Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences | Colégio des Artes
 

 

Kurs Nr. 506 

Wladimir Solowjew - Europa im 21. Jahrhundert


Es beginnt eine Epoche des Friedens und der friedlichen Ausbreitung der christlichen Europäischen Kultur nach allen Seiten

"Die Unterordnung des aktiven Teils der christlichen Welt unter den Islam im Mittelalter wäre eine große und zum Glück unmögliche Katastrophe gewesen, eine direkte Verneinung des Sinns der Weltgeschichte. Unter Unmöglichkeit verstehe ich hier nicht eine abstrakt-logische (warum hätte, abstrakt gesprochen, mit ganz Europa nicht das gleiche geschehen können wie mit Westasien, Nordafrika und dem südöstlichen Gebiet eben dieses Europa?), sondern eine real-historische, die abhing von der Lebenskraft der westlichen und nördlichen christlichen Völker, die sich und ihre Zukunft verteidigen gegen die fremden Mächte, die sie verschlingen oder unterwerfen wollten."  - Wladimir Solowjew


 

 
 
 
 
 

 

Aus dem Inhalt:
 
"Geliebter Bruder, siehst Du nicht,
dass alles, was uns sichtbar ist
nur Abglanz, Schatten dessen ist,
was unsere Augen nicht mehr seh'n."  - Wladimir Solowjew


Interessant ist die Entwicklung, die Solowjew durchgemacht hat. Wer immer sich zur "Intelligentsia" zählen wollte, musste sich mit den herrschenden Ideen auseinandersetzen. Vom Gymnasium an atmete man sie ein wie die Luft, die einen umgibt. Solowjew war gegen 1868 Positivist gewesen. Die Fürsten Jewgenji und Sergej Trubetskoy (Schüler Solowjews) machten alle Stadien des Nihilismus, des Positivismus und Skeptizismus durch, bis sie 1882 von den Brüdern Kraramasow bekehrt wurden. Dennoch sollte ein außerordentliches Genie die Richtung des russischen Denkens für das folgende halbe Jahrhundert bestimmen: Wladimir Solowjew. Geboren 1853 hatte er seit 1874 folgende Werke veröffentlicht: "Die Krise der westlichen Philosophie", ein gegen den Positivismus gerichtetes Werk, "Prinzip der abstrakten Prinzipien, Die geistigen Grundlagen des Lebens, Geschichte und Zukunft der Theokratie, Russland und die universale Kirche, die nationale Frage in Russland, die Rechtfertigung des Guten, die drei Gespräche." Sein Ziel war, die moderne Philosophie wieder zum Christentum zurückzubringen. Ähnlich wie die deutschen Idealisten und Klassiker der Literatur wie Goethe, Hölderlin, Schelling, Novalis, Dostojewskij sieht Solowjew in der "engsten Annäherung und der friedlichen Zusammenarbeit aller christlichen Völker und Staaten nicht nur einen möglichen, sondern den notwendigen und sittlich verpflichtenden Weg, den die christliche Welt gehen muß, um nicht von niederen, elementaren Kräften verschlungen zu werden." (Solowjew) Den historischen, von ihren Priestern geführten Kirchen übergeordnet sah er die mystische Kirche, vom Geist und den Propheten (bis Johannes) inspiriert. 1898 übertrug die Philosophische Gesellschaft von St. Petersburg Solowjew das Hauptreferat anläßlich der Feiern zum hundertsten Geburtstag Auguste Comtes. - Ein Zeichen des Triumphs des Geistes über den Positivismus. [1]

Solowjew strebte nicht einen Idealismus an, der die Relation von Ethik und Metaphysik leugnet; eine derartige Konzeption ist nach Kant, jene Tolstojs mit seinem engen Rationalismus, der später vom Neukantianismus der Schulen von Baden und Marburg und eines Husserl aufgegriffen wurden. Wladimir Solowjews Konzeption war eine andere: Er verband Ethik mit Kosmologie und Geschichtsphilosophie; bei ihm handelt es sich um einen Idealismus nach Plato und Plotin, Schelling, Hegel, Schopenhauer, Dostojewskij. Eine neue Zeitung wurde gegründet "Der Neue Weg" (Novy Put). Man protestierte gegen die Reduktion des Christentums auf die Ethik. Denn dies sei der beste Weg zum Tolstojismus, der zum Fatalismus des Islams führt. Die Orient-Christen, also die Ur-Christen, zum Beispiel in der Provinz Galatien im kleinasiatischen Bergland (heute Türkei), haben, als sie noch die Mehrheit in Ägypten, Syrien, Libanon Türkei etc. stellten, einst - wie heute die europäischen Christen - Muslime toleriert. Später haben Muslime die Christen verfolgt und herausgedrängt, bis sie zur Minderheit wurden. Das gleiche könnte Europa und Russland passieren, wenn das Versagen der westlichen Politiker und Kirchenvertreter beibehalten wird. [2]

Man könnte Solowjew hinstellen als den "Forderer des durchchristeten Staates, des durchchristeten sozialen Gebildes; wir würden ihn als jemanden betrachten, der noch von orientalischer Weisheit angeregt ist und einen letzten Funken davon in dieses erstarrende Europa hineinwirft, um es zu beleben... In Phasen, in Metamorphosen müssen wir die Erdentwicklung begreifen, auf frühere Verkörperungen unserer Erde müssen wir sehen. Nicht auf Urnebel müssen wir hinschauen, wir müssen auf Saturn, Sonne und Mond hinschauen, die schon vom Wesen des Menschen durchdrungen sind." Solowjew war sich bewusst, dass je mehr der Kreis des Lichtes wächst, um so mächtiger treten auch die Gewalten der Finsternis auf den Plan. Die Geschichte der Menschheit und der Erde seit dem Ereignis von Golgatha ist innerlich bestimmt durch die steigende Spannung zwischen dem Kommen des Christus, der Parusie, und dem Kommen des Antichrist, der "Apostasie". Nicht zuletzt dienen diese Kurse auch dazu, einen Instinkt einzupflanzen, welcher hilft, aus sich selbst heraus der Krankheit und ihren Schwächen das entsprechende Stärkende oder Richtige entgegenzusetzen. Man beugt entweder der Krankheit vor oder findet in sich die Wege zu den Heilkräften. Wir werden hier niemals etwas Vernünftiges lernen, wenn wir nicht sozusagen von den Dingen veranlasst werden, Erkenntnisfragen zu stellen, wenn uns nicht die Dinge Rätsel aufgeben. Auch nach Solowjew gehört ein aktives Sich-Aufraffen zum Wahrheitsimpuls dazu, um in dem, der da war als der Christus, den Christus zu erkennen. "Materialist sein, heisst zu gleicher Zeit unlogisch sein." Die höchste Würde vollendet sich für Solowjew darin, dass er sagt: "Die höhere Wahrheit, die den Christus anerkennt, das ist die Wahrheit, die als freie Tat schafft, die sich nicht zwingen lässt." Freies Schaffen aus der Weisheit heraus, geistiges Wirken als Tat, das können wir nur haben, wenn wir das richtige Verhälnis zu dem Christus finden - nicht durch äußere Logik des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist, sondern indem wir uns geistiges Wissen erwerben. Das ist heute umso wichtiger, da die Menschheit vor der Gefahr steht, den Heiligen Geist zu verlieren. Zur Zeit des Solowjew konnte man unter den gescheiten Menschen "überall ungeheuerlichste geistige Öde" finden. Innerhalb der Kirchentheologie entstanden die sonderbarsten Diskussionen: zum Beispiel ob ein Christus überhaupt gelebt hat oder nicht. Nach Solowjew müsse der Mensch mehr und mehr durchchristet werden, was auch für muslimisierte Länder gilt. "Die morgenländischen Tyrannen mochten noch so viele Menschen enthaupten, das rührte gewissermaßen die jenseitige Welt wenig. Es rührte sie nur insofern, als der Mensch dadurch äußere Eindrücke empfing: die äußeren Eindrücke des Abscheus und so weiter, die wurden durch die Pforte des Todes getragen. Das, was heute durch jämmerliche soziale Verhältnisse an Unliebe zwischen Menschen entfaltet wird, was durch Verkennung der sozialen Zusammenhänge auf der Erde als falscher Sozialismus sich ausbreitet, das hat eine große Bedeutung auch für die übersinnlichen Welten, in die der Mensch durch die Pforte des Todes eintritt." Und wenn noch bis vor kurzem unter der Flagge der Verwirklichung des Sozialismus im Osten von Europa eine fürchtbare, zerstörerische Gewalt entwickelt wurde, so wurde auch das , was da erlebt wurde, hineingetragen als furchtbares Ergebnis in die geistigen Welten. Und wenn entwickelt werden lieblose Verhältnisse unter den Menschen in der Zeit des Materialismus, so wurde das hineingetragen zum Abscheu der göttlich-geistigen Welten durch die Pforte des Todes in die übersinnlichen Welten. "Daher haben auch diejenigen Menschen, die nicht möchten, dass ihre sozialen Taten durch den Tod getragen werden, heute einen solchen Horror davor, den auferstandenen Christus anzuerkennen. Es hängt eben durchaus die sinnlich-physische Welt mit der übersinnlichen Welt zusammen, und man versteht die eine nicht, wenn man sie nicht im Zusammenhang mit der anderen versteht. Wir müssen wiederum dazu kommen, das, was auf der Erde vorgeht, dadurch zu verstehen, dass wir die geistigen Ereignisse des Weltenalls verstehen." Auch Solowjew ist der Auffassung, dass alles immer mehr dem Niedergang zugehen werde, wenn nicht diese "Durchchristetheit" unter den Menschen Platz greift. Das bloße Aussprechen von inhaltslosen Worten, an denen man sich berauscht, reicht nicht aus. Eine Strömung ist die Kirche, die sich im Abendland von Rom aus weiter verbreitete und die Tendenz hatte, vorzugsweise den Christus zu pflegen. Aber weil man nicht den eigentlichen Zusammenhang kennt, so bekommt man kein rechtes Verhältnis zwischen dem Christus und dem Vater heraus. Und dieses nicht richtige Erkennen des Verhältnisses zwischen Christus und dem Vater, das ist dasjenige, was alle Diskussionen im modernen Protestantismus verursacht. Dies mündet letztlich darin, dass nur ganz einseitig das Vaterprinzip gepflegt wird (Materialismus, Darwinismus). Dagegen "so sonderbar das ist, so ist das doch das Wesentliche der russisch-orthodoxen Kirche, dass sie vorzugsweise nur des Heiligen Geistes pflegt. Und Sie werden aus der Art und Weise, wie zum Beispiel Solowjew über Christus spricht, erkennen, dass er vorzugsweise bewandert ist, das Christentum von der Seite des Heiligen Geistes zu fassen... Die Urkirche hat allerdings dieses bloße Wissen aus dem Heiligen Geist heraus vermeiden wollen, indem sie die Trinität im Credo aufgestellt hat und zu dem Heiligen Geist den Christus und den Vater hinzugefügt hat. Aber diese drei müssen sich - was ja auch Solowjews Ideal ist - wieder zu einer Art Synthesis zusammenfinden."  [3]

"Die Unterordnung des aktiven Teils der christlichen Welt unter den Islam im Mittelalter wäre eine große und zum Glück unmögliche Katastrophe gewesen, eine direkte Verneinung des Sinns der Weltgeschichte. Unter Unmöglichkeit verstehe ich hier nicht eine abstrakt-logische (warum hätte, abstrakt gesprochen, mit ganz Europa nicht das gleiche geschehen können wie mit Westasien, Nordafrika und dem südöstlichen Gebiet eben dieses Europa?), sondern eine real-historische, die abhing von der Lebenskraft der westlichen und nördlichen christlichen Völker, die sich und ihre Zukunft verteidigen gegen die fremden Mächte, die sie verschlingen oder unterwerfen wollten." - Wladimir Solowjew

"Dieser Irrglaube ist ja, einst durch die Machenschaften des Teufels entstanden, zuerst von Arius ausgesät, dann durch diesen Satan Muhammad vorangetrieben worden und wird schließlich durch den Antichristen vollendet werden, ganz nach der Absicht des Teufels."  - St. Petrus Venerabilis, Summa totius haeresis Saracenorum

Die Moskauer religionsphilosophische Gesellschaft hatte sich Wladimir Solowjew gewidmet. 1910 versammelte sie die größten Namen des russischen Geisteslebens: Berdjajew, Bulgakow, Frank, den Fürsten Jewgenij Trubetskoy, der Professor an der Universität war, Swentsitzki, den fruchtbaren Schriftsteller und frühvollendeten Philosophen Wladimir Ern sowie den Mathematiker, Physiker, Dichter und Philosophen Pawel Florenski (1882-1937), der nach seinem Universitätsstudium an der kirchlichen Akademie Theologie und die Kirchenväter studiert hatte. Er reanimierte die orthodoxe Spiritualität, die sich idealtypisch in Byzanz und im moskowitischen Russland ausgeprägt hat. Auch heute im Neobyzantinismus wird sie von dem Abt des Sretenski-Klosters, Tichon, vertreten. Tichon, ein ausgebildeter Filmregisseur, schildert Byzanz als ideale Zivilisation, als geistiges, kulturelles und politisches Zentrum der Welt in einer Zeit, da der Westen sich im Zustand tiefer Barbarei befand. Das war nur möglich, erklärt Tichon, weil das multinationale Oströmische Reich streng hierarchisch strukturiert war und sich auf Loyalität zum Kaiser gründete, der zugleich Verteidiger des wahren Glaubens war. Für den Untergang von Byzanz macht Tichon, der mittlerweile zum Bischof aufgestiegen ist und den Kulturrat des Patriarchen leitet, den "habgieriegen Westen" verantwortlich. "Dessen damals führende Macht, Venedig, habe die Eroberung der oströmischen Hauptstadt damit begründet, dass man für den freien Markt streite und ein Reich des Bösen bekämpfe, das sich den 'gesamteuropäischen Werten' verweigere, sagt der Geistliche." Ab 1907 stand den Moskauer Philosophen eine große literarische und politische Monatszeitschrift zur Verfügung: "Das russische Denken." Das Publikum wurde vergrößert und der Horizont erweitert. Der Verlag "Der Weg" (Put), der von Margarethe Morosow gegründet wurde, spezialisierte sich neben der Herausgabe russischer Werke nahezu ausschließlich auf Übersetzungen katholischer Bücher. Dies war eine neue Tendenz, die auf die Erweiterung des Horizonts der Denker hinweist. Die Verantwortlichen des Put wollten bewusst "der Berufung Russlands, zur Verwirklichung des universalen christlichen Ideals im Denken wie im Leben beizutragen" dienen. So erschienen "Die russische Idee" und "Russland und die Universalkirche" von Wladimir Solowjew, Werke von Augustinus, Pascal, Herklit, Meister Eckhart, Novalis, Wagner (Parsifal). Die früher vernachlässigten Werke der nationalen Philosophen wurden aber nicht vergessen: die gesammelten Werke Solowjews wurden 1911-1914 in zehn Bänden neu aufgelegt und um drei Bände mit Briefen erweitert. Werke Berdjajews wie "Die geistige Krise der Intelligentsia" und "Philosophie der Freiheit" erscheinen. Diese Werke enthalten eine Wiederaufnahme der Ideen Wladimir Solowjews und sind von dem orthodoxen Theologen Viktor Nesmjelow beeinflusst, dessen zweibändiges Werk "Die Wissenschaft des Menschen" "ein Versuch der philosophischen Rechtfertigung des Christentums" war. Ende 1913 erschien das Buch des Paters Pawel Florenski: "Die Säule und das Fundament der Wahrheit. Versuch einer orthodoxen Theodizee in zwölf Briefen." Florenski geht von der "lebendigen religiösen Erfahrung" aus; seine Gedanken sind vom Neuplatonismus, der griechischen Patristik und vom Solowjewismus beeinflusst. Auch wenn sich die Ideen schon bei Wladimir Solowjew finden, so war es doch ihre erste Verarbeitung. Die Neo-Slawophilen um W. Rosanow und Bulgakow waren der Ansicht, "Der ganze russische Charakter ist friedfertig." Zudem wurde die Idee Dostojewskis wieder aufgenommen "Konstantinopel muß uns gehören", und verband sie mit den Thesen Florenskis, wonach Moskau an der Spitze der orthodoxen Nationen in die Hagia Sophia einziehen muß, weil es das Erbe des "sophianischen Werkes von Byzanz" ist. In der Universitätsphilosophie blieb man allerdings der materialistischen und positivistischen Richtung (Tschernischewski und Pisarew) treu und unterschied sich kaum von der westlichen Universitätsphilosophie. [4]

Russland musste die Rückständigkeit in Wirtschaft, Gesetzgebung und Verwaltung, eine späte Folge des Tatarenjochs, jenes Vierteljahrtausends der zwangsweisen Trennung von Europa, wieder aufholen. Lange vor Peter dem Grossen holten russische Herrscher westeuropäische Experten und Berater ins Land, gegen den Widerstand der Bojaren, mächtiger, traditionserstarrter adeliger Geschlechter, und der russisch-orthodoxen Kirche, die den "zersetzenden" Einfluss der Andersgläubigen auf die Rechtgläubigkeit und die Moral der Russen fürchtete. Im Norden hatten sich die Schweden, die nordische Grossmacht, ausgebreitet, im Süden die Tataren und Türken. 1709 besiegte Peter der Grosse die Schweden bei Poltawa und machte so den Weg frei für die Gründung von St. Petersburg. Das nördliche Ufer des schwarzen Meeres hielten Türken und Krimtataren in ihrer Hand. "Immerhin gelang es Peter sehr früh, die türkische Festung Asow mit der Mündung des Don ins Asowsche Meer zu erobern. Eine Festung am Meer sollte genommen werden, also liess der Zar Kriegsschiffe zimmern: so wurde Asow russisch. Graf Grigorií Potjomkin, ehemaliger Geliebter der Zarin, half der Herrscherin, die russischen Grenzen nach Süden bis ans Schwarze Meer, einschliesslich der Krim, vorzuschieben. "Er hat keineswegs nur 'Potjomkinische Dörfer' gebaut. Potjomkin war ein talentierter Organisator, der Neurussland und die Krim, bis dahin in der Hand der Türken und Tataren, in das russische Imperium integrierte. Die Deutsche auf dem Zarenthron rief ihre Landsleute in der Heimat immer wieder auf, nach Russland zu kommen und fruchtbares Neuland zu bebauen. So strömten Siedler aus Schwaben und der Pfalz, wie zuvor schon an die Wolga, nunauch in die Schwarzmeersteppe. Erst jetzt, mit der Öffnung des Schwarzen Meeres und der Meerengen Bosporus und Dardanellen für russische Schiffe, war Russland eine gleichberechtigte europäische Grossmacht geworden." Das Tatarenjoch war schon abgeschüttelt, die hellblaue Fahne mit dem Dreizack-Symbol der goldenen Horde, des mittelalterlichen Mongolenreichs, hatte keine Bedeutung mehr, als Zarin Katharina die Große 1783 die Krim eroberte. Noch heute leben auf der Krim die sogenannten Krimtataren. Die muslimische Minderheit macht etwa zwölf Prozent der Krimbevölkerung aus. In der Türkei sollen bis zu sechs Millionen muslimische Krimtataren leben, die darauf warten, dass ihr Patron, der türkische Präsident, die Krim zurückerobert. Währenddessen organisiert eine islamische Terrororganisation, die "Hizb ut Tachir" (Partei der Befreiung), den Widerstand. Die Organisation ist in der Ukraine legal, während sie in Russland und in europäischen Ländern wie Deutschland als Terrororganisation eingestuft wird und verboten ist.  [5]

Nach dem Fall des kommunistischen Regimes fand "zweifellos eine Umwertung der Werte statt. Moskau besaß in den achtziger Jahren etwa vierzig Kirchen, jetzt sind es mehr als 400... Die Schönheit der Kirchen und Klöster ist Teil der traditionellen russischen Kultur. Die Gläubigen schmücken ihre Gotteshäuser, ich glaube nicht nur in Russland. In Deutschland wurden nach dem Krieg die zerstörten Kirchen ja auch wieder aufgebaut, und niemandem kam es in den Sinn, das wegen der schwierigen Wirtschaftslage zu unterlassen." Bischof Tichon, der in seiner Residenz im Sretenski-Kloster an der Lubjanka in einem mit zwei Ikonen geschmückten Salon Gäste empfängt, setzt sich für das Christentum ein. Ähnlich wie Solowjew, Dostojewski und Novalis ist er gegen die europäische Aufklärung, wenn sie den Geist leugnet und "versucht, die christliche Kirche kaputtzumachen und die Sitten und nationalen Traditionen zu untergraben." Er stehe mit Papst Franziskus in Kontakt: "Als Vorsitzender unseres Kulturrates stehe ich in engem Kontakt zum Kulturrat von Papst Franziskus. Unsere gemeinsam Hauptaufgabe liegt darin, die christliche Identität Europas zu bewahren." [6] 

"Der ehrenvolle bewaffnete Kampf der europäischen Völker gegen den Islam war im Mittelalter die allererste christliche Tat und ein großes Verdienst vor der Menschheit. Nachdem die christliche Welt den Islam in einer gemeinsam geführten Attacke - den Kreuzzügen - zu wiederholten Malen stoßweise, aber ohne Ausdauer angegriffen hatte, schirmte sie sich durch vier Schilde dauerhaft gegen den Andrang der feindlichen Kräfte ab - auf vier junge Nationen legte sich das Hauptgewicht der gemeinsamen Sache. Auf der linken, nordöstlichen Flanke der Verteidigungslinie nahm Russland das wilde Andringen der mongolischen und tatarischen Horden auf sich und schlug es zurück. Das Zentrum, das von den osmanischen Türken durchbrochen worden war, die Byzanz umgangen und dann eingenommen und die südslawischen Staaten auf dem Balkan zerschlagen hatten - das durchbrochene Zentrum wurde auf den Karpaten durch zwei kriegerische Nationen wieder geschlossen - durch Polen (mit Südrussland) und Ungarn (mit Kroatien); und auf der rechten, südwestlichen Flanke der christlichen Verteidigung drängten die Spanier Schritt um Schritt im Verlauf von mehr als sieben Jahrhunderten die Invasion der Mauren zurück, bis sie sie nach Afrika zurückwarfen." - Wladimir Solowjew
"Diese mongolischen und tatarischen Steppen, durch mannigfaltige Gebirgszüge unterbrochen, scheiden die uralte, langgebildete Menschheit in Tibet und Hindostan von den rohen, nordasiatischen Völkern. Auch ist ihr Dasein von mannigfaltigem Einfluß auf die wechselnden Schicksale des Menschengeschlechts gewesen. Sie haben die Bevölkerung gegen Süden zusammengedrängt, mehr als der Himalaja, als das Schneegebirge von Sirinagur und Gorka den Verkehr der Nationen gestört und im Norden Asiens unwandelbare Grenzen gesetzt der Verbreitung milderer Sitten und des schaffenden Kunstsinns. Aber nicht als hindernde Vormauer allein darf die Geschichte die Ebene von Innerasien betrachten. Unheil und Verwüstung hat sie mehrmals über den Erdkreis gebracht. Hirtenvölker dieser Steppe: die Mongolen, Geten, Alanen und Usün haben die Welt erschüttert. Wenn in dem Lauf der Jahrhunderte frühe Geisteskultur gleich dem erquickenden Sonnenlicht von Osten nach Westen gewandert ist, so haben späterhin, in derselben Richtung, Barbarei und sittliche Roheit Europa nebelartig zu überziehen gedroht. Ein brauner Hirtenstamm (tukiuischer, d. i. türkischer Abkunft), die Hiongnu, bewohnte in ledernen Gezelten die hohe Steppe von Gobi. Der chinesischen Macht lange furchtbar, ward ein Teil des Stammes südlich nach Innerasien zurückgedrängt. Dieser Stoß der Völker pflanzte sich unaufhaltsam bis in das alte Finnenland am Ural fort. Von dort aus brachen Hunnen, Avaren, Chasaren und mannigfaltige Gemische asiatischer Menschenrassen hervor. Hunnische Kriegsheere erschienen erst an der Wolga, dann in Pannonien, dann an der Marne und an den Ufern des Po: die schön bepflanzten Fluren verheerend, wo seit Antenors Zeiten die bildende Menschheit Denkmal auf Denkmal gehäuft. So wehte aus den mongolischen Wüsten ein verpesteter Windeshauch, der auf zisalpinischem Boden die zarte, langgepflegte Blüte der Kunst erstickte." [7] - Alexander von Humboldt
Bislang wurde dem Islam in Europa und vor allem in Russland zu viel Toleranz entgegengebracht, was dieser gnadenlos ausnutzte. In Russland gibt es bereits 20 Millionen Muslime, die rund 15 % der Bevölkerung ausmachen*. Abgesehen vom Nordkaukasus, liegt dessen Zentrum westlich des Urals in den benachbarten Republiken Tatarstan und Baschkortostan. Moscheen gehören in den Städten wie Kasan (dort steht eines der grössten muslimischen Gebetshäuser in Europa) zum Stadtbild. Eine Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), in der neben Aserbaidschan, Kasachstan mehr als 50 Länder Mitglied sind, sowie die Islamic Developement  Bank, eine 1975 gegründete muslimische Entwicklungsbank kümmern sich darum, den Islam weiter auszubreiten und "nicht-gewalttätige Extremisten" zu unterstützen. [8]

