. Wer nämlich früher so gewesen und dann anders geworden ist, hat nicht das Recht, Solche zu schmähen, welche noch so sind, sondern soll sich glücklich preisen und dem danken, der ihn von den früheren Sünden befreit hat und auch jene Anderen davon befreien wird. Niemand rühme sich, denn alle haben gesündigt! Wenn du dich demnach angesichts der eigenen Pflichterfüllung versucht fühlst, Jemandem Übles nachzureden, dann beschwichtige deine Entrüstung, indem du dein eigenes früheres Leben betrachtest und daran denkst, dass du auch für die Zukunft nicht sicher bist! Denn falls du auch von früher Jugend an tugendhaft gelebt hättest, so wärest du doch mit einer Masse von Sünden beladen. Wenn du aber auch nicht damit beladen zu sein glaubst, so bedenke, dass dies nicht eine Wirkung deiner Tugend, sondern der göttlichen Gnade ist! Hätte nämlich Gott nicht an deine Vorfahren den Ruf der  Gnade ergehen lassen, so wärest du ein Ungläubiger geblieben. Siehe, wie der Apostel eine ganze Stufenleiter von Schlechtigkeit durchgeht! Hat Gott nicht durch die Propheten und durch alles Mögliche hundert Wege zur Besserung geebnet? Wir haben nicht gehört; denn „wir gingen in der Irre.“ Als aber die Güte und Barmherzigkeit Gottes, unseres Heilandes, erschien, in welcher Weise hat er uns erlöst?, nicht wegen der Werke der Gerechtigkeit, sondern nach seiner Erbarmnis durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des heiligen Geistes. Ach, wie tief mussten wir im Sündenpfuhle stecken, da wir uns nicht herausarbeiten konnten, sondern einer neuen Geburt bedurften!" Denn gleichwie Niemand an ein morsches Haus eine Stütze setzt oder an ein altes einen Anbau macht, sondern es bis auf den Grund abträgt und so es wieder aufbaut und ganz neu macht, "so hat auch Gott mit uns getan. Er hat uns nicht reparirt, sondern ganz neu gemacht. Das bedeutet „die Erneuerung des heiligen Geistes“. Von Grund auf hat er uns neu gemacht. Wie? Durch den heiligen Geist. Und indem er diesen Gedanken in anderer Weise gibt, fährt er fort: Den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Heiland. Also haben wir den heiligen Geist in vollem Maße notwendig gehabt. Damit wir gerechtfertigt durch seine Gnade, wiederum durch die Gnade, nicht nach Verdienst, Erben seien nach der Hoffnung des ewigen Lebens. Das ist zugleich eine Mahnung zur Demut und ein Hoffnungsblick in die Zukunft. Denn wenn es so schlimm mit uns stand, dass wir wiedergeboren und durch Gnade erlöst werden mussten, und dass gar nichts Gutes an uns war, und wenn Gott uns trotzdem gerettet hat, so wird er das noch viel eher in der Zukunft tun." [24]
 

Heidnische und sarazenische Sitten

Es lässt sich nichts Schlimmeres denken, als die Verwilderung der Menschheit vor der Ankunft Christi; man lebte in Krieg und Feindschaft mit einander. Väter schlachteten ihre Söhne und Mütter ras’ten gegen ihre Kinder. Es gab nichts Feststehendes, kein natürliches, kein geschriebenes Gesetz, sondern Alles war in Verwirrung. Ehebruch ohne Ende, Mordtaten und noch Schlimmeres, Diebstähle. Ein heidnischer Schriftsteller behauptet, dass letztere sogar als Heldenstücke galten. Ganz natürlich, da für dieselben sogar ein eigener Gott verehrt wurde. Es gab Orakelsprüche in Menge, welche befahlen, Den oder Jenen aus dem Leben zu schaffen. "Ich will ein Vorkommnis aus jener Zeit erzählen. Ein gewisser Androgeos, der Sohn des Minos, der nach Athen gekommen und im Ringkampf Sieger geblieben war, musste das büßen und ward getötet. Apollo nun, Böses mit Bösem heilend, gab den Befehl, für diesen Mann zweimal sieben Kinder zu opfern. Was kann grausamer sein als ein so tyrannischer Befehl? Er wurde ausgeführt, und um den wahnsinnigen Auftrag des Götzen zu vollziehen, stürzte sich ein Mensch auf die Kinder und schlachtete sie hin; denn die Lügen des Orakels galten bei den Heiden Alles. Freilich, als die Athener sich dann erhoben und zur Wehr setzten, war’s damit vorbei. Wäre nun der Befehl des Orakels gerecht gewesen, so hätte man dessen Ausführung nicht hindern dürfen; war er aber ungerecht, wie er es wirklich war, so hätte er von Anfang an nicht gegeben werden sollen. Man hat damals Ringer und Turner förmlich angebetet. Der Krieg in Stadt, Dorf und Haus war permanent. Knabenschändung war an der Tagesordnung. Einer der heidnischen Philosophen stellte es als ein Gesetz auf, dass Sklaven nicht das Recht haben sollten, Knaben zu lieben und sich den Körper zu salben, gleich als ob die Päderastie ein Vorzug und eine Ehrensache wäre. Deshalb trieben sie auch dieses Laster öffentlich in den Häusern. Und wenn man ihre ganze Literatur durchforscht, so wird man bestätigt finden, dass sogar wider die Natur gefrevelt wurde, und dass Niemand dagegen auftrat. Ihre Dramen strotzen von Ehebruch, Wollust und Korruption. Es gab Orgien, die ganze Nächte dauerten, und Frauen bildeten das Publikum. Welche Verkommenheit! Man übernachtete im Theater, und die Jungfrau saß zwischen rasenden Jünglingen und mitten unter einem betrunkenen Haufen. Das waren Volksfeste, denen die Finsternis und ihre Werke das Gepräge gaben. Deshalb sagt der Apostel: „Auch wir waren einst unverständig, ungläubig, gingen in der Irre umher und fröhnten mancherlei Begierden und Gelüsten.“ Da ist ein Sohn, der sich in seine Mutter, eine Tochter, die sich in ihren Vater verliebt und dann erhenkt hat. Von der Päderastie, die man als „ein Spiel mit Knaben“ zu bezeichnen pflegte, lässt sich gar nicht reden. Aber willst du sehen, wie Einer seine Mutter heiratet? Auch das gibt es bei ihnen, und was nun erst recht schlimm ist, es geschah das ohne Wissen, und ihr Gott verhinderte es nicht, sondern ließ diese Blutschande zu und zwar in einer erlauchten Familie. Wenn aber Leute, von denen man erwarten sollte, dass sie, wenn auch aus keinem andern Grunde, so doch aus Rücksicht auf die öffentliche Meinung auf dem Pfade der Tugend bleiben würden, wenn diese sich solchen Lastern in die Arme warfen, was muss der in der Dunkelheit lebende Pöbel alles verübt haben! Wie vielgestaltig erscheint hier die Wollust! Eine Ehefrau liebte einen andern Mann. Aus Liebe zum Ehebrecher bringt sie den heimgekehrten Mann um. Die Meisten von euch kennen ja wohl die Geschichte. Den Ehebrecher ermordete dann der Sohn des Getöteten, und auch die Mutter hat er abgeschlachtet. Dann verfiel er selber in Wahnsinn und ward von den Furien gejagt. Hierauf ging dieser Wahnsinnige fort, tötete noch einen andern Mann und heirathete dessen Weib. Was sind das für schreckliche Begebenheiten! Deshalb führe ich diese Beispiele aus dem Heidentume an, damit ich den Heiden deutlich zeige, in welche Laster damals die Welt versunken war. Aber ich will, wenn’s euch beliebt, auch aus unseren Kreisen Beispiele beibringen. „Sie opferten ihre Söhne und Tochter den Götzen,“ sagt der Psalmist.(Ps. 105, 35) Und hinwiederum sind die Einwohner von Sodoma aus keiner anderen Ursache dem Untergang verfallen, als weil sie von der Manie für Knabenliebe besessen waren. Und weiter sogar in der ersten Zeit der Erscheinung Christi, hat da nicht die Tochter des Königs mitten im Speisesaale vor betrunkenen Männern einen Tanz aufgeführt? Hat sie nicht einen Mord verlangt und zum Preis für ihren Tanz das Haupt des Propheten gefordert? „Wer erzählt die Großtaten des Herrn?“ (Ps. 105, 2) „Wir waren hassenswert und hassten einander.“( I. Kor. 6, 9) Ja gewiss, wenn wir unserer Seele jegliche Lust gewähren, dann kann es gar nicht anders sein, als dass allenthalben Hass auflodert. Warum? Weil neben der Tugend keine sinnliche Liebe bestehen kann; weil unter tugendhaften Leuten niemand in die Rechte eines Gatten eingreift. Vernimm auch, was Paulus spricht: „Täuschet euch nicht! Weder Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder noch Betrüger noch Lästerer noch Trunkenbolde werden das Reich Gottes erben. Und solche sind Einige von euch gewesen.“ Siehst du, wie jede Gattung von Lastern auf die Oberfläche trat, wie gleichsam eine dicke Nebelschicht auf der Welt lag, wie die Gerechtigkeit untergegangen war? Wenn nun Diejenigen, unter denen Propheten lebten, und die solche Unglücksfälle über ihre Feinde und über sich selber hereinbrechen sahen, dennoch sich nicht in den Schranken hielten, sondern die schlimmsten Dinge verübten, wie musste es erst bei den Andern sein! Es gab bei ihnen einen Gesetzgeber, welcher verordnete, dass die Jungfrauen nackt vor den Augen der Männer Ringkämpfe aufführen sollen. Ein Glück, wenn es euch anwidert, nur davon zu hören. Die Philosophen aber erröteten nicht über eine solche Schamlosigkeit. Ein anderer Philosoph aber, eine Koryphäe der Heidenzeit, will die Mädchen in den Krieg geführt wissen und überlässt sie der allgemeinen Benützung wie ein Kuppler und Hurentreiber (Plato, der in seinem „Staate“ derartige Ideen aussprach). ,,Wir lebten in Bosheit und Neid,“ sagt der Apostel. Wenn die Philosophen bei den Heiden solche Gesetze haben, was soll man erst von den Leuten sagen, die keine Philosophen waren? Wenn die Männer, welche lange Bärte trugen und den Philosophenmantel umgeschlagen hatten, so daherreden, was muss man erst von den Andern denken?" [25]

Weder heidnische noch sarazenische bzw. muslimische Sitten und Gebräuche helfen weiter. Wichtig ist, dass man den christlichen Gott liebt und nicht einen Götzen wie Al-lah. Dazu Chrysostomos: "mögen wir alle der Seligkeit teilhaftig werden, die denen verheissen ist, die Gott lieben, in Christus, unserem Herrn." Danken wir also Gott und schmähen oder lästern wir nicht über Andere, sondern reden wir ihnen eher im Guten zu! "Beten wir für sie, stehen wir ihnen ratend und mahnend zur Seite, auch wenn sie uns beleidigen und zurückstoßen. So sind ja überhaupt die Kranken. Aber diejenigen, die sich um ihre Gesundheit bemühen, ertragen das alles, sie tun alles Mögliche, auch wenn sie nichts ausrichten, damit sie sich nicht selber den Vorwurf machen müssen, als hätten sie dieselbe vernachlässigt. Oder ist es euch nicht bekannt, dass manchmal ein Arzt den Kranken schon aufgegeben hat, und da tritt einer von dessen Angehörigen zu ihm hin und sagt: „Versuch’ es nochmal mit einer Arznei! Lass nicht aus, damit ich mir keinen Vorwurf machen muss, damit ich keinen Tadel verdiene, damit ich nicht mit mir selber unzufrieden sein muss!“ Seht ihr, welche Sorge die Angehörigen für die Kranken haben? was sie Alles für dieselben tun und wie sie den Ärzten zureden und anliegen? Wenn wir doch ebenso handeln würden! Und doch ist der Gegenstand der Sorge nicht der gleiche. Für den Körper des kranken Kindes würde sich Niemand weigern sogar eine weite Reise zu unternehmen; ist aber die Seele krank, so nimmt Niemand davon Notiz, sondern alle sind wir schuldig, alle sind wir leichtsinnig und nachlässig, indem wir gar nicht beachten, wie unsere Weiber und Kinder und wir selber von schwerer Krankheit befallen sind. Freilich, später werden wir es schon einsehen. Bedenket, wie beschämend und lächerlich es sein wird, wenn wir später sagen müssen: „Das haben wir nicht erwartet; wir haben nicht geglaubt, dass es so kommen würde.“ Aber nicht bloß beschämend ist es, sondern auch gefährlich. Wenn es schon in Bezug auf das irdische Leben eine Torheit ist, für die Zukunft nicht zu sorgen, um wie viel mehr in Bezug auf das ewige Leben, da wir sogar jetzt so viele belehrende und mahnende Stimmen hören, die uns sagen, was wir zu tun und zu lassen haben. Halten wir also fest an dieser Hoffnung, kümmern wir uns um unser Heil, rufen wir alle Zeit Gott an, dass er uns seine Hand reiche! Wie lange wollen wir noch leichtsinnig, wie lange noch sorglos sein, wie lange uns selber und unsere Mitbrüder vernachlässigen? Gott hat die Gnade des heiligen Geistes in reichem Maaße über uns ausgegossen. Bedenken wir also, welche Gnade er uns erwiesen, und wollen wir ein zwar nicht gleiches, denn das ist nicht möglich, aber doch wenigstens ein geringes Maaß von Eifer zeigen! Denn bleiben wir auch nach so vielen Gnadenerweisungen unempfindlich, dann wird uns ein noch größeres Maaß von Strafe zu Teil werden. „Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte,“ sagt der Heiland, „so würden sie keine Sünde haben; so aber haben sie keine Entschuldigung.“ (Joh. 15, 22) Aber möge dieses Wort nicht uns gelten, sondern mögen wir alle der Seligkeit teilhaftig werden, die denen verheissen ist, die Gott lieben, in Christus, unserem Herrn." Wie soll man mit den Sarazenen, z.B. den Moslems umgehen? Dazu Chrysostomos:  [26]

"Das musst du ihnen recht einprägen, damit Diejenigen, welche Gott glauben, sich bestreben, guten Werken eifrigst vorzustehen. Dies ist gut und für die Menschen heilsam. In törichte Streitfragen, Genealogieen, Zänkereien und Streitigkeiten über das Gesetz lass dich aber nicht ein, denn sie sind unnütz und eitel. Einen ketzerischen Menschen meide nach der ersten und zweiten Zurechtweisung. Denn du weisst, dass ein solcher verkehrt ist und sündigt, indem er sein eigener Verurteiler ist. Nachdem der Apostel über die Barmherzigkeit Gottes und seine unaussprechliche Fürsorge für uns gehandelt und gesagt hat, was wir waren, und wozu uns Gott gemacht fährt er fort und spricht: „Und das musst du ihnen recht einprägen, damit diejenigen, welche Gott glauben, sich bestreben, guten Werken eifrig vorzustehen,“ d. h. das muss er predigen, und das muss er als Motiv benützen, um sie zum Almosenspenden zu veranlassen; denn die Erinnerung an das, was Gott getan, soll nicht nur dazu beitragen, dass wir uns demütigen, uns nicht überheben und Andere nicht schmähen, sondern dass wir auch jede andere Tugend üben. So spricht der Apostel auch zu den Korinthern: „Ihr wisset, dass Christus arm wurde, obschon er reich war, damit wir durch seine Armut reich würden.“( II. Kor. 8, 9) In der Erinnerung an die Fürsorge Gottes und seine übergroße Barmherzigkeit soll Titus seine Gemeinde zur Wohltätigkeit auffordern, und zwar nicht so obenhin und nebenbei. "Damit sie sich bestreben,“ heißt es, „guten Werken eifrigst vorzustehen;“ d. h. sie sollen auch Denen zu Hilfe kommen, die Unrecht leiden, nicht bloß mit Geld, sondern auch mit Beistand; sie sollen Wittwen und Waisen schützen und Alle, denen Unrecht geschieht, gegen dasselbe sicher stellen; Das heißt „guten Werken vorstehen“. Das ist gut und für die Menschen heilsam. In törichte Streitfragen, Genealogieen, Zänkereien und Streitigkeiten über das Gesetz sollst du dich aber nicht einlassen; denn sie sind unnütz und eitel. Was ist denn wohl mit den „Genealogieen“ gemeint? Auch im Briefe an Timotheus spricht der Apostel von „Fabeln und endlosen Genealogieen“. Jedenfalls meint er hier wie dort die Juden, welche stolz auf die Abkunft von Abraham um ihre weiteren Angelegenheiten sich nicht kümmerten. Darum nennt er diese Dinge „töricht“ und „unnütz“. Eine Torheit ist es, seine Hoffnung auf unnütze Dinge zu setzen. Unter den „Streitigkeiten“ versteht er die mit den Ketzern. Er will, dass wir uns damit nicht vergeblich abmühen, weil sie keinen Erfolg haben. Man erreicht nichts damit. Denn wenn er ganz verkehrt ist und um keinen Preis seine Meinung ändert, warum mühst du dich vergeblich ab mit dem Säen auf Felsen, während du diesen schönen Fleiß auf deine Gemeinde verwenden solltest, indem du ihnen Wohltätigkeit gegen die Armen predigst und sonstige Tugenden. Warum spricht er aber anderswo davon, dass „Gott ihnen vielleicht eine Sinnesänderung verleihe,“(II. Tim. 2, 25) und hier sagt er: „Einen ketzerischen Menschen meide nach der ersten und zweiten Zurechtweisung; denn du weisst, dass ein solcher verkehrt ist und sündigt, indem er sein eigener Verurteiler ist.“ Dort spricht er von solchen, die noch Hoffnung auf Bekehrung geben, und die einfach andere Meinungen haben. Wenn er aber ein offenkundiger Widersacher ist, weshalb lässest du dich auf einen vergeblichen Kampf ein? Warum führst du Lufthiebe? Was heißt: „indem er sein eigener Verurteiler ist“? Er kann nämlich nicht behaupten, es habe ihm niemand etwas gesagt, niemand ihn aufmerksam gemacht. Wenn er also trotz der Mahnung derselbe bleibt, so hat er sich selber verurteilt." [27]
 

Wenn sie auch andere schädigen wollen...

