Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences | Colégio des Artes
 

 

Kurs Nr. 553

Friedrich Schiller - Poet und Philosoph



 

"Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand." - Friedrich Schiller

"Für despotisch beherrschte Staaten ist keine Rettung als in dem Untergang."  - Friedrich Schiller

"Schiller, der mehr ist, als Millionen Alltagsmenschen, der den begierdelosen Wesen, die wir Geister nennen, den Wunsch abnötigen könnte, Sterbliche zu werden, dessen Seele die Natur con amore gebildet zu haben scheint, dessen sittliche Größe und Schönheit allein eine Welt, deren Bewohner er wäre, vom verdienten Untergang retten könnte." - Novalis
 
 

 

Der junge Friedrich Schiller

 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
 
"Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren.
Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei, 
Nicht den Missbrauch rasender Toren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht, 
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!"  [17] - Friedrich Schiller

"Wenn, das Tote bildend zu beseelen,
Mit dem Stoff sich zu vermählen,
Tatenvoll der Genius entbrennt,
Da, da spannte sich des Fleisses Nerve,
Und beharrlich ringend unterwerfe
Der Gedanke sich das Element.
Nur dem Ernst, den keine Mühe bleichet,
Rauscht der Wahrheit tief versteckter Born;
Nur des Meissels schweren Schlag erweichet
Sich des Marmors sprödes Korn.

Aber dringt bis in der Schönheit Sphäre,
Und im Staube bleibt die Schwere
Mit dem Stoff, den sie beherrscht, zurück.
Schlank und leicht, wie aus dem Nichts entsprungen,
Steht das Bild vor dem entzückten Blick.
...
Aber flüchtet aus der Sinne Schranken
In die Freiheit der Gedanken
Und die Furchterscheinung ist entflohn,
Und der ew'ge Abgrund wird sich füllen;
Nehmt die Gottheit auf in euren Willen,
Und sie steigt von ihrem Weltenthron." [17] - Friedrich Schiller 1795
 

An die Astronomen

"Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen!
Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?
Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume,
Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht." - Friedrich Schiller

"Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz,
die Reu' ist lang." - Friedrich Schiller


Wilhelm und Alexander von Humboldt waren mit den Familien von Schiller und Goethe bestens bekannt. Auch was die Ideen betrifft, waren sie durchaus ähnlich. So schreibt Alexander von Humboldt: "Indem wir die Einheit des Menschengeschlechtes behaupten, widerstreben wir auch jeder unerfreulichen Annahme von höheren und niederen Menschenracen. Es giebt bildsamere, höher gebildete, durch geistige Cultur veredelte: aber keine edleren Volksstämme. Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt: zur Freiheit, welche in roheren Zuständen dem Einzelnen, in dem Staatenleben bei dem Genuß politischer Institutionen der Gesammtheit als Berechtigung zukommt.  Wilhelm von Humboldt meint »Wenn wir eine Idee bezeichnen wollen, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehr erweiterter Geltung sichtbar ist; wenn irgend eine die vielfach bestrittene, aber noch vielfacher mißverstandene Vervollkommnung des ganzen Geschlechtes beweist: so ist es die Idee der Menschlichkeit: das Bestreben, die Grenzen, welche Vorurtheile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen gestellt, aufzuheben; und die gesammte Menschheit: ohne Rücksicht auf Religion, Nation und Farbe, als Einen großen, nahe verbrüderten Stamm, als ein zur Erreichung Eines Zweckes, der freien Entwicklung innerlicher Kraft, bestehendes Ganzes zu behandeln. Es ist dies das letzte, äußerste Ziel der Geselligkeit, und zugleich die durch seine Natur selbst in ihn gelegte Richtung des Menschen auf unbestimmte Erweiterung seines Daseins. Er sieht den Boden, so weit er sich ausdehnt; den Himmel, so weit, ihm entdeckbar, er von Gestirnen umflammt wird: als innerlich sein, als ihm zur Betrachtung und Wirksamkeit gegeben an. Schon das Kind sehnt sich über die Hügel, über die Seen hinaus, welche seine enge Heimath umschließen; es sehnt sich dann wieder pflanzenartig zurück: denn es ist das Rührende und Schöne im Menschen, daß Sehnsucht nach Erwünschtem und nach Verlorenem ihn immer bewahrt ausschließlich an dem Augenblicke zu haften. So festgewurzelt in der innersten Natur des Menschen, und zugleich geboten durch seine höchsten Bestrebungen, wird jene wohlwollend menschliche Verbindung des ganzen Geschlechts zu einer der großen leitenden Ideen in der Geschichte der Menschheit.« [23][24]

Schiller und Alexander von Humboldt kommen sich in ihren Ansichten sehr nahe, Differenzen gibt es aber schon. Es sei oftmals ausgesprochen worden, meint Alexander von Humboldt, dass die Freude an der Natur, wenn auch dem Alterthume nicht fremd, doch in ihm als Ausdruck des Gefühls sparsamer und minder lebhaft gewesen sei denn in der neueren Zeit. Schiller schreibt in seinen Betrachtungen über die naive und sentimentale Dichtung über die schöne Natur, »welche die alten Griechen umgab; wenn man nachdenkt, wie vertraut dieses Volk unter seinem glücklichen Himmel mit der freien Natur leben konnte; wie sehr viel näher seine Vorstellungsart, seine Empfindungsweise, seine Sitten der einfältigen Natur lagen und welch ein treuer Abdruck derselben seine Dichterwerke sind: so muss die Bemerkung befremden, dass man so wenig Spuren von dem sentimentalischen Interesse, mit welchem wir Neueren an Naturscenen und Naturcharakteren hangen können, bei denselben antrifft. Der Grieche ist zwar im höchsten Grade genau, treu, umständlich in Beschreibung derselben: aber mit nicht mehrerem Herzensantheil, als er es in der Beschreibung eines Gewandes, eines Schildes, einer Rüstung ist. Die Natur scheint mehr seinen Verstand als sein moralisches Gefühl zu interessiren; er hängt nicht mit Innigkeit und süßer Wehmut an derselben, wie die Neueren.« So viel wahres und vortreffliches auch im einzelnen in diesen Aeußerungen liegt, so können sie doch keinesweges auf das ganze Alterthum ausgedehnt werden. Auch dürfen wir es wohl eine beschränkte Ansicht nennen, unter dem Alterthum, wenn dasselbe der neueren Zeit entgegengesetzt werden soll, immer nur ausschließlich die hellenische und römische Welt zu verstehen. Tiefes Naturgefühl spricht sich in den ältesten Dichtungen der Hebräer und Inder aus: also bei Volksstämmen sehr verschiedener, semitischer und indogermanischer Abkunft. [17][23]

Alexander von Humboldt meint, wir können auf die Sinnesart der alten Völker nur aus den Aeußerungen der Naturgefühle schließen, welche in den Ueberbleibseln ihrer Litteratur ausgesprochen sind; wir müssen daher diesen Aeußerungen um so sorgfältiger nachspüren und sie um so vorsichtiger beurtheilen, als sie sich unter den großen Formen der lyrischen und epischen Dichtung nur sparsam darbieten. In dem hellenischen Altertum, in dem Blüthenalter der Menschheit, finden wir allerdings den zartesten Ausdruck tiefer Naturempfindung den dichterischen Darstellungen menschlicher Leidenschaft, einer der Sagengeschichte entnommenen Handlung beigemischt; aber das eigentlich Naturbeschreibende zeigt sich dann nur als ein Beiwerk, weil in der griechischen Kunstbildung sich alles gleichsam im Kreise der Menschheit bewegt. Beschreibung der Natur in ihrer gestaltenreichen Mannigfaltigkeit, Naturdichtung als ein abgesonderter Zweig der Litteratur war den Griechen völlig fremd. Auch die Landschaft erscheint bei ihnen nur als Hintergrund eines Gemäldes, vor dem menschliche Gestalten sich bewegen. Leidenschaften in Taten ausbrechend fesselten fast allein den Sinn. Ein bewegtes öffentliches Volksleben zog ab von der dumpfen, schwärmerischen Versenkung in das stille Treiben der Natur; ja den physischen Erscheinungen wurde immer eine Beziehung auf die Menschheit beigelegt, sei es in den Verhältnissen der äußeren Gestaltung oder der inneren anregenden Tatkraft. Fast nur solche Beziehungen machten die Naturbetrachtung würdig, unter der sinnigen Form des Gleichnisses, als abgesonderte kleine Gemälde voll objectiver Lebendigkeit in das Gebiet der Dichtung gezogen zu werden. Ist Naturbeschreibung gleichsam nur in der neuesten Zeit ein abgesonderter Zweig der Litteratur geworden: so ist es nicht als habe da, wo so viel Sinnlichkeit athmet, die Empfänglichkeit für das Naturschöne gemangelt; als müsse man da, wo die schaffende Kraft der Hellenen in der Poesie und der bildenden Kunst unnachahmliche Meisterwerke erzeugte, den lebensfrischen Ausdruck einer anschauenden
Dichternatur vermissen. Was wir, nach dieser Richtung hin, im Gefühl unserer modernen Sinnesart, in jenen Regionen der antiken Welt nur zu sparsam auffinden, bezeugt in seiner Negation weniger den Mangel der Empfänglichkeit als den eines regen Bedürfnisses das Gefühl des Naturschönen durch Worte zu offenbaren. Minder der unbelebten Erscheinungswelt als dem handelnden Leben und der inneren, spontanen Anregung der Gefühle zugewandt: waren die frühesten und auch die edelsten Richtungen des dichterischen Geistes episch und lyrisch. In diesen Kunstformen aber können Naturschilderungen sich nur wie zufällig beigemischt finden. Sie erscheinen nicht als gesonderte Erzeugnisse der Phantasie. Je mehr der Einfluß der alten Welt verhallte, je mehr ihre Blüthen dahinwelkten, ergoß sich die Rhetorik in die beschreibende wie in die belehrende, didactische Poesie. Diese war ernst, großartig und schmucklos in ihrer ältesten philosophischen, halb priesterlichen Form: als Naturgedicht des Empedocles; sie verlor allmälig durch die Rhetorik von ihrer Einfachheit und früheren Würde. [17][23]

"Pindaros besingt in einem Frühlings-Dithyrambus, den er zu Athen hat aufführen lassen, »die mit neuen Blüthen bedeckte Erde, wenn in der Argeischen Nemea der sich zuerst entwickelnde Sprößling des Palmbaums dem Seher den anbrechenden, duftenden Frühling verkündigt«; er besingt den Aetna: »die Säule des Himmels, Nährerinn dauernden Schnees«; aber eilend wendet er sich ab von der todten Natur und ihren Schauern, um Hieron von Syracus zu feiern und die siegreichen Kämpfe der Hellenen gegen das mächtige Volk der Perser." [17][23] - Alexander von Humboldt
Wilhelm von Humboldt hat mit vielem Scharfsinn die auffallenden Analogien und Verschiedenheiten entwickelt, welche aus der Verwachsung metaphysischer Abstractionen mit der Poesie in den alten griechischen Lehrgedichten, in dem des Lucretius und in der Episode Bhagavad-Gita, aus dem indischen Epos Mahabharata, entstanden sind. Das große physische Weltgemälde des römischen Dichters contrastirt in seiner erkältenden Atomistik und seinen oft wilden geognostischen Träumen mit seiner lebensfrischen Schilderung von dem Uebergange des Menschengeschlechts aus dem Dickicht der Wälder zum Feldbau, zur Beherrschung der Naturkräfte, zur erhöhten Cultur des Geistes und also auch der Sprache, zur bürgerlichen Gesittung. [10][23]
"Während die Gefühle abstarben, welche das classische Altertum belebten und den Geist auf Handlung und Aeußerung menschlicher Tatkraft, nicht auf Zustände und Beschauung der Außenwelt, leiteten; gewann eine neue Sinnesart Raum. Es verbreitete sich allmälig das Christenthum; und wie dieses, selbst wo es als Staatsreligion auftrat, in der großen Angelegenheit der bürgerlichen Freiheit des Menschengeschlechts für die niederen Volksclassen wohlthätig wirkte, so erweiterte es auch den Blick in die freie Natur. Das Auge haftete nicht mehr an den Gestalten der olympischen Götter; der Schöpfer (so lehren es die Kirchenväter in ihrer kunstgerechten, oft dichterisch phantasiereichen Sprache) zeigt sich groß in der todten Natur wie in der lebendigen, im wilden Kampf der Elemente wie im stillen Treiben der organischen Entfaltung. Bei der allmäligen Auflösung der römischen Weltherrschaft verschwinden freilich nach und nach, in den Schriften jener traurigen Zeit, die schöpferische Kraft, die Einfachheit und Reinheit der Diction; sie verschwinden zuerst in den lateinischen Ländern, später auch in dem griechischen Osten. Hang zur Einsamkeit, zu trübem Nachdenken, zu innerer Versenkung des Gemüths wird sichtbar; sie wirkt gleichzeitig auf die Sprache und auf die Färbung des Styls. Wenn sich auf einmal etwas Neues in den Gefühlen der Menschen zu entwickeln scheint, so kann fast immer ein früher, tiefliegender Keim, wie vereinzelt, aufgespürt werden. Die Weichheit des Mimnermos hat man oft eine sentimentale Richtung des Gemüthes genannt. Die alte Welt ist nicht schroff von der neueren geschieden; aber Veränderungen in den religiösen Ahndungen der Menschheit, in den zartesten sittlichen Gefühlen, in der speciellen Lebensweise derer, welche Einfluß auf den Ideenkreis der Massen ausüben, machten plötzlich vorherrschend, was früher der Aufmerksamkeit entgehen mußte. Die christliche Richtung des Gemüts war die: aus der Weltordnung und aus der Schönheit der Natur die Größe und die Güte des Schöpfers zu beweisen. Eine solche Richtung, die Verherrlichung der Gottheit aus ihren Werken, veranlaßte den Hang nach Naturbeschreibungen. Die frühesten und ausführlichsten finden wir bei einem Zeitgenossen des Tertullianus und Philostratus, bei einem rhetorischen Sachwalter zu Rom: Minucius Felix, aus dem Anfang des dritten Jahrhunderts. Man folgt ihm gern im Dämmerlichte an den Strand bei Ostia: den er freilich malerischer und der Gesundheit zuträglicher schildert, als wir ihn jetzt finden. In dem religiösen Gespräch Octavius wird der neue Glaube gegen die Einwürfe eines heidnischen Freundes muthvoll vertheidigt. Es ist hier der Ort aus den griechischen Kirchenvätern einige Naturschilderungen fragmentarisch einzuschalten, da sie meinen Lesern gewiß weniger bekannt sind als, was aus der römischen Litteratur uns die altitalische Liebe zum Landleben überliefert hat. Ich beginne mit einem Briefe Basilius des Großen, für den ich lange schon eine besondere Vorliebe hege. Aus Cäsarea in Cappadocien gebürtig, hatte Basilius, nicht viel über dreißig Jahre alt, dem heiteren Leben zu Athen entsagt, auch schon die christlichen Einsiedeleien in Cölesyrien und Ober-Aegypten besucht: als er sich nach Art der vorchristlichen Essener und Therapeuten in eine Wildnis am armenischen Flusse Iris zurückzog. Dort war sein zweiter Bruder Naucratius nach fünfjährigem strengen Anachoreten-Leben beim Fischen ertrunken. »Ich glaube endlich«, schreibt er an Gregorius von Nazianz, »das Ende meiner Wanderungen zu finden. Die Hoffnung mich mit Dir zu vereinigen, ich sollte sagen meine süßen Träume (denn mit Recht hat man Hoffnungen Träume des wachenden Menschen genannt), sind unerfüllt geblieben. Gott hat mich einen Ort finden lassen, wie er uns beiden oft in der Einbildungskraft vorgeschwebt. Was diese uns in weiter Ferne gezeigt, sehe ich jetzt vor mir. Ein hoher Berg, mit dichter Waldung bedeckt, ist gegen Norden von frischen, immerfließenden Wassern befeuchtet. Am Fuß des Berges dehnt sich eine weite Ebene hin: fruchtbar durch die Dämpfe, die sie benetzen. Der umgebende Wald, in welchem sich vielartige Bäume zusammendrängen, schließt mich ab wie in eine feste Burg. Die Einöde ist von zwei tiefen Talschluchten begrenzt. Auf der einen Seite bildet der Fluss, wo er vom Berge schäumend herabstürzt, ein schwer zu überschreitendes Hindernis; auf der anderen verschließt ein breiter Bergrücken den Eingang. Meine Hütte ist auf dem Gipfel so gelegen, dass ich die weite Ebene überschaue, wie den ganzen Lauf des Iris: welcher schöner und wasserreicher ist als der Strymon bei Amphipolis. Der Fluss meiner Einöde, reißender als irgend einer, den ich kenne, bricht sich an der vorspringenden Felswand und wälzt sich schäumend in den Abgrund: dem Bergwanderer ein anmuthiger, wundervoller Anblick; den Eingeborenen nutzbar zu reichlichem Fischfang. Soll ich Dir beschreiben die befruchtenden Dämpfe, welche aus der (feuchten) Erde; die kühlen Lüfte, welche aus dem (bewegten) Wasserspiegel aufsteigen? soll ich reden von dem lieblichen Gesang der Vögel und der Fülle blühender Kräuter? Was mich vor allem reizt, ist die stille Ruhe der Gegend. Sie wird bisweilen nur von Jägern besucht; denn meine Wildnis nährt Hirsche und Heerden wilder Ziegen, nicht eure Bären und eure Wölfe. Wie möchte ich einen anderen Ort mit diesem vertauschen! Alkmäon, nachdem er die Echinaden gefunden, wollte nicht weiter umherirren.« Es sprechen sich in dieser einfachen Schilderung der Landschaft und des Waldlebens Gefühle aus, welche sich mit denen der modernen Zeit inniger verschmelzen als alles, was uns aus dem griechischen und römischen Altertume überkommen ist. Von der einsamen Berghütte, in die Basilius sich zurückgezogen, senkt sich der Blick auf das feuchte Laubdach des tief liegenden Waldes. Der Ruhesitz, nach welchem er und sein Freund Gregorius von Nazianz so lange sich gesehnt, ist endlich gefunden. Die dichterisch mythische Anspielung am Ende des Briefes erklingt wie eine Stimme, die aus einer anderen, früheren Welt in die christliche herüberschallt. Auch des Basilius Homilien über das Hexaëmeron zeugen von seinem Naturgefühl. Er beschreibt die Milde der ewig heiteren Nächte in Kleinasien: wo, wie er sich ausdrückt, die Sterne, »die ewigen Blüten des Himmels«, den Geist des Menschen vom Sichtbaren zum Unsichtbaren erheben. Wenn er in der Sage von der Weltschöpfung die »Schönheit des Meeres« preisen will, so beschreibt er den Anblick der grenzenlosen Fläche in ihren verschiedenen, wechselnden Zuständen: »wie sie, vom Hauch der Lüfte sanft bewegt, vielfarbig, bald weißes, bald blaues, bald röthliches Licht zurückwirft; wie sie die Küste liebkost in ihren friedlichen Spielen.« Dieselbe sentimental-schwermütige, der Natur zugewandte Stimmung finden wir bei Gregorius von Nyssa, dem Bruder des Großen Basilius. »Wenn ich«, ruft er aus, »jeden Felsenrücken, jeden Talgrund, jede Ebene mit neu-entsprossenem Grase bedeckt sehe: dann den mannigfaltigen Schmuck der Bäume, und zu meinen Füßen die Lilien, doppelt von der Natur ausgestattet mit Wohlgeruch und mit Farbenreiz; wenn ich in der Ferne sehe das Meer, zu dem hin die wandelnde Wolke führt: so wird mein Gemüt von Schwermut ergriffen, die nicht ohne Wonne ist. Verschwinden dann im Herbste die Früchte, fallen die Blätter, starren die Aeste des Baumes ihres Schmuckes beraubt; so versenken wir uns (bei dem ewig und regelmäßig wiederkehrenden Wechsel) in den Einklang der Wunderkräfte der Natur. Wer diese mit dem sinnigen Auge der Seele durchschaut, fühlt des Menschen Kleinheit bei der Größe des Weltalls.« Leitete eine solche Verherrlichung Gottes in liebevoller Anschauung der Natur die christlichen Griechen zu dichterischen Naturschilderungen; so waren sie dabei auch immer, in den früheren Zeiten des neuen Glaubens, nach der Eigentümlichkeit ihrer Sinnesart, voll Verachtung aller Werke der menschlichen Kunst. Chrysostomus sagt in unzähligen Stellen: »Siehst du schimmernde Gebäude, will dich der Anblick der Säulengänge verführen; so betrachte schnell das Himmelsgewölbe und die freien Felder, in welchen die Heerden am Ufer der Seen weiden. Wer verachtet nicht alle Schöpfungen der Kunst, wenn er in der Stille des Herzens früh die aufgehende Sonne bewundert, indem sie ihr goldenes (krokosgelbes) Licht über den Erdkreis gießt; wenn er, an einer Quelle im tiefen Grase oder unter dem dunkeln Schatten dichtbelaubter Bäume ruhend, sein Auge weidet an der weiten dämmernd hinschwindenden Ferne.« Antiochien war damals von Einsiedeleien umgeben, und in einer derselben lebte Chrysostomus. Es war als hätte die Beredsamkeit am Quell der Natur, in den damals waldigen Berggegenden von Syrien und Kleinasien ihr Element, die Freiheit, wiedergefunden.... Als aber in den späteren, aller Geistescultur feindlichen Zeiten das Christenthum sich unter germanische und celtische Volksstämme verbreitete, die vormals, dem Naturdienst ergeben, in rohen Symbolen die erhaltenden und zerstörenden Mächte verehrten; wurden allmälig der nahe Umgang mit der Natur und das Aufspüren ihrer Kräfte, als zur Zauberei anregend, verdächtigt. Dieser Umgang schien eben so gefahrbringend wie dem Tertullian, dem Clemens von Alexandrien und fast allen älteren Kirchenvätern die Pflege der plastischen Künste. In dem zwölften und dreizehnten Jahrhunderte untersagten Kirchenversammlungen zu Tours (1163) und zu Paris (1209) den Mönchen das sündhafte Lesen physikalischer Schriften. Erst durch Albert den Großen und Roger Bacon wurden die Geistesfesseln mutvoll gebrochen, wurde die »Natur entsündigt« und in ihre alten Rechte eingesetzt." [17][23] - Alexander von Humboldt
Novalis schreibt: "Toleranz war das Losungswort der Gebildeten, und insbesondere in Frankreich gleichbedeutend mit Philosophie. Höchst merkwürdig ist diese Geschichte des modernen Unglaubens, und der Schlüssel zu allen ungeheuren Phänomenen der neuern Zeit." [5]

Fast alle grossen Dichter und Denker haben die "Expedition der Christen nach dem heiligen Lande" als ein "notwendiges Erzeugnis ihres Jahrhunderts" betrachtet - ähnlich wie heute eine Expedition innerhalb Europas notwendig ist gegen  Moscheen mit dem Schriftzeichen "Allah" oder dem türkischen Halbmond auf der Kuppel, islamische Privatschulen und Koranschulen, die in Europa als Brutstätten der "homegrown terrorists" angesehen und zunehmend geschlossen werden. [1][2][3][4][5][6][7][8][9][11][12][13][14][15][16][17][18][19][20][21]

"Sieht man auf ihre Ursachen, so ist diese Expedition der Christen nach dem heiligen Lande ein so ungekünsteltes, ja ein so notwendiges Erzeugnis ihres Jahrhunderts, dass ein ganz Ununterrichteter, dem man die historischen Prämissen dieser Begebenheit ausführlich vor Augen gelegt hätte, von selbst darauf verfallen müsste"  [17] - Friedrich Schiller

"Für despotisch beherrschte Staaten ist keine Rettung als in dem Untergang." [17]  - Friedrich Schiller

Noch zu Goethes und Schillers Zeiten waren die muslimischen Piraten im Mittelmeer (Korsaren), berüchtigt auch Raubzüge an den Küsten zu unternehmen, vor allem um Geiseln zu nehmen: »Die Entzückungen des Wieder sehens waren noch nicht vorüber, und die Anstalten zur Vermählung wurden auf das lebhafteste betrieben, als der Bräutigam – verschwand. Er pflegte öfters ganze Abende auf einem Landhause zuzubringen, das die Aussicht aufs Meer hatte, und sich da zuweilen mit einer Wasserfahrt zu vergnügen. Nach einem solchen Abende geschah es, daß er ungewöhnlich lang' ausblieb. Man schickte Boten nach ihm aus, Fahrzeuge suchten ihn auf der See; niemand wollte ihn gesehen haben. Von seinen Bedienten wurde keiner vermißt, daß ihn also keiner begleitet haben konnte. Es wurde Nacht, und er erschien nicht. Es wurde Morgen – es wurde Mittag und Abend, und noch kein Jeronymo. Schon fing man an, den schrecklichsten Mutmaßungen Raum zu geben, als die Nachricht einlief, ein algierischer Korsar habe vorigen Tages an dieser Küste gelandet, und verschiedene von den Einwohnern seien gefangen weggeführt worden. Sogleich werden zwei Galeeren bemannt, die eben segelfertig liegen; der alte Marchese besteigt selbst die erste, entschlossen, seinen Sohn mit Gefahr seines eigenen Lebens zu befreien. Am dritten Morgen erblicken sie den Korsaren, vor welchem sie den Vorteil des Windes voraushaben; sie haben ihn bald erreicht, sie kommen ihm so nahe, daß Lorenzo, der sich auf der ersten Galeere befindet, das Zeichen seines Bruders auf dem feindlichen Verdeck zu erkennen glaubt, als plötzlich ein Sturm sie wieder voneinander trennt. Mit Mühe stehen ihn die beschädigten Schiffe aus; aber die Prise ist verschwunden, und die Not zwingt sie, auf Malta zu landen. Der Schmerz der Familie ist ohne Grenzen; trostlos rauft sich der alte Marchese die eisgrauen Haare aus, man fürchtete für das Leben der jungen Gräfin. »Fünf Jahre gehen in fruchtlosen Erkundigungen hin. Nachfragen geschehen längs der ganzen barbarischen Küste; ungeheure Preise werden für die Freiheit des jungen Marchese geboten; aber niemand meldet sich, sie zu verdienen. Endlich blieb es bei der wahrscheinlichen Vermutung, daß jener Sturm, welcher beide Fahrzeuge trennte, das Räuberschiff zu Grunde gerichtet habe und daß seine ganze Mannschaft in den Fluten umgekommen sei. »So scheinbar diese Vermutung war, so fehlte ihr doch noch viel zur Gewißheit, und nichts berechtigte, die Hoffnung ganz aufzugeben, daß der Verlorne nicht einmal wieder sichtbar werden könnte. Aber gesetzt nun, er würde es nicht mehr, so erlosch mit ihm zugleich die Familie, oder der zweite Bruder mußte dem geistlichen Stande entsagen und in die Rechte des Erstgebornen eintreten. So gewagt dieser Schritt und so ungerecht es an sich selbst war, diesen möglicherweise noch lebenden Bruder aus dem Besitz seiner natürlichen Rechte zu verdrängen, so glaubte man, einer so entfernten Möglichkeit wegen, das Schicksal eines alten glänzenden Stammes, der ohne diese Einrichtung erlosch, nicht aufs Spiel setzten zu dürfen. Gram und Alter näherten den alten Marchese dem Grabe; mit jedem neu vereitelten Versuch sank die Hoffnung, den Verschwundenen wieder zu finden; er sah den Untergang seines Hauses, der durch eine kleine Ungerechtigkeit zu verhüten war, wenn er sich nämlich nur entschließen wollte, den jüngern Bruder auf Unkosten des ältern zu begünstigen. Um seine Verbindung mit dem gräflichen Hause von C***tti zu erfüllen, brauchte nur ein Name geändert zu werden; der Zweck beider Familien war auf gleiche Art erreicht, Gräfin Antonie mochte nun Lorenzos oder Jeronymos Gattin heißen. Die schwache Möglichkeit einer Wiedererscheinung des letztern kam gegen das gewisse und dringende Übel, den gänzlichen Untergang der Familie, in keine Betrachtung, und der alte Marchese, der die Annäherung des Todes mit jedem Tage stärker fühlte, wünschte mit Ungeduld, von dieser Unruhe wenigstens frei zu sterben. »Wer diesen Schritt allein verzögerte und am hartnäckigsten bekämpfte, war derjenige, der das meiste dabei gewonnen – Lorenzo. Ungerührt von dem Reiz unermeßlicher Güter, unempfindlich selbst gegen den Besitz des liebenswürdigsten Geschöpfs, das seinen Armen überliefert werden sollte, weigerte er sich mit der edelmütigsten Gewissenhaftigkeit, einen Bruder zu berauben, der vielleicht noch am Leben wäre und sein Eigentum zurückfordern könnte. ›Ist das Schicksal meines teuern Jeronymo', sagte er, ›durch diese lange Gefangenschaft nicht schon schrecklich genug, daß ich es noch durch einen Diebstahl verbittern sollte, der ihn um alles bringt, was ihm das Teuerste war? Mit welchem Herzen würde ich den Himmel um seine Wiederkunft anflehen, wenn sein Weib in meinen Armen liegt? Mit welcher Stirne ihm, wenn endlich ein Wunder ihn uns zurückbringt, entgegeneilen? Und gesetzt, er ist uns auf ewig entrissen, wodurch können wir sein Andenken besser ehren, als wenn wir die Lücke ewig unausgefüllt lassen, die sein Tod in unsern Zirkel gerissen hat? als wenn wir alle Hoffnungen auf seinem Grabe opfern und das, was sein war, gleich einem Heiligtum unberührt lassen?'" [17] - Friedrich Schiller
 
Wenn islamische Korsaren auftauchten, gab es immer nur eine Devise: "Ergreift die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nach!":
"Und Mauren, sagst du, raubten sie hinweg?
Sah man die Mauren? Wer bezeugte dies?

