Akademie der Kunst und Philosophie
Akademie der Wissenschaften | Académie des sciences
 

 

No 533 

Aristoteles - Philosophy of Sciences


On wrong science methods and how to improve

Distance Course for CEOs and "High Potentials"

Learn more on Aristoteles instead of materialistic and atomistic science

"Die Natur tut nichts vergebens, es fehlt ihr nichts Notwendiges, noch gibt es Überfluss an Unnützem"  - Aristoteles

Raffael: Aristoteles

 

 
 
 
 
 

 

Aristoteles - Philosophy of Sciences
This course is useful for European / American CEOs, who need to know how real science is working, as well as for Eurasian / Russian CEOs.
 
"Die Ursache aber für ihre Meinung, die sie verfechten, liegt darin, dass sie zwar nach der Wahrheit des Seienden forschten, aber als Seiendes lediglich die Sinnesdinge gelten liessen. ... Daher sprechen sie zwar dem Anschein nach wahr, sagen aber nicht die Wahrheit." [1] - Aristoteles

"Und wenn die Gerechtigkeit eine Wissenschaft ist, so ist auch die Ungerechtigkeit eine Unwissenheit."  - Aristoteles

"Wenn sich Mangel an Bildung zur Macht gesellt, entsteht Größenwahn" - Aristoteles

Viele der heutigen Wissenschaftler machen "erstens falsche Annahmen" und zweitens sind sie in sich nicht schlüssig. Für Aristoteles ist der Träger des Strebens nach Wahrheit allein der tugendhafte bemühte Mensch, der Ernstes ernst zu nehmen willens ist - was man von heutigen Wissenschaftlern im Bereich Gentechnik und Pestizide kaum behaupten kann. Dazu Aristoteles: "Auf der Suche nach der Wahrheit und nach dem natürlichen Wesen alles Seienden gerieten die Ersten in der Wissenssuche gewissermaßen vom Wege ab und wurden infolge von Unwissenheit auf einen anderen Weg gestoßen." Einen Weg, der die Wissenschaft auf die schiefe Ebene führte:  "What happens if there is a wrong Philosophy of Sciences? Are breeding American Elite-Universities stupid konformists? Most U.S. scientists from Harvard, Yale & Co are thinking a philosophy of nature is without meaning, because in the United States nature is an object of exploitation (fracking, pesticides such as glyphosate and neonicotinoids, meat and dairy products from cloned animals, genetically engineered plants, animals and human beings) - and that is also possible without thinking, wthout real science and philosophy. A materialistic- mechanistic or atomistic view of the world in the sense of Francis Bacon, or in the sense of positivists such as Steven Hawking and some emty words and phrases from Bertrand Russell are enough: " There is no life after death, Life after death is nonsense and there can't be a practical reason for believing what isn't true. It's a fundamental dishonesty and a fundamental treachery to intellectual integrity to hold a belief because you think it's useful, and not because you think it's true." It is a saying that the United States ruined the soil and produces food which is able to pass for weapons of mass destruction." Wer erwartet heute noch irgendeine Wahrheit von Erzmaterialisten wie Bertrand Russell oder Stephen Hawking? Nicht die Philosophie ist tot, wie Hawking immer in seinen Büchern ("The Grand Design", "Eine kurze Geschichte der Zeit") behauptet, sondern seine eigene Philosophie ist tot und vollkommen unfruchtbar, wie die anderer Positivisten und Nominalisten auch. Bezeichnend ist, dass die Asche eines derartigen Positivisten und Atheisten in der Londoner Westminster Abbey bestattet wird. Die Folgen einer solchen Weltanschauung können vor allem in den Vereinigten Staaten besichtigt werden. Der Börsenwert der 30 wertvollsten Silicon-Valley-Unternehmen beträgt 2614 Milliarden Dollar, zum Vergleich beträgt der Börsenwert der Dax-Unternehmen 1259 Milliarden Dollar. Sind die Amerikaner also erfolgreicher? Die wertvollsten Villen stehen jedenfalls nicht in Kalifornien sondern an der Cote d'Asur in Frankreich. Nur mit der Philosophie haben die amerikanischen Elite-Unis ihre Probleme, denn sie wird dort eigentlich gar nicht praktiziert. "Auf dem Campus der Harvard-Universität werden keine denkenden Menschen ausgebildet, sondern exzellente Schafe herangezüchtet." Amerikanische Elite-Unis bringen traurige, innerlich leere Konformisten hervor; die Studenten werden dort als Zirkustierchen beschrieben, die durch jeden ihnen vorgehaltenen Reifen hüpfen ("hoop-jumping"), weil sie durch den nervenaufreibenden Prozess, der sie überhaupt erst dorthin gebracht hat, darauf konditioniert wurden. Selber-Denken ist für die Absolventen ein Fremdwort, weshalb sie exzellente Mitarbeiter in totalitären Systemen werden können, wie sie vor allem in muslimisch geprägten Ländern zu finden sind. Auch in einer Wissenschaft, die auf sinnlose Hypothesen aufgebaut ist und sich an eine missgeleitete Empirie hält, und so verkorkste Ergebnisse hervorbringt (Gentechnik in Medizin und Landwirtschaft, geklonte Tiere, Pestizide wie Glyphosat und Neonikotinoide, Fracking etc.) sind diese Schafe nützlich. Dieser "Physikalismus" oder Materialismus, also die Ansicht, dass alles aus einem physischen Stoff gemacht ist, der nur den einen Aspekt hat, den die Physik offenlegt. "Die meisten Philosophen und Naturwissenschaftler sind heute dieser Meinung." Damit lässt sich nicht erklären, wie der Geist in die Natur kommt. Daher versucht man es nun mit "Panpsychismus" und argumentiert, es sei auf gewisse Weise einfacher, "zu einer bewussten Materie (einem bewussten Gehirn) von einer anderen bewussten Materie (wie einer Menge bewusster Partikel) aus zu gelangen, als bewusste Materie von nicht-bewusster herzuleiten." Man versucht etwas aus der Ecke der Erzmaterialisten herauszukommen, erreicht aber bei weitem noch nicht die höher entwickelte Philosophie eines Goethe, Leibniz oder Aristoteles. [2]

Begonnen hatte alles mit Baco von Verulam. Lord Francis Bacon war zwar äußerlich ein Christ gewesen, hat aber das Abstrakte des Arabertums in die europäische Wissenschaft hereingebracht. In diesem Lord Bacon herrschte ein wahrer "Furor in der Bekämpfung des Aristotelismus". Der versteht aber den Menschen nicht, der glaubt, dass dieser Mensch bloß die Zusammenfügung ist von Knochen, Blut, Fleisch und so weiter, von denen uns die gewöhnliche Naturwissenschaft, die Physiologie, Biologie oder Anatomie erzählen. Aristoteles hatte wirklich noch eine Ahnung davon, dass tatsächlich mit menschlichen Begriffen eine spirituelle Realität ergriffen wird. Gerade heute ist es notwendig, die Seelenlehre so zu betreiben, auch die Wissenschaft, dass sie herauskommt aus dem todesstarren Zustand, in den sie gekommen ist. Die Wissenschaften sterben ab, nur die Naturwissenschaft kann noch mit "strohernen Begriffen" arbeiten, weil man die Tatsachen sammelt und sie sprechen lassen kann. Moderne Technik bringt die Wissenschaft nicht weiter. "Wirkliche Wissenschaft aber stirbt immer mehr und mehr ab." Man kann auch sagen: "Die Naturwissenschaften wurden darüber hinaus dem ursprünglichen griechischen Motiv des Wissensdursts entfremdet und in den Dienst des profitmachenden Produktionsprozesses gestellt." Dadurch wurden nicht nur die Lebensmittel durch Gentechnik und Pestizide verseucht, Insekten vernichtet, Tiere gequält usw., sondern auch die Medizin ist schädlich geworden. "Alles dasjenige, was mit Medizin zusammenhängt, wird eine ungeheure Förderung erfahren. Man wird instinktiv Einsichten bekommen in die Heilkraft gewisse Substanzen und gewisser Verrichtungen, und man wird ungeheuren Schaden anrichten dadurch, aber man wird den Schaden nützlich nennen." Durch Gentechnik wird die Medizin in "ganz schädliches Fahrwasser gelangen". Eine ungeistige Lebensauffassung würde eben eine "menschheitsschädigende Medizin" nicht durchschauen.  [3]

Man wird nicht unbedingt sagen, die heutigen Menschen seien geistlos, aber man kann sagen: "Sie haben die Sünde begangen, den Geist zu begraben während ihres Lebens, den Geist in seiner Verzauberung zu lassen, ... den Geist im Schicksal verkommen zu lassen." Das ist nicht nur nach Aristoteles des Menschen Aufgabe und wird in der Zukunft immer mehr des Menschen Aufgabe werden, dass er den Geist nicht verkommen lässt. Der Geist hat seine zugeschriebene Aufgabe: er soll durch die "menschheitliche seelische Entwicklung ins Erdenleben eintreten; da wirkt er dann segensreich. Wird er in die Materie zurückgestoßen, dann wirkt er in der Materie verheerend, dann wirkt er schlimm." Deshalb würde, wie schon angedeutet, Aristoteles heute sagen: "Es ist gar nicht zu leugnen, dass man durch die gewöhnlichen wissenschaftlichen Begriffe, die immer mehr und mehr in die allgemeine Bildung übergehen, sogar in intellektueller Beziehung immer beschränkter wird." Die Unbefangenheit geht verloren, engherzig wird der Geist und beschränkt. Die Welt ist schon weiter, und die Menschen sind mit ihren Gedanken und Gefühlen noch nicht weit genug gekommen; daher reichen die Gedanken nicht aus, um diese Welt wirklich zu durchdringen und die Menschheitsarbeit harmonisch zusammenstimmend zu machen. "Die Menschen müssen lernen, in ein bewusstes Verhältnis zum Kosmos sich zu setzen, weil es anders nicht mehr gehen wird... In dem ganzen Universum wird man sich drinnen fühlen müssen, dann wird man anders zu Werke gehen, und dann wird noch ganz anderes gefunden werden, als was die Leute heute gefunden haben, was groß ist, aber nicht die rechte Frucht wird tragen können, weil es ohne Ehrfurcht gefunden wird, ohne das Gefühl, das sich durchdringt mit der Harmonie des Universums." [4]

"Wir dürfen nicht denen folgen, die uns Menschen raten, über menschliche Dinge zu denken, sondern wir müssen, so weit wir nur immer können, Unsterbliche werden." - Aristoteles