Wenn sich sogenannte islamische Staaten zusammenrotten, kommt in der Regel nichts vernünftiges heraus. Ein Ereignis mit Langzeitfolgen war zum Beispiel das Treffen von 45 islamischen Staaten in Kairo im Jahre 1990. "Damals, genau 42 Jahre nach der Verkündigung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in der UN-Charta von 1848, wurde am 5. August 1990 die 'Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam' herausgegeben. Dort erklärten die 45 Staaten, dass die Scharia (die Gesamtheit des islamischen Gesetzes, das sich auf den Koran, die islamische Überlieferung und die Auslegung massgeblicher islamischer Theologen stützt) die einzig zuständige Quelle für die Auslegung und Anwendung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung sei. Inzwischen sind 57 islamische Staaten dieser Erklärung beigetreten. Damit haben sich diese Staaten von den in der UN-Charta festgelegten Allgemeinen Menschenrechten verabschiedet, und es überrascht nicht, wenn eine für das westliche Verständnis von Menschenrechten problematische Stufe des Dschihad erreicht ist. Sie folgt dem Koran, der sagt, Friede sei erst dann möglich, wenn alle dem muslimischen Glauben unterworfen seien." Kritiker sagen: "Der Satz: 'die Terroristen haben mit dem Islam nichts zu tun', ist schlicht und ergreifend falsch." Es gibt nur einen "Islam der Hinrichtungen, kein Islam der Toleranz". Oder:"Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islams, er kommt direkt aus dem Koran." [9]

Mehr und mehr Muslime unter den Flüchtlingen entscheiden sich, vom Islam zum Christentum zu konvertieren. Ein Pfarrer betreut in seiner rasant wachsenden Gemeinde inzwischen knapp 1000 Farsi-sprachige Konvertiten, vorwiegend aus Iran. Weitere fast 500 bisherige Muslime besuchen derzeit seine Taufkurse. Beispiele für die Bedrängung von Christen in den Flüchtlingsheimen kenne er zuhauf, sagt der Pfarrer. Wachpersonal und Übersetzer werden zu "über 90 Prozent" aus Muslime rekrutiert und stehen religiösen Minderheiten im Konfliktfall nicht bei; im Gegenteil sie zählen selbst zu den Peinigern und übersetzen bewusst falsch. Orientalische Christen und konvertierte ehemalige Muslime werden hierzulande bedroht und verletzt – zum Teil von jenen muslimischen Peinigern, vor denen sie nach Deutschland geflohen sind. "Sie haben Angst, sie werden drangsaliert, bestohlen und misshandelt: Tausende orientalische Christen, die glaubten, als sie Deutschland erreichten, sie wären im ersehnten „sicheren Hafen“ gelandet, erlebten und erleben in Flüchtlingsheimen und -lagern Furchtbares. Es hat nicht an Berichten darüber gefehlt, an Warnungen und Bitten, diese Ungeheuerlichkeiten zu unterbinden. Nur ist wenig geschehen. ... Immer wieder holt Gottfried Mertens Christen aus ihrer Unterkunft, weil ihr Leben in Gefahr ist, weil sie zusammengebrochen sind wegen andauernder Demütigungen; weil sie, bespuckt und geschlagen, gezwungen wurden, an muslimischen Gebeten teilzunehmen. Aber es gibt auch Bischöfe, die diese Not immer noch herunterspielen und, wie es neudeutsch heißt, darum keinen Handlungsbedarf sehen, zumal die „Beweislage“ schwierig sei. Das kann man auch von Staatsanwälten hören, denen für ihre Ermittlungen mutige Zeugen aus der Zivilgesellschaft fehlen. Warum eigentlich? Die groteske Situation, dass allzu lange jeder, der Kritik am Chaos der Masseneinwanderung übte oder, noch schlimmer, an muslimischen „Helfern“, Gefahr lief, als Radikaler oder Islamophober beschimpft zu werden, trägt offenbar Früchte. Hinter vorgehaltener Hand kann man viel Schlimmes erfahren, einstehen will dafür kaum einer. Erinnert sei daran, wie viele Monate es gedauert hat, bis Frauen und Kinder, denen in Flüchtlingsheimen wiederholt Gewalt angetan wurde, unter besonderen, separaten Schutz gestellt wurden. Einen Bundeswehrarzt aus Erfurt hatte man für seinen schockierenden Tatsachenbericht im Frühsommer noch verhöhnt und sogar bestraft und die wohlfeile Ausrede der zuständigen Behörden gern kolportiert, hier handle es sich bloß um Hörensagen, um so etwas wie „stille Post“. Hätte man ihn sofort ernst genommen, wie vielen Frauen, Mädchen, Jungen wäre dadurch ungeheuerliches Leid erspart geblieben? Aber es durfte nicht wahr sein - bis es zu viele betraf." Es ist es schon oft geschehen, dass bewusst falsch übersetzt wurde - um danach die verzweifelten Christen im Heim als Störenfriede zu denunzieren, was neuerliche Schikanen provozierte. Auch wenn die Bitten um Hilfe sich in bestimmten Gegenden häufen, wird trotzdem beharrlich darauf verwiesen, es handle sich dabei doch um Einzelfälle. Das erinnert an die abgründigen Diskussionen um sogenannte Ehrenmorde und Zwangsheiraten, die viel zu lange als Ausnahme heruntergespielt wurden - als gäbe es ausgerechnet für Straftaten (und Opfer) eine Obergrenze, die sie erst erreicht haben müssen, bevor man sie ernst nimmt als religiösen oder kulturellen Konflikt, den es künftig mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern gilt. "Wie viele Übergriffe, wie viele Verletzte und Verzweifelte braucht es also noch, bis auch hierzulande von allen akzeptiert wird, dass dieser Konflikt zwischen Muslimen und Christen über die unkontrollierten Grenzen zu uns hereingetragen wurde? Ein Konflikt, wohlgemerkt, der viele Flüchtlinge, die keine Muslime sind, in Deutschland genauso bedroht wie in ihrer kriegsverwüsteten Heimat. Hilfsorganisationen wie „Open Doors“, der Zentralrat orientalischer Christen (ZOCD), „Kirche in Not“, die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und andere schlagen jetzt Alarm. Am Montag stellten sie in Berlin die Ergebnisse einer Befragung unter nichtmuslimischen Flüchtlingen vor, die jeden Zweifel ausräumen müsste, dass es sich nur um zufällige Ausnahmen handelt. Es wird von Todesdrohungen berichtet und von Schlägen, von Einweisungen ins Krankenhaus, weil die Drangsalierten unter dem psychischen Druck zusammenbrechen. Besonders betroffen sind Christen aus dem Iran und Konvertiten aus Afghanistan, wo es keine Kirche gibt: Sie, die „Abtrünnigen“, erhalten auch Morddrohungen." [10]

Im Nordkaukasus gibt es immer wieder Konflikte zwischen dem christlichen Armenien und dem muslimischen Aserbaidschan und Nagornyj Karabach, dessen Schutzmacht die Türkei ist und die verhindert, dass es in diesem Konflikt zu einer Lösung kommt. Erdogan wolle Baku "bis zum Ende" unterstützen. Dabei könnte der Konflikt leicht gelöst werden, wenn die Türkei und Aserbaidschan den Armeniern ihre ursprünglichen Ländereien zurückgeben würden. [11]

Jahrelang unauffällige und scheinbar integrierte Muslime, die scheinbar ausserhalb der sogenannten Parallelgesellschaften leben, können - ohne, dass die Sicherheitskräfte es merken - zum Dschihadisten werden, wie kürzlich in den USA. Es zahlt sich daher nicht aus, muslimische Offiziere in die Armee aufzunehmen, wie das Beispiel Tadschikistan zeigt. Bei einem Anschlag auf Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Duschabe, seien zwei Offiziere im Verteidigungsministerium unter dem Verdacht der Mittäterschaft mit den Islamisten festgenommen worden. Ziel der Islamisten sei es, das Land zu destabilisieren und einen "islamischen Staat" zu errichten. Nach offiziellen Angaben kämpfen über 500 Staatsbürger Tadschikistans auf Seiten des IS im Irak und in Syrien. [12]

Dabei erinnert die Basileuskirche in Moskau an die Eroberung von Kasan und stellt in gewisser Beziehung eine Triumpfsäule für den Sieg des Christentums über den Islam dar. Schon im sechsten Jahrhundert, bald nachdem Iwan IV, genannt der Schreckliche, das Khanat Kasan erobert hatte, wurden Moscheen geschlossen und islamische Brauchtümer verboten, zum Beispiel dass bei einer tatarischen Hochzeit der Mullah und eine seiner Frauen der festlichen Tafel vorsitzt, oder dass ein Schamail über die Haustür gehängt wird, ein Bild oder ein besticktes Tuch mit christenfeindlichen Koransuren. Am Westufer des Kaban-Sees schließt sich das alte Tatarenviertel an. Wer sich unter Iwan IV. nicht christianisieren lassen wollte, wurde dorthin umgesiedelt. Zudem war es muslimischen Händlern verboten, auf den Hauptmärkten Handel zu treiben. Heute gibt es vierzig orthodoxe Kirchen und vierzig Moscheen, die die Silhoutte der Stadt dominieren. Sogar Muezzine dürfen gedämpft zum Gebet für den falschen Gott aufrufen. Unter den Moscheen ist die Kul-Sharif die größte und russlandweit die einzige auf dem Gelände eines Kremels. Sie heisst nach dem letzten Imam der Vorgängermoschee, die beim Sturm auf Kasan im Jahr 1552 zerstört wurde. Trotz der vielen Moscheen ist Kasan europäisch geprägt, die meisten sind entweder Agnostiker oder Christen. [13]

Dennoch wurde in Moskau ein grosser ästhetisch wenig ansprechender Moscheekomplex gebaut, in dem sich 10 000 "Gläubige" versammeln können; er ist mit 19 000 Quadratmetern der Grösste in Europa. Der Hauptgeldgeber ist der aus dem nordkaukasischen Dagestan stammende Oligarch Süleyman Kerimov. Auch die Türkei, Kasachstan und Palästina hatten sich finanziell beteiligt, nicht jedoch der russische Staat. [14]

Im Kampf gegen den IS hat sich Moskau bisher zurückgehalten. Das soll sich jetzt ändern. In Syrien und im Nordirak kämpfen in den Reihen des IS etwa 1700 Islamisten aus dem Nordkaukasus: Tschetschenen, Dagestaner und andere. Hinzu kommen 4000 Kämpfer aus den an Russland angrenzenden zentralasiatischen Staaten. Russland hat das bisher als willkommene Auslagerung des eigenen Terrorismusproblems betrachtet. Doch nun gewinnt der IS auch in Russland selbst immer mehr Anhänger. Die führenden Köpfe des Kaukasischen Emirats, der Terrororganisation im Nordkaukasus, haben einen Treueschwur auf IS-Führer Bagdadi geleistet. Zudem reisen auch junge Russinnen und Russen zum Kampf nach Syrien. Auch über die Rückkehrproblematik wird nun in Russland gesprochen. Nicht zuletzt hat Putin den Kampf gegen den "internationalen Terrorismus" seit Beginn seiner Präsidentschaft gepredigt. Putin weist auch immer wieder auf die verfehlte Politik des Westens hin, Diktatoren zu stürzen und damit chaotische Verhältnisse zu erzeugen. Das habe der Westen im Falle Husseins im Irak getan, in Lybien im Falle Gaddafis - mit schlimmen Folgen. [15]

Zum Vergleich bekennen sich nur ein bis zwei Prozent der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zum Islam. In Deutschland ist es ähnlich. Einer von vier Muslimen in Amerika halten Gewalt gegen Amerikaner in den Vereinigten Staaten als Teil des weltweiten Dschihads für gerechtfertigt. Nur 40 Prozent der Amerikaner meinen, dass die Ausübung der muslimischen Religion in Amerika überhaupt erlaubt sein solle. 30 Prozent lehnen das klar ab, Tendenz steigend. [16] 

In Europa, auch in Grossbritannien, wird man sich langsam der Gefahr bewusst. "Der Premierminister lenkte sein Augenmerk auf den schleichenden Prozess, der von scheinbar harmlosen Ansichten in die Gewalt führen kann. Die meisten späteren Dschihadisten seien von nicht-gewalttätige Extremisten und deren 'vergifteten' Ideen indoktriniert worden, sagte Cameron und erwähnte insbesondere die in muslimischen Kreisen verbreiteten 'Verschwörungstherorien'." 
In Birmingham ist die Situation besonders dramatisch. Der Anteil der muslimischen Schüler in der staatlichen Schule beträgt mehr als 90 %. In manchen Vierteln Birminghams wohnen ausschliesslich Pakistaner in den sozial geförderten "Council Buildings". "Cameron kritisiert, dass im Königreich muslimische Kinder aufwachsen, ohne in Berührung mit anderen Kulturen und Religionen zu kommen. Untragbar sei es, dass allein im vergangenen Jahr 4000 Mädchen aus dem Königreich an den Genitalien verstümmelt und dass in den vergangenen fünf Jahren 11.000 Gewalttaten im Zusammenhang mit "Ehren"-Motiven registriert wurden." [17]

Ist Europa nur eine kleine Halbinsel oder ein geistiges Prinzip, das Prinzip des Abendlandes? Dann umfasst Europa in der Antike die griechisch-römische Bildungsgemeinschaft, die um das Mittelmeer lebte. Im Mittelalter reichte sie so weit wie das Christentum. "Die Christenheit ist Europa." Innerhalb Europas war immer wieder Kampf und Krieg. "Aber man wußte sich als zusammengehörige geistige Einheit gegenüber den Barbaren, den Ungläubigen, den Heiden, den Unzivilisierten. Europa war nie allein. Es stand - gegen die Perser, den Islam, die Mongolen ... die Türken - immer wieder am Rande des Untergangs." (Karl Jaspers) Ähnlich wie Solowjew meint auch Jaspers, dass sich die abendländische Menschheit ausgedehnt hat nach Amerika und Asien. "Diese bleiben immer noch innerhalb der christlichen Welt. Europa als Abendland reicht so weit wie die biblische Religion, schließt ein Amerika und Russland... Würde es heute die Vereinigten Staaten des kleinen Europas geben, so wären sie vielleicht noch eine gegenüber Amerika und Russland gleichwertige Macht." [18]

In der Ausbreitung der Europäischen Kultur sieht er den Sinn der Geschichte. Es beginnt eine Epoche des Friedens und der friedlichen Ausbreitung der christlichen Europäischen Kultur nach allen Seiten. Alle werden Europäer. Der Begriff des Europäers fällt mit dem Begriff des Menschen zusammen und der Begriff der Europäischen Kulturwelt mit dem Begriff der Menschheit. "Anfangs gab es nur Griechische, dann Römische Europäer, später erschienen alle möglichen anderen, zuerst im Westen, dann auch im Osten; es erschienen die russischen Europäer, und drüben, jenseits des Ozeans, die amerikanischen Europäer, jetzt müssen die türkischen, persischen, indischen, japanischen, vielleicht sogar die chinesischen Europäer erscheinen." [19] - Wladimir Solowjew

"Europa ist im einundzwanzigsten Jahrhundert ein Bund von Völkern, die alle mehr oder weniger demokratisch regiert werden - die vereinigten Staaten von Europa." [20] - Wladimir Solowjew
 

"Verpestet" (Ariost) und verwüstet wurden ehemals christliche Länder von der Türkei; Rechristianisierung durch Russland

Man muss sich aber vergegenwärtigen, was schon europäische Dichter und Denker seit dem 15. Jahrhundert beschrieben hatten, dass nämlich die Türkei ehemals christliche Länder "verpestet" (Ariost) und verwüstet. Dazu einige Details von einer Slavistin: "Das heutige türkische Staatsgebiet bildete für knapp zwei Jahrtausende ein zutiefst christlich geprägtes Land." Zahlreiche Schauplätze von Ereignissen des Neuen und Alten Testaments lassen sich noch immer in Augenschein nehmen lassen - auch nach der Eroberung der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen (1453). "Dass wir trotz Apostelgeschichte, trotz der bedeutenden Kirchenväter, Märtyrer und Heiligen Kleinasiens , Basileios der Große etwa, Grigorios von Nazianz, Grigorios von Nyssa oder Nikolaos von Myra , die Türkei nicht mehr als uraltes christliches Kulturland begreifen, liegt an der Radikalität, mit der türkische Nationalisten im Verlauf eines knappen Jahrhunderts das Christentum in Kleinasien und Nordmesopotamien entwurzelten und die Erinnerung an seine Träger zu tilgen versuchten."  Zu den einheimischen Christen gehören vorchalcedonensische Kirchen wie die Syrisch-Orthodoxe und die Armenisch-Apostolische Kirche, ferner die griechisch-orthodoxen, eigentlich „romäischen“ (byzantinischen) Christen, aber auch Konvertiten aus der türkisch-muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Letztere gehören überwiegend evangelischen bzw. evangelikalen Gemeinschaften an, besitzen derzeit 55 Kirchen (Stand 2005) und sind in der Allianz Protestantischer Kirchen zusammengeschlossen. Türkische Schätzungen schwanken zwischen 40.000 bis 100.000, armenische Schätzungen zwischen 50.000 und 82.000. Vermutlich leben etwa 60.000 Armenier mit türkischer Staatszugehörigkeit in Istanbul sowie 10.000 in der übrigen Türkei wie Kayseri, Antiochia-Antakya, Iskenderun. Laut der ersten unabhängigen demographischen Erhebung, die jemals unter der griechischen Bevölkerung Istanbuls durchgeführt wurde, "lebten dort 2006 5,249 „Romäer“ (rum ortodoks). Diese Zahl schließt freilich 600 arabischsprachige Syrisch-Orthodoxe sowie Angehörige der ostsyrischen Chaldäisch-Katholischen Kirche („Chaldäer“) ein, die in Istanbul griechische Schulen besuchen. Der Umfrage zufolge sind 45% der griechischen Bevölkerung Istanbuls älter als 65. Die Anzahl griechischer Haushalte beträgt 2,800, auf der Insel Imbros etwa 240 ältere Griechen, auf Tenedos noch 40 Griechen (Vergleich: Ende 19. Jhs. 9.456 Einwohner, davon nur 200 Türken.)" Die ausländischen Christen – meist Urlauber- und Rentnerkolonien – gehören Westkirchen (Römisch-katholisch, evangelische Kirchen) an. Mit Abstand den größten Anteil an der heutigen christlichen Gesamtgemeinschaft der Türkei bilden – vor den meist ausländischen Katholiken (8%) und den einheimischen armenisch-apostolischen Christen (18%) – mit etwa 65% armenisch-apostolische und georgisch-orthodoxe Arbeitsmigrant/innen aus den Anrainerstaaten Georgien und Armenien. In der Türkei leben Millionen – Menschen, deren christliche Vorfahren durch steuerliche Benachteiligung oder direkten Druck gezwungen wurden, sich zum Islam zu bekehren. Sie haben oft ihre Sprachen bewahren können und praktizieren teilweise christliches (Relikt-)Brauchtum. Von den schätzungsweise 40.000 muslimischen Kryptoarmeniern, die als Erwachsene oder Kinder während des Genozids (1915/16) verschleppt, in muslimische Familien aufgenommen und zu Muslimen gemacht wurden, haben sich jahrzehntelang aus Furcht vor Verfolgung nicht zu ihrer christlich-armenischen Herkunft zu bekennen gewagt. Gegenwärtig beginnen ihre Enkel die Lebensgeschichten der erniedrigten und traumatisierten Vorfahren in Erinnerungsbüchern oder Romanform zu erzählen. Die Frage nach verschütteten christlichen Wurzeln in der eigenen Familiengeschichte beschäftigt zunehmend türkische Intellektuelle. Zugleich aber bilden die Kryptochristen auch den Gegenstand nationalistischer Spekulationen. Griechischsprachige bzw. griechischstämmige Muslime in der heutigen Türkei stammen einerseits von muslimischen griechischen Flüchtlingen aus Kreta ab (gegenwärtig eine halbe Million), deren Nachfahren sich in Dörfern an der ägäischen Küste sowie der Küste des Marmarameeres niedergelassen haben. Andererseits zählen dazu die pontosgriechischen Muslime. Sie bevölkern mehrheitlich weiterhin die südliche Schwarzmeerküste, wobei die meisten in sechs Dörfern von Tonia (türk. Tonya) leben, in Trapesunt (türk. Trabzon) und in annähernd fünfzig Ortschaften im Yukari Solakli-Tal südlich von Ofis. Pontosgriechische Zuwanderer haben bei Sakarya nahe Istanbul mindestens zwei Dörfer gegründet. Unter osmanischer Herrschaft wurden die armenisch-apostolische und die byzantinische Kirche als millet (Glaubensnation) entsprechend muslimischen Rechtstraditionen anerkannt. Die Gläubigen der Ermeni millet-i bzw. Rum millet-i waren damit rechtlich, steuerlich und politisch benachteiligt, besaßen allerdings eine gewisse Autonomie zur Regelung interner Rechtsstreitigkeiten, soweit keine Muslime berührt waren. Während der Reform (Tanzimat-)periode (1829–1878) wurde diese innere Autonomie noch ausgedehnt. Eine vollständige staatsbürgerliche Emanzipation (Gleichstellung) der Nicht-Muslime – Christen und Juden – erzielten aber weder die osmanische Verfassung (1878), noch der Militärputsch der so genannten Jungtürken (1908), da sie die im Institut der millet angelegte Ungleichheit nie vollständig überwanden. Die im multilateralen Lausanner Vertrag (24.07.1923) namentlich undefinierten „nicht-muslimischen Minderheiten“ hat die Republik Türkei stillschweigend nach osmanischer Tradition als jene Glaubensgemeinschaften interpretiert, die schon zu Beginn der osmanischen Herrschaft millet-Status besaßen: Armenier, Griechen und Juden, ferner Katholiken und Evangelische (Protestanten). Syrisch-Orthodoxe, mit Rom unierte Ostsyrer (Chaldäisch-katholische Kirche) sowie Jesiden blieben unberücksichtigt. Armenier und Griechen bildeten mit 2,5 bzw. 2,7 bis 3 Millionen vor dem Ersten Weltkrieg die größten autochthonen ethno-religiösen Minderheiten im Osmanischen Reich. In der letzten Dekade osmanisch-türkischer Herrschaft fielen sie, ebenso wie die aramäischsprachigen Christen (Aramäer, Assyrer, Chaldäer) "staatlich geplanten und gelenkten Massakern sowie Deportationen zum Opfer, die die Genozidforschung als Völkermord entsprechend den Kriterien der UN-Genozidkonvention (1948) wertet*. Namentlich der Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern osmanischer Staatszugehörigkeit bildet, zusammen mit den Massakern an Assyrern im Irak 1933 einen Prototypus des Genozids, der den Autor der UN-Genozid-Konvention, Raphael Lemkin, veranlasste, als Justitiar des Völkerbundes schon 1933 einen Entwurf für ein entsprechendes internationales Vertragswerk in den Völkerbund einzubringen; er scheiterte damals allerdings am Widerstand der Delegation aus Nazideutschland. Während die armenische Bevölkerung des Osmanischen Reiches in nur zwei Jahren (Frühjahr 1915 bis Februar 1917) genozidal um drei Fünftel verringert wurde, erstreckte sich die Vernichtung der griechisch-orthodoxen Bevölkerung auf ein Jahrzehnt, mit wechselnden Schauplätzen. Sie wird daher auch als kumulativer Völkermord bezeichnet. Der asymmetrische „Bevölkerungsaustausch“ ethno-religiöser Minderheiten zwischen der Türkei und Griechenland besiegelte 1923 nachträglich die schon weitgehend vollzogene Vertreibung und Vernichtung der kleinasiatischen Griechen. Die Republik Türkei verhinderte mit gesetzlichen Restriktionen (September 1923; Gesetz vom 23.05.1927) eine Rückkehr der überlebenden, ins Ausland geflüchteten osmanischen Christen. Im August 1926 verkündete die türkische Regierung die Zurückhaltung sämtlichen vor dem 6. August 1924 beschlagnahmten Eigentums. Mit Billigung der Behörden wurden christliche Rückkehrer in zahlreichen Fällen ermordet. Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts sank die Zahl von Armeniern und Griechen durch ein Bündel restriktiver Maßnahmen und infolge erneuter staatlich inszenierter Ausschreitungen gegen Nichtmuslime, vor allem Griechen." Bis 1922 bestand in der osmanischen Hauptstadt, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine griechische Bevölkerung von 400.000 bis 450.000. Der Lausanner Friedensvertrag verlieh ihr als religiöse – nicht ethnische – Gemeinschaft einen trügerischen Schutz. "Während der so genannten Istanbuler Kristallnacht vom 6. zum 7. September 1955 wurde vor allem die griechische Bevölkerung der Stadt terrorisiert, als über 100.000 mit Hacken und Schaufeln bewehrte „Demonstranten“, angeführt von Polizisten sowie Funktionären der Demokratischen Partei, mit dem Slogan „Evvela mal, sonra can“ („Erst das Gut, dann das Blut!“) durch die Istanbuler Innenstadt zogen. Es kam zu massenhaften Plünderungen griechischer, aber auch armenischer und jüdischer Geschäfte unter den Augen der Polizei. 4.340 Geschäfte sowie 38 Kirchen wurden vollständig zerstört, weitere 35 Kirchen geplündert und beschädigt, darunter vier armenische, sämtliche griechischen Friedhöfe der Stadt entweiht und verwüstet, 44 Schulen (darunter acht armenische) und 2.640 griechische Häuser geplündert und beschädigt. 17 Menschen starben, 600 weitere wurden krankenhausreif geschlagen und 200 Frauen vergewaltigt. Schätzungen des Gesamtschadens beliefen sich auf 270 bis 360 Millionen US Dollar. Als der türkische Regierungschef Ismet Inönü 1964 einseitig das griechisch-türkische Abkommen über Freundschaft, Neutralität, Aussöhnung und Vermittlung (Oktober 1930) kündigte, folgte umgehend die Vertreibung von „mehr als eintausend Griechen“ aus der Türkei, die in der Regel binnen weniger Stunden ihre Heimat verlassen mussten. Man erlaubte ihnen lediglich, 22 US Dollar sowie einen Koffer mit Kleidung mit zu nehmen. Weitere 5.000 wurden kurz darauf ausgewiesen. Nach dem September 1964 wurden weitere 10.000 bis 11.000 Griechen ausgewiesen, als sich die Türkei weigerte, die Aufenthaltsgenehmigungen griechischer Staatsbürger zu verlängern. Am 11. Oktober 1964 berichtete die türkische Zeitung Cumhuriyet, dass 30.000 türkische Staatsbürger griechischer Abstammung die Türkei für immer verlassen hätten, zusätzlich zu den ausgewiesenen Griechen. Bis 1966 wurden insgesamt 12.000 Familien mit griechischer Staatszugehörigkeit ausgewiesen; zusammen mit ihren Angehörigen, die die türkische Staatsbürgerschaft besaßen, sind das 48.000 Menschen. Die Ägäisinseln Imbros und Tenedos, die nachweislich durchgehend griechisch besiedelt gewesen waren, waren selbst zur Osmanenzeit kaum von den Türken beachtet worden. Trotzdem wurden Imbros und Tenedos im Lausanner Vertrag (1923) der Türkei zugeschlagen. Wegen ihrer besonderen demographischen Situation räumte allerdings Artikel 14 des Lausanner Vertrages der griechischen Mehrheit Sonderrechte ein, so etwa das Recht auf Selbstverwaltung und griechischstämmige Polizeikräfte. Kaum war aber das Jahr 1923 verstrichen, begann die türkische Regierung, sämtliche Regelungen des Lausanner Vertrages zu missachten und eigene Gesetze einzuführen. Deren Ziel bestand in der planmäßigen und systematischen Vertreibung der griechischen Bevölkerung von den Inseln. Als erstes setzte die türkische Regierung in allen Dörfern und Städten eigene Gemeindevorsteher, Bürgermeister, Bezirkskommandanten und Polizisten ein, die sämtlich keinerlei Beziehung zur Bevölkerung besaßen. Besonders die Polizeikräfte, die so genannte Bauernmilitärpolizei, hatte eine Spezialausbildung durchlaufen. Sie suchten geringfügige Anlässe, um die griechischen Bürger zu schlagen, zu inhaftieren, ihre Häuser auszurauben und sie derartig zu terrorisieren, dass die Griechen schnellstmöglich flüchten sollten. Nur in den Jahren 1951 bis 1962 wurde Griechisch als Unterrichtssprache erlaubt. Mit dem Gesetz Nr. 35 vom 27. März 1964 wurden auf den beiden Inseln folgende Verbote durchgesetzt:  1. Schließung aller griechischen Schulen (Volksschulen und Gymnasien) und Bibliotheken; das gesamte Inventar dieser Einrichtungen wurde beschlagnahmt. Zugleich wurden die griechischen Lehrer entlassen. Praktisch war es verboten, die griechische Sprache zu lehren. 2. Die meisten Großgrundbesitzer wurden gezwungen, ihr Land zu Spottpreisen zu verkaufen. Im Jahr 1989 waren von 61.510 Morgen Land nur noch 164 Morgen in den Händen der Imbrer geblieben. Viele Tausende Hektar Weideland wurden per Gesetz zu Ödland erklärt und durften nicht beweidet werden.  3. Es wurden zahlreiche offene Gefängnisse auf den Inseln eingerichtet, in denen über 2.000 Schwerverbrecher nach Belieben ein und ausgingen. Sie erschlugen ungestraft Griechen, vergewaltigten Frauen, brachen in Häuser ein usw. 4. Die türkische Verwaltung errichtete anfangs vier Siedlungen und brachte türkische Neusiedler vom Festland. Diese Politik der sukzessiven türkischen Besiedlung dauert bis heute an. 5. 300 Kirchen und Kapellen wurden geschlossen, beschädigt und manche zu Kuhställen, Lagerhäusern sowie einige zu öffentlichen Toiletten umgewandelt!" [21]