Ein maurisch Räuberschiff gewahrte man
In einer Bucht, unfern dem Kloster ankernd.

Manch Segel rettet sich in diese Buchten
Vor des Orkanes Wut – Wo ist das Schiff?

Heut frühe sah man es in hoher See
Mit voller Segel Kraft das Weite suchen.

Hört man von anderm Raub noch, der geschehn?
Dem Mauren gnügt einfache Beute nicht.

Hinweg getrieben wurde mit Gewalt
Die Rinderheerde, die dort weidete.

Wie konnten Räuber aus des Klosters Mitte
Die Wohlverschloßne heimlich raubend stehlen?

Des Klostergartens Mauern waren leicht
Auf hoher Leiter Sprossen überstiegen.

Wie brachen sie ins Innerste der Zellen?
Denn fromme Nonnen hält der strenge Zwang.

Die noch durch kein Gelübde sich gebunden,
Sie durfte frei im Freien sich ergehen.

Und pflegte sie des freien Rechtes oft
Sich zu bedienen? Dieses sage mir.

Oft sah man sie des Gartens Stille suchen;
Der Wiederkehr vergaß sie heute nur.

Raub, sagst du? War sie frei genug dem Räuber,
So konnte sie in Freiheit auch entfliehen.

Es ist Gewalt! Es ist verwegner Raub!
Nicht pflichtvergessen konnte meine Tochter 
Aus freier Neigung dem Entführer folgen!
...
Nicht ruhig duldet es, dass eure Schwester
Des frechen Diebes Beute sei – Ergreift
Die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht
Die ganze Küste! Durch alle Meere setzt
Dem Räuber nach! Erobert euch die Schwester!" - Friedrich Schiller, die Braut von Messina

Schon bei Shakespeare finden wir überall in seinen Dramen und Tragödien eine Heiterkeit als Gestus von Freiheit und Christentum, wie es später zum Beispiel von den Deutschen Idealisten und Klassikern wie Goethe und Schiller aufgegriffen wurde. [4][5][6][7][8][16][17]

"Oft schon war ich und hab' wahrlich an gar nichts gedacht" - Friedrich Schiller

"Der Wucherer jedoch geht andre Wege, hegt Hoffnung und verschmäht Natur in ihrem Wesen" - Dante (1265 - 1321)

"Prinz Eugen: 
Halt das Maul und schweige still,
Hör was ich dir sagen will,
Hab ich nicht in Ungerlanden
Türken schon gemacht zu schanden,
Hundert tausend, noch viel mehr?" - [22] (aus: Des Knaben Wunderhorn)
 

II


An die Freude 1785

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Chor
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuss der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
muss ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund.

Chor
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte tronet.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur;
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

Chor
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such' ihn überm Sternenzelt!
Über Sternen muss er wohnen.

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.

Chor
Froh, wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmel prächt'gen Plan,
Wandelt, Brüder, eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zu Siegen.

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riss gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.

Chor
Duldet mutig, Millionen!
Duldet für die bessre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten;
Schön ist's, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn.
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.

Chor
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut – –
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Lasst den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!

Chor
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!

Festen Mut in schwerem Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königstronen, –
Brüder, gält' es Gut und Blut –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!

Chor
Schliesst den heil'gen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein,
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter! - Friedrich Schiller
 
 

Die Pest. Eine Fantasie

Gräßlich preisen Gottes Kraft
Pestilenzen würgende Seuchen,
Die mit der grausen Brüderschaft
Durchs öde Tal der Grabnacht schleichen.

Bang ergreifts das klopfende Herz,
Gichtrisch zuckt die starre Sehne,
Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne,
In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz.

Raserei wälzt tobend sich im Bette –
Gift’ger Nebel wallt um ausgestorbne Städte
Menschen – hager – hohl und bleich –
Wimmeln in das finstre Reich.
Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften,
Häuft sich Schätze in gestopften Grüften
Pestilenz sein Jubelfest.
Leichenschweigen – Kirchhofstille
Wechseln mit dem Lustgebrülle,
Schröcklich preiset Gott die Pest. - Friedrich Schiller

Madonnenbilder sollten die Städte vor der Pest schützen und der Pest des arianischen bzw. islamischen Wahnsinns, der alles verpestenden (verpesteter Windeshauch - Alexander von Humboldt) Osmanen bzw. Türken. Die Türken hatten damals nicht nur die Länder verwüstet (Viktor Hugo) sondern auch regelrecht verpestet, d.h. sie haben die Pest übertragen. Noch in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verbreitet sich die Pest über die Türkei nach Ungarn und Polen, nach Schlesien, Posen, Preußen, Rußland, nach Steiermark, Böhmen und der Lausitz, mit einer verheerenden Welle überschwemmt sie den Süden Frankreichs im Jahre 1721. Dann erfolgt ein weiteres Ebben: Siebenbürgen, Ungarn, Südrussland, Polen, Dalmatien, kurz die der Türkei zunächst liegenden Gebiete stellen sich in dieser Periode (1717 bis 1797) als die Ufer des Pestbezirkes dar. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts walten ähnliche Verhältnisse, nur dass das eigentliche Pestgebiet sich immer mehr einengt und nur durch gelegentliche Durchbrüche (nach der Walachei, nach Griechenland, nach Siebenbürgen, den Küsten Italiens) von der Gefährlichkeit seiner Nachbarschaft Beweise liefert. Nach 1830 endlich lernen wir als einzig von der Pest leidende Gebiete noch die Türkei, Syrien und Aegypten kennen. Die Aegypter sagen, dass ihnen die Pest stets aus der Türkei und Syrien, und die Syrer, dass ihnen die Krankheit immer aus der Türkei gebracht worden ist. Am heftigsten lehnten die Türken es ab, die ursprünglichen Erzeuger und Besitzer der Pest zu sein, wie sie auch heute noch den Genozid an ihrer christlichen Bevölkerung leugnen; zudem spielen sie neue Seuchen wie das aus China und Iran eingeschleppte Coronavirus, herunter. [25]

Wenn Schiller in seiner „Anthologie auf das Jahr 1782“ eine ,Fantasie‘ unter diesem Titel ankündigt, dann gilt sie wohl nicht dieser Krankheit allein. "Vielmehr benutzt der junge Medizinabsolvent der Hohen Karlsschule den lateinischen Begriff "pestis" im eigentlichen Sinne von Seuche. Schließlich hatte er kurz zuvor neben seiner psychosomatisch orientierten Dissertation „Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“ eine lateinische Pflichtübung über entzündliche und faulige Fieber im Zeichen der traditionellen Säftelehre seit Galens Zeiten vorlegen müssen. Mit der Symptomatik der „febrium inflammatoriarum et putridarum“, die auch epidemische Infektionskrankheiten begleiten, kannte er sich also nach damaligem Wissensstand bestens aus." Der 22-jährige Arzt und Dichter Friedrich Schiller flieht am 17. September 1782 mit seinem Freund Andreas Streicher nach Mannheim. Schiller, der 1780 seine medizinische Dissertation abgelegt hatte, ist Regimentsmedicus in einem württembergischen Regiment. Da ihm Herzog Carl Eugen nur einen geringen Sold zahlt und zudem die Erlaubnis verweigert, nebenbei Zivilisten zu behandeln und sich in Zivilkleidung zu bewegen, hängt Schiller nicht an seiner Anstellung. Da ihm nach der triumphalen Uraufführung seines Erstlingswerkes "Die Räuber" im Januar 1782 in Mannheim auch noch mit Festungshaft gedroht wird, setzt er sich nach Mannheim ab. Dort legt er sein neues Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ vor. Als er hört, dass sein Landesherr um seine Auslieferung nachsucht, zieht er nach Thüringen weiter, wo er auf dem Gut der Caroline von Lengefeld ein sicheres Asyl findet. [26]

Um „würgende Seuchen“, auch z.B. in Form der Türken in Griechenland zur Zeit der Befreiungskriege und später,  als bedrohliches Schreckgespenst darzustellen, greift Schiller nach den stärksten Bildern und Worten. Die „Pestilenzen“, deren winzige Erreger noch unbekannt waren, schleichen auf grausame Weise durch die „Grabnacht“. Damit gleichen sie den schleichenden „febres putridae“, die in der Dissertation genauer behandelt werden. "Erst zeigt die Psychologie der Angst physische Folgen wie klopfendes Herz, gichtrische Zuckungen, grässliches Lachen des Wahnsinns. Nach einer Infektion folgen dann Schwäche und Auszehrung, die Erkrankten drängen „hager – hohl und bleich“ ins „finstre Reich“ des Todes. Schon in der antiken Humoralpathologie machte man giftige Ausdünstungen, sogenannte Miasmen in der Luft, für die Übertragung des Übels verantwortlich. „Gift’ger Nebel“ sorgt, wie die alles verwüstende Pest der Türken, entsprechend für „ausgestorbne Städte“. [27]

Seit dem Erdbeben in der Hauptstadt Portugals 1755 geht es in vielen Texten – wie in Voltaires Lehrgedicht „Über die Katastrophe von Lissabon“ oder seinem „Candide“ – konkret um die Theodizee, also die Rechtfertigung Gottes angesichts großer Katastrophen. Die Antwort von Leibniz war, dass Übel notwendig sein müssen, da ein allmächtiger, allwissender und allgütiger Gott sie sonst vermieden hätte. Ergo sei dies die beste aller möglichen Welten. [28]
 

Der junge Schiller; höfliche Bestien

Im Sommer 1782 arbeitete Schiller an  seinem Werk  „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ während schon Gestalten der "Kabale und Liebe" ihn umdrängten. Anfang November war er fertig. Die Dichtung wurde aber nicht zur Aufführung angenommen sondern erschien Anfang des Jahres 1783 im Verlag von Schwan (Mannheim) in Druck. Die Theatertaufe erhielt sie 1784. Das Stück spielt in der Zeit Dezember 1546 bis Januar 1547 in Genua. [29]
"Sklaverei ist ein elendes Handwerk" - Friedrich Schiller
Schiller lässt in seinem Stück einem "konfiszierten Mohrenkopf", also Mauren bzw. Moslem, den Mulen Hassan, auftreten. In seinem Wissen um die Theorie seines Handwerks, in seiner Systematik und Sophistik erinnert dieser Moslem nicht nur an den Räuberhauptmann Franz Moor in den Räubern, sondern zeigt wie Moslems bzw. Osmanen eingeschätzt wurden, nämlich als Ungläubige, Räuber und Barbaren. Schiller nennt ihn "eine höfliche Bestie! Sie will sich mit fremder Leute Gurgeln bedanken." Auch Osmanen haben eine Ehre, nämlich "die Ehre der Gurgelabschneider". Über sich sagt Hassan: "einen Schurken könnt ihr mich schimpfen, aber den Dummkopf verbitt' ich." Hassan brüstet sich: "Ich kann euch von jener Spitzbubenzunft ein Testimonium aufweisen, von der untersten bis zur höchsten." Osmanen bzw. Türken halten sich nach Schiller durchaus an Gesetze: "Also auch Schelmen erkennen Gesetze und Rangordnung" in der "Spitzbubenzunft". Andere Philhelenen wie Viktor Hugo, Lord Byron, Johann Ludwig Wilhelm Müller haben dies bestätigt. [30]

Auf die Frage: "Lass mich doch von der untersten hören!" Beginnt der Mohr, Maure, bzw. Osmane: "das ist das verächtliche Heer der langen Finger. Ein Elend Gewerb, das keinen großen Mann ausbrütet." Eine höhere Rangordnung bei den Osmanen haben die "Maschinen" und Spione : "Bedeutende Herren, denen die Großen ein Ohr leihen, wo sie ihre Allwissenheit holen; die sich wie Blutegel in Seelen einbeißen, das Gift aus dem Herzen schlürfen und an die Behörde speien." [31]

Etwas höher in der Rangordnung rangieren "feige Memmen", wie sie früher in der osmanischen Armee und noch heute beim türkischen Militär zu finden sind: "Der Rang trifft nunmehr die Meuter, Giftmischer und Alle, die ihren Mann lang hinhalten und aus dem Hinterhalt fassen. Feige Memmen sind's oft, aber doch Kerls, die dem Teufel das Schulgeld mit ihrer armen Seele bezahlen. Hier tut die Gerechtigkeit schon etwas Uebriges, strickt ihre Knöchel aufs Rad und pflanzt ihre Schlauköpfe auf Spieße. Das ist die dritte Zunft." [32]

Die vierte Zunft sind "Männer, die ihren Mann zwischen vier Mauern aufsuchen, durch die Gefahr eine Bahn sich hauen, ihm gerade zu Leib gehen, mit dem ersten Gruß ihm den Großdank für den zweiten ersparen. Unter uns! man nennt sie nur die Extrapost der Hölle. Wenn Mephistopheles einen Gelust bekommt, braucht's nur einen Wink, und er hat den Braten noch warm." [33]

Derartige Osmanen und Mauren waren wie Hassan zu allen Schandtaten bereit, als "Henkerknecht", Spürhund, "zu allen Kommissionen, nur bei Leibe! zu keiner ehrlichen - dabei benehm ich mich plump wie Holz." Schon als Kinder werden die ungläubigen Moslems in Koranschulen dazu erzogen; auch wenn später der ein oder andere nützliche Gedanke daraus erwächst: "Dein Gedanke war besser als das Mistbeet, worin er wuchs."   [34]

"Ein Freund vom Unmenschlichen - Mir aus den Augen!" - Friedrich Schiller, Fiesko II

"Männer! Männer! wenn eure Eide zu so viel Teufeln würden, sie könnten Sturm gegen den Himmel laufen." - Friedrich Schiller, Ib.

"Nicht genug, dass er das heilige Siegel des Vertrauens erbrach, auch an den reinen Spiegel der Tugend haucht dieser Heuchler die Pest und will meine Unschuld im Eidbrechen unterweisen." - Friedrich Schiller, Ib.

Wie heute viele Firmen mit der Türkei Handel treiben und diesen nicht gefährden wollen und daher bei Kriegsverbrechen durch die Türken alle Augen zudrücken, so hatten damals die Patrizier 1547 ähnliche Sorgen mit den Osmanen. "Ihr Heldenfeuer klemmt sich in Ballen levantischer Waren, ihre Seelen flattern ängstlich um ihre ostindische Flotte." [35]

Der Handel mit Türken bzw. Osmanen kann staatliche Parteien ruinieren, wie man an Merkel-Deutschland und der CDU sehen kann. Durch Kontrollverlust an den Grenzen, das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen und Einzahlungen in die türkische Kriegskasse hat die CDU fast die gesamte Wählerschaft verloren. Ähnlich in Genua um das Jahr 1547: "Die Staatsgeschäfte teilten sich in mehrere Kammern. Wölfe besorgten die Finanzen, Füchse waren ihre Secretäre. Tauben führten das Criminalgericht, Tiger die gütlichen Vergleiche, Böcke schlichteten Heiratsprozesse. Soldaten waren die Hasen; Löwen und Elephant blieben bei der Bagage; der Esel war Gesandter des Reichs, und der Maulwurf Oberaufseher über die Verwaltung der Aemter. Genueser, was hofft ihr von dieser weisen Verteilung? Wen der Wolf nicht zerriss, den prellte der Fuchs. Wer diesem entrann, den tölpelte der Esel nieder. Tiger erwürgten die Unschuld; Diebe und Mörder begnadigte die Taube, und am Ende, wenn die Aemter niedergelegt wurden, fand sie der Maulwurf alle unsträflich verwaltet." [36]

Die Wortwahl für die Anrede derartiger Türken oder Osmanen war alles andere als zimperlich: "Heraus, Hassan! Hurensohn der Hölle! Hassan! Hassan!". Das lag auch daran, dass man die Moslems bzw. Türken mit Teufeln verglich. "Ein Schelm ist der Teufel". Wenn Türken irgendein Chaos verursachen, heißt es: "Was? Sind heut alle Teufel los?". Auch verkappte Moslems gab es damals und sind heute nicht nur in Merkel-Deutschland unterwegs: "Wenn der Herzog fragt, ich bin in der Messe. Der Teufel, der in mir steckt, kann nur in Heiligenmaske incognito bleiben." [37]

Verkappte Soldaten wurden in die Stadt geschleust: "Morgen früh werden zweitausend Mann verkappt zur Stadt hereinschleichen, Dienste bei mir zu nehmen. Vertheile du deine Handlanger an den Toren herum, mit der Ordre, auf die eintretenden Passagiers ein wachsames Auge zu haben. Einige werden als ein Trupp Pilgrime kommen, die nach Loretto wallfahrten gehen, andre als Ordensbrüder, oder Savoyarden, oder Komödianten, wieder andre als Krämer, oder als ein Trupp Musikanten, die meisten als abgedankte Soldaten, die genuesisches Brod essen wollen. Jeder Fremde wird ausgefragt, wo er einstellet; antwortet er: zur goldenen Schlange, so muss man ihn freundlich grüßen und meine Wohnung bedeuten. Höre, Kerl! aber ich baue auf deine Klugheit." Hassan: "Herr! wie auf meine Bosheit." [38]

Die Galeeren wurden damals oft verwendet um "damit Jagd auf die Türken" zu machen. "Die Bärte der Beschnittenen liegen oben drauf. Was im Korb ist, weiß der Teufel." Dabei ging es nicht um eine Art Ausländerfeindlichkeit oder Rassismus, sondern um gewöhnlichen Selbsterhaltungstrieb; die Grenzen mussten gesichert und das christliche Europa vor den herandrängenden irrgläubigen Türken geschützt werden. In den Ländern, die die Türken bzw. Mauren erfolgreich zurückgedrängt haben wie Italien und Spanien sind die Schriftsteller noch lange stolz darauf, dass sie mitgekämpft hatten. Cervantes hatte eine Wunde in der Seeschlacht von Lepanto erhalten, die er fortan als "Manco de Lepanto" bezeichnete. Letztlich hatten die Christen, wie in der Seeschlacht von Lepanto vor über 400 Jahren, die Osmanen (Türken) immer wieder erfolgreich zurückgedrängt. Lepanto, griechisch Nafpaktos, hieß die Festung, die den nördlichen Zugang zum Golf von Patras bewacht. Sie gab der berühmten Schlacht den Namen, bei der am 7. Oktober 1571 die Heilige Liga, bestehend aus Spanien, den Maltesern, dem Heiligen Stuhl und den italienischen Seemächten, die türkische Flotte unter Großadmiral Ali Pascha vernichtend geschlagen hatte. Befehlshaber der christlichen Streitkräfte war Don Juan de Austria, ein Sohn Karls V. aus dessen Verbindung mit einer Regensburger Bürgerstochter. Der Sieg wurde in ganz Europa mit Glockengeläut gefeiert, im Dogenpalast von Venedig wird die Schlacht auf einem riesigen Gemälde (Untergang des Morgenlandes von Vassilachi) festgehalten. Die christlichen Streitkräfte erwiesen sich als disziplinierter und stärker. Die Türken verloren fast alle 300 Schiffe, die Liga nur zwölf. Und sie befreite bis zu 20.000 Christen, die als Galeerensklaven für die Türken hatten rudern müssen. [39]

"Ich bin heute ganz ungewöhnlich heiter, mein ganzes Wesen feiert eine gewisse heroische Ruhe, ganz offen für die schöne Natur."  - Friedrich Schiller, Fiesko II

"Mit Ehre bezahlt sich der Künstler." - Friedrich Schiller, Ib.

An Freiwilligen zum Kampf gegen die Türken hat es nie gemangelt: "Ueber die vierhundert Abenteurer, die der Friede zwischen Frankreich und Spanien auf den Sand gesetzt hat, nisteten sich an meine Leute und bestürmten sie, ein gutes Wort für sie bei Euch einzulegen, dass Ihr sie gegen die Ungläubigen schicken mögt." Das Interesse war groß und man wünschte sich viel Glück für die Unternehmung: "Eben fällt es mir bei, Graf, Sie lassen ja gegen die Türken kreuzen?" "Machen Sie immer fort, und ich wünsche Ihnen viel Glück zur Unternehmung." [40] 

Auch Mauren in den Diensten der Christen kämpfen gegen die Türken. Ein Maure meinte, man könne auf ihn zählen "wie auf meine Höllenfahrt." Schließlich galten Moslems als "Christusgegner", da sie einem seelenfressenden Ungeheuer, "unser aller Seelenfeind", huldigten (Joh. Damaszenus., Basilius der Große) und wurden von Dante daher in den tiefsten Schlund der Hölle verbannt. Auch die Byzantiner klärten darüber auf: "Diese phantastischen Schwätzereien des Muhammad mit dem falschen Namen des Propheten wurden deswegen hier aufgeschrieben, damit die Christen, wenn sie diese bedenken, ihn und seine Schüler auslachen und ihren Irrtum und ihr Verderben verachten." [41] 

Auch Redewendungen wie "Eine Teufelei mit einer andern auskratzen" , "Ungeheuer! Ungeheuer!", "Hat so viel Hölle in einer Frauenzimmerseele Platz? – Doch, ich vergaß dir zu danken, himmlische Vorsicht, die du es nichtig machst – nichtig durch einen ärgeren Teufel" gehen auf den Moslem bzw. Mauren zurück, der die Teufeleien "vorausgewittert" hat. [42] 

Die Beschäftigung mit Teufeleien endet in der Regel nicht gut, was auch der Moslem einsieht: »Will ich dich nicht mehr in Genua aufhalten.«  "Das heißt aus dem Christlichen in mein Heidenthum verdolmetscht: Wenn ich Herzog bin, lass' ich den guten Freund an einen genuesischen Galgen hängen. Gut. Er besorgt, weil ich um seine Schliche weiß, werd' ich seine Ehre über mein Maul springen lassen, wenn er Herzog ist. Sachte, Herr Graf! das Letzte wäre noch zu überlegen. Jetzt, alter Doria, steht mir deine Haut zu Befehl. - Hin bist du, wenn ich dich nicht warne. Wenn ich jetzt hingehe und das Komplott angebe, rett' ich dem Herzog von Genua nichts Geringeres, als ein Leben und ein Herzogthum; nichts Geringers, als dieser Hut, von Gold gestrichen voll, kann sein Dank sein. (Er will fort, bleibt aber plötzlich still stehn.) Aber sachte, Freund Hassan! Du bist etwa gar auf der Reise nach einem dummen Streich? Wenn die ganze Todtschlägerei jetzt zurückging' und daraus gar etwas Gutes würde? - Pfui! pfui! was will mir mein Geiz für einen Teufelsstreich spielen! - Was stiftet größeres Unheil: wenn ich diesen Fiesco prelle? - wenn ich jenen Doria an das Messer liefre? - Das klügelt mir aus, meine Teufel!" [43] 

Dennoch halten die Türken an ihren Schelmereien fest, da sie glauben ihr Allah lasse sie nicht im Stich: "Das heißt, der Teufel lässt keinen Schelmen sitzen!" Zusammen mit den Rebellen gehen sie ihrem Handwerk nach: "Diese gährenden Rebellen könnten hinter dem Rücken des verschämten Tages ihre gottlosen Künste treiben."  - Unter Verwendung der üblichen Waffen: "Lügen sind nur die Waffen der Hölle" [44] 

Wer sich mit Moslems bzw. Türken einlässt, wird früher oder später einsehen, dass es ihnen nur um Hetze gegen das Christentum und die Zerstörung der Kirchen geht: "Dass ihr's wisst, Schurken! Ich war der Mann, der diese Suppe einbrockte - Mir gibt man keinen Löffel. Gut. Die Hatz ist mir eben recht. Wir wollen eins anzünden und plündern. Die drüben baxen sich um ein Herzogthum, wir heizen die Kirchen ein, dass die erfrornen Apostel sich wärmen." "Den Mohren fanden wie eine brennende Lunte in den Jesuiterdom werfen." Auf Kriegsverbrechen, wie sie auch die Türken an den Christen begangen haben und noch immer begehen, stehen harte Strafen: "Auf Mordbrennereien steht der Strick. Führt ihn gleich ab." Wie der heutige türkische Präsident versucht er die Dinge weg- oder schönzureden: "Pfui! Pfui! Pfui! Das kommt mir ungeschickt - Lässt sich nichts davon wegplaudern?" Auch sein Angebot nun Christ werden zu wollen hilft ihm jetzt nicht mehr: "So will ich ein Christ werden!" Darauf kann die Kirche gerade noch verzichten, obwohl sie auch dazu beitrug, dass Millionen Moslems 2015 die Grenze passierten: "Die Kirche bedankt sich für die Blattern des Heidenthums." Sein einziger Wünsch, da er eine Heidenangst vor Kreuz und Kirche hat, bleibt: "Aber hängt mich nur an keine christliche Kirche." Im Gegensatz zu Moslems halten christliche Ritter ihr Wort: "Ein Ritter hält Wort. Ich versprach dir deinen eigenen Galgen." "Nicht viel Federlesens, Heide! Man hat noch mehr zu tun." So bereitet sich der Moslem auf das Jenseits vor: "So mag's sein - und der Teufel kann sich auf den Extrafall rüsten." [45] 
 