"Und wenn sie das nicht mit Wissen, sondern aus blosser Meinung tun, so müssen sie sich weit mehr um die Wahrheit kümmern, wie sich ja auch der Kranke mehr als der Gesunde um die Gesundheit bemüht. Denn in Hinblick auf den Wissenden steht der bloss Meinende in keinem gesunden Verhältnis zur Wahrheit." - Aristoteles

"Dass man also zum Beispiel weiß, jede Mauleselin sei unfruchtbar und dieses Tier sei eine Mauleselin, und gleichzeitig wohl meint, es sei trächtig... Wer aber annimmt, das Gutsein sei Schlechtsein, muss annehmen, das Sein und Wesen von Gut und Schlecht sei Identisch." - Aristoteles

"Ist dieses aber klar, so ist auch klar, dass es nicht Sache der jeweiligen Wissenschaft ist, ihre eigentümlichen Prinzipien zu beweisen. Denn dazu sind Prinzipien erforderlich, die für alles gelten, und die Wissenschaft, die sie hergibt, muss die leitende Wissenschaft für alles sein. Denn es weiß auch in höherem Grade wer aus den höheren Ursachen weiß." - Aristoteles

"Wer aber den allgemeinen Beweis hat, weiß auch das Partikuläre, wer aber nur den partikulären Beweis hat, weiß nicht das Allgemeine." - Aristoteles

"Und, der allgemeine Beweis ist intelligibel, während der partikuläre bei der Wahrnehmung endigt." - Aristoteles

"Das Objekt der Wissenschaft und diese selbst ist verschieden von dem Objekt der Meinung und dieser selbst." - Aristoteles

"Unter Nus nämlich verstehe ich das Prinzip der Wissenschaft." - Aristoteles

"Nun ist aber die Wesenheit des Menschen und das Dasein des Menschen verschieden." - Aristoteles

"Demnach wird der Zweck, das Gute, zum Weswegen und zwar entweder durch Natur oder durch Kunst. Durch Glück aber wird kein Weswegen." - Aristoteles

Aristoteles hat nicht nur die Logik und Naturwissenschaft begründet, sondern er war auch der Begründer der Psychologie als wissenschaftlicher Disziplin. Seine Idee von der Psyche des Menschen ist untrennbar verbunden mit dem Aufbau seiner gesamten Weltanschauung. Es handelt sich um die Grundlegung der Seelenkunde, wie sie mit seiner Schrift über die Seele (Peri tes psyches) erstmalig im Abendland in Erscheinung trat. Aristoteles unterscheidet eine "pflanzenhafte" Seele (Threptikon), eine wahrnehmende, empfindende Seele (Ästhetikon), eine begierdenentwickelnde Seele (Orektikon), eine willenentfaltende Seele (Kinetikon) und als denkendes Vermögen eine geistige Seele (Dianoetikon). Die Vernunft, das dianoetikon, besitzt nur der Mensch. Erst durch die Vernunft (Nus), die in jedem Menschen, zumindest der Anlage nach vorhanden und göttlich-geistiger Natur ist, erfasst der Mensch den Begriff (Logos). Wenn Aristoteles von der Fortdauer der Entelechie spricht, so steht er damit im Grunde nicht im Gegensatz zur platonischen Lehre von der Präexistenz der frühgriechisch-pythagoräischen Wiederverkörperungslehre. [5]

Aristoteles schuf mit seiner Philosophie ein geistiges Weltreich, wie es noch nie vorher von einem menschlichen Intellekt erobert worden war. Nicht alles, was er beispielsweise in seiner Politeia sagte, ist zum Teil heute noch aktuell. Aristoteles empfahl, dass die Helenen als Freunde in gleichberechtigter Demokratie behandelt werden, die Orientalen aber despotisch beherrscht werden sollen, "als wären sie Tiere und Pflanzen". Letzteres ist noch heute in vielen arabischen Ländern der Fall. [6] 

Die griechische Universität in Alexandria wurde der Mittelpunkt der aristotelischen Philosophie im Zeitalter des Hellenismus. Aristoteles war auch Begründer einer Ästhetik und Philosophie der Kunst.  [7] 

"Eine Tragödie ist die Darstellung einer ernsten, dedeutenden Handlung (praxis teleios), mit Größe (megethos), ausgedrückt in schöner Sprache (hedysmeno logo), jedes Element eingeführt in verschiedenen Teilen des Werkes in dramatischer, nicht erzählender Form, so dass die Darstellung Mitleid (eleos) und Furcht (phobos) erregt, um die Reinigung (katharsis) dieser Empfindungen zu erreichen." [8] - Aristoteles
Aristoteles wusste, durch Ehrfurcht und Mitleid werde die Seele in ein Gleichgewicht gesetzt, durch welches das Gewissen allmählich erwacht. Katharsis war ein Wort aus der Mysteriensprache. Ein Erklärung dieses Wortes ohne ein Verständnis des Mysterienhintergrundes ist unmöglich. Aristoteles hat es mit aller Bewusstheit in das sechste Kapitel seiner Poetik mit aufgenommen. Krisis, Katharsis, das ist ein Ausdruck, der der älteren griechischen Medizin, der Heilkunst entlehnt ist, und es wird die Tragödie von ihm so empfunden, dass sie etwas Heilendes, etwas Stärkendes für den Menschen haben soll. So war dem Griechen die Kunst noch eine Art Heilungsprozess. Und indem die ersten Christen nachlebten, was in der Verkörperung des Christus in dem Jesus gegeben war und was in den Evangelien nachgedacht und nachempfunden werden kann: der Hingang Des Christus zum Leiden und zum Kreuzestod, zur Auferstehung, zur Himmelfahrt - empfanden sie eine innere Tragödie. Deshalb nannten sie auch den Christus, und nannte man ihn immer mehr, den Arzt, den Heiland, den großen Arzt der Welt.  [9] 

Auf das Staunen (thaumazein) gründete sich die gesamte Kultur der Griechen. Es entsprang dem Herzen, nicht der abstrakten Neugier und dem Nützlichkeitsdenken des heutigen Menschen oder der Angst der Orientalen. 

"Weil sie sich nämlich wunderten, haben die Menschen zuerst wie jetzt noch zu philosophieren begonnen ...Der jedoch, der voller Fragen ist und sich wundert, vermeint, in Unkenntnis zu sein. So ist auch ein Liebhaber von Mythen in gewisser Hinsicht ein Philosoph; setzt sich doch ein Mythos aus Wunderbarem zusammen. Philosophierte man also, um der Unwissenheit zu entkommen, so suchte man offenbar das Verstehen, um zu wissen, keineswegs aber um eines Nutzens willen." [10] - Aristoteles
Es geht um das "gesund denken" (sophronein), aus dem die Tugend oder das Gleichmaß (sophrosyne) sich herleitet; also in Harmonie und Einklang von Seele und Leib sein oder wie schon Heraklit sagt: "Der Seele ist der Logos eigen, der sich selbst mehrt. Den Menschen ist allen zuteil geworden, sich selbst zu erkennen und gesund zu denken." [11]

Man kann sagen, obwohl beispielsweise die Philosophie eines Empedokles von seinen Zeitgenossen Anaxagoras und besonders durch die Atomisten Leukippos und Demokrit, materialistisch umgedeutet wurden, sowohl Platon und vor allem Aristoteles in seiner Naturwissenschaft nicht an Demokrit, sondern an Empedokles anknüpfen. Dies wurde entscheidend für die Philosophie des Abendlandes. Diese Gedanken wirkten über Aristoteles, die Neuplatoniker und Thomas von Aquin bis zu Paracelsus, den deutschen Idealisten und Goethe [12]:

"Wär' nicht das Auge sonnenhaft,
Wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt' nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt' uns Göttliches entzücken?" - Goethe
Sokrates kämpfte gegen die Sophisten. Platon stand mit seiner Ideenlehre in schroffem Gegensatz zu den Atomisten. Aristoteles knüpfte bewusst an Empedokles und Heraklit an, wies Demokrit und Leukippos ab und verlieh der Philosophie die Würde wieder, die ihr die Sophisten genommen hatten, nämliche die freieste aller Wissenschaften zu sein. So konnte er die Freiheit des Geistes von Griechenland aus für die Zukunft des Abendlandes retten. Insbesondere Thomas von Aquin hatte es verstanden, in das Zentrum seiner Philosophie intuitiv einzutreten. [13]

Aristoteles, der vom 17. bis zu seinem 37. Lebensjahr Platons Akademie besuchte, gründete in der Zeit vom 37. bis 49. Lebensjahr seine eigenen Lehrstätten in Assos und Mythilini und gelangte schliesslich als Lehrer Alexanders des Grossen an den makedonischen Hof. Hier hat Aristoteles auch seine politischen Ansichten, im Perserreich die Erzgefahr des erwachenden Abendlandes zu sehen, an seinen Zögling weiter gegeben. Danach gründete er seine letzte Lehrstätte im Lykeion, welche das Urbild der Universität wurde. Er hatte Beziehungen zu den grossen Mysterienzentren Eleusis, Samothrake und Ephesos. Aristoteles, der erste Philosoph der Naturwissenschaft und Begründer der Logik, verstand sich als Kosmopolit. Sein Blick war auf die gesamte Menschheit gerichtet. Er ging über Platon hinaus. Der strikte Dualismus zwischen Geist und Materie, der aus Platons Ideenlehre hervorgegangen war, bereitete den Weg für späteren Agnostizismus vor, wie er in der Kant'schen Lehre von der Unerkennbarkeit der Dinge an sich gipfelte. Für Aristoteles war es ein unerträglicher Gedanke, dass der menschliche Geist nicht fähig sein sollte, die volle Wahrheit der Welt zu ergründen. Sein Widerstand gegen die Platonische Ideenlehre beruht darauf, dass der Mensch schon hier auf der Erde die volle Harmonie mit dem Göttlichen erlangen könne. Dennoch meinte Hegel in seiner Philosophie der Geschichte [14]:

"Platon hat jedoch in der Tat den Aristoteles zum Nachfolger gehabt; denn Aristoteles trug die Philosophie im Sinne Platons, aber tiefer und erweiterter vor - so dass er sie zugleich weiter gebracht hat." [15] - Hegel
Die Idee der Eudaimonia, die oft missverstanden wurde als Glück oder Glückseligkeit, bedeutet harmonische Einheit mit dem göttlichen Daimon in uns selbst. Der wahre Philosoph ist der, welcher das Daimonion in sich selbst erwecken kann durch die reinste Aktivität des Denkens. 