Europäische Gerichtsurteile werden von den Türken ignoriert, wie alles, was mit wahrer Philosophie und Christentum zu tun hat: Zudem betreibt die Türkei Geschichtsklitterung statt Vergangenheitsbewältigung.  Während das Armenisch-apostolische Patriarchat zu Istanbul eine osmanische Schöpfung bildet, die 1461 von Mehmet II. Fatih (dem Eroberer) als Gegengründung zum außerhalb des türkischen Machteinflusses gelegenen Katholikats zu Etschmiadsin und zum Ökumenischen Patriarchat ins Leben gerufen wurde, stellt das Ökumenische Patriarchat eine historisch ältere Eigenschöpfung der oströmischen (byzantinischen) Kirche dar, mit der sich die Angehörigen aller kanonischen orthodoxen Kirchen in voller Kommunion befinden – also weltweit bis zu 350 Millionen Menschen. Als autokephale orthodoxe Kirche besitzt das Ökumenische Patriarchat einen Teil seiner Diözesen auch in Griechenland (östlicher Landesteil um Thessaloniki und auf den Inseln) sowie in den griechischsprachigen orthodoxen Diaspora-Gemeinden in aller Welt, so in Westeuropa (Frankreich, Deutschland, Schweiz, Italien) und in einigen russischstämmigen Diaspora-Gemeinden, vor allem in Frankreich. Aus offizieller türkischer Sicht beschränkt sich dagegen die Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen nur auf die orthodoxen Christen („rum ortodoks“) türkischer Staatszugehörigkeit. Sie bezeichnet das Ökumenische Patriarchat als „Römisches Patriarchat“ in Phanari (türk. Fener). Im Juni 2007 bestätigte das türkische Berufungsgericht diese Ansicht, gegen die nun der Patriarch, unterstützt vom Weltkirchenrat, gerichtlich vorzugehen versucht. Es gibt in der gesamten Türkei noch 69 gottesdienstlich genutzte Gemeindekirchen der griechisch-orthodoxen Glaubensrichtung (60 davon in Konstantinopel und Umgebung). Die übrigen neun griechisch-orthodoxen Kirchen – in Hatay und Mersin – werden gottesdienstlich von „antiochischen Christen“ genutzt. Als „antiochische Christen“ werden orthodoxe Griechen in der Region um Alexandrette bzw. Iskenderun (türk. Iskandar) und Antiochia (türk. Antakya) bezeichnet, deren Zahl nach Angaben des Patriarchats von Antiochia im Jahr 1895 bei 500.000 lag. Mitte der 1990er Jahre war ihre Anzahl auf unter 10.000 gesunken. Da die Türkei ihnen niemals die Einrichtung Griechischsprachiger Schulen erlaubt hat und selbst den Gebrauch des Griechischen im Kultus verbietet, sind diese griechisch-orthodoxen Christen sprachlich assimiliert und benutzen das Türkische oder Arabische. 1979 verbot ihnen der türkische Staat, sich als „rum ortodoks“ („Griechisch-Orthodox“ bzw. „byzantinisch-orthodox“) zu bezeichnen. Die meisten Familiennamen der Betroffenen wurden zwangsweise türkisiert. Ein über Jahrzehnte erweitertes Bündel von Restriktionen höhlte die Minderheitenschutzartikel des Lausanner Vertrages systematisch aus. Das ging um so leichter, als christliche Kirchen bis heute nicht als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt sind. Ihr fehlender Rechtsstatus verhindert unter anderem den Neuerwerb von Liegenschaft und verursacht unsichere Besitzverhältnisse. Besonders empfindlich wirkten sich die behördlichen Restriktionen auf das Erziehungswesen von Armeniern und Griechen, ihre kirchliche Selbstverwaltung, die Ausbildung von Priesternachwuchs und das immobile Eigentum ihrer religiösen Stiftungen aus. Im Gegensatz zum Verfassungsanspruch sind Christen nicht rechtlich gleichgestellt. Sie müssen ihre Priester und Schulen selbst finanzieren, während das staatliche Präsidium (Amt) für Religionsangelegenheiten (Diyanet) den Moscheebau und die inzwischen über 100.000 Imame des Landes und der türkeistämmigen Auslandsgemeinschaften – zum Beispiel in Deutschland – finanziert und fördert. 1961 wurden sämtliche griechischen Schulen per Erlass der Zuständigkeit des Ministeriums für private Bildung unterstellt. Damit waren sie aus dem Schutzbereich des Lausanner Vertrages entfernt worden. 1964 verbot die Regierung orthodoxen Priestern den Zugang zu griechischen Schulen. Im selben Jahr verweigerten die türkischen Behörden die Erlaubnis zur Renovierung der Schulen; die von den griechischen Eltern gewählten Elternvertretungen wurden entlassen. Bilateralen griechisch-türkischen Abkommen zufolge sollten in den griechischen Schulen Griechisch und Türkisch gelehrt werden. Die türkischen Behörden verzögerten jedoch ständig die Visumserteilung für griechische Lehrer oder verwiesen sie manchmal für immer außer Landes, um auf diese Weise den Griechischunterricht zu torpedieren. Es war den Schülern untersagt, in den Pausen Griechisch zu sprechen. Zudem wurde die Anzahl der Unterrichtsstunden in griechischer Sprache drastisch reduziert. Morgens, zu Schulbeginn, durften die Kinder nicht christlich beten. Stattdessen hatten sie die türkische Nationalhymne abzusingen, "deren Text auch den Lobpreis auf den für die Ermordung zahlreicher Griechen politisch verantwortlichen Staatsgründer Mustafa Kemal enthält." 1971 wurden 40 griechische Lehrer entlassen. Mit dem synergetischen Effekt all dieser Reglementierungen gelang es den türkischen Behörden, die Zahl griechischer Schüler von 15.000 im Jahr 1923 auf unter 200 zu senken. Die Zahl der Schulen ist vom Jahre 1949/50, als es noch 45 Grundschulen, fünf Realschulen sowie sechs Gymnasien mit 5.013 griechischen Schülern in Istanbul gab, auf zwölf Grundschulen, ein Gymnasium sowie zwei Lyzeen zurückgegangen ; nach anderen Angaben sollen nur noch insgesamt fünf (2002) Schulen vorhanden sein. Nicht alle Schüler der griechischen Schulen Istanbuls sind ethnische Griechen bzw. griechische Muttersprachler. So finden sich unter den 100 Grundschülern nur 65 ethnische Griechen. Die übrigen sind arabischsprachige Angehörige der syrisch-or-thodoxen Gemeinschaft, was im Unterricht zusätzliche Probleme schafft. Da die Türkei die Einfuhr neuer Schulbücher aus Griechenland nicht gestattet, müssen Lehrbücher aus den 1980er Jahren verwendet werden. Dieser Umstand, die geringe Schülerzahl in den Grundschulen und der dadurch fehlende Wettbewerb tragen zum Niveauverlust des Unterrichts bei, so dass sich griechische Eltern zunehmend entschließen, ihre Kinder auf türkischen Schulen einschulen zu lassen. Alle noch 16 bis 18 armenischen Schulen Istanbuls sind Privatschulen, die ausschließlich von den armenischen religiösen Gemeinschaften (armenisch-apostolisch, armenisch-uniert) unterhalten werden; die Schülerzahl betrug im September 2005 3.219, die der Lehrer 412. Die Probleme sind ähnlich gelagert wie bei den griechischen Schulen: sinkende Wochenstundenanzahl für muttersprachlichen Unterricht (der nur als Religionsunterricht erteilt werden darf), sinkende Schüler- und folglich sinkende Schulzahlen. Ein Kind muss bei seiner Aufnahme in eine armenische Schule seine armenische Herkunft nachweisen, was besonders Eltern aus ländlichen Gebieten oft schwer fiel, da sie sich zum Schutz unter anderen religiösen Gemeinschaften eintragen ließen. Das Grundrecht der freien Schulwahl war damit erheblich beeinträchtigt. Die jahrzehntelangen Schwierigkeiten, denen sich armenische Schulen und Schüler ausgesetzt sahen, haben dazu geführt, dass zahlreiche armenische Kinder in der Türkei heute reguläre türkische Schulen besuchen, was den Assimilationsprozess beschleunigt. All das nennt die Türkei "Religionsfreiheit": Nach ihrer Verfassung ist die Republik Türkei ein laizistischer Staat, dessen gleichberechtigte Bürger Religionsfreiheit genießen. Auch der Lausanner Vertrag (1923) sowie ihr bilaterales Abkommen mit Griechenland von 1968 verpflichten die Türkei, die europäische Menschenrechtskonvention (Rom 1950) und ihre fünf Protokolle der Europäischen Union anzuerkennen und die Religionsfreiheit jedes Menschen zu tolerieren. Diese Zusicherung hat sie oftmals verletzt. In Wirklichkeit handelt es sich heute um einen deutlich islamisch geprägten Staat, der vor allem den sunnitischen Islam der hamafitischen Rechtsschule begünstigt und fordert. Christen sind in diesem Land Bürger zweiter Klasse und „Schikanen zwischen bürokratischen Hürden und körperlicher Bedrohung“  ausgesetzt. Ein öffentliches Bekenntnis eines türkischen Staatsbürgers zum Christentum führt zu Diskriminierung. 1924 entließ die türkische Regierung den damaligen Patriarchen Konstantinos VI. In den 1950er Jahren wurde der Wirkungsbereich des Patriarchen weiter eingeschränkt, zwei hochrangige Geistliche des Landes verwiesen und die Schließung der Druckerei des Patriarchats angeordnet. 1971 folgte die Schließung des Priesterseminars auf der Großen Prinzeninsel von Chalki (türk. Hebeliada), wodurch das Patriarchat in ernste Nachwuchsschwierigkeiten geriet. Bis heute ist keine Wiedereröffnung des Priesterseminars in Sicht. Der amtierende Ökumenische Patriarch Bartholomaios äußerte Ende November 2004: „Mir wurde vom zuständigen türkischen Ministerium mitgeteilt: ‚Es gibt Gefahr für die nationale Sicherheit, und deswegen kann im Moment das Priesterseminar nicht geöffnet werden’.“ Immer wieder wurden unter dem Vorwand des Straßenbaus Kirchen und Kapellen abgerissen. Einbrüche und Diebstähle von wertvollem Kircheninventar und Sakralgeräten in Kirchen wurden für das Patriarchat zur traurigen Routine. Die dem Patriarchat gehörige Kirche der Heiligen Gottesgebärerin (Theotokos oder Panagia) von Wefa wurde durch einen fragwürdigen Regierungsbeschluss enteignet, so dass diese Kirche heute dem türkischen Staat Miete entrichten muss. Bisweilen wird der Kirche das Wasser abgedreht. Nach Angaben türkischer Zeitungen wurden noch 2004 vom türkischen Staat Käufer für zwei Kirchen und ein Kloster im Bezirk Triglia gesucht. Für die dem hl. Ioannis geweihte Kirche wurde ein Preis von 550.000 EUR genannt. Die der Gottesmutter geweihte Kirche von Pantawassilissa und das Kloster des hl. Sergios stammen aus dem 4. Jh. 1993 wurde der Friedhof von Neochori am Bosporus vollständig verwüstet, 1998 war der Friedhof von Tatavla an der Reihe. Als 1992 Patriarch Bartholomaios sein Amt antrat, stiegen die Schikanen und Probleme noch an. Immer wieder werden die führenden Kleriker des Patriarchats zur Polizei bestellt und vernommen. Angeblich unbekannte Täter, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Umfeld der rechtsextremistischen MHP, warfen fortgesetzt Steine auf das Gelände des Patriarchats und Drohbriefe mit dem Inhalt „Wir werden es in Brand setzen!“ Von April 1993 bis August 1994 wurden mindestens 20 Einrichtungen der armenisch-apostolischen Kirche in Istanbul angegriffen.  1935 wurden Spenden an karitative Einrichtungen gesetzlich untersagt (Gesetz Nr. 2007). 1964 musste ein griechisches Waisenheim, das seit 1853 seine Dienste versah, auf behördliche Anweisung hin seine Tätigkeit einstellen. 1967 wurde mit dem Gesetz 903, Paragraph 2, Art. 74, unterbunden, dass die Grundstücke der karitativen Stiftungen bestimmungsgemäß verwendet werden dürfen und hilfsbedürftigen Minderheitenangehörigen zugute kommen. Im selben Jahr wurde ein weiteres Gesetz verabschiedet, wonach fünf Prozent Steuern aus den Einnahmen der karitativen Einrichtungen gezahlt werden müssen – und dies, obwohl die karitativen Stiftungen die einzige Finanzquelle für die christlichen Kirchen in der Türkei darstellen. 1971 verfügte das Oberste Gericht der Türkei, dass Minderheitenangehörige keinerlei Recht auf ein neues Erbe besitzen. Im Dezember 2004 beschwerte sich der Ökumenische Patriarch Bartholomaios und appellierte an die Weltöffentlichkeit: „Die ungerechten und kaum bezahlbaren Steuern, die der türkische Staat für die vormaligen großen karitativen Stiftungen der Stadt, die das jetzige Krankenhaus von Valoukli bilden, erhebt, werden uns bald zwingen, dieses Krankenhaus zu schließen.“ 140 Gebäude der genannten Stiftungen wurden schon in den letzten Jahrzehnten vom türkischen Staat beschlagnahmt. Die erhobenen Steuern umfassen folgende Steuerarten: a) Steuer für karitative Stiftungen und Einrichtungen, b) Steuern aus den Einnahmen des Krankenhauses (Einnahmen sind hier ausschließlich Spenden) und c) Mehrwertsteuer. Im August 2002 wurde religiösen Stiftungen das Recht auf Grundstückserwerb zuerkannt, sofern sie eine Sondergenehmigung vom Ministerrat erlangt haben. In Artikel 40 des Lausanner Vertrages heißt es unmissverständlich, dass Angehörige der nichtmuslimischen Minderheiten das Recht auf Grundstücksbesitz und ihre freie Verwaltung besitzen. Mit Beginn der Verhandlungen über den Beitrittsprozess zur Europäischen Union hat die Türkei diese Minderheitenrechte nochmals ausdrücklich anerkannt. In der Türkei bestehen 160 Stiftungen religiöser Minderheiten (etwa 70 griechisch-orthodoxe, 50 armenische sowie 20 jüdische). In Verletzung der Bestimmungen des Lausanner Vertrages war es ihnen bis 2002 nicht nur verboten, Immobilien gleich für welchen Zweck zu erwerben, sondern ihnen drohte auch die Beschlagnahmung vorhandenen Eigentums, falls eine Gemeinschaft wegen Mitgliederschwunds nicht in der Lage war, über einen Zeitraum von zehn Jahren ihr Eigentum zu verwenden. Eine zusätzliche Schwierigkeit erwuchs aus der Bestimmung, dass nicht-muslimische Stiftungen nur solche Immobilien verwalten durften, die sie bis 1936 gemeldet hatten. Das türkische Stiftungsgesetz von 1926 und 1936 verbietet den Grundstückserwerb nach 1936, wurde aber in dieser Restriktion seit 1974 nur gegen Nicht-Muslime verwendet. Infolge dessen fielen 39 Immobilien der armenischen Gemeinschaft Istanbuls in staatliche Hand. Bis Januar 2005 haben 2.252 enteignete nicht-muslimische Grundstücksbesitzer aus Istanbul beim türkischen Staat die Rückgabe ihrer beschlagnahmten Immobilien beantragt. Aber nur 296 Anträgen wurde damals stattgegeben. Die große Mehrheit der Anträge wurde mit der Begründung, dass die Antragsteller zunächst einen Gerichtsbeschluss auf Rückgabe zu erwirken hätten, auf Eis gelegt. Laut „Hürriyet“ (Januar 2007) beträgt die Zahl der strittigen Fälle nach offiziellen Angaben 900, nach Angaben der Anwälte der nicht-muslimischen Gemeinschaften inzwischen 2.750 Fälle beschlagnahmter Immobilien. Im Januar 2007 gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zehn Jahre nach Klageerhebung seinen ersten Beschluss betreffend Besitztümer von Minderheiten in der Türkei bekannt: Danach hat die Türkei gegenüber der Stiftung „griechisch-orthodoxes Jungen-Gym-nasium“ (Große Schule) das Recht auf Schutz des Besitztums verletzt. Falls die Türkei für die im Verfahren genannten beiden Besitztümer nicht innerhalb von drei Monaten Grundbuchauszüge übergibt, so muss sie insgesamt 910.000 Euro, einschließlich Gerichtskosten, zahlen. Der Streitgegenstand bezog sich auf Besitztümer, deren Grundbücher im Jahre 1996 durch einen Gerichtsbeschluss annulliert wurden. Bis heute hat die Türkei den Entscheid des EGMR vom Januar 2007 nicht erfüllt. ndividuelle Rechte. Männliche Christen berichteten immer wieder über Diskriminierungen während ihres Wehrdienstes bis hin zu schweren Körperverletzungen und Vergewaltigungen. Für den armenischen Zeitungsverleger und Journalisten Hrant Dink bildete beispielsweise der Umstand, dass er trotz bester Leistungen während seines Wehrdienstes im Unterschied zu allen muslimischen Kameraden nicht als Gefreiter entlassen wurde, eine bittere Enttäuschung. Wie zu osmanischer Zeit bleibt auch das Militärwesen der Republik Türkei – und damit die einflussreichste Institution des Landes – Nicht-Muslimen weitgehend verschlossen. Auch über Repressionen in anderen Bereichen des Staatsdienstes bzw. in der Gesellschaft wurde berichtet.  Seit Anfang des 20. Jh.s. und insbesondere seit den Balkankriegen 1912/13 wurden die christlichen Minderheiten des Osmanischen Reiches als “innere Feinde” gebrandmarkt. Von diesem traditionellen Feindbild hat sich die Türkei niemals verabschiedet, im Gegenteil: Während der sogenannten Befreiungskriege 1919–1922 wurde es noch stärker ausgebaut, um Widerstand nicht nur gegen die alliierten Besatzer des Osmanischen Reiches zu mobilisieren, sondern auch gegen christliche Mitbürger bzw. rückkehrende Überlebende des Völkermordes. "Die Vernichtung von 3,5 Millionen Christen im letzten Jahrzehnt osmanischer Herrschaft – vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg – bildet das tabuisierte Gründungsverbrechen der Republik Türkei. Personen und Institutionen, die unmittelbar am Völkermord des nationalistischen Weltkriegsregimes der so genannten Jungtürken beteiligt waren, wurden von Mustafa Kemal in den republikanischen Staatsapparat übernommen. Die Republik rehabilitierte auch jene, die 1919/20 von osmanischen Sondergerichtshöfen wegen ihrer Verbrechen an Armeniern zum Tode verurteilt wurden und zahlte, sofern die Urteile vollstreckt worden waren, den Angehörigen der Hingerichteten eine staatliche Rente. Den politisch Hauptverantwortlichen des Völkermordes an den Armeniern – Innenminister Mehmet Talat und Kriegsminister Ismail Enver – errichtete die Republik Türkei Ehrengrabmäler auf dem Istanbuler Freiheitshügel. Das von nationalistischen Gralshütern in der Bevölkerung bis heute aufrecht erhaltene Bedrohungsgefühl mündet in permanenter Gewaltbereitschaft. Die Ermordung Hrant Dinks am 19. Januar 2007 in Istanbul durch einen ultranationalistisch motivierten jugendlichen Auftragsmörder wirft ein erhellendes Schlaglicht auf die Unfähigkeit des Staates und weite Teile der Gesellschaft, selbstbewusste Minderheitenangehörige als gleichberechtigte Bürger zu akzeptieren. Sie verdeutlicht zugleich die Verquickung von Ultranationalisten, so genanntem Tiefenstaat (türk. Derin devlet) und Mafia. Hrant Dink hatte mit der von ihm gegründeten zweisprachigen Zeitung „Akos“ („die Ackerfurche“; ausgesprochen „Agos“; seit April 1996) ein Organ geschaffen, um sowohl die armenisch-türkische Annäherung, als auch die Interessen der armenischen Gemeinschaft in der Türkei zu vertreten. Zugleich konfrontierte er die türkische Öffentlichkeit mit Aspekten ihrer verleugneten Geschichte. Als die Zeitung am 6. Januar 2004 enthüllte, dass Sabiha Gökcen (1913–2001), eine der Adoptivtöchter Mustafa Kemals und die erste Kampfpilotin der Welt, armenischer Abstammung sei, löste das einen regelrechten Erdrutsch im türkischen Bewusstsein aus, vor allem, nachdem „Hürriyet“ die Nachricht übernommen hatte. Viele „Hürriyet“-Leser fanden es unerträglich, dass im Zusammenhang mit der Person des türkischen Staatsgründers überhaupt etwas Armenisches auftauchte. Als Dink 2005 in einem Artikel über die psychischen Auswirkungen des Genozids auf Türken und vor allem auf Armenier schrieb, das Blut der Türken sei vergiftet, geriet er erneut mit dem Strafgesetz in Konflikt. Der aus dem Sinnzusammenhang gerissene Satz diente als Beweis für eine angebliche Beleidigung des Türkentums. Hrant Dink erhielt eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten Haft, das Urteil wurde rechtskräftig. Bei seiner Ermordung waren insgesamt sechs Strafverfahren nach § 301 gegen Hrant Dink anhängig oder rechtskräftig geworden. Nationalistische Kreise setzten eine Hetzkampagne gegen ihn in Szene und griffen ihn während der Gerichtspausen fast tätlich an. [22]