Papst Franziskus, seine Unterstützer aus der Bischofskonferrenz und Politik reagieren nicht, wenn sie eigentlich reagieren müssten, sie sehen z.B. tatenlos zu wie Moslems in Moscheen, Koranschulen und sogar im staatlichen islamischen Religionsunterricht versuchen durch verkehrte Erziehung auf Kinder einzuwirken und so "andere schädigen". Bei den Oberen der christlichen Kirchen kann heute nicht mehr von einem "mannhaften Widerstand" die Rede sein, sondern höchsten von Kleinmütigkeit und Jämmerlichkeit. Dazu Chrysostomos: "Wie kommt es denn, o Paulus, dass du dem Titus befiehlst, den Widersachern das Maul zu stopfen, wenn du hier willst, dass man sie meiden soll, da ihr ganzes Treiben ihnen zum Verderben gereicht? Er sagt aber vornehmlich, dass man das niemals zu ihrem Nutzen tue; sie haben keinen Vorteil davon, da sie nun einmal in verkehrten Anschauungen befangen sind. Freilich, wenn sie auch andere schädigen wollen, dann muss man sich gegen sie zum Kampfe stellen und ihnen mannhaften Widerstand leisten. Wenn du in die Nothwendigkeit versetzt wirst, indem du siehst, dass auch andere verdorben werden, dann darfst du nicht schweigen, dann stopfe ihnen das Maul mit Rücksicht auf die Andern, die dem Verderben anheimfallen würden. Überhaupt ist es nicht möglich, dass ein eifriger und frommer Bischof ohne Kampf lebt. Im Übrigen tue so, wie ich sagte. Aus Müssiggang und aus überflüssigem Philosophiren stammt ja dieses Gezänke, das nur um Worte sich dreht. Auch überflüssiges Gerede ist strafbar; man muss seine Zeit der Belehrung, dem Gebete, der Danksagung widmen. Es ist nicht recht, mit dem Gelde zu geizen, mit Worten dagegen nicht, sondern gerade umgekehrt;  man soll nicht ohne Weiteres vor Jedermann sein Herz ausleeren. Was bedeuten die Worte: „Sie sollen sich darum kümmern, guten Werken vorzustehen“. Sie sollen nicht warten, bis die Armen zu ihnen kommen, sondern selber sich umsehen nach Solchen, die ihrer Hilfe bedürfen. Auf solche Weise kümmert man sich. So wird er die Sache mit dem richtigen Eifer betreiben. „Und er bleibt nicht unfruchtbar.“ Denn bei den Akten der Wohltätigkeit haben nicht so fast die Empfänger als die Geber den Gewinn und Profit; Das leistet ihnen bei Gott großen Vorschub. Bei jenen Maulhelden aber ist des Streites kein Ende. Den unverbesserlichen Menschen also nennt der Apostel einen Häretiker. Gleichwie es eine Nachlässigkeit wäre, mit einem Menschen, der Hoffnung auf eine Sinnesänderung gibt, sich nicht zu befassen, so wäre es ein Unsinn und die größte Torheit, bei unheilbaren Kranken Heilversuche zu machen. Wir machen sie dadurch nur noch dreister. Es sollen auch die Unsrigen lernen, guten Werken vorzustehen für die notwendigen Bedürfnisse, damit sie nicht unfruchtbar seien. Siehst du, wie der Apostel sich mehr um die Geber als um die Empfänger kümmert? Er hätte vielleicht auf vielerlei Weise für die Reisebedürfnisse jener beiden Männer sorgen können, aber, sagt er, ich denke an die Unsrigen. Was hätte es denn Diesen genützt, wenn Andere ihren Geldschrank ausgeleert und den Lehrern den Unterhalt verschafft hätten? Ganz und gar nichts; sie wären „unfruchtbar“ geblieben. Wie? Hätte denn nicht Christus, welcher mit fünf Broden fünftaufend und mit sieben Broden viertausend Menschen speiste, sich und seinen Jüngern auch Nahrung verschaffen können? Warum ließ er dann von Frauen sich dieselbe reichen? „Es folgten ihm Frauen,“ heißt es, „die ihn bedienten.“(Mark. 15, 41) Er will uns damit gleich von vornherein zeigen, dass es ihm um die zu tun ist, welche Wohltaten spenden. Konnte nicht Paulus, der auch Andere durch seiner Hände Arbeit unterstützte, ohne jegliche fremde Unterstützung leben? Aber du siehst, dass er Almosen empfängt und verlangt. Höre, warum! „Es ist mir,“ sagt er, „nicht um die Gabe, sondern um den reichlichen Lohn für euch selbst zu tun.“(Phil. 4, 17) Und in den ersten Zeiten des Christentumes, als die Gläubigen all ihre Habe verkauften und den Erlös zu den Füßen der Apostel legten, bemerkst du da, wie die Apostel mehr für diese als für die Empfänger besorgt waren? Denn hätten sie bloß an die Armen gedacht, dann hätten sie mit Ananias und Sapphira nicht viel Aufhebens gemacht, als sie das Geld hinterzogen. Und Paulus hätte nicht verordnet, man solle nicht „aus Unwillen und Zwang“ ( II. Kor. 9, 7) Almosen spenden." [28]
 

Die, die aus der Lüge die Wahrheit beweisen

Auf den Ort nun, an dem ein jeder schrieb, brauchen wir kein besonderes Gewicht zu legen; dass dagegen keiner von ihnen im Widerspruch gegen die anderen schrieb, das werden wir im ganzen weiteren Verlauf zu zeigen versuchen. "Wenn du sie aber des Widerspruchs anklagst, so verlangst du damit nicht mehr und nicht weniger, als dass jeder nicht nur sachlich, sondern sogar bis auf die Redewendungen mit den anderen übereinstimme. Da will ich nun nicht darauf hinweisen, dass auch von denen, die sich so viel auf ihre Rhetorik und Philosophie einbilden, manche ganze Bände über denselben Gegenstand geschrieben haben, und dabei nicht nur bloß verschiedene Ansichten vertraten, sondern sich auch geradezu widersprachen. Etwas anderes ist es nämlich, Unterschiede in der Darstellung aufweisen, etwas anderes, sich direkt widersprechen. Ich will mich aber nicht weiter darüber verbreiten; denn ferne sei es von mir, mit der Torheit jener das Evangelium decken zu wollen; ich will nicht aus der Lüge die Wahrheit beweisen. Aber diese Frage möchte ich doch gerne stellen: Wie hätte das Evangelium Glauben finden können, wenn es Widersprüche enthielte? Wie hätte es zum Siege gelangen können? Wie hätten Leute, die sich selbst widersprachen, in der ganzen Welt Bewunderung, Glaube und Lob finden können? Waren ja doch viele Zeugen dessen vorhanden, was sie sagten, viele auch, die ihre Gegner und Feinde waren. Denn sie schrieben ihr Evangelium nicht in irgendeinem unbekannten Erdenwinkel, um es dann zu verbergen; im Gegenteil, sie verkündeten es überall, zu Wasser und zu Land, so dass alle es hören konnten. Sogar im Beisein ihrer Feinde wurde es gelesen, wie es auch heutzutage noch geschieht, und niemand hat noch an irgend etwas darin Anstoß genommen. Und das ist leicht zu begreifen. Es war eben die Kraft Gottes, die überall Eingang fand und in allen wirkte. Oder wie hätten sonst ein Zöllner, ein Fischer und ungebildete Leute solche Weisheit an den Tag legen können? Denn was die Heiden sich nicht einmal hatten träumen lassen, das haben diese mit großer Überzeugungskraft verkündet und fanden Glauben, und dies nicht bloß im Leben, sondern selbst nach dem Tode. Auch bekehrten sie nicht bloß zwei Menschen oder zwanzig, nicht etwa nur hundert oder tausend oder zehntausend, nein, sie bekehrten ganze Städte, Völker und Nationen, die Erde und das Meer, Griechenland und die Barbarenreiche, die bewohnte und unbewohnte Welt. Dazu haben sie Dinge verkündet, die weit über unsere Natur hinausgehen. Denn sie haben nicht von irdischen, sondern nur von himmlischen Dingen geredet, haben uns eine andere ganz neue Lebensweise gelehrt, haben Reichtum und Armut, Freiheit und Sklaverei, Leben und Tod, Welt und Gesittung, kurz, alles in neuem Licht erscheinen lassen. Das war nicht wie bei Plato, der jenen lächerlichen Idealstaat (Plato, Peri politeias) erfunden, nicht wie bei Zeno oder wer sonst noch über die Pflichten des Lebens schrieb oder solche Gesetze aufstellte." Zeno war griechischer Philosoph aus Cypern, Begründer der sog. stoischen Schule, schrieb um 380 v.Chr. ein Werk peri politeias. Plato in seinem Idealstaat vertrat ebenfalls Ideen, wie sie von Chrysostomus hier geschildert werden. [29]

Christen z.B. in der heutigen Türkei bekehrten damals "nicht bloß zwei Menschen oder zwanzig, nicht etwa nur hundert oder tausend oder zehntausend, nein, sie bekehrten ganze Städte, Völker und Nationen, die Erde und das Meer, Griechenland und die Barbarenreiche, die bewohnte und unbewohnte Welt." Es war die Kraft christlichen Gottes, die überall Eingang fand, und nicht die irgendeines Götzen wie Allah. Auch heute gibt es Philosophen und Anhänger Mohammeds, "die alles umkehren und verwirren, und die der Natur gezogenen Schranken umstürzen."  Chrysostomus spricht von "Erfindungen des Teufels" und davon dass es etwas Unnatürliches ist, "das kann uns wohl die Natur selbst bezeugen, die sich gegen solche Verirrungen sträubt. Und all das haben diese Philosophen nicht etwa unter Verfolgungen, Gefahren und Kämpfen geschrieben, sondern ganz unbehindert und in aller Freiheit, und haben es auch noch auf alle Weise recht verlockend dargestellt. Die Fischer dagegen hatten Mißhandlungen, Geißelungen und Gefahren zu ertragen, und doch ward ihre Botschaft von Ungebildeten und Gelehrten, Sklaven und Freien, Königen und Soldaten, Barbaren und Griechen mit größter Bereitwilligkeit aufgenommen." [30]
 

Nur auf eines wird gesehen, auf die Gesinnung des Herzens und die Verfassung der Seele; "Sarazenen, die Ismaeliten und Araber"

Hier wirft eben gerade die Gegenüberstellung ein besonders glänzendes Licht auf den Herrn; und zwar nicht der Umstand, dass er große Vorfahren hatte, sondern dass er deren unbedeutende und verkommene hatte. "Für den Hochstehenden ist es gar ehrenvoll, große Verdemütigungen ertragen zu können. Weshalb hat er also diese Personen nicht genannt? Weil die Sarazenen, die Ismaeliten und Araber, und wer sonst noch von jenen Vorfahren abstammte, nie mit dem Volke Israel in Berührung kamen. Deshalb hat er jene mit Stillschweigen übergangen, um alsbald auf seine und des jüdischen Volkes Vorfahren zu sprechen zu kommen. Deshalb heißt es: "Jakob zeugte den Judas und dessen Brüder." Hier wird nämlich das ganze Volk der Juden mit inbegriffen. "Judas aber gebar den Phares und den Zara aus der Thamar." Wie! Der Evangelist erwähnt sogar die Geschichte eines Ehebruches? Und was verschlägt dies? Hätten wir die Familiengeschichte eines gewöhnlichen Menschen zu erzählen, so möchte man derlei wohl mit Recht übergehen. Wenn es sich aber um den menschgewordenen Gott handelt, so darf man nicht nur nicht davon schweigen, sondern muss es noch ganz besonders hervorheben, damit so Gottes Vorsehung und Allmacht deutlich hervortreten. Denn darum ist er ja gekommen, nicht um unserer Schmach zu entrinnen, sondern um uns von ihr zu befreien. Wir bewundern ja nicht so sehr, dass er starb, als vielmehr, dass er am Kreuze starb; denn das war zwar eine Schande, aber je größer die Schmach, um so herrlicher zeigt sich darin seine Liebe. Das gleiche kann man auch von der Menschwerdung sagen. Nicht bloß, dass er Fleisch angenommen und Mensch geworden, verdient unsere Bewunderung, sondern vor allem, dass er auch solche Verwandte haben wollte und in nichts sich unserer Armseligkeiten schämte. Denn das hat er uns schon vom ersten Anfang seiner Menschwerdung an gezeigt, dass er uns nirgends verleugnete, und hat uns eben dadurch auch gelehrt, ob der Schlechtigkeit unserer Vorfahren uns nicht scheu zu verbergen, sondern nur eines zu suchen, die Tugend. Denn hätte ein solcher auch eine Barbarin, oder eine Ehebrecherin, oder was immer für eine andere unter seinen Vorfahren, so könnte ihm das gar nichts schaden. Denn wenn sogar dem Unzüchtigen selber nach seiner Bekehrung das frühere Leben nicht mehr zur Schande gereicht, so kann das schlechte Leben der Voreltern noch viel weniger über denjenigen Schande bringen, der selbst tugendhaft ist, aber von einer Buhlerin oder Ehebrecherin abstammt. Damit wollte er aber nicht bloß uns belehren, sondern auch den Hochmut der Juden demütigen. Jene missachteten die Tugend der Seele, führten bei jeder Gelegenheit den Abraham im Munde und glaubten, sie hätten in der Tugend ihrer Vorfahren eine genügende Rechtfertigung. Darum zeigt der Evangelist gleich am Anfang an, dass man nicht mit fremden Verdiensten prahlen dürfe, sondern auf die eigenen hoffen müsse. Damit verfolgt er auch noch den anderen Zweck, zu zeigen, dass alle, auch ihre eigenen Vorväter, mit Sünden beladen seien. Deshalb zeigt er ihnen auch ihren namensverwandten Stammvater als einen nicht geringen Sünder; denn da steht Thamar daneben und klagt ihn seiner Unzucht an. Und auch Davids Sohn, Salomon, war die Frucht gewaltsamer Unzucht. Wenn aber von den Großen das Gesetz nicht erfüllt wurde, um wieviel weniger von den Kleinen? Wurde es aber nicht erfüllt, so haben alle gesündigt, und damit wurde das Erscheinen Christi zur Notwendigkeit. Deshalb erwähnt er auch die zwölf Patriarchen, weil er auch da wieder den Stolz wegen vornehmer Ahnen dämpfen wollte. Denn viele von diesen waren Kinder von Mägden, und doch ward der Rangunterschied der Eltern nicht auf die Kinder übertragen; vielmehr waren alle in gleicher Weise Patriarchen und Stammeshäupter. Denselben Vorzug hat auch die Kirche. Sie ist die eigentliche Urheberin all unseres Adels, da sie das Urbild allen Adels von oben empfängt. Ob du daher ein Sklave bist oder ein Freier, du bist deswegen nicht mehr und nicht weniger, sondern nur auf eines wird gesehen, auf die Gesinnung des Herzens und die Verfassung der Seele." [31]