Die Grundideen der Politeia wurden von Platons Staat zwar übernommen, im krassen Gegensatz zu Platons Utopie eines ideal-kommunistischen Gemeinwesens ohne Theater und Kunst stand allerdings Aristoteles' Auffassung vom Privateigentum. Die Entelechien der Menschen sind nicht gleich und stehen auf "tausendfach abgestuften Ebenen." Deshalb war er gegen eine kommunistische Staatsbildung im Sinne der Platonischen Politeia. Auch die Taktiererei der Sozialisten lehnte Aristoteles ab. Für Demosthenes, dem Erzfeind des Aristoteles, waren alle Mittel heilig, welche die verlorene Freiheit Griechenlands hätten wiederherstellen können. Deshalb versuchte er aus rein politischen Gründen bei der Despotie des Perserreiches Hilfe für Athen zu erhalten. Aristoteles lehnte aber schon von anfang an die Welt der Perser ab, deren orientalisches Bewusstsein sich dem Aufgang abendländischen Denkens entgegenstellte. Heute kann man an ehemaligen sozialistischen oder kommunistischen Ländern studieren, dass dieser Weg eine Sackgasse war. [16] 

Man kann sagen, das Lykeion des Aristoteles wurde die erste weltbürgerlich orientierte Universität der Welt. Es stand auf dem Boden eines ehemaligen Heiligtums, das dem Apollon Lykeios geweiht war, dem Apollon, der "den Wolf von der Herde vertreibt". Aristoteles vertrieb tatsächlich "den Wolf des Materialismus" von seiner Herde. Hier in den Wandelgängen (peripatos), schritt er sprechend mit seinen Studenten, die deshalb die Peripatetiker genannt wurden. Im Gegensatz zu Platon erwies sich die Aristotelische Philosophie als ein bedeutender Wegweiser für die Inspiration der abendländischen Künstler. Aristoteles sprach von einer dreifachen Aufgabe der Kunst. erstens die Erzeugung von Freude und Wohlgefallen durch das Gefühl der Harmonie; zweitens die Katharsis, die Läuterung der Seele und drittens die sittliche Vollendung. Wahre Kunst ist Erziehung zur Tugend (Arete). Durch aktives Denken bereitete Aristoteles den Weg zum Begreifen der Seele. Sein Begriff des nus poitikos ist das Erfassen des Willens im Denken. Es ist aktives Denken, eine Art "Seelen-Gymnastik", im Gegensatz zu dem nus pathetikos, dem passiven Denken. "Die Feuerkraft des auf das Gute gerichteten Willens bringt Wärme und Licht in das Denken ... Im Denken handeln wir. Unsere Verstandesaktivität ist eine innerliche Tat, die wir betrachten können, weil unser Verstand tätig ist. Der Gedankengang läuft nicht automatisch ab, worauf wir ihn betrachten, sondern wir wollen diesen Begriff denken. Betrachtung und Handlung fallen zusammen. Dieses Zusammenfallen wird durch Übung erlangt, es verlangt 'seelisches Turnen' von uns. Wir lieben zwar körperliche Anstrengung, aber seelische Anstrengung halten wir nicht für notwendig." [17] 

"Das Denken an sich geht auf das, was an sich das Beste ist, und Denken im höchsten Sinne an sich auf das, was im höchsten Sinne das Beste an sich ist. Sich selbst denkt die Vernunft, indem sie am Gedachten Anteil hat. Gedacht nämlich wird sie selbst, indem sie Gedachtes berührt und denkt, so dass Vernunft und Gedachtes dasselbe sind. Denn die Vernunft ist das, was für das Gedachte und das Wesen aufnahmefähig ist, und sie verwirklicht, indem sie über das Gedachte verfügt. Also ist der Besitz des Gedachten in höherem Masse göttlich als das, was die Vernunft als Göttliches zu beinhalten scheint; und die Betrachtung ist das Angenehmste und Beste. Wenn sich aber der Gott immer so wohl befindet, wie wir uns nur zuweilen, so ist dies bewundernswert. Wenn er sich aber in noch höherem Maße wohlbefindet, so ist dies noch bewundernswerter. So aber befindet er sich. Und auch Leben kommt ihm zu; denn die Verwirklichung der Vernunft ist Leben, jener aber ist die Verwirklichung. Seine Verwirklichung aber an sich ist bestes und ewiges Leben. Wir sagen also, dass der Gott ein lebendes, ewiges und bestes Wesen sei. Dem Gott kommt demnach ununterbrochenes, fortdauerndes und ewiges Leben zu; denn das ist eben der Gott.... Denn dass es nun ein ewiges, unbewegliches und von den Sinnesdingen abgetrenntes Wesen gibt, ist aus dem Gesagten klar ersichtlich."  [18] - Aristoteles
Über das Schicksal der Werke nur soviel: Nach Schliessung der Philosophenschulen gelangten die Bücher in den Osten. Avicenna kommentierte die naturwissenschaftlichen Werke, Averroes missdeutete besonders die logischen Abhandlungen. Der eine erklärte Aristoteles als Pantheisten, der andere als Atheisten. Averroes behauptete, dass der nus poietikos ein allgemeiner Teil der Natur Gottes sei, in welcher die Menschenseele nach dem Tode sich auflöse und gleichsam in ein gemeinsames, individualitätsloses Reservoir aller Geister ein- und zurückkehre. "In der Auslegung der Araber erschien die im Sinne des Aristoteles gehaltene Denkart als Gegner, als Feind des Christentums." Für die Scholastiker ergab sich die Aufgabe, zu beweisen, dass man die "Logik des Aristoteles anwenden könne, seine Philosophie treiben könne, und dass man gerade durch ihn das Instrument habe, das Christentum wirklich zu begreifen und zu verstehen." Und so wurde ersichtlich, "was als Lehre des Aristoteles von den Arabern gebracht worden war, ist nur eine missverständliche Auffassung derselben." Thomas von Aquin, der seine Werke aus den spärlich überkommenen griechischen Originalen übersetzen liess, stellte seine Weltanschauung wieder her und liess ihn als den grössten Philosophen für das mittelalterliche Christentum auferstehen. Bis in die Neuzeit bleibt sein Einfluss ungebrochen: Dante, Leibniz, Hegel und insbesondere Goethes Naturwissenschaft bildete die aristotelische Lehre der organischen Entwicklung und der Entelechie weiter. Aber es kommt immer wieder vor, dass die Nachfolger, die Bekenner einer Weltanschauung "ungemein viel von dem verderben, was die Begründer durchaus richtig hingestellt haben. Statt in die Natur selbst hineinzuschauen, statt zu beobachten, fand man es am Ende des Mittelalters bequem, die alten Bücher des Aristoteles zu nehmen und bei allen akademischen Vorlesungen das Geschriebene des Aristoteles zugrunde zu legen. Charakteristisch dafür ist, dass ein orthodoxer Aristoteliker aufgefordert wurde, sich an einer Leiche zu überzeugen, dass nicht, wie er missverständlich aus Aristoteles herausgelesen hatte, die Nerven vom Herzen ausgehen, sondern dass das Nervensystem sein Zentrum im Gehirn habe. Da sagte der Aristoteliker: Die Beobachtung zeigt mir, dass sich das wirklich so verhält, aber in Aristoteles' Werken steht das Gegenteil, und dem glaube ich mehr. So waren die Aristoteliker in der Tat eine Erkenntnisplage geworden. Und darum musste die empirische Wissenschaft aufräumen mit diesem falschen Aristotelismus." Es entstand eine tiefe Kluft zwischen der Vernunft und ihrer Denktechnik (Luther nannte die Vernunft eine "stockblinde, taube Närrin") einerseits und der übersinnlichen Wahrheit andererseits. Einen letzten Ausdruck hat diese Kluft durch einen Philosophen gefunden, unter dessen Einfluss sich das 19. und zum Teil das 20. Jahrhundert in einem Netz gefangen hat, aus dem es schwer wieder entkommen kann: "durch Kant. Er ist im Grunde genommen der letzte Ausläufer jener durch den mittelalterlichen Riss hervorgebrachten Spaltung. Er trennt streng den Glauben und dasjenige, was der Mensch durch das Wissen erreichen kann." Es entsteht der verwüstende "Fundamental-Irrtum Kants." Wer aber Aristoteles richtig begreift, der wird finden, dass in einer geraden Entwicklung von Aristoteles aus ganz anderes als Erkenntnis-Prinzip und -Theorie hätte kommen können. "Aristoteles hat bereits Dinge eingesehen auf erkenntnistheoretischem Gebiet, zu denen sich der Mensch heute durch all das denkerische Wesen, das unter dem Einflusse Kants entstanden ist, erst wieder langsam und allmählich wird aufschwingen können." Er muss vor allen Dingen begreifen lernen, dass Aristoteles schon die Möglichkeit hatte, durch die Denktechnik Begriffe sich zu erarbeiten, die richtig gefasst sind, und die unmittelbar dahin führen, die Kant gezogenen Erkenntnisgrenzen zu überschreiten. Zum Beispiel gestattet der richtig verstandene Aristotelismus bei den Tieren von von Gruppenseelen (Art-, Gattungsseelen) zu sprechen, beim Menschen von Individualseelen, was auch von Thomas von Aquin gezeigt wurde. Wahre Scholastik ist eben nichts anderes, als die gründliche Ausarbeitung der Gedankenkunst, so dass diese ein Fundament für das wirkliche Begreifen der Wirklichkeit bilden kann. Es hat in der Tat einen Weg gegeben, um in die Tiefen der Denktechnik einzudringen. Und wäre dieser Weg weiter beschritten worden, hätte man sich nicht einfangen lassen in das "Kantsche Gespinst" vom "Ding an sich", dann hätte man zweierlei erreicht: erstens wäre man zu einer in sich selbst sicheren Erkenntnistheorie gelangt, und zweitens hätte man nicht die grossen Philosophen so gänzlich missverstehen können, die nach Kant gearbeitet haben, insbesondere Fichte, Schelling, Hegel. Man war eingezwängt in Kantsche Begriffe und deshalb konnte man die grössten Philosophen der Welt weder philosophisch noch sachlich begreifen. Solange man den Materialismus auf die Erkenntnistheorie ausdehnen wird, solange wird man nicht herausfinden, worauf es ankommt. "Kant war zu seinen Vorstellungen durch seinen versteckten Materialismus verführt. Sieht man die Dinge im rechten Lichte, so wird  allerdings auch die Nichtigkeit der in der Gegenwart immer wieder auftretenden Versicherung durchschaut: Die Wissenschaft sei heute über den Materialismus der zweiten hälfte des neunzehnten Jahrhunderts hinausgekommen. Sie ist in ihn deshalb tiefer hineingekommen, weil sie ihre materialistische Vorstellungsart nicht mehr als solche erkennt."Man sieht heute wie sehr sich der neuzeitliche Materialismus unvermerkt selbst in die erkenntnistheoretischen Begriffe eingebürgert hat. Die Philosophie des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart tut sich schwer eine spirituelle Philosophie zu begreifen, weil diese ihren Ursprung aus einer Vorstellungsart herleitet, welche die fruchtbaren Keime einer vorurteilsfreien Begriffstechnik, die schon im Aristotelismus liegen, nicht zur Entfaltung bringen konnte. Aus diesem Mangel entsprang der Fehler, dass man sich durch künstliche Begriffsgespinste von der wahren Wirklichkeit, die man zu einem unnahbaren "Ding an sich" machte, abschloss. [19] 