Gewaltverbrechen an Christen und ihren Einrichtungen: eine (unvollständige) Chronologie: Das bis heute aufrecht erhaltene Bedrohungsgefühl mündet in ständiger Gewaltbereitschaft. Die Reformen, die Europa dem Gesetzgeber und der Regierung der Türkei bisher abgerungen hat, bewirkten einen nationalistischen Rückschlag sondergleichen, wobei sich der türkische Nationalismus durch ein Gemisch aus Chauvinismus, Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit sowie Antiintellektualismus auszeichnet. Opfer sind die Einrichtungen und Geistlichen sowohl der indigenen orthodoxen, als auch der evangelischen und römisch-katholischen Gemeinschaft in der Türkei: Seit Ende 2004: Anschlagswelle auf evangelische Gemeinden: Innerhalb von sechs Monaten wurden in fünf Städten Evangelische bedroht. • 05.02.2006, Trabzon: Katholischer Geistlicher Andrea Santoro während des Gebets erschossen. • Februar 2006, Mersin: Katholischer Geistlicher angegriffen. • 12.03.2006, Mersin: Kapuzinerpater Henri Leylek niedergestochen. • 02.07.2006, Samsun: Katholischer Geistlicher Pierre Bruinessen niedergestochen. • 11.03.2006, Silivri: Zwei zum Christentum Konvertierte  wegen „Beleidigung des Türkentums“ (§ 301 StGB) verurteilt. • April 2006, Diyarbakir: Eine Gruppe junger Männer dringt auf das Grundstück der Syrisch-Orthodoxen Kirche ein und schreit Drohungen gegen die Gläubigen. Die Polizei weigert sich bis zum Ostergottesdienst, Streifen in die Gegend der Kirche zu schicken. • Mai 2006, Bergama: Eine Gruppe protestierender Nationalisten und Linksorientierter versucht eine griechisch-orthodoxe Messe in der historischen Kirche zu Bergama zu stören. • Sept./Oktober 2006: Übergriffe und Drohungen lokaler muslimischer Großgrundbesitzer gegen syrisch-orthodoxe (aramäische) Christen im Tur Abdin-Gebiet (Südost-Türkei). • 4. November 2006, Izmir: Nach wiederholten Angriffen mit Steinen und Belästigungen der Gläubigen in den Wochen davor wird die evangelische Odemis-Kirche mit Brandbomben angegriffen. • Dezember 2006: In einem Park der Gemeinde Tepeba wird der Pfarrer der Kirche brutal zusammengeschlagen. Die Kirche reicht indessen keine Klage ein, um „der Stadt nicht zu schaden“. • 19.01.2007, Istanbul: Armenischer Publizist Hrant Dink erschossen. • 28. Januar 2007, Samsun: Vandalen greifen das Gebäude der Stiftung der Agape Kirche an, zertrümmern die Fenster mit Steinen und besprühen am frühen Sonntagmorgen Straßenschilder. Der Pfarrer berichtet, dass in der Kirche eine Nachricht hinterlassen wurde, die ihm aber die Polizei nicht zeigen wollte, da sie „unwichtig“ sei; im offiziellen Untersuchungsbericht bleibt die Nachricht unerwähnt. Vier Tage vor dem Angriff veröffentlichte die Schwarzmeer-Onlineseite Kuzeyhaber eine Kolumne, die Anstrengungen lobte, die Verbreitung des Christentums in Samsun zu stoppen. Ebenfalls am 28. Januar 2007 erhält der Pfarrer der evangelischen Agape-Kirche von Samsun zwei Todesdrohungen per Email, von denen eine von der „Türkischen Rachebrigade“ unterzeichnet ist. • 31.01.2007, Samsun: Evangelische Agape-Kirche zum wiederholten Mal angegriffen; Drohungen seit 2004. • Februar 2007: Während des 40-Tage-Gedenkgottesdienstes für Hrant Dink (Karasunk) schießen zwei Personen mit Gewehren in die Luft und werden kurz darauf verhaftet. Sie sollen gesagt haben, dass sie die Ermordung des armenisch-apostolischen Patriarchen Mesrob II. beabsichten, der die Zeremonie leitete. • März 2007, Mardin: Eine Handgranate wird in den Hof des Präsidenten der Syrisch-Orthodoxen Stiftung des Bezirks Midyat geschleudert. Die Polizei leitet eine Untersuchung ein, doch offenbar ohne Ergebnis. • 18.04.2007, Malatya: Drei Mitarbeiter des evangelischen Zirve-Verlages nach Foltern geschächtet. Dieses Verbrechen zeichnete besondere Heimtücke aus, denn die Täter hatten sich das Vertrauen der Opfer durch vorgetäuschtes Interesse am Evangelium erschlichen.  Dem türkischen Opfer Yüksel wurde ein christliches Begräbnis verweigert – er wurde stattdessen nach islamisch-alewitischem Ritus beerdigt. Der Gouverneur von Malatya wollte zunächst auch dem deutschen Opfer Tilman Geske ein christliches Begräbnis verweigern und sagte seiner Witwe, dass kein Christ in türkischer Erde bestattet werden sollte. Nach Verhandlungen zwischen der deutschen Regierung und türkischen Staatsbeamten wurde T. Geske auf einem armenischen Privatfriedhof beigesetzt. Nur Pfarrer Necati Aydin durfte im evangelischen Friedhof von Izmir beigesetzt werden. • 21. April 2007, Ankara: Brandbombenanschlag auf die Internationale Evangelische Kirche von Ankara. • 14.05.2007, Istanbul: Drohungen gegen armenische Schulen. • 03.09.2007, Izmit: Festnahme nach einem Brandanschlag und Schüssen auf eine evangelische Kirche. Der dortige Pfarrer und Schwager eines der Mordopfer von Malatya ist fortgesetzt Drohungen und Angriffen ausgesetzt. Die Gewaltverbrechen in Trabzon, Istanbul und Malatya wurden von Jugendlichen mit ultranationalistischem Hintergrund sowie Verbindungen zu Geheimdienst- und Polizeiangehörigen begangen. Bei ihren Festnahmen brüsteten sie sich ihrer vermeintlich patriotischen Taten. Mit dem Mörder des armenischen Publizisten Hrant Dink, Ogün Samast, posierten Polizeiangehörige in seiner Heimatstadt Trabzon stolz vor der Nationalflagge und vor laufenden Fernsehkameras. Geschichtsklitterung in der Schule ist an der Tagesordnung, in islamischen Ländern überhaupt und insbesondere in der Türkei. In einer 2004 veröffentlichten Analyse über die Darstellung des Christentums in Schulbüchern in fünf Staaten des Nahen Ostens kommt Dr. Wolfram Reiss von den Universitäten Rostock und Nürnberg hinsichtlich der Türkei zu folgendem Ergebnis: Es handelt sich um eine inhaltlich und in den historischen Fakten falsche Darstellung, die zudem „dem traditionellen islamischen Standpunkt. Die Geschichte der indigenen Christenheit fehlt und wird missachtet. Weder griechische, armenische noch syrisch-orthodoxe Christen, die für Jahrhunderte die Bevölkerungsmehrheit gebildet haben und in dieser Region seit Beginn des Christentums bis ins 20. Jahrhundert gelebt haben, werden erwähnt. Das Christentum erscheint als ein europäisches Phänomen oder ein archäologisches Phänomen.  [23] 

Heute will die Türkei in weiteren Ländern wie Syrien präsent sein und ihren Islamismus verbreiten. Dem stehen aber Russland mit seiner Präsenz in Syrien gegenüber. Moskau erweitert aus Syrien heraus seinen Einfluss in der Region. Syrien gerät immer tiefer in den Orbit Irans und wird schiitischer. "Denn schiitische Kämpfer und ihre Familien ziehen in die Stadtviertel und Häuser jener Syrer ein, die geflohen sind, das sind überwiegend sunnitische Muslime. Damit setzt sich in Syrien fort, was in anderen Ländern begonnen hatte: die Militarisierung der schiitischen Muslime unter Führung Irans. Schiitische Milizen bilden nun nicht nur im Libanon mit der Hizbullah und dem Irak mit dem „Hashd al shaabi“, der  „Volksmobilisierung“, eine bewaffnete Macht, sondern auch in Syrien."  Hinzu kommt die Terrororganisation Hamas. "Das Damaszener Regime hat seit dem Dezember 2016, unterstützt durch schiitisch-iranische Bodentruppen und die russische Luftwaffe, nacheinander strategisch wichtige Regionen zurückerobert: Auf Aleppo folgte Ost-Ghouta nahe Damaskus; nun steht in den Provinzen Daraa und Quneitra im Süden des Landes, an der Grenze zu Jordanien und Israel, die Offensive vor dem Abschluss. Der weitere Verlauf des Kriegs ist damit leicht vorauszusehen: Das nächste große Schlachtfeld wird Idlib sein, die letzte Bastion der Rebellen, wo in früheren Flüchtlingswellen viele Syrer Zuflucht gefunden haben." Es wird  weitere Tote geben und neue Flüchtlingswellen, vor allem die Familien der Terroristen aus der Region Idlib. "Die Rückeroberung von Idlib tangiert die Interessen der Türkei. Denn Ankara ist die Schutzmacht der oft extremistischen Islamisten und Rebellen, die in Idlib herrschen und durch einen Sieg Assads vertrieben würden. In Assads Syrien bleibt für sie kein Rückzugsraum. Viele werden bei den Kämpfen getötet. Wohin aber können die anderen noch fliehen? Es ist anzunehmen, dass Assad nach einer Rückeroberung von Idlib nicht halt macht. Denn seit März ist die an Idlib grenzende Provinz Afrin, die bis vor kurzem noch von Kurden bewohnt war, von der Türkei besetzt." Da das Regime in Damaskus die Herrschaft über ganz Syrien wiederherstellen will, könnte die übernächste Etappe eine Schlacht in Afrin zwischen dem Regime und türkischen Truppen sein. Falls die Türkei aus der Nato geworfen wird, könnte Russland weite Teile der Türkei annektieren und wieder christianisieren. "Den türkischen Besatzern werden in Afrin massive Menschenrechtsverstöße vorgeworfen. So berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die arabischen Milizen der Freien Syrischen Armee, die an der Seite der türkischen Truppen gekämpft haben, hätten Besitz und Ländereien von Kurden geplündert und zerstört; Familien der Kämpfer seien in die konfiszierten Häuser der vertriebenen Kurden eingezogen. Zudem berichtete die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker, mit der Ansiedlung arabischer Radikalislamisten hätten deren rigide Vorschriften und Lebensweise Einzug gehalten. In der ersten Julihälfte seien mindestens 120 Menschen entführt worden, und das türkische Militär habe seit März mehr als 3000 Kurden verschleppt." [24] 

Noch versucht die Türkei eine Großoffensive abzuwenden. "Ankara unterstützt Rebellenbrigaden in Idlib, hat eigene Truppen in der nordwestlichen Provinz stationiert" Sollte es zu einem Anfriff kommen, fliehen die Terroristen mit Familien in die Türkei und von dort nach Merkel-Deutschland oder Macron/Merkel-Europa, weil sie wissen, dass dort Islamisten und andere Verbrechersyndikate besonders geschützt werden. Trotz der hundeähnlichen Unterwürfigkeit Erdogans, kommen vom russischen Aussenministerium scharfe Töne: Idlib wird als letzter starker "Herd der Terroristen" bezeichnet, die sich im Schutz der Deeskalationszone hinter Zivilisten versteckten  "Diese Eiterbeule muss liquidiert werden." Die Nusra-Front, die früher unter dem Banner von Al Quaida kämpfte, ist in einer Allianz islamistischer Brigaden aufgegangen, die sich Hayat Tahir al Scham (HTS) nennt, die Provinz dominiert und von der Türkei gefördert wird. Die Provinz Idlib wird auch als "Sprengstoffgürtel" bezeichnet. "Nach groben schätzungen gibt es um die 50 000 Rebellenkämpfer" dort. Die Terroristen arbeiten mit allen Mitteln: So könnte eine "Provokation der Rebellen in Idlib mit Chemiewaffen das Ziel verfolgen, einen neuen westlichen Angriff auf Syrien auszulösen." Dabei sollen die "Weißhelme, der Zivilschutz der Aufständischen, die Rettung von Verletzten imitieren. Beteiligt seien britische Spezialisten und Geheimdienste." Russland hat so viele Kriegsschiffe vor die syrische Küste verlegt wie noch nie seit dem Beginn der Moskauer Militäroperation im Herbst 2015, vor allem um den Anfriff der syrischen Armee in Idlib zu unterstützen. [25] 

Hatte die Türkei früher ehemals christliche Länder "verpestet" (Ariost) und verwüstet, versucht sie nun ihren Einflussbereich auszuweiten. Merkel-Deutschland ist in Bezug auf die Türkei handlungsunfähig. Der amerikanische Präsident Trump droht der Türkei mit „wirtschaftlicher Zerstörung“ Schon einmal hat ein Tweet des amerikanischen Präsidenten Donald Trump die türkische Wirtschaft auf Talfahrt gesetzt. "Am 10. August 2018 schrieb er, „unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut“, und ordnete die Verdopplung der amerikanischen Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium an. In den Wochen darauf verlor die türkische Lira zwanzig Prozent ihres Wertes. Von dem Verfall hat sie sich nicht mehr erholt, im ganzen Jahr 2018 wurde sie um ein Drittel abgewertet. Präsident Recep Tayyip Erdogan klagte über einen Wirtschaftskrieg, den Trump gegen die Türkei führe, und entdeckte als helfende Hand wieder Europa und insbesondere Deutschland. Der jüngste Tweet aus dem Weißen Haus dürfte Erdogans Befürchtungen bestätigen. Denn Trump drohte dem Nato-Partner Türkei nun sogar mit „wirtschaftlicher Zerstörung“, sollte Ankara in Nordsyrien die kurdischen Milizen angreifen. Die Lira gab auf dem Devisenmarkt denn auch kräftig nach." Die Türkei bereitet eine grenzüberschreitende Offensive vor. Kürzlich berichtete die Tageszeitung „Yeni Safak“, die türkische Armee habe die Vorbereitungen für "die größte grenzüberschreitende Operation in der Geschichte der Republik abgeschlossen. Entlang der Grenze zu Syrien stünden 80000 Soldaten bereit, doppelt so viele wie 1974 bei der Invasion in Nordzypern. Ziele seien die von den Kurden gehaltene Stadt Manbidsch und die kurdisch kontrollierten Gebiete östlich des Euphrats. Entlang einer Strecke von fünfhundert Kilometern würden sie an mehr als zehn Stellen die Grenze passieren und eine Fläche von 30000 Quadratkilometern „von Terroristen säubern“. Vor wenigen Tagen hatte Verteidigungsminister Hulusi Akar gesagt, die Offensive werde zu der Zeit beginnen, die Ankara für richtig halte. So wie sie es auch bei anderen Regionen Syriens getan habe." [26] 
 

Christenverfolgung in der Sowjetunion

In seinem Dorf nördlich von Kiew, sagt Vater Dmitri, gebe es ein einziges Gotteshaus. Das könne man nicht teilen. „Wir beten zum Herrn, dass er die Abspalter wieder auf den richtigen Weg zurückführt. Denn bei diesem Kirchenstreit geht es doch in Wirklichkeit nur darum, wer die Macht hat im Land.“ Der Kirchenstreit, damit meint der Priester die Gründung der eigenständigen Orthodoxen Kirche der Ukraine im Januar 2019. Für ihn sind diese neuen Orthodoxen „Abspalter“. Er gehört in der Ukraine zu jener orthodoxen Kirche, die vor gut dreihundert Jahren dem russischen Patriarchat untergeordnet wurde. In ihren Gotteshäusern betet man im Gottesdienst für den Moskauer Patriarchen Kyrill I. Die neue Kirche erkennt man nicht an, „es gibt keine Abendmahlsgemeinschaft, kirchenrechtlich erkennen wir deren Taufen und Trauungen auch nicht an.“ Jetzt, erzählt Vater Dmitri, „üben die Behörden starken Druck auf uns aus. Es gab Fälle, wo unsere Kirchengebäude von den Abspaltern gekapert wurden. Es ist wie in der Sowjetunion!“ [27] 

Wie erging es den Christen in den mehr als siebzig Jahren sowjetischer Herrschaft? Das Thema ist im westlichen Europa aus dem Blick geraten. Vor drei Jahren erschien ein Buch über die Konfliktgeschichte zwischen dem Kommunismus und den Kirchen („Es gibt keinen Gott!“, Verlag Herder, Freiburg 2016). Es verkaufe sich sehr schlecht, beklagt der Kirchenhistoriker Thomas Bremer, der dem deutsch-russischen Autorenkollektiv angehört. "Wenn von Aufarbeitung sowjetischer Verbrechen die Rede ist, glaubt mancher, die berühmte Rede des sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow von 1956 habe die Hauptarbeit geleistet. Dabei erwähnte Chruschtschow in der Anklage seines Vorgängers Stalin gerade einmal zwei Opfergruppen: die Kommunisten und die Militärs. Dass der Terror auch unter ihnen gewütet hatte, war wichtig für die staatlichen Apparate. Alle anderen Opfer fielen unter den Tisch: die Millionen Toten der von Stalin billigend in Kauf genommenen Hungersnot, welche vor allem die Ukraine und Kasachstan verwüstete; die Andersdenkenden, Klassen- und Volksfeinde; und die Vertreter der Religionsgemeinschaften, darunter die orthodoxe Kirche." [28]

Die erste Verfolgungswelle der Kirche hatte bald nach der Revolution eingesetzt, richtete sich freilich gegen alle Konfessionen und Religionen. Die neuen Machthaber enteigneten allen privaten Grundbesitz, also auch den der Kirchen und Klöster, im Januar 1918 dekretierten sie die „Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche“. Die kleineren Religionsgemeinschaften mochten sich zunächst freuen, dass die verkündete Gleichheit aller Religionen die orthodoxe Kirche ihrer bisherigen Privilegien beraubte. Doch bald war allen religiösen Vereinigungen jegliche wirtschaftliche, soziale, missionarische und pädagogische Aktivität verboten (dies galt bis 1990). Geistliche durften Gottesdienst halten – mehr nicht. Religion wurde als „Opium des Volkes“ mit revolutionärem Furor bekämpft. Lenin schrieb 1922 an das Politbüro der Kommunistischen Partei, gegen den chauvinistischen Klerus müsse man einen „gnadenlosen Kampf“ führen und ihn „mit solcher Brutalität zermalmen, dass sie es für Jahrzehnte nicht vergessen“. Je mehr Vertreter dieses „reaktionären Klerus wir dabei erschießen können, desto besser“. Vielfach wurden Ikonen verbrannt, eine „russlandweite Beseitigung der Reliquien“ wurde angeordnet. Alte Werte und Praktiken sollten überwunden werden; was die Machthaber nicht daran hinderte, den Leichnam Lenins, einer Reliquie gleich, in einem Mausoleum auf dem Roten Platz auszustellen. [29]

Geistliche und Gläubige sahen, wie vielfach überliefert ist, für sich eine Endzeit, die letzten Tage gekommen. Patriarch Tichon, das orthodoxe Kirchenoberhaupt, wurde unter Hausarrest gestellt. 1925 starb er. Ob eines natürlichen Todes, ist
umstritten. Die Wahl eines neuen Patriarchen wurde nicht gestattet. Stattdessen wurden „Erneuerer“ in der Kirche gefördert, die alsbald forderten, „in der Einheitsfront unter der Führung der Sowjetregierung gegen das weltweite Übel sozialer Ungerechtigkeit zu kämpfen“. Tausende Kirchen wurden geschlossen, viele Geistliche getötet. "In den dreißiger Jahren brachte die große Terrorwelle die Erschießung von mindestens 100000 orthodoxen Kirchenvertretern, Geistlichen wie Laien. Etwa vierhundert Bischöfe, die in der sibirischen Verbannung oder im Gefängnis saßen, wurden in Schauprozessen zum Tode verurteilt. 1939 waren nur noch vierhundert orthodoxe Kirchen im Land geöffnet, Klöster gab es nicht mehr, nur noch vier Bischöfe waren im Amt. Ähnlich erging es den lutherischen und römisch-katholischen Geistlichen; hier bot sich aufgrund ihrer zumeist deutschen beziehungsweise polnischen Herkunft die Verfolgung als „Spione“ an. Wer nicht im Lager landete, fiel oft in die Kategorie der „Rechtlosen“ (Lischenzy), was etwa den Entzug von Lebensmittelkarten bedeutete. Noch Schlimmeres erlebte wenig später die ukrainische griechisch-katholische Kirche, die gewaltsam der Russischen Orthodoxen Kirche einverleibt wurde; fast alle ihre Bischöfe und mehr als tausend Priester kamen in Lagern ums Leben. Der aus der Sowjetunion ausgewiesene Nikolaj Berdjajew, wohl der bedeutendste russische Philosoph des 20. Jahrhunderts, beklagte 1937 im Pariser Exil: „Für den Kommunismus wird das Reich des Kaisers zum Reich Gottes, genauso wie im deutschen Nationalsozialismus, allerdings konsequenter und gründlicher“. [30]

Paradoxerweise brachte der Einmarsch der Wehrmacht, der die Versklavung der slawischen Völker zum Ziel hatte, ihnen einen Teil ihrer Religionsfreiheit zurück. In den besetzten Gebieten wurden Tausende Kirchen und auch einige Klöster
wiedereröffnet. Die militärische Not veranlasste Stalin 1943 zu einer Wende in der Kirchenpolitik. Jetzt durfte wieder ein Patriarch gewählt werden, auch die Kirchengemeinden in den zurückeroberten Gebieten durften weiterbestehen. Bei
Kriegsende gab es daher wieder 22 000 geöffnete orthodoxe Kirchen und 104 Klöster. Allerdings musste die Kirche für ihren Freiraum bald mit großen Zugeständnissen bezahlen, etwa mit Gebeten für und Lobliedern auf „den selbstlosen Dienst unseres Führers (Stalin) am Volk“. Chruschtschow schränkte den Freiraum wieder ein, die Zahl der offenen Kirchen ging um mehr als die Hälfte zurück. Als Michail Gorbatschow 1985 an die Macht kam, gab es noch 6800 Kirchen und
sechzehn Klöster. [31]

Oft hat man die Sowjetunion mit dem alten Rom verglichen: So wurden im Untergrund tätige Priester und Gemeinden verschiedener Konfessionen in Russland schon bald als „Katakombenkirche“ bezeichnet. Die orthodoxe Kirche hat viele der in sowjetischer Haft ums Leben gekommenen Geistlichen und Gläubigen inzwischen als „Neumärtyrer“ anerkannt und mehr als tausend heiliggesprochen; sie werden auch auf Ikonen dargestellt, und die Moskauer orthodoxe St.
Tichon-Universität erforscht ihre Geschichte. [32]
 

Der Untergang des Kommunismus und das Erstarken des revolutionären Islam

Als in den Tagen von Glasnost zum ersten Mal echte Schriftsteller von den Sowjets ausser Landes gelassen wurden, "nicht die Pappnasen der Schriftstellergewerkschaft", sondern Autoren wie Tatjana Tolstaja, konnte man eine "Vorschau vom Untergang des Kommunismus" erleben. Russland schüttelte mehr und mehr das Joch des Kommunismus ab. [33]

Die alten Gegensätze, die kommunistisch-kapitalistische Konfrontation gab es nicht mehr. An dessen Stelle trat die Ideologie des Islam, "wie Ayatollah Khomeini und seine Kohorten nachdrücklich klarstellten." Die Kriege der Ideologie des Islam rückten in die Mitte der Bühne. Dazu Rushdie: "Und zu seinem Leidwesen sollte sein Roman zu einem Schlachtfeld in diesen Kriegen werden." Denn die ganz anders geartete Pseudo-Philosophie des radikalen, so rasch an Macht gewinnenden Islam schmähten den marxistischen Gedanken, dass allein die Ökonomie von entscheidender Bedeutung sei und der ökonomische Konflikt, wie er im Klassenkampf zum Ausdruck komme, die beste Erklärung dafür böte, wie die Dinge fünktionierten. Besser man hält sich an Hegel und Fichte, als an Karl Marx oder die Frankfurter Schule, denn falls sich, wie von Hegel behauptet, die Geschichte dialektisch entwickelt, "dann bewiesen der Untergang des Kommunismus und das Erstarken des revolutionären Islam, dass der dialektische Materialismus - Karl Marx' Umdeutung von Hegel und Fichte, der zufolge es sich bei dieser Dialektik um eine des Klassenkampfes handelte - bereits im Ansatz falsch war." [34]
 

Reconquista, Rechristianisierung und Grenzsicherung - zur Not "mit Tränengas und Kriegsschiffen"