Friedrich Schiller als Philhelene

In vielen Gedichten warnt Schiller ähnlich wie Viktor Hugo indirekt vor der alles verwüstenden Pest der Türken. Selbst in der Europa-Hymne nimmt er die von den Türken bedrängten Griechen in Schutz und fordert die Befreiung Griechenlands von der "Lügenbrut" der Türken: "Festen Mut in schwerem Leiden, / Hilfe, wo die Unschuld weint, / ... Wahrheit gegen Freund und Feind, / ... Dem Verdienste seine Kronen, / Untergang der Lügenbrut!" In seinem Gedicht "Die Götter Griechenlands" ruft er aus: "Schöne Welt, wo bist du? – Kehre wieder, / Holdes Blütenalter der Natur!" Das Griechenland (Arkadien) vor dem Türkenjoch wird von Schiller als das Jugendalter bezeichnet: "Spiele, liebliche Unschuld! Noch ist Arkadien um dich, / Und die freie Natur folgt nur dem fröhlichen Trieb."   [46] 

Ihre Moscheen, die in der Regel umgewandelte und verschandelte byzantinische Kirchen waren, zeigen, wie wenig Sinn die Türken für die Kunst der Griechen und Byzantiner übrig hatten, weshalb sie auch nie "in der Erkenntnis Land" gelangen konnten; wahre Erkenntnis blieb ihnen bis heute verschlossen, was sich schon daran zeigt, dass fast 100 Prozent der Türken Moslems sind. Schönheit und Wahrheit ist bei Türken völlig unbekannt: "Was wir als Schönheit hier empfunden, / Wird einst als Wahrheit uns entgegen gehn." Bis heute halten sie an ihrem Lügenprophet fest: "Im Fleiß kann dich die Biene meistern, / In der Geschicklichkeit der Wurm dein Lehrer sein, / Dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern, / Die Kunst, o Mensch, hast du allein. / Nur durch das Morgentor des Schönen / Drangst du in der Erkenntnis Land." [47] 

Viele sogenannte Barbaren, die später Christen wurden, staunten über die antike und byzantinische Kunst: "Bald drängten sich die staunenden Barbaren / Zu diesen neuen Schöpfungen heran./ Seht, riefen die erfreuten Schaaren, / Seht an, was hat der Mensch getan!" [48] 

Die Muslik, die von Moslems bekämpft wird, wurde zur christlichsten aller Künste: "Das Lächeln blühte auf der Wange; / Der Stimme seelenvolles Spiel / Entfaltete sich zum Gesange; / Im feuchten Auge schwamm Gefühl, / Und Scherz mit Huld in anmutsvollem Bunde / Entquollen dem beseelten Munde." [49] 

Weisheit, Milde, Grazie manifestierte sich in den Künsten zuerst in Griechenland: "Der Weisen Weisestes, der Milden Milde, / Der Starken Kraft, der Edeln Grazie / Vermähltet ihr in einem Bilde / Und stelltet es in eine Glorie. / Der Mensch erbebte vor dem Unbekannten, / Er liebte seinen Wiederschein; / Und herrliche Heroen brannten, / Dem großen Wesen gleich zu sein. / Den ersten Klang vom Urbild alles Schönen – / Ihr ließet ihn in der Natur ertönen." Auch spätere neue Schönheitswelten erinnern sich daran: "Der fortgeschrittne Mensch trägt auf erhobnen Schwingen / Dankbar die Kunst mit sich empor, / Und neue Schönheitswelten springen / Aus der bereicherten Natur hervor. / Des Wissens Schranken gehen auf" [50] 

Wo die Künste Griechenlands blühten, da "lacht die Menschheit"; die Türkenherrschaft in Griechenland vernichtete alles: "Wie lacht die Menschheit, wo ihr weilet! / Wie traurig liegt sie hinter euch! / Die einst mit flüchtigem Gefieder / Voll Kraft aus euren Schöpferhänden stieg, / In eurem Arm fand sie sich wieder, / Als durch der Zeiten stillen Sieg / Des Lebens Blüte von der Wange, / Die Stärke von den Gliedern wich, / Und traurig, mit entnervtem Gange, / Der Greis an seinem Stabe schlich. / Da reichtet ihr aus frischer Quelle / Dem Lechzenden die Lebenswelle; / Zweimal verjüngte sich die Zeit, / Zweimal von Samen, die ihr ausgestreut." [51] 

Christentum und Renaissance hauchten Griechenland und dem neuen Europa ("Abendland") Leben ein, das Ende der Sklaverei und Türkenherrschaft wurde eingeläutet: "Vertrieben von Barbarenheeren, / Entrisset ihr den letzten Opferbrand / Des Orients entheiligten Altären / Und brachtet ihn dem Abendland. / Da stieg der schöne Flüchtling aus dem Osten, / Der junge Tag, im Westen neu empor, / Und auf Hesperiens Gefilden sprossten / Verjüngte Blüten Ioniens hervor. / Die schönere Natur warf in die Seelen / Sanft spiegelnd einen schönen Wiederschein, / Und prangend zog in die geschmückten Seelen / Des Lichtes große Göttin ein. / Da sah man Millionen Ketten fallen, / Und über Sklaven sprach jetzt Menschenrecht; / Wie Brüder friedlich mit einander wallen, / Wo mild erwuchs das jüngere Geschlecht. / Mit innrer hoher Freudenfülle / Genießt ihr das gegebne Glück / Und tretet in der Demut Hülle / Mit schweigendem Verdienst zurück." [52]

Kunst und echte Wissenschaft können wieder blühen: "Die von dem Ton, dem Stein bescheiden aufgestiegen, / Die schöpferische Kunst, umschließt mit stillen Siegen / Des Geistes unermessnes Reich. / Was in des Wissens Land Entdecker nur ersiegen, / Entdecken sie, ersiegen sie für euch. / Der Schätze, die der Denker aufgehäufet, / Wird er in euren Armen erst sich freun, / Wenn seine Wissenschaft, der Schönheit zugereifet, / Zum Kunstwerk wird geadelt sein – / Wenn er auf einen Hügel mit euch steiget / Und seinem Auge sich, in mildem Abendschein, / Das malerische Tal – auf einmal zeiget." [53]

Byzantinische und europäische Kunst und Wissenschaft konnte sich dank Christentum und Renaissance weiter ausbreiten: "Wie leicht war er dahin getragen, / Was war dem Glücklichen zu schwer! / Wie tanzte vor des Lebens Wagen / Die luftige Begleitung her! / Die Liebe mit dem süßen Lohne, / Das Glück mit seinem goldnen Kranz, / Der Ruhm mit seiner Sternenkrone, / Die Wahrheit in der Sonne Glanz!" Heute werden byzantinische Kunst und Wissenschaft an Schulen und Universitäten zunehmend durch verfälschte Wissenschaften wie Islamwissenschaft ersetzt, muslimische "Schriftsteller", die ihre islamistische Ideologie verschleiern, lassen sich von Politikern und renomierten Verlagen wie Hanser und Klett feiern: "Doch, ach! schon auf des Weges Mitte / Verloren die Begleiter sich, / Sie wandten treulos ihre Schritte, / Und einer nach dem andern wich. / Leichtfüßig war das Glück entflogen, / Des Wissens Durst blieb ungestillt, / Des Zweifels finstre Wetter zogen / Sich um der Wahrheit Sonnenbild. / Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze / Auf der gemeinen Stirn entweiht." [54]

Für viele islamische Schriftsteller gilt der Satz Schillers: "Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze / Auf der gemeinen Stirn entweiht." Dabei solle man nicht, so Basilius, auf die hören, die "in ihrem Gehirn keine Logik haben" wie die Valentinianer, Arianer und Mohammedaner; dies trifft auch auf die Islamistin Kübra Gümüsay zu. Der Hanser Verlag Berlin hat sich sogar für die Veröffentlichung ihres islamistischen Machwerks hergegeben. Die Bloggerin gilt als Autorin, "die keine Argumente kennt" und die "in ihrem Gehirn keine Logik" hat. Sie möchte z.B.dass neben Goethe in Schulen andere Autoren gelesen werden sollten wie z.B. der Islamist und Antisemit Necip Fazil Kisakürek. Schon 2010 schrieb sie seinen Namen im gleichen Atemzug mit Goethe. Der Text im Buch ist nämlich nur ein leicht geänderter, der damals in der linksradikalen und muslim-freundlichen „taz“ erschien. Anna Prizkau schreibt über sie: "Auf ihrem Blog zählt sie Vorwürfe auf, die sie so hört. Um „Millî Görüs“ geht es unter andrem, mit der sie angeblich sympathisierte. Was diese islamistische Bewegung macht? Auf Facebook Werbung für Kisakürek-Bücher, Gedenkaufrufe für den toten Gründer Erbakan, der selbstverständlich auch ein Judenhasser war. Diese Bewegung „will eine ,Gerechte Ordnung‘ auf der Grundlage des Islams begründen, die langfristig alle anderen, als ,nichtig‘ erachteten politischen Systeme ablösen soll“, sagt der Verfassungsschutz von Baden-Württemberg. Und was sagt Gümüsay, die 2016 bei „Millî Görüs“ einen Vortrag hielt? ... Weiter erklärt sie sich zu Erdogan. Seit Jahren wird ihr vorgeworfen, was sie vor Jahren schrieb: „Also, on a personal note: I currently don’t see any alternative to AKP in Turkey. So, we need constructive criticism!“ ... Das alte Zweifelhafte an Kübra Gümüsay versucht man aus dem Kopf zu sperren, weil man aufs gute Neue wartet. Aber da steht nichts Neues... Es geht um Opferaura und mehr nicht." Es geht ihr, der Muslima, darum, ihre Erfahrungen neben "das größtmögliche Leid, das der Schoa zu stellen, um so ihre Erfahrungen größer aussehen zu lassen, schmerzhafter. Das wiederum ist so durchsichtig, dass es am Ende übersehen wird. Denn Gümüsay wird überall und laut gelobt; von Kritikern, Kulturmenschen, Politikern."  [55] 

Schiller sagt, ein "falscher Studiertrieb" habe sich an Universitäten breit gemacht: "O, viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele, / Seh' ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt." An Universitäten wie Münster und Frankfurt wurde schon das Fach Byzantinistik (Wissenschaft vom christlichen Orient) durch Islamwissenschaften ersetzt. Es wird quasi eine Wissenschaft der Freunde der Wahrheit durch die der "Feinde der Wahrheit" ersetzt. Man heißt z.B. die Darstellung des Christentums in islamischen Religionsbüchern gut, obwohl das Christentum in Schulbüchern wie "Miteinander auf dem Weg" vollkommen verfälscht den Kindern vermittelt wird und in der Hauptsache auf die Zehn Gebote hinausläuft., "was nicht nur eine Schwundstufe , sondern eine verdrehende Vereinnahmung des wesentlich transmoralischen Christentums ist. Auf die Schülerschaft wartet hier eine Entdeckung, die den Eindruck erwecken muss, dass das Evangelium gar kein christliches Sondergut ist." Unter der Überschrift "Das Evangelium" wird die Sure 57, 26-27 zitiert, in der wie in vielen anderen Suren zu Jesus und Maria auch, die Tatsachen verdreht und die Christen indirekt als Frevler dargestellt werden. In diesen muslimischen Religionsbüchern wird hauptsächlich moralisiert und damit zur Altklugheit erzogen. Im Schulbuch für die erste und zweite Klasse wird Mohammed oder Muhammad, wie er auch genannt wird, als Sonne dargestellt und beispielsweise von ihm gesagt "Er war sauber und ordentlich" oder "Muhammad hielt beim Gähnen oder Niesen die Hand vor den Mund." Mit Hygiene hat das allerdings nicht viel zu tun, denn die Hand alleine reicht nicht aus, um den Bakterienstrom zum Gegenüber zu stoppen, er muss bekanntlich vor allem in eine andere Richtung gelenkt werden. Weiter wird über Muhammad gesagt: "Er war freundlich zu allen, er war ehrlich, er lästerte nicht, er half anderen." Sieht man sich den Koran an und die Art wie Muhammad und seine Nachfolger die Menschen, auch Christen, zwang, zum Islam überzutreten und sie andernfalls brutal abschlachten ließ, trifft das genaue Gegenteil zu. Muhammad und seine Nachfolger waren vor allem unfreundlich zu Christen; durch Kopfsteuer verhinderten sie, dass die Christen sich in muslimischen Ländern langsamer ausbreiten konnten als Moslems. Muhammad und seine Nachfolger lästerten vor allem über das Christentum, in allen islamischen Städten, vor allem in Mekka und Jerusalem sind die Moscheen und andere islamische Gebäude (wie die höchste Turmuhr der Welt in Mekka) voll mit Hetzparolen gegen das Christentum. Um Muhammad ist ein "gewaltiges dogmatisch-kitschiges Erinnerungsbusiness" entstanden. Die ursprüngliche Kaaba in Mekka ist kaum noch zu erkennen, weil islamisch-monströse Bauten, die jegliches Maß verloren haben, aus dem Boden gestampft wurden, nicht zuletzt der sogenannte größte Turm mit Uhrwerk, an dem auch westliche Architekten mitgewirkt hatten; allerdings durften sie das von ihnen entworfene Bauwerk nicht betreten, da Mekka nur von Moslems besucht werden darf. Der Grund dafür liegt darin, dass hier die Pilger in aller Ruhe radikalisiert und gegen das Christentum aufgehetzt werden sollen. Von Humanismus und Toleranz kann im Islam also nicht die Rede sein. Muhammad lügte, dass sich die Balken bogen, denn seiner Ansicht nach dürfe man Nicht-Muslime belügen. In islamischen Religionsbüchern ist was Luther die "höchste Kunst der Christenheit" genannt hatte, nämlich die Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium, hier bis zu Unkenntlichkeit moralisch verwässert. Bezeichnend ist, dass dekadente, linksgerichtete Religionspädagogen wie Manfred Spieß von der Universität Bremen derartige islamische Schulbücher in den höchsten Tönen loben: Das Religionsbuch „Miteinander auf dem Weg“ sei kein katechetisches Lehrbuch, sondern ein Türöffner für das Nachdenken über "den islamischen Glauben", das dazu "wichtige und hilfreiche Dienste leisten" könne. Und es sei sicherlich nicht zufällig, "dass dieses islamische Schulbuch zeitgleich und auch im Layout sehr ähnlich wie das neue evangelische Grundschulbuch „Die Reli-Reise“ im selben Verlag erscheint!" Auch wenn die „Reli-Reise“ ein Lehrwerk für den evangelischen Unterricht sei, so finde "auch eine Erstbegegnung mit dem Islam" statt. inhaltlich konzentriere man sich auf "das Kennenlernen der Gotteshäuser" wie Moscheen. Erstaunlich, dass ein so bekannter Verlag, wie der Ernst Klett Verlag in Stuttgart sich dafür hergeben, eine derartige Propaganda für den Islam und gegen das Christentum zu veröffentlichen. Hilfreich für die Erziehung können solche Schulbücher nicht sein, selbst wenn man als Herausgeber/Schriftsteller (M. Khorchide, B. Yilmaz, F. Döbber, Sahinder Gelim, Markus Gerhold, Carolin Asisa Hammad, Renate Karaoglan, Fereba Seleman, Ismail H. Yavinzcan, Eva-Maria El-Shabassy) und Berater (Clauß Peter Sajak, Yamina Tahiri, Irmgard Zingelmann) noch so viele Sozial- und Religionspädagogen anführt.  Viele assoziieren daher mit dem Islam Terror, Fanatismus, Intoleranz, Frauenfeindlichkeit, Parallelgesellschaft, Verfassungsfeindlichkeit. Mouhanad Khorchide, Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, versucht dem entgegenzuwirken, indem er den Islam in rosa Wattebäuschchen verpackt. In diesem Sinne bildet er islamische Religionslehrer und Imame aus. Neben den oben erwähnten Schulbüchern, die für Kinder vollkommen untauglich sind, da sie den Kindern eine falsche Vorstellung von Islam und Christentum vermitteln, hat er in seinem Buch "Islam ist Barmherzigkeit" seine Vision von einem "aufgeklärten Islam" vorgestellt. Der Islam sei eine "humanistische" Religion, die vor allem von "Gottesbarmherzigkeit, Gottesliebe und Freiheit" geprägt sei. Wie er das mit dem Koran in Einklang bringen will, kann er allerdings nicht schlüssig darlegen. Einfacher für ihn wäre es, zum Christentum zu konvertieren, denn dann könnte er wirklich von Freiheit auch im Sinne von Novalis, Schiller und Hölderlin reden. Freiheit gibt es in der Welt nicht durch den Islam sondern durch das Christentum. Daher kann es auch in Zukunft keinen islamischen Religionsunterricht geben, der das Christentum erklärt, sondern ein christlicher Religionsunterricht, der den Islam erklärt. Dies wird von den meisten Politikern wie Armin Laschet, der in seiner Verirrung sogar den Islam als Religionsgemeinschaft staatlich anerkennen will, und IslamwissenschaftlerInnen falsch eingeschätzt, so auch von der Leiterin des Forschungszentrum "Globaler Islam" an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie meint zwar, es sei unbestreitbar, "dass der Dschihad bereits in der Frühzeit des Islams konstitutiv für die muslimische Gemeinschaft war und sich dazu sowohl Koranverse als auch Texte aus den prophetischen Überlieferungen finden lassen. Auf solche Quellen berufen sich dschihadistische Theoretiker des 20. Jahrhunderts wie Hassan al-Banna, Gründer der Muslimbruderschaft, der den Dschihad als probates Mittel zur Etablierung einer islamischen Ordnung stilisierte, die ägyptischen Dschihadisten Sayyid Qutb und Abd al-Salam Faray und der jemenitisch-amerikanische Prediger Anwar al-Awlaqi," Sie kommt aber zu eklatanten Fehlurteilen, wenn sie von dem oben beschriebenen Gelehrten Mouhanad Khorchide schwärmt: Er stelle "den Islam überzeugend als Religion der Barmherzigkeit" dar. Dschihadisten mögen eine Art "Elitetruppe des Islams" sein, die wirkliche Elitetruppe sind allerdings die, die als Solche unerkannt bleiben, weil sie nach aussen einen scheinbar friedlichen und barmherzigen Islam predigen, in Wirklichkeit aber die Weltherrschaft des Islams anstreben. [56] 

Die Götter des antiken Griechenlands, vergleichbar mit den Göttern, die im "Rheingold", der "Walküre" und "Siegfried" ("Ring des Nibelungen") auftreten und von Richard Wagner eindrucksvoll muslikalisch in Szene gesetzt werden, begleiteten die Menschheit in der Kind- und Jugendzeit: "Und wie der erfindende Sohn des Zeus / Auf des Schildes einfachem Runde / Die Erde, das Meer und den Sternenkreis / Gebildet mit göttlicher Kunde, / So drückt er ein Bild des unendlichen All / In des Augenblicks flüchtig verrauschenden Schall. / Er kommt aus dem kindlichen Alter der Welt, / Wo die Völker sich jugendlich freuten; / Er hat sich, ein fröhlicher Wandrer, gesellt / Zu allen Geschlechtern und Zeiten. / Vier Menschenalter hat er gesehn / Und lässt sie am fünften vorübergehn." [57] 

Die sogenannte "Götterdämmerung" setzte ein und ein neuer Heiland für die Menschen wurde geboren: Jesus Christus: "Die Götter sanken vom Himmelsthron, / Es stürzten die herrlichen Säulen, / Und geboren wurde der Jungfrau Sohn, / Die Gebrechen der Erde zu heilen; / Verbannt ward der Sinne flüchtige Lust, / Und der Mensch griff denkend in seine Brust." Auch wenn das Leben im Mittelalter erst finster war, so entwickelte sich im Christentum die sakrale Musik und der Minnegesang: "Doch war das Leben auch finster und wild, / So blieb doch die Liebe lieblich und mild. / Und einen heiligen, keuschen Altar / Bewahrten sich stille die Musen; / Es lebte, was edel und sittlich war, / In der Frauen züchtigem Busen; / Die Flamme des Liedes entbrannte neu / An der schönen Minne und Liebestreu. / Drum soll auch ein ewiges, zartes Band / Die Frauen, die Sänger umflechten, / Sie wirken und weben, Hand in Hand, / Den Gürtel des Schönen und Rechten. / Gesang und Liebe in schönem Verein, / Sie erhalten dem Leben den Jugendschein." [58] 

Schiller will die Frauen aber nicht nur im Minnesang geehrt wissen, sondern auch in späteren Zeiten: "Ehret die Frauen! sie flechten und weben / Himmlische Rosen ins irdische Leben, / Flechten der Liebe beglückendes Band, / Und in der Grazie züchtigem Schleier / Nähren sie wachsam das ewige Feuer / Schöner Gefühle mit heiliger Hand." Auch der Philhelene Lord Byron war Schillers Ansicht; er sprach den Türken sogar die Fähigkeit ab, ehrenhaft mit Frauen umzugehen:  "Denn alle Türken halten viel auf Fraun, / Obgleich man nicht viel Gutes davon hört. / Sie halten sie wie Hunde (im Vertraun / Gesagt) und kaufen sie, wie wir ein Pferd; / Zwar viele sind's, doch sieht man nichts davon, / Gesetzlich vier, und sonst à discretion. / Sie bleiben stets verschleiert und bewacht / Und sehen kaum die männlichen Verwandten; / So viel wird auch von ihnen nicht gelacht, / Wie's wohl bei Fraun geschieht in andern Landen; / Auch glaub' ich, dass dies Leben blass sie macht. / Da Türken nicht gesprächig sind, so kannten / Die Fraun von je kein anderes Vergnügen, / Als Bäder, Liebe, Putz und Kinderkriegen. / Sie wissen nichts von Lesen oder Schreiben, / Von Kritisiren oder Versemachen; / Journale, Predigten, Romane bleiben / Wie Geist und Witz für sie stets fremde Sachen, – / Die Bildung würde sie zum Aufruhr treiben! / ... Die armen kleinen Türkenfraun genießen / Nichts von so lehrreich liebenswürd'gen Leuten; / Sie würden als ein Wunder sie begrüßen, / Als hörten Glocken in Moscheen sie läuten. / Ich glaub', es wär' der Mühe wert, wir ließen – / Der beste Plan schlägt freilich fehl zu Zeiten – / Als Missionar solch einen Herrn hinreisen, / Im Christlichsprechen sie zu unterweisen." (Lord Byron) [59] 

Orden wie die Templer und Johanniter schützten griechische Inseln wie Rhodos und Zypern, geleiteten Pilger und Kreuzfahrer zum heiligen Land; die Johanniter errangen sich sogar eine "doppelte Palme", weil sie nicht nur die Ungläubigen Moslems bekämpften, sondern auch Kranke heilten: "Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung, / Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt, / Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet / Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem heiligen Grab. / Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters, / Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms, / Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet / Und die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt. / Religion des Kreuzes, nur du verknüpfest in einem / Kranze der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!" [60] 

Der Mensch ist ursprünglich frei geschaffen, nur steht er vielfach noch unter dem Joch der Ungläubigen, wie die Griechen unter dem Joch der Türken standen und sich erst nach und nach davon befreiten; oder die Moslems z.B. in der Türkei, die immer noch unter dem Joch des Islams stehen; der islamische Terror ist so stark, dass selbst Moslems in Europa sich nicht trauen die Ketten des Islams abzuschütteln; sogar europäische Politiker und Kleriker bestärken die Moslems darin diese Ketten beizubehalten: "Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, / Und würd' er in Ketten geboren, / Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei, / Nicht den Missbrauch rasender Toren! / Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht, / Vor dem freien Menschen erzittert nicht! / Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, / Der Mensch kann sie üben im Leben, / Und sollt' er auch straucheln überall, / Er kann nach der göttlichen streben, / Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt." [61] 

Zur Zeit der Osmanen bzw. Türken wurde das "Joch der Ungläubigen" auf viele Länder ausgedehnt. Die osmanische Expansion vollzog sich damals in drei Phasen. In einer ersten Phase werden die Sultane, von christlichen Herrschern um Unterstützung gebeten, in deren Händel einbezogen. Die Sultane scheinen damit zu Interessenwahrern christlicher Regenten zu werden, treten aber zugleich in ein politisches Spiel ein, das zunehmend ihr eigenes Spiel wird. In der zweiten Phase ist die militärische Überlegenheit der Osmanen so stark, dass sich die christlichen Herrscher unversehens als Tributzahler wiederfinden. Mit dieser Abhängigkeit sind weitere Verpflichtungen verbunden, etwa militärische Hilfe für den Sultan (auch heute wird die Türkei von Deutschland und der EU finanziell unterstützt, so dass die Türkei mehr Geld für ihre Kriegskasse zur Verfügung hat) . Aus eigenständig politisch Handelnden werden Objekte, denen der Sultan einen sehr engen Handlungsspielraum vorgibt. "Um diese Abhängigkeit zu zementieren, verlangen die Sultane hochrangige Geiseln: Fürstenkinder, die am Hof des Sultans - verbunden mit einer Konversion zum Islam - erzogen werden, oder als Ehefrauen für den Harem des Sultans besimmt sind." Erst in der dritten Phase kommt es zur formellen Eroberung und islamisierung. Auch für die Osmanen gilt: Der Islam kennt nur die "völlige Unterwerfung des Menschen unter den wilkürlichen Willen Gottes, womit die Freiheit des Menschen geleugnet und die Gewalt um des Glaubens willen als legitimes Mittel angesehen wird. Dies schliesst eine pragmatische Politik nicht aus; im Gegenteil, das Verbergen der wahren Ziele, die Verstellung ('Taqia') ist ebenso erlaubt wie ungerechtes Handeln, wenn es der Sache des Islams dient." [62]

Bei vielen Historikern und Politikern gibt es eine "Tendenz zur Verharmlosung" in der Frage nach dem Umgang der Osmanen mit den besiegten Christen; sie meinen, im Osmanischen Reich sei niemand wegen seines Glaubens verfolgt worden. Die Christen seinen nur von der Sondersteuer belastet gewesen. Die Wirklichkeit sieht anders. aus. Zum Beispiel wurde 1480 ein Massaker an Christen verübt nach der Eroberung der italienischen Stadt Otranto. "Die Einwohner Otrantos wussten, was es bedeutete, fortan unter dem Turban zu leben, denn mit Sicherheit waren zu ihnen die Nachrichten von den Gräueln der Osmanen bei der Eroberung Konstantinopels gelangt. Und auch in Otranto ereignete sich das, was in Konstantinopel und vielen anderen von den Muslimen eroberten Orten geschah: die selbst für die damalige Zeit beispiellose Massenversklavung von Frauen und Kindern." Es war Sultan Mehmed I. (1413-1421), der gegenüber den Christen eine der grauenvollsten Praktiken einführte, die sich über mehrere Jahrhunderte halten sollte: die Knabenlese. Ab einem Alter von etwa sechs bis zwanzig Jahren wurden besonders kräftige Knaben ihren christlichen Eltern geraubt und vornehmen Osmanen oder dem Sultan übergeben. "Als Erzieher fungierten Eunuchen und Derwische, die ihnen einen fanatischen Islam und absolute Ergebenheit gegenüber dem Herrscher einimpften. So bezog die Elitetruppe der Janitscharen zum großen Teil ihren Nachwuchs aus diesen Knaben, die, auch wenn sie Karriere gemacht hatten, keine Chance hatten, je ihre Familie wiederzusehen. Die Zahl der geraubten Knaben war gerade in den Jahrhunderten der größten osmanischen Expansion sehr hoch (Schätzungen gehen auf ca. 1/5 aller Knaben); sie richtete sich in der Regel nach dem Bedarf, der an gut ausgebildeten zivilen und militärischen Personal bestand. Doch wurden oft genug auch viel mehr Knaben ihren Eltern weggenommen als benötigt. Man verkaufte sie dann als Sklaven oder - trotz des strengen Verbots im Islam - als Lustknaben; oder aber man bot den verzweifelten Eltern die Möglichkeit an, ihre Kinder zurückzukaufen - ein florierender Menschenhandel also." Davon zeugt noch ein altes Wiegenlied "Heidschi Bumbeidschi", das eigentlich ein Klagelied ist. Der Heidschi Bumbeidschi, der in diesem Lied das Büblein mitnimmt, und nicht mehr bringt, ist niemand anders als der Hadschi (früherer Mekka-Pilger) Om-Baschi (Hauptmann oder türkischer Dorfbefehlshaber). Auch christliche Mädchen und junge Frauen waren in besonderer Weise Opfer der osmanischen Eroberungen: Sie fanden sich wieder in den Harems der Reichen oder wurden zur Beute der Soldaten. "Gefangenentötung, Kinderraub, Versklavung und Menschenhandel, verbunden mit unsäglichen Zerstörungen oder Schändungen christlicher Kirchen und Heiligtümer - all dies geschah nicht nur als Kollateralschaden der Kriege, als Folgen einer ohnehin gewalttätigen Zeit; diese Gräuel waren, wie auch die von den Christen zu entrichtende Sondersteuer, ganz bewusst eingesetzt Demütigungen.... Zu diesen Demütigungen gehörte auch die den Christen wie den Juden auferlegte Pflicht, sich durch ein besonderes Anzeichen an der Kleidung kenntlich zu machen. Auch war der Besitz von Waffen und Pferden den Nichtmuslimen verboten." Von Toleranz konnte unter diesen Umständen keine Rede mehr sein, zumal die Christen ihren Glauben nicht in der Öffentlichkeit ausüben und bekennen durften. Gewalt gegen die Christen und die Einwanderung türkischstämmiger Bevölkerung brachte die Christen in vielen Regionen in eine Minderheitenposition. [63] 