Aristoteles hat die Inhalte der antiken Mysterienweisheit gedanklich abstrahierend in die Begriffe der Kategorien umgesetzt: 1. Raum (Astronomie, Seelen nach ihrem Tod und vor ihrer Geburt), 2. Zeit (Geschichte, Welt- und Menschheitsevolution), 3-4. Tun, Leiden (Urschöpfung, das Böse als hemmende Mächte, Schmerz), 5. Habitus (durchgeistigte Aura), 6. Quantität (Harmonie der Welt), 7. Situs (Weltensphären, Schichtenlehre), 8. Qualität (Elementenlehre), 9. Substanz (Hierarchien), 10. Relation (Zusammenwirken der Wesen). [20]

Man kann sagen, die griechische Logoslehre legt Zeugnis davon ab, dass der präexistente Logos schon vor der Zeitenwende erkannt worden ist. So kann man auch die Kategorienlehre des Aristoteles als ein Glied der griechischen Logos-Weisheit auffassen. [21]

Der Logos, der Aristoteles zu seinen Kategorien inspirierte, ist derselbe, der sich in Palästina verkörpert hat. Daher lässt sich die aristotelische Kategorienlehre auch auf die christliche Logosweisheit beziehen. Damit ist das Christentum etwas Grosseres als das, was es in den Augen von vielen verflachten christlichen Theologen und Gläubigen darstellt. Damit ist zugleich, wie Augustinus schon erkannt hat, ein Beispiel dafür gegeben, dass die wichtigsten geistigen, philosophischen und religiösen Erscheinungen, auch die vorchristlichen, nicht beziehungslos neben dem Christentum stehen. Die griechische Philosophie, insbesondere die Logoslehre, kann als eine das Christentum vorbereitende Strömung aufgefasst werden. Die Sonderstellung des Christentums besteht nicht in einem dogmatischen Anspruch seiner Vertreter, sondern beruht auf einer von der Gottheit selbst begründeten Tatsache. "Es zeigt sich, dass das Christentum mehr ist als eine Religion, insofern der Logos sich als ein alles Sein durchwaltendes Wesen enthüllt." [22]

Leibniz hat schon im Jahre 1696 der ganzen aristotelischen Logik eine "bildende Kraft" zugesprochen. Man kann seine logischen Schriften als eine Art Meditationsbücher bezeichnen. Aristoteles gehört zu den Persönlichkeiten, von denen Augustinus sagte, dass sie bereits vor Christus Christen gewesen seien, soweit sie dem Logos gemäss gelebt hätten. "Aristoteles nimmt bei dem Übergang vom Vorchristlichen zum Christlichen eine wichtige Stellung ein: Er trägt das Alte nicht als blosses Traditionsgut, sondern in einer von ihm metamorphosierten Gestalt in das Neue hinüber... Aristoteles muss eine starke Geistbeziehung zu den Logos-Mysterien und damit zu Ephesos gehabt haben, wo die Logosweisheit ihren Quellort hatte." - Als wenn Aristoteles in einer früheren Inkarnation ein Angehöriger der Mysterienstätte zu Ephesus gewesen sei. [23]

"Wie sehr auch die große Menge der Modernen die Aristotelische Logik verachtet: diese Logik enthält trotzdem unfehlbare Mittel, um bei solchen Gelegenheiten sich vor Irrtum zu hüten." - Gottfried Wilhelm Leibniz

"Ich finde, daß die meisten, welche sich zu den Lehren der Mathematik hingezogen fühlen, eine Abneigung gegen die Metaphysik hegen, weil sie bei jenen Licht, bei dieser dagegen Dunkelheit wahrnehmen. Der Hauptgrund für diese Erscheinung ist meines Erachtens der, daß die allgemeinen Begriffe, die von allen für am meisten bekannt angesehen werden, infolge der Oberflächlichkeit und Unbeständigkeit der Menschen im Denken zweideutig und unklar gemacht worden und daß die davon gegebenen Definitionen nicht einmal Nominaldefinitionen sind und daher nichts erklären. Dies Übel hat sich unzweifelhaft auch in die übrigen Wissenschaften eingeschlichen, die jener ersten und aufbauenden untergeordnet sind. Daher haben wir statt klarer Definitionen kleinliche Unterscheidungen, statt wahrhaft umfassender Axiome topische Regeln, die häufiger durch Gegengründe entkräftet als durch Beispiele bestätigt werden. Und dennoch wenden die Menschen die metaphysischen Ausdrücke infolge einer gewissen Notwendigkeit allenthalben an und schmeicheln sich mit dem Glauben, das zu verstehen, was sie auszusprechen gelernt haben. In Wahrheit aber sind offenbar die wahren und ergiebigen Begriffe nicht bloß der Substanz, sondern auch der Ursache, der Tätigkeit, der Beziehung, der Ähnlichkeit und vieler anderer allgemeiner Ausdrücke gewöhnlich unbekannt. Daher darf es denn niemand wundernehmen, daß jene Hauptwissenschaft, die unter dem Namen der ersten Philosophie auftritt und von Aristoteles die ersehnte oder gesuchte genannt ward, noch heute zu den gesuchten gehört. Allerdings sucht Platon in seinen Dialogen aller Arten den Inhalt der Begriffe auf, und das nämliche tut Aristoteles in der sogenannten Metaphysik, viel aber scheint das nicht genützt zu haben. Die spätem Platoniker verfielen darauf, seltsame Erdichtungen vorzutragen, und den Aristotelikern, namentlich den Scholastikern, lag mehr daran, Fragen aufzuwerfen, als sie zu lösen. In der Neuzeit haben zwar etliche ausgezeichnete Männer ihre Gedanken auch auf die erste Philosophie gerichtet, aber bis jetzt ohne sonderlichen Erfolg. Daß Descartes manches Vortreffliche vorgebracht, durch Ablenkung des Geistes vom Sinnlichen besonders das Studium Platons in gehöriger Weise wieder ins Leben gerufen und sodann mit Nutzen vom Zweifel der Akademie Gebrauch gemacht hat, kann allerdings nicht bestritten werden; allein infolge einer gewissen Unbeständigkeit oder einer Willkür im Behaupten ist er bald vom Ziele abgewichen, hat das Gewisse nicht vom Ungewissen unterschieden und daher die Natur der körperlichen Substanz verkehrterweise in die Ausdehnung gesetzt, auch von der Verbindung zwischen Seele und Körper keine richtigen Begriffe gehabt. Die Ursache von alledem war, daß er das Wesen der Substanz im Ganzen genommen nicht erfaßt hatte, denn er war sprungweise zur Lösung der schwierigsten Fragen vorgeschritten, ohne die darin enthaltenen Begriffe klargelegt zu haben. Wie sehr daher seine metaphysischen Betrachtungen der Gewißheit entbehren, erhellt aus nichts mehr als aus der Schrift, in der er dieselben auf Anraten Mersennes und anderer vergeblich in ein mathematisches Gewand zu kleiden versucht hat. Auch andere, durch Scharfsinn ausgezeichnete Männer, haben sich mit der Metaphysik befaßt und einiges tief erwogen, es aber so in Dunkelheiten eingehüllt, daß sie mehr zu weissagen als zu beweisen scheinen. Mir scheint nun aber gerade in der Metaphysik mehr Klarheit und Gewißheit nötig zu sein als in der Mathematik, weil die mathematischen Dinge ihre Proben und Beweise in sich tragen, was die Hauptursache ihres Erfolges ist, während man in der Metaphysik dieses Vorteils entbehrt. Daher ist bei dieser ein ganz besonderes Verfahren beim Aufstellen der Sätze und gleichsam ein Faden im Labyrinthe nötig, mit dessen Hilfe die Fragen, nicht weniger als bei der Methode des Euklid, völlig rechnungsmäßig gelöst werden, wobei indessen die Klarheit in acht genommen werden muß, die den landläufigen Redensarten keine Zugeständnisse macht." [24] - Leibniz

"Nicht alles, was wahrscheinlich scheint, ist es auch." [25] - Aristoteles

"Der Charakter der Falschheit verrät sich bei ihnen sofort und in den meisten Fällen für solche, die auch nur wenig Überblick haben." [26] - Aristoteles

"Er folgert aus Annahmen, die zwar seiner Wissenschaft eigentümlich, die aber nicht wahr sind." [27] - Aristoteles

"Ist doch philosophieren zwar besser als Geld erwerben, aber für den Dürftigen nicht wünschenswerter als das Notwendige." [28] - Aristoteles

"Denn von dem Schlechten kann man nicht sagen, dass es mehr oder minder gut ist als ein anderes, sondern nur, dass es mehr oder minder schlecht ist." [29] - Aristoteles

"Sind alle gerecht, so braucht es keinen Mut. Sind aber alle mutig, so braucht es Gerechtigkeit." [30] - Aristoteles

"Dadurch, dass die Seele von der natürlichen Verwirrtheit aus auf festem Boden Fuß fasst, wird etwas erst besonnen und klug." [31] - Aristoteles
 