"Der ehrenvolle bewaffnete Kampf der europäischen Völker gegen den Islam war im Mittelalter die allererste christliche Tat und ein großes Verdienst vor der Menschheit. Nachdem die christliche Welt den Islam in einer gemeinsam geführten Attacke - den Kreuzzügen - zu wiederholten Malen stoßweise, aber ohne Ausdauer angegriffen hatte, schirmte sie sich durch vier Schilde dauerhaft gegen den Andrang der feindlichen Kräfte ab - auf vier junge Nationen legte sich das Hauptgewicht der gemeinsamen Sache. Auf der linken, nordöstlichen Flanke der Verteidigungslinie nahm Russland das wilde Andringen der mongolischen und tatarischen Horden auf sich und schlug es zurück. Das Zentrum, das von den osmanischen Türken durchbrochen worden war, die Byzanz umgangen und dann eingenommen und die südslawischen Staaten auf dem Balkan zerschlagen hatten - das durchbrochene Zentrum wurde auf den Karpaten durch zwei kriegerische Nationen wieder geschlossen - durch Polen (mit Südrussland) und Ungarn (mit Kroatien); und auf der rechten, südwestlichen Flanke der christlichen Verteidigung drängten die Spanier Schritt um Schritt im Verlauf von mehr als sieben Jahrhunderten die Invasion der Mauren zurück, bis sie sie nach Afrika zurückwarfen." - Wladimir Solowjew


Nur "toll" gewordene Politiker wie Merkel fördern die Angriffskriege der Türken auch finanziell. Zu diesem Zweck wurde "die zehnte Reise Angela Merkels als Bundeskanzlerin in die Türkei" anberaumt, um die Beziehung zum Kriegspräsidenten Erdogan "weiter zu pflegen", der sich dafür auch artig bedankt: "Erdogan war voll des Lobes für Deutschland und die Kanzlerin." Auch für Koranschulen in der Türkei gibt Deutschland Geld: "Auf der asiatischen Seite des Bosporus eröffneten Merkel und Erdogan dann auch den neuen Campus der Türkisch-Deutschen Universität. Beide waren sich über die Bedeutung dieses Projekts einig. Merkel nannte die Hochschule „ein großartiges Beispiel“ der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Der Campus stehe für Zukunfts- und Weltoffenheit, und die Universität sei „ein Glück für unsere beiden Gesellschaften“, denn nun steht einer weiteren Osmanisierung Deutschlands nichts im Wege. Die 2010 gegründete Koran-Schule bzw. Universität habe 2013 den Lehrbetrieb aufgenommen und pflege eine enge Zusammenarbeit mit Firmen in der Türkei, die Erdogans Feldzug gegen Nicht-Muslime unterstützen. "Partnerschaften bestehen mit 37  Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie mit zahlreichen privaten Unternehmen", die in der Türkei produzieren lassen; Ziel ist es auch diese deutschen Universitäten langsam in türkische Koranschulen umzuwandeln, nachdem deutsche Politiker schon die Gülen-Schulen und -Universitäten gefördert haben. "Rita Süssmuth, heute Präsidentin des Konsortiums der binationalen Hochschulen, ist seit mehr als einem Jahrzehnt die treibende Kraft der Türkisch-Deutschen Universität... Der Rektor der Universität, Halil Akkanat, überreichte Merkel einen kunstvollen osmanischen Handspiegel als Zeichen der persönlichen Wertschätzung, Erdogan aber einen ebenso kunstvollen osmanischen Helm." [35] 

Es geht auch um "die Beschulung der Flüchtlingskinder" in Koranschulen und ihre Finanzierung durch die EU. Dazu "verlangt Präsident Erdogan, dass die Flüchtlingshilfe der EU direkt in den türkischen Staatshaushalt fließt... Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützt Deutschland die Türkei bislang mit 1,1 Milliarden Euro." Eines der wichtigsten Projekte für die Türkei ist der Bau neuer Koranschulen und Moscheen, in denen den Kinder von Anfang an der Krieg gegen Nicht-Muslime eingeimpft werden soll. "In einem weiteren Schulprojekt finanziert die EU mit einem Volumen von 300 Millionen Euro Leistungen des türkischen Bildungsministeriums... Allein für die humanitären Hilfsleistungen sind bisher 2,4 Milliarden Euro ausgegeben worden." Im Einzelnen wurden 63 humanitäre Projekte an 21 überwiegend islamische Nichtregierungsorganisationen vergeben.  Der größte Teil entfällt mit 1,7 Milliarden Euro jedoch auf das Emergency Social Safety Net, das größte einzelne humanitäre Projekt in der Geschichte der EU. Es erreicht derzeit 1,7 Millionen überwiegend islamische Flüchtlinge. "Sie erhalten eine Kreditkarte, die von den türkischen Partnern Roter Halbmond und der staatlichen Halkbank ausgestellt wird. Die EU überweist auf eine solche Karte im Monat 120 türkische Lira, umgerechnet etwa 18,50 Euro, pro Person in einer Familie. Hinzu kommt eine Sonderzahlung von 150 Lira im Quartal pro Person. Die türkische Regierung will nicht, dass die Zahlung an Flüchtlinge den Betrag von 120 Lira übersteigt. Dieser steht einem türkischen Sozialhilfeempfänger zu." [36] 

Griechische Freiheitskämpfer wie Alexander Ypsilanti, Theodoros Kolokotronis, Jannis Makryjannis haben die muslimischen Türken erfolgreich aus Griechenland und Europa vertrieben. Heute werden von deutschen Politikern wie Merkel, Seehofer, AKK, Röttgen, Lindner & Co Moscheen, Koranschulen und höhere Koranschulen (islamische Universitäten) finanziell gefördert und ihre Ausbreitung in Deutschland vorangetrieben. Sogar ehrwürdige Universitäten wie die frankfurter Goethe-Uni werden mehr und mehr von Moslem vereinnahmt. Dort kommt es z.B. zur "Schlägerei bei der Kopftuchdiskussion". Die Studenten der Frankfurter Uni-Asta haben dann nichts besseres zu tun als mit „Studis gegen rechte Hetze“ darüber zu streiten, "was links ist". Kritiker des Islams werden an diesen Unis in die rechte Ecke gestellt. Statt sich mit christlich orientierter Wissenschaft zu beschäftigen, wird nur über die Irrlehre des Islams geredet : Eine Studentin der Philosophie und der Vergleichenden Literaturwissenschaft muss sich seit einiger Zeit den Vorwurf anhören, sie betreibe das politische Geschäft der AfD, indem sie „antimuslimischen Rassismus“ fördere. Jene, die das behaupten, nehmen für sich in Anspruch, die wahren Linken zu sein, wenn sie kopftuchtragende Musliminnen gegen vermutete Bevormundung durch Leute wie diese Studentin in Schutz nehmen. "Diesen Anspruch formulieren sie lautstark und bisweilen, wie es scheint, sogar handgreiflich: Bei der Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Kopftuchs, die Keser als Referentin für Politische Bildung des Frankfurter Uni-Asta moderiert hatte, kam es im Saal zu einer Schlägerei." Bald nach Beginn der Podiumsdiskussion hatten muslimische und linke Störer im Publikum "lautstark Pamphlete verlesen und Schilder hochgehalten, um auf rassistische Attacken gegen Muslime hinzuweisen." Ein typisches Verhalten an dieser Art Unis ist, dass man nicht mit Ideen streitet sondern „angespuckt, getreten, geschubst, geboxt“ wird. Eine Studentin sagt, "seit jenem Abend habe sie Angst, bestimmte Gebäude der Uni aufzusuchen, in denen sie womöglich auf die selbsternannten Antirassisten treffen könnte. Zwar habe bisher niemand sie persönlich bedroht. Jedoch hätten Anhänger der „Studis gegen rechte Hetze“ schon vor der Podiumsdiskussion ein Flugblatt verteilt, in dem ihr eine „islamfeindliche Haltung“ vorgeworfen wird. Dieses Pamphlet sei auch Freunden von ihr in die Hand gedrückt worden" – verbunden mit der Aufforderung, sie, körperlich anzugehen. Man darf nicht einmal in einem Interview mit der „Welt“ sagen: Der Islam sei „eine verdammte Ideologie“. Ohnehin sei „der Islamismus-Begriff in der wissenschaftlichen Diskussion sehr umstritten, weil er nicht klar definiert ist", schließlich geht es um den Islam und dieser ist immer mit Unfreiheit und Terror verknüpft. [37] 

Heute faselt ein lächerlicher türkischer Präsident vom Meer als dem „blauen Vaterland“ der Türkei. Das Mittelmeer hat mit der Türkei allerdings nichts zu tun, ausser dass es daran erinnert wie mehrere türkische Flotten darin versenkt wurden, entweder durch Sturm oder durch griechische bzw. christliche Flotten. So haben die Türken weder im Mittelmeer noch an der kleinasiatischen Küste etwas zu suchen; das zeigt sich schon daran, dass sie unfähig sind ihre Grenzen zu kontrollieren. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis warnte die Türken und die EU bzgl. des Erdgasstreits mit der Türkei, niemand in der EU solle sich einbilden, dort ohne Zustimmung Griechenlands zu Ergebnissen kommen zu können: „Es gibt ein Veto zu jeder Art von Übereinkunft zwischen der EU und Libyen, solange Tripolis nicht sein Abkommen mit der Türkei annulliert“, sagte Mitsotakis in einem Fernsehinterview. "In dem von einem militärischen  Beistandsabkommen flankierten Vertrag über die „Abgrenzung der Einflussbereiche“ legen Ankara und Tripolis auf höchst umstrittene Weise den Verlauf ihrer Seegrenzen im Mittelmeer fest. Man muss nicht Völkerrechtler sein, um das Abkommen merkwürdig zu finden. Denn zwischen der Türkei und Libyen liegen außer Kreta und Rhodos auch noch weitere griechische Inseln – deren Existenz die türkisch-libysche Abmachung aber ignoriert... Mitsotakis hat das Abkommen unlängst deshalb als „null und nichtig“ sowie „geographisch lächerlich“ bezeichnet: „Man muss nur auf die Karte sehen, um zu verstehen, dass es keine Verbindung zwischen der Türkei und Libyen gibt.“ Die griechische Regierung will das Abkommen jedenfalls unter keinen Umständen hinnehmen und geht auf allen Ebenen dagegen vor, bei den Vereinten Nationen ebenso wie in der EU, deren Staats- und Regierungschefs sich der Athener Position angeschlossen haben." [38]

Da die Türken unfähig sind ihre Grenzen zu sichern, soll, zumindest bis eine internationale Schutztruppe die kleinasiatische Küste kontrolliert,  Seebarrieren errichtet werden. Die EU-Kommission prüft, ob die von Griechenland geplanten „schwimmenden Schutzsysteme“ gegen den Andrang islamischer Flüchtlinge rechtmäßig sind. "Die Errichtung von Barrieren an sich verstoße nicht gegen EU-Recht", sagte ein Sprecher in Brüssel. Das griechische Verteidigungsministerium hatte eine Ausschreibung für „schwimmende Schutzsysteme“ veröffentlicht. Diese sollten im „Notfall“ gegen aus der benachbarten Türkei kommende Flüchtlinge eingesetzt werden. Genannt wurden „Barrieren“ oder „Netze“ mit einer Länge von knapp drei Kilometern. Sie sollen einen halben Meter aus dem Wasser ragen und würden damit Boote hindern, sie zu überqueren. Türkische Schiffe, die in griechische Hoheitsgewässe hineinfahren werden durch griechische Kriegsschiffe in Schach gehalten. Nicht zum ersten Mal hat "ein türkisches Forschungsschiff, die „Oruc Reis“, die griechische Ausschließliche Wirtschaftszone südlich der griechischen Insel Kastelorizo und östlich der Insel Kreta erreicht. Dies berichtete das griechische Staatsfernsehen (ERT) unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Athen. Eine griechische Fregatte beobachtete demnach die Bewegungen des Schiffs." [39]

Das türkische Militär, das in der Geschichte immer nur dann mutig war, wenn es gegen wehrlose Frauen, Kinder, und Großmütter kämpfen konnte - zuletzt in Nordzypern und Syrien, ist wieder auf Eroberungsfeldzug.  "Die Streitkräfte Ankaras nahmen in der syrischen Provinz Idlib die Truppen von Baschar al Assad unter Feuer, Jagdbomber kamen zum Einsatz, Panzer wurden an die Grenze verlegt." Die Türkei, die in der nordwestsyrischen Provinz islamische Rebellengruppen unterstützt, unterhält dort etwa ein Dutzend "sogenannter Beobachtungsposten." Der vollkommen durchgedrehte türkische Präsident drohte sogar Moskau: „Ihr solltet uns nicht im Weg stehen.“ Die Provinz, die in weiten Teilen von der Allianz „Hayat Tahrir al Scham“, einem Bündnis radikaler islamistischer Milizen, die mit den Türken befreundet sind, beherrscht wird. "Die Zahl von Propaganda-Videos der Rebellen hat zuletzt ebenso zugenommen wie die Präsenz türkischer Militärkonvois." Bei ihrem Vormarsch, Syrien von türkisch-islamistischen Truppen zurückzuerobern "stößt die syrischen Armee, der es um die Rückeroberung der strategisch wichtigen Autobahnen M4 und M5 geht, vermehrt auf die türkischen Beobachtungsposten. Dabei umzingelt sie diese und bedroht den türkischen Nachschub für die Posten. Zwei der Posten liegen offenbar bereits im Gebiet der syrischen Regimetruppen. Einige weitere hat die türkische Armee „temporär“ weiter nach Norden verlegt." Jeder türkische Posten ist mutmaßlich mit jeweils bis zu 400 Soldaten bzw. türkisch-islamischen Terroristen besetzt. [40]

Anders als Griechenland und die EU im Falle Zyperns, beginnt die syrische Armee, unterstützt durch die russische Luftwaffe in Idlib 18 weitere Städte und Siedlungen von den Türken zurückzuerobern, darunter Sarakeb, wo sich die Autobahnen M4 und M5 kreuzen. Der Kriegspräsident bzw. Kriegsverbrecher Erdogan schickte parallel dazu "einen Konvoi mit mehr als 300 Militärfahrzeugen über die Grenze nach Syrien, um ihre zwölf Beobachtungsposten zu verstärken. Verteidigungsminister Hulusi Akar warnte das Regime in Damaskus, es solle die Posten und den Nachschub für diese nicht blockieren. Andernfalls werde die Türkei auf einen „Plan B oder Plan C“ zurückgreifen." Protürkische Rebellen
nördlich von Aleppo hatten vier russische Agenten des Geheimdienstes FSB getötet. "Zudem weilte Erdogan gerade in Kiew, wo er die russische Annexion der Krim verurteilte und über eine engere militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine verhandelte." Ziel Erdogans ist sowohl die Eroberung Syriens als auch die der Krim, der Ukraine und Armeniens. "Deshalb nahmen die Soldaten der türkischen Posten am Dienstag alles unter Beschuss, was in ihrer Reichweite lag. Dabei seien 76 syrische Regimekräfte „neutralisiert“ worden, gab das türkische Verteidigungsministerium bekannt." Syrien setzt dessen ungeachtet seinen Vormarsch unvermindert fort. Etwa drei Millionen Zivilisten leben in Idlib. Sie sind Geiseln radikaler islamistischer und türkischer Milizen. "Die Provinz wird beherrscht von der Allianz „Hayat Tahrir al Scham“ (HTS), die einmal Nusra-Front hieß und sich im Dunstkreis von Al Qaida bewegte. Die radikalen Islamisten, die über Jahre mit Entführungen und Morden Angst und Schrecken verbreiteten, hatten vor gut einem Jahr offiziell die Macht ergriffen." Ankara unterstützt diese Rebellengruppen jenseits der Grenze, "beschränkt sich aber für gewöhnlich darauf, den syrischen „Brüdern“ Waffen zu liefern. Seit vergangener Woche greift aber auch das türkische Militär in die Schlacht um Idlib ein. Mehrere Militärkonvois mit schweren Waffen sind in den Nordwesten Syriens vorgedrungen. Das türkische Militär unterhält dort schon länger etwa ein Dutzend gut befestigte Lager, die „Beobachtungsposten“ genannt werden."  [41]

Russland sei gelungen, Syriens „wichtigste Straße“, die Autobahn M5 zwischen Aleppo und Damaskus, „ganz von Terroristen zu befreien“, jubelte Putins Staatsfernsehen. Man habe entlang der Trasse „Sicherheitszonen geschaffen“. Die Türken wurden zurückgedrängt. Die Türkei bewaffnet - wie sie es immer zu tun pflegte - islamische Terroristen; "türkische Artillerie unterstütze Terroristen; diese wiederum nutzten türkische Kräfte als Deckung und bedrohten russische Objekte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird oft "persönlich als Terrorpate dargestellt... Putin unterstützt Assads Ziel, die Herrschaft über ganz Syrien wiederzugewinnen", auch sollen Russland und Europa wieder die Herrschaft über die kleinasiatische Mittelmeerküste gewinnen, da die Türken weder byzantinische Baudenkmäler restaurieren noch in der Lage sind islamische Flüchtlinge zurückzuhalten. Die Präsenz Russlands am Mittelmeer ist ein Zeichen an die Nato, sich mit Russland gegen die Türken zu verbünden. Was die Nato nicht geschafft hat - die Türken aus Zypern und Syrien zu werfen - scheint Russland zu gelingen. "Demnach unterstützen russische Spezialkräfte und Militärberater Assads Truppen am Boden. Kommen türkische Soldaten ums Leben, laut Erdogan bisher 14, macht Moskau dafür die türkische Seite verantwortlich." Obwohl der türkische Präsident selbst als Massenmörder dasteht, macht er Moskau für „Massenmord“ an Zivilisten verantwortlich und droht mit Vergeltung, sollten weitere türkisch-islamistische Soldaten zu Schaden kommen. Ruslan Mamedow, vom Russischen Rat für Internationale Angelegenheiten, sagte Assads Truppen würden weiter vorrücken „und die Türken müssen das hinnehmen“. [42]

Soviel zum türkischen Präsident als "Massenmörder": Den fliehenden Zivilisten im Nordwesten Syriens droht nicht mehr nur der Tod durch die vorrückenden Truppen. "Sie beginnen zu erfrieren. Abertausende haben kein Dach über dem Kopf, müssen in Zelten, Autos oder im Freien übernachten, während die Temperaturen auf bis zu sieben Grad unter null sinken. Von insgesamt fünf durch die Kälte umgekommenen Kindern sprach die Hilfsorganisation International Rescue Committee. Eine ganze Familie sei im Schnee tot aufgefunden worden. Ein Geflohener aus der Stadt Saraqib berichtet, die Leute würden in ihrer Verzweiflung ihre Habseligkeiten verbrennen. „Aber wenn sie verbrannt sind, kommt die Kälte zurück.“ Etwa drei Millionen Zivilisten leben in der von Islamisten beherrschten Provinz Idlib. Laut UN-Angaben sind seit Dezember mindestens 800000 Menschen vertrieben worden, achtzig Prozent davon Frauen und Kinder." Das Welternährungsprogramm schlug Alarm, die andauernde Gewalt würde die Versorgung der Menschen massiv behindern. Man habe die Arbeit zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen einstellen müssen. Das russische Verteidigungsministerium verwies "auf kilometerlange türkische Militärkolonnen, die man beobachte." Russland wirft der Türkei vor, die Islamisten in Idlib zu unterstützen. Letztere hätten "mit türkischer Artillerie-Unterstützung" syrische Kräfte angegriffen, teilte das Ministerium mit. Dank russischer Su-24-Kampfflugzeuge sei der Angriff abgewehrt worden. Vorgeworfen wird Ankara auch, den Islamisten "amerikanische Boden-Luft-Raketen vom Typ Stinger übergeben zu haben, mit denen in diesem Monat schon zwei syrische Kampfhubschrauber in Idlib abgeschossen worden seien." Islamisten haben mit dem System auch ein russisches Su-24-Kampfflugzeug beschossen. [43]

Und soviel zum türkischen Präsident, der seine Grenzen nicht kontrollieren kann und eine islamische Invasion nach Europa und Russland vorbereitet: Kein Staat der Europäischen Union liegt näher an Syrien als Zypern, das sich immer mehr zu einem weiteren Schwerpunkt der irregulären Migration nach Europa entwickelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Asylantragszahlen auf dem Inselstaat kaum 60 Seemeilen westlich der syrischen Küste jeweils fast verdoppelt: von nur 2900 Anträgen 2016 auf 13200 im Jahr 2019. "Das ist im Vergleich mit Staaten wie Deutschland oder Frankreich zwar immer noch ein bescheidenes Aufkommen; nicht aber gemessen an der Einwohnerzahl, denn Zypern hat nur knapp 1,2 Millionen Staatsbürger. Nach Aussage der Regierung in Nikosia hat kein EU-Staat im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Asylbewerber als Zypern. Die steigende Zahl an Geflüchteten und irregulären Migranten hat aber offenbar nur bedingt mit Zyperns geographischer Nähe zum syrischen Kriegsschauplatz zu tun." Das geht aus einer Untersuchung des zyprischen Juristen Nikos Trimikliniotis hervor, der an der Universität Nikosia lehrt. "Etwa 90 Prozent der jüngst irregulär in das Land eingereisten Personen, heißt es in der im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung entstandenen Studie, sei nämlich über eine Grenze gekommen, die es offiziell gar nicht gebe. Das ist die von einem Kontingent aus  UN-Blauhelmsoldaten gesicherte Trennlinie zwischen jenem Teil Zyperns, der von der international anerkannten Regierung in Nikosia kontrolliert wird, und dem seit 1974 von türkischen Soldaten besetzten Norden der Insel. Dort existiert eine sogenannte „Türkische Republik Nordzypern“, die nur von der Türkei anerkannt wird, die dieses Gebilde auch finanziert. Zwischen beiden Teilen liegt eine an einigen Stellen mehrere hundert Meter breite, zum Teil noch verminte Pufferzone, die drei Prozent der Fläche des Kleinstaates einnimmt. Seit 2003 sind jedoch sukzessive acht Übergänge eröffnet worden, unter anderem in der Altstadt von Nikosia, die durch eine Mauer in zwei Teile getrennt ist. Dabei handelt es sich aus Sicht der regulären zyprischen Regierung jedoch nicht um Grenzübergänge, denn völkerrechtlich gesehen liegt schließlich auf beiden Seiten derselbe Staat." Diese Übergänge nutzen Geflüchtete Moslems und Migranten, von denen viele über die Türkei eingereist sind, um auf das Territorium eines EU-Staates zu gelangen und dort einen Antrag auf Asyl zu stellen.Die Bedingungen, auf die sie in Zypern stoßen, sind allerdings nicht wesentlich besser als jene auf den griechischen Inseln in der Ägäis. Zypern setzt ziemlich unverblümt darauf, Moslems durch schlechte Behandlung abzuschrecken. Türken und andere Moslems sollen zurückgedrängt und nicht noch gefördert werden wie in Deutschland. "So werden Familienzusammenführungen fast nicht gestattet, was die Regierung inoffiziell damit begründet, man wolle keinen „Pull-Faktor“ schaffen, also eine Sogwirkung vermeiden." [44]

Die Türken hatten damals nicht nur die Länder verwüstet (Viktor Hugo) sondern auch regelrecht verpestet, d.h. sie haben die Pest übertragen. Noch in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verbreitet sich die Pest über die Türkei nach Ungarn und Polen, nach Schlesien, Posen, Preußen, Rußland, nach Steiermark, Böhmen und der Lausitz, mit einer verheerenden Welle überschwemmt sie den Süden Frankreichs im Jahre 1721. Dann erfolgt ein weiteres Ebben: Siebenbürgen, Ungarn, Südrussland, Polen, Dalmatien, kurz die der Türkei zunächst liegenden Gebiete stellen sich in dieser Periode (1717 bis 1797) als die Ufer des Pestbezirkes dar. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts walten ähnliche Verhältnisse, nur dass das eigentliche Pestgebiet sich immer mehr einengt und nur durch gelegentliche Durchbrüche (nach der Walachei, nach Griechenland, nach Siebenbürgen, den Küsten Italiens) von der Gefährlichkeit seiner Nachbarschaft Beweise liefert. Nach 1830 endlich lernen wir als einzig von der Pest leidende Gebiete noch die Türkei, Syrien und Aegypten kennen. Die Aegypter sagen, dass ihnen die Pest stets aus der Türkei und Syrien, und die Syrer, dass ihnen die Krankheit immer aus der Türkei gebracht worden ist. Am heftigsten lehnten die Türken es ab, die ursprünglichen Erzeuger und Besitzer der Pest zu sein, wie sie auch heute noch den Genozid an ihrer christlichen Bevölkerung leugnen; zudem spielen sie neue Seuchen wie das aus China und Iran eingeschleppte Coronavirus, das nicht nur durch die türkischen Airlines (Türkish Airlines, Pegasus) u.a. bei Pilger-Massentransporten nach Mekka verbreitet wird, herunter. In Deutschland tritt das neue Virus vor allem dort auf, wo es große türkisch-islamische Enklaven gibt wie in Bremen, Köln, Berlin (Neukölln, Marzahn-Hellersdorf), Frankfurt oder den Bundesländern NRW und Baden-Württemberg. [45]