"Da also Joseph gerecht war", das heißt: recht und tugendhaft,"wollte er sie heimlich entlassen". Deshalb erzählt der Evangelist, was geschehen sei, bevor Joseph darum wusste, "damit du um so eher glaubest, was nachher geschah. Gewiss, wäre sie schuldig gewesen, sie hätte es nicht bloß verdient, öffentlich der Schande preisgegeben zu werden, sondern hätte auch der gesetzlichen Strafe unterliegen müssen. Joseph aber ersparte ihr nicht nur diese schwerere, sondern auch die geringere Strafe, die Schande. Er wollte sie nicht nur nicht strafen, sondern sie nicht einmal bloßstellen. Siehst du, wie edel er ist und wie frei von der tyrannischsten aller Leidenschaften? Ihr wisst ja doch, was Eifersucht vermag. Deshalb sagte auch einer, der es wohl wusste: "Voll von Eifersucht ist der Zorn des Mannes, keine Schonung kennt er am Tag der Rache" (Prov. 6,34)" [32]

Wie nämlich die Sonne, auch wenn wir ihre Strahlen noch nicht sehen, doch schon von ferne durch ihr Licht den größten Teil der Welt erleuchtet, so hat auch Christus, als er bald aus dem Mutterschoß hervorgehen sollte, den ganzen Erdkreis erleuchtet, noch bevor er selbst sichtbar wurde. "Deshalb haben schon vor seiner Geburt die Propheten vor Freude gejubelt, haben Frauen geweissagt, ist Johannes schon im Mutterschoße gehüpft, ehe er noch zur Welt gekommen war. Darum gibt uns auch Joseph ein so erhabenes Beispiel edler Gesinnung: er hat Maria nicht verklagt, hat sie nicht geschmäht, sondern gedachte nur, sie zu entlassen. In diesem Augenblick, als die Sache schon so stand und nirgends Rat war, da erschien der Engel und machte allen Zweifeln ein Ende. Es ist aber der Mühe wert zu untersuchen, weshalb der Engel nicht früher erschien, bevor dem Mann solche Gedanken gekommen waren, sondern erst dann, als er bereits solche Erwägungen anstellte? Es heißt nämlich: V.20: "Während er solches bei sich erwog, kam der Engel". Der Jungfrau hatte er ja auch vor ihrer Empfängnis die Botschaft gebracht, und das gibt uns daher ein neues Rätsel auf. Wenn nämlich der Engel vorher auch nichts offenbarte, warum hat aber die Jungfrau geschwiegen, nachdem sie die Botschaft des Engels empfangen hatte. warum hat sie die Zweifel nicht gelöst, als sie ihren Bräutigam in Sorgen sah? Warum also hat der Engel nicht eher gesprochen, bis Joseph unruhig geworden war? Wir müssen nämlich diese erste Frage zuerst lösen. Warum also hat er nicht gesprochen? Damit Joseph ihm nicht etwa den Glauben verweigerte, und es ihm nicht ebenso erginge, wie dem Zacharias. Denn nachdem er einmal das Geschehene selber gesehen, war es leicht, zu glauben. Vorher aber war es nicht ebenso leicht. Deshalb schwieg der Engel im Anfang, und auch die Jungfrau sagte aus dem gleichen Grunde nichts." [33]

Wer sich nicht selbst mit der Hl. Schrift und den alten Kirchenlehrern und Philosophen beschäftigen kann, vielleicht weil die heutigen Bischöfe das Christentum nicht mehr richtig verstehen und es genügend vom Götzendient wie dem Islam abgrenzen, der hält sich an Chrysostomos: "Vielfach höre ich Leute sagen: So lange wir in der Kirche sind und die Predigt hören, sind wir zerknirscht; kaum sind wir aber draußen, so werden wir schon wieder anders und lassen das Feuer der Begeisterung erlöschen. Was sollen wir also dagegen tun? Geben wir acht auf die Ursache dieser Erscheinung. Woher kommt es denn, dass wir so leicht veränderlich sind? Das kommt davon, dass wir nicht so leben, wie es sich gehört, und dass wir mit schlechten Menschen umgehen. Wenn wir aus dem Gottedienst kommen, sollten wir uns eben nicht alsbald wieder in den Strudel weltlicher Geschäfte stürzen, sondern, wenn wir nach Hause kommen, sogleich die Hl. Schrift zur Hand nehmen, Frau und Kinder zusammenrufen, und mit ihnen das, was in der Predigt gesagt wurde, wiederholen, und dann erst den zeitlichen Geschäften nachgehen. Wenn du schon nicht gerne aus dem Bade unmittelbar in dein Geschäft gingest, um dir nicht deine Erholung durch geschäftliche Dinge zu verderben, so solltest du das um so weniger tun unmittelbar nach dem Gottesdienst. In der Tat tun wir aber gerade das Gegenteil, und damit verderben wir alles. Denn noch ehe der Nutzen, den wir aus der Predigt geschöpft, Wurzel gefasst hat, reißt und trägt schon der gewaltige Andrang der Dinge, die von außen her auf uns einstürmen, alles mit ich fort. Damit du also dem entgehst, so halte bei deiner Rückkehr aus der Kirche nichts für notwendiger als die Wiederholung der Predigt. Denn es wäre ja doch äußerst unverständig, fünf oder sechs Tage den weltlichen Geschäften zu widmen. den geistlichen aber nicht einmal einen, ja kaum einen kleinen Teil eines Tages zu gönnen. Seht ihr nicht, wie es unsere Kinder machen? Die denken den ganzen Tag an die Aufgaben, die sie zu lernen haben. Machen auch wir es so. Sonst haben wir nach unserem Weggange aus der Kirche keinen größeren Gewinn, als wenn wir den ganzen Tag Wasser in ein durchlöchertes Faß schöpften, da wir ja für die Bewahrung des Wortes Gottes nicht einmal soviel Eifer entwickeln als für die Bewahrung von Gold und Silber. Ja, das Gold, und ist es auch wenig, das legt jeder in einen Beutel und versiegelt ihn; wir aber haben Lehren empfangen, die weit mehr wert sind als Gold und kostbare Edelsteine; wir haben die Schätze des Hl. Geistes erhalten, und die legen wir nicht in die Schatzkammer unserer Seele, sondern lassen sie sorglos verloren gehen, wie es der Zufall will! Wer wird da noch länger mit uns Mitleid haben, wenn wir so uns selber schaden, und uns in solche Armut stürzen? Damit also das nicht geschehe, machen wir es uns selbst zum unabänderlichen Gesetz, mit unserer Frau und unseren Kindern einen Tag in der Woche, und zwar einen ganzen dem Anhören der Predigt und deren Wiederholung zu widmen. Auf diese Weise werden wir auch viel mehr Verständnis für die jeweilige Fortsetzung haben; es wird unsere Mühe geringer und unser Gewinn größer sein, wenn wir das Frühere noch im Gedächtnis haben, während wir bereits das Folgende hören."   [34]
 

Der "Stern" von Bethlehem

"Nachdem Jesus geboren ward zu Bethlehem in Judäa in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Magier aus dem Morgenland nach Jerusalem und sagten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen, und sind gekommen, ihn anzubeten." Zu diesen Fersen aus dem Math.-Evangelium stellt Chrysostomos einige Fragen, also wer diese Magier sind, woher sie kommen, wie und von wem sie dazu veranlasst wurden, und was für ein Stern sie hergeführt? "Wenn es euch aber gefällt, wollen wir zuerst lieber hören, was die Gegner der Wahrheit vorzubringen haben. Denn sie hat der Teufel so sehr in seinem Banne, dass er sie auch hier wieder veranlasste, gegen die Wahrheit ins Feld zu ziehen, Was sagen sie also? Siehe, so lautet ihr Einwand, auch bei der Geburt Christi ist ein Stern erschienen; das ist also ein Beweis, dass es mit der Astrologie (Sterndeuterei) seine gute Bewandtnis hat. Warum hat also dann Christus die Astrologie verboten, wenn er doch nach deren Gesetz geboren wurde; warum hat er den Glauben an das Fatum verworfen, die bösen Geister zum Schweigen gebracht, den Irrtum verscheucht und alle derartigen Zauberkünste vernichtet? Und was ist es denn, das die Magier aus den Sternen selbst gelesen? Dass Christus der König der Juden sei? Aber er war ja nicht der König eines irdischen Reiches wie er selbst auch dem Pilatus geantwortet hat: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" (Joh 18,36) . Auch hat er sich gar nicht als König gezeigt. Keine Speerträger, keine Schildknappen, keine Pferde, keine Gespanne von Mauleseln, nichts dergleichen hatte er um sich. Dafür war sein Leben unansehnlich und arm, und nur 12 Männer aus dem gewöhnlichen Volk bildeten seine Begleitung. Wenn sie aber auch gewusst hatten, dass er ein König ist, weshalb kommen sie überhaupt? Denn die Aufgabe der Sternkunde besteht ja, wie man sagt, nicht darin, aus den Sternen zu sehen, dass jemand geboren ward, sondern aus der Stunde der Geburt die Zukunft vorherzusagen. Die Magier aber waren weder zugegen, solange die Mutter in Schwangerschaft war, noch kannten sie die Zeit der Geburt, und ebensowenig diente ihnen diese als Anhaltspunkt, aus der Bewegung der Sterne die Zukunft vorherzusagen. Im Gegenteil, sie hatten den Stern lange vorher in ihrem Lande erscheinen sehen, und kamen erst dann, das Kind zu sehen; ein Umstand, der sicher noch viel schwieriger zu erklären sein dürfte als das Frühere. Denn was in aller Welt konnte sie dazu veranlassen, was konnten sie Gutes davon erwarten, einem König zu huldigen, der so weit entfernt war? Wenn es wenigstens ihr eigener, zukünftiger König gewesen wäre; aber selbst dann hätte ihr Verhalten kaum einen Sinn gehabt. Wenn in ihrem eigenen Königshause ein Kind geboren worden und sein königlicher Vater anwesend gewesen wäre, dann könnte wohl einer vernünftigerweise sagen, sie hätten den Vater ehren wollen, indem sie dem neugeborenen Kinde ihre Huldigung darbrachten, und hätten die Absicht gehabt, sich dadurch das besondere Wohlwollen des Königs zu sichern. In diesem Falle aber konnten sie unmöglich erwarten, das neugeborene Kind könne jemals ihr König werden, sondern höchstens der eines ganz fremden Volkes, das weit entfernt von ihrem eigenen Lande wohnte. Ja sie mussten sehen, dass es noch nicht einmal zum Manne herangewachsen war. Weshalb unternehmen sie also da eine so weite Reise, bringen Geschenke dar, und setzen sich bei all dem noch Gefahren aus? Als nämlich Herodes von ihnen hörte, erschrak er und auch das ganze Volk geriet bei dieser Nachricht in Aufregung. Nun, das haben sie eben nicht vorausgesehen, meinst du. Aber das wäre ja eine Torheit! Denn wenn sie auch noch so einfältig gewesen wären,. soviel mussten sie doch wissen, dass sie eine Stadt betraten, die bereits einen König hatte. Wenn sie also unter solchen Umständen mit einer solchen Botschaft kamen, und verlauten ließen, es sei noch ein anderer König da als der, der dort regierte, mussten sie da nicht tausendfache Todesgefahr wider sich heraufbeschwören? Und wie kamen sie vollends dazu, vor einem Kind ihr Knie zu beugen, das noch in Windeln lag? Wäre es wenigstens ein Mann gewesen, so könnte man sagen, sie hätten sich deshalb in offene Gefahr gestürzt, weil sie Hilfe von ihm erwarteten. Doch auch das wäre äußerst töricht gewesen, dass ein Perser, ein Barbar, einer der mit dem jüdischen Volke gar nichts zu tun hatte, sein Haus verlassen, seiner Heimat, seinen Verwandten und Bekannten entsagen und sich unter die Herrschaft eines fremden Königs stellen sollte." [35]

Und weiter führt er aus: "Wenn aber schon das unbegreiflich gewesen wäre, so wäre das Folgende noch viel törichter. Und was wäre das? Dass sie nach einer so langen Reise alsbald wieder fortgingen, kaum, dass sie das Kind angebetet und alle Welt in Schrecken versetzt hatten. Und welche königlichen Abzeichen hatten sie denn wahrgenommen? Eine armselige Hütte, eine Krippe, ein Kind in Windeln eingewickelt, und eine arme Mutter. Wem haben sie aber da ihre Geschenke gebracht und weshalb? War es vielleicht Gesetz und Brauch, alle Königskinder, die irgendwo auf die Welt kamen, so zu ehren? Oder hatten sie nichts anderes zu tun, als fortwährend in der Welt herumzureisen, um denjenigen, und wären sie auch niedrig und arm, ihre Huldigung darzubringen, von denen sie wussten, sie würden einmal Könige werden, und dies selbst dann, wenn dieselben noch in niedrigen, armseligen Verhältnissen lebten, und noch nicht einmal den Königsthron wirklich bestiegen hatten? Das wird doch wohl niemand behaupten wollen. Warum aber kamen sie zur Huldigung? Wenn aus irdischen Motiven, was konnten sie da wohl von dem Kinde und seiner armen Mutter erhoffen? Wenn aber der Zukunft wegen, woher konnten sie wissen, dass das Kind, das bei ihrer Huldigung in Windeln lag, sich des Geschehenen später noch erinnern werde? Und hätten sie auch erwartet, die Mutter werde es daran erinnern, sie hätten auch so nicht Lob, sondern Strafe verdient, weil sie dasselbe in offenbare Gefahr gebracht haben. Von diesem Augenblick an hat ja Herodes in seiner Bestürzung alles versucht und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seiner habhaft zu werden. Wer eben einen Menschen, der von Jugend auf arm und einfach lebte, überall als zukünftigen König ausposaunt, der liefert ihn damit nur dem Tode aus, und verursacht ihm tausenderlei Gefahren. Siehst du also, wie viele Unmöglichkeiten sich ergeben, wenn wir diese Sache nur nach menschlichen Gesichtspunkten und nach gewöhnlicher Art beurteilen? Aber nicht bloß das, sondern noch viel mehr könnte man darüber sagen, was uns noch weit größere Rätsel aufgäbe. Damit wir euch aber nicht durch Häufung von Schwierigkeiten verwirrt machen, so wollen wir jetzt an die Lösung der aufgeworfenen Fragen gehen, und dabei gleich mit dem Sterne den Anfang machen. Denn wenn wir einmal wissen, was das für ein Stern war, woher er kam, ob er nur ein gewöhnlicher Stern war, oder verschieden von den andern, ob es ein wirklicher oder nur ein scheinbarer Stern war, dann werden wir auch alles andere leicht verstehen. Wer soll uns also das beantworten? Die Hl. Schrift selber. Dass nämlich dies kein gewöhnlicher Stern war, ja, wie mir scheint, überhaupt kein Stern, sondern eine unsichtbare Macht, die diese Gestalt angenommen hatte, das scheint mir zu allernächst aus dem Wege hervorzugehen, den er genommen hatte. Es gibt nämlich keinen einzigen Stern, der in dieser Richtung wandelte. Die Sonne, der Mond, und alle anderen Gestirne wandeln, wie der Augenschein lehrt, von Osten nach Westen; der aber kam von Norden nach Süden; denn das ist die Richtung von Persien nach Palästina. Zweitens kann man dies auch aus der Zeit seines Erscheinens schließen. Denn nicht bei Nacht leuchtete er, sondern am hellen Tage, während die Sonne schien. Das geht über die Kraft eines Sternes, ja selbst über die des Mondes; denn obgleich dieser weit heller scheint als alle Sterne, so verschwindet er doch und wird unsichtbar, sobald der erste Sonnenstrahl erscheint. Dieser Stern jedoch hat durch die Macht seines eigenen Glanzes selbst die Strahlen der Sonne übertroffen, hat heller geschienen als sie, und trotz solcher Lichtfülle noch mächtiger geleuchtet. Drittens kann man dies daran erkennen, dass er zuerst erscheint und dann wieder verschwindet. Auf dem Wege bis Palästina hat er den Magiern geleuchtet und sie geführt, nachdem sie aber in die Nähe von Jerusalem gekommen waren, verbarg er sich. Als sie dann aber den Herodes über den Zweck ihrer Reise unterrichtet und von ihm fortgegangen waren, da erschien der Stern von neuem. So bewegen sich aber Sterne nicht; das kann nur eine mit großer Einsicht begabte Kraft. Der Stern hatte ja nicht einmal seine eigene Wegrichtung, sondern jedesmal, wenn die Magier sich in Marsch setzen mussten, bewegte auch er sich vorwärts; wenn sie aber stille standen, stand auch wer still und richtete sich ganz nach dem, wie sie es brauchten; gerade so wie die Wolkensäule, die dem jüdischen Heere zeigte, wann es rasten und wann es aufbrechen sollte. Viertens kann man dies deutlich erkennen an der Art und Weise, wie der Stern sich zeigte. Er blieb nicht in der Höhe und zeigte von da aus den Ort, sonst hätten ihn ja die Magier auch gar nicht erkennen können; nein, er kam zu diesem Zweck herab in die Tiefe. Ihr wisst ja, dass ein Stern einen Ort nicht anzeigen kann, der so klein ist, dass gerade noch eine Hütte auf ihm Platz hat, oder vielmehr, dass er eben noch den Leib eines kleinen Kindes aufnehmen kann. Da er so unermeßlich hoch oben ist, ist er nicht geeignet, einen so eng begrenzten Ort zu bezeichnen und für die kenntlich zu machen, die ihn suchten. Das kann man ja auch beim Monde beobachten; obwohl er alle Sterne an Größe überragt, scheint er doch allen Bewohnern der Welt nahe zu sein, obwohl sie über einen so großen Teil der Erdoberfläche zerstreut leben. Wie hätte also unser Stern den schmalen Raum andeuten können, den die Krippe und die Hütte einnahmen, wenn er nicht von der Höhe herabgekommen und über dem Haupte des Kindes stehen geblieben wäre? Das wollte denn auch der Evangelist andeuten, da er sagte: (math. 2,.9): "Siehe, der Stern ging ihnen voran, bis er an dem Ort stille stand, an dem das Kind sich befand." Siehst du, mit wie vielen Gründen man beweisen kann, dass dies kein gewöhnlicher Stern war, und dass er sich nicht den Gesetzen der sichtbaren Schöpfung unterworfen zeigte?" [36]