Aristoteles und seine Verteidigung der Philosophie

So wie seinerzeit Aristoteles die Philosophie-Verächter widerlegte, so könnte man auch die heutigen Philosophie-Verächter unter den Naturwissenschaftlern und Physikern widerlegen. "Wider die Philosophie“ (Against Philosophy) steht über einem Buchkapitel aus der Feder des Physik-Nobelpreisträgers Steven Weinberg, eines der Architekten des Standardmodells der Elementarteilchenphysik. Wortgewandt erklärt Weinberg dort seinen Lesern, dass die Philosophie dem Geschäft des Physiker eher schade als nutze. Zwar mag sie hin und wieder einmal eine gute Idee liefern, allzu oft aber sei sie eine Zwangsjacke, aus der sich die Physiker befreien müssten. Noch radikaler äusserte sich Stephen Hawking, als er publikumswirksam verkündete, die Philosophie sei „tot“, da die großen Fragen, über welche die Philosophen einst diskutierten, heute alle in den Händen der Physiker seien. Und auch Neil de Grasse Tyson, ein in Amerika berühmter Wissenschafts-Popularisator, stößt auf Youtube in dieses Horn: „Philosophen sind im Wesentlichen überflüssig geworden.“ Andere Physiker wie Carlo Rovelli sehen das allerdings anders. [32]

Die Debatte ist alles andere als neu. "Eine wunderbare Episode daraus ereignete sich schon im antiken Athen. Dort gab es im vierten Jahrhundert v. Chr. zwei berühmte Schulen: die des Isokrates und die Akademie Platons. Zwischen beiden herrschte eine Rivalität, die auch mit verschiedenen Konzepten dessen zu tun hatte, was unter Bildung zu verstehen sei. Isokrates bot eine hochwertige praktische Ausbildung an. Die Jugend der Athener Oberschicht konnte sich dort in Fachwissen und Techniken unterweisen lassen, wie man sie brauchte, um als Politiker, Anwalt, Richter oder Architekt erfolgreich zu sein. In der Akademie dagegen stand die Diskussion fundamentaler Fragen im Vordergrund: Was ist Gerechtigkeit? Was ist Schönheit? Woraus besteht die Materie? Und für solche Problemstellungen verwendete Platon das Wort „Philosophie“. Isokrates kritisierte diesen Bildungsbegriff offen, und seine Kritik ähnelt auffallend den Einlassungen zeitgenössischer Forscher, die behaupten, Philosophie habe in der Naturwissenschaft nichts verloren: „Wer Philosophie betreibt, Beweise führt, Argumente sammelt (...) und sich die Fragerei zur Gewohnheit gemacht hat (...) – aber nichts mit der praktischen Anwendung von alledem zu tun hat, der ist auch in den Dingen schlechter, die er eigentlich kann. Wer dagegen keine Ahnung hat von den Argumenten [der Philosophie], aber die richtigen Ansichten und wer in konkreten Techniken ausgebildet ist, der ist in der Praxis überall besser. Für die Wissenschaften ist Philosophie daher völlig unnütz.“ Nun gab es in Platons Schule aber einen brillanten Studenten, der auf Isokrates’ Kritik in einem kurzen Text, dem sogenannten Protreptikos, antwortete. Der junge Mann sollte später seine eigene Schule gründen und eine schöne Karriere machen – sein Name war Aristoteles. Seine Verteidigung der Philosophie wurde in zwei Jahrtausenden Geistesgeschichte nicht nur nicht widerlegt, sondern seine Argumente eher noch stärker gemacht. Und in ihrem Licht lassen sich auch aktuelle Zweifel über den Nutzen der Philosophie für die Wissenschaft beantworten." [33]

Das erste Argument des Aristoteles ist der Hinweis auf die Tatsache, dass eine allgemeine Theorie praktische Entwicklungen unterstützen kann. Nach einigen Jahrtausenden Wissenschaftsgeschichte ist dieser Einfluss der Philosophie auf die Wissenschaft überwältigend. Hier nur einige Beispiele: Die Erkenntnisse der antiken Astronomie – angefangen von Größe und Kugelgestalt der Erde, über die Abmessungen von Sonne und Mond sowie ihre Entfernungen von der Erde bis zur Bewegung der Planeten, überhaupt die ganze Basis, aus der sich die moderne Astronomie entwickelt hat – sind direkte Abkömmlinge der Philosophie. Die Fragen, deren sie sich verdanken, wurden in Platons Akademie oder dem aristotelischen Lyceum gestellt, und zwar aus theoretischem, nicht praktischem Interesse. Viele Jahrhunderte später machten Galilei und Newton große Fortschritte, indem sie das überkommene Wissen neu interpretierten, in neue Zusammenhänge stellten und auf ihm aufbauten. [34]

Aus einer urpsprünglich philosophischen Haltung speist sich zum Beispiel Einsteins allgemeine Relativitätstheorie. Einstein nennt die Namen von Philosophen, denen er Anregungen verdankt: zum Beispiel Leibniz und Schopenhauer. "Und tatsächlich ist es nicht schwer, in Gedankengängen, die ihn zur allgemeinen Relativitätstheorie führten, Schopenhauerische Ideen über Zeit und Repräsentation zu finden." Später verlassen Einstein allerdings alle guten Geister und er verlässt die wahre Philosophie. [35]

Warum hatte Philosophie hier diesen Einfluss? Obwohl Einstein später die Philosophie verließ, beantwortete er diese Frage vorher so: „Kenntnisse über historische und philosophische Hintergründe“, so schrieb er 1944 in einem Brief, „verleihen eine Art von Unabhängigkeit von den Vorurteilen seiner Generation, an denen die meisten Wissenschaftler leiden. Diese Unabhängigkeit durch philosophische Einsichten ist meiner Meinung nach das, was einen bloßen Handwerker oder Spezialisten von jemandem unterscheidet, der wirklich die Wahrheit sucht.“ Was man bei den größten Physikern über den Nutzen der Philosophie lesen kann, das ist das "genaue Gegenteil zu den Ansichten Weinbergs oder Hawkings." Später schrieb er allerdings den sogenannten Gottesbrief, den Albert Einstein an den deutschen Philosophen Erich Gutkind schrieb; dieser hat bei einer Versteigerung in New York alle Erwartungen übertroffen. Laut Christie’s wurde der eineinhalb Seiten lange Brief im Dezember 2018 für fast 2,9 Millionen Dollar versteigert. Das Auktionshaus hatte etwa die Hälfte erwartet. Der Bieter, der via Telefon an der Versteigerung teilnahm, blieb anonym wie bei der Versteigerung des Salvator Mundi, der später in einem islamischen Museum landete. Einstein hatte das Schreiben im Januar 1954 verfasst, nachdem Gutkind ihm ein Exemplar seines Buchs „Entscheide dich für das Leben: Der biblische Aufruf zur Revolte“ nach Amerika geschickt hatte. Der Physik-Nobelpreisträger, der damals in Princeton forschte und ein Jahr später starb, antwortete mit einem Abriss über seine Haltung zu Gott und Religion: „Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber reichlich primitiver Legenden.“ In dem Brief lehnte der jüdisch erzogene Einstein auch die These der Juden als auserwähltes Volk Gottes ab. Nach mehr als 50 Jahren in einer privaten Sammlung war der Gottesbrief vor zehn Jahren erstmals versteigert worden. Damals brachte er etwa 400000 Dollar ein. [36]

Das zweite Argument des Aristoteles ist folgendes: Wer die Nützlichkeit der Philosophie leugnet, betätigt sich damit selbst als Philosoph. Das ist nicht so trivial, wie es zunächst klingt. Weinberg und Hawking haben selbst wichtige Beiträge zur Physik geliefert, das taten sie als Physiker. Wenn sie aber Sätze schreiben wie „Philosophie nützt der Physik nichts“ oder „Die Philosophie ist tot“, dann betreiben sie keine Physik, sondern reflektieren darüber, wie Wissenschaft am besten vorgehen sollte. Es geht also um die wissenschaftliche Methode. Gute Wissenschaftler reflektieren ihre Methoden – daher ist es angemessen, wenn Weinberg und Hawking das auch tun. Aber wie tun sie es? Sie artikulieren eine bestimmte Idee über die wissenschaftliche Methode. Ist die nun eine ewige Wahrheit darüber, wie Wissenschaft immer schon vorgegangen ist und vorgehen sollte? Oder spiegelt sie das beste Verständnis wider, das wir heute über Wissenschaft haben? Weder noch. "Tatsächlich ist unschwer zu sehen, woher ihre Vorstellung kommt: aus dem logischen Positivismus, korrigiert durch Karl Popper und Thomas S. Kuhn. Auf deren Ideen der „Falsifizierbarkeit“ und der „wissenschaftlichen Revolution“ ruht die heute dominante methodische Ideologie der theoretischen Physik. Ständig wird dort auf sie Bezug genommen und werden Forschungsaktivitäten daran ausgerichtet oder danach bewertet. Indem Weinberg, Hawking und andere nun die Philosophie für tot oder unnütz erklären, orientieren sie sich an Wissenschaftsphilosophen, die sie gelesen oder deren Ideen sie in ihrer eigenen Umgebung aufgelesen haben. Wenn ihre Kritik an der Philosophie etwa lautet, es würden dort nur Scheinaussagen getätigt, also Wortfolgen, die aussehen wie Aussagen, aber mit keiner Bedeutung verbunden sind – so spottet etwa Neil de Grasse Tyson über die Philosophie –, dann verweist das auf den Wiener Kreis und seine antimetaphysische Haltung. Damit aber bekunden Weinberg, Hawking & Co. ihre Anhängerschaft zu einer bestimmten Richtung der Wissenschaftsphilosophie." [37]

Das ist im Prinzip nicht verwerflich. Das Problem ist nur, dass dies keine besonders gute Wissenschaftsphilosophie ist und weit entfernt von der des Aristoteles. Die Wissenschaftsphilosophie hat sich seit Carnap, Popper oder Kuhn weiterentwickelt. Die Art und Weise, wie Wissenschaft funktioniert, hat sich nämlich als vielschichtiger und subtiler erwiesen, als jene Denker es dargestellt hatten. "Weinberg und Hawking machen den Fehler, ein bestimmtes, in einem gewissen historischen Kontext aufgetauchtes und beschränktes Verständnis von Wissenschaft für die ewige Logik der Forschung zu halten." [38]