Diejenigen, die das "Licht der Freiheit - light of deliverance" (Percy Bysshe Shelley) schützen oder die Unterdrückten vom Joch des Islams befreien, werden von Schiller immer wieder beschrieben und geehrt, so auch in seinen Gedichten  "Der Kampf mit dem Drachen" und über die Johanniter: "Den kühnen Ritter soll man ehren! / Und nach dem Kloster geht der Zug, / Wo Sankt Johanns des Täufers Orden, / Die Ritter des Spitals, im Flug / Zu Rate sind versammelt worden." Es gilt natürlich die ungläubigen Sarazenen bzw. Moslems zu bezwingen, den falschen Gott Allah; darüber hinaus ist er aber generell wie Parzival und Lohengrin der Welt zum Retter gesandt: "Ist nur der Sarazen es wert, / dass ihn bekämpft des Christen Schwert? / Bekriegt er nur die falschen Götter? / Gesandt ist er der Welt zum Retter, / Von jeder Not und jedem Harm / Befreien muss sein starker Arm, / Doch seinen Mut muss Weisheit leiten, / Und List muss mit der Stärke streiten." Der Drache, der die Kirche in Beschlag genommen hat symbolisiert quasi die Hydra-Brut des Islam (Percy Bysshe Shelley), die im Orient viele Kirchen in Moscheen verwandelt hat und Christen an der Ausübung ihres Glaubens hindert: "Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch / Auf eines Felsenberges Joch, / Der weit die Insel überschauet, / Des Meisters kühner Geist erbauet. / Verächtlich scheint es, arm und klein / Doch ein Mirakel schließt es ein, / Die Mutter mit dem Jesusknaben, / Den die drei Könige begaben. / Auf dreimal dreißig Stufen steigt / Der Pilgrim nach der steilen Höhe, / Doch hat er schwindelnd sie erreicht, / Erquickt ihn seines Heilands Nähe. / Tief in den Fels, auf dem es hängt, / Ist eine Grotte eingesprengt, / Vom Tau des nahen Moors befeuchtet, / Wohin des Himmels Strahl nicht leuchtet / Hier hausete der Wurm und lag, / Den Raub erspähend, Nacht und Tag. / So hielt er wie der Höllendrache / Am Fuß des Gotteshauses Wache, / Und kam der Pilgrim hergewallt / Und lenkte in die Unglücksstraße, / Hervorbrach aus dem Hinterhalt / Der Feind und trug ihn fort zum Fraße." Auch der Unterschied zwischen Christen und Moslems wird herausgearbeitet: "Mut zeiget auch der Mameluck, / Gehorsam ist des Christen Schmuck; / Denn wo der Herr in seiner Größe / Gewandelt hat in Knechtes Blöße, / Da stifteten, auf heilgem Grund, / Die Väter dieses Ordens Bund, / Der Pflichten schwerste zu erfüllen: / Zu bändigen den eignen Willen! / Dich hat der eitle Ruhm bewegt, / Drum wende dich aus meinen Blicken, / Denn wer des Herren Joch nicht trägt, / Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.« / Da bricht die Menge tobend aus, / Gewaltger Sturm bewegt das Haus, / Um Gnade flehen alle Brüder, / Doch schweigend blickt der Jüngling nieder, / Still legt er von sich das Gewand / Und küsst des Meisters strenge Hand / Und geht. Der folgt ihm mit dem Blicke, / Dann ruft er liebend ihn zurücke / Und spricht: Umarme mich, mein Sohn! / Dir ist der härtre Kampf gelungen. / Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn / Der Demut, die sich selbst bezwungen. « " [64] 
 
 

Philosophisches


Die verschiedene Bestimmung.

Millionen beschäftigen sich, dass die Gattung bestehe;
    Aber durch Wenige nur pflanzet die Menschheit sich fort.
Tausend Keime zerstreuet der Herbst, doch bringet kaum einer
    Früchte; zum Element kehren die meisten zurück.
Aber entfaltet sich auch nur einer, einer allein streut
    Eine lebendige Welt ewiger Bildung aus.  - Friedrich Schiller
 

Die Philosophieen

Welche wohl bleibt von allen den Philosophieen? Ich weiß nicht.
Aber die Philosophie, hoff' ich, soll ewig bestehn.  - Friedrich Schiller
 

David Hume

Rede nicht mit dem Volk! Der Kant hat sie alle verwirret.
Mich frag', ich bin mir selbst auch in der Hölle noch gleich.  - Friedrich Schiller
 

Rechtsfrage

Jahre lang schon bedien' ich mich meiner Nase zum Riechen;
Hab' ich denn wirklich an sie auch ein erweisliches Recht?

Puffendorf

Ein bedenklicher Fall! Doch die erste Possession scheint
Für dich zu sprechen, und so brauche sie immerhin fort!  - Friedrich Schiller
 

Gewissensskrupel (Kant' sche Philosophie)

Gerne dien' ich den Freunden, doch tu' ich es leider mit Neigung,
Und so wurmt es mir oft, dass ich nicht tugendhaft bin.

Entscheidung

Da ist kein anderer Rat, du musst suchen, sie zu verachten,
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut.  - Friedrich Schiller
 
 
 

Geist der Wahrheit

Schiller kämpft immer für den Geist der Wahrheit, so auch in seinem Trauerspiel Maria Stuard. Er lässt Mortimer schildern, was es heisst im Geist der Unwahrheit aufzuwachsen: "Ich hatte nie der Künste Macht gefühlt: Es hasst die Kirche, die mich auferzog, der Sinne Reiz, kein Abbild duldet sie, allein das körperlose Wort verehrend". Zwar ist er nicht so tief gefallen, dass er den islamischen Glauben angenommen hatte, aber der Glaube der Puritaner in England ist ebenfalls ein Irrglaube, weshalb er zum wahren Glauben zurückkehrt: "Der Kirche not tut, dass der Geist der Wahrheit geruht hat auf den Sitzungen der Väter. Die Wahnbegriffe meiner kind'schen Seele, wie schwanden sie vor seinem siegenden Verstand ... Ich kehrte in der Kirche Schoß zurück, schwur meinen Irrtum ab in seine Hände." [65]
 
"Mortimer. Ich zählte zwanzig Jahre, Königin,
In strengen Pflichten war ich aufgewachsen,
In finsterm Hass den Papsttums aufgesäugt,
Als mich die unbezwingliche Begierde
Hinaustrieb auf das feste Land. Ich ließ
Der Puritaner dumpfe Predigtstuben,
Die Heimat hinter mir, in schnellem Lauf
Durchzog ich Frankreich, das gepriesene
Italien mit heißem Wunsche suchend.
Es war die Zeit des großen Kirchenfests,
Von Pilgerscharen wimmelten die Wege,
Bekränzt war jedes Gottesbild, es war,
Als ob die Menschheit auf der Wandrung wäre,
Wallfahren nach dem Himmelreich – Mich selbst
Ergriff der Strom der glaubenvollen Menge
Und riss mich in das Weichbild Roms –
Wie ward mir, Königin!
Als mir der Säulen Pracht und Siegesbogen
Entgegenstieg, des Kolosseums Herrlichkeit
Den Staunenden umfing, ein hoher Bildnergeist
In seine heitre Wunderwelt mich schloss!
Ich hatte nie der Künste Macht gefühlt:
Es hasst die Kirche, die mich auferzog,
Der Sinne Reiz, kein Abbild duldet sie,
Allein das körperlose Wort verehrend.
Wie wurde mir, als ich ins Innre nun
Der Kirchen trat und die Musik der Himmel
Herunterstieg und der Gestalten Fülle
Verschwenderisch aus Wand und Decke quoll,
Das Herrlichste und Höchste, gegenwärtig,
Vor den entzückten Sinnen sich bewegte,
Als ich sie selbst nun sah, die Göttlichen,
Den Gruß des Engels, die Geburt des Herrn,
Die Heil'ge Mutter, die herabgestiegne
Dreifaltigkeit, die leuchtende Verklärung –
Als ich den Papst drauf sah in seiner Pracht
Das Hochamt halten und die Völker segnen.
O, was ist Goldes, was Juwelen Schein,
Womit der Erde Könige sich schmücken!
Nur er ist mit dem Göttlichen umgeben.
Ein wahrhaft Reich der Himmel ist sein Haus,
Denn nicht von dieser Welt sind diese Formen.

Maria. O schonet mein! Nicht weiter.Höret auf,
Den frischen Lebensteppich vor mir aus
Zu breiten – Ich bin elend und gefangen.

Mortimer. Auch ich war's, Königin! und mein Gefängnis
Sprang auf, und frei auf einmal fühlte sich
Der Geist,den Lebens schönen Tag begrüßend.
Hass schwur ich nun dem engen dumpfen Buch,
Mit frischem Kranz die Schläfe mir zu schmücken,
Mich fröhlich an die Fröhlichen zu schließen.
Viel edle Schotten drängten sich an mich,
Und der Franzosen muntre Landsmannschaften.
Sie brachten mich zu Eurem edeln Oheim,
Dem Kardinal von Guise – Welch ein Mann!
Wie sicher, klar und männlich groß! – Wie ganz
Geboren, um die Geister zu regieren!
Das Muster eines königlichen Priesters,
Ein Fürst der Kirche, wie ich keinen sah!

Maria. Ihr habt sein teures Angesicht gesehn,
Des vielgeliebten, des erhabnen Mannes,
Der meiner zarten Jugend Führer war.
O redet mir von ihm. Denkt er noch mein?
Liebt ihn das Glück, blüht ihm das Leben noch,
Steht er noch herrlich da, ein Fels der Kirche?

Mortimer. Der Treffliche ließ selber sich herab,
Die hohen Glaubenslehren mir zu deuten
Und meines Herzen Zweifel zu zerstreun.
Er zeigt mir, dass grübelnde Vernunft
Den Menschen ewig in der Irre leitet,
dass seine Augne sehen müssen, was
Das Herz soll glauben, dass ein sichtbar Haupt
Der Kirche not tut, dass der Geist der Wahrheit
Geruht hat auf den Sitzungen der Väter.
Die Wahnbegriffe meiner kind'schen Seele,
Wie schwanden sie vor seinem siegenden
Verstand und vor der Suada seines Mundes!
Ich kehrte in der Kirche Schoß zurück,
Schwur meinen Irrtum ab in seine Hände.

Maria. So seid Ihr einer jener Tausende,
Die er mit seiner Rede Himmelskraft,
Wie der erhabne Prediger des Berges,
Ergriffen und zum ew'gen Heil geführt!

Mortimer. Als ihn des Amtes Pflichten bald darauf
Nach Frankreich riefen, sandt' er mich nach Reims,
Wo die Gesellschaft Jesu, fromm geschäftig,
Für Englands Kirche Priester auferzieht.
Den edeln Schotten Morgan fand ich hier,
Auch Euren treuen Leßley, den gelehrten
Bischof von Roße, die auf Frankreichs Boden
Freudlose Tage der Verbannung leben –
Eng schloss ich mich an diese Würdigen
Und stärkte mich im Glauben – Eines Tages,
Als ich mich umsah in des Bischofs Wohnung,
Fiel mir ein weiblich Bildnis in die Augen
Von rührend wundersamem Reiz; gewaltig
Ergriff es mich in meiner tiefsten Seele,
Und, des Gefühls nicht mächtig, stand ich da.
Da sagte mir der Bischof: Wohl mit Recht
Mögt Ihr gerührt bei diesem Bilde weilen.
Die schönste aller Frauen, welche leben,
Ist auch die jammernswürdigste von allen,
Um unsers Glaubens willen duldet sie,
Und Euer Vaterland ist's, wo sie leidet." - Friedrich Schiller, Maria Stuard I


Die Briten waren damals vom Glauben abgefallen, die Könige gebärdeten sich wie Sultane. Später sollten die Briten sich sogar vom türkischen Sultan verführen lassen, ihm Konstantinopel und die Meerenge zu belassen, statt sie den Griechen abzutreten. Dazu Maria Stuard: "Ich sehen diesen hohen Adel Englands, des Reiches majestätischen Senat, gleich Sklaven des Serails den Sultanslaunen Heinrichs den Achten, meines Großohms schmeicheln – Ich sehe dieses edle Oberhaus, Gleich feil mit den erkäuflichen Gemeinen, Gesetze prägen und verrufen, Ehen Auflösen, binden, wie der Mächtige Gebietet, Englands Fürstentöchter heute Enterben, mit dem Bastardnamen schänden Und morgen sie zu Königinnen krönen. Ich sehe diese würd'gen Peers mit schnell Vertauschter Überzeugung unter vier Regierungen den Glauben viermal ändern." [66]

Vieles war natürlich gut gemeint. "Man sagt, Ihr meint es gut mit diesem Staat, mit Eurer Königin, seid unbestechlich, wachsam, unermüdet – Ich will es glauben. Nicht der eigne Nutzen regiert Euch, Euch regiert allein der Vorteil des Souveräns, des Landes. Ebendarum misstraut Euch, edler Lord, dass nicht der Nutzen des Staats Euch als Gerechtigkeit erscheine. Nicht zweifl' ich dran, es sitzen neben Euch noch edle Männer unter meinen Richtern. Doch sie sind Protestanten, Eiferer für Englands Wohl und sprechen über mich, die Königin von Schottland, die Papistin! Es kann der Brite gegen den Schotten nicht Gerecht sein, ist ein uralt Wort " [67]

Oft wurde Macht und Gerechtigkeit verwechselt: "Sie bringe ihrer Sicherheit das Opfer. Doch sie gestehe dann, dass sie die Macht allein, nicht die Gerechtigkeit geübt. Nicht vom Gesetze borge sie das Schwert, sich der verhassten Feindin zu entladen, und kleide nicht in heiliges Gewand der rohen Stärke blutiges Erkühnen. Solch Gaukelspiel betrüge nicht die Welt! Ermorden lassen kann sie mich, nicht richten! Sie geb' es auf, mit des Verbrechens Früchten den heil'gen Schein der Tugend zu vereinen, und was sie ist, das wage sie zu scheinen!" [68]

Durch diese falsche Gerechtigkeit werden natürlich "Englands Feinde alle Welt erfüllen mit gehässigen Gerüchten, und des Prozesses festliches Gepräng' wird als ein kühner Frevel nur erscheinen." [69]

Was ist mit dem "ältesten Thron der Christenheit" passiert? Nicht Maria Stuard sondern Elisabeth I hat ihn bestiegen. Einige Grafen, wie Graf Leicester rebellieren: "Nachdem ich zehen bittre Jahre lang dem Götzen ihrer Eitelkeit geopfert, mich jedem Wechsel ihrer Sultanslaunen mit Sklavendemut unterwarf, das Spielzeug des kleinen grillenhaften Eigensinns, Geliebkost jetzt von ihrer Zärtlichkeit und jetzt mit sprödem Stolz zurückgestoßen, von ihrer Gunst und Strenge gleich gepeinigt, wie ein Gefangener vom Argusblick der Eifersucht gehütet, ins Verhör Genommen wie ein Knabe, wie ein Diener gescholten – o die Sprache hat kein Wort Für diese Hölle." Welche Künste musste man beherrschen? "In guter Schule hat er des Schmeichelns Künste ausgelernt." [70]

Durch Heinrich VIII, der Klöster zerstören ließ, und Elisabeth I, die die spanische Flotte durch Piraten bekämpfen ließ und die damit nicht mehr zur Bekämpfung der Türken eingesetzt werden konnte, entwickelt sich England schon fast zu einem antichristlichen Land: "Sagt, edler Ritter! Wie erging es Euch in diesem feindlichen, unholden Lande... Ich segne den allerchristlichsten König, meinen Schwager, und Frankreichs ganzes königliches Haus ... Ich segne auch den Papst, den heiligen Statthalter Christi, der mich wiedersegnet, und den kathol'schen König, der sich edelmütig zu meinem Retter, meinem Rächer anbot ... Euch hab ich meinem königlichen Bruder von Frankreich anempfohlen, er wird sorgen für euch, ein neues Vaterland euch geben...  Bleibt nicht in England, dass der Brite nicht sein stolzen Herz an eurem Unglück weide."  [71]

"Des Sakramentes heil'ge Himmelspeise
Verschmäh ich aus den Händen falscher Priester." - Friedrich Schiller, Maria Stuard V

"Tyrannenmacht kann nur die Hände fesseln,
Des Herzens Andacht hebt sich frei zu Gott;
Das Wort ist tot, der Glaube macht lebendig." - Friedrich Schiller, Ib.

Das wahre Christentum mit dem "Gott der Wahrheit", wie es von den alten Kirchenvätern wie Basilius, Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz, Augustinus, Thomas von Aquin, gelehrt wurde, kann überall seinen Altar aufstellen. Denn "der Erlöser spricht: Wo zwei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich gegenwärtig unter ihnen." [72]

Nicht nur für eine islamische Gesinnung gilt: "Bereuest du die Schuld, und hat dein Herz vom eiteln Abgott sich zu Gott gewendet?" Für alle Irrlehren, insbesondere die, die die Gottessohnschaft leugnen, gilt: "Das ist die Sünde zu dem ew'gen Tod, denn das Ist wider seinen Heil'gen Geist gefrevelt!" Deshalb betont Schiller: Dieser Christus ist "Mein Heiland! Mein Erlöser!" [73]

"Die Kirche ist's, die heilige, die hohe,
Die zu dem Himmel uns die Leiter baut;
Die allgemeine, die kathol'sche heißt sie:
Denn nur der Glaube aller stärkt den Glauben;
Wo Tausende anbeten und verehren,
Da wird die Glut zur Flamme, und beflügelt
Schwingt sich der Geist in alle Himmel auf.
– Ach die Beglückten, die das froh geteilte
Gebet versammelt in dem Haus des Herrn!
Geschmückt ist der Altar, die Kerzen leuchten,
Die Glocke tönt, der Weihrauch ist gestreut,
Der Bischof steht im reinen Meßgewand,
Er faßt den Kelch, er segnet ihn, er kündet
Das hohe Wunder der Verwandlung an,
Und niederstürzt dem gegenwärt'gen Gotte
Das gläubig überzeugte Volk." - Friedrich Schiller, Maria Stuard V

Das erste Kreuz; im Zeichen der hohen Himmelskönigin

Woran kranken die Gegner der Jungfrau von Orleans bzw. des christlichen Glaubens? "Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, woran der Höllengeist den Menschen fasst." Die heilige Mutter Gottes wurde angerufen zum Schutz gegen die Feinde des Christentums, z.B. die Türken. Denn es ist "Des Gnadenbildes segenreiche Näh, das hier des Himmels Frieden um sich streut". [74]

So wie die ungläubigen Türken später Europa bedrohen sollten, "Wie aus geschwärzter Luft die Heuschreckwolke herunterfällt und meilenlang die Felder bedeckt in unabsehbarem Gewimmel... Kirchen liegen zertrümmert, und der königliche Turm von Notre Dame beugt sein erhabnes Haupt", so kamen die Engländer und ihre Verbündeten und wollten ganz Frankreich erobern. [75]
 

"Unermessliches
Geschütz ist aufgebracht von allen Enden,
Und wie der Bienen dunkelnde Geschwader
Den Korb umschwärmen in des Sommers Tagen,
Wie aus geschwärzter Luft die Heuschreckwolke
Herunterfällt und meilenlang die Felder
Bedeckt in unabsehbarem Gewimmel,
So goß sich eine Kriegeswolke aus
Von Völkern über Orleans Gefilde,
Und von der Sprachen unverständlichem
Gemisch verworren dumpf erbraust das Lager.
Denn auch der mächtige Burgund, der Länder-
Gewaltige hat seine Mannen alle
Herbeigeführt, die Lütticher, Luxemburger,
Die Hennegauer, die vom Lande Namur,
Und die das glückliche Brabant bewohnen,
Die üppgen Genter, die in Samt und Seide
Stolzieren, die von Seeland, deren Städte
Sich reinlich aus dem Meereswasser heben,
Die herdenmelkenden Holländer, die
Von Utrecht, ja vom äußersten Westfriesland,
Die nach dem Eispol schaun – Sie folgen alle
Dem Heerbann des gewaltig herrschenden
Burgund und wollen Orleans bezwingen.
...
Der fürchterliche Salisbury, der Mauren-
Zertrümmerer, führt die Belagrung an,
Mit ihm des Löwen Bruder Lionel,
Und Talbot, der mit mörderischem Schwert
Die Völker niedermähet in den Schlachten.
In frechem Mute haben sie geschworen,
Der Schmach zu weihen alle Jungfrauen,
Und was das Schwert geführt, dem Schwert zu opfern.
Vier hohe Warten haben sie erbaut,
Die Stadt zu überragen; oben späht
Graf Salisbury mit mordbegiergem Blick,
Und zählt den schnellen Wandrer auf den Gassen.
Viel tausend Kugeln schon von Zentners Last
Sind in die Stadt geschleudert, Kirchen liegen
Zertrümmert, und der königliche Turm
Von Notre Dame beugt sein erhabnes Haupt.
Auch Pulvergänge haben sie gegraben
Und über einem Höllenreiche steht
Die bange Stadt, gewärtig jede Stunde,
dass es mit Donners Krachen sich entzünde" - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, Prolog
Dazu Johanna: "Es geschehn noch Wunder – Ein weiße Taube wird fliegen und mit Adlerskühnheit diese Geier anfallen, die das Vaterland zerreißen. Darniederkämpfen wird sie diesen stolzen Burgund, den Reichsverräter, diesen Talbot, den himmelstürmend hunderthändigen, und diesen Salisbury, den Tempelschänder, und diese frechen Inselwohner alle wie eine Herde Lämmer vor sich jagen. Der Herr wird mit ihr sein, der Schlachten Gott. Sein zitterndes Geschöpf wird er erwählen, durch eine zarte Jungfrau wird er sich verherrlichen, denn er ist der Allmächtge!" Frankreich müsse beschützt werden,  denn es werde von Gott geliebt, "Hier scheiterte der Heiden Macht. Hier war das erste Kreuz, das Gnadenbild erhöht, hier ruht der Staub des heilgen Ludewig, von hier aus ward Jerusalem erobert." [76]
"Dies Reich soll fallen? Dieses Land des Ruhms,
Das schönste, das die ewge Sonne sieht
In ihrem Lauf, das Paradies der Länder,
Das Gott liebt, wie den Apfel seines Auges,
Die Fesseln tragen eines fremden Volks!
– Hier scheiterte der Heiden Macht. Hier war
Das erste Kreuz, das Gnadenbild erhöht,
Hier ruht der Staub des heilgen Ludewig,
Von hier aus ward Jerusalem erobert." - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, Prolog
Frankreich hatte allerdings auch Könige hervorgebracht, die dem Land schadeten, wie z.B. Philipp der Schöne ("Falschmünzerkönig"), der den Ritterorden der Temper zumindest in Frankreich vernichtete und deswegen in Dantes göttlicher Komödie in der Hölle schmoren musste. Auch der jetzige König (Karl VII.) scheint, wie viele europäische Politiker heute in ihrer Kleinmütigkeit, den Ernst der Lage nicht zu begreifen. Dazu ein französischer Offizier: "Ich höre Orleans bedroht, ich fliege herbei aus der entlegnen Normandie, den König denk ich kriegerisch gerüstet an seines Heeres Spitze schon zu finden, und find ihn – hier! Umringt von Gaukelspielern und Troubadours, spitzfindge Rätsel lösend und der Sorel galante Feste gebend, als waltete im Reich der tiefste Friede!" Sogar die katholischen Schotten, die auf der Seite Frankreichs kämpfen, empören sich: "Die schottschen Völker empören sich und drohen abzuziehn, wenn sie nicht heut den Rückstand noch erhalten... Nicht Englands und Burgunds vereinte Macht, dich stürzt der eigne Kleinmut von dem Thron. Die Könige Frankreichs sind geborne Helden." [77]

Wie später vor den Türken, sollte Maria "als Königin der Himmel", die "im Glanz der Sonnen" steht, die Christen beschützen. Vielen Christen ist Maria erschienen, so auch der Jungfrau von Orleans. Dazu der Erzbischof: "Vor solcher göttlicher Beglaubigung muss jeder Zweifel irdscher Klugheit schweigen. Die Tat bewährt es, dass sie Wahrheit spricht, nur Gott allein kann solche Wunder wirken." [78] 
 

"Da rief ich flehend Gottes Mutter an,
Von uns zu wenden fremder Ketten Schmach,
Uns den einheimschen König zu bewahren.
Und vor dem Dorf, wo ich geboren, steht
Ein uralt Muttergottesbild, zu dem
Der frommen Pilgerfahrten viel geschahn,
Und eine heilge Eiche steht darneben,
Durch vieler Wunder Segenskraft berühmt.
Und in der Eiche Schatten saß ich gern,
Die Herde weidend, denn mich zog das Herz.
Und ging ein Lamm mir in den wüsten Bergen
Verloren, immer zeigte mirs der Traum,
Wenn ich im Schatten dieser Eiche schlief.
– Und einsmals als ich eine lange Nacht
In frommer Andacht unter diesem Baum
Gesessen und dem Schlafe widerstand,
Da trat die Heilige zu mir, ein Schwert
Und Fahne tragend, aber sonst wie ich
Als Schäferin gekleidet, und sie sprach zu mir:
»Ich bins. Steh auf, Johanna. Lass die Herde.
Dich ruft der Herr zu einem anderen Geschäft!
Nimm diese Fahne! Dieses Schwert umgürte dir!
Damit vertilge meines Volkes Feinde,
Und führe deines Herren Sohn nach Reims,
Und krön ihn mit der königlichen Krone!«
Ich aber sprach: »Wie kann ich solcher Tat
Mich unterwinden, eine zarte Magd,
Unkundig des verderblichen Gefechts!«
Und sie versetzte: »Eine reine Jungfrau
Vollbringt jedwedes Herrliche auf Erden,
Wenn sie der irdschen Liebe widersteht.
Sich mich an! Eine keusche Magd wie du
Hab ich den Herrn, den göttlichen, geboren,
Und göttlich bin ich selbst!« – Und sie berührte
Mein Augenlid, und als ich aufwärts sah,
Da war der Himmel voll von Engelknaben,
Die trugen weiße Lilien in der Hand,
Und süßer Ton verschwebte in den Lüften.
– Und so drei Nächte nacheinander ließ
Die Heilige sich sehn, und rief: »Steh auf, Johanna,
Dich ruft der Herr zu einem anderen Geschäft.«
Und als sie in der dritten Nacht erschien,
Da zürnte sie und scheltend sprach sie dieses Wort:
Gehorsam ist des Weibes Pflicht auf Erden,
Das harte Dulden ist ihr schweres Los,
Durch strengen Dienst muss sie geläutert werden,
Die hier gedienet, ist dort oben groß.«
Und also sprechend ließ sie das Gewand
Der Hirtin fallen und als Königin
Der Himmel stand sie da im Glanz der Sonnen,
Und goldne Wolken trugen sie hinauf
Langsam verschwindend in das Land der Wonnen." - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, I