Weshalb erschien denn der Stern? Er erschien auch um den Juden, Heiden und Persern, den heutigen Moslems, (Türken, Iraner, etc.) den Weg zu weisen, die heute gezwungen weden den Irrglauben des Islams anzunehmen, also "zur Rettung der Verirrten." Da nämlich der, der da kommen sollte, den Alten Bund auflösen wollte, und die ganze Welt einlud, ihm zu huldigen, und auch überall zu Wasser und zu Land angebetet werden sollte, so öffnete er von Anfang an auch den Heiden das Tor, weil er durch die Fremden die eigenen Stammesgenossen belehren wollte. Denn obwohl sie durch die Propheten fortwährend seine Ankunft hatten verkünden hören, gaben sie doch nicht recht darauf acht. Darum berief er Barbaren aus fernem Lande, damit sie den König suchten, der unter ihnen weilte, und aus persischem Munde mussten sie zuerst vernehmen, was sie von den Propheten nicht hatten lernen wollen. Dies geschah deshalb, damit sie einen möglichst starken Ansporn zum Gehorsam hätten, falls sie zur Einsicht kommen wollten, aber auch jeder Entschuldigung bar wären, wenn sie verstockt blieben. Oder was konnten sie dennoch als Entschuldigung vorbringen, nachdem sie trotz so vieler Propheten doch nicht an Christus glaubten und nun sehen müssen, wie die Magier auf die Erscheinung eines einzigen Sternes hin sich zu ihm bekennen und den Erschienenen anbeten? Wie er es also mit den Niniviten machte, zu denen er den Jonas sandte, und wie er mit der Samariterin und der Chananäerin tat, so machte er es auch jetzt mit den Magiern. Denn deshalb hat er gesagt: "Die Einwohner von Ninive werden aufstehen zum Gericht, und die Königin des Ostens wird sich erheben und dieses Geschlecht verdammen" (Mt 12,41 f.) . Denn jene haben auf geringe Zeichen hin geglaubt, diese nicht einmal auf große. Warum aber führte der Herr die Magier durch eine solche Erscheinung? Aber was hätte er anders tun sollen? Propheten zu ihnen schicken? Die Magier hätten den Propheten schwerlich geglaubt. Durch eine Stimme von oben zu ihnen reden? Sie hätten nicht darauf geachtet. Ihnen einen Engel senden? Auch auf einen solchen hätten sie schwerlich gehört. Darum hat Gott von all dem abgesehen, hat dafür ihrer Verfassung vollkommen Rechnung getragen und sie durch Dinge gerufen, an die sie gewöhnt waren. Darum zeigte er ihnen einen großen, von den andern verschiedenen Stern, der ihnen durch seine Größe wie durch die Schönheit seines Anblicks und die Richtung seines Laufes auffallen musste. So hat es auch der hl. Paulus gemacht. Er hat mit den Griechen von ihrem Altar geredet und ihre Poeten als Zeugen angeführt: mit den Juden verhandelte er über die Beschneidung, und beginnt seinen Unterricht für die, die unter dem Gesetze lebten, mit den Opfern. Da nämlich jeder das liebt, womit er seit langem vertraut ist, so schlagen auch Gott sowie die Menschen, die er zur Rettung der Welt gesandt hat, diesen Weg ein. Glaube also nicht, es sei Gottes unwürdig gewesen, die Magier durch einen Stern zu rufen. Sonst verurteilst du damit auch den ganzen Alten Bund, die Opfer, die Reinigungen, die Neumondfeste, die Bundeslade, ja selbst den Tempel. Denn das alles hat in ihrer heidnischen Anhänglichkeit an das Sinnenfällige seinen Grund und Ursprung gehabt. Gleichwohl hat es Gott zur Rettung der Verirrten geduldet, dass er durch solche Dinge verehrt werde, durch die die Heiden die Dämonen verehrten; dabei hat er nur ein wenig daran geändert, um die Juden durch eine leichte Abkehr von ihren Gewohnheiten zu der höheren Weisheit zu führen. So hat er es denn auch bei den Magiern gemacht, die er aus Entgegenkommen durch einen Stern rief, um sie dann für Höheres empfänglich zu machen. Nachdem also Gott sie geführt und geleitet und bis zur Krippe gebracht hat, verkehrt er nicht länger durch einen Stern mit ihnen, sondern durch einen Engel; und hebt sie so langsam auf eine höhere Stufe empor." Heute werden Moslems durch ihre obersten Götzendiener gezwungen, den Dämon Allah zu verehren, obwohl es längst an der Zeit wäre, die Länder des gesamten ehemaligen byzantinischen Reiches zu rechristianisieren und die Kathedralen wieder zu restaurieren. Irregeleitete europäische Politiker bestärken sogar die Moslems darin, in der EU Moscheen zu bauen und christliche Kirchen und Kathedralen auf Zypern (z.B. die Kathedrale von Famagusta, die seit 400 Jahren eine Moschee ist) und im ehemaligen byzantinischen Reich verfallen zu lassen. Die Kathrale St. Nikolaus von Famagusta, jetzt Lala-Mustafa-Moschee, ist ein schöner gotischer Bau. "Bei der Umwandlung zur Moschee entfernten die Moslems alle Ornamente und Gegenstände, die menschliche Figuren darstellten. Fresken wurden übertüncht, Glasfenster zerschlagen." Famagusta soll über 300 Kirchen gehabt haben, die von Moslems zerstört oder wie Peter und Paul von den Osmanen zum muslimischen Götzentempel, bzw. Moschee umgebaut wurden; die Marienkirche "war ursprünglich die Kapelle eines spurlos verschwundenen armenischen Klosters." [37] 

Indes müssen wir wieder zum Anfang unserer Lesung zurückkehren. Wie lautete er doch? "Als aber Jesus geboren ward zu Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe da kamen Magier aus dem Morgenlande nach Jerusalem." Die Magier folgten dem Sterne, der sie führte; die Juden dagegen glaubten nicht einmal der Stimme der Propheten. Weshalb gibt uns der Evangelist aber auch die Zeit an und den Ort? "In Bethlehem", sagt er, und "in den Tagen des Königs Herodes"; und weshalb fügt er auch noch dessen königliche Würde bei? "Seine Würde deshalb, weil es auch einen anderen Herodes gab, der den Johannes hatte töten lassen; Jener war aber Tetrarch, dieser König. Den Ort und die Zeit fügt er aber bei, um uns an alte Prophetien zu erinnern. Die eine davon stammt von Michäas, der da sagt: "Und du Bethlehem im Lande Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda's" (Mich 5,2) . Die andere Prophetie erging durch den Patriarchen Jakob, der uns ganz genau die Zeit angibt und das große Wunderzeichen beschriebt, das sein Erscheinen begleitet. Er sagt: "Nicht wird die Herrschaft von Juda weichen, noch ein Führer fehlen aus seinem Stamme, bis derjenige kommt, der da auserwählt ist: und auf ihn harren die Völker" (Gen 49,10) . Es lohnt sich aber auch, zu untersuchen, woher die Magier zu so hoher Einsicht kamen, und wer sie darauf hingewiesen hat? Mir scheint nämlich, der Stern allein habe nicht alles getan, sondern es habe auch Gott selbst in ihren Seelen gewirkt, so wie er es bei Kyrus gemacht hat, den er dazu bewog, die Juden aus der Gefangenschaft zu entlassen. Das hat er aber nicht so getan, dass er dadurch dessen Freiheit beeinträchtigte; denn, auch als er den Paulus durch eine Stimme von oben rief, hat sich in gleicher Weise die Wirkung seiner Gnade wie dessen Gehorsam betätigt. Aber warum, fragst du, hat er dies nicht allen Magiern geoffenbart? Weil auch nicht alle bereit waren zu glauben, sondern diese waren bereitwilliger als alle anderen. Es sind ja auch Millionen Menschen zugrunde gegangen, und zu den Niniviten allein ward der Prophet gesandt: zwei Räuber hingen am Kreuze, der eine nur ward gerettet. Bewundere also die Tugend dieser Magier, und zwar nicht sowohl, dass sie kamen, als vielmehr, dass sie dabei so furchtlos und unbefangen waren. Um nämlich nicht den Schein aufkommen zu lassen, als seien sie nur Betrüger, so erklären sie offen, wer sie geführt hat, wie weit sie herkommen, und geben ein Beweis ihrer Unerschrockenheit, indem sie sagen: "Wir sind gekommen, ihn anzubeten", und dabei fürchten sie weder den Zorn des Volkes, noch die Tyrannei des Königs. Deshalb glaube ich, dass sie auch zu Hause die Lehrer ihrer Stammesgenossen wurden. Denn wenn sie sich hier nicht scheuten, so zu sprechen,. so werden sie mit um so größerem Freimut in ihrem eigenen Lande geredet haben, zumal nachdem sie noch die Mitteilung des Engels und das Zeugnis des Propheten erhalten hatten. V.3: "Als aber Herodes dies gehört hatte, heißt es weiter, erschrak er und ganz Jerusalem mit ihm." Herodes erschrak allerdings mit Recht; er war ja König und fürchtete für sich und seine Kinder. Weshalb aber Jerusalem? Ihm hatten ja doch die Propheten von alters her vorausgesagt, der Neugeborene werde sein Erlöser, sein Wohltäter, sein Befreier sein. Weshalb erschraken sie also? Weil sie geradeso gesinnt waren wie ihre Väter, die sich von Gott und seinen Gaben abwandten, und sich nach den ägyptischen Fleischtöpfen sehnten, obwohl sie so große Freiheit genossen (Ex 16,3) . Du aber beachte, wie genau die Propheten sind. Denn gerade das hat der Prophet ebenfalls lange vorher gesagt mit den Worten: "Sie werden darnach verlangen im Feuer verbrannt zu werden; denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt" (Jes 9,56). Trotzdem sie aber erschraken, haben sie doch kein Verlangen, zu sehen, was geschehen ist, sie folgen den Magiern nicht und kümmern sich nicht um sie. So sehr waren sie unter allen Menschen zugleich die hochmütigsten und leichtfertigsten. Sie hätten sich je eigentlich rühmen sollen, dass dieser König bei ihnen geboren worden, dass er sogar Persien an sich zog, dass die ganze Welt ihnen würde untertan werden, da ja die Dinge sich bereits zum Besseren wandten, und sein Reich schon im Entstehen solchen Glanz aufwies; sie rührte aber von all dem nichts. Und doch war es noch gar nicht so lange her, dass sie aus persischer (Chrysostomus bezeichnet stets Assyrien mit Persien) Gefangenschaft befreit waren; und selbst wenn sie nichts von den unaussprechlichen, hohen Geheimnissen wussten, hätten sie nur aus dem Vorliegenden einen Schluss ziehen wollen, so hätten sie sich denken müssen: Wenn sie vor unserem König schon bei seiner Geburt so zittern, so werden sie ihn noch viel mehr fürchten und ihm gehorchen, wenn er einmal groß geworden, und dann werden wir noch glorreicher dastehen als die Barbaren. Aber nichts von all dem regt sie an, so gleichgültig waren sie und doch dabei so voll Neid. Diese beiden Laster müssen wir also mit aller Sorgfalt aus unserer Seele ausrotten, und stärker als Feuer muss derjenige sein, der gegen solche Feinde Stand halten will. Darum sagte auch Christus: "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu senden; und was will ich anders, als dass es brenne?" (Lk 12,49) . Deshalb erschien auch der Hl. Geist in Feuergestalt." [38] 

Sieht man sich die Eroberungszüge der Barbaren oder Türken an und die Gleichgültigkeit bzw. "religiöse Trägheit" der Europäer, kann man sagen "Wir dagegen sind kälter geworden als Asche, lebloser als die Toten; und das obgleich wir das Beispiel des hl. Paulus vor Augen haben, der himmelhoch, ja über alle Himmel hin den Flug genommen, der stärker war als das stärkste Feuer, der über alles siegreich hinwegschritt, über Höhe und Tiefe, über Gegenwart und Zukunft, über das, was ist, und was nicht ist" (Röm 8,38 f.). Sollte dir aber dieses Vorbild zu hoch sein, so wäre immerhin auch das schon ein Zeichen religiöser Trägheit; Indessen wollen wir nicht miteinander streiten, sondern den hl. Paulus übergehen und die ersten Christen betrachten, die ihr Vermögen und ihren Besitz, ihre Sorgen und jedes irdische Geschäft von sich warfen und sich ganz Gott hingaben und Tag und Nacht der Verkündigung des Gotteswortes oblagen. So ist eben das geistige Feuer. Kein Verlangen nach irdischen Dingen lässt es aufkommen, sondern drängt unsere Liebe auf ein anderes Gebiet. Wen einmal diese Liebe erfasst hat, der ist zu allem willig bereit, und musste er sein ganzes Vermögen preisgeben, musste er Reichtum und Ehrenstellen verachten, ja selbst sein Leben zum Opfer bringen. Die Glut dieses Feuers dringt in die Seele ein, verdrängt daraus alle Trägheit, und macht leichter als eine Feder, wen sie einmal ergriffen." [39] 