Eine heute übliche Beschreibung dessen, was Wissenschaftler tun, lautet: Daten sammeln und sich darauf einen Reim in Form von Theorien machen, wobei mit der Zeit neue Datenquellen erschlossen und Theorien weiterentwickelt werden. Hier erscheinen Wissenschaftler als rationale Akteure in einem Spiel, für das sie ihre Intelligenz einsetzen, eine spezifische Sprache sowie bewährte soziale und begriffliche Strukturen. Doch das Problem an diesem Bild ist, dass ebenjene
begrifflichen Strukturen sich ebenfalls weiterentwickeln. Wissenschaft ist nicht einfach nur ein wachsender Bestand an empirischen Informationen und eine Folge einander ablösender Theorien. Wissenschaft ist auch die fortwährende Suche nach den besten Begriffen und Ideen, um die Welt darin zu fassen gemäß dem aktuellen Wissensstand, auch wenn manche Wissenschaftler gar keine Ideen haben oder von falschen Voraussetzungen ausgehen und die Wissenschaft dadurch korrumpieren, wie Goethe, Leibniz und Thomas von Aquin herausfanden. Diese Verflechtung von Wissenserwerb und Begriffsänderung hat sich historisch in einem ständigen Dialog zwischen der Forscherpraxis und ihrer Reflexion entwickelt. "Das Denken der Wissenschaftler ist daher von Philosophie durchdrungen, ob ihnen das gefällt oder nicht." [39]

Damit wären wir wieder bei Aristoteles: „Philosophie gibt eine Richtschnur dafür, wie geforscht werden soll.“ Wissenschaftler, die wie Weinberg oder Hawking die Rolle der Philosophie für den wissenschaftlichen Fortschritt leugnen, glauben, für alle methodologischen Fragen eine letzte Antwort gefunden zu haben. Das macht sie konzeptionell weniger flexibel, als es für weitere Fortschritte nötig wäre. "Sie sind Gefangene der Ideologie ihrer Zeit. Ein Grund für die relative Sterilität der theoretischen Physik in den letzten Jahrzehnten könnte genau in dieser falschen Wissenschaftsphilosophie liegen. Popper und Kuhn sind bei theoretischen Physikern populär, und tatsächlich haben diese beiden Denker auf wichtige Aspekte dessen aufmerksam gemacht, wie erfolgreiche Naturwissenschaft funktioniert. Aber ihr Bild ist unvollständig, und ich vermute, dass eine unkritische Rezeption ihrer Einsichten die Forschung letztlich in die Irre geführt hat." [40]

"Meines Erachtens hat dies viel unnütze theoretische Arbeit und Verschwendung experimenteller Ressourcen nach sich gezogen. Willkürliches Herumspringen im unbegrenzten Feld der Möglichkeiten war in der Wissenschaft nie eine effiziente Strategie...Diese wiederholte Brüskierung der heute vorherrschenden Methodologie in der theoretischen Physik durch die Natur sollten eher zur Demut anhalten anstatt zu Arroganz im Hinblick auf die Philosophie...Die moderne Physik ist jedenfalls alles andere als unempfindlich gegenüber der Philosophie, sondern im Gegenteil tief von ihr betroffen. Doch ein Mangel an Bewusstsein dafür und die Weigerung, den um Klärung bemühten Philosophen zuzuhören, ist letztlich eine Quelle der Schwächung der Physik." - Carlo Rovelli
Hier schließlich noch ein Argument des Aristoteles: „Diejenigen Wissenschaften haben die Philosophie nötiger, wo größere Ratlosigkeit herrscht.“ Gegenwärtig ist die Fundamentalphysik in einer Phase erheblichen konzeptionellen Wandels. Dieser ergibt sich aus dem Erfolg sowohl der allgemeinen Relativitätstheorie als auch der Quantenmechanik sowie einer offenen „Krise“, heraufbeschworen durch das Fehlen einer allgemein akzeptierten Theorie der Quantengravitation. Das
ist auch der Grund, warum einige auf diesem Gebiet arbeitende Wissenschaftler – zu denen sich auch Carlo Rovelli rechnet – sich der Bedeutung der Philosophie für die Physik stärker bewusst sind. Man schaue sich nur mal eine Liste der Fragen an, die in der theoretischen Physik heute unter anderem diskutiert werden: Was ist Raum? Was ist Zeit? Was ist das „Jetzt“? Ist die Welt deterministisch? Müssen wir den menschlichen Beobachter mit in die Naturbeschreibung hineinnehmen? Soll Physik eher danach fragen, was „real“ ist, oder danach, „was man beobachten kann“? Oder gibt es noch eine dritte Alternative? Was ist die Wellenfunktion der Quantenmechanik wirklich? Was bedeutet „Emergenz“? Hat es überhaupt einen Sinn, nach einer Theorie für das Universum in seiner Gesamtheit zu suchen? Ist es sinnvoll, sich vorzustellen, die physikalischen Gesetze selbst könnten einer Evolution unterliegen? Nicht nur in den Augen des Carlo Rovelli ist es schwer vorstellbar, dass man bei der Suche nach Antworten auf solche Fragen die Gedanken früherer und heutiger Philosophen außer Acht lassen kann. [41]

Der Fairness halber ist allerdings festzustellen, dass manche der antiphilosophischen Haltungen unter Naturwissenschaftlern einen äusseren Grund haben: Sie sind Reaktionen auf die Geringschätzung der Naturwissenschaft in einigen Gebieten der Philosophie und der Kulturwissenschaften. Es gibt Philosophie-Departments, in denen Ignoranz gegenüber Naturwissenschaft zum guten Ton gehört. Doch wie die besten Naturforscher gewöhnlich den Philosophen zuhören, so verfolgen die besten Philosophen immer schon aufmerksam, was die Naturwissenschaft zu sagen hat. Von Platon und Aristoteles bis zu Leibniz und Thomas von Aquin, Goethe, Novalis, Schopemhauer. Kein wirklich großer Philosoph wäre je auf die Idee gekommen, all das einfach nicht ernst zu nehmen, was die Naturerforschung seiner Zeit über die Welt in Erfahrung gebracht hat, allerdings waren die Naturforscher noch nicht so korrumpiert wie sie zum Teil heute sind, wenn man sich zum Beispiel die Gentechniker ansieht, wie sie Pflanzen, Tiere und sogar Menschen gentechnisch verändern und von Wissenschaftsjournalisten wie Joachim Müller-Jung gelobt werden, die sogar die Frechheit besitzen, Aristoteles für ihre Zwecke zu missbrauchen und von einem "aristotelischen Mittelweg im Umgang mit der Gentechnik" sprechen. [42]
 

Bewusstseinsforschung

Viele Philosophen, besonders an amerikanischen Universitäten, stellt dies vor unlösbare Probleme. Der gesunde Menschenverstand gerät über sie ins Grübeln, solche Philosophen debattieren sie mit Verve, Kognitions- und Neurowissenschaftler mischen mit. „Bewusstseinsforschung“ ist ein Feld, auf dem nicht zuletzt heftig darüber diskutiert wird, was eigentlich und wie überhaupt zu erforschen sein soll. Wie viele andere Philosophen auch ist Daniel C. Dennett  auf diese Debatten seit den achtziger Jahren in einigen viel beachteten, auch ins Deutsche übersetzten Büchern eingegangen. Unermüdlich verfocht er die Auffassung von der "geistlosen Entstehung des Geistes" aus den Genen. Wenn diese Philosophen wenigstens "Idiota" im Sinne von Cusanus wären, also Laien, die sich mit Philosophie auseinandersetzen und heute oft zu besseren Ergebnissen kommen als "litterati philosophi", die gelehrten Philosophen. Sieht man sich die Bücher von Daniel C. Dennett an, reichen die Begriffe wie "Idiota" oder "litterati philosophi" nicht aus, denn eine derartige Ignoranz gegenüber den wahren Philosophen wie Platon, Aristoteles, Leibniz, Thomas von Aquin, Schopemhauer, findet sich nur bei vollkommen dekadenten Schein- oder Fersehphilosophen. "Auch das jüngste Buch des mittlerweile sechsundsiebzigjährigen Professors für Philosophie und Direktors des Center for Cognitive Studies an der Tufts University bei Boston liegt auf dieser Linie. Schließlich gehen die einschlägigen Debatten unter Hirnforschern, Kognitionswissenschaftlern und Philosophen munter fort." [43]

Dieser "Physikalismus" oder Materialismus des Daniel C. Dennett meint, "am Anfang steht die rein darwinistische Evolution von organischen Mechanismen und Fähigkeiten. Keine Zielvorstellungen geben ihr einen Entwicklungssinn vor, kein
vorab bestimmtes intelligentes Design, sondern ihr Medium ist das beharrliche Austesten von Varianten. Diese Bottum-up-Methode generiert erstaunliche Fähigkeiten von Lebewesen, ohne Beimischung eines Geistes, der sich davon
Rechenschaft geben könnte." Wenn die Domäne der darwinistischen Evolution überschritten wird und die "Beschleunigungen der kulturellen Evolution ins Spiel kommen" um sie zu "konzeptualisieren", greift Dennett auf den Materialisten Richard Dawkins zurück und versucht die Kritik an seiner Philosophie zu entkräften, was ihm allerdings nie gelingt. Der "naturalistische Zug seiner Überlegungen" ist voller naturalistischer Fehlschlüsse. Plötzlich soll dann aus dem Nichts der Geist auftreten. "Bei Dennett ist das ein Effekt der vielfältigen, aufeinander aufbauenden Denkwerkzeuge, die sich in unseren Köpfen festsetzen. Eine Computeranalogie kommt ihm zu Hilfe, um zu erläutern, wie sich in seinem Modellrahmen unsere Form der inneren Repräsentation der eigenen Denkwerkzeuge ausnimmt – als eine Benutzerillusion, so wie leicht handhabbare Benutzeroberflächen von PCs oder Apps sich über eine darunter liegende Maschinerie legen, wo die uns
verborgene Arbeit verrichtet wird."  So wie Dennett gibt es heute viele Schein-Philosophen, die eine "Erklärung der geistlosen Entstehung des Geistes" verfechten und damit in krassem Gegensatz zur "wahren Philosophie" stehen. [44]
 

Ignoranz gegenüber der wahren Philosophie / Wissenschaft, gegenüber Wahrheit und Religion, genmanipulierte Babies