Ähnlich wie Konstantin der Große im Namen des Kreuzes siegte, siegt Johanna im Namen der Himmelskönigin: "Und eine weiße Fahne lass mich tragen, mit einem Saum von Purpur eingefasst. Auf dieser Fahne sei die Himmelskönigin
zu sehen mit dem schönen Jesusknaben, die über einer Erdenkugel schwebt, denn also zeigte mirs die heilge Mutter." Und so wie man später die ungläubigen Türken mit dem Kreuz besiegte, siegte sie gegen England. Johanna: "König von England, und ihr, Herzoge Bedford und Gloster, die das Reich verwesen! Gebt Rechenschaft dem Könige des Himmels von wegen des vergoßnen Blutes! Gebt heraus die Schlüssel alle von den Städten, die ihr bezwungen wider göttlich Recht, die Jungfrau kommt vom Könige des Himmels, euch Frieden zu bieten oder blutgen Krieg. Wählt! Denn das sag ich euch, damit ihre wisset, euch ist das schöne Frankreich nicht beschieden vom Sohne der Maria." [79]
 

"Blick um dich her!
In Asche liegt das engelländsche Lager,
Und eure Toten decken das Gefild.
Du hörst der Franken Kriegstrommete tönen,
Gott hat entschieden, unser ist der Sieg.
Des schönen Lorbeers frisch gebrochnen Zweig
Sind wir bereit, mit unserm Freund zu teilen.
– O komm herüber! Edler Flüchtling komm!
Herüber, wo das Recht ist und der Sieg.
Ich selbst, die Gottgesandte, reiche dir
Die schwesterliche Hand. Ich will dich rettend
Herüberziehn auf unsre reine Seite! –
Der Himmel ist für Frankreich. Seine Engel,
Du siehst sie nicht, sie fechten für den König,
Sie alle sind mit Lilien geschmückt,
Lichtweiß wie diese Fahn ist unsre Sache,
Die reine Jungfrau ist ihr keusches Sinnbild." - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, II
Selbst der abtrünnige Herzog von Burgund (Philipp der Gute) sieht ein, dass "Frieden stiften, Hass versöhnen" kein "Geschäft der Hölle" ist. Die Eintracht kommt nicht "aus dem ewgen Pfuhl" hervor: "Was ist unschuldig, heilig, menschlich gut, wenn es der Kampf nicht ist ums Vaterland? Seit wann ist die Natur so mit sich selbst im Streite, dass der Himmel die gerechte Sache verlässt, und dass die Teufel sie beschützen? Ist aber das, was ich dir sage, gut, wo anders als von oben könnt ichs schöpfen? Wer hätte sich auf meiner Schäfertrift zu mir gesellt, das kindsche Hirtenmädchen in königlichen Dingen einzuweihn? Ich bin vor hohen Fürsten nie gestanden, die Kunst der Rede ist dem Munde fremd. Doch jetzt, da ichs bedarf dich zu bewegen, besitz ich Einsicht, hoher Dinge Kunde, der Länder und der Könige Geschick liegt sonnenhell vor meinem Kindesblick, und einen Donnerkeil führ ich im Munde." Der Herzog sagt daher: "Wie wird mir? Wie geschieht mir? Ists ein Gott, der mir das Herz im tiefsten Busen wendet! – Sie trügt nicht, diese rührende Gestalt! Nein! Nein! Bin ich durch Zaubers Macht geblendet, so ists durch eine himmlische Gewalt, mir sagts das Herz, sie ist von Gott gesendet." [80]

Zum Erzbischof, der Johanna als Heilige erkannt hat, sagt der Herzog von Burgund: "Ehrwürdger Mann Gottes! Euren Segen! Euch trifft man immer auf dem rechten Platz, wer Euch will finden, muss im Guten wandeln." Der Erzbischof tritt zwischen König und Herzog und sagt: "Ihr seid vereinigt, Fürsten! Frankreich steigt ein neu verjüngter Phönix aus der Asche, uns lächelt eine schöne Zukunft an. Des Landes tiefe Wunden werden heilen, die Dörfer, die verwüsteten, die Städte aus ihrem Schutt sich prangender erheben, die Felder decken sich mit neuem Grün; doch, die das Opfer eures Zwists gefallen, die Toten stehen nicht mehr auf, die Tränen, die eurem Streit geflossen, sind und bleiben geweint! Das kommende Geschlecht wird blühen, doch das vergangne war des Elends Raub, der Enkel Glück erweckt nicht mehr die Väter. Das sind die Früchte eures Bruderzwists! Lassts euch zur Lehre dienen! Fürchtet die Gottheit des Schwerts, eh ihrs der Scheid entreißt. Loslassen kann der Gewaltige den Krieg, doch nicht gelehrig wie der Falk sich aus den Lüften zurückschwingt auf des Jägers Hand, gehorcht der wilde Gott dem Ruf der Menschenstimme. Nicht zweimal kommt im rechten Augenblick wie heut die Hand des Retters aus den Wolken." Und der König zu Johanna: "Die Freunde hast du mir versöhnt, die Feinde mir in den Staub gestürzt, und meine Städte dem fremden Joch entrissen – Du allein vollbrachtest alles." [81]

"Ein gütger Herr tut seine Pforten auf
Für alle Gäste, keinen schließt er aus;
Frei wie das Firmament die Welt umspannt,
So muss die Gnade Freund und Feind umschließen.
Es schickt die Sonne ihre Strahlen gleich
Nach allen Räumen der Unendlichkeit,
Gleichmessend gießt der Himmel seinen Tau
Auf alle durstenden Gewächse aus.
Was irgend gut ist und von oben kommt,
Ist allgemein und ohne Vorbehalt,
Doch in den Falten wohnt die Finsternis!
...
Ihr Könige und Herrscher!
Fürchtet die Zwietracht! Wecket nicht den Streit
Aus seiner Höhle, wo er schläft, denn einmal
Erwacht bezähmt er spät sich wieder! Enkel
Erzeugt er sich, ein eisernes Geschlecht,
Fortzündet an dem Brande sich der Brand.
– Verlangt nicht mehr zu wissen! Freuet euch
Der Gegenwart, lasst mich die Zukunft still
Bedecken!" - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III
Dem Herzog von Burgund wird vorausgesagt: "Burgund! Hoch bis zu Throneshöhe hast du deinen Stuhl gesetzt, und höher strebt das stolze Herz, es hebt bis in die Wolken den kühnen Bau. – Doch eine Hand von oben wird seinem Wachstum schleunig Halt gebieten. Doch fürchte drum nicht deines Hauses Fall! In einer Jungfrau lebt es glänzend fort, und zeptertragende Monarchen, Hirten der Völker werden ihrem Schoß entblühn. Sie werden herrschen auf zwei großen Thronen,
Gesetze schreiben der bekannten Welt und einer neuen, welche Gottes Hand noch zudeckt hinter unbeschifften Meeren." [82]

Heutigen Politikern und Oberen der Kirche, denen in Europa die Gläubigen in Scharen davonlaufen, könnte man mit Schiller entgegenrufen: "Ihr blinden Herzen! Ihr Kleingläubigen!" Glauben sie der Mensch sei "eine Handvoll leichten Staubs" ? und trauern sie ("So geht der Mensch zu Ende") über ihre trostlose Weltanschauung: "und die einzige Ausbeute, die wir aus dem Kampf des Lebens wegtragen, ist die Einsicht in das Nichts, und herzliche Verachtung alles dessen, was uns erhaben schien und wünschenswert." [83]

"Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens." - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, III
Die Heilige Johanna ("ich sah den Himmel offen und der Selgen Angesicht!") hat das christliche Frankreich im Zeichen der hohen Himmelskönigin ("Die Himmelskönigin ist drauf gebildet, Die über einer Erdenkugel schwebt, denn also lehrte dichs die heilge Mutter... Den Briten lass vor diesem Zeichen zittern, den Feinden Frankreichs ist es fürchterlich, doch seinen treuen Bürgern ist es gnädig.") noch einmal gerettet. Wenn Christen für die gute Sache, also für Christus gegen die Antichristen, die christliche Orte verwüsten wie Türken bzw. Moslems, gilt für das Zeichen des Kreuzes bzw. der Himmelskönigin: "Den Freunden ist es hold und auf die Feinde sendet es Entsetzen!" [84] 

In Reims werden der König und Johanna gefeiert. "Du bist der Engel, der mir meinen Herrn nach Reims geführt und mit der Krone schmückt. Was ich zu sehen nie geträumt, es ist erfüllt! Der Krönungszug bereitet sich, der König steht im festlichen Ornat, versammelt sind die Pairs, die Mächtigen der Krone, die Insignien zu tragen, zur Kathedrale wallend strömt das Volk, es schallt der Reigen und die Glocken tönen... Frankreich ist frei, bis in die Krönungsstadt hast du den König siegreich geführt, und hohen Ruhm erstritten, dir huldiget, dich preist ein glücklich Volk, von allen Zungen überströmend fließt dein Lob, du bist die Göttin dieses Festes, der König selbst mit seiner Krone strahlt nicht herrlicher als du." [85] 

"Altar und Kirche prangt in Festes Glanz,
Und Pforten bauen sich aus grünen Zweigen,
Und um die Säule windet sich der Kranz,
Das weite Reims faßt nicht die Zahl der Gäste,
Die wallend strömen zu dem Völkerfeste.

Und einer Freude Hochgefühl entbrennet,
Und ein Gedanke schlägt in jeder Brust,
Was sich noch jüngst in blutgem Haß getrennet,
Das teilt entzückt die allgemeine Lust,
Wer nur zum Stamm der Franken sich bekennet,
Der ist des Namens stolzer sich bewußt,
Erneuert ist der Glanz der alten Krone,
Und Frankreich huldigt seinem Königssohne." - Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans, IV

Johanna wird vom König mit dem heiligen Denis (Dionysius Areopagita) verglichen, dem Schutzpatron Frankreichs, zu dessen Ehren St. Denis in Paris geweiht wurde: "Von Gott allein, dem höchsten Herrschenden, empfangen Frankreichs Könige die Krone. Wir aber haben sie sichtbarer Weise aus seiner Hand empfangen. (Zur Jungfrau sich wendend) Hier steht die Gottgesendete, die euch den angestammten König wieder gab, das Joch der fremden Tyrannei zerbrochen! Ihr Name soll dem heiligen Denis gleich sein, der dieses Landes Schützer ist, und ein Altar sich ihrem Ruhm erheben!" [86] 

Später wird sie von ihren Gegnern aus Burgund gefangen und an die feindlichen Engländer verkauft. Diese verurteilen sie in Rouen als Zauberin bzw. Hexe und verbrennen sie am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen. 1456 rehabilitiert, wird sie heute als Nationalheilige Frankreichs verehrt. Dazu Johanna: "Der die Verwirrung sandte, wird sie lösen! Nur wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht! Ein Tag wird kommen, der mich reiniget. Und die mich jetzt verworfen und verdammt, sie werden ihres Wahnes inne werden, und Tränen werden meinem Schicksal fließen... Du siehst nur das Natürliche der Dinge, denn deinen Blick umhüllt das irdsche Band. Ich habe das Unsterbliche mit Augen gesehen – ohne Götter fällt kein Haar vom Haupt des Menschen – Siehst du dort die Sonne am Himmel niedergehen – So gewiss sie morgen wiederkehrt in ihrer Klarheit, so unausbleiblich kommt der Tag der Wahrheit!" [87] 
 

Aristoteles und die Poetik; die späten Dramen

Die Griechen hatten einen starken Einfluss auf Schillers Kunststil. Seine Dramen sind nicht ohne Mitwirkung des Aristoteles und seiner Poetik entstanden. Dennoch ist sich Schiller des Humboldtschen Urteils bewusst, dass jener ihn den "modernsten aller neuen Dichter" genannt hat. In seinen Spätwerken wird das besonders deutlich. "Schillers männliche Kraft hat sich hier die Möglichkeit des völligen Ausdrucks seines Wesens, seiner dichterischen Persönlichkeit geschaffen." Die Jugenddramen zeigen uns Stimmungen, Erregungen, Phantasien, der Don Carlos die Begeisterungskraft; die riesige Formkraft des Mannes zeigte uns der Wallenstein. Freier tritt dann bei allen Formen des Dichters Eigenart wieder in der Maria Stuard hervor, die in der Jungfrau von Orleans schon geradezu über das Historische triumphiert. In die "Braut von Messina" wird die Handlung nach Messina verlegt, in ein Land, wo noch die alte heidnische Kultur im Boden steckt, wo die muslimischen Araber herübergreifen und das Christentum Wurzel gefasst hat. Hier gelten noch die verderblichen Orakelworte eines arabisch-muslimischen Sterndeuters. [88] 
"Wohl! Wir bewohnen ein glückliches Land,
Das die himmelumwandelnde Sonne
Ansieht mit immer freundlicher Helle,
Und wir können es fröhlich genießen;
Aber es läßt sich nicht sperren und schließen,
Und des Meers rings umgebende Welle,
Sie verrät uns dem kühnen Corsaren,
Die die Küste verwegen durchkreuzt.
Einen Segen haben wir zu bewahren,
Der das Schwert nur des Fremdlings reizt.
Sklaven sind wir in den eigenen Sitzen,
Das Land kann seine Kinder nicht schützen.
Nicht, wo die goldene Ceres lacht
Und der friedliche Pan, der Flurenbehüter,
Wo das Eisen wächst in der Berge Schacht,
Da entspringen der Erde Gebieter.
...
Nur die Natur ist redlich!" - Friedrich Schiller, die Braut von Messina
Weit und breit gibt es weder in Griechenland noch hier in Sizilien die Götzentempel der Muslime, die Moscheen und ihre Muezzine, nur vereinzelt gibt es noch die verderblichen Orakelworte eines arabisch-muslimischen "Vogelschauer und schwarzen Magier", eines "sternekundigen Arabier", eines "Götzendieners Spruch". Sonst stellt hier die "Kirche, die göttliche" Schöneres dar "auf dem himmlischen Thron"; Höheres bildet auch "die Kunst nicht, die göttlich geborne." Heute wird von europäischen Politikern mit dem EU-GH im Schlepptau der islamische Götzendienst in Europa wieder etabliert. Diese Politiker sagen nur: "Ich dacht es gut zu machen" und übersehen, dass sie mit den Moscheen und Minaretten auch die islamischen "homegrown Terrorists" aufziehen, die wie Mohammed Atta, der in Hamburg studierte und maßgeblich an den Terroranschlägen von 2001 beteiligt war, nicht nur eine Gefahr für Europa sind. Zu dieser Einsicht kommen die Merkelfreundlichen Politiker aber nicht: "Und so, aus guter Meinung, schafft ich Böses!" [89] 
"Die Kunst der Seher ist ein eitles Nichts,
Betrüger sind sie oder sind betrogen.
Nichts Wahres läßt sich von der Zukunft wissen,
Du schöpfest drunten an der Hölle Flüssen,
Du schöpfest droben an dem Quell des Lichts."  - Friedrich Schiller, die Braut von Messina
Vor allem für die Gebiete, die von Moslems erobert wurden ("der Wüste unmittleidger Scharen"), gilt: "Feindlich ist die Welt und falsch gesinnt!" Gleiches gilt für die Korsaren ("des Meeres Ungeheuer"), also die muslimischen Piraten: "Uns aber treibt das verworrene Streben blind und sinnlos durchs wüste Leben... Böse Früchte trägt die böse Saat." Wenn islamische Korsaren (Seeräuber) auftauchten, gab es immer nur eine Devise: "Ergreift die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nach!... Dem Mauren gnügt einfache Beute nicht." Diese Seeräuber haben nicht nur Handelsschiffe überfallen, um die Güter zu rauben, sondern vor allem um Christen zu versklaven; man geht heute davon aus, dass die islamischen Korsaren ein bis zwei Millionen Christen gefangen nahmen und als Sklaven in den afrikanischen Berber-Staaten verkauften oder Lösegeld verlangten. Der größte Teil der gekaperten Schiffsbesatzungen wurde allerdings getötet (man geht heute von ca. 10 Millionen getöteten Christen durch islamische Korsaren aus). Die Kaperschiffe bewegten sich nicht nur im Mittelmeer sondern bis in den Ärmelkanal hinein. Erst 1801 konnten amerikanische Schiffsbauer schnelle und stabile Kriegsschiffe bauen wie die USS Konstitution (ältestes noch intaktes Kriegsschiff der Welt), die wirksam gegen die Korsaren vorgehen konnten. [90] 
"Reich ist die Christenheit an Gnadenbildern,
Zu denen wallend ein gequältes Herz
Kann Ruhe finden. Manche schwere Bürde
Ward abgeworfen in Lorettos Haus,
Und segensvolle Himmelskraft umweht
Das heil'ge Grab, das alle Welt entsündigt.
Vielkräftig auch ist das Gebet der Frommen,
Sie haben reichen Vorrat an Verdienst." - Friedrich Schiller, die Braut von Messina
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Götter Griechenlands 1788

Da ihr noch die schöne Welt regieret,
An der Freude leichtem Gängelband
Selige Geschlechter noch geführet,
Schöne Wesen aus dem Fabelland!
Ach, da euer Wonnedienst noch glänzte,
Wie ganz anders, anders war es da!
Da man deine Tempel noch bekränzte,
Venus Amathusia!

Da der Dichtung zauberische Hülle
Sich noch lieblich um die Wahrheit wand, –
Durch die Schöpfung floß da Lebensfülle,
Und was nie empfinden wird, empfand.
An der Liebe Busen sie zu drücken,
Gab man höhern Adel der Natur,
Alles wies den eingeweihten Blicken,
Alles eines Gottes Spur.

Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen,
Seelenlos ein Feuerball sich dreht,
Lenkte damals seinen goldnen Wagen
Helios in stiller Majestät.
Diese Höhen füllten Oreaden,
Eine Dryas lebt' in jenem Baum,
Aus den Urnen lieblicher Najaden
Sprang der Ströme Silberschaum.

Jener Lorbeer wand sich einst um Hilfe,
Tantals Tochter schweigt in diesem Stein,
Syrinx' Klage tönt' aus jenem Schilfe,
Philomelas Schmerz aus diesem Hain.
Jener Bach empfing Demeters Zähre,
Die sie um Persephone geweint,
Und von diesem Hügel rief Cythere,
Ach, umsonst! dem schönen Freund.

Zu Deukalions Geschlechte stiegen
Damals noch die Himmlischen herab;
Pyrrhas schöne Töchter zu besiegen,
Nahm der Leto Sohn den Hirtenstab.
Zwischen Menschen, Göttern und Heroen
Knüpfte Amor einen schönen Bund,
Sterbliche mit Göttern und Heroen
Huldigten in Amathunt.

Finstrer Ernst und trauriges Entsagen
War aus eurem heitern Dienst verbannt;
Glücklich sollten alle Herzen schlagen,
Denn euch war der Glückliche verwandt.
Damals war nichts heilig, als das Schöne,
Keiner Freude schämte sich der Gott,
Wo die keusch erröthende Kamöne,
Wo die Grazie gebot.

Eure Tempel lachten gleich Palästen,
Euch verherrlichte das Heldenspiel
An des Isthmus kronenreichen Festen,
Und die Wagen donnerten zum Ziel.
Schön geschlungne, seelenvolle Tänze
Kreisten um den prangenden Altar,
Eure Schläfe schmückten Siegeskränze,
Kronen euer duftend Haar.

Das Evoe muntrer Thyrsusschwinger
Und der Panther prächtiges Gespann
Meldeten den großen Freudebringer,
Faun und Satyr taumeln ihm voran;
Um ihn springen rasende Mänaden,
Ihre Tänze loben seinen Wein,
Und des Wirthes braune Wangen laden
Lustig zu dem Becher ein.

Damals trat kein gräßliches Gerippe
Vor das Bett des Sterbenden. Ein Kuß
Nahm das letzte Leben von der Lippe,
Seine Fackel senkt' ein Genius.
Selbst des Orkus strenge Richterwage
Hielt der Enkel einer Sterblichen,
Und des Thrakers seelenvolle Klage
Rührte die Erinyen.

Seine Freuden traf der frohe Schatten
In Elysiens Hainen wieder an,
Treue Liebe fand den treuen Gatten
Und der Wagenlenker seine Bahn;
Linus' Spiel tönt' die gewohnten Lieder,
In Alcestens Arme sinkt Admet,
Seinen Freund erkennt Orestes wieder,
Seine Pfeile Philoktet.

Höhre Preise stärken da den Ringer
Auf der Tugend arbeitvoller Bahn;
Großer Thaten herrliche Vollbringer
Klimmten zu den Seligen hinan.
Vor dem Wiederforderer der Todten
Neigte sich der Götter stille Schaar;
Durch die Fluten leuchtet dem Piloten
Vom Olymp das Zwillingspaar.

Schöne Welt, wo bist du? – Kehre wieder,
Holdes Blüthenalter der Natur!
Ach, nur in dem Feenland der Lieder
Lebt noch deine fabelhafte Spur.
Ausgestorben trauert das Gefilde,
Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick,
Ach, von jenem lebenwarmen Bilde
Blieb der Schatten nur zurück.

Alle jene Blüten sind gefallen
Von des Nordes schauerlichem Wehn;
Einen zu bereichern unter Allen,
musste diese Götterwelt vergehn.
Traurig such' ich an dem Sternenbogen,
Dich, Selene, find' ich dort nicht mehr;
Durch die Wälder ruf' ich, durch die Wogen,
Ach! sie wiederhallen leer!

Unbewußt der Freuden, die sie schenket,
Nie entzückt von ihrer Herrlichkeit,
Nie gewahr des Geistes, der sie lenket,
Sel'ger nie durch meine Seligkeit,
Fühllos selbst für ihres Künstlers Ehre,
Gleich dem todten Schlag der Pendeluhr,
Dient sie knechtisch dem Gesetz der Schwere,
Die entgötterte Natur.

Morgen wieder neu sich zu entbinden,
Wühlt sie heute sich ihr eignes Grab,
Und an ewig gleicher Spindel winden
Sich von selbst die Monde auf und ab.
Müßig kehrten zu dem Dichterlande
Heim die Götter, unnütz einer Welt,
Die, entwachsen ihrem Gängelbande,
Sich durch eignes Schweben hält.

Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne,
Alles Hohe nahmen sie mit fort,
Alle Farben, alle Lebenstöne,
Und uns blieb nur das entseelte Wort.
Aus der Zeitflut weggerissen, schweben
Sie gerettet auf des Pindus Höhn;
Was unsterblich im Gesang soll leben,
muss im Leben untergehn. - Friedrich Schiller
 

Der spielende Knabe

Spiele, Kind, in der Mutter Schooß! auf der heiligen Insel
Findet der trübe Gram, findet die Sorge dich nicht.
Liebend halten die Arme der Mutter dich über dem Abgrund,
Und in das fluthende Grab lächelst du schuldlos hinab.
Spiele, liebliche Unschuld! Noch ist Arkadien um dich,
Und die freie Natur folgt nur dem fröhlichen Trieb;
Noch erschafft sich die üppige Kraft erdichtete Schranken,
Und dem willigen Mut fehlt noch die Pflicht und der Zweck.
Spiele! Bald wird die Arbeit kommen, die hagre, die ernste,
Und der gebietenden Pflicht mangeln die Lust und der Mut. - Friedrich Schiller
 

Die Künstler 1789

Wie schön, o Mensch, mit deinem Palmenzweige
Stehst du an des Jahrhunderts Neige
In edler stolzer Männlichkeit,
Mit aufgeschlossnem Sinn, mit Geistesfülle,
Voll milden Ernsts, in tatenreicher Stille,
Der reifste Sohn der Zeit,
Frei durch Vernunft, stark durch Gesetze,
Durch Sanftmut groß und reich durch Schätze,
Die lange Zeit dein Busen dir verschwieg,
Herr der Natur, die deine Fesseln liebet,
Die deine Kraft in tausend Kämpfen übet
Und prangend unter dir aus der Verwildrung stieg!

Berauscht von dem errungnen Sieg,
Verlerne nicht, die Hand zu preisen,
Die an des Lebens ödem Strand
Den weinenden verlassnen Waisen,
Des wilden Zufalls Beute, fand,
Die frühe schon der künft'gen Geisterwürde
Dein junges Herz im Stillen zugekehrt
Und die befleckende Begierde
Von deinem zarten Busen abgewehrt,
Die Gütige, die deine Jugend
In hohen Pflichten spielend unterwies
Und das Geheimnis der erhabnen Tugend
In leichten Rätseln dich erraten ließ,
Die, reifer nur ihn wieder zu empfangen,
In fremde Arme ihren Liebling gab;
O, falle nicht mit ausgeartetem Verlangen
Zu ihren niedern Dienerinnen ab!
Im Fleiß kann dich die Biene meistern,
In der Geschicklichkeit der Wurm dein Lehrer sein,
Dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern,
Die Kunst, o Mensch, hast du allein.

Nur durch das Morgentor des Schönen
Drangst du in der Erkenntnis Land.
An höhern Glanz sich zu gewöhnen,
Übt sich am Reize der Verstand.
Was bei dem Saitenklang der Musen
Mit süßem Beben dich durchdrang,
Erzog die Kraft in deinem Busen,
Die sich dereinst zum Weltgeist schwang.

Was erst, nachdem Jahrtausende verflossen,
Die alternde Vernunft erfand,
Lag im Symbol des Schönen und des Großen,
Voraus geoffenbart dem kindlichen Verstand.
Ihr holdes Bild hieß uns die Tugend lieben,
Ein zarter Sinn hat vor dem Laster sich gesträubt,
Eh noch ein Solon das Gesetz geschrieben,
Das matte Blüten langsam treibt.
Eh vor des Denkers Geist der kühne
Begriff des ew'gen Raumes stand,
Wer sah hinauf zur Sternenbühne,
Der ihn nicht ahnend schon empfand?

Die, eine Glorie von Orionen
Ums Angesicht, in hehrer Majestät,
Nur angeschaut von reineren Dämonen,
Verzehrend über Sternen geht,
Geflohn auf ihrem Sonnentrone,
Die furchtbar herrliche Urania,
Mit abgelegter Feuerkrone
Steht sie – als Schönheit vor uns da.
Der Anmut Gürtel umgewunden,
Wird sie zum Kind, dass Kinder sie verstehn.
Was wir als Schönheit hier empfunden,
Wird einst als Wahrheit uns entgegen gehn.

Als der Erschaffende von seinem Angesichte
Den Menschen in die Sterblichkeit verwies
Und eine späte Wiederkehr zum Lichte
Auf schwerem Sinnenpfad ihn finden hieß,
Als alle Himmlischen ihr Antlitz von ihm wandten,
Schloss sie, die Menschliche, allein
Mit dem verlassenen Verbannten
Großmütig in die Sterblichkeit sich ein.
Hier schwebt sie, mit gesenktem Fluge,
Um ihren Liebling, nah am Sinnenland,
Und malt mit lieblichem Betruge
Elysium auf seine Kerkerwand.