Darum hat Gott solche Menschen vor allen anderen glücklich gepriesen und gesagt: "Selig sind die Trauernden" (Mt 5,5) . Ebenso sagt auch Paulus: "Freuet euch immerdar im Herrn" (Phil 4,4) ; er meinte damit die Freude, die diesen Tränen entströmt. "Wie die weltliche Freude nur Trauer in ihrem Gefolge hat, so sprosst aus den Tränen, die man um Gottes willen weint, nur immerwährende unversiegliche Freude. So wurde auch die Hure heiliger als manche Jungfrauen, nachdem sie von diesem Feuer erfasst worden. Denn da sie von heißer Reue erfüllt war, so entbrannte sie nur noch von Liebe zu Christus, löste ihre Haare auf, benetzte seine heiligen Füße mit Tränen, trocknete sie mit den eigenen Haaren und goß die Salbe darüber aus. Das alles war aber nur der äußere Vorgang, was in ihrer Seele vorging, war noch viel inbrünstiger, und Gott allein hat es gesehen. Darum freut sich auch jeder mit ihr, der davon hört, ist glücklich ob ihrer Tat, und verzeiht ihr all ihre frühere Schuld. Wenn aber schon wir so urteilen, die wir doch böse sind (Lk 11,13) , so bedenke, was Gott in seiner Liebe ihr nicht verliehen haben wird und welche Gnaden ihr auch vor der Belohnung durch Gott ob ihrer Reue zuteil geworden sein müssen? Wie durch einen starken Regenguss die Luft gereinigt wird, so folgt auch auf die Tränen, die man vergießt, heitere Stille, und die Finsternis, die von der Sünde stammte, wird verscheucht. Und wie wir aus dem Wasser und dem Geiste gereinigt wurden in der Taufe, so werden wir von neuem gereinigt durch Reuetränen und durch das Bekenntnis vorausgesetzt, dass wir dies nicht bloß zur Schau tragen, um gesehen und geehrt zu werden. Wer nur darum Tränen vergösse, der verdiente meines Erachtens weit mehr Tadel, als wer sich mit Farben und Schminken herausputzt. Ich will nur solche Tränen, die man nicht aus Hochmut vergießt, sondern aus Demut, heimlich und im Verborgenen, wo niemand es sieht; Tränen, die still und geräuschlos fließen, die aus der Tiefe der Seele kommen, aus innerem Weh und Schmerz, die man nur Gottes wegen vergießt, so wie es bei Anna der Fall war. "Denn ihre Lippen",heißt es, "bewegten sich und ihre Stimme ward nicht gehört" (1 Kön 1,13). Aber ihre Tränen allein waren lauter als Trompetenklang. Darum hat auch Gott ihren Schoß geöffnet und den harten Felsen in fruchtbares Erdreich verwandelt." [40] 

Vor den Moslems wird Christus heute nicht nur von vielen Bischöfen verleugnet, die Kreuze und christliche Symbole ablegen, Christenverfolgung in muslimischen Ländern gewähren lassen und sogar Moscheen in Kirchen hineinbauen; wer hat es geschaft, "die Soldaten Christi zur Erschlaffung zu bringen und die Spannkraft ihrer Seele zu schwächen"?; die Bischöfe nehmen als Vorbild den Atheisten und späteren Friedrich der Große, der gesagt haben soll: „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie bekennen, ehrliche Leute sind, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“ Nun soll "auf den Fundamenten einer der vielen dem Völkerapostel Petrus gewidmeten Kirchen, die seit dem Hochmittelalter an der Spree standen" ein Sakralgebäude mit Kirche und Moschee und Synagoge, "vereint in einem Gebäude, unvermischt und ungetrennt. Das „House of One“ Die urkundliche Erwähnung des Pfarrers der Cöllner Petrikirche am 28. Oktober 1237 markiert den Beginn der Geschichte Berlins. An diesem Tag feiert die Metropole bis heute ihren Stadtgeburtstag. Das hinderte spätere Herren der
Stadt nicht, den Nachfolgebau der alten Petrikirche dem Erdboden gleichzumachen. Anfang der sechziger Jahre entfernte das SED-Regime die kriegsbeschädigte, aber nicht einsturzgefährdete Kirche und schuf an der Stelle einen
Parkplatz. Religionspolitik mit der Abrissbirne. Und die Silhouette Berlins war um ihr einst höchstes, 111 Meter aufragendes Gebäude ärmer. "Es gibt digitale Visualisierungen des hochgelobten Entwurfs der Architekten Kuehn Malvezzi. Und während auf der Baustelle 35 Meter tiefe Betonpfeiler im schlammigen Untergrund des Berliner Urstromtals verankert werden, können Besucher schon einmal die sandfarbenen Ziegel der künftigen Fassade berühren." Also eine "Verschmelzung von Judentum, Christentum und Islam" ? Im Herbst 2023 soll das „House of One“ stehen und sollen Besucher von der 44 Meter hohen „Stadtloggia“ aus auf die Umgebung blicken können. Bund, Land und private Mäzene fördern den Bau, der 44 Millionen Euro kosten soll. Von muslimischer Seite ist das „Forum für interkulturellen Dialog“ beteiligt, das der Gülen-Bewegung nahesteht. Es entsteht also ein "exklusiver Monotheisten-Club", der mit dem echten Christentum nichts mehr gemein hat; was diesen Bischöfen erwartet kann man hier nachlesen: "Wenn auch du solche Tränen weinst, dann bist du dem Herrn ähnlich geworden. Denn auch er hat geweint über Lazarus und Jerusalem, und über das Schicksal des Judas ward er erschüttert (Joh 13,21) . Und weinen sehen kann man ihn oft, lachen niemals, nicht einmal stille lächeln; wenigstens hat kein Evangelist etwas davon berichtet. Deshalb sagt auch der hl. Paulus selbst von sich, und andere sagen es von ihm , dass er geweint habe, drei Nächte und drei Tage lang geweint; dass er aber gelacht hätte, das hat er nirgends gesagt, weder er noch andere; aber auch kein anderer Heiliger hat dies weder von sich noch von einem anderen Heiligen erzählt. Nur von Sara allein wird dies berichtet, nämlich damals, als sie getadelt wurde, und ebenso vom Sohne Noes, da er aus einem Freigeborenen zum Sklaven wurde. Das alles sage ich aber, nicht um das Lachen zu verpönen, sondern nur, um die Ausgelassenheit zu verhindern. Denn sage mir doch: Welchen Grund hast du denn, eingebildet und ausgelassen zu sein, der du noch für so viele Sünden verantwortlich bist, vor dem furchtbaren zukünftigen Richterstuhl erscheinen musst, und über alles, was du hienieden getan, genaue Rechenschaft abzulegen hast? Ja, wir werden für unsere freiwilligen und unfreiwilligen Sünden Rede und Antwort stehen müssen. "Denn", heißt es, "wer mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich vor meinem Vater verleugnen" (Mt 10,35) . Selbst wenn diese Verleugnung unfreiwillig ist, geht sie doch nicht straflos aus, sondern auch für sie müssen wir uns verantworten, ja für alles, ob wir darum wissen oder nicht. "Ich bin mir keiner Schuld bewußt", sagt der Apostel, "aber darum bin ich noch nicht gerechtfertigt" (1 Kor 4,4) ; für alles, ob wir es unbewusst oder mit Absicht getan haben. "Ich gebe ihnen das Zeugnis", sagt der hl. Paulus, "dass sie Eifer haben für Gott, aber keinen erleuchteten" (Röm 10,2) . Das genügt aber nicht zu ihrer Rechtfertigung. Und an die Korinther schreibt er: "Ich fürchte, sie einst die Schlange in ihrer Arglist die Eva verführte, so möchte sie auch eure Gesinnung verderben zum Abfall von der Einfalt des Glaubens an Jesus Christus" (2 Kor 11,3) . Während du also über so vieles wirst Rechenschaft ablegen müssen, sitzest du da und lachst. redest läppische Dinge und gibst dich eitler Lebenslust hin. Ja du sagst: Wenn ich das nicht tue, sondern immer in Trauer lebe, was habe ich davon? Ungemein viel, sogar so viel, dass man es mit Worten gar nicht auszusprechen vermag. Bei weltlichen Gerichten entgehst du nach gefälltem Urteil der Strafe nicht, und wenn du noch so viel weinst. Hier aber brauchst du nur zu bereuen und das Urteil ist aufgehoben, es wird dir verziehen. Darum redet Christus so oft von der Reue zu uns, preist die Bußfertigen glücklich und ruft Wehe über die, die lachen. Diese Welt ist eben kein Theater zum Lachen; nicht dazu sind wir beisammen, um schallendes Gelächter anzuschlagen, sondern um zu seufzen, und mit diesem Seufzen werden wir uns den Himmel erwerben. Wenn du vor deinem Herrscher stehst, wagst du nicht einmal leise zu lächeln; während aber der Herr der Engel in deinem Innern weilt, stehst du nicht da in Furcht und Zittern und mit der geziemenden Ehrfurcht, nein, du lachst, während er so oft sich über dich erzürnt und du bedenkst nicht, dass du ihn damit noch mehr herausforderst als mit deinen Sünden. Denn Gott pflegt sich nicht so fast von den Sündern abzukehren, als von denen, die nach der Sünde keine Buße tun. Aber trotzdem bleiben auch da noch manche so unempfindlich, als wollten sie nach all dem noch sagen: Ich möchte, dass ich niemals zu weinen brauchte; Gott gebe mir lieber, dass ich immer lachen und scherzen kann. Gäbe es aber etwas Kindischeres, als so zu denken? Nicht Gott gibt uns Gelegenheit zur Ausgelassenheit, sondern der Teufel. Höre nur, wie es den Ausgelassenen erging: "Das Volk", so heißt es, "saß beim Essen und Trinken, und dann standen sie auf, sich zu belustigen" (Ex 32,6) . So machten es die Sodomiten, so auch die Menschen vor der Sindflut. Denn auch von jenen heißt es: "Sie schwelgten in Hochmut und Üppigkeit, und im Überfluss an Brot" (Ez 16,.49) . Auch zur Zeit des Noe sahen die Leute durch so viele Jahre hindurch, wie die Arche gebaut wurde; aber sie ließen sich nicht rühren, sondern belustigten sich und dachten nicht an die Zukunft. Darum hat auch die Sündflut sie allesamt verschlungen und die ganze Welt in einem einzigen Schiffbruch begraben." [41] 

Erbitte also nicht von Gott, was du nur vom Teufel haben kannst. Gottes Sache ist es, dir ein Herz zu geben, das zerknirscht und demütig ist, das nüchtern ist und besonnen, gelassen, reumütig und bußfertig; das sind seine Geschenke, und die haben wir auch am meisten nötig. Es steht uns ja auch ein schwerer Kampf bevor; "gegen unsichtbare Mächte haben wir zu streiten, haben gegen die Geister der Bosheit, gegen die Gewalten und Mächte Krieg zu führen" (Eph 6,12). Da muss man freilich wünschen, dass wir voll Eifer, nüchtern und wachsam jenen furchtbaren Ansturm auszuhalten vermögen. Wenn wir dagegen lachen und scherzen und uns um gar nichts kümmern, dann werden wir noch vor dem Zusammenstoß ob unserer eigenen Sorglosigkeit geschlagen. Es steht uns also nicht zu, fortwährend zu lachen, uns zu freuen und in Vergnügungen zu schwelgen; das sollen die verkommenen Menschen tun, "die Schmarotzer und Schmeichler, nicht aber die, die für den Himmel berufen sind, nicht die, welche in jener Gottesstadt das Bürgerrecht haben und die Waffen des Geistes tragen, sondern die, so dem Teufel verfallen sind. Ja der Teufel ist es, der Teufel, der eine wahre Kunst daraus gemacht hat, die Soldaten Christi zur Erschlaffung zu bringen und die Spannkraft ihrer Seele zu schwächen". [42] 
 

Es trug alles dazu bei, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, und gerade durch ihre Feinde erlebte sie den größten Triumph

"Und er versammelte alle Oberpriester und Schriftgelehrten des Volkes und fragte sie, wo Christus geboren werde. Sie aber antworteten ihm: Zu Bethlehem in Judäa." Solange sie den Heiland nicht gesehen hatten, gaben sie der Wahrheit Zeugnis; "nachdem sie aber gesehen hatten, wie berühmt er durch seine Wunder geworden, da wurden sie von Neid erfasst und verleugneten fortan die Wahrheit", was heute vor allem auf Türken und andere Moslems zutrifft, die nach der Schlacht von Lepanto zunehmend in Bedrängnis gerieten. "Trotzdem trug alles dazu bei, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, und gerade durch ihre Feinde erlebte sie den größten Triumph. Beachte daher, wie wunderbar und unerwartet Gott auch hier wieder die Dinge fügt. Die Barbaren und die Juden lernen beide etwas Neues voneinander, und zu gleicher Zeit belehren sie sich gegenseitig. Die Juden erfuhren von den Magiern, dass sogar ein Stern den Messias im Perserlande angekündigt habe; die Magier hören von den Juden, dass eben der, den ihr Stern angezeigt hatte, schon vor Jahrhunderten von den Propheten vorherverkündet worden. So wird der Gegenstand ihrer Frage für beide Teile zum Ausgangspunkt einer besseren und genaueren Belehrung. Die Feinde der Wahrheit müssen notgedrungen, auch wider ihren Willen, das lesen, was für die Wahrheit Zeugnis ablegt, und müssen das Prophetenwort erklären, wenn auch nur zum Teil. Nachdem sie nämlich Bethlehem, genannt und gesagt hatten, dass aus ihm der Hirte Israels hervorgehen werde, schwiegen sie über das, was folgte, um dem König zu schmeicheln. Wie lautete aber dies? "Sein Ausgang ist von Anbeginn, von den Tagen der Ewigkeit" (Mich 5,2) . Wenn aber Christus aus Bethlehem stammen sollte, warum lebte er nach seiner Geburt in Nazareth und verdunkelte dadurch die Prophetie? Aber er hat sie ja dadurch nicht dunkler, sondern nur noch klarer gemacht. Denn wenn er in Bethlehem geboren wurde, während seine Mutter sonst immer in Nazareth wohnte, so beweist dies, dass es durch besondere Fügung Gottes so geschehen war. Deshalb ging er auch nicht allsogleich nach seiner Geburt von Bethlehem fort, sondern gab denen, die die Sache genauer erforschen wollten, vierzig Tage Zeit zur Prüfung. Denn es war ja so manches, was zu einer solchen Prüfung einladen musste, falls einer überhaupt der Sache Beachtung schenken wollte. Als die Magier kamen, da war die ganze Stadt in Aufregung geraten, und mit der Stadt der König: man brachte den Propheten herbei, und eine große Ratsversammlung ward einberufen, und vieles andere geschah dortselbst, was Lukas alles genau aufzählt; so z.B. die Begebenheiten mit Anna, Simeon, Zacharias, den Engeln, den Hirten; lauter Dinge, die den, der auf sie achtete, veranlassen mussten, der Sache weiter nachzuforschen. Wenn schon den Magiern, die aus Persien kamen, der Ort nicht unbekannt war, so konnten diejenigen, die selbst dort wohnten, ihn um so leichter in Erfahrung bringen. So hat sich also Christus schon von Anfang an durch viele Wunder zu erkennen gegeben. Da aber die Juden nicht sehen wollten, so verbarg er sich in der Zwischenzeit, um sich ein zweites Mal von neuem in noch glänzenderer Weise zu enthüllen. Von da an legten nicht mehr die Magier Zeugnis für ihn ab und nicht mehr der Stern, sondern sein Vater verkündete ihn vom Himmel herab an den Gewässern des Jordan; dazu kam noch der Hl. Geist und gab jener Stimme des Vaters die Beziehung auf die Person des Getauften. Und das Gleiche rief Johannes mit allem Freimut über ganz Judäa hin und erfüllte den ganzen bewohnten Erdkreis mit dieser seiner Botschaft. Auch das Zeugnis seiner Wunder, die Erde, das Meer, die ganze Schöpfung sprechen laut und deutlich für ihn. Zur Zeit seiner Geburt selbst geschahen aber so große Wunder, dass sie ohne weiteres den bezeugen konnten, der da gekommen war. Damit nämlich die Juden ja nicht sagen könnten: Wir wussten nicht, wo er geboren worden. noch auch zu welcher Zeit, so hatte Gott die Ankunft der Magier vorherbestimmt, und alles andere, das ich erwähnt habe."  [43] 