Die Annahme, dass die Luft die Pestkeime in besonders reichlicher Menge enthalte, sie uns entgegenwehe, ist einigermaßen dadurch erschüttert worden, dass ein besonders schädlicher Einfluss der Winde sich niemals mit Sicherheit hat beweisen lassen, vielmehr von Alters her die Tatsachen nicht sowohl aus eine Verwehung, als auf Verschleppung hinweisen. So hatte z.B. ein junger Kosak, vom Regiment nach seiner Heimat Wetljanka entlassen, seiner Braut einen mitgebrachten türkischen Shawl geschenkt, der die erste Erkrankung in jenem Orte veranlasste. Vor allen anderen Transportmitteln schien stets der Mensch am geeignetsten, die Krankheit zu verschleppen, sei es dass sie an ihm selbst zum Ausbruch kam, sei es dass er gesund blieb und nur Anderen den entwickelungsfähigen Keim mitbrachte. Hören wir die rührende Klage des Italieners de Mussis, welcher mit einem aus der Türkei kommenden Schiff im Jahre 1346 in Genua landete: „Nun war es aber wunderbar, dass, wo auch die Schiffer landeten, überall Alle, die mit ihnen in Berührung traten, rasch dahin starben, gleich als ob Jene von einem verderblichen Hauche begleitet gewesen wären. Weh des Jammers! Wir betraten, nachdem wir gelandet, unsere Häuser. Da schwere Krankheit uns befallen, und von Tausend, die mit uns gereist, kaum noch Zehn übrig waren, so eilten Verwandte, Freunde und Nachbarn herbei, uns zu begrüßen. Wehe uns, die wir die Todesgeschosse mit uns brachten, dass wir durch den Hauch unseres Wortes das tödtliche Gift ausstreuten!“ [46]

Zur Abwehr der Türken und damit der Pest, wurden Pestsäulen errichtet. Das sind Denkmäler, die an die Zeit der Pest erinnern bzw. als Dank für deren Erlöschen gestiftet wurden. Pestsäulen stellen meist die Heilige Dreifaltigkeit, die Muttergottes oder andere Pestheilige wie die hll. Rosalia, Sebastian oder Rochus dar. Daneben gibt es auch sogenannte Pestkreuze. Pestsäulen wurden im Volksmund auch „Heilige Säulen“ genannt. Viele Pestsäulen sind der Hl. Mutter Gottes gewidmet, weil sie im katholischen Glauben die Fürsprecherin in Notzeiten ist. Pestsäulen, die Maria gewidmet sind (sogenannte Mariensäulen), sind aber auch ein Ausdruck zunehmender Marienverehrung, wie sie nach schweren Zeiten wie der Pest oder des Türkenansturms immer wieder zu beobachten ist. Pestsäulen befinden sich unter anderem in Deutschland, Österreich (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Wien), Rumänien, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ungarn. Auf dem Sockel wurden meistens die drei schlimmsten Plagen dargestellt, die die Städte heimgesucht hatten: die Pest, die Türken und der Hunger. Eine Pestsäule oder Dreifaltigkeitssäule (rumänisch Monumentul Sfintei Treimi oder Monumentul Ciumei) befindet sich z.B.  in Timioara, Rumänien und ist ein barockes Denkmal in der Mitte des Pia a Unirii (auch Domplatz). Das Denkmal des Typus Pestsäule wurde zwischen 1739 und 1740 von dem Bildhauer Georg Raphael Donner in Wien geschaffen und auf dem Wasserweg nach Timioara transportiert. Die Statue wurde von Johann Anton Deschan von Hansen aus Dankbarkeit für die überstandene Pestseuche 1738–1739 gestiftet. Auf dem Sockel wurden die drei schlimmsten Plagen dargestellt, die Timioara heimgesucht hatten: die Pest, die Türken und der Hunger. Die Wiener Pestsäule weist ein kompliziertes ikonographisches Programm auf, dessen Grundaussage ist, dass durch die persönliche Frömmigkeit und Fürbitte des Kaisers die Pest sowie die Osmanen (Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683), welche beide als Strafe Gottes für ein sündenhaftes Leben bewertet wurden, abgewendet bzw. besiegt werden konnten. Die Säule stellt somit auch ein (Sieges-)Denkmal für Leopold I. dar. Im Programm äußert sich die Dreifaltigkeit mehrfach in der Zahl Drei, nämlich vertikal in drei Stufen: in dem den Menschen vorbehaltenen Sockel, in dessen obersten Drittel Leopold I. als Fürbitter zu Gott betet, in dem den Engeln als Vermittler zwischen Gott und den Menschen gehörigen Bereich, sowie in der obersten, der heiligen Dreifaltigkeit vorbehaltenen Stufe. Zudem findet auch eine Dreiteilung im Grundriss statt, welche einen Zusammenhang zwischen sakralem Programm und den drei Teilreichen der Habsburgermonarchie herstellt: Der westliche Flügel ist Gottvater gewidmet und trägt einen Doppeladler, das Wappen des Heiligen Römischen Reiches, sowie die Wappen der innerösterreichischen Länder, Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain. Zwischen westlichem und östlichem Flügel befinden sich die Wappen Österreichs ob der Enns und Österreichs unter der Enns, der Kernländer der Monarchie. Der östliche Flügel ist dem Gottessohn zugeordnet und trägt die Wappen der Königreiche Ungarn, Kroatien und Dalmatien, sowie Bosnien. Der dem Heiligen Geist gehörige nördliche Flügel ist mit den Wappen des Königreichs Böhmen, der Markgrafschaften Oberlausitz und Niederlausitz, wie auch des Herzogtums Schlesien verziert. An der Pestsäule sind mehrere lateinische Inschriften angebracht. Auf den drei Schmalseiten wird der drei Personen der Dreifaltigkeit gedacht: Deo Patri Creatori Gott dem Vater dem Schöpfer, Deo Filio Redemptori Gott dem Sohn dem Erlöser, Deo Spiritui Sanctificatori Gott dem Geist dem Heiligenden. Die Inschrift auf der südwestlichen Seite: Tibi Regi Soeculorum Immortali: Uni In Essentia Et Trini In Personis, Deo Infinite Bono, Aeterno Et Immenso, Cuius Dexterae Omnia Sunt Possibilia, Cuius Sapientiae Nihil Est Absconditum, Cuius Providentia In Sua Dispositione Non Fallitur, Cuius Maiestate Impletur Universum, Cuius Misericordia Super Omnia Opera. (Dir, dem unsterblichen König der Zeiten, einer im Wesen und drei in der Person, dem Gott: dem unendlich Guten, dem Ewigen und Unermesslichen, für dessen rechte Hand alles möglich ist, dessen Weisheit nichts verborgen bleibt, dessen Vorsehung in ihren Anordnungen nicht irrt, durch dessen Erhabenheit das Universum erfüllt wird, dessen Barmherzigkeit über allem Handeln ist). Auf der Nordseite, dem Petersplatz zugewandt, befindet sich folgende Inschrift: Tibi, inquam, Sanctissimae ac Individuae Trinitati: Ego Leopoldus Humilis Servus Tuus Gratias ago, Quas Possum, Maximas Pro Aversa Anno .MDCLXXIX. Per Summam Benignitatem Tuam Ab Hac Vrbe Et Avstriae Provincia, Dirae Pestis Lue: Atque in Perpetuam Debitae Gratitudinis tesseram, Praesens Monumentum Demississime Consecro (Dir, der heiligsten und unteilbaren Dreifaltigkeit: Ich Leopold, dein demütiger Diener, ich danke dir, so sehr ich nur kann, dafür, dass im Jahr 1679 durch deine höchste Güte die unheilvolle Pestseuche von dieser Stadt und dem Land Österreich abgewendet wurde: und als ständiges Zeichen der gebührenden Dankbarkeit widme ich dir untertänigst dieses Denkmal). Folgende Inschrift befindet sich an der dem Stephansplatz zugewandten Ostseite: Suscipe Clementissime Deus, Servi Tui Demisse Te Adorantis Vota: Et Me, Coniugem, Liberos, Domumque Meam: Populos Et Exercitus Meos: Regna Ac Provincias: Continua Misericordiae Tuae Protectione Guberna, Custodi, Defende! Ita VoVI: anno DoMInI saLVatorIs NostrI IesU ChrIstI (Nimm an, gütigster Gott, die Gelübde deines Dieners, der dich demütig anbetet: Und mich, meine Gattin, meine Kinder und mein Haus, meine Völker und Heere, Reiche und Provinzen: Lenke, bewache, verteidige im immerwährenden Schutz deiner Barmherzigkeit! So habe ich gelobt im Jahre [1679] des Herrn, unseres Erlösers Jesu Christi). [47]

Auch wenn Politiker wie Angela Merkel und Norbert Röttgen (Merkels Liebling und Kanzlerkandidat), die Türkei immer noch in Schutz nehmen, hat die Europäische Union wegen der Öl- und Gasbohrungen der Türkei vor der zyprischen Küste erstmals Sanktionen verhängt. "Betroffen sind ein Vizepräsident des türkischen Mineralölkonzerns TPAO und ein stellvertretender Abteilungsleiter; beide sollen für die aus EU-Sicht illegalen Explorationen verantwortlich sein. Sie dürfen nun nicht mehr in die EU einreisen; falls sie dort Vermögenswerte haben, werden diese gesperrt. Der TPAO-Konzern hat derzeit zwei Bohrschiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Republik Zypern im Einsatz."  [48]

Militärische Unterstützung soll es jedenfalls keine geben für die Türkei, sondern nur für Griechenland und Bulgarien damit sie eine Invasion der muslimischen Flüchtlinge abwehren können. "Griechische Grenzschützer hinderten Hunderte Flüchtlinge am Übertreten der Grenze; die Polizei setzte laut Medienberichten Pfefferspray und Tränengas ein. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schrieb auf Twitter: „Kein illegaler Grenzübertritt wird geduldet“. Bulgariens Regierungschef Boyko Borissow teilte mit, an der Grenze zur Türkei sei Gendarmerie stationiert worden. Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow kündigte an, man werde tausend Soldaten an die Grenze verlegen. Zwei Gruppen von Migranten seien bereits daran gehindert worden, ins Land zu gelangen." Schließlich handelt es sich bei türkischen Militärs in der Regel um Kriegsverbrecher wie Verteidigungsminister Hulusi Akar, der stellvertretende Generalstabschef Ümit Dündar und der Kommandeur der Luftwaffe Hasan Kücükakyüz;  sie koordiniern in einem Kommandozentrum nahe der Grenze zur syrischen Provinz Idlib das militärische Vorgehen der türkischen Armee. Zusammen mit Erdogan fordern sie, wie es in der Geschichte der türkischen Kriegsverbrecher schon immer der Fall war, dass sich das zu erobernde Land aus seinem eigenen Land zurückziehe, d.h. dass die Türkei Syrien auffordert, "sich von seinem eigenen Territorium zurückzuziehen."  Nun zeigt sich auch, dass es ein Fehler ist, die von Islamisten geführte Türkei in der Nato zu halten. "Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte eine Sitzung gemäß Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt. Der sieht vor, dass die Vertragsparteien einander konsultieren, „wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist“. Es war das sechste Mal in der Geschichte der Allianz, dass ein Treffen auf dieser Grundlage stattfand, schon zum fünften Mal auf Wunsch der Türkei." Zu dem 2015 vereinbarten Paket gehört dem Vernehmen nach aber auch „Air Policing“ zur Kontrolle des türkischen Luftraums. "Dazu war jedoch kein Verbündeter bereit, nachdem die Türkei im Oktober 2015 ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen hatte, das kurzzeitig in ihren Luftraum eingedrungen war. Die anderen Staaten wollten sich nicht in einen direkten Konflikt mit Russland ziehen lassen – und daran hat sich bis heute nichts geändert." Zudem wird angenommen, dass der türkische Präsident  "über Hintertüren im System militärische Geheimnisse ausforschen" könnte um sie an andere islamistische Staaten weiter zu geben. "Washington weigerte sich deshalb, Ankara sein modernstes Kampfflugzeug F-35 zu liefern." Die deutsche Merkel-Regierung stellte sich im eskalierenden Konflikt zwischen der Türkei und den von Russland unterstützten syrischen Truppen an die Seite Ankaras. Außenminister Heiko Maas, der hauptsächlich als Moddel für Modefirmen auftritt, "hatte zuvor schon im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York die russische Seite für die Lage im Norden Syriens verantwortlich gemacht," obwohl der einzig die türkische Seite für die Lage verantwortlich ist. Das wird vor allem auch von Außenpolitikern aus den Reihen der Unionsfraktion verkannt  Merkels Liebling, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen, hat, wie alle Merkel-Lieblinge, Probleme mit der Logik und meint, die Türkei sei komplett unschuldig, obwohl es jetzt endlich zu einer klaren Verurteilung und echtem Druck auf die Türkei kommen müsste. Die Regierung in Moskau zeigt sich auf jeden Fall entschlossen, "die Rückeroberungsoffensive ohne Rücksicht auf die Türkei fortzusetzen", schließlich unterstützen die Türken Terroristen. „Mit Terroristen darf es keine Kompromisse geben“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seinem luxemburgischen Amtskollegen Jean Asselborn in Moskau. Lawrow sprach Assads – und damit auch Russlands – Streitkräften das „volle Recht“ zu, „Terroristen niederzuschlagen“, wozu auch Türken zählen. Kürzlich eroberten von der Türkei unterstützte terroristische Moslemmilizen eine Stadt zurück. "Auf in sozialen Netzwerken verbreiteten Fotos sind Jubelszenen der dschihadistischen Miliz Ahrar al Scham auf dem zentralen Platz von Saraqib zu sehen. In der Nähe von Saraqib soll dann auch der Vergeltungsschlag auf eine Nachschubbasis der türkischen Armee erfolgt sein. Russland, das die Lufthoheit über Idlib hat, begründet das Vorgehen seines syrischen Partners damit, dass islamistische „Terroristen“ Saraqib erobert hätten. Russland könnte die Türkei aus den Regionen in Nordsyrien vertreiben, .also aus der Provinz Afrin, die Region um den Euphrat bei Al Bab sowie den Landstreifen zwischen Tall al Abyad und Ras al Ain. Die mit Marschflugkörpern bewaffneten russischen Fregatten „Admiral Makarow“ und „Admiral Grigorowitsch“, die schon mehrfach an Militäroperationen in Syrien teilgenommen hatten, passieren ungehindert Bosporus und Dardanellen in Richtung Mittelmeer. Auch die Einnahme Konstantinopels für Griechenland wäre denkbar, schließlich besetzen die Türken immer noch einen Teil Zypern - mit Billigung der Nato. "Auch das zeigte, dass Moskau offenkundig alle Fäden in der Hand hält" was das Zurückdrängen der Türken betrifft. Den harten Kurs hatten Russlands Verteidigungsministerium und das Staatsfernsehen zuletzt mit Vorwürfen an die Türkei begleitet: "Deren Soldaten unterstützten die Aufständischen mit Artillerie, bewaffneten Drohnen und schultergestützten Luftabwehrraketen, mit denen „türkische Spezialisten“ auf syrische und auch russische Kampfflugzeuge schössen." Nur Merkel will 25 Millionen Euro aus der Portokasse in Erdogans Kriegskasse fließen lassen. "Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat mit dem Feuer gespielt. Jetzt brennt es lichterloh. Denn die türkische Armee liefert sich einen direkten militärischen Konflikt mit syrischen Truppen und einen indirekten mit russischen." Der sogenannte "Verrückte vom Bosporus" wird von Merkel-Deutschland gefördert, obwohl er nicht in der Lage ist seine Grenzen zu sichern. [49]

Griechenland hat mehr als 10000 Personen an der griechisch-türkischen Landgrenze in Thrakien von einem Grenzübertritt abgehalten. Das teilte das Migrationsministerium in Athen mit. Unter anderem setzte die griechische Polizei Tränengas ein, um mehrere tausend Personen daran zu hindern, über den bereits geschlossenen Grenzübergang griechischen Boden zu betreten. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis berief Anfang März 2020 eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. Er hatte zuvor angekündigt, Griechenland trage an dem Krieg in Syrien keine Schuld und werde daher auch nicht für die Folgen der Entscheidungen Dritter aufkommen. Laut Angaben der Vereinten Nationen harren derzeit etwa 13000 Migranten auf der türkischen Seite der Grenze aus. Die Regierung in Athen warf der Türkei vor, Migranten mit falschen Informationen dazu zu bewegen, nach Griechenland zu kommen. Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex sagte Griechenland zusätzliche Unterstützung an der Landgrenze zur Türkei zu. Man werde Ausrüstung und Grenzschutzbeamte von anderen Orten abziehen und dorthin verlegen. Österreich kündigte an, es sei bereit, Griechenland und Bulgarien beim Schutz der EU-Außengrenzen zu unterstützen, etwa durch die Entsendung zusätzlicher Polizisten. Doch sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz: „Wenn der Schutz der EU-Außengrenze nicht gelingen sollte, dann wird Österreich seine Grenzen schützen.“ Eine Situation wie 2015 „darf sich keinesfalls wiederholen“. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, der das selbstständige Denken vollständig aufgegeben hat, will zusammen mit Angela Merkel und Annalena Baerbock von den Grünen die Politik Erdogans unterstützen und weiterhin in seine Kriegskasse einzahlen; auch das unsinnige Schleuser-Abkommen zwischen der EU und der Türkei vom März 2016 wollen sie beibehalten, obwohl es nie funktioniert hatte. "Einige Staaten argumentierten, man dürfe Recep Tayyip Erdogan für seine Alleingänge nicht belohnen." Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock will "nicht nur finanzielle Hilfen für die Türkei" sondern Baerbock sprach sich auch "dafür aus, Kontingente von Migranten auf die EU-Staaten zu verteilen", vor allem auf Deutschland ähnlich wie 2015, weshalb sie empfiehlt: „Deutschland sollte vorausschauend seine eigenen Kapazitäten an Flüchtlingsunterkünften wieder aktivieren.“ Die Grünen-Chefin, bekannt dafür, dass sie reden kann ohne nachzudenken ("unbedachte Äußerungen"), fordert quasi erneut „eine unkontrollierbare Grenzöffnung." Dabei gibt es nur eine Lösung: „Grenzen dicht, sofort“ [50] 

Die Migrations- und Flüchtlingskrise an Europas Außengrenzen hat sich in einem Maße zugespitzt, das Erinnerungen an ihren bisherigen Höhepunkt in den Jahren 2015/16 wach werden lässt. Schauplatz ist nunmehr das Dreiländereck von Bulgarien, der Türkei und Griechenland in Thrakien vor den Toren der türkischen Stadt Edirne. Es ist klar, "dass die Migrationsströme von der Türkei politisch gesteuert werden", also vom AKP-Terrorregime in Ankara. Das macht sich "auch darin bemerkbar, dass mehrere tausend Migranten, die mit Taxis und Bussen aus Istanbul Richtung Edirne aufbrachen, sich von dort aus alle der griechischen Grenze zuwenden." In Griechenland hat sich Ministerpräsident Mitsotakis für einen harten Kurs an der Landgrenze entschieden. In Athen in der Villa Maximos, dem Sitz des Ministerpräsidenten, hatte er außer Innenminister Michalis Chrysochoidis auch Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos sowie den Generalstabschef der Armee zitiert. Wie auch in Bulgarien, wo die Entsendung von Armeeeinheiten an die Grenze angekündigt wurde, geht es nun um die Militarisierung von Europas Außengrenzen. Die islamischen Flüchtlinge sollten unbedingt vom Betreten griechischen Bodens abgehalten werden, und zwar auch mit Gewalt, wie der dann folgende Einsatz von Tränengas und Blendgranaten zeigte. Ein Regierungssprecher: „Wir haben gehalten und unsere Grenzen, die auch EU-Grenzen sind, beschützt.“ An die achtzig Migranten, die es dennoch auf griechisches Territorium geschafft hätten, seien verhaftet worden. Von diesen seien 17, allesamt Afghanen, wegen illegalen Grenzübertritts zu Haftstrafen von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Der Regierungssprecher kündigte zudem den Einsatz von mehr als fünfzig Kriegsschiffen in der Ägäis vor der türkischen Küste an. Auf den griechischen Inseln hat sich unterdessen die ohnehin seit Wochen angespannte Stimmung der lokalen Bevölkerung nochmals verschärft. Gemeldet wurden Angriffe auf „Flüchtlingshelfer“ sowie Mitarbeiter der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR. Von Lesbos wurde zudem berichtet, Bewohner der Insel hätten versucht, neu ankommende Migranten daran zu hindern, aus ihren Booten auszusteigen. Vor dem berüchtigten Aufnahmelager Moria auf Lesbos bildete sich eine Menschentraube, um neue Ankünfte zu verhindern. Von der Leyen sicherte Griechenland und Bulgarien weitere Unterstützung zu, auch an der Landgrenze zur Türkei. "Die Alarmstufe für alle EU-Grenzen zur Türkei wurde auf „hoch“ gesetzt." Der Kriegsverbrecher Erdogan "missbraucht die Migranten als Drohkulisse für Europa. Er lockt sie mit falschen Versprechen ins Tränengas und lässt sie das letzte Geld für eine Reise ins Nirgendwo ausgeben. Er tut das aus zwei Gründen: Er beschwichtigt damit all jene Türken, die schon länger Unmut gegen die vielen Syrer im Land hegen. Und er will von seinem hausgemachten Desaster in Syrien ablenken... Es zeigt sich immer mehr, dass Erdogan sich in Syrien in eine Sackgasse manövriert hat, ... ein Zickzackkurs in Syrien macht den Präsidenten unglaubwürdig. Einerseits paktiert er mit brutalen Islamisten, andererseits kauft er russische Raketen und verprellt für seinen Flirt mit Moskau die Nato." Nun steht Erdogan unter enormen Druck. Er führt einen direkten Krieg mit Syrien und einen indirekten mit Russland. Geld allein reicht nicht, um eine humanitäre Krise zu verhindern. Gefordert werden "europäische Flüchtlingslager auf türkischem Boden." Besser wäre eine Schutzzone entlang der türkischen Küste auf türkischem Boden. Auch Istanbul, die Dardanellen und Nordzypern könnten durch eine internationale Schutztruppe - auch unter Einbindung Russlands - besetzt werden. [51]

Mit einem Terror-Regime, seien es nun die Taliban in Afghanistan oder die AKP-Islamisten in der Türkei, können keine vernünftigen Verhandlungen geführt werden, das zeigt das Abkommen zwischen Amerika und den Taliban wie die 
russische Zeitung „Moskowski Komsomolez“ schreibt: „Die Vereinigten Staaten verziehen sich aus Afghanistan. Dabei hat Washington noch vor nicht allzu langer Zeit Moskau ,geopolitisches Rowdytum‘ vorgeworfen, weil russische
Diplomaten angeblich geheime Verhandlungen mit der in Russland verbotenen Taliban-Bewegung geführt hätten. Mit dem nun unterzeichneten Abkommen zwischen Amerika und den Taliban ist aber der wahre Ansatz dieses amerikanischen Vorgehens klargeworden. Die Administration von Präsident Trump hat selbst verhandelt mit der terroristischen n Gruppierung, die große Teile Afghanistans kontrolliert. Die Vereinigten Staaten verlassen also ein Land, in dem sie schon seit langer Zeit nichts mehr erreicht haben. Es ist eine Flucht mit eingezogenem Schwanz. Wo ist denn die funktionierende moderne afghanische Regierung, für deren Schaffung Washington Milliarden Dollar ausgegeben hat? Stattdessen gibt es eine blühende massenhaft bewaffnete Bewegung mit einer mittelalterlichen Weltsicht. ... Ganz sicher haben wir (in Russland) kein Recht, das zu moralisieren. Die Amerikaner haben zwar dieselben Fehler gemacht wie einst die Sowjetunion in Afghanistan – aber mit deutlich weniger Verlust.“ [52]

Das ist der neue Kurs Athens nach dem Zusammenbruch des EU-Türkei-Abkommens (eines von Merkels sinnlosen Projekten). Athen hat das Asylrecht in Griechenland außer Kraft gesetzt, zunächst für einen Monat. Anträge werden nicht mehr angenommen. Wer dennoch ins Land kommt, soll entweder wegen illegalen Grenzübertritts zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt oder sofort an der Grenze abgewiesen werden. In Kastanies wird hoher Besuch erwartet: Mitsotakis, der um seine bisher guten Umfragewerte fürchten muss und schon seit dem Morgen das Grenzgebiet inspiziert, erwartet EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel, den europäischen Parlamentspräsidenten David Sassoli und Andrej Plenkovi, den Regierungschef Kroatiens, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Die sichtbaren Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, und viele für Laien unsichtbare Vorsichtsmaßnahmen von Grenzschutz-Diensten dürften dazukommen. "Im gesamten Grenzgebiet ist Militär unterwegs. Weit ausrücken müssen die Soldaten nicht, denn es gibt mehrere Kasernen und Militärstützpunkte in der Gegend.  Anders als Deutschland hat Griechenland nicht den Luxus, nur an Länder zu grenzen, von denen keine Gefahr droht." Mitsotakis nennt die Migrationskrise eine „asymmetrische Bedrohung“, nutzt also eine Formulierung, die sonst meist auf die Gefahren des Terrorismus gemünzt wird, schließlich geht es auch um das AKP-Terror-Regime in der Türkei . Es gehe längst nicht mehr um Flüchtlinge, sondern um einen offenkundigen Versuch der Türkei, zur Durchsetzung geopolitischer Ziele verzweifelte Menschen auszunutzen. "Meine Pflicht ist es, die Souveränität meines Landes zu verteidigen.“ Ursula von der Leyen sagte zu, Europa werde Griechenland nicht im Stich lassen. So werde die EU-Grenzschutzbehörde Frontex weitere hundert Beamte entsenden, zudem sechs Patrouillenboote, zwei Hubschrauber, ein Flugzeug und drei Fahrzeuge mit Wärmebildkameras. Die EU will Griechenland 700 Millionen Euro an Finanzhilfe zur Verfügung stellen. [53]