Als in den weichen Armen dieser Amme
Die zarte Menschheit noch geruht,
Da schürte heil'ge Mordsucht keine Flamme,
Da rauchte kein unschuldig Blut.
Das Herz, das sie an sanften Banden lenket,
Verschmäht der Pflichten knechtisches Geleit;
Ihr Lichtpfad, schöner nur geschlungen, senket
Sich in die Sonnenbahn der Sittlichkeit.
Die ihrem keuschen Dienste leben,
Versucht kein niedrer Trieb, bleicht kein Geschick;
Wie unter heiliger Gewalt gegeben,
Empfangen sie das reine Geisterleben,
Der Freiheit süßes Recht, zurück.

Glückselige, die sie – aus Millionen
Die Reinsten – ihrem Dienst geweiht,
In deren Brust sie würdigte zu tronen,
Durch deren Mund die Mächtige gebeut,
Die sie auf ewig flammenden Altären
Erkor, das heil'ge Feuer ihr zu nähren,
Vor deren Aug' allein sie hüllenlos erscheint,
Die sie in sanftem Bund um sich vereint!
Freut euch der ehrenvollen Stufe,
Worauf die hohe Ordnung euch gestellt:
In die erhabne Geisterwelt
Wart ihr der Menschheit erste Stufe!

Eh ihr das Gleichmaß in die Welt gebracht,
Dem alle Wesen freudig dienen –
Ein unermessner Bau, im schwarzen Flor der Nacht,
Nächst um ihn her mit mattem Strahl beschienen,
Ein streitendes Gestaltenheer,
Die seinen Sinn in Sklavenbanden hielten
Und, ungesellig, rauh wie er,
Mit tausend Kräften auf ihn zielten,
– So stand die Schöpfung vor dem Wilden.
Durch der Begierde blinde Fessel nur
An die Erscheinungen gebunden,
Entfloh ihm, ungenossen, unempfunden,
Die schöne Seele der Natur.

Und wie sie fliehend jetzt vorüber fuhr,
Ergriffet ihr die nachbarlichen Schatten
Mir zartem Sinn, mit stiller Hand,
Und lerntet in harmon'schem Band
Gesellig sie zusammen gatten.
Leichtschwebend fühlte sich der Blick
Vom schlanken Wuchs der Ceder aufgezogen,
Gefällig strahlte der Krystall der Wogen
Die hüpfende Gestalt zurück.
Wie konntet ihr des schönen Winks verfehlen,
Womit euch die Natur hilfreich entgegen kam?
Die Kunst, den Schatten ihr nachahmend abzustehlen,
Wies euch das Bild, das auf der Woge schwamm;
Von ihrem Wesen abgeschieden,
Ihr eignes liebliches Phantom,
Warf sie sich in den Silberstrom,
Sich ihrem Räuber anzubieten.
Die schöne Bildkraft ward in eurem Busen wach.
Zu edel schon, nicht müßig zu empfangen,
Schuft ihr im Sand – im Ton den holden Schatten nach,
Im Umriss ward sein Dasein aufgefangen.
Lebendig regte sich des Wirkens süße Lust –
Die erste Schöpfung trat aus eurer Brust.

Von der Betrachtung angehalten,
Von eurem Späheraug' umstrickt,
Verriethen die vertraulichen Gestalten
Den Talisman, wodurch sie euch entzückt.
Die wunderwirkenden Gesetze,
Des Reizes ausgeforschte Schätze
Verknüpfte der erfindende Verstand
In leichtem Bund in Werken eurer Hand.
Der Obeliske stieg, die Pyramide,
Die Herme stand, die Säule sprang empor,
Des Waldes Melodie floß aus dem Haberrohr,
Und Siegesthaten lebten in dem Liede.

Die Auswahl einer Blumenflur
Mit weiser Wahl in einen Strauß gebunden –
So trat die erste Kunst aus der Natur;
Jetzt wurden Sträuße schon in einen Kranz gewunden,
Und eine zweite, höhre Kunst entstand
Aus Schöpfungen der Menschhand.
Das Kind der Schönheit, sich allein genug,
Vollendet schon aus eurer Hand gegangen,
Verliert die Krone, die es trug,
Sobald es Wirklichkeit empfangen.
Die Säule muss, dem Gleichmaß unterthan,
An ihre Schwestern nachbarlich sich schließen,
Der Held im Heldenheer zerfließen,
Des Mäoniden Harfe stimmt voran.

Bald drängten sich die staunenden Barbaren
Zu diesen neuen Schöpfungen heran.
Seht, riefen die erfreuten Schaaren,
Seht an, was hat der Mensch getan!
In lustigen, geselligeren Paaren
Riss sie des Sängers Leier nach,
Der von Titanen sang und Riesenschlachten
Und Löwentödtern, die, so lang der Sänger sprach,
Aus seinen Hörern Helden machten.
Zum erstenmal genießt der Geist,
Erquickt von ruhigeren Freuden,
Die aus der Ferne nur ihn weiden,
Die seine Gier nicht in sein Wesen reißt,
Die im Genusse nicht verscheiden.

Jetzt wand sich von dem Sinnenschlafe
Die freie schöne Seele los;
Durch euch entfesselt, sprang der Sklave
Der Sorge in der Freude Schooß.
Jetzt fiel der Tierheit dumpfe Schranke,
Und Menschheit trat auf die entwölkte Stirn,
Und der erhabne Fremdling, der Gedanke,
Sprang aus dem staunenden Gehirn.
Jetzt stand der Mensch und wies den Sternen
Das königliche Angesicht;
Schon dankte nach erhabnen Fernen
Sein sprechend Aug' dem Sonnenlicht.
Das Lächeln blühte auf der Wange;
Der Stimme seelenvolles Spiel
Entfaltete sich zum Gesange;
Im feuchten Auge schwamm Gefühl,
Und Scherz mit Huld in anmutsvollem Bunde
Entquollen dem beseelten Munde.

Begraben in des Wurmes Triebe,
Umschlungen von des Sinnes Lust,
Erkanntet ihr in seiner Brust
Den edeln Keim der Geisterliebe.
dass von des Sinnes niederm Triebe
Der Liebe bessrer Keim sich schied,
Dankt er dem ersten Hirtenlied.
Geadelt zur Gedankenwürde,
Floß die verschämtere Begierde
Melodisch aus des Sängers Mund.
Sanft glühten die betauten Wangen;
Das überlebende Verlangen
Verkündigte der Seelen Bund.

Der Weisen Weisestes, der Milden Milde,
Der Starken Kraft, der Edeln Grazie
Vermähltet ihr in einem Bilde
Und stelltet es in eine Glorie.
Der Mensch erbebte vor dem Unbekannten,
Er liebte seinen Wiederschein;
Und herrliche Heroen brannten,
Dem großen Wesen gleich zu sein.
Den ersten Klang vom Urbild alles Schönen –
Ihr ließet ihn in der Natur ertönen.

Der Leidenschaften wilden Drang,
Des Glückes regellose Spiele,
Der Pflichten und Instinkte Zwang
Stellt ihr mit prüfendem Gefühle,
Mit strengem Richtscheit nach dem Ziele.
Was die Natur auf ihrem großen Gange
In weiten Fernen auseinander zieht,
Wird auf dem Schauplatz, im Gesange
Der Ordnung leicht gefasstes Glied.
Vom Eumenidenchor geschrecket,
Zieht sich der Mord, auch nie entdecket,
Das Loos des Todes aus dem Lied.
Lang, eh die Weisen ihren Ausspruch wagen,
Löst eine Ilias des Schicksals Räthselfragen
Der jugendlichen Vorwelt auf;
Still wandelte von Thespis' Wagen
Die Vorsicht in den Weltenlauf.

Doch in den großen Weltenlauf
Ward euer Ebenmaß zu früh getragen.
Als des Geschickes dunkle Hand,
Was sie vor eurem Auge schnürte,
Vor eurem Aug' nicht auseinander band,
Das Leben in die Tiefe schwand,
Eh es den schönen Kreis vollführte –
Da führtet ihr aus kühner Eigenmacht
Den Bogen weiter durch der Zukunft Nacht;
Da stürztet ihr euch ohne Beben
In des Avernus schwarzen Ozean
Und trafet das entflohne Leben
Jenseits der Urne wieder an;
Da zeigte sich mit umgestürztem Lichte,
An Kastor angelehnt, ein blühend Polluxbild;
Der Schatten in des Mondes Angesichte,
Eh sich der schöne Silberkreis erfüllt.

Doch höher stets, zu immer höhern Höhen
Schwang sich der schaffende Genie.
Schon sieht man Schöpfungen aus Schöpfungen erstehen,
Aus Harmonieen Harmonie.
Was hier allein das trunkne Aug' entzückt,
Dient unterwürfig dort der höhern Schöne;
Der Reiz, der diese Nymphe schmückt,
Schmilzt sanft in eine göttliche Athene;
Die Kraft, die in des Ringers Muskel schwillt,
muss in des Gottes Schönheit lieblich schweigen;
Das Staunen seiner Zeit, das stolze Jovisbild,
Im Tempel zu Olympia sich neigen.

Die Welt, verwandelt durch den Fleiß,
Das Menschenherz, bewegt von neuen Trieben,
Die sich in heißen Kämpfen üben,
Erweitern euren Schöpfungskreis.
Der fortgeschrittne Mensch trägt auf erhobnen Schwingen
Dankbar die Kunst mit sich empor,
Und neue Schönheitswelten springen
Aus der bereicherten Natur hervor.
Des Wissens Schranken gehen auf,
Der Geist, in euren leichten Siegen
Geübt, mit schnell gezeitigtem Vergnügen
Ein künstlich All von Reizen zu durcheilen,
Stellt der Natur entlegenere Säulen,
Ereilet sie auf ihrem dunkeln Lauf.
Jetzt wägt er sie mit menschlichen Gewichten,
Misst sie mit Maßen, die sie ihm geliehn;
Verständlicher in seiner Schönheit Pflichten,
muss sie an seinem Aug' vorüber ziehn.
In selbstgefäll'ger jugendlicher Freude
Leiht er den Sphären seine Harmonie,
Und preiset er das Weltgebäude,
So prangt es durch die Symmetrie.

In Allem, was ihn jetzt umlebet,
Spricht ihn das holde Gleichmaß an.
Der Schönheit goldner Gürtel webet
Sich mild in seine Lebensbahn;
Die selige Vollendung schwebet
In euren Werken siegend ihm voran.
Wohin die laute Freude eilet,
Wohin der stille Kummer flieht,
Wo die Betrachtung denkend weilet,
Wo er des Elends Tränen sieht,
Wo tausend Schrecken auf ihn zielen,
Folgt ihm ein Harmonieenbach,
Sieht er die Huldgöttinnen spielen
Und ringt in still verfeinerten Gefühlen
Der lieblichen Begleitung nach.
Sanft, wie des Reizes Linien sich winden,
Wie die Erscheinungen um ihn
In weichem Umriss in einander schwinden,
Flieht seines Lebens leichter Hauch dahin.
Sein Geist zerrinnt im Harmonieenmeere,
Das seine Sinne wollustreich umfließt,
Und der hinschmelzende Gedanke schließt
Sich still an die allgegenwärtige Cythere.
Mit dem Geschick in hoher Einigkeit,
Gelassen hingestützt auf Grazien und Musen,
Empfängt er das Geschoss, das ihn bedräut,
Mit freundlich dargebotnem Busen
Vom sanften Bogen der Notwendigkeit.

Vertraute Lieblinge der sel'gen Harmonie,
Erfreuende Begleiter durch das Leben,
Das Edelste, das Teuerste, was sie,
Die Leben gab, zum Leben uns gegeben!
dass der entjochte Mensch jetzt seine Pflichten denkt,
Die Fessel liebet, die ihn lenkt,
Kein Zufall mehr mit ehrnem Zepter ihm gebeut,
Dies dankt euch – eure Ewigkeit
Und ein erhabner Lohn in eurem Herzen.
dass um den Kelch, worin uns Freiheit rinnt,
Der Freude Götter lustig scherzen,
Der holde Traum sich lieblich spinnt,
Dafür seid liebevoll umfangen!

Dem prangenden, dem heitern Geist,
Der die Notwendigkeit mit Grazie umzogen,
Der seinen Äther, seinen Sternenbogen
Mit Anmut uns bedienen heißt,
Der, wo er schreckt, noch durch Erhabenheit entzücket
Und zum Verheeren selbst sich schmücket,
Dem großen Künstler ahmt ihr nach.
Wie auf dem spiegelhellen Bach
Die bunten Ufer tanzend schweben,
Das Abendrot, das Blüthenfeld,
So schimmert auf dem dürft'gen Leben
Der Dichtung muntre Schattenwelt.
Ihr führet uns im Brautgewande
Die fürchterliche Unbekannte,
Die unerweichte Parze vor.
Wie eure Urnen die Gebeine,
Deckt ihr mit holdem Zauberscheine
Der Sorgen schauervollen Chor.
Jahrtausende hab' ich durcheilet,
Der Vorwelt unabsehlich Reich:
Wie lacht die Menschheit, wo ihr weilet!
Wie traurig liegt sie hinter euch!

Die einst mit flüchtigem Gefieder
Voll Kraft aus euren Schöpferhänden stieg,
In eurem Arm fand sie sich wieder,
Als durch der Zeiten stillen Sieg
Des Lebens Blüte von der Wange,
Die Stärke von den Gliedern wich,
Und traurig, mit entnervtem Gange,
Der Greis an seinem Stabe schlich.
Da reichtet ihr aus frischer Quelle
Dem Lechzenden die Lebenswelle;
Zweimal verjüngte sich die Zeit,
Zweimal von Samen, die ihr ausgestreut.

Vertrieben von Barbarenheeren,
Entrisset ihr den letzten Opferbrand
Des Orients entheiligten Altären
Und brachtet ihn dem Abendland.
Da stieg der schöne Flüchtling aus dem Osten,
Der junge Tag, im Westen neu empor,
Und auf Hesperiens Gefilden sprossten
Verjüngte Blüthen Ioniens hervor.
Die schönere Natur warf in die Seelen
Sanft spiegelnd einen schönen Wiederschein,
Und prangend zog in die geschmückten Seelen
Des Lichtes große Göttin ein.
Da sah man Millionen Ketten fallen,
Und über Sklaven sprach jetzt Menschenrecht;
Wie Brüder friedlich mit einander wallen,
Wo mild erwuchs das jüngere Geschlecht.
Mit innrer hoher Freudenfülle
Genießt ihr das gegebne Glück
Und tretet in der Demut Hülle
Mit schweigendem Verdienst zurück.

Wenn auf des Denkens freigegebnen Bahnen
Der Forscher jetzt mit kühnem Blicke schweift
Und, trunken von siegrufenden Päanen,
Mit rascher Hand schon nach der Krone greift;
Wenn er mit niederm Söldnerslohne
Den edeln Führer zu entlassen glaubt
Und neben dem geträumten Throne
Der Kunst den ersten Sklavenplatz erlaubt: –
Verzeiht ihm – der Vollendung Krone
Schwebt glänzend über eurem Haupt.
Mit euch, des Frühlings erster Pflanze,
Begann die seelenbildende Natur;
Mit euch, dem freud'gen Erntekranze,
Schließt die vollendende Natur.

Die von dem Ton, dem Stein bescheiden aufgestiegen,
Die schöpferische Kunst, umschließt mit stillen Siegen
Des Geistes unermessnes Reich.
Was in des Wissens Land Entdecker nur ersiegen,
Entdecken sie, ersiegen sie für euch.
Der Schätze, die der Denker aufgehäufet,
Wird er in euren Armen erst sich freun,
Wenn seine Wissenschaft, der Schönheit zugereifet,
Zum Kunstwerk wird geadelt sein –
Wenn er auf einen Hügel mit euch steiget
Und seinem Auge sich, in mildem Abendschein,
Das malerische Tal – auf einmal zeiget.

Je reicher ihr den schnellen Blick vergnüget,
Je höhre, schönre Ordnungen der Geist
In einem Zauberbund durchflieget,
In einem schwelgenden Genuss umkreist;
Je weiter sich Gedanken und Gefühle
Dem üppigeren Harmonieenspiele,
Dem reichern Strom der Schönheit aufgetan –
Je schönre Glieder aus dem Weltenplan,
Die jetzt verstümmelt seine Schöpfung schänden,
Sieht er die hohen Formen dann vollenden,
Je schönre Rätsel treten aus der Nacht,
Je reicher wird die Welt, die er umschließet,
Je breiter strömt das Meer, mit dem er fließet,
Je schwächer wird des Schicksals blinde Macht,
Je höher streben seine Triebe,
Je kleiner wird er selbst, je größer seine Liebe.
So führt ihn, in verborgnem Lauf,
Durch immer reinre Formen, reinre Töne,
Durch immer höhre Höhn und immer schönre Schöne
Der Dichtung Blumenleiter still hinauf –
Zuletzt, am reifen Ziel der Zeiten,
Noch eine glückliche Begeisterung,
Des jüngsten Menschenalters Dichterschwung,
Und – in der Wahrheit Arme wird er gleiten.

Sie selbst, die sanfte Cypria,
Umleuchtet von der Feuerkrone,
Steht dann vor ihrem münd'gen Sohne
Entschleiert – als Urania,
So schneller nur von ihm erhaschet,
Je schöner er von ihr geflohn!
So süß, so selig überraschet
Stand einst Ulysses edler Sohn,
Da seiner Jugend himmlischer Gefährte
Zu Jovis Tochter sich verklärte.

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
Bewahret sie!
Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!
Der Dichtung heilige Magie
Dient einem weisen Weltenplane,
Still lenke sie zum Oceane
Der großen Harmonie!

Von ihrer Zeit verstoßen, flüchte
Die ernste Wahrheit zum Gedichte
Und finde Schutz in der Camönen Chor.
In ihres Glanzes höchster Fülle,
Furchtbarer in des Reizes Hülle,
Erstehe sie in dem Gesange
Und räche sich mit Siegesklange
An des Verfolgers feigem Ohr.

Der freisten Mutter freie Söhne,
Schwingt euch mit festem Angesicht
Zum Strahlensitz der höchsten Schöne!
Um andre Kronen buhlet nicht!
Die Schwester, die euch hier verschwunden,
Holt ihr im Schooß der Mutter ein;
Was schöne Seelen schön empfunden,
muss trefflich und vollkommen sein.
Erhebet euch mit kühnem Flügel
Hoch über euren Zeitenlauf!
Fern dämmre schon in eurem Spiegel
Das kommende Jahrhundert auf.
Auf tausendfach verschlungnen Wegen
Der reichen Mannigfaltigkeit
Kommt dann umarmend euch entgegen
Am Thron der hohen Einigkeit!
Wie sich in sieben milden Strahlen
Der weiße Schimmer lieblich bricht,
Wie sieben Regenbogenstrahlen
Zerrinnen in das weiße Licht:
So spielt in tausendfacher Klarheit
Bezaubernd um den trunknen Blick,
So fließt in einem Bund der Wahrheit,
In einem Strom des Lichts zurück! - Friedrich Schiller
 

Die Ideale 1795

So willst du treulos von mir scheiden
Mit deinen holden Phantasien,
Mit deinen Schmerzen, deinen Freuden,
Mit allen unerbittlich fliehn?
Kann nichts dich, Fliehende, verweilen,
O meines Lebens goldne Zeit?
Vergebens, deine Wellen eilen
Hinab ins Meer der Ewigkeit.

Erloschen sind die heitern Sonnen,
Die meiner Jugend Pfad erhellt;
Die Ideale sind zerronnen,
Die einst das trunkne Herz geschwellt;
Er ist dahin, der süße Glaube
An Wesen, die mein Traum gebar,
Der rauhen Wirklichkeit zum Raube,
Was einst so schön, so göttlich war.

Wie einst mit flehendem Verlangen
Pygmalion den Stein umschloss,
Bis in des Marmors kalten Wangen
Empfindung glühend sich ergoß,
So schlang ich mich mit Liebesarmen
Um die Natur, mit Jugendlust,
Bis sie zu athmen, zu erwarmen
Begann an meiner Dichterbrust,

Und, teilend meine Flammentriebe,
Die Stumme eine Sprache fand,
Mir wiedergab den Kuß der Liebe
Und meines Herzens Klang verstand;
Da lebte mir der Baum, die Rose,
Mir sang der Quellen Silberfall,
Es fühlte selbst das Seelenlose
Von meines Lebens Wiederhall.

Es dehnte mit allmächt'gem Streben
Die enge Brust ein kreisend All,
Herauszutreten in das Leben,
In Tat und Wort, in Bild und Schall.
Wie groß war diese Welt gestaltet,
So lang die Knospe sie noch barg;
Wie wenig, ach! hat sich entfaltet,
Dies Wenige, wie klein und karg!

Wie sprang, von kühnem Mut beflügelt,
Beglückt in seines Traumes Wahn,
Von keiner Sorge noch gezügelt,
Der Jüngling in des Lebens Bahn.
Bis an des Äthers bleichste Sterne
Erhob ihn der Entwürfe Flug;
Nichts war so hoch und nichts so ferne,
Wohin ihr Flügel ihn nicht trug.

Wie leicht war er dahin getragen,
Was war dem Glücklichen zu schwer!
Wie tanzte vor des Lebens Wagen
Die luftige Begleitung her!
Die Liebe mit dem süßen Lohne,
Das Glück mit seinem goldnen Kranz,
Der Ruhm mit seiner Sternenkrone,
Die Wahrheit in der Sonne Glanz!

Doch, ach! schon auf des Weges Mitte
Verloren die Begleiter sich,
Sie wandten treulos ihre Schritte,
Und einer nach dem andern wich.
Leichtfüßig war das Glück entflogen,
Des Wissens Durst blieb ungestillt,
Des Zweifels finstre Wetter zogen
Sich um der Wahrheit Sonnenbild.

Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze
Auf der gemeinen Stirn entweiht.
Ach, allzuschnell, nach kurzem Lenze
Entfloh die schöne Liebeszeit!
Und immer stiller ward's und immer
Verlassner auf dem rauhen Steg;
Kaum warf noch einen bleichen Schimmer
Die Hoffnung auf den finstern Weg.

Von all dem rauschenden Geleite
Wer harrte liebend bei mir aus?
Wer steht mir tröstend noch zur Seite
Und folgt mir bis zum finstern Haus?
Du, die du alle Wunden heilest,
Der Freundschaft leise, zarte Hand,
Des Lebens Bürden liebend theilest,
Du, die ich frühe sucht' und fand.

Und du, die gern sich mir ihr gattet,
Wie sie, der Seele Sturm beschwört,
Beschäftigung, die nie ermattet,
Die langsam schafft, doch nie zerstört,
Die zu dem Bau der Ewigkeiten
Zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht,
Doch von der großen Schuld der Zeiten
Minuten, Tage, Jahre streicht. - Friedrich Schiller

Falscher Studiertrieb 1796

O, viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele,
Seh' ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt. - Friedrich Schiller
 

Die vier Weltalter

Wohl perlet im Glase der purpurne Wein,
Wohl glänzen die Augen der Gäste;
Es zeigt sich der Sänger, er tritt herein,
Zu dem Guten bringt der das Beste;
Denn ohne die Leier im himmlischen Saal
Ist die Freude gemein auch beim Nektarmahl.

Ihm gaben die Götter das reine Gemüt,
Wo die Welt sich, die ewige, spiegelt;
Er hat Alles gesehn, was auf Erden geschieht
Und was uns die Zukunft versiegelt;
Er saß in der Götter urältestem Rat
Und behorchte der Dinge geheimste Saat.

Er breitet es lustig und glänzend aus,
Das zusammengefaltete Leben;
Zum Tempel schmückt er das irdische Haus,
Ihm hat es die Muse gegeben;
Kein Dach ist so niedrig, keine Hütte so klein,
Er führt einen Himmel voll Götter hinein.

Und wie der erfindende Sohn des Zeus
Auf des Schildes einfachem Runde
Die Erde, das Meer und den Sternenkreis
Gebildet mit göttlicher Kunde,
So drückt er ein Bild des unendlichen All
In des Augenblicks flüchtig verrauschenden Schall.

Er kommt aus dem kindlichen Alter der Welt,
Wo die Völker sich jugendlich freuten;
Er hat sich, ein fröhlicher Wandrer, gesellt
Zu allen Geschlechtern und Zeiten.
Vier Menschenalter hat er gesehn
Und lässt sie am fünften vorübergehn.

Erst regierte Saturnus schlicht und gerecht,
Da war es heute wie morgen,
Da lebten die Hirten, ein harmlos Geschlecht,
Und brauchten für gar nichts zu sorgen;
Sie liebten und taten weiter nichts mehr,
Die Erde gab Alles freiwillig her.

Drauf kam die Arbeit, der Kampf begann
Mit Ungeheuern und Drachen,
Und die Helden fingen, die Herrscher, an,
Und den Mächtigen suchten die Schwachen.
Und der Streit zog in des Skamanders Feld;
Doch die Schönheit war immer der Gott der Welt.

Aus dem Kampf ging endlich der Sieg hervor,
Und der Kraft entblühte die Milde,
Da sangen die Musen im himmlischen Chor,
Da erhuben sich Göttergebilde –
Das Alter der göttlichen Phantasie,
Es ist verschwunden, es kehret nie.

Die Götter sanken vom Himmelsthron,
Es stürzten die herrlichen Säulen,
Und geboren wurde der Jungfrau Sohn,
Die Gebrechen der Erde zu heilen;
Verbannt ward der Sinne flüchtige Lust,
Und der Mensch griff denkend in seine Brust.

Und der eitle, der üppige Reiz entwich,
Der die frohe Jugendwelt zierte;
Der Mönch und die Nonne zergeißelten sich,
Und der eiserne Ritter turnierte.
Doch war das Leben auch finster und wild,
So blieb doch die Liebe lieblich und mild.

Und einen heiligen, keuschen Altar
Bewahrten sich stille die Musen;
Es lebte, was edel und sittlich war,
In der Frauen züchtigem Busen;
Die Flamme des Liedes entbrannte neu
An der schönen Minne und Liebestreu.

Drum soll auch ein ewiges, zartes Band
Die Frauen, die Sänger umflechten,
Sie wirken und weben, Hand in Hand,
Den Gürtel des Schönen und Rechten.
Gesang und Liebe in schönem Verein,
Sie erhalten dem Leben den Jugendschein. - Friedrich Schiller
 

Würde der Frauen 1795

Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.

    Ewig aus der Wahrheit Schranken
    Schweift des Mannes wilde Kraft;
    Unstät treiben die Gedanken
    Auf dem Meer der Leidenschaft;
    Gierig greift er in die Ferne,
    Nimmer wird sein Herz gestillt;
    Rastlos durch entlegne Sterne
    Jagt er seines Traumes Bild.

Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.

    Feindlich ist des Mannes Streben,
    Mit zermalmender Gewalt
    Geht der wilde durch das Leben,
    Ohne Rast und Aufenthalt.
    Was er schuf, zerstört er wieder,
    Nimmer ruht der Wünsche Streit,
    Nimmer, wie das Haupt der Hyder
    Ewig fällt und sich erneut.

Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.

    Streng und stolz, sich selbst genügend,
    Kennt des Mannes kalte Brust,
    Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
    Nicht der Liebe Götterlust,
    Kennet nicht den Tausch der Seelen,
    Nicht in Tränen schmilzt er hin;
    Selbst des Lebens Kämpfe stählen
    Härter seinen harten Sinn.

Aber, wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Fraun.
Zärtlich geängstet vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.