Philosophen wie Daniel C. Dennett oder Richard David Precht ignorieren oder verunglimpfen die wahre Philosophie z.B. eines Aristoteles, eines Johannes Scotus Eriugena oder eines Thomas von Aquin. Obwohl seine eigene Philosophie als die eines Kartenhauses bezeichnet werden könnte, nennt Precht die Philosophie des Aristoteles oder die des Thomas von Aquin ein Kartenhaus. Er kritisiert die wahren Philosophen völlig zu unrecht und wirft ihnen sogar vor, sie unterstützten Aberglauben. Stattdessen hebt Precht materialistische Hirnforscher und materialistische Philosophen wie Epikur und Johannes Buridan auf sein Schild. Buridan hatte gesagt, dass eine materialistische Theorie des menschlichen Denkens nicht notwendig im Widerspruch zum Christlichen Glauben stehen muss. Alberus Magnus berichtet in seiner Metaphysik, dass der Materialismus "bis heute bei einigen überdauert." Johannes Buridan ist einer jener Philosophen, welche die antike materialistische Tradition im Mittelalter fortsetzen, Daniel C. Dennett und Richard David Precht setzen diese Tradition in der heutigen Zeit fort. [45]

Das Christentum bezeichnet Precht als "Transzendentalideologie" , als "Glaubensreligion eines entsetzlichen Auftrags" oder zählt es zu den "falschen Religionen". Precht und seine Freunde meinen, an Freiheit, Gerechtigkeit, das Gute, die Wahrheit "glaubt heute (fast) kein zeitgenössischer Philosoph mehr." Für ihn ist auch der "Sinn der Artenvielfalt" noch nicht geklärt. Er meint, um die Menschen zu ernähren, könne man auf einige Arten verzichten, einige vom Menschen manipulierte Arten oder Laborfleisch müssten doch reichen, seiner Meinung nach. Er meint daher: "Kein Philosoph und kein Ökologe vermögen stichhaltig zu begründen, warum es alle die Millionen Tierarten auf diesem Planeten geben muss." Aristoteles und all die anderen wahren Philosophen sowie das Christentum macht er für die heutige Tierquälerei in der Massentierhaltung verantwortlich. In Wirklichkeit ist dafür aber eine materialistische Philosophie wie seine eigene oder die eines Johannes Buridan verantwortlich und nicht die der großen Philosophen. Precht möchte auch einmal als großer Philosoph gelten, weshalb er ersteinmal alle großen Philosophen vom Sockel reißt. Die Philosophie des Leibniz nennt er "Gefasel von der besten der Welten". [46]

Ein Religionswechsel ist in der Antike nicht nur ungewöhnlich, sondern gilt vielen auch als unsinnig, weil Religion keine Frage des Glaubens sei, sondern der Kultur. Es gibt keine Alternative zwischen griechischen und römischen, ägyptischen und kleinasiatischen Göttern. Es gibt unterschiedliche Tempel und Bilder, verschiedene Namen und Kulte. "Nur wenn Religion mit Wahrheit zu tun hat, wie im Judentum und Christentum, ist eine Bekehrung möglich und sinnvoll. Die Antike kennt als ähnliche Entwicklung die Umkehr zur Philosophie: weg von einem sinnlosen, hin zu einem sinnvollen Leben." [47]

Was folgt aus der Ignoranz gegenüber der wahren Philosophie / Wissenschaft? Zum Beispiel unverantwortliche Menschenversuche: „Zwei wunderschöne kleine chinesische Mädchen namens Lulu und Nana kamen vor einigen Wochen weinend und so gesund wie jedes andere Baby zur Welt“, sagte der in Stanford ausgebildete Wissenschaftler der Nachrichtenagentur AP. Ziel der Genmanipulation sei es gewesen, die Kinder resistent gegen HIV zu machen. „Ich weiß, dass meine Arbeit umstritten sein wird, aber ich glaube, dass Familien diese Technologie brauchen, und ich bin bereit, für sie die Kritik auf mich zu nehmen“, sagte He in einem am Montag von AP verbreiteten Video. Mehr als 100 chinesische Biomediziner veröffentlichten einen offenen Brief, in dem sie „Menschenexperimente wie diese“ als „verrückt“ verurteilten. Die potentiellen Risiken für die Menschheit seien unkalkulierbar. Der Fall füge „der weltweiten Reputation und der
Entwicklung der chinesischen biomedizinischen Forschung einen großen Schaden zu“, schrieben die Forscher laut einem Bericht der chinesischen Zeitung „The Paper“. Die Unterzeichner riefen die Gesetzgeber auf, umgehend ein entsprechendes Verbot zu verabschieden. „Die Büchse der Pandora wurde geöffnet, und vielleicht haben wir eine Chance, sie zu schließen, bevor es zu spät ist“, heißt es in dem Brief. „Die Genom-Editierung mit Crispr/Cas9 ist zwar einfach, aber nicht sehr präzise, das System macht Fehler“, sagte Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Man könne nicht ausschließen, dass die Gen-Schere auch an anderen Stellen ins Genom eingreife. Zudem könne die Zelle beim Verbinden der abgeschnittenen DNA-Enden Fehler machen. Das könne sich erst nach Jahren zeigen. „Die beiden Kinder können diese Veränderungen an ihre Nachkommen weitergeben“, sagte Hauber. „Ein solches Vorgehen verurteile ich aufs schärfste.“ Zumal der von He angeführte Nutzen – ein Teilschutz vor HIV – äußerst fragwürdig sei. „Die Inaktivierung des CCR5-Rezeptors hat eine Feigenblatt-Funktion. Das bringt den Kindern keinen Vorteil.“ Stattdessen drohten sogar Nachteile: Studien deuten darauf hin, dass etwa eine West-Nil-Virus-Infektion bei Menschen ohne CCR5-Rezeptor schwerer verläuft. „Bei den Experimenten handelt es sich um unverantwortliche Menschenversuche“, sagte Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. [48]

He Jiankui aus der chinesischen Biotechmetropole Shenzhen behauptet: Zwei in diesem Monat geborene Zwillinge sind die ersten genmanipulierten Menschen in der Geschichte. Die Southern University of Science and Technology, der He angehört, hat sich in einer Stellungnahme über die Experimente empört und darauf hingewiesen, dass die Versuche weder genehmigt waren noch auf dem Universitätscampus stattgefunden haben. Zur angeblich weltweit ersten Geburt genmanipulierter Babys in China schreibt „Der Standard“ (Wien): „Die grundsätzliche Frage, die mit diesem genetischen Tabubruch einhergeht, besteht aber darin, ob solche Eingriffe in die menschliche Keimbahn aus ganz prinzipiellen Gründen verboten sein sollten oder nicht. In dem Punkt sind sich Forscher und Bioethiker längst noch nicht einig. Die Europäische Gesellschaft für Humangenetik etwa ließ kürzlich verlauten, kategorische Einwände seien aus ihrer Sicht nicht
überzeugend. Wer sich dieser Haltung anschließt, kommt um die nicht weniger gewichtigen Folgefragen nicht umhin: Unter welchen Bedingungen sollten solche Eingriffe in Zukunft gestattet sein? Sind sie nur dann ethisch vertretbar, wenn es um die mögliche Heilung tödlicher Krankheiten geht, oder auch für andere Zwecke denkbar, etwa zur genetischen Verbesserung? So unverantwortlich und verfrüht der Eingriff des chinesischen Forscherteams an den beiden Zwillingsmädchen war: Als Weckruf für die Politik und Gesellschaft könnte er gerade noch rechtzeitig gekommen sein.“ [49]

Wie dekadent der "Wissenschaftler" ist, zeigt sich daran wie der Forscher seine umstrittene Genmanipulation verteidigt. Auf einer Konferenz in Hongkong entschuldigte sich der chinesische Genforscher He Jiankui. "Nicht dafür, dass er die Gesundheit zweier Mädchen aufs Spiel gesetzt hat, als er Genveränderungen an ihren Embryos vornahm. Auch nicht dafür, dass er das Vertrauen in das ethische Verhalten seiner Zunft untergraben hat. Er entschuldigte sich dafür, dass die Nachricht von seinem Genexperiment vorzeitig an die Außenwelt gelangt sei, bevor er eine wissenschaftliche Studie veröffentlichen konnte, die seine Aussagen hätte belegen können. Viele andere hatten hingegen vermutet, es sei durchaus kein Zufall, dass die Meldung von den ersten genveränderten Babys der Welt just einen Tag vor dem zweiten Weltgipfel zum Genome Editing in Hongkong veröffentlicht wurde. He Jiankui war dort als Redner angemeldet." Auf viele Fragen nach seiner ethischen Verantwortung gab er hingegen keine oder nur vage Antworten. Ob die von ihm angewandte Crispr-Cas9-Methode mit all ihren potentiellen Neben- und Langzeitwirkungen wirklich schon genügend erforscht sei. Warum er den Eingriff gemacht habe, obwohl es andere Wege gebe, die Übertragung des Virus durch einen HIV-positiven Vater auszuschließen. Woher er wisse, dass die Versuchsteilnehmer sich der Risiken bewusst gewesen seien. Sie seien hochgebildete Menschen, versicherte He, Leute, die in Selbsthilfegruppen organisiert seien, wie das in China oft der Fall ist. Und sie würden viele wissenschaftliche Publikationen zu dem Thema kennen. Acht Paare, so berichtete er, hätten sich freiwillig für das Experiment gemeldet. Alle Väter seien HIV-positiv gewesen, die Mütter HIV-negativ. Ein Paar sei vorzeitig ausgestiegen. An 30 Embryonen habe er die Methode angewandt. „Wegen der aktuellen Situation“, gemeint war
die Empörung in aller Welt, sei die Versuchsreihe derzeit „unterbrochen“. Einen weiteren Fall einer potentiellen Schwangerschaft habe es gegeben.  „Warum haben Sie diese rote Linie überschritten?“, wollte ein hörbar erregter Wissenschaftler der Peking-Universität wissen. Damit habe er gegen den Konsens in der Wissenschaftsgemeinschaft verstoßen. „Auch der chinesischen“, betonte der Redner. Immer wieder wurde He gefragt, warum er sein Experiment vor den zuständigen Stellen und seiner Universität geheim gehalten habe und wer über seine Arbeit informiert gewesen sei. Neben seinem Team seien das vier Personen gewesen, darunter ein namentlich nicht genannter Professor in den Vereinigten Staaten und ein Forscher der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. Die Identität der Kinder und ihrer Eltern werde er nicht preisgeben, sagte He. In China sei es verboten, HIV-Infizierte zu outen. Am Ende wurde He
noch gefragt, ob er sein eigenes Kind auch einem solchen Experiment unterziehen würde. „Wenn mein Kind in der gleichen Situation gewesen wäre“, sagte er, „hätte ich es als Erstes mit ihm versucht.“ [50]