Man beachte aber auch, wie genau die Prophetie ist. Es heißt nämlich nicht, er werde in Bethlehem bleiben, sondern: "er wird daraus hervorgehen". Also auch das gehörte mit zur Prophetie, dass er dort nur geboren werden sollte. Einige  behaupten aber keckerweise, das alles sei mit Bezug auf Zorobabel gesagt worden. Wie sollten aber die recht haben? Denn wahrlich, von ihm kann man nicht sagen: "Sein Ausgang ist von Anbeginn, von den Tagen der Ewigkeit" (Mich 5,2) . Und wie sollten die anfangs angeführten Worte: "Aus dir wird hervorgehen" auf jenen passen? "Er wurde ja gar nicht in Judäa, sondern in Babylon geboren. Deshalb wurde er auch Zorobabel genannt, weil er eben in Babel auf die Welt kam. Diejenigen, die Syrisch kennen, verstehen den Ausdruck. Außerdem kann aber auch die ganze nachfolgende Zeit dieses Zeugnis bestätigen. Was sollen denn die Worte bedeuten: "Du bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda's"? und auch die Ursache dieser Auszeichnung wird beigefügt, indem es heißt: "aus dir wird hervorgehen". Kein anderer hat aber jenen Ort so ausgezeichnet und berühmt gemacht außer der Herr allein. Denn nach dieser Geburt kommen Leute von den äußersten Grenzen der Erde, um die Krippe zu sehen und den Ort, der ihm Obdach bietet. Das hat der Prophet lange zuvor geweissagt, da er sprach: "Du bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda's", d.h. unter den Stammesfürsten. Das schließt aber auch Jerusalem mit ein. Aber auch jetzt beachteten die Juden es nicht, obwohl die Sache für sie vorteilhaft war. Denn eben deshalb reden die Propheten von Anfang an nie so sehr von der Würde des Herrn, als vielmehr von den Wohltaten, die den Juden durch ihn zukommen sollten. Als die Jungfrau Mutter werden sollte, da ward ihr gesagt: "Du sollst seinen Namen Jesus nennen", mit dem Beifügen: "denn er wird sein Volk erlösen von dessen Sünden". Auch die Magier fragten nicht: "Wo ist der Sohn Gottes", sondern: Wo ist "der neugeborene König der Juden"? Auch hier sagte der Prophet nicht: "Aus dir wird der Sohn Gottes hervorgehen", sondern: "der Führer, der weiden wird Israel, mein Volk". Es war ja ganz passend, für den Anfang mehr ihrer Geistesverfassung Rechnung zu tragen, damit ihnen kein Anlass zum Ärgernis gegeben würde, und vielmehr das zu verkünden, was zu ihrem Heile und Nutzen diente, damit sie so eher gewonnen würden. Infolgedessen enthalten alle die anfänglichen Zeugnisse, die gleich nach seiner Geburt gegeben wurden, nichts Großes und Erhabenes über ihn, und nicht soviel, wie die Bezeugungen, welche den Wunderzeichen folgten; denn jene machen uns schon bestimmtere Mitteilungen über seine Würde. Als er nämlich viele Wunder gewirkt hatte und unmündige Kinder ihm Loblieder sangen, da höre, wie der Prophet darüber spricht: "Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge werde ich dir Lob bereiten" (Ps 8,3) ; und gleich darauf: "Ich werde die Himmel schauen, die Werke deiner Hände". Dadurch wird der Herr als Schöpfer des Alls hingestellt. Das Zeugnis dann, das nach seiner Himmelfahrt über ihn gegeben wurde, zeigt, dass er die gleiche Ehre mit dem Vater genießt, denn: "Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten" (Ps 109,1) . Isaias ferner sagt: "Er, der aufsteht, zu herrschen über die Völker, er ist's, auf den die Völker hoffen" (Jes 11.10) . Warum heißt es aber, Bethlehem werde unter den Fürstenstädten Juda's nicht die geringste sein? Der Ort wurde ja nicht bloß in Palästina, sondern in der ganzen Welt berühmt. Weil die Prophetie sich damals nur an die Juden richtete. Darum fügte der Prophet auch hinzu: "Er wird weiden mein Volk Israel"; geweidet hat er ja auch den ganzen Erdkreis. Aber, wie gesagt, er will vorläufig keinen Anstoß erregen dadurch, dass er sich über die Frage wegen der Heidenvölker äußert. Aber wie? fragst du, er ist ja nicht des Judenvolkes Hirte geworden. Jawohl, auch das ist er geworden; denn wenn der Prophet hier von Israel spricht, so meint er damit diejenigen Juden, die an den Herrn glaubten. So hat auch der hl. Paulus die Sache erklärt, wenn er sagt: "Denn nicht alle, die aus Israel sind, gehören zu Israel, sondern nur die, die aus dem Glauben und dem Evangelium geboren wurden" (Röm 9,67) . Wenn er aber nicht der Hirte aller Juden geworden ist, so ist das nur ihre Schuld und ihre Verantwortung. Sie hätten eben mit den Magiern anbeten und Gott preisen sollen, dass eine solche Gnadenzeit gekommen war, in der sie von all ihren Sünden erlöst werden konnten. Noch hatten sie ja nichts vom Gerichte gehört und von der Rechenschaftsablage, sondern nur von dem sanften und milden Hirten. Die Juden aber tun gerade das Gegenteil; sie erschrecken und werden verwirrt, und dann stellen sie ihm auf tausenderlei Weise nach. "Da rief Herodes heimlich die Magier und fragte sie genau nach der Zeit, in welcher der Stern erschienen war." Sein Plan war nämlich, das Kind zu töten, ein Beweis nicht bloß von Tyrannei, sondern auch von äußerstem Unverstand. Denn alles, was in dieser Hinsicht gesagt worden oder geschehen war, hätte ihn veranlassen sollen, von jedem derartigen Versuche abzustehen. Es waren ja keine bloß natürlichen Dinge, die sich ereignet hatten. Dass ein Stern von oben die Magier rief, dass Barbaren eine so weite Reise machten, um ein Kind anzubeten, das in Windeln in einer Krippe lag, und dass Propheten dies alles von alters her vorausgesagt, das und all das andere überstieg die Grenzen des rein Menschlichen. Gleichwohl konnte den Herodes nichts von all dem zurückhalten." [44] 

Was damals auf Herodes zutraf ("eine Seele, die vom Bösen eingenommen ist, wird vollständig blind"), trifft, seitdem Moslems Christen bedrängen, auch auf diese Türken und Osmanen zu: "So geht es den Böswilligen; sie fallen immer in die eigene Grube, während sie unmöglichen Dingen nachjagen. Siehe doch, wie töricht Herodes war! Entweder glaubte er an die Weissagung und hielt sie für unabänderlich, und dann musste er einsehen, dass er Unmögliches unternahm; oder er glaubte nicht und dachte nicht, dass sie in Erfüllung gehen werde, und dann hätte er sich nicht fürchten und nicht erschrecken und keine bösen Pläne schmieden sollen. Seine Hinterlist war also auf jeden Fall zwecklos. Auch das beweist, wie unglaublich töricht er war, dass er erwartete, die Magier würden mehr zu ihm halten als zu dem neugeborenen Kinde, um dessentwillen sie aus so weiter Ferne gekommen. Wenn sie schon von solcher Liebe entflammt waren, bevor sie das Kind gesehen, wie durfte er hoffen, er könne sie zum Verrat an demselben bereden, nachdem sie es geschaut hatten und durch das Prophetenwort in ihrem Glauben bestärkt worden waren? Aber trotz all dieser Gründe, die ihn hätten abhalten sollen, bestand er auf seinem Vorhaben: "Und er rief die Magier heimlich zu sich und forschte sie aus." Er dachte, die Juden würden sich des Kindes sehr annehmen; er erwartete wohl kaum, sie würden in ihrem Wahnwitz so weit gehen, dass sie ihren Herrscher und Erlöser, der den Völkern die Freiheit bringen wollte, seinen Feinden zu überliefern gedächten. Darum rief er sie heimlich und fragte sie genau nach der Zeit, nicht wann der Knabe geboren, sondern wann der Stern erschienen sei, und suchte mit großer Meisterschaft sich seine Beute zu sichern. Ich glaube nämlich, dass der Stern schon lange zuvor erschienen war. Da die Magier geraume Zeit auf die Reise zu verwenden hatten, so zeigte sich ihnen der Stern viel früher, damit sie alsbald nach der Geburt an Ort und Stelle sein könnten; sie sollten ja das Kind noch in den Windeln anbeten, damit das Wunderbare und Außerordentliche der Sache um so deutlicher hervorträte. Wäre ihnen der Stern im Orient erst erschienen, als das Kind in Palästina bereits geboren war, so hätten sie bei der Länge der Zeit, die die Reise beanspruchte, das Kind nach ihrer Ankunft nicht mehr in Windeln vorgefunden. Wenn aber Herodes die Kinder von zwei Jahren und darunter töten ließ, so ist das nicht zu verwundern. In seiner Wut und Angst setzte er eben zur größeren Sicherheit eine weitere Zeitgrenze fest, damit das Kind ihm ja nicht entkomme. Er rief sie also und sprach: "Gehet und forschet eifrig nach dem Kinde. Wenn ihr es gefunden habt, so gebt mir Nachricht, damit auch ich kommen und es anbeten kann." Siehst du, wie unvernünftig er wieder ist? Wenn es dir ernst ist mit dem, was du sagst, warum fragst du dann heimlich? Wenn du aber böse Absichten hast, wie solltest du nicht einsehen, dass die Magier an der Heimlichkeit deiner Frage deine Bosheit merken können? Allein, wie ich schon gesagt, eine Seele, die vom Bösen eingenommen ist, wird vollständig blind. Herodes sagt auch nicht: Gehet und erkundigt euch nach dem König, sondern nur: nach dem Kinde; er vermochte nicht einmal den Namen auszusprechen, der an Herrschaft erinnerte. Indes, die Magier in ihrem frommen Sinn, merkten von all dem nichts. Sie hatten eben nicht erwartet, derselbe werde seine Schlechtigkeit so weit treiben, dass er es wagte, einer so wundebaren Fügung Gottes in den Weg zu treten. Sie gehen, ohne von all dem eine Ahnung zu haben, weil sie alle anderen nur nach sich selbst beurteilen. "Und siehe, den Stern, den sie im Orient gesehen, ging wiederum vor ihnen her." Nur deshalb hatte er sich ja verborgen, damit sie ihres Führers beraubt und gezwungen wären, die Juden zu befragen, und die Sache auf diese Weise allen bekannt zu machen. Denn nachdem sie die Juden gefragt und von ihren Feinden belehrt worden waren, erschien der Stern von neuem. Beachte auch, in welch vollkommener Reihenfolge alles vor sich geht. Vom Stern hinweg kommen sie zum jüdischen Volk und dem König und diese führen den Propheten ein, der über das Geschehene Aufschluss gib. Nach dem Propheten empfängt sie wieder der Engel und belehrt sie über alles; zuvor aber gehen sie unter Führung des Sternes von Jerusalem nach Bethlehem; denn der Stern begleitet sie von dort an wieder, gerade damit du sehen könnest, dass es kein gewöhnlicher Stern war; denn solche Bahnen geht kein einziger anderer Stern. Und er ging nicht bloß einfach seinen Weg, sondern ging vor ihnen her, zog sie gleichsam und führte sie am hellen Tage." [45] 

Aber warum brauchten sie überhaupt noch einen Stern, da ja jetzt der Ort bekannt war? Damit sie auch das Kind fänden. Es gab nämlich sonst keine Anhaltspunkte, dasselbe zu erkennen; es besaß ja keinen prächtigen Palast, noch war seine Mutter berühmt und bekannt. "Der Stern war also gar wohl vonnöten, um sie an den richtigen Ort zu bringen. Darum erscheint er ihnen auch, als sie von Jerusalem aufbrechen, und bleibt nicht eher stehen, als bis er die Krippe erreicht hat. Und ein Wunder reiht sich an das andere; es war ja beides wunderbar, sowohl dass Magier kamen, um das Kind anzubeten, als auch dass der Stern sie führte: wahrlich Dinge, die auch steinerne Herzen bewegen könnten. Hätten die Magier gesagt, sie hätten von den Propheten solches verkünden hören, oder Engel haben es ihnen privatim geoffenbart, so hätte man ihnen wohl den Glauben versagen können; so aber mussten beim Anblick des Sternes, der am Himmel erschien, auch die Kecksten verstummen. Als dann der Stern über dem Kinde sich befand, blieb er abermals stehen. Auch das übersteigt die Natur eines Sternes, bald sich zu verbergen, bald zu erscheinen und dann wieder stille zu stehen. Dadurch wurden auch die Magier in ihrem Glauben bestärkt. Darum freuten sie sich, weil sie gefunden, was sie gesucht, weil sie Engelsboten der Wahrheit geworden, und weil sie den großen Weg nicht umsonst gemacht. Eine solche Liebe empfanden sie zu Christus. Denn als der Stern kam, blieb er gerade über dem Haupte des Kindes stehen und zeigte dadurch an, dass es göttlichen Ursprungs sei; und nachdem er Halt gemacht, leitet er sie zur Anbetung an, und zwar nicht bloß gewöhnliche Barbaren, sondern auch die, welche die weisesten unter ihnen waren. Siehst du also, wie angezeigt es war, dass ein Stern erschien? Denn auch nach der Weissagung und nach der Erklärung der Hohenpriester und Schriftgelehrten, halten sie sich noch an diesen." [46] 

Johannes Chrysostomos sagt zu denen, die Christus falsch interpretieren: "Schämen soll sich daher Marcion". Marcion und seine Anhänger lehrten , Christus sei der Sohn des höchsten und guten Gottes, sei aber nur dem äußeren Schein nach Mensch geworden, "schämen soll sich auch Paul von Samosata", der in Syrien, seit ca 260 Bischof von Antiochien war, und lehrte, Christus sei bloßer Mensch und nicht Gott. Er wurde 269 auf einer Synode zu Antiochien abgesetzt. Moslems, die das gleiche behaupten, treiben in vielen Ländern weiterhin ihr Unwesen, verfolgen Christen, zerstören Kirchen, verführen Kinder und Jugendliche mit ihrer Irrlehre. Sowohl die Mohammedaner als auch ihre Geistesverwandten Marcion und Paul von Samosata wollten nicht sehen, "was die Magier sahen, diese Erstgeborenen der Kirche; ich trage nämlich kein Bedenken, sie so zu nennen. Schämen soll sich Marcion, wenn er sieht, wie Gott im Fleische angebetet wird. Schämen soll sich Paul, wenn er sieht, dass Christus nicht als bloßer Mensch Anbetung empfängt. Dass er Fleisch angenommen, das beweisen die Windeln und die Krippe; dass ihnen aber die Magier ihre Ehrerbietung nicht als bloßem Menschen erzeigten, beweisen sie durch die Geschenke, die sie dem Herrn opferten, obwohl er noch ein Kind war, und die so groß waren, wie man sie sonst nur Gott darzubringen pflegt. Mit diesen beiden sollen aber auch die Juden beschämt werden, die da mit ansahen, wie Barbaren und dazu noch Magier ihnen zuvorkamen und die sich nicht einmal bewogen fühlten wenigstens nach ihnen zu kommen. Was damals geschah, war eben nur ein Vorbild dessen, was noch geschehen sollte, und vom ersten Anfang an wurde es offenbar, dass die Heiden jenem Volke den Rang ablaufen würden. Aber wie kommt es dann, dass der Herr nicht von Anfang an, sondern erst später sprach:"Gehet hin und lehret alle Völker"? (Mt 28,19) . Weil, wie ich schon sagte, die damaligen Ereignisse ein Vorbild und eine Vorverkündigung der zukünftigen werden sollten. Das Richtige wäre ja gewesen, dass die Juden zuerst gekommen wären; nachdem sie aber freiwillig die ihnen angebotene Gnade zurückgewiesen hatten, da ward die Sache umgekehrt. Auch hier hätten eigentlich die Magier nicht vor den Juden kommen sollen, hätten diejenigen, die so ferne wohnten, jene nicht überflügeln sollen, die in der Nähe der Stadt selbst lebten, und hätten die, denen nie eine Botschaft zugegangen war, nicht denjenigen den Rang ablaufen sollen, die mit so herrlichen Prophetien von Kindheit an vertraut waren. Nachdem sie aber einmal in ganz unbegreiflicher Weise ihren eigenen Nutzen und Vorteil verkannt hatten, so kamen die Bewohner Persiens denen von Jerusalem zuvor. So hat auch Paulus gesagt: "Euch musste das Wort des Herrn zuerst verkündet werden; da ihr euch aber selbst als Unwürdige erwiesen habt, wohlan, so wenden wir uns an die Heiden" (Apg 13,46) . Wenn schon die Bewohner Jerusalems vorher nicht glaubten, so hätten sie sich wenigstens rühren sollen, nachdem sie die Magier gehört hatten. Allein, sie wollten eben nicht; darum kommen diese ans Ziel, während jene das Heil verschlafen." [47] 