    In der Männer Herrschgebiete
    Gilt der Stärke trotzig Recht;
    Mit dem Schwert beweist der Scythe,
    Und der Perser wird zum Knecht.
    Es befehden sich im Grimme
    Die Begierden wild und roh,
    Und der Eris rauhe Stimme
    Waltet, wo die Charis floh.

Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht. - Friedrich Schiller
 

Die Johanniter 1795

Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung,
Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt,
Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet
Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem heiligen Grab.
Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters,
Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms,
Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet
Und die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt.
Religion des Kreuzes, nur du verknüpfest in einem
Kranze der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich! - Friedrich Schiller
 

Die Worte des Glaubens 1797

Drei Worte nenn' ich euch, inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her;
Das Herz nur gibt davon Kunde.
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren,
Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Missbrauch rasender Toren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!

Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt' er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben,
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.

Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob Alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.

Die drei Worte bewahret euch, inhaltschwer,
Sie pflanzet von Munde zu Munde,
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
Euer Innres gibt davon Kunde.
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,
So lang er noch an die drei Worte glaubt. - Friedrich Schiller
 

Die Worte des Wahns

Drei Worte hört man, bedeutungschwer,
Im Munde der Guten und Besten.
Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,
Sie können nicht helfen und trösten.
Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,
So lang er die Schatten zu haschen sucht.

So lang er glaubt an die goldene Zeit,
Wo das Rechte, das Gute wird siegen –
Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,
Nie wird der Feind ihm erliegen,
Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,
Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.

So lang er glaubt, dass das buhlende Glück
Sich dem Edeln vereinigen werde –
Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick;
Nicht dem Guten gehöret die Erde,
Er ist ein Fremdling, er wandert aus
Und suchet ein unvergänglich Haus.

So lang er glaubt, dass dem ird'schen Verstand
Die Wahrheit je wird erscheinen –
Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand;
Wir können nur raten und meinen.
Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort,
Doch der freie wandelt im Sturme fort.

Drum, edle Seele, entreiß dich dem Wahn
Und den himmlischen Glauben bewahre!
Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn,
Es ist dennoch das Schöne, das Wahre!
Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor;
Es ist in dir, du bringst es ewig hervor. - Friedrich Schiller
 

Sprüche des Confucius.

1.
Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihre Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu', kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

2.
Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn' Unterlaß
Strebt die Länge: fort ins Weite
Endlos gießet sich die Breite;
Grundlos senkt die Tiefe sich.

Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts musst du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
musst ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe musst du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit. - Friedrich Schiller
 

Der Kampf mit dem Drachen

Was rennt das Volk, was wälzt sich dort
Die langen Gassen brausend fort?
Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen?
Es rottet sich im Sturm zusammen,
Und einen Ritter, hoch zu Ross,
Gewahr ich aus dem Menschentros,
Und hinter ihm, welch Abenteuer!
Bringt man geschleppt ein Ungeheuer,
Ein Drache scheint es von Gestalt,
Mit weitem Krokodilesrachen,
Und alles blickt verwundert bald
Den Ritter an und bald den Drachen.

Und tausend Stimmen werden laut:
»Das ist der Lindwurm, kommt und schaut!
Der Hirt und Herden uns verschlungen,
Das ist der Held, der ihn bezwungen!
Viel andre zogen vor ihm aus,
Zu wagen den gewaltgen Strauß,
Doch keinen sah man wiederkehren,
Den kühnen Ritter soll man ehren!«
Und nach dem Kloster geht der Zug,
Wo Sankt Johanns des Täufers Orden,
Die Ritter des Spitals, im Flug
Zu Rate sind versammelt worden.

Und vor den edeln Meister tritt
Der Jüngling mit bescheidnem Schritt,
Nachdrängt das Volk, mit wildem Rufen,
Erfüllend des Geländes Stufen.
Und jener nimmt das Wort und spricht:
»Ich hab erfüllt die Ritterpflicht,
Der Drache, der das Land verödet,
Er liegt von meiner Hand getötet,

Frei ist dem Wanderer der Weg,
Der Hirte treibe ins Gefilde,
Froh Walle auf dem Felsensteg
Der Pilger zu dem Gnadenbilde.«

Doch strenge blickt der Fürst ihn an
Und spricht: »Du hast als Held getan,
Der Mut ists, der den Ritter ehret,
Du hast den kühnen Geist bewähret.
Doch sprich! Was ist die erste Pflicht
Des Ritters, der für Christum ficht,
Sich schmücket mit des Kreuzes Zeichen?«
Und alle ringsherum erbleichen.
Doch er, mit edelm Anstand, spricht,
Indem er sich errötend neiget:
»Gehorsam ist die erste Pflicht,
Die ihn des Schmuckes würdig zeiget.«

»Und diese Pflicht, mein Sohn«, versetzt
Der Meister, »hast du frech verletzt,
Den Kampf, den das Gesetz Versager,
Hast du mit frevlem Mut gewaget!«
»Herr, richte, wenn du alles weißt«,
Spricht jener mit gesetztem Geist,
»Denn des Gesetzes Sinn und Willen
Vermeint ich treulich zu erfüllen,
Nicht unbedachtsam zog ich hin,
Das Ungeheuer zu bekriegen,
Durch List und kluggewandten Sinn
Versucht ichs, in dem Kampf zu siegen.

Fünf unsers Ordens waren schon,
Die Zierden der Religion,
Des kühnen Mutes Opfer worden,
Da wehrtest du den Kampf dem Orden.
Doch an dem Herzen nagte mir
Der Unmut und die Streitbegier,

Ja selbst im Traum der stillen Nächte
Fand ich mich keuchend im Gefechte,
Und wenn der Morgen dämmernd kam
Und Kunde gab von neuen Plagen,
Da fasste mich ein wilder Gram,
Und ich beschloss, es frisch zu wagen.

Und zu mir selber sprach ich dann:
Was schmückt den Jüngling, ehrt den Mann,
Was leisteten die tapfern Helden,
Von denen uns die Lieder melden?
Die zu der Götter Glanz und Ruhm
Erhub das blinde Heidentum?
Sie reinigten von Ungeheuern
Die Welt in kühnen Abenteuern,
Begegneten im Kampf dem Leun
Und rangen mit dem Minotauren,
Die armen Oper zu befrein,
Und ließen sich das Blut nicht dauren.

Ist nur der Sarazen es wert,
dass ihn bekämpft des Christen Schwert?
Bekriegt er nur die falschen Götter?
Gesandt ist er der Welt zum Retter,
Von jeder Not und jedem Harm
Befreien muss sein starker Arm,
Doch seinen Mut muss Weisheit leiten,
Und List muss mit der Stärke streiten.
So sprach ich oft und zog allein,
Des Raubtiers Fährte zu erkunden,
Da flößte mir der Geist es ein,
Froh rief ich aus: Ich habe gefunden!

Und trat zu dir und sprach dies Wort:
»Mich zieht es nach der Heimat fort.«
Du, Herr, willfahrtest meinen Bitten,
Und glücklich war das Meer durchschnitten.

Kaum stieg ich aus am heimschen Strand,
Gleich ließ ich durch des Künstlers Hand.
Getreu den wohlbemerkten Zügen,
Ein Drachenbild zusammenfügen.
Auf kurzen Füßen wird die Last
Des langen Leibes aufgetürmet,
Ein schuppigt Panzerhemd umfaßt
Den Rücken, den es furchtbar schirmet.

Lang strecket sich der Hals hervor
Und gräßlich wie ein Höllentor
Als schnappt' es gierig nach der Beute
Eröffnet sich des Rachens Weite,
Und aus dem schwarzen Schlunde dräun
Der Zähne stacheligte Reihn,
Die Zunge gleicht des Schwertes Spitze
Die kleinen Augen sprühen Blitze
In einer Schlange endigt sich
Des Rückens ungeheure Länge,
Rollt um sich selber fürchterlich
dass es um Mann und Roß sich schlänge.

Und alles bild ich nach genau
Und kleid es in ein scheußlich Grau,
Halb Wurm erschiene, halb Molch und Drache
Gezeuget in der giftgen Lache.
Und als das Bild vollendet war,
Erwähl ich mir ein Doggenpaar,
Gewaltig, schnell, von flinken Läufen
Gewohnt, den wilden Ur zu greifen.
Die hetz ich auf den Lindwurm an
Erhitze sie zu wildem Grimme,
Zu fassen ihn mit scharfem Zahn
Und lenke sie mit meiner Stimme.
Und wo des Bauches weiches Vlies
Den scharfen Bissen Blöße ließ,

Da reiz ich sie, den Wurm zu packen,
Die spitzen Zähne einzuhacken.
Ich selbst, bewaffnet mit Geschoss,
Besteige mein arabisch Ross,
Von adeliger Zucht entstammet,
Und als ich seinen Zorn entflammet,
Rasch auf den Drachen spreng ichs los
Und stachl es mit den scharfen Sporen
Und werfe zielend mein Geschoss,
Als wollt ich die Gestalt durchbohren.

Ob auch das Ross sich grauend bäumt
Und knirscht und in den Zügel schäumt,
Und meine Doggen ängstlich stöhnen,
Nicht rast ich, bis sie sich gewöhnen.
So üb ichs aus mit Emsigkeit,
Bis dreimal sich der Mond erneut,
Und als sie jedes recht begriffen,
Führ ich sie her auf schnellen Schiffen.
Der dritte Morgen ist es nun,
dass mirs gelungen, hier zu landen,
Den Gliedern gönnt ich kaum zu ruhn,
Bis ich das große Werk bestanden.

Denn heiß erregte mir das Herz
Des Landes frisch erneuter Schmerz,
Zerrissen fand man jüngst die Hirten,
Die nach dem Sumpfe sich verirrten,
Und ich beschließe rasch die Tat,
Nur von dem Herzen nehm ich Rat.
Flugs Unterricht ich meine Knappen,
Besteige den versuchten Rappen,
Und von dem edeln Doggenpaar
Begleitet, auf geheimen Wegen,
Wo meiner Tat kein Zeuge war,
Reit ich dem Feinde frisch entgegen.

Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch
Auf eines Felsenberges Joch,
Der weit die Insel überschauet,
Des Meisters kühner Geist erbauet.
Verächtlich scheint es, arm und klein
Doch ein Mirakel schließt es ein,
Die Mutter mit dem Jesusknaben,
Den die drei Könige begaben.
Auf dreimal dreißig Stufen steigt
Der Pilgrim nach der steilen Höhe,
Doch hat er schwindelnd sie erreicht,
Erquickt ihn seines Heilands Nähe.

Tief in den Fels, auf dem es hängt,
Ist eine Grotte eingesprengt,
Vom Tau des nahen Moors befeuchtet,
Wohin des Himmels Strahl nicht leuchtet
Hier hausete der Wurm und lag,
Den Raub erspähend, Nacht und Tag.
So hielt er wie der Höllendrache
Am Fuß des Gotteshauses Wache,
Und kam der Pilgrim hergewallt
Und lenkte in die Unglücksstraße,
Hervorbrach aus dem Hinterhalt
Der Feind und trug ihn fort zum Fraße.

Den Felsen stieg ich jetzt hinan,
Eh ich den schweren Strauß begann,
Hin kniet ich vor dem Christuskinde
Und reinigte mein Herz von Sünde,
Drauf gürt ich mir im Heiligtum
Den blanken Schmuck der Waffen um
Bewehre mit dem Spieß die Rechte,
Und nieder steig ich zum Gefechte.
Zurücke bleibt der Knappen Tross,
Ich gebe scheidend die Befehle
Und schwinge mich behend aufs Ross,
Und Gott empfehl ich meine Seele.

Kaum seh ich mich im ebnen Plan,
Flugs schlagen meine Doggen an,
Und bang beginnt das Ross zu keuchen
Und bäumet sich und will nicht weichen,
Denn nahe liegt, zum Knäul geballt,
Des Feindes scheußliche Gestalt
Und sonnet sich auf warmem Grunde.
Auf jagen ihn die flinken Hunde,
Doch wenden sie sich pfeilgeschwind,
Als es den Rachen gähnend teilet
Und von sich haucht den giftgen Wind
Und winselnd wie der Schakal heulet.
Doch schnell erfrisch ich ihren Mut,

Sie fassen ihren Feind mit Wut,
Indem ich nach des Tieres Lende
Aus starker Faust den Speer versende,
Doch machtlos wie ein dünner Stab
Prallt er vom Schuppenpanzer ab,
Und eh ich meinen Wurf erneuet,
Da bäumet sich mein Ross und scheuet
An seinem Basiliskenblick
Und seines Atems giftgern Wehen,
Und mit Entsetzen springts zurück,
Und jetzo wars um mich geschehen

Da schwing ich mich behend vom Roß,
Schnell ist des Schwertes Schneide bloß,
Doch alle Streiche sind verloren,
Den Felsenharnisch zu durchbohren,
Und wütend mit des Schweifes Kraft
Hat es zur Erde mich gerafft,
Schon seh ich seinen Rachen gähnen,
Es haut nach mir mit grimmen Zähnen,
Als meine Hunde wutentbrannt
An seinen Bauch mit grimmgen Bissen
Sich warfen, dass es heulend stand,
Von ungeheurem Schmerz zerrissen.

Und eh es ihren Bissen sich
Entwindet, rasch erheb ich mich,
Erspähe mir des Feindes Blöße
Und stoße tief ihm ins Gekröse
Nachbohrend bis ans Heft den Stahl
Schwarzquellend springt des Blutes Strahl,
Hin sinkt es und begräbt im Falle
Mich mit des Leibes Riesenballe,
dass schnell die Sinne mir vergehn.
Und als ich neugestärkt erwache
Seh ich die Knappen um mich stehn,
Und tot im Blute liegt der Drache.«

Des Beifalls lang gehemmte Lust
Befreit jetzt aller Hörer Brust
Sowie der Ritter dies gesprochen,
Und zehnfach am Gewölb gebrochen
Wälzt der vermischten Stimmen Schall
Sich brausend fort im Widerhall,
Laut fordern selbst des Ordens Söhne,
dass man die Heldenstirne kröne,
Und dankbar im Triumphgepräng
Will ihn das Volk dem Volke zeigen,
Da faltet seine Stirne streng
Der Meister und gebietet Schweigen.

Und spricht: »Den Drachen, der dies Land
Verheert, schlugst du mit tapfrer Hand,
Ein Gott bist du dem Volke worden,
Ein Feind kommst du zurück dem Orden,
Und einen schlimmern Wurm gebar
Dein Herz, als dieser Drache war.

Die Schlange, die das Herz vergiftet,
Die Zwietracht und Verderben stiftet,
Das ist der widerspenstge Geist
Der gegen Zucht sich frech empöret,
Der Ordnung heilig Band zerreißt,
Denn der ists, der die Welt zerstöret.

Mut zeiget auch der Mameluck,
Gehorsam ist des Christen Schmuck;
Denn wo der Herr in seiner Größe
Gewandelt hat in Knechtes Blöße,
Da stifteten, auf heilgem Grund,
Die Väter dieses Ordens Bund,
Der Pflichten schwerste zu erfüllen:
Zu bändigen den eignen Willen!
Dich hat der eitle Ruhm bewegt,
Drum wende dich aus meinen Blicken,
Denn wer des Herren Joch nicht trägt,
Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.«

Da bricht die Menge tobend aus,
Gewaltger Sturm bewegt das Haus,
Um Gnade flehen alle Brüder,
Doch schweigend blickt der Jüngling nieder,
Still legt er von sich das Gewand
Und küsst des Meisters strenge Hand
Und geht. Der folgt ihm mit dem Blicke,
Dann ruft er liebend ihn zurücke
Und spricht: Umarme mich, mein Sohn!
Dir ist der härtre Kampf gelungen.
Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn
Der Demut, die sich selbst bezwungen. « - Friedrich Schiller
 
 
 
 
 