Es befinden sich schon jetzt nach Zahlen von UN-Organisationen schätzungsweise mehr als 115000 muslimische Migranten in den Staaten des westlichen Balkans und suchen nach Wegen nach Nordwesten. Die ungarische Regierung veröffentlichte zudem Zahlen, die auch einen erhöhten Druck auf den ungarischen Grenzzaun belegen. Allein in den ersten beiden Monaten 2020 habe es 6500 Versuche gegeben, die Grenze illegal zu überqueren. 2019 seien es im gleichen Zeitraum 1500 gewesen, im Jahr davor 1300. Die Antwort des österreichischen Innenministers lautet, gerade das Eigeninteresse jedes Landes werde dazu führen, dass es seine eigene Grenze energisch schütze, angefangen mit Nordmazedonien. „Je mehr Deutschland und Österreich ihre Grenzen schützen, umso stärker ist der Anreiz, dass auch sie ihre Grenzen schützen.“ Mit anderen Worten, Österreich setzt wieder auf den „Dominoeffekt“, auf den es seit 2016 die angebliche „Schließung der Balkan-Route“ zurückführt, das politische Markenzeichen des damaligen Außenministers und heutigen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Kurz machte denn auch klar, dass er sonst einen umgekehrten Dominoeffekt befürchtet. Er sagte nach einer Sitzung der zuständigen Regierungsmitglieder: Wenn man zulasse, dass jetzt „Zehntausende Menschen die Europäische Union stürmen, dann werden Hunderttausende nachkommen“. Schuld an der Situation sei allein der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der diesen „Angriff“ gezielt geplant habe. „Es ist eine türkische Aktion. Wenn wir nachgeben, dann ist das Europa ohne Grenzen nach innen Geschichte.“ Anders als Merkel sagt er „Geld in die türkische Kriegskasse kann es von Seiten der EU nicht geben.“ [54]

Ähnlich wie in Nordzypern oder Syrien entsendet die Türkei Uniformierte an die Grenze zu Griechenland. Ziel sind auch hier neue Eroberungsfeldzüge. Die Türkei hat Anfang März 2020 nach Aussage ihres Innenministers und Koranschülers "Süleyman Soylu 1000 zusätzliche Sondereinsatzpolizisten an ihre Landgrenze zu Griechenland verlegt." Um von den Kriegsverbrechen der Türken abzulenken erdreistet er sich zu sagen: "Ankara plane, das Nachbarland wegen dessen Grenzschließung vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen." Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis teilte mit, die Festgenommenen seien zunächst in die nordgriechische Stadt Serres gebracht worden. Von dort aus sollten sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Nach Athener Darstellung wurden in den vergangenen fünf Tagen fast 35000 Versuche illegaler Grenzübertretung abgewehrt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat von der Europäischen Union mehr Geld gefordert für seine Kriegskasse gefordert. Die EU fördert Koranschulen, in die etwa 640000 Kinder gehen. "Die Familien dieser Kinder werden seit Mitte 2017 von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Sie bekommen zum Beginn jedes Halbjahres 100 türkische Lira pro Kind, umgerechnet 15Euro. Je nach Alter kommen alle zwei Monate fünf bis zehn Euro hinzu." Ein anderes Programm heißt „Soziales Sicherheitsnetz
in einer Notlage“. Es ist das größte humanitäre Hilfsprogramm, das die Europäische Union jemals aufgelegt hat. Mit 1,7Milliarden Euro ist es zugleich der größte Einzelposten der gesamten Hilfe für die Türkei. Die bedürftigsten und am meisten gefährdeten Menschen – derzeit sind das 1,7Millionen – bekommen jeden Monat umgerechnet 18 Euro auf eine Kreditkarte überwiesen. "Mehrere Staaten, Frankreich eingeschlossen, wendeten ein, man dürfe Erdogan für seine politischen Alleingänge in Syrien nicht belohnen. Zypern verlangte, erst müsse Ankara die Öl- und Gasbohrungen vor seiner Küste einstellen." Diese 1,7Milliarden Euro gehen indirekt an Erdogan, da er nun das Geld, das er für Flüchtlinge aufgewendet hätte, für seine Kriegskasse verwenden kann.  Da Bundeskanzlerin Merkel immer noch im Amt ist, hat sie "sich schon dafür starkgemacht, der Türkei mehr Geld zukommen zu lassen." Auch Außenminister Heiko Maas unterstützt sie dabei und sagt: „Die EU muss die Anstrengungen der Türkei bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten weiterhin auch verstärkt finanziell unterstützen.“ Dadurch gilt Merkel-Deutschland als das Land, "das sich vom türkischen Präsidenten erpressen lässt."
 
 
 
 
 

Anmerkungen

*) 20 Millionen Muslime in Russland bedeutet nicht, dass es tatsächlich soviele gibt. Diejenigen, die den Islam wieder verlassen oder zum Christentum konvertieren, sobald sie ausgebildet sind, werden von dieser Summe nicht wieder abgezogen. Gezählt werden meistens Babies, Analphabeten und geistig Minderbemittelte, die nicht selbstständig denken können und deshalb nicht einsehen, dass der Islam in Europa schon seit der Romanik, spätestens seit der Renaissance nicht als Religionsgemeinschaft sondern allenfalls als Sekte angesehen wird. 
[1] Siehe Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 543 Deutscher Idealismus, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 510 Schelling: Philosophie der Offenbarung, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 554 Friedrich Hölderlin, Nr. 556 - Torquato Tasso, Nr. 557 - Ariosto, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Mehr dazu in den Kursen Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre, Nr. 512 Novalis. Akademie der Kunst und Philosophie
[3] 2. Tess. 2,3; 1. Kor. 15; über die Bedeutung Russlands im Zusammenhang mit dem Engelsfürsten Michael und Christus: "Noch ist das ein Prozess in der geistigen Welt. Gleichsam kämpft auf dem Plane, der angrenzt an unsere Welt, Michael für das Herannahen des Christus. Er braucht seine Scharen, seine Kämpfer dazu. Nun werden wichtige Kämpfer ihm geliefert, wichtige Scharen aus denjenigen Seelen, die in der jetzigen Inkarnation durch einen russischen Leib gegangen sind. So dass wir geradezu in der geistigen Welt auf eine Art von Eroberungszug des Michael für das Herannahen des Christus blicken können... Damit er nicht erscheint in falscher Gestalt, in subjektiver Menschheitsimagination, damit er erscheint im richtigen Bilde, muss Michael den Kampf kämpfen, den ich angedeutet habe. Er kann ihn ganz besonders durch diejenigen Seelen bekämpfen, die naturhaft in sich dieses Angelosbewusstsein tragen. Dadurch sind sie besonders präpariert." (Rudolf Steiner: Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt, das russische Volkstum. GA 158, Dornach/Schweiz, 1968/1993); Ders.: Perspektiven der Menschheitsentwicklung. GA 204, Ib., 1921/1979; Ders.: Inneres Wesen des Menschen. GA 153, Ib., 1914/1995; Ders. Der Tod als Lebenswandlung. GA 182; sieben Vorträge 1917/1918. Ib. 1998; Ders.: Das Sonnenmysterium. GA 211, zwölf Vorträge 1922, Ib. 2006; Ders.: Die geistige Vereinigung der Menschheit durch den Christus-Impuls. GA 165, dreizehn Vorträge 1915/16, Ib. 2006; vgl auch Anm. 2; zu: man beugt entweder der Krankheit vor oder findet in sich die Wege zu den Heilkräften vgl. auch Kurs Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung; zur modernen Theologie vgl. Kurs Nr. 512 Novalis. Ib.
[4] Science Review Letters 2018, 17, Nr. 907; 2017, 16, Nr. 787 und FAZ 2018, Nr. 99, p. 9; 2017, Nr. 33, p. N3;FAS 2018, Nr. 18, p. 5; Georgi Schewkunow (Bischof Tichon) & Kerstin Holm 2018: Wir sind Christen! Frankfurt a.M., Moskau; Reinhold Neumann-Hodiz 1988: Peter und Katharina. Er begründete und sie mehrte den Ruhm des Russischen Reiches. In: Hans-Joachim Gyorffy, Rolf Hosfeld et al. Leningrad. Hamburg; zum Christentum im Gegensatz zum Islam vgl. auch Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Dostojewskij, Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 559 - Wolfram von Eschenbach, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 512 Novalis, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[5]  Ib.
[6]  Ib.
[7] Zu Alexander von Humboldt siehe auch Kurse Nr. 550 Dostojewskij und Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[8] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 616 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 166, p. 20; p. 2; siehe auch Kurse Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Ib.
[9] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 78, p. 1-2, 8, 18 und Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 550 Dostojewskij, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre. Ib.
[10] "Ein christliches Ehepaar aus dem Iran bekam vom afghanischen Heimleiter in Berlin nicht einmal ein Bett, es musste lange auf dem Boden schlafen. Erst als diese demütigende Schlafstatt und ihre christlichen Gegenstände wie Bibel und Osterkerzen zerstört wurden, holte man sie dort heraus. Ein junger Konvertit wurde Tag und Nacht mit Korangesängen beschallt. Er versuchte schließlich, sich das Leben zu nehmen, und konnte nur knapp gerettet werden. Nicht nur einmal waren Flüchtlinge in ihrem Heim wieder mit jenen Peinigern konfrontiert, vor denen sie aus Irak oder Syrien geflohen waren. Man zwang einige sogar, sich Enthauptungsvideos anzuschauen und an den muslimischen Gebeten teilzunehmen. Frauen wurden verhöhnt und bedrängt, weil man sie auf dem Sklavenmarkt der IS-Hochburg Rakka gesehen hatte - unter den Vergewaltigten, Versklavten. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen." Lord Weidenfeld schrieb für die "Welt": „Vergesst die Christen nicht!“. Der Verleger hatte 2015 gemeinsam mit jüdischen Organisationen und Philantropen ein Netzwerk gegründet, um orientalische Christen zu retten. Es arbeitet inzwischen sehr erfolgreich mit christlichen Menschenrechtsorganisationen zusammen. George Weidenfeld appellierte an die Gesellschaften Europas, sich an dieser Aktion zu beteiligen, weil die Christenverfolgung vor allem im muslimischen Nahen Osten immer grausamer und effizienter werde. Wenig später, im April, diskutierten Berliner Verwaltungen und Politiker den „Masterplan Integration“. Es soll einiger nachdrücklicher Stellungnahmen und Interventionen von Menschenrechtsorganisationen bedurft haben, bis die in den vermeintlich „sicheren Hafen“ der deutschen Hauptstadt geflüchteten Christen in die Gruppe der besonders Schutzwürdigen aufgenommen wurden. Die Antidiskriminierungsstelle zählt diese bedrängte Minderheit ebenfalls nicht zu jenen Gruppen, die als „besonders vulnerabel und schutzwürdig“ eingestuft werden. Dieser erste Lagebericht endet mit dem Stichtag 15. April; "doch gingen seitdem immer mehr ausgefüllte Fragebögen ein, sagte gestern Markus Rode, Vorstand von Open Doors Deutschland. Die erschütternden Berichte aus dieser ersten deutschlandweiten Erhebung unter orientalischen Christen seien nur die Spitze des Eisberges. Denn vielen Schikanierten fehle inzwischen der Mut, sich noch einmal zu öffnen und zu reden. Sie hätten, sagten Vertreter der Hilfsorganisationen, schon zu oft erlebt, dass nichts geschehe, um ihr Leid zu lindern. Schlimmer noch: Sobald bekannt werde, sie hätten geredet, würden die Übergriffe noch intensiver, ohne dass Behörden einschritten. Fast alle Befragten gaben an, häufig von muslimischen Flüchtlingen angegriffen zu werden, aber auch muslimische Wachschützer sind beteiligt. Viele schwiegen zudem aus Furcht vor Verrat, aus Sorge um die Familien daheim, die dort untergetaucht sind. „In den Lagern herrscht ein Klima der Panik und der Angst“, sagt Markus Rode. ... Wie kann es sein, dass sich in unserem Land, wo Hunderttausende ihre „Willkommenskultur“ monatelang feierten und jeden angifteten, der auf offensichtliche Probleme hinwies, ein solcher Skandal ohne nennenswerte Gegenwehr entwickelte? Muss erst auch Deutschland im jährlichen Weltverfolgungsindex als unsicherer Ort für orientalische Christen auftauchen, bis sich etwas tut?" (Mönch, R. 2016: Vergesst die Christen nicht. Verkehrte Flüchtlingspolitik. Orientalische Christen werden hierzulande bedroht und verletzt – zum Teil von jenen muslimischen Peinigern, vor denen sie nach Deutschland geflohen sind. Frankfurt a.M.), siehe auch Anm. 1
[11] vgl.Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre; Ib.; Frankfurter Allgemeine Zeitung 2016, Nr. 78, p. 1-2, 8, 18
[12] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 630 und Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 207, p. 5; siehe auch Anm. 9
[13] Hofstätter, H.H. et al. 1975: Kunstgeschichte. Von den Anfängen bis zum frühen Mittelalter. Stuttgart; Science Review Letters 2018, 17, Nr. 921 und FAZ 2018, Nr. 135, p. R4; zum falschen Gott des Islams vgl. Kurse Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher II, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 500 Thomas von Aquin:Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante .Ib.
[14] vgl.Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre; Ib.;Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 222, p. 7
[15] vgl.Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre; FAS 2015, Nr. 37, p. 4
[16] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2015, Nr. 286, p. 2
[17] Science Review Letters 2015, 14, Nr. 616 und FAZ 2015, Nr. 166, p. 20; p. 2; siehe auch Anm. 9
[18] Christus ist die Achse der Weltgeschichte. "Zu ihm hin und von ihm her geht der Gang der Dinge bis zum Weltgericht." Für eine empirische Betrachtung liegt die Achse der Weltgeschichte in den Jahrhunderten 800 bis 200 v.Chr. Es ist die Zeit von Homer bis Archimedes, die Zeit der grossen alttestamentlichen Propheten und Zarathustras, die Zeit der Upanischaden und Buddhas, von Laotse und Konfuzius.(Karl Jaspers)  Mehr dazu siehe Anm. 1 und Kurse Nr. 568 Nikolaus von Kues / Nicolaus Cusanus / Nicolai de Cusa, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 564 St. Augustinus. Ib.
[19] Siehe Anm. 4
[20] Ib.
[21] Science Review Letters 2017, 16, Nr. 824 und Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)/ Tessa Hofmann 2007: Christliche Minderheiten in der Republik Türkei, Wien; Dr. Tessa Hofmann, Dr. phil., Berlin; promovierte in Slawistik an der Freien Universität Berlin und ist freiberufliche Autorin oder Herausgeberin zahlreicher Publikationen zur Geschichte, Kultur und Gegenwartslage Armeniens und seiner Diaspora, zur Genozidforschung, sowie zu Minderheiten in der Türkei und im Südkaukasus; Hofmann, Tessa (Hg.) Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Christen im Osmanischen Reich 1912-1922. Münster 2004. (Studien zur orientalischen Kirchengeschichte. Bd. 32); Ders.:Der Völkermord an den Armeniern vor Gericht: Der Prozess Talat Pascha Berlin 1921  Wien: Gesellschaft für bedrohte Völker, 1985; Baum, Wilhelm: Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten. Klagenfurt 2005; ders.: Die christlichen Minderheiten der Türkei in den Pariser     Friedensverhandlungen (1919-1923), Klagenfurt 2007; Kieser, Hans-Lukas; Schaller, Dominik J. (Hg.): Der Völkermord an den Armeniern und die Shoah. Zürich 2000; Reiss, Wolfram: Education for religious tolerance in the Middle East: Main conclusions and findings of a German research project on school textbooks in the Middle East. Oslo, 2004. Vgl. auch Kurse Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[22] Ib.
[23] Ib.
[24] Science Review Letters 2018, 17, Nr. 932 und FAZ 2018, Nr. 202, p. 3; Nr. 173, p. 10
[25] Ib.; zur "Schutzverheißung für Islamisten" in Merkel-Deutschland und Merkel & Macron-Europa vgl. Kurse Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur, Nr. 544 Staats- und Rechtslehre; Ib.
[26] FAZ 2019, Nr. 12 
[27] Science Review Letters 2019, 18, Nr. 999 und FAZ 2019, Nr. 71 
[28] Ib.
[29] Ib.
[30] Ib.; zu Nikolaj Berdjajew vgl. Abschnitt und Anm. 4
[31] Ib.
[32] Ib.
[33] Science Review Letters 2019, 18, Nr. 1027 und S. Rushdie 2012: Joseph Anton. A Memoir / Die Autobiographie. Random  House, New York; deutschsprachige Ausgabe C. Bertelsmann, München, übersetzt von Verena von Koskull und Bernhard Robben 
[34] Ib.; zu: Denn die ganz anders geartete Pseudo-Philosophie des radikalen, so rasch an Macht gewinnenden Islam schmähten den marxistischen Gedanken, dass allein die Ökonomie von entscheidender Bedeutung sei und der ökonomische Konflikt, wie er im Klassenkampf zum Ausdruck komme, die beste Erklärung dafür böte, wie die Dinge fünktionierten. Besser man hält sich an Hegel und Fichte, als an Karl Marx oder die Frankfurter Schule, denn falls sich, wie von Hegel behauptet, die Geschichte dialektisch entwickelt, "dann bewiesen der Untergang des Kommunismus und das Erstarken des revolutionären Islam, dass der dialektische Materialismus - Karl Marx' Umdeutung von Hegel und Fichte, der zufolge es sich bei dieser Dialektik um eine des Klassenkampfes handelte - bereits im Ansatz falsch war," vgl. Anm. 33 und Kurse Nr. 545 Sittenlehre, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung; Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 550 Dostojewskij . Ib.
[35] Zu: Nur "toll" gewordene Politiker wie Merkel fördern den Krieg der Türken auch finanziell. Zu diesem Zweck wurde "die zehnte Reise Angela Merkels als Bundeskanzlerin in die Türkei" anberaumt, um die Beziehung zum Kriegspräsidenten Erdogan "weiter zu pflegen", der sich dafür auch artig bedankt: "Erdogan war voll des Lobes für Deutschland und die Kanzlerin." Auch für Koranschulen in der Türkei gibt Deutschland Geld: "Auf der asiatischen Seite des Bosporus eröffneten Merkel und Erdogan dann auch den neuen Campus der Türkisch-Deutschen Universität. Beide waren sich über die Bedeutung dieses Projekts einig. Merkel nannte die Hochschule „ein großartiges Beispiel“ der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Der Campus stehe für Zukunfts- und Weltoffenheit, und die Universität sei „ein Glück für unsere beiden Gesellschaften“, denn nun steht einer weiteren Osmanisierung Deutschlands nichts im Wege. Die 2010 gegründete Koran-Schule bzw. Universität habe 2013 den Lehrbetrieb aufgenommen und pflege eine enge Zusammenarbeit mit Firmen in der Türkei, die Erdogans Feldzug gegen Nicht-Muslime unterstützen. "Partnerschaften bestehen mit 37  Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie mit zahlreichen privaten Unternehmen", die in der Türkei produzieren lassen; Ziel ist es auch diese deutschen Universitäten langsam in türkische Koranschulen umzuwandeln, nachdem deutsche Politiker schon die Gülen-Schulen und -Universitäten gefördert haben. "Rita Süssmuth, heute Präsidentin des Konsortiums der binationalen Hochschulen, ist seit mehr als einem Jahrzehnt die treibende Kraft der Türkisch-Deutschen Universität... Der Rektor der Universität, Halil Akkanat, überreichte Merkel einen kunstvollen osmanischen Handspiegel als Zeichen der persönlichen Wertschätzung, Erdogan aber einen ebenso kunstvollen osmanischen Helm." vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1087 und FAS 2020, Nr. 6; FAZ 2020, Nr. 45; Nr. 39; Nr. 34; Nr. 31; Nr. 29; Nr. 27; Nr. 26; Nr. 23; Nr. 22; Nr. 21; Michael Martens 2020: Über eine Grenze, die es offiziell nicht gibt. Zypern ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Migration nach Europa geworden, Wien, Frankfurt a.M. sowie Kurse Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Ib. 
[36] Ib. 
[37] Ib.; zu: Griechische Freiheitskämpfer wie Alexander Ypsilanti, Theodoros Kolokotronis, Jannis Makryjannis haben die muslimischen Türken erfolgreich aus Griechenland und Europa vertrieben. Heute werden von deutschen Politikern wie Merkel, Seehofer, AKK & Co Moscheen, Koranschulen und höhere Koranschulen (islamische Universitäten) finanziell gefördert und ihre Ausbreitung in Deutschland vorangetrieben. Sogar ehrwürdige Universitäten wie die frankfurter Goethe-Uni werden mehr und mehr von Moslem vereinnahmt. Dort kommt es z.B. zur "Schlägerei bei der Kopftuchdiskussion". Die Studenten der Frankfurter Uni-Asta haben dann nichts besseres zu tun als mit „Studis gegen rechte Hetze“ darüber zu streiten, "was links ist". Kritiker des Islams werden an diesen Unis in die rechte Ecke gestellt. Statt sich mit christlich orientierter Wissenschaft zu beschäftigen, wird nur über die Irrlehre des Islams geredet : Eine Studentin der Philosophie und der Vergleichenden Literaturwissenschaft muss sich seit einiger Zeit den Vorwurf anhören, sie betreibe das politische Geschäft der AfD, indem sie „antimuslimischen Rassismus“ fördere. Jene, die das behaupten, nehmen für sich in Anspruch, die wahren Linken zu sein, wenn sie kopftuchtragende Musliminnen gegen vermutete Bevormundung durch Leute wie diese Studentin in Schutz nehmen. "Diesen Anspruch formulieren sie lautstark und bisweilen, wie es scheint, sogar handgreiflich: Bei der Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Kopftuchs, die Keser als Referentin für Politische Bildung des Frankfurter Uni-Asta moderiert hatte, kam es im Saal zu einer Schlägerei." Bald nach Beginn der Podiumsdiskussion hatten muslimische und linke Störer im Publikum "lautstark Pamphlete verlesen und Schilder hochgehalten, um auf rassistische Attacken gegen Muslime hinzuweisen." Ein typisches Verhalten an dieser Art Unis ist, dass man nicht mit Ideen streitet sondern „angespuckt, getreten, geschubst, geboxt“ wird. Eine Studentin sagt, "seit jenem Abend habe sie Angst, bestimmte Gebäude der Uni aufzusuchen, in denen sie womöglich auf die selbsternannten Antirassisten treffen könnte. Zwar habe bisher niemand sie persönlich bedroht. Jedoch hätten Anhänger der „Studis gegen rechte Hetze“ schon vor der Podiumsdiskussion ein Flugblatt verteilt, in dem ihr eine „islamfeindliche Haltung“ vorgeworfen wird. Dieses Pamphlet sei auch Freunden von ihr in die Hand gedrückt worden" – verbunden mit der Aufforderung, sie, körperlich anzugehen. Man darf nicht einmal in einem Interview mit der „Welt“ sagen: Der Islam sei „eine verdammte Ideologie“. Ohnehin sei „der Islamismus-Begriff in der wissenschaftlichen Diskussion sehr umstritten, weil er nicht klar definiert ist", schließlich geht es um den Islam und dieser ist immer mit Unfreiheit und Terror verknüpft.. Vgl. Anm. 35 ff. und Kurse Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Ib.
[38] Ib.
[39] Ib.; zu: Da die Türken unfähig sind ihre Grenzen zu sichern, soll, zumindest bis eine internationale Schutztruppe die kleinasiatische Küste kontrolliert,  Seebarrieren errichtet werden. Die EU-Kommission prüft, ob die von Griechenland geplanten „schwimmenden Schutzsysteme“ gegen den Andrang islamischer Flüchtlinge rechtmäßig sind. "Die Errichtung von Barrieren an sich verstoße nicht gegen EU-Recht", sagte ein Sprecher in Brüssel. Das griechische Verteidigungsministerium hatte eine Ausschreibung für „schwimmende Schutzsysteme“ veröffentlicht. Diese sollten im „Notfall“ gegen aus der benachbarten Türkei kommende Flüchtlinge eingesetzt werden. Genannt wurden „Barrieren“ oder „Netze“ mit einer Länge von knapp drei Kilometern. Sie sollen einen halben Meter aus dem Wasser ragen und würden damit Boote hindern, sie zu überqueren, vgl. Anm. 35 ff.
[40] Ib.
[41] Ib.
[42] Ib.
[43] Ib.
[44] Ib.; zu: Und soviel zum türkischen Präsident, der seine Grenzen nicht kontrollieren kann und eine islamische Invasion nach Europa und Russland vorbereitet: Kein Staat der Europäischen Union liegt näher an Syrien als Zypern, das sich immer mehr zu einem weiteren Schwerpunkt der irregulären Migration nach Europa entwickelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Asylantragszahlen auf dem Inselstaat kaum 60 Seemeilen westlich der syrischen Küste jeweils fast verdoppelt: von nur 2900 Anträgen 2016 auf 13200 im Jahr 2019. "Das ist im Vergleich mit Staaten wie Deutschland oder Frankreich zwar immer noch ein bescheidenes Aufkommen; nicht aber gemessen an der Einwohnerzahl, denn Zypern hat nur knapp 1,2 Millionen Staatsbürger. Nach Aussage der Regierung in Nikosia hat kein EU-Staat im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Asylbewerber als Zypern. Die steigende Zahl an Geflüchteten und irregulären Migranten hat aber offenbar nur bedingt mit Zyperns geographischer Nähe zum syrischen Kriegsschauplatz zu tun." Das geht aus einer Untersuchung des zyprischen Juristen Nikos Trimikliniotis hervor, der an der Universität Nikosia lehrt. "Etwa 90 Prozent der jüngst irregulär in das Land eingereisten Personen, heißt es in der im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung entstandenen Studie, sei nämlich über eine Grenze gekommen, die es offiziell gar nicht gebe. Das ist die von einem Kontingent aus  UN-Blauhelmsoldaten gesicherte Trennlinie zwischen jenem Teil Zyperns, der von der international anerkannten Regierung in Nikosia kontrolliert wird, und dem seit 1974 von türkischen Soldaten besetzten Norden der Insel. Dort existiert eine sogenannte „Türkische Republik Nordzypern“, die nur von der Türkei anerkannt wird, die dieses Gebilde auch finanziert. Zwischen beiden Teilen liegt eine an einigen Stellen mehrere hundert Meter breite, zum Teil noch verminte Pufferzone, die drei Prozent der Fläche des Kleinstaates einnimmt. Seit 2003 sind jedoch sukzessive acht Übergänge eröffnet worden, unter anderem in der Altstadt von Nikosia, die durch eine Mauer in zwei Teile getrennt ist. Dabei handelt es sich aus Sicht der regulären zyprischen Regierung jedoch nicht um Grenzübergänge, denn völkerrechtlich gesehen liegt schließlich auf beiden Seiten derselbe Staat." Diese Übergänge nutzen Geflüchtete Moslems und Migranten, von denen viele über die Türkei eingereist sind, um auf das Territorium eines EU-Staates zu gelangen und dort einen Antrag auf Asyl zu stellen.Die Bedingungen, auf die sie in Zypern stoßen, sind allerdings nicht wesentlich besser als jene auf den griechischen Inseln in der Ägäis. Zypern setzt ziemlich unverblümt darauf, Moslems durch schlechte Behandlung abzuschrecken. Türken und andere Moslems sollen zurückgedrängt und nicht noch gefördert werden wie in Deutschland. "So werden Familienzusammenführungen fast nicht gestattet, was die Regierung inoffiziell damit begründet, man wolle keinen „Pull-Faktor“ schaffen, also eine Sogwirkung vermeiden." Vgl. Anm. 21 ff., 35 ff. und Kurse Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 624 Byzantinische Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Ib. 
[45] Ib.; zu: Die Türken hatten damals nicht nur die Länder verwüstet (Viktor Hugo) sondern auch regelrecht verpestet, d.h. sie haben die Pest übertragen. Noch in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verbreitet sich die Pest über die Türkei nach Ungarn und Polen, nach Schlesien, Posen, Preußen, Rußland, nach Steiermark, Böhmen und der Lausitz, mit einer verheerenden Welle überschwemmt sie den Süden Frankreichs im Jahre 1721. Dann erfolgt ein weiteres Ebben: Siebenbürgen, Ungarn, Südrussland, Polen, Dalmatien, kurz die der Türkei zunächst liegenden Gebiete stellen sich in dieser Periode (1717 bis 1797) als die Ufer des Pestbezirkes dar. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts walten ähnliche Verhältnisse, nur dass das eigentliche Pestgebiet sich immer mehr einengt und nur durch gelegentliche Durchbrüche (nach der Walachei, nach Griechenland, nach Siebenbürgen, den Küsten Italiens) von der Gefährlichkeit seiner Nachbarschaft Beweise liefert. Nach 1830 endlich lernen wir als einzig von der Pest leidende Gebiete noch die Türkei, Syrien und Aegypten kennen. Die Aegypter sagen, dass ihnen die Pest stets aus der Türkei und Syrien, und die Syrer, dass ihnen die Krankheit immer aus der Türkei gebracht worden ist. Am heftigsten lehnten die Türken es ab, die ursprünglichen Erzeuger und Besitzer der Pest zu sein, wie sie auch heute noch den Genozid an ihrer christlichen Bevölkerung leugnen; zudem spielen sie neue Seuchen wie das aus China und Iran eingeschleppte Coronavirus, das nicht nur durch die türkischen Airlines (Türkish Airlines, Pegasus) u.a. bei Pilger-Massentransporten nach Mekka verbreitet wird, herunter.  In Deutschland tritt das neue Virus vor allem dort auf, wo es große türkisch-islamische Enklaven gibt wie in Bremen, Köln, Frankfurt oder den Bundesländern NRW und Baden-Württemberg, vgl. Anm. 35 ff. und Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Ib.
[46] Ib.; zur Verschleppung der Pest. So hatte z.B. ein junger Kosak, vom Regiment nach seiner Heimat Wetljanka entlassen, seiner Braut einen mitgebrachten türkischen Shawl geschenkt, der die erste Erkrankung in jenem Orte veranlasste. Vor allen anderen Transportmitteln schien stets der Mensch am geeignetsten, die Krankheit zu verschleppen, sei es dass sie an ihm selbst zum Ausbruch kam, sei es dass er gesund blieb und nur Anderen den entwickelungsfähigen Keim mitbrachte. Hören wir die rührende Klage des Italieners de Mussis, welcher mit einem aus der Türkei kommenden Schiff im Jahre 1346 in Genua landete: „Nun war es aber wunderbar, dass, wo auch die Schiffer landeten, überall Alle, die mit ihnen in Berührung traten, rasch dahin starben, gleich als ob Jene von einem verderblichen Hauche begleitet gewesen wären. Weh des Jammers! Wir betraten, nachdem wir gelandet, unsere Häuser. Da schwere Krankheit uns befallen, und von Tausend, die mit uns gereist, kaum noch Zehn übrig waren, so eilten Verwandte, Freunde und Nachbarn herbei, uns zu begrüßen. Wehe uns, die wir die Todesgeschosse mit uns brachten, dass wir durch den Hauch unseres Wortes das tödtliche Gift ausstreuten!“, vgl. Anm. 45 ff.
[47] Ib.
[48] Zu: Auch wenn Politiker wie Angela Merkel und Norbert Röttgen (Merkels Liebling und Kanzlerkandidat), die Türkei immer noch in Schutz nehmen, hat die Europäische Union wegen der Öl- und Gasbohrungen der Türkei vor der zyprischen Küste erstmals Sanktionen verhängt. "Betroffen sind ein Vizepräsident des türkischen Mineralölkonzerns TPAO und ein stellvertretender Abteilungsleiter; beide sollen für die aus EU-Sicht illegalen Explorationen verantwortlich sein. Sie dürfen nun nicht mehr in die EU einreisen; falls sie dort Vermögenswerte haben, werden diese gesperrt. Der TPAO-Konzern hat derzeit zwei Bohrschiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Republik Zypern im Einsatz." Vgl. Science Review Letters 2020, 19, Nr. 1097 und FAS 2020, Nr. 9; FAZ 2020, Nr. 56, Nr. 54, Nr. 53, Nr. 52, Nr. 51; Michael Martens et al. 2020: Mit Tränengas und Kriegsschiffen. Im Dreiländereck von Türkei, Bulgarien und Griechenland spitzt sich die Migrationskrise immer weiter zu, Ankara, Wien, Frankfurt a.M.; Ders. 2020: An der griechischen Grenze zur Türkei demonstrieren Athen und die EU Einigkeit, Kastanies, Frankfurt a.M.
[49] Ib.
[50] Ib.
[51] Ib.; zu: Die Migrations- und Flüchtlingskrise an Europas Außengrenzen hat sich in einem Maße zugespitzt, das Erinnerungen an ihren bisherigen Höhepunkt in den Jahren 2015/16 wach werden lässt. Schauplatz ist nunmehr das Dreiländereck von Bulgarien, der Türkei und Griechenland in Thrakien vor den Toren der türkischen Stadt Edirne. Es ist klar, "dass die Migrationsströme von der Türkei politisch gesteuert werden", also vom AKP-Terrorregime in Ankara. Das macht sich "auch darin bemerkbar, dass mehrere tausend Migranten, die mit Taxis und Bussen aus Istanbul Richtung Edirne aufbrachen, sich von dort aus alle der griechischen Grenze zuwenden." In Griechenland hat sich Ministerpräsident Mitsotakis für einen harten Kurs an der Landgrenze entschieden. In Athen in der Villa Maximos, dem Sitz des Ministerpräsidenten, hatte er außer Innenminister Michalis Chrysochoidis auch Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos sowie den Generalstabschef der Armee zitiert. Wie auch in Bulgarien, wo die Entsendung von Armeeeinheiten an die Grenze angekündigt wurde, geht es nun um die Militarisierung von Europas Außengrenzen. Die islamischen Flüchtlinge sollten unbedingt vom Betreten griechischen Bodens abgehalten werden, und zwar auch mit Gewalt, wie der dann folgende Einsatz von Tränengas und Blendgranaten zeigte. Ein Regierungssprecher: „Wir haben gehalten und unsere Grenzen, die auch EU-Grenzen sind, beschützt.“ An die achtzig Migranten, die es dennoch auf griechisches Territorium geschafft hätten, seien verhaftet worden. Von diesen seien 17, allesamt Afghanen, wegen illegalen Grenzübertritts zu Haftstrafen von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Der Regierungssprecher kündigte zudem den Einsatz von mehr als fünfzig Kriegsschiffen in der Ägäis vor der türkischen Küste an. Auf den griechischen Inseln hat sich unterdessen die ohnehin seit Wochen angespannte Stimmung der lokalen Bevölkerung nochmals verschärft. Gemeldet wurden Angriffe auf „Flüchtlingshelfer“ sowie Mitarbeiter der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR. Von Lesbos wurde zudem berichtet, Bewohner der Insel hätten versucht, neu ankommende Migranten daran zu hindern, aus ihren Booten auszusteigen. Vor dem berüchtigten Aufnahmelager Moria auf Lesbos bildete sich eine Menschentraube, um neue Ankünfte zu verhindern. Von der Leyen sicherte Griechenland und Bulgarien weitere Unterstützung zu, auch an der Landgrenze zur Türkei. "Die Alarmstufe für alle EU-Grenzen zur Türkei wurde auf „hoch“ gesetzt." Der Kriegsverbrecher Erdogan "missbraucht die Migranten als Drohkulisse für Europa. Er lockt sie mit falschen Versprechen ins Tränengas und lässt sie das letzte Geld für eine Reise ins Nirgendwo ausgeben. Er tut das aus zwei Gründen: Er beschwichtigt damit all jene Türken, die schon länger Unmut gegen die vielen Syrer im Land hegen. Und er will von seinem hausgemachten Desaster in Syrien ablenken... Es zeigt sich immer mehr, dass Erdogan sich in Syrien in eine Sackgasse manövriert hat, ... ein Zickzackkurs in Syrien macht den Präsidenten unglaubwürdig. Einerseits paktiert er mit brutalen Islamisten, andererseits kauft er russische Raketen und verprellt für seinen Flirt mit Moskau die Nato." Nun steht Erdogan unter enormen Druck. Er führt einen direkten Krieg mit Syrien und einen indirekten mit Russland. Geld allein reicht nicht, um eine humanitäre Krise zu verhindern. Gefordert werden "europäische Flüchtlingslager auf türkischem Boden." Besser wäre eine Schutzzone entlang der türkischen Küste auf türkischem Boden. Auch Istanbul, die Dardanellen und Nordzypern könnten durch eine internationale Schutztruppe - auch unter Einbindung Russlands - besetzt werden, vgl. Anm. 48 ff.
[52] Ib.
[53] Ib.
[54] Ib.
[55] Ib.
 