Folgen wir also nicht denen, die Christus falsch interpretieren und damit leugnen wie die Moslems und den Bischöfen, die sie fördern, sondern "den Magiern, und wenden wir uns soviel als möglich ab vom heidnischen Leben, auf dass wir Christus schauen können. Auch jene hätten ihn ja nicht gesehen, wenn sie sich nicht so weit von ihrem Lande entfernt hätten. Lassen wir die irdischen Sorgen. Solange die Magier in Persien waren, sahen sie den Stern; nachdem sie aber Persien verlassen hatten, erblickten sie die "Sonne der Gerechtigkeit"; ja, sie hätten auch den Stern nicht zu sehen bekommen, wenn sie nicht mutig von dort aufgebrochen wären. Darum wollen auch wir uns erheben; und wenn auch alle sich fürchteten, eilen wenigstens wir zum Hause des Kindes! Wenn auch Könige, Völker, Tyrannen uns diesen Weg verlegen wollten, lassen wir deshalb nicht ab vom Gegenstand unserer Sehnsucht. So werden wir alle Hindernisse, die uns entgegenstehen, überwinden. Auch die Magier wären der Gefahr, die ihnen vom König drohte, nicht entgangen, hätten sie das Kind nicht gesehen. Bevor sie das Kind gesehen hatten, lauerten nur Furcht, Gefahren und Schrecknisse von allen Seiten auf sie; nachdem sie es aber verehrt, genossen sie Ruhe und Sicherheit. Auch ist es kein Stern mehr, sondern ein Engel, der hinfort mit ihnen in Verkehr tritt, nachdem sie durch ihre Huldigung gleichsam Priester geworden waren; denn auch sie brachten ja Geschenke zum Opfer. So verlasse also auch du das jüdische Volk, die Stadt voll Verwirrung, den blutgierigen Tyrannen, alle weltliche Lebensweise und eile nach Bethlehem, wo das Haus des geistigen Brotes ist. Wenn du ein Hirte wärest und dorthin kämest, du würdest das Kind in der Herberge finden. Und wärest du ein König und kämest nicht hin, so nützte dir dein Purpur nichts; und wärest du auch ein Magier, es würde dich dies nicht hindern, wenn du nur kämest um den Sohn Gottes zu verehren und anzubeten, nicht aber "ihn mit Füßen zu treten" (Hebr 10,29) ; und zwar musstest du es tun mit Ehrfurcht und Freude, den beides gehört zusammen. Gib also acht, dass du nicht wirst, wie Herodes und nicht sagest: "damit auch ich komme und ihn anbete", und dann kommst, um ihm das Leben zu nehmen. So machen es nämlich diejenigen, die die hl. Sakramente unwürdig empfangen. Denn "ein solcher",heißt es, "wird schuldig sein des Leibes und Blutes des Herrn" (1 Kor 11,27) . Sie tragen eben in sich jenen Tyrannen, dem das Reich Christi eine Qual ist, den Mamonas, der noch ärger ist als der des Herodes. Dieser will nur herrschen; darum schickt er seine Knechte, damit sie angeblich dem Kinde ihre Verehrung darbrächten, in der Tat aber während der Huldigung es umbrächten. Hüten wir uns also, dass wir uns ja nie den Anschein von Leuten geben, die verehren und anbeten, in Wirklichkeit aber das Gegenteil tun. Lassen wir alles aus unseren Händen, wenn wir uns zum Gebet anschicken. Wenn wir Gold besitzen, bringen wir es ihm zum Opfer und vergraben es nicht. Wenn jene Barbaren schon Opfer brachten, bloß um ihre Ehrfurcht zu bezeugen, wie wirst du dastehen, wenn du nicht einmal den Dürftigen etwas gibst? Wenn jene einen so weiten Weg gekommen, um das neugeborene Kind zu sehen, was kannst dann du zu deiner Entschuldigung sagen, wenn du nicht einmal eine kurze Gasse weit gehen willst, um einen Kranken oder einen Gefangenen zu besuchen? Wir haben ja doch schon Erbarmen mit Ermatteten, Gefangenen, selbst mit Feinden; du aber hast nicht einmal Mitleid mit deinem Wohltäter und deinem Herrn. Jene haben Gold dargebracht; du gibst kaum ein Stück Brot her. Jene sahen den Stern und freuten sich; du aber siehst Christus selbst, arm und entblößt, und es rührt dich nicht. Wer von euch, die ihr doch tausend und abertausend Wohltaten von Christus empfinget, hat schon um seinetwillen einen solchen Weg zurückgelegt, wie jene Barbaren, oder vielmehr wie jene Weisesten aller Weisen? Und was sage ich: einen so weiten Weg? Bei uns sind ja schon viele Frauen so verweichlicht, dass sie, um den Heiland in seiner geistigen Krippe zu sehen, nicht einmal eine Straße weit gehen wollen, ohne ihre Maulesel einzuspannen. Andere hingegen, wenn sie doch schon einmal ausgehen müssen, ziehen es vor, entweder dem Wirrwarr weltlicher Geschäfte nachzugehen oder das Theater zu besuchen, anstatt in die Kirche zu kommen. Die Barbaren haben einen so weiten Weg zurückgelegt, noch bevor sie den Heiland sahen; du willst ihrem Beispiel nicht einmal folgen, nachdem du ihn gesehen hast, sondern lässest ihn allein und läufst den Schauspielern nach!"  [48] 

Seine negative Einstellung zu Theater und Schauspielern liegt daran, dass sie etwas dekadenter waren als heute, ein Bühnenweihfestspiel (Parsifal) eines Richard Wagners gab es natürlich auch noch nicht. Die römischgriechischen Bäderanlagen , besaßen Räume für private und für öffentliche, gemeinsame Bäder, in denen die Besucher nicht nach Geschlechtern getrennt wurden. Damit verbunden waren eine Menge anderer Erholungs und Belustigungszwecke. Es gab darin Wandelhallen, Ringschulen , Bibliotheken, wohl auch kleine Volkstheater und TinglTangl, so dass alle Arten von Müßiggängern dort oft den ganzen Tag zubrachten. Aber auch aus den eigentlichen großen Theatern hatten die noch aus der heidnischen Zeit stammenden, vielfach unsittlichen Darstellungen vor Ende des vierten Jahrhunderts nicht verdrängt werden können. Ein bedeutender Prozentsatz der Bevölkerung war ja ohnehin immer noch heidnisch. Später haben die muslimischen Osmanen diese Sitte übernommen. Neuerdings will ein gewisser Abdullah Zeran Schwimmbäder für Muslime bauen, um an die osmanisch-heidnische Tradition anzuknüpfen. Der Bau eines „Islamischen
Schwimmbads“ in Frankfurt sei seiner Meinung nach überfällig. "Zeran ist Kind türkischer Gastarbeiter, ist im Gallus aufgewachsen" und ist der Überzeugung, dass die islamische Kultur durch islamische Bürgermeister wie in Hannover oder London und Minister wie in Hessen, gefördert werden könnte. Zudem steigt seiner Meinung nach die Anzahl der muslimischen Männer, die aufgrund der Auslegung ihres islamischen Heidentums geschlechtergetrennt schwimmen wollten. Abgesehen davon, dass der Bau eines „Islamischen Schwimmbads“ die Integration behindert, will er eine theatralische Bademode einführen, ähnlich wie bei einem Maskenball. "Mindestens ein Becken sowie einen Sauna- und Hamam-Bereich" und einen Raum für Schaubeter der Allahbesessenen soll es geben. Man will auch tolerant sein: „An der Kasse wird niemand fragen, ob die Gäste wirklich Muslime" bzw. Allahbesessene sind oder nicht
 
 

Daher sagt Chrysostomos: "Sage mir doch! Wenn dich jemand einladen würde. in den Palast des Königs einzutreten, um dir den König auf seinem Throne zu zeigen, würdest du es vielleicht vorziehen, dir statt dessen das Theater anzusehen? Und doch hättest du gar nichts dabei zu gewinnen! Hier dagegen entspringt diesem Tisch des Herrn ein Strom geistigen Feuers; und dem kehrst du nur so den Rücken und läufst ins Theater, um badende Weiber zu sehen, die ihr Geschlecht entehren, und Christus lässest du allein beim Brunnen sitzen? . Er sitzt nämlich auch jetzt noch am Brunnen und redet da nicht bloß mit der Samaritanerin, sondern mit der ganzen Stadt; allerdings gelegentlich wohl auch jetzt noch mit der Samaritanerin allein; denn auch jetzt kommt es vor, dass niemand bei ihm ist, sondern die einen sind nur dem Leibe nach da, die anderen überhaupt nicht. Trotzdem geht er aber nicht fort, sondern bleibt da und verlangt von uns einen Trunk, und zwar nicht Wasser, sondern Heiligkeit; denn das Heilige gibt er den Heiligen. (In der griech. Liturgie ruft der Diakon vor der Kommunion: "Das Heilige den Heiligen")... so schicke ich dich zu den unvernünftigen Tieren in die Lehre, und will dir zeigen, wie viele Vögel, wie viele Fische, wie viele vierfüßige und kriechende Tiere anständiger und enthaltsamer leben, als du. Wenn aber der Vergleich dich schamrot macht, so kehre zu deinem früheren Adel zurück, fliehe das Meer der Hölle und den Strom des Feuers, fliehe das Schwimmbad im Theater. Denn dieses Wasser führt dich zu jenem Meer und zündet jenen Flammenabgrund für dich an." [49] 
 