Anmerkungen

[1] Vgl. Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller, Nr. 554 Friedrich Hölderlin. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. Kurs Nr. 545 Sittenlehre I-II. Ib.
[3] Vgl. Kurs Nr. 544 Staats- und Rechtslehre I-III. Ib.
[4] Vgl. Kurs Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[5] Vgl. Kurs Nr. 512 Novalis: Christenheit oder Europa. Ib.
[6] Vgl. Kurs Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion - Philosophy of Science, Art and Religion. Ib.
[7] Vgl. Kurs Nr. 510 Schelling, Philosophie der Offenbarung. Ib.
[8] Vgl. Kurs Nr. 509 Schelling, Philosophie der Freiheit. Ib.
[9] Vgl. Kurs Nr. 506 Wladimir Solowjew: Europa im 21. Jahrhundert. Ib.
[10] Vgl. Kurs Nr. 505 Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Ib.
[11] Vgl. Kurs Nr. 556 - Torquato Tasso. Ib.
[12] Vgl. Kurs Nr. 557 - Ariosto. Ib.
[13] Vgl. Kurs Nr. 558 - Calderon de la Barca. Ib.
[14] Vgl. Kurs Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach. Ib.
[15] Vgl. Kurs Nr. 560 - Walter von der Vogelweide. Ib.
[16] Vgl. Kurs Nr. 552 William Shakespeare. Ib.
[17] Vgl. Kurs Nr. 553 Friedrich Schiller. Ib.; zu Despoten, die sich auf den Koran berufen vgl. Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[18] Heute wird mehr und mehr zugegeben, "dass die Menschen in der Moschee böse seien", ebenso Lehrer an islamischen Privatschulen und Koranschulen. "Tiefes Misstrauen gegenüber den Leuten in der Moschee" ist angebracht, denn in der Moschee und in islamischen Privatschulen lernen die Schüler nur die Verkehrtheit der islamischen Welt kennen: die Kinder dürfen in keinen Sportverein, sie dürfen keine Klavierstunden nehmen, nicht Schlittschuh oder Fahrrad fahren, sie dürfen keine Romane oder Gedichte lesen, nur die Bücher, die der Vater aus der Moschee mitbringt. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 2016, Nr. 11, p. 3); zur Kritik an muslimischen Philosophen und  Muhammads Koran vgl. Kurse Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa. Ib.
[19] Vgl. Kurs Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance in Italien.Ib.
[20] Vgl. Kurs Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur in Frankreich.Ib.
[21] Vgl. Kurs Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik.Ib.
[22] Achim von Arnim und Clemens Brentano 1805/1987: Des Knaben Wunderhorn Bd. II. Stuttgart
[23] Mehr zu diesem Thema von Alexander von Humboldt vgl. Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[24] Wilhelm von Humboldt über die Kawi-Sprache Bd. III. S. 426. »Die stürmenden Eroberungen Alexanders, die staatsklug bedächtigen der Römer, die wild grausamen der Mexicaner, die despotischen Ländervereinigungen der Incas haben in beiden Welten dazu beigetragen das vereinzelte Dasein der Völker aufzuheben und weitere Verbindungen zu stiften. Große und starke Gemüther, ganze Nationen handelten unter der Macht einer Idee, die ihnen in ihrer Reinheit gänzlich fremd war. In der Wahrheit ihrer tiefen Milde sprach sie zuerst, ob es ihr gleich nur langsam Eingang verschaffen konnte, das Christenthum aus. Früher kommen nur einzelne Anklänge vor. Die neuere Zeit hat den Begriff der Civilisation lebendiger aufgefasst, und das Bedürfnis erregt, Verbindungen der Völker und Cultur weiter zu verbreiten.«
[25] Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1098 und FAZ 2020, Nr. 57
[26] Ib.
[27] Ib.; zu: Um „würgende Seuchen“, auch z.B. in Form der Türken in Griechenland zur Zeit der Befreiungskriege und später,  als bedrohliches Schreckgespenst darzustellen, greift Schiller nach den stärksten Bildern und Worten. Die „Pestilenzen“, deren winzige Erreger noch unbekannt waren, schleichen auf grausame Weise durch die „Grabnacht“. Damit gleichen sie den schleichenden „febres putridae“, die in der Dissertation genauer behandelt werden. "Erst zeigt die Psychologie der Angst physische Folgen wie klopfendes Herz, gichtrische Zuckungen, grässliches Lachen des Wahnsinns. Nach einer Infektion folgen dann Schwäche und Auszehrung, die Erkrankten drängen „hager – hohl und bleich“ ins „finstre Reich“ des Todes. Schon in der antiken Humoralpathologie machte man giftige Ausdünstungen, sogenannte Miasmen in der Luft, für die Übertragung des Übels verantwortlich. „Gift’ger Nebel“ sorgt, wie die alles verwüstende Pest der Türken, entsprechend für „ausgestorbne Städte“, vgl. Anm. 25 ff und Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin II, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel,
[28] Ib.; zur Theodizee und beste aller möglichen Welten, vgl. Kurse Nr. 020 J.W. Goethe, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Ib.
[29] Friedrich Schiller, Fiesko I
[30] Zu: Schiller lässt in seinem Stück einem "konfiszierten Mohrenkopf", also Mauren bzw. Moslem, den Mulen Hassan, auftreten. In seinem Wissen um die Theorie seines Handwerks, in seiner Systematik und Sophistik erinnert dieser Moslem nicht nur an den Räuberhauptmann Franz Moor in den Räubern, sondern zeigt wie Moslems bzw. Osmanen eingeschätzt wurden, nämlich als Ungläubige, Räuber und Barbaren. Schiller nennt ihn "eine höfliche Bestie! Sie will sich mit fremder Leute Gurgeln bedanken." Auch Osmanen haben eine Ehre, nämlich "die Ehre der Gurgelabschneider". Über sich sagt Hassan: "einen Schurken könnt ihr mich schimpfen, aber den Dummkopf verbitt' ich." Hassan brüstet sich: "Ich kann euch von jener Spitzbubenzunft ein Testimonium aufweisen, von der untersten bis zur höchsten." Osmanen bzw. Türken halten sich nach Schiller durchaus an Gesetze: "Also auch Schelmen erkennen Gesetze und Rangordnung" in der "Spitzbubenzunft". Andere Philhelenen wie Viktor Hugo, Lord Byron, Johann Ludwig Wilhelm Müller haben dies bestätigt, vgl. Anm. 29 ff. und Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin II, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Ib.
[31] Ib.
[32] Ib.; zu: Etwas höher in der Rangordnung rangieren "feige Memmen", wie sie früher in der osmanischen Armee und noch heute beim türkischen Militär zu finden sind: "Der Rang trifft nunmehr die Meuter, Giftmischer und Alle, die ihren Mann lang hinhalten und aus dem Hinterhalt fassen. Feige Memmen sind's oft, aber doch Kerls, die dem Teufel das Schulgeld mit ihrer armen Seele bezahlen. Hier tut die Gerechtigkeit schon etwas Uebriges, strickt ihre Knöchel aufs Rad und pflanzt ihre Schlauköpfe auf Spieße. Das ist die dritte Zunft." Vgl. Anm. 30 ff. und Kurse Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III. Ib.
[33] Ib.
[34] II; zu: Derartige Osmanen und Mauren waren wie Hassan zu allen Schandtaten bereit, als "Henkerknecht", Spürhund, "zu allen Kommissionen, nur bei Leibe! zu keiner ehrlichen - dabei benehm ich mich plump wie Holz." Schon als Kinder werden die ungläubigen Moslems in Koranschulen dazu erzogen; auch wenn später der ein oder andere nützliche Gedanke daraus erwächst: "Dein Gedanke war besser als das Mistbeet, worin er wuchs." Vgl. Anm. 32 ff. und Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 505 Artur Schopenhauer I-II. Ib.
[35] Ib.; zu: Wie heute viele Firmen mit der Türkei Handel treiben und diesen nicht gefährden wollen und daher bei Kriegsverbrechen durch die Türken alle Augen zudrücken, so hatten damals die Patrizier 1547 ähnliche Sorgen mit den Osmanen. "Ihr Heldenfeuer klemmt sich in Ballen levantischer Waren, ihre Seelen flattern ängstlich um ihre ostindische Flotte." Vgl. Anm. 36 ff. und Kurse Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur.Ib.
[36] Ib.; zu: Der Handel mit Türken bzw. Osmanen kann staatliche Parteien ruinieren, wie man an Merkel-Deutschland und der CDU sehen kann. Durch Kontrollverlust an den Grenzen, das EU-Türkei-Flüchtlingsabkommen und Einzahlungen in die türkische Kriegskasse hat die CDU fast die gesamte Wählerschaft verloren. Ähnlich in Genua um das Jahr 1547: "Die Staatsgeschäfte teilten sich in mehrere Kammern. Wölfe besorgten die Finanzen, Füchse waren ihre Secretäre. Tauben führten das Criminalgericht,..." vgl. Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III. Ib.
[37] Ib.
[38] Ib.
[39] Ib.; zu: Die Galeeren wurden damals oft verwendet um "damit Jagd auf die Türken" zu machen. "Die Bärte der Beschnittenen liegen oben drauf. Was im Korb ist, weiß der Teufel." Dabei ging es nicht um eine Art Ausländerfeindlichkeit oder Rassismus, sondern um gewöhnlichen Selbsterhaltungstrieb; die Grenzen mussten gesichert und das christliche Europa vor den herandrängenden irrgläubigen Türken geschützt werden. In den Ländern, die die Türken bzw. Mauren erfolgreich zurückgedrängt haben wie Italien und Spanien sind die Schriftsteller noch lange stolz darauf, dass sie mitgekämpft hatten. Cervantes hatte eine Wunde in der Seeschlacht von Lepanto erhalten, die er fortan als "Manco de Lepanto" bezeichnete. Letztlich hatten die Christen, wie in der Seeschlacht von Lepanto vor über 400 Jahren, die Osmanen (Türken) immer wieder erfolgreich zurückgedrängt. Lepanto, griechisch Nafpaktos, hieß die Festung, die den nördlichen Zugang zum Golf von Patras bewacht. Sie gab der berühmten Schlacht den Namen, bei der am 7. Oktober 1571 die Heilige Liga, bestehend aus Spanien, den Maltesern, dem Heiligen Stuhl und den italienischen Seemächten, die türkische Flotte unter Großadmiral Ali Pascha vernichtend geschlagen hatte. Befehlshaber der christlichen Streitkräfte war Don Juan de Austria, ein Sohn Karls V. aus dessen Verbindung mit einer Regensburger Bürgerstochter. Der Sieg wurde in ganz Europa mit Glockengeläut gefeiert, im Dogenpalast von Venedig wird die Schlacht auf einem riesigen Gemälde (Untergang des Morgenlandes von Vassilachi) festgehalten. Die christlichen Streitkräfte erwiesen sich als disziplinierter und stärker. Die Türken verloren fast alle 300 Schiffe, die Liga nur zwölf. Und sie befreite bis zu 20.000 Christen, die als Galeerensklaven für die Türken hatten rudern müssen, vgl. Cervantes, M.: Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha sowie Kurse Nr. 563 Cervantes, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Ib.
[40] III; zu: An Freiwilligen zum Kampf gegen die Türken hat es nie gemangelt: "Ueber die vierhundert Abenteurer, die der Friede zwischen Frankreich und Spanien auf den Sand gesetzt hat, nisteten sich an meine Leute und bestürmten sie, ein gutes Wort für sie bei Euch einzulegen, dass Ihr sie gegen die Ungläubigen schicken mögt." Vgl. Anm. 39 ff.
[41] Ib.; zu: Auch Mauren in den Diensten der Christen kämpfen gegen die Türken. Ein Maure meinte, man könne auf ihn zählen "wie auf meine Höllenfahrt." Schließlich galten Moslems als "Christusgegner", da sie einem seelenfressenden Ungeheuer, "unser aller Seelenfeind", huldigten (Joh. Damaszenus., Basilius der Große) und wurden von Dante daher in den tiefsten Schlund der Hölle verbannt. Auch die Byzantiner klärten darüber auf: "Diese phantastischen Schwätzereien des Muhammad mit dem falschen Namen des Propheten wurden deswegen hier aufgeschrieben, damit die Christen, wenn sie diese bedenken, ihn und seine Schüler auslachen und ihren Irrtum und ihr Verderben verachten." Vgl. Anm. 40 ff. und Kurse Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Ib.
[42] Ib.
[43] Ib.
[44] IV
[45] V
[46] Friedrich Schiller, Gedichte I
[47] Ib.; zu: Ihre Moscheen, die in der Regel umgewandelte und verschandelte byzantinische Kirchen waren, zeigen, wie wenig Sinn die Türken für die Kunst der Griechen und Byzantiner übrig hatten, weshalb sie auch nie "in der Erkenntnis Land" gelangen konnten; wahre Erkenntnis blieb ihnen bis heute verschlossen, was sich schon daran zeigt, dass fast 100 Prozent der Türken Moslems sind. Schönheit und Wahrheit ist bei Türken völlig unbekannt: "Was wir als Schönheit hier empfunden, / Wird einst als Wahrheit uns entgegen gehn." Bis heute halten sie an ihrem Lügenprophet fest: "Im Fleiß kann dich die Biene meistern, / In der Geschicklichkeit der Wurm dein Lehrer sein, / Dein Wissen teilest du mit vorgezognen Geistern, / Die Kunst, o Mensch, hast du allein. / Nur durch das Morgentor des Schönen / Drangst du in der Erkenntnis Land." Vgl. Kurse Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[48] Ib.
[49] Ib.; zu: Die Muslik, die von Moslems bekämpft wird, wurde zur christlichsten aller Künste: "Das Lächeln blühte auf der Wange; / Der Stimme seelenvolles Spiel / Entfaltete sich zum Gesange; / Im feuchten Auge schwamm Gefühl, / Und Scherz mit Huld in anmutsvollem Bunde / Entquollen dem beseelten Munde." Vgl. Kurse Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 512 Novalis. Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.
[52] Ib.
[53] Ib.
[54] Ib.; zu: Byzantinische und europäische Kunst und Wissenschaft konnten sich dank Christentum und Renaissance weiter ausbreiten: "Wie leicht war er dahin getragen, / Was war dem Glücklichen zu schwer! / Wie tanzte vor des Lebens Wagen / Die luftige Begleitung her! / Die Liebe mit dem süßen Lohne, / Das Glück mit seinem goldnen Kranz, / Der Ruhm mit seiner Sternenkrone, / Die Wahrheit in der Sonne Glanz!" Heute werden byzantinische Kunst und Wissenschaft an Schulen und Universitäten zunehmend durch verfälschte Wissenschaften wie Islamwissenschaft ersetzt, muslimische "Schriftsteller", die ihre islamistische Ideologie verschleiern, lassen sich von Politikern und renomierten Verlagen wie Hanser und Klett feiern: "Doch, ach! schon auf des Weges Mitte / Verloren die Begleiter sich, / Sie wandten treulos ihre Schritte, / Und einer nach dem andern wich. / Leichtfüßig war das Glück entflogen, / Des Wissens Durst blieb ungestillt, / Des Zweifels finstre Wetter zogen / Sich um der Wahrheit Sonnenbild. / Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze / Auf der gemeinen Stirn entweiht." Vgl.  Anm. 47 ff. und Kurse Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III. Ib.
[55] Ib.; zu: Für viele islamische Schriftsteller gilt der Satz Schillers: "Ich sah des Ruhmes heil'ge Kränze / Auf der gemeinen Stirn entweiht." Dabei solle man nicht, so Basilius, auf die hören, die "in ihrem Gehirn keine Logik haben" wie die Valentinianer, Arianer und Mohammedaner; dies trifft auch auf die Islamistin Kübra Gümüsay zu. Der Hanser Verlag Berlin hat sich sogar für die Veröffentlichung ihres islamistischen Machwerks hergegeben. Die Bloggerin gilt als Autorin, "die keine Argumente kennt" und die "in ihrem Gehirn keine Logik" hat. Sie möchte z.B.dass neben Goethe in Schulen andere Autoren gelesen werden sollten wie z.B. der Islamist und Antisemit Necip Fazil Kisakürek. Schon 2010 schrieb sie seinen Namen im gleichen Atemzug mit Goethe. Der Text im Buch ist nämlich nur ein leicht geänderter, der damals in der linksradikalen und muslim-freundlichen „taz“ erschien. Anna Prizkau schreibt über sie: "Auf ihrem Blog zählt sie Vorwürfe auf, die sie so hört. Um „Millî Görüs“ geht es unter andrem, mit der sie angeblich sympathisierte. Was diese islamistische Bewegung macht? Auf Facebook Werbung für Kisakürek-Bücher, Gedenkaufrufe für den toten Gründer Erbakan, der selbstverständlich auch ein Judenhasser war. Diese Bewegung „will eine ,Gerechte Ordnung‘ auf der Grundlage des Islams begründen, die langfristig alle anderen, als ,nichtig‘ erachteten politischen Systeme ablösen soll“, sagt der Verfassungsschutz von Baden-Württemberg. Und was sagt Gümüsay, die 2016 bei „Millî Görüs“ einen Vortrag hielt? ... Weiter erklärt sie sich zu Erdogan. Seit Jahren wird ihr vorgeworfen, was sie vor Jahren schrieb: „Also, on a personal note: I currently don’t see any alternative to AKP in Turkey. So, we need constructive criticism!“ ... Das alte Zweifelhafte an Kübra Gümüsay versucht man aus dem Kopf zu sperren, weil man aufs gute Neue wartet. Aber da steht nichts Neues... Es geht um Opferaura und mehr nicht." Es geht ihr, der Muslima, darum, ihre Erfahrungen neben "das größtmögliche Leid, das der Schoa zu stellen, um so ihre Erfahrungen größer aussehen zu lassen, schmerzhafter. Das wiederum ist so durchsichtig, dass es am Ende übersehen wird. Denn Gümüsay wird überall und laut gelobt; von Kritikern, Kulturmenschen, Politikern." Vgl. Anm. 54 ff. und Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1099 und FAZ 2020, Nr. 59; Nr. 57; FAS 2020, Nr. 10 sowie Kurse Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 512 Novalis. Ib.
[56] Ib.; zu  Schiller sagt, ein "falscher Studiertrieb" habe sich an Universitäten breit gemacht: "O, viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele, / Seh' ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt." An Universitäten wie Münster und Frankfurt wurde schon das Fach Byzantinistik (Wissenschaft vom christlichen Orient) durch Islamwissenschaften ersetzt. Es wird quasi eine Wissenschaft der Freunde der Wahrheit durch die der "Feinde der Wahrheit" ersetzt. Vgl. Anm. 54 ff. und Science Review Letters 2017, 16, Nr. 821 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2017, Nr. 148, p. 6; FAS 2017, Nr. 215, p. 14; Nr. 26, p. 38; Susanne Schröter 2017: Dschihadisten als Elitetruppe des Islams. Eine klare Ablehnung dieser Position durch islamische Verbände in Deutschland fehlt. Frankfurt a.M. ; zum Thema der Islam und die islamische Masseneinwanderung sowie islamische Parallelgesellschaften gehören nicht zu Deutschland (drei Viertel der Deutschen sind dieser Auffassung), christlicher Religionsunterricht, der den Islam erklärt ist möglich, Islamunterricht, der das Christentum erklärt, gehört dagegen nicht zu Deutschland vgl Science Review Letters 2018, 17, Nr. 896 und NZZ vom 1.3.2018; FAS 2018, Nr. 12, p. 10; FAZ 2018, Nr. 71, p. 4; zur Kritik an muslimischen Philosophen und zur verfälschten Darstellung des Christentums im Koran vgl. Kurse Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 501 Thomas von Aquin: Summa Theol. I, Nr. 582 St.Thomas Aquinas Sth. II-II, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa. Ib.
[57] Ib.
[58] Ib.
[59] Ib.; zu: Schiller will die Frauen aber nicht nur im Minnesang geehrt wissen, sondern auch in späteren Zeiten: "Ehret die Frauen! sie flechten und weben / Himmlische Rosen ins irdische Leben, / Flechten der Liebe beglückendes Band, / Und in der Grazie züchtigem Schleier / Nähren sie wachsam das ewige Feuer / Schöner Gefühle mit heiliger Hand." Auch der Philhelene Lord Byron war Schillers Ansicht; er sprach den Türken sogar die Fähigkeit ab, ehrenhaft mit Frauen umzugehen: "Denn alle Türken halten viel auf Fraun, / Obgleich man nicht viel Gutes davon hört. / Sie halten sie wie Hunde (im Vertraun / Gesagt) und kaufen sie, wie wir ein Pferd; / Zwar viele sind's, doch sieht man nichts davon, / Gesetzlich vier, und sonst à discretion. / Sie bleiben stets verschleiert und bewacht / Und sehen kaum die männlichen Verwandten; / So viel wird auch von ihnen nicht gelacht, / Wie's wohl bei Fraun geschieht in andern Landen; / Auch glaub' ich, dass dies Leben blass sie macht. / Da Türken nicht gesprächig sind, so kannten / Die Fraun von je kein anderes Vergnügen, / Als Bäder, Liebe, Putz und Kinderkriegen. / Sie wissen nichts von Lesen oder Schreiben, / Von Kritisiren oder Versemachen; / Journale, Predigten, Romane bleiben / Wie Geist und Witz für sie stets fremde Sachen, – / Die Bildung würde sie zum Aufruhr treiben! / ... Die armen kleinen Türkenfraun genießen / Nichts von so lehrreich liebenswürd'gen Leuten; / Sie würden als ein Wunder sie begrüßen, / Als hörten Glocken in Moscheen sie läuten. / Ich glaub', es wär' der Mühe wert, wir ließen – / Der beste Plan schlägt freilich fehl zu Zeiten – / Als Missionar solch einen Herrn hinreisen, / Im Christlichsprechen sie zu unterweisen." (Lord Byron) Vgl. Kurse Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 621 Lord Byron, Ib.
[60] Ib.; zu: Orden wie die Templer und Johanniter schützten griechische Inseln wie Rhodos und Zypern, geleiteten Pilger und Kreuzfahrer zum heiligen Land; die Johanniter errangen sich sogar eine "doppelte Palme", weil sie nicht nur die Ungläubigen Moslems bekämpften, sondern auch Kranke heilten: "Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung, / Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt, / Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet / Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem heiligen Grab. / Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters, / Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms, / Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet / Und die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt. / Religion des Kreuzes, nur du verknüpfest in einem / Kranze der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!" Vgl. Kurse Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Ib.
[61] Ib.; zu: Der Mensch ist ursprünglich frei geschaffen, nur steht er vielfach noch unter dem Joch der Ungläubigen, wie die Griechen unter dem Joch der Türken standen und sich erst nach und nach davon befreiten; oder die Moslems z.B. in der Türkei, die immer noch unter dem Joch des Islams stehen; der islamische Terror ist so stark, dass selbst Moslems in Europa sich nicht trauen die Ketten des Islams abzuschütteln; sogar europäische Politiker und Kleriker bestärken die Moslems darin diese Ketten beizubehalten: "Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, / Und würd' er in Ketten geboren, / Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei, / Nicht den Missbrauch rasender Toren! / Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht, / Vor dem freien Menschen erzittert nicht! / Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, / Der Mensch kann sie üben im Leben, / Und sollt' er auch straucheln überall, / Er kann nach der göttlichen streben, / Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt." Vgl. Anm. 62 f. und Kurse Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre III. Ib.
[62] Ib.; zu: Zur Zeit der Osmanen bzw. Türken wurde das "Joch der Ungläubigen" auf viele Länder ausgedehnt. Die osmanische Expansion vollzog sich damals in drei Phasen. In einer ersten Phase werden die Sultane, von christlichen Herrschern um Unterstützung gebeten, in deren Händel einbezogen. Die Sultane scheinen damit zu Interessenwahrern christlicher Regenten zu werden, treten aber zugleich in ein politisches Spiel ein, das zunehmend ihr eigenes Spiel wird. In der zweiten Phase ist die militärische Überlegenheit der Osmanen so stark, dass sich die christlichen Herrscher unversehens als Tributzahler wiederfinden. Mit dieser Abhängigkeit sind weitere Verpflichtungen verbunden, etwa militärische Hilfe für den Sultan (auch heute wird die Türkei von Deutschland und der EU finanziell unterstützt, so dass die Türkei mehr Geld für ihre Kriegskasse zur Verfügung hat) . Aus eigenständig politisch Handelnden werden Objekte, denen der Sultan einen sehr engen Handlungsspielraum vorgibt. "Um diese Abhängigkeit zu zementieren, verlangen die Sultane hochrangige Geiseln: Fürstenkinder, die am Hof des Sultans - verbunden mit einer Konversion zum Islam - erzogen werden, oder als Ehefrauen für den Harem des Sultans besimmt sind." Erst in der dritten Phase kommt es zur formellen Eroberung und islamisierung. Auch für die Osmanen gilt: Der Islam kennt nur die "völlige Unterwerfung des Menschen unter den wilkürlichen Willen Gottes, womit die Freiheit des Menschen geleugnet und die Gewalt um des Glaubens willen als legitimes Mittel angesehen wird. Dies schliesst eine pragmatische Politik nicht aus; im Gegenteil, das Verbergen der wahren Ziele, die Verstellung ('Taqia') ist ebenso erlaubt wie ungerechtes Handeln, wenn es der Sache des Islams dient." Vgl. Mann, G. & Heuß, A. (Hrsg.): Propyläen Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte. Bde 1-10, Berlin , Frankfurt a.M. 1960-1964; Dies.: Summa Historica. Die Grundzüge der welthistorischen Epochen. Berlin, Frankfurt, Wien 1965; Niedermeier, R.: Mohammed vor den Toren. Ein Kampf um Europa. Künzell 2015; Moczar, D. Islam at the Gates. How Christendom Defeated the Ottoman Turks, Manchester/New Hampshire 2008; vgl. auch Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[63] Ib.
[64] Ib.; zu: Diejenigen, die das "Licht der Freiheit - light of deliverance" (Percy Bysshe Shelley) schützen oder die Unterdrückten vom Joch des Islams befreien, werden von Schiller immer wieder beschrieben und geehrt, so auch in seinen Gedichten  "Der Kampf mit dem Drachen" und über die Johanniter: "Den kühnen Ritter soll man ehren! / Und nach dem Kloster geht der Zug, / Wo Sankt Johanns des Täufers Orden, / Die Ritter des Spitals, im Flug / Zu Rate sind versammelt worden." Es gilt natürlich die ungläubigen Sarazenen bzw. Moslems zu bezwingen, den falschen Gott Allah; darüber hinaus ist er aber generell wie Parzival und Lohengrin der Welt zum Retter gesandt: "Ist nur der Sarazen es wert, / dass ihn bekämpft des Christen Schwert? / Bekriegt er nur die falschen Götter? / Gesandt ist er der Welt zum Retter, / Von jeder Not und jedem Harm / Befreien muss sein starker Arm, / Doch seinen Mut muss Weisheit leiten, / Und List muss mit der Stärke streiten." Der Drache, der die Kirche in Beschlag genommen hat symbolisiert quasi die Hydra-Brut des Islam (Percy Bysshe Shelley), die im Orient viele Kirchen in Moscheen verwandelt hat und Christen an der Ausübung ihres Glaubens hindert: "Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch / Auf eines Felsenberges Joch, / Der weit die Insel überschauet, / Des Meisters kühner Geist erbauet. / Verächtlich scheint es, arm und klein / Doch ein Mirakel schließt es ein, / Die Mutter mit dem Jesusknaben, / Den die drei Könige begaben. / Auf dreimal dreißig Stufen steigt / Der Pilgrim nach der steilen Höhe, / Doch hat er schwindelnd sie erreicht, / Erquickt ihn seines Heilands Nähe. / Tief in den Fels, auf dem es hängt, / Ist eine Grotte eingesprengt, / Vom Tau des nahen Moors befeuchtet, / Wohin des Himmels Strahl nicht leuchtet / Hier hausete der Wurm und lag, / Den Raub erspähend, Nacht und Tag. / So hielt er wie der Höllendrache / Am Fuß des Gotteshauses Wache, / Und kam der Pilgrim hergewallt / Und lenkte in die Unglücksstraße, / Hervorbrach aus dem Hinterhalt / Der Feind und trug ihn fort zum Fraße." Auch der Unterschied zwischen Christen und Moslems wird herausgearbeitet: "Mut zeiget auch der Mameluck, / Gehorsam ist des Christen Schmuck; / Denn wo der Herr in seiner Größe / Gewandelt hat in Knechtes Blöße, / Da stifteten, auf heilgem Grund, / Die Väter dieses Ordens Bund, / Der Pflichten schwerste zu erfüllen: / Zu bändigen den eignen Willen! / Dich hat der eitle Ruhm bewegt, / Drum wende dich aus meinen Blicken, / Denn wer des Herren Joch nicht trägt, / Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.« / Da bricht die Menge tobend aus, / Gewaltger Sturm bewegt das Haus, / Um Gnade flehen alle Brüder, / Doch schweigend blickt der Jüngling nieder, / Still legt er von sich das Gewand / Und küsst des Meisters strenge Hand / Und geht. Der folgt ihm mit dem Blicke, / Dann ruft er liebend ihn zurücke / Und spricht: Umarme mich, mein Sohn! / Dir ist der härtre Kampf gelungen. / Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn / Der Demut, die sich selbst bezwungen. « "  Vgl. Anm. 60 ff. und Kurse Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Ib.
[65] Friedrich Schiller, Maria Stuart, Trauerspiel in fünf Aufzügen I
[66] Ib.; zu: Die Briten waren damals vom Glauben abgefallen, die Könige gebärdeten sich wie Sultane. Später sollten die Briten sich sogar vom türkischen Sultan verführen lassen, ihm Konstantinopel und die Meerenge zu belassen, statt sie den Griechen abzutreten. Dazu Maria Stuard: "Ich sehen diesen hohen Adel Englands, des Reiches majestätischen Senat, gleich Sklaven des Serails den Sultanslaunen Heinrichs den Achten, meines Großohms schmeicheln – Ich sehe dieses edle Oberhaus, Gleich feil mit den erkäuflichen Gemeinen, Gesetze prägen und verrufen, Ehen Auflösen, binden, wie der Mächtige Gebietet, Englands Fürstentöchter heute Enterben, mit dem Bastardnamen schänden Und morgen sie zu Königinnen krönen. Ich sehe diese würd'gen Peers mit schnell Vertauschter Überzeugung unter vier Regierungen den Glauben viermal ändern." Vgl. Kurs Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Ib.
[67] Ib.
[68] Ib.
[69] Ib.
[70] II
[71] V
[72] Ib.; zu: Das wahre Christentum mit dem "Gott der Wahrheit", wie es von den alten Kirchenvätern wie Basilius, Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz, Augustinus, Thomas von Aquin, gelehrt wurde, kann überall seinen Altar aufstellen. Denn "der Erlöser spricht: Wo zwei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich gegenwärtig unter ihnen." Vgl. Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller II, Nr. 627 St. Basilius der Große, Ib.
[73] Ib.
[74] Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, Prolog
[75] Ib.
[76] Ib.; zu: Frankreich müsse beschützt werden,  denn es werde von Gott geliebt, "Hier scheiterte der Heiden Macht. Hier war das erste Kreuz, das Gnadenbild erhöht, hier ruht der Staub des heilgen Ludewig, von hier aus ward Jerusalem erobert." Vgl. Anm. 60 ff. und Kurse Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 - Walter von der Vogelweide, Ib.
[77] I
[78] Ib.
[79] Ib.
[80] II.
[81] III.
[82] Ib.
[83] Ib.
[84] IV.; zu: Die Heilige Johanna ("ich sah den Himmel offen und der Selgen Angesicht!") hat das christliche Frankreich im Zeichen der hohen Himmelskönigin ("Die Himmelskönigin ist drauf gebildet, Die über einer Erdenkugel schwebt, denn also lehrte dichs die heilge Mutter... Den Briten lass vor diesem Zeichen zittern, den Feinden Frankreichs ist es fürchterlich, doch seinen treuen Bürgern ist es gnädig.") noch einmal gerettet. Wenn Christen für die gute Sache, also für Christus gegen die Antichristen, die christliche Orte verwüsten wie Türken bzw. Moslems, gilt für das Zeichen des Kreuzes bzw. der Himmelskönigin: "Den Freunden ist es hold und auf die Feinde sendet es Entsetzen!" Vgl. Anm. 18 und Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller I, Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Ib.
[85] Ib.
[86] Ib.; zu: Johanna wird vom König mit dem heiligen Denis (Dionysius Areopagita) verglichen, dem Schutzpatron Frankreichs, zu dessen Ehren St. Denis in Paris geweiht wurde: "Von Gott allein, dem höchsten Herrschenden, empfangen Frankreichs Könige die Krone. Wir aber haben sie sichtbarer Weise aus seiner Hand empfangen. (Zur Jungfrau sich wendend) Hier steht die Gottgesendete, die euch den angestammten König wieder gab, das Joch der fremden Tyrannei zerbrochen! Ihr Name soll dem heiligen Denis gleich sein, der dieses Landes Schützer ist, und ein Altar sich ihrem Ruhm erheben!" Vgl. Anm. 84 ff. und Kurs Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Ib.
[87] V 
[88] Friedrich Schiller, Die Braut von Messina I
[89] Ib. 
[90] Ib.; zu: Vor allem für die Gebiete, die von Moslems erobert wurden ("der Wüste unmittleidger Scharen"), gilt: "Feindlich ist die Welt und falsch gesinnt!" Gleiches gilt für die Korsaren ("des Meeres Ungeheuer"), also die muslimischen Piraten: "Uns aber treibt das verworrene Streben blind und sinnlos durchs wüste Leben... Böse Früchte trägt die böse Saat." Wenn islamische Korsaren (Seeräuber) auftauchten, gab es immer nur eine Devise: "Ergreift die Waffen! Rüstet Schiffe aus! Durchforscht die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nach!... Dem Mauren gnügt einfache Beute nicht." Diese Seeräuber haben nicht nur Handelsschiffe überfallen, um die Güter zu rauben, sondern vor allem um Christen zu versklaven; man geht heute davon aus, dass die islamischen Korsaren ein bis zwei Millionen Christen gefangen nahmen und als Sklaven in den afrikanischen Berber-Staaten verkauften oder Lösegeld verlangten. Der größte Teil der gekaperten Schiffsbesatzungen wurde allerdings getötet (man geht heute von ca. 10 Millionen getöteten Christen durch islamische Korsaren aus). Die Kaperschiffe bewegten sich nicht nur im Mittelmeer sondern bis in den Ärmelkanal hinein. Erst 1801 konnten amerikanische Schiffsbauer schnelle und stabile Kriegsschiffe bauen wie die USS Konstitution (ältestes noch intaktes Kriegsschiff der Welt), die wirksam gegen die Korsaren vorgehen konnten. Vgl. Kurse Nr. 553 Friedrich Schiller I, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Ib.
 
 
 
 
 

Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, der Aufklärung des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse: Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 511 J.G.Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum, Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 



Guido Reni, Pala della Peste


Ludovico Lana, 1597-1646, Madonna della Chiara, Pala della peste, chiesa del Voto, Modena
Madonnenbilder sollten die Städte vor der Pest schützen und der Pest des arianischen bzw. islamischen Wahnsinns, der alles verpestenden (verpesteter Windeshauch - Alexander von Humboldt) Osmanen bzw. Türken

Die Türken hatten damals nicht nur die Länder verwüstet (Viktor Hugo) sondern auch regelrecht verpestet, d.h. sie haben die Pest übertragen. Noch in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verbreitet sich die Pest über die Türkei nach Ungarn und Polen, nach Schlesien, Posen, Preußen, Rußland, nach Steiermark, Böhmen und der Lausitz, mit einer verheerenden Welle überschwemmt sie den Süden Frankreichs im Jahre 1721. Dann erfolgt ein weiteres Ebben: Siebenbürgen, Ungarn, Südrussland, Polen, Dalmatien, kurz die der Türkei zunächst liegenden Gebiete stellen sich in dieser Periode (1717 bis 1797) als die Ufer des Pestbezirkes dar. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts walten ähnliche Verhältnisse, nur dass das eigentliche Pestgebiet sich immer mehr einengt und nur durch gelegentliche Durchbrüche (nach der Walachei, nach Griechenland, nach Siebenbürgen, den Küsten Italiens) von der Gefährlichkeit seiner Nachbarschaft Beweise liefert. Nach 1830 endlich lernen wir als einzig von der Pest leidende Gebiete noch die Türkei, Syrien und Aegypten kennen. Die Aegypter sagen, dass ihnen die Pest stets aus der Türkei und Syrien, und die Syrer, dass ihnen die Krankheit immer aus der Türkei gebracht worden ist. Am heftigsten lehnten die Türken es ab, die ursprünglichen Erzeuger und Besitzer der Pest zu sein, wie sie auch heute noch den Genozid an ihrer christlichen Bevölkerung leugnen; zudem spielen sie neue Seuchen wie das aus China und Iran eingeschleppte Coronavirus, das nicht nur durch die türkischen Airlines (Türkish Airlines, Pegasus) u.a. bei Pilger-Massentransporten nach Mekka verbreitet wird, herunter. Vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Akademie der Kunst und Philosophie

Die Annahme, dass die Luft die Pestkeime in besonders reichlicher Menge enthalte, sie uns entgegenwehe, ist einigermaßen dadurch erschüttert worden, dass ein besonders schädlicher Einfluss der Winde sich niemals mit Sicherheit hat beweisen lassen, vielmehr von Alters her die Tatsachen nicht sowohl aus eine Verwehung, als auf Verschleppung hinweisen. So hatte z.B. ein junger Kosak, vom Regiment nach seiner Heimat Wetljanka entlassen, seiner Braut einen mitgebrachten türkischen Shawl geschenkt, der die erste Erkrankung in jenem Orte veranlasste. Vor allen anderen Transportmitteln schien stets der Mensch am geeignetsten, die Krankheit zu verschleppen, sei es dass sie an ihm selbst zum Ausbruch kam, sei es dass er gesund blieb und nur Anderen den entwickelungsfähigen Keim mitbrachte. Hören wir die rührende Klage des Italieners de Mussis, welcher mit einem aus der Türkei kommenden Schiff im Jahre 1346 in Genua landete: „Nun war es aber wunderbar, dass, wo auch die Schiffer landeten, überall Alle, die mit ihnen in Berührung traten, rasch dahin starben, gleich als ob Jene von einem verderblichen Hauche begleitet gewesen wären. Weh des Jammers! Wir betraten, nachdem wir gelandet, unsere Häuser. Da schwere Krankheit uns befallen, und von Tausend, die mit uns gereist, kaum noch Zehn übrig waren, so eilten Verwandte, Freunde und Nachbarn herbei, uns zu begrüßen. Wehe uns, die wir die Todesgeschosse mit uns brachten, dass wir durch den Hauch unseres Wortes das tödtliche Gift ausstreuten!“ Vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Akademie der Kunst und Philosophie
 


Tiepolo, St Thecla Liberating the City of Este from the Plague and Pestilence of Turks, 1758-59, church of Santa Tecla
 


Mondsichelmadonna mit Kind, Riga; mit Türken- bzw. Osmanen-Gesicht auf Halbmond
 


Mondsichelmadonna mit Osmanen-Gesicht unter Mondsichel, Volkach, Wallfahrtskirche St. Maria, Nord-Fenster 1470
 


Friedrich Schiller auf der Flucht mit seinem Freund Andreas Streicher, gemalt von Stieler (Detail)
 


Friedrich Schiller, gemalt von Ludovike Simanowiz
 

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Letzte Bearbeitung:06.04.2020