Die Entrüstung, auch ausserhalb Chinas, entzündet sich an dem rücksichtslosen Vorgehen und der Heimlichtuerei des Genforschers: zu früh, zu riskant und absolut intransparent. Niemand findet es aber offensichtlich noch verwerflich, von
wenigen Ausnahmen bisher abgesehen, "wenn der Rubikon des Keimbahneingriffs überschritten und das generationsübergreifende Gen-Design des Menschen möglich gemacht wird." Generationen von Ethikern, Intellektuellen und Politikern, die Kirchen allen voran, hatten sich im Streit über künstliche Befruchtung, Abtreibung, das Klonen und auch noch in der Stammzelldebatte bereits von der wahren Philosophie verabschiedet. Schon die Versammlung in Hongkong, die sich als wissenschaftliche Clearingstelle des Fortschritts versteht und die wie seinerzeit zur Geburtsstunde der Gentechnik vor vierzig Jahren in Asilomar einen „akademischen Aufsichtsrat“ bildet, hat die Erwartungen klar formuliert – und zwar als kulturübergreifender Konsens von West bis Ost: Irgendwann, wenn bestimmte Kriterien hinsichtlich Sicherheit und Effizienz der Gen-Eingriffe erfüllt sind, könnten auch Eingriffe in die Keimbahn akzeptabel sein. Zum ersten Mal wurde auf der Konferenz klar skizziert, wie so ein „Pfad in die Translation“ und damit die künftige Anwendung in den Kliniken gestaltet werden müssten. Nicht mehr das Ob, sondern das Wie der  Keimbahneingriffe ist zu diskutieren. Selbstverständlich richtet die Wissenschaft, der man Menschenzüchtung nicht unterstellen darf, dabei den Blick allein auf die Medizin. Wenn es um genchirurgische Eingriffe geht, die lediglich auf den kranken Menschen selbst beschränkt sind und nicht zur Genveränderung auch der Nachkommen führen", gibt es durch falsche Philosophie bereits gesellschaftlich längst den kulturübergreifenden Konsens: Blutzellen oder Körpergewebe, die nach einem präzisen Gen-Eingriff zur Heilung beitragen, wird von den Ignoranten der wahren Philosophie nicht ernsthaft als unzulässige Grenzverletzung missbilligt. Auch wenn es für diese Pseudowissenschaftler heikler ist, bei Ei- und Samenzelle oder den Embryonen, die im Zuge einer künstlichen Befruchtung gentechnisch zugerichtet werden sollen. Man kämpft eigentlich nur noch mit biologischen und technischen Unwägbarkeiten. Welche Folgeschäden die chinesischen Crispr-Zwillinge erwarten, ist heute völlig unklar. Mit dem Hinweis „noch nicht“ macht die Gentechnik-Versammlung im Abschlussdokument deutlich, dass sie die Tür grundsätzlich sehr wohl öffnen möchte, um auf diese Weise schwere bis tödliche Krankheiten aus dem Erbe betroffener Familien tilgen zu können. Diese Art Wissenschaftler werden von Wissenschaftsjournalisten wie Joachim Müller-Jung gelobt, zudem findet er Genmanipulation völlig normal: "Wo gibt es das auch schon: ein starkes Recht auf ein unmanipuliertes Genom, auf eine „natürliche“ Genausstattung? Nirgends. Es stimmt schon, Embryonen dürfen bei uns nicht manipuliert werden. Aber wer sagt denn, dass diese Grenze gehalten wird, wenn der Eingriff nur zum Besten der Kinder ist und unnötiges Leid in den Familien verhindert werden kann? Dass dies im Sinne einer Mehrheit sein könnte, haben Umfragen in den Vereinigten Staaten und in China eindrücklich gezeigt, wo je fast drei Viertel der Befragten Keimbahntherapien in anderweitig ausweglosen Situationen zustimmten." Dem moralischen Dilemma war sich He durchaus bewusst, die Diskussion hat er beispielsweise mit dem amerikanischen Medizinethiker William Hurlbut an der Universität Stanford geführt. Gewissenskonflikte und Sicherheitsbedenken schreckten He und derartige Wissenschaftler jedoch nicht ab, und es soll auch in den Vereinigten Staaten Mitwisser gegeben haben, nicht zuletzt die Gutachter, denen die zur  Veröffentlichung eingereichte Studie wohl vorlag. Auch müssen weitere Wissenschaftler und Ärzte beteiligt gewesen sein, He handelte nicht allein. Niemand hat ihn aufgehalten. "Womöglich ist derzeit noch eine weitere Frau schwanger. Das gab Jiankui He auf Nachfragen zu, als die um Fassung bemühte Expertenrunde am Mittwoch insistierte und Grundlegendes wissen wollte, nicht nur genetische Details. Über eine Aids-Selbsthilfegruppe hatte er offenbar sieben Paare gefunden, die aufgrund einer HIV-Infektion der Männer verzweifelt genug waren, dass sie sich ihren Kinderwunsch von He und seinen Mitstreitern erfüllen lassen wollten. Angeblich waren sie gebildet und wurden minutiös über alles aufgeklärt, doch ob sie wirklich verstanden haben, worauf sie sich da einlassen? Was es für ihre Kinder bedeutet, wenn diese mindestens achtzehn Jahre lang unter medizinischer Beobachtung stehen, wie es anscheinend geplant war? Und wussten sie, wie unerprobt das Verfahren ist? Dass ihre Kinder, wenn überhaupt geboren, weltweit die ersten Designerbabys sein würden? Mit ungeahnten Gesundheitsrisiken?" Solche Off-Target-Veränderungen sind gefürchtet, weil Gene dadurch ihre Funktion verlieren können oder auch Krebswucherungen angeregt werden. [51]

Ob an den Börsen schon früher einige Bescheid wussten? Die Börsenwerte zweier Unternehmen, die in dem Bereich der Anwendung des Genomschere Crispr-Cas9 forschen, schossen aber schon vorher um rund 20 Prozent in die Höhe. Die Rede ist von den Unternehmen Crispr-Therapeutics und Editas Medicine. Die beiden Unternehmen sind, zusammen mit Intellia Therapeutics, die führenden Unternehmen im Bereich der Forschung zur Anwendung von Crispr-Cas9 in
der Medizin. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich die Pharma- und Biotechnologiebranche in Stellung gebracht hat, um die mögliche Anwendungen des im Jahre 2012 entdeckten Proteins Crispr-Cas9 zu erforschen. An vorderster Front stehen dabei die drei börsennotierten, aber weitgehend unbekannten Unternehmen Crispr-Therapeutics, Editas Medicine und Intellia Therapeutics. Insgesamt kommen die drei Unternehmen auf einen gemeinsamen Börsenwert von rund 4 Milliarden Dollar, wovon der größte Anteil – nämlich 2 Milliarden Dollar – auf die Marktkapitalisierung von Crispr-Therapeutics entfällt. Das ist im Vergleich zu großen börsennotierten Biotech-Firmen immer noch winzig. Mitgründerin der in Basel ansässigen Crispr-Therapeutics ist Emmanuelle Charpentier, eine der beiden Entdeckerinnen des Proteins. Interessant ist auch, dass die zweite Entdeckerin, Jennifer Doudna, an der Gründung von Intellia Therapeutics mitgewirkt hat. Bekannter sind hingegen die Namen, die entweder in die Unternehmen investiert sind oder Kooperationen mit ihnen pflegen. So existiert bereits ein Joint Venture mit dem Namen Casebia Therapeutics zwischen Bayer und Crispr-Therapeutics. Intellia Thrapeutics ist dagegen mit dem Schweizer Pharmariesen Novartis eine Kooperation eingegangen. Und einer der Investoren des amerikanischen Unternehmen Editas Medicine ist der Microsoft-Gründer Bill Gates. [52]

Ohne wahre Philosophie sollte, um Antworten auf diese strittigen Fragen erhalten, schon Ende 2015 ein internationales Gipfeltreffen dienen, zu dem die Wissenschaftsakademien der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Chinas eingeladen hatten. Damals nämlich begann der Boom der Gen-Scheren wie Crispr-Cas9, mit denen man die Genfunktionen aller Lebewesen durch das Entfernen oder Ersetzen molekularer Buchstaben (Basen) ihrer Genome verändern kann. Die Folgekonferenz in Hongkong im November 2018 versammelte 400 Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler, um Zwischenbilanzen zu ziehen. Der Nobelpreisträger David Baltimore kritisierte zwar in seiner Eröffnungsrede den Gentechniker He, setzte sich aber weiter für die "Genreparatur-Techniken" ein. Er meinte "die Hoffnung sei deutlich gewachsen, Genreparatur-Techniken zur Behandlung schwerer Krankheiten anwenden zu können. Der bis zum Platzen gefüllte Hörsaal gehorchte dem Moderator, der um Redefreiheit für den Brandstifter bat. Ein Abschlusskommuniqué zeigt "den unbeirrten Willen, die Fortschritte des Gen-Editierens weiterzutreiben. Forscher aus dem Londoner Francis Crick Institute zeigten mit Hilfe von Crispr angestellte Untersuchungen, aus denen grundlegende Einsichten zur Verbesserung von assistierter Befruchtung (80000 IVF-Versuche pro Jahr in Deutschland) und zur Therapie bisher unverstandener Krankheiten erwachsen sollen. Großbritannien, Belgien oder Israel erlauben es, zu Forschungszwecken Embryonen herzustellen und zu kultivieren (für maximal 14 Tage: dann sind sie etwa 0,2 mm groß). Diese Staaten setzen sich hier
von Ländern ab, die Forschung nur an verwaisten IVF-Embryonen zulassen (Frankreich oder Japan) oder Embryonenforschung gänzlich untersagen (Deutschland, Portugal oder Irland). Gendefekte zu reparieren, die zu krankhaften Störungen bestimmter Zellfunktionen führen, ist die ethisch und technisch vergleichsweise unproblematische Hoffnung der Medizin. Noch risikobehafteter und schon daher zu Recht ungleich strittiger sind medizinisch motivierte Reparaturen am Erbgut von Spermien oder von (un)befruchteten Eizellen. Hier nämlich können nicht nur alle Zellen des sich entwickelnden Organismus betroffen sein, sondern zudem auch die der Kinder und Kindeskinder. "In Hongkong gab es deutlich optimistischere Stimmen. Mit verfeinerten Crispr-Techniken, der neuen Methode des Basen-Editierens und Qualitätstests an Zelllinien aus experimentell veränderten Embryonen