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Anmerkungen

[1] Zu: Gregor von Nyssa, Ambrosius von Mailand und Augustinus von Hippo vgl. Kurse Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Ib.
[3] Ib. 
[4] Chrysostomus, Homilien über den Brief an Titus I 
[5] Ib.
[6] Ib.
[7] Ib.
[8] Ib.
[9] Ib.; zu: Wenn Chrysostomos schreibt: "Ich will die Sache noch deutlicher besprechen, damit sie Allen klar wird. Ein kirchlicher Würdenträger zum Beispiel, ein mit dem bischöflichen Amte bekleideter Mann, ist der nicht straffällig, wenn er nicht dem Volke seine religiösen Pflichten predigt?" so trifft dies vielfach auf die Oberen der katholischen Kirche zu, die ihren religiösen Pflichten nicht nachkommen indem sie z.B. den Irrglauben der Moslems dem christlichen Glauben gleichsetzen... Diesen Satz des Johannes Chrysostomos sollten sich Papst Franziskus und seine Unterstützer aus der Bischofskonferrenz, die nicht zwischen dem islamischen Götzen Al-lah und dem christlichen Gott unterscheiden, einmal genauer ansehen:  "In diesem Sinne nennt er seine Jünger bald „Kinder“, bald „Brüder“; Letzteres, weil sie denselben Glauben an den Vater haben, Ersteres, weil sie durch seine Hand Kinder dieses Glaubens geworden sind. Wenn er also vom „gemeinsamen Glauben“ spricht, deutet er das brüderliche Verhältnis an. Gnade und Friede von Gott dem Vater und dem Herrn Jesus Christus, unserem Heiland!", Chrysostomos spricht sogar von einem "gottvergessene Bischof", vgl. Anm. 9 ff , 16 und Kurse Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 545 Sittenlehre. Ib.
[10] Ib.
[11] Ib.
[12] Ib.
[13] Ib.
[14] II
[15] Ib.
[16] Ib.; zu: Einige Bischöfe sind heute nicht in der Lage "mit den Feinden zu kämpfen", sie können sie sogar noch nicht einmal erkennen! Dabei wird nicht nur von Chrysostomos und Cassianus darauf hingewiesen, sondern auch von Petrus Venerabilis und Johannes von Damaskus, dass es "viele Widerspenstige, Schwätzer und Verführer, besonders die aus der Beschneidung" gibt, womit heute vor allem Moslems gemeint sind und die ihren Islamismus nicht in Europa und auch nicht in irgendeinem anderen Teil der Erde in Moscheen predigen dürfen; für diese und ihre Förderer unter den Bischöfen gilt daher: "Diesen muss man das Maul stopfen." Warum soll man ihnen das Maul stopfen? "Damit sie unter den Andern keinen Schaden mehr anrichten. Welche ganze Häuser verkehren, lehrend, was sich nicht ziemt." Wenn Jemand das Lehramt übernommen hat, und er ist nicht im Stande, "mit jenen Leuten sich in einen Kampf einzulassen und diesen Unverschämten das Maul zu stopfen, dann ist er in jedem einzelnen Falle schuld an dem Verderben Derer, die zu Grunde gehen. Denn wenn uns Jemand den Rat gibt: „Trachte nicht darnach, ein Richter zu werden, wenn du nicht im Stande bist, dem Unrecht zu steuern,“ (Jes. Sir. 7, 6) so lässt sich noch viel eher in unserem Falle sagen: „Trachte nicht ein Lehrer zu werden, wenn du des Amtes nicht würdig bist, im Gegenteil, laufe davon, selbst wenn man dich zu demselben heranziehen will!“ vgl. Anm. 9 ff. und Kurse Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Ib.
[17] Ib.
[18] III
[19] Ib.
[20] Ib.; zu: Was soll man erst sagen über Diejenigen, welche die Fasten mit ihnen halten, wie heute manche Städte zusammen mit den Moslems Ramadan begehen usw.. Das Judentum und heute vor allem der Islam enthalten in doppeltem Sinne Fabeln; einmal, weil spätere Erdichtung dabei ist, und dann, weil seine Gebräuche nicht mehr zeitgemäß sind; "so wird es dann zur Fabel. Wenn es nämlich keine Existenzberechtigung mehr hat, wenn sein Fortbestehen schädlich wird, dann ist es eine „Fabel“ wie alles Unnütze. Gleichwie man also andere Fabeln nicht zu glauben braucht", so auch die muslimischen nicht. Das hieße nicht „gesund werden“. "Wenn du dem Glauben vertraust, was trägst du andere Dinge herein, als wäre der Glaube nicht genügend zur Rechtfertigung? Was machst du dich zum Sklaven und Untertanen des Gesetzes? Hast du kein Vertrauen zur Sache? So benimmt sich ein kranker und misstrauischer Mensch. Ein gläubiger Sinn gibt keinen Zweifeln Raum; ein solcher Mensch zweifelt aber. Den Reinen ist Alles rein. Siehst du, worauf sich diese Worte beziehen? Den Unreinen und Ungläubigen ist Nichts rein. Also nicht ihrer Natur nach sind die Dinge rein oder unrein, sondern durch den Seelenzustand derer, die sie genießen. Sondern ihr Sinn und ihr Gewissen ist befleckt. Sie geben vor, Gott zu kennen, mit ihren Werken aber verleugnen sie ihn, da sie abscheuliche und widerspenstige Menschen sind und zu keinem guten Werke brauchbar. Also ist auch das Schwein kein unreines Tier. Warum ist es aber als unrein verboten gewesen? Es war nicht seiner Natur nach unrein. Denn Alles ist rein in moralischem Sinne." Aber alle diese Tiere durfte man essen. Warum hat also Gott das Schwein und einige andere solcher Tiere für verboten erklärt? Nicht deshalb, als ob sie unrein wären, sondern um einem Übermaß der Schlemmerei zu steuern. Hätte er aber diesen Grund angegeben, so würde Niemand sich an das Verbot gehalten haben; so aber hat er die z.B. die Moslems durch den Abscheu vor dem Unreinen in Schranken gehalten. "So waren das Vorschriften auf Kinder berechnet". Derartige Kinder wie die Moslems könnte man auch mit Wahnsinnigen vergleichen, auch die haben die Vorstellung, als ob kein Gegenstand fest stünde. "Aber der Grund davon liegt nicht in den gesehenen Objekten, sondern im sehenden Auge. Da sie nämlich nicht fest stehen können und schwindlig sind, glauben sie, die ganze Welt drehe sich um sie herum; aber die dreht sich nicht, sondern steht fest. Der Fehler liegt in ihrem Wahne, nicht in dem beobachteten Gegenstande. So ist es auch in unserem Falle. Ist die Seele unrein, dann hält sie Alles für unrein," vgl. Anm. 16 ff., 20 ff. 
[21] Ib.
[22] V; zu: Mit derselben Gemütsverfassung und demselben Eifer, womit sie einst von den Götzenbildern sich abwandten und bzgl. des Islams immer noch abwenden, "sollen sie sich auch von der Sünde selber und den irdischen Gelüsten abwenden. Auch das sind Götzenbilder, die Weltlust und der Geiz, und auch mit Bezug auf sie spricht der Apostel von einem Götzendienst. Und Alles, was bloß für das irdische Dasein Nutzen bringt, ist Weltlust; Alles, was mit dem irdischen Dasein endet, ist Weltlust. Hängen wir also solchen Dingen nicht nach! Christus ist gekommen, damit wir die Gottlosigkeit verleugnen." Unter Gottlosigkeit sind die falschen Lehren wie der Nestorianismus und Mohammedanismus, die weltlichen Lüste und der schlechte Lebenswandel zu verstehen, vgl. Anm. 20 ff und Kurs Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Ib.
[23] Ib.
[24] Ib.
[25] Ib.
[26] Ib.; zu: Weder heidnische noch sarazenische bzw. muslimische Sitten und Gebräuche helfen weiter. Wichtig ist, dass man den christlichen Gott liebt und nicht einen Götzen wie Al-lah. Dazu Chrysostomos: "mögen wir alle der Seligkeit teilhaftig werden, die denen verheissen ist, die Gott lieben, in Christus, unserem Herrn." Wie soll man mit den Sarazenen, z.B. den Moslems umgehen? vgl. Anm 16 ff., 20 ff., 26 ff
[27] VI
[28] Ib.; zu: Papst Franziskus, seine Unterstützer aus der Bischofskonferrenz und Politik reagieren nicht, wenn sie eigentlich reagieren müssten, sie sehen z.B. tatenlos zu wie Moslems in Moscheen, Koranschulen und sogar im staatlichen islamischen Religionsunterricht versuchen durch verkehrte Erziehung auf Kinder einzuwirken und so "andere schädigen". Bei den Oberen der christlichen Kirchen kann heute nicht mehr von einem "mannhaften Widerstand" die Rede sein, sondern höchsten von Kleinmütigkeit und Jämmerlichkeit, vgl. Anm. 16 ff. und 26 ff.
[29] Chrysostomus, Kommentar zum Evangelium des hl. Matthäus (In Matthaeum homiliae) 1; zu: "Das war nicht wie bei Plato, der jenen lächerlichen Idealstaat (Plato, Peri politeias) erfunden, nicht wie bei Zeno oder wer sonst noch über die Pflichten des Lebens schrieb oder solche Gesetze aufstellte." Zeno war griechischer Philosoph aus Cypern, Begründer der sog. stoischen Schule, schrieb um 380 v.Chr. ein Werk peri politeias. Plato in seinem Idealstaat vertrat ebenfalls Ideen, wie sie von Chrysostomus hier geschildert werden, vgl. Kurs Nr. 531 Plato.  Ib.
[30] Ib.; zu: Christen z.B. in der heutigen Türkei bekehrten damals "nicht bloß zwei Menschen oder zwanzig, nicht etwa nur hundert oder tausend oder zehntausend, nein, sie bekehrten ganze Städte, Völker und Nationen, die Erde und das Meer, Griechenland und die Barbarenreiche, die bewohnte und unbewohnte Welt." Es war die Kraft christlichen Gottes, die überall Eingang fand, und nicht die irgendeines Götzen wie Allah. Auch heute gibt es Philosophen und Anhänger Mohammeds, "die alles umkehren und verwirren, und die der Natur gezogenen Schranken umstürzen."  Chrysostomus spricht von "Erfindungen des Teufels" und davon dass es etwas Unnatürliches ist, "das kann uns wohl die Natur selbst bezeugen, die sich gegen solche Verirrungen sträubt", vgl. Anm. 16 ff.
[31] 3
[32] 4.
[33] Ib.
[34] 5; zu: Wer sich nicht selbst mit der Hl. Schrift und den alten Kirchenlehrern und Philosophen beschäftigen kann, vielleicht weil die heutigen Bischöfe das Christentum nicht mehr richtig verstehen und es genügend vom Götzendient wie dem Islam abgrenzen, der hält sich an Chrysostomos, vgl. Anm. 28
[35] 6.
[36] Ib.
[37] Ib.; zu: Weshalb erschien denn der Stern? Er erschien auch um den Juden, Heiden und Persern, den heutigen Moslems, (Türken, Iraner, etc.) den Weg zu weisen, die heute gezwungen weden den Irrglauben des Islams anzunehmen, also "zur Rettung der Verirrten." Da nämlich der, der da kommen sollte, den Alten Bund auflösen wollte, "und die ganze Welt einlud, ihm zu huldigen, und auch überall zu Wasser und zu Land angebetet werden sollte, so öffnete er von Anfang an auch den Heiden das Tor, weil er durch die Fremden die eigenen Stammesgenossen belehren wollte. Denn obwohl sie durch die Propheten fortwährend seine Ankunft hatten verkünden hören, gaben sie doch nicht recht darauf acht. Darum berief er Barbaren aus fernem Lande, damit sie den König suchten, der unter ihnen weilte, und aus persischem Munde mussten sie zuerst vernehmen, was sie von den Propheten nicht hatten lernen wollen." Heute werden Moslems durch ihre obersten Götzendiener gezwungen, den Dämon Allah zu verehren, obwohl es längst an der Zeit wäre, die Länder des gesamten ehemaligen byzantinischen Reiches zu rechristianisieren und die Kathedralen wieder zu restaurieren. Irregeleitete europäische Politiker bestärken sogar die Moslems darin, in der EU Moscheen zu bauen und christliche Kirchen und Kathedralen auf Zypern (z.B. die Kathedrale von Famagusta, die seit 400 Jahren eine Moschee ist) und im ehemaligen byzantinischen Reich verfallen zu lassen. Die Kathrale St. Nikolaus von Famagusta, jetzt Lala-Mustafa-Moschee, ist ein schöner gotischer Bau. "Bei der Umwandlung zur Moschee entfernten die Moslems alle Ornamente und Gegenstände, die menschliche Figuren darstellten. Fresken wurden übertüncht, Glasfenster zerschlagen." Famagusta soll über 300 Kirchen gehabt haben, die von Moslems zerstört oder wie Peter und Paul von den Osmanen zum muslimischen Götzentempel, bzw. Moschee umgebaut wurden; die Marienkirche "war ursprünglich die Kapelle eines spurlos verschwundenen armenischen Klosters.", Ralph-Raymond Braun 2005: Zypern, Erlangen, vgl. Anm. 30 und Kurse Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[38] Ib.
[39] Ib; zu: Sieht man sich die Eroberungszüge der Barbaren oder Türken an und die Gleichgültigkeit bzw. "religiöse Trägheit" der Europäer, kann man sagen "Wir dagegen sind kälter geworden als Asche, lebloser als die Toten; und das obgleich wir das Beispiel des hl. Paulus vor Augen haben, der himmelhoch, ja über alle Himmel hin den Flug genommen, der stärker war als das stärkste Feuer, der über alles siegreich hinwegschritt, über Höhe und Tiefe, über Gegenwart und Zukunft, über das, was ist, und was nicht ist" (Röm 8,38 f.), vgl. Anm. 37
[40] Ib.
[41] Ib.; zu: Vor den Moslems wird Christus heute nicht nur von vielen Bischöfen verleugnet, die Kreuze und christliche Symbole ablegen, Christenverfolgung in muslimischen Ländern gewähren lassen und sogar Moscheen in Kirchen hineinbauen; wer hat es geschaft, "die Soldaten Christi zur Erschlaffung zu bringen und die Spannkraft ihrer Seele zu schwächen"?; die Bischöfe nehmen als Vorbild den Atheisten und späteren Friedrich der Große, der gesagt haben soll: „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie bekennen, ehrliche Leute sind, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“ Nun soll "auf den Fundamenten einer der vielen dem Völkerapostel Petrus gewidmeten Kirchen, die seit dem Hochmittelalter an der Spree standen" ein Sakralgebäude mit Kirche und Moschee und Synagoge, "vereint in einem Gebäude, unvermischt und ungetrennt. Das „House of One“ Die urkundliche Erwähnung des Pfarrers der Cöllner Petrikirche am 28. Oktober 1237 markiert den Beginn der Geschichte Berlins. An diesem Tag feiert die Metropole bis heute ihren Stadtgeburtstag. Das hinderte spätere Herren der Stadt nicht, den Nachfolgebau der alten Petrikirche dem Erdboden gleichzumachen. Anfang der sechziger Jahre entfernte das SED-Regime die kriegsbeschädigte, aber nicht einsturzgefährdete Kirche und schuf an der Stelle einen Parkplatz. Religionspolitik mit der Abrissbirne. Und die Silhouette Berlins war um ihr einst höchstes, 111 Meter aufragendes Gebäude ärmer. "Es gibt digitale Visualisierungen des hochgelobten Entwurfs der Architekten Kuehn Malvezzi. Und während auf der Baustelle 35 Meter tiefe Betonpfeiler im schlammigen Untergrund des Berliner Urstromtals verankert werden, können Besucher schon einmal die sandfarbenen Ziegel der künftigen Fassade berühren." Also eine "Verschmelzung von Judentum, Christentum und Islam" ? Im Herbst 2023 soll das „House of One“ stehen und sollen Besucher von der 44 Meter hohen „Stadtloggia“ aus auf die Umgebung blicken können. Bund, Land und private Mäzene fördern den Bau, der 44 Millionen Euro kosten soll. Von muslimischer Seite ist das „Forum für interkulturellen Dialog“ beteiligt, das der Gülen-Bewegung nahesteht. Es entsteht also ein "exklusiver Monotheisten-Club", der mit dem echten Christentum nichts mehr gemein hat; was diesen Bischöfen erwartet kann man hier nachlesen:, vgl. Science Review Letters  2019, 18, Nr. 1065 und FAZ 2019, Nr. 255 sowie Anm. 39 ff.
[42] Ib. 
[43] 7; zu: Solange sie den Heiland nicht gesehen hatten, gaben sie der Wahrheit Zeugnis; "nachdem sie aber gesehen hatten, wie berühmt er durch seine Wunder geworden, da wurden sie von Neid erfasst und verleugneten fortan die Wahrheit", was heute vor allem auf Türken und andere Moslems zutrifft, die nach der Schlacht von Lepanto zunehmend in Bedrängnis gerieten. "Trotzdem trug alles dazu bei, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, und gerade durch ihre Feinde erlebte sie den größten Triumph, vgl. Anm. 37 und Kurse Nr. 598 El Greco, Nr. 619 Franz Werfel. Ib. 
[44] Ib. 
[45] Ib. ; zu: Was damals auf Herodes zutraf ("eine Seele, die vom Bösen eingenommen ist, wird vollständig blind"), trifft, seitdem Moslems Christen bedrängen, auch auf diese Türken und Osmanen zu: "So geht es den Böswilligen; sie fallen immer in die eigene Grube, während sie unmöglichen Dingen nachjagen", vgl. Anm. 43 ff.
[46] Ib. 
[47] Ib.; zu: Johannes Chrysostomos sagt zu denen, die Christus falsch interpretieren: "Schämen soll sich daher Marcion". Marcion und seine Anhänger lehrten , Christus sei der Sohn des höchsten und guten Gottes, sei aber nur dem äußeren Schein nach Mensch geworden, "schämen soll sich auch Paul von Samosata", der in Syrien, seit ca 260 Bischof von Antiochien war, und lehrte, Christus sei bloßer Mensch und nicht Gott. Er wurde 269 auf einer Synode zu Antiochien abgesetzt. Moslems, die das gleiche behaupten, treiben in vielen Ländern weiterhin ihr Unwesen, verfolgen Christen, zerstören Kirchen, verführen Kinder und Jugendliche mit ihrer Irrlehre. Sowohl die Mohammedaner als auch ihre Geistesverwandten Marcion und Paul von Samosata wollten nicht sehen, "was die Magier sahen, diese Erstgeborenen der Kirche; ich trage nämlich kein Bedenken, sie so zu nennen, vgl. Anm. 43 ff und Kurs Nr. 609 St. Athanasius der Große
[48] Ib.; zu: Folgen wir also nicht denen, die Christus falsch interpretieren und damit leugnen wie die Moslems und den Bischöfen, die sie fördern, sondern "den Magiern, und wenden wir uns soviel als möglich ab vom heidnischen Leben, auf dass wir Christus schauen können. Auch jene hätten ihn ja nicht gesehen, wenn sie sich nicht so weit von ihrem Lande entfernt hätten. Lassen wir die irdischen Sorgen. Solange die Magier in Persien waren, sahen sie den Stern; nachdem sie aber Persien verlassen hatten, erblickten sie die "Sonne der Gerechtigkeit"; vgl. Anm. 47 ff. und Kurse Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Ib.
[49] Ib.; zu: Seine negative Einstellung zu Theater und Schauspielern liegt daran, dass sie etwas dekadenter waren als heute, ein Bühnenweihfestspiel (Parsifal) eines Richard Wagners gab es natürlich auch noch nicht. Die römischgriechischen Bäderanlagen , besaßen Räume für private und für öffentliche, gemeinsame Bäder, in denen die Besucher nicht nach Geschlechtern getrennt wurden. Damit verbunden waren eine Menge anderer Erholungs und Belustigungszwecke. Es gab darin Wandelhallen, Ringschulen , Bibliotheken, wohl auch kleine Volkstheater und TinglTangl, so dass alle Arten von Müßiggängern dort oft den ganzen Tag zubrachten. Aber auch aus den eigentlichen großen Theatern hatten die noch aus der heidnischen Zeit stammenden, vielfach unsittlichen Darstellungen vor Ende des vierten Jahrhunderts nicht verdrängt werden können. Ein bedeutender Prozentsatz der Bevölkerung war ja ohnehin immer noch heidnisch. Später haben die muslimischen Osmanen diese Sitte übernommen. Neuerdings will ein gewisser Abdullah Zeran Schwimmbäder für Muslime bauen, um an die osmanisch-heidnische Tradition anzuknüpfen. Der Bau eines „Islamischen Schwimmbads“ in Frankfurt sei seiner Meinung nach überfällig. "Zeran ist Kind türkischer Gastarbeiter, ist im Gallus aufgewachsen" und ist der Überzeugung, dass die islamische Kultur durch islamische Bürgermeister wie in Hannover oder London und Minister wie in Hessen, gefördert werden könnte. Zudem steigt seiner Meinung nach die Anzahl der muslimischen Männer, die aufgrund der Auslegung ihres islamischen Heidentums geschlechtergetrennt schwimmen wollten. Abgesehen davon, dass der Bau eines „Islamischen Schwimmbads“ die Integration behindert, will er eine theatralische Bademode einführen, ähnlich wie bei einem Maskenball. "Mindestens ein Becken sowie einen Sauna- und Hamam-Bereich" und einen Raum für Schaubeter der Allahbesessenen soll es geben. Man will auch tolerant sein: „An der Kasse wird niemand fragen, ob die Gäste wirklich Muslime" bzw. Allahbesessene sind oder nicht, vgl. Anm. 43 und Science Review Letters 2019, 18, Nr. 1068 und FAZ 2019, Nr. 265 sowie Kurse Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 619 Franz Werfel. Ib. 
 
 
 

Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres und der Renaissance vgl. Kurse: Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto,Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum, Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 




Cima da Conegliano, Vierge a lenfant avec St Michel et St Andre
 


Cima da Conegliano, Madonna in trono col Bambino fra angeli e santi
 
 


Carlo Crivelli, Madonna Della Candeletta
 
 


Carlo Crivelli, Madonna in trono col bambino che consegna le chiavi a pietro
 


Carlo Crivelli, Polittico S. Emidio
 


Benozzo Gozzoli, the Procession of the Magi (detail with Lorenzo the Magnificant on his horse) 1459, fresco. Palazzo Medici-Ricardi, Florence
 
 


Hagia Sophia zur Zeit des Hl. Johannes Chrysostomos
 
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde durch eine Halbmond-Piratenflagge ersetzt. 
 
 

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Letzte Bearbeitung:18.11.2019