 

Zur Philosophie und Kulturgeschichte von Byzanz, des Mittelalters, der Schule von Chartres, der Renaissance, der Aufklärung des Idealismus, der Romantik vgl. Kurse: Nr. 551 G.W.F. Hegel, Nr. 511 J.G.Fichte, Nr. 509 F.W.J. Schelling, Nr. 505 Arthur Schopenhauer, Nr. 531 Platon, Nr. 533 Aristoteles, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 625 Theodorus Abucara, Nr. 624 Byzantinische Wissenschaft / Philosophie, Nr. 623 Johann Ludwig Wilhelm Müller, Johann Wolfgang von Goethe I-II, Nr. 553 Friedrich Schiller I-II, Nr. 554 Friedrich Hölderlin I-II, Nr. 512 Novalis, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 629 Voltaire, Nr. 621 Lord Byron, Nr. 628 Percy Bysshe Shelly, Nr. 619 Franz Werfel, Nr. 588 Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Nr. 550 Fjodor M. Dostojewskij I-II, Nr. 506 Wladimir Solowjew. Nr. 618 St. Ephraim der Syrer, Nr. 617 St. Cyrill von Alexandrien, Nr. 616 St. Gregor von Nazianz, Nr. 613 St. Gregor von Nyssa, Nr. 612 St. Johannes Chrysostomos, Nr. 611 St. Johannes Cassianus, Nr. 609 St. Athanasius der Große, Nr. 605 St. Irenaeus von Lyon, Nr. 604 St. Hildegard von Bingen, Nr. 600 St. Johannes von Damaskus, Nr. 599 St. Petrus Venerabilis, Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 St. Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus I, Nr. 601 St. Augustinus II, Nr. 500 St. Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas: Summa Theologica I., Nr. 502 St.Thomas Aquinas, Sth. I-II, Nr. 582 St.Thomas Aquinas, Sth II-II, Nr. 583 St.Thomas Aquinas, Sth. III, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante Alighieri, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 556 Torquato Tasso, Nr. 552 William Shakespeare II, Nr. 559 Wolfram von Eschenbach, Nr. 560 Walter von der Vogelweide, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 586 Tizian, Nr. 598 El Greco, Nr. 590 Giovanni Bellini, Nr. 587 Andrea Mantegna, Nr. 595 Jan van Eyck, Nr. 626 Luca Signorelli, Nr. 610 Piero della Francesca, Nr. 596 Perugino, Nr. 522 Raffael und das kosmische Christentum, Nr. 523 Sandro Botticelli, Nr. 602 Benozzo Gozzoli, Nr. 606 Fra Angelico,Nr. 607 Pinturicchio, Nr. 593 Filippo Lippi, Nr. 594 Filippino Lippi, Nr. 589 Albrecht Dürer, Nr. 603 Bernard van Orley, Nr. 615 Ambrogio da Fossano detto il Bergognone, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Byzantine Art in Constantinople: Archangel Michael, 14th century, Byzantine and Christian Museum, Athens


Pinturicchio , Madonna della Pace (Madonna of Peace), Duomo di San Severino Le Marche, c.1490
 


Fra Angelico, Prophets, 1447
 


Fahne des christlichen Orients und der Türkei (Bandera Imperio Bizantino)


Wappen Byzantion (altgriechisch, latinisiert Byzantium, modern Byzanz, türkisch Bizans) war eine um 660 v. Chr. am südwestlichen Ausgang des Bosporus gegründete Koloniestadt dorischer Griechen aus Megara, Argos und Korinth. Byzantium wurde unter römischer Herrschaft zu einer Stadt in der römischen Provinz Thracia. Aufgrund seiner günstigen Lage an der europäischen Küste des Bosporus, auf der Ostspitze einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn, wurde Byzantion von 326 bis 330 von Kaiser Konstantin I. zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches ausgebaut und in der Folgezeit Konstantinopel genannt. Durch einen noch heute bei Türken üblichen Angriffskrieg wurde es von Moslems (Osmanen) erobert und Bizans bzw. später Istanbul genannt. Das byzantinische Wappen wurde von den Türken bzw. Osmanen durch die rote Halbmond Räuber- und Piratenflagge ersetzt. 
 
 


Ludovico Lana, 1597-1646, Pala della peste, chiesa del Voto, Modena
Madonnenbilder sollten die Städte vor der Pest schützen und der alles verpestenden (verpesteter Windeshauch - Alexander von Humboldt) Osmanen bzw. Türken
 
 


Tiepolo, St Thecla Liberating the City of Este from the Plague and Pestilence of Turks, 1758-59, church of Santa Tecla
 


Pestsäule Wien und Wappen Ungarns mit Wappen von Kroatien und Dalmatien
 
 
 


Dreifaltigkeitssäule, Klagenfurt am Woerthersee
Die 1680/81 errichtete Säule bestand aus zunächst aus Holz und stand auf dem Heiligengeistplatz, wo sich sowohl das Spital, als auch der älteste Friedhof der Stadt befanden. Anlass für die Errichtung des Denkmals war der Dank der Landstände und der Bevölkerung für die Verschonung vor der Pest, die durch eine strenge Abschottung der Stadt sowie durch Hygienemaßnahmen gelang. Nach der Belagerung und der anschließenden Befreiung Wiens von den Türken (1683) wurde sie bis 1689 durch eine steinerne Ausführung ersetzt, die den Charakter einer Siegessäule erhielt: An der Basis erinnert sie an die Pestzeit, bekrönt wird sie vom besiegten muslimischen Halbmond, über dem das christliche Kreuz als Sieg und Triumpf des Christentums über die Türken bzw. den Islam steht. 

Pestsäulen sind Denkmäler, die an die Zeit der Pest erinnern bzw. als Dank für deren Erlöschen gestiftet wurden. Pestsäulen stellen meist die Heilige Dreifaltigkeit, die Muttergottes oder andere Pestheilige wie die hll. Rosalia, Sebastian oder Rochus dar. Daneben gibt es auch sogenannte Pestkreuze. Pestsäulen wurden im Volksmund auch „Heilige Säulen“ genannt. Viele Pestsäulen sind der Hl. Mutter Gottes gewidmet, weil sie im katholischen Glauben die Fürsprecherin in Notzeiten ist. Pestsäulen, die Maria gewidmet sind (sogenannte Mariensäulen), sind aber auch ein Ausdruck zunehmender Marienverehrung, wie sie nach schweren Zeiten wie der Pest oder des Türkenansturms immer wieder zu beobachten ist. Pestsäulen befinden sich unter anderem in Deutschland, Österreich (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Wien), Rumänien, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ungarn. Auf dem Sockel wurden meistens die drei schlimmsten Plagen dargestellt, die die Städte heimgesucht hatten: die Pest, die Türken und der Hunger. 

 Städte wie Klagenfurt oder Mödling mussten viel Leid über sich ergehen lassen. Türkenbelagerungen, Reformation und Gegenreformation gingen nicht spurlos vorüber. Bei der 2. Türkenbelagerung von 1683 brannten die Osmanen auch die Kirche St. Othmar nieder. Nach dem ersten Türkenkrieg und dem 30jährigen Krieg folgten ungeheuren Steuerlasten und im Jahre 1679 forderte die Pest viele Opfer. Als zum zweiten Mal die Türken vor Wien standen, wurde nahezu die gesamte Bevölkerung, die sich nach St. Othmar geflüchtet hatte, von Türken niedergemetzelt. Noch heute zeigen sich die Hiebe der Türkenkrummsäbel in der eisenbeschlagenen Tür zur Unterkirche. 

Die Türken hatten damals nicht nur die Länder verwüstet (Viktor Hugo) sondern auch regelrecht verpestet, d.h. sie haben die Pest übertragen. Noch in den beiden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts verbreitet sich die Pest über die Türkei nach Ungarn und Polen, nach Schlesien, Posen, Preußen, Rußland, nach Steiermark, Böhmen und der Lausitz, mit einer verheerenden Welle überschwemmt sie den Süden Frankreichs im Jahre 1721. Dann erfolgt ein weiteres Ebben: Siebenbürgen, Ungarn, Südrussland, Polen, Dalmatien, kurz die der Türkei zunächst liegenden Gebiete stellen sich in dieser Periode (1717 bis 1797) als die Ufer des Pestbezirkes dar. Im Anfange des laufenden Jahrhunderts walten ähnliche Verhältnisse, nur dass das eigentliche Pestgebiet sich immer mehr einengt und nur durch gelegentliche Durchbrüche (nach der Walachei, nach Griechenland, nach Siebenbürgen, den Küsten Italiens) von der Gefährlichkeit seiner Nachbarschaft Beweise liefert. Nach 1830 endlich lernen wir als einzig von der Pest leidende Gebiete noch die Türkei, Syrien und Aegypten kennen. Die Aegypter sagen, dass ihnen die Pest stets aus der Türkei und Syrien, und die Syrer, dass ihnen die Krankheit immer aus der Türkei gebracht worden ist. Am heftigsten lehnten die Türken es ab, die ursprünglichen Erzeuger und Besitzer der Pest zu sein, wie sie auch heute noch den Genozid an ihrer christlichen Bevölkerung leugnen; zudem spielen sie neue Seuchen wie das aus China und Iran eingeschleppte Coronavirus, das nicht nur durch die türkischen Airlines (Türkish Airlines, Pegasus) u.a. bei Pilger-Massentransporten nach Mekka verbreitet wird, herunter Vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Akademie der Kunst und Philosophie

Die Annahme, dass die Luft die Pestkeime in besonders reichlicher Menge enthalte, sie uns entgegenwehe, ist einigermaßen dadurch erschüttert worden, dass ein besonders schädlicher Einfluss der Winde sich niemals mit Sicherheit hat beweisen lassen, vielmehr von Alters her die Tatsachen nicht sowohl aus eine Verwehung, als auf Verschleppung hinweisen. So hatte z.B. ein junger Kosak, vom Regiment nach seiner Heimat Wetljanka entlassen, seiner Braut einen mitgebrachten türkischen Shawl geschenkt, der die erste Erkrankung in jenem Orte veranlasste. Vor allen anderen Transportmitteln schien stets der Mensch am geeignetsten, die Krankheit zu verschleppen, sei es dass sie an ihm selbst zum Ausbruch kam, sei es dass er gesund blieb und nur Anderen den entwickelungsfähigen Keim mitbrachte. Hören wir die rührende Klage des Italieners de Mussis, welcher mit einem aus der Türkei kommenden Schiff im Jahre 1346 in Genua landete: „Nun war es aber wunderbar, dass, wo auch die Schiffer landeten, überall Alle, die mit ihnen in Berührung traten, rasch dahin starben, gleich als ob Jene von einem verderblichen Hauche begleitet gewesen wären. Weh des Jammers! Wir betraten, nachdem wir gelandet, unsere Häuser. Da schwere Krankheit uns befallen, und von Tausend, die mit uns gereist, kaum noch Zehn übrig waren, so eilten Verwandte, Freunde und Nachbarn herbei, uns zu begrüßen. Wehe uns, die wir die Todesgeschosse mit uns brachten, dass wir durch den Hauch unseres Wortes das tödtliche Gift ausstreuten!“ Vgl. Kurse Nr. 506 Wladimir Solowjew, Nr. 627 St. Basilius der Große, Nr. 557 Ludovico Ariosto, Nr. 622 Victor Hugo, Nr. 619 Franz Werfel, Akademie der Kunst und Philosophie
 
 


Guido Reni, Pala della Peste
 

Hier kannst Du Dich direkt für den Fernkurs registrieren 
oder Mitglied der Akademie der Kunst und Philosophie werden 
Allgemeine Infos zu den Kursen

Registration form
How to support the Academy of Arts and Philosophy
More Info
 

Kunst und Architektur der Renaissance | Gothische Kunst und Architektur | Romanische Kunst und Architektur | Byzantinische Kunst und Architektur | Luca Signorelli | Perugino | Raffael | Albrecht Dürer | Albrecht Altdorfer | Sandro Botticelli | Girolamo dai Libri | Domenico Ghirlandaio | Defendente Ferrari | Ambrogio da Fossano detto il Bergognone | Pinturicchio | Piero della Francesca | Fra-Angelico | Benozzo Gozzoli | Jan van Eyck | Rembrandt | El Greco | Correggio | Murillo | Paolo Veronese | Mantegna | Tizian | Giovannni Bellini | Fillippo Lippi | Filippino Lippi | Giovanni Battista Tiepolo

Miguel de Cervantes | Victor Hugo | Voltaire | William Shakespeare | Lord Byron | Percy Bysshe Shelly | Sir Walter Scott | Plato | Aristoteles | Johann Wolfgang von Goethe | Friedrich Schiller | Friedrich Hölderlin | Johann Ludwig Wilhelm Müller | Novalis | Johann Wilhelm Ludwig Gleim | Arthur Schopenhauer | Franz Werfel | Matthias Claudius | Johann Gottlieb Fichte | Friedrich Wilhelm Joseph Schelling | Georg Wilhelm Friedrich Hegel | Wladimir Solowjew | Fjodor M. Dostojewskij | Gottfried Wilhelm Leibniz | St.Thomas Aquinas | Johannes Scottus Eriugena | St. Hildegard von Bingen | Byzantinische Philosophie | Theodorus Abucara | St. Irenaeus von Lyon | St. Johannes Damaszenus | St. Petrus Venerabilis | St. Ambrosius | St. Augustinus | St. Athanasius der Große | St. Johannes Cassianus | St. Johannes Chrysostomos | St. Basilius der Große | St. Gregor von Nazianz | St. Gregor von Nyssa | Ephraim der Syrer | Cyrill von Alexandrien | Meister Eckhart | Nicolaus Cusanus | Wilhelm von Conches | Petrus Abaelardus | Petrus-Lombardus | St. Hilarius von Poitiers | Alanus ab Insulis | St. Albertus Magnus | St. Anselm von Canterbury | Angelus Silesius | Dante Alighieri | Torquato Tasso | Ariosto | Calderón de la Barca | Rousseau | Walter von der Vogelweide | Wolfram von Eschenbach

Akademie der Kunst und Philosophie / Academy of Arts and Philosophy / Colégio des Artes
DI. M. Thiele, President and international Coordinator
Api Review Letters / Science Review Letters
Save the Bees, Bumblebees and Beecolonies
Zentrum fuer wesensgemaesse Bienenhaltung
Centre for Ecological Apiculture
Natural Apitherapy Research Centre
Beetherapy / Academy of Sciences



Copyright © 2012-2020 Akademie der Kunst und Philosophie
Letzte Bearbeitung:06.03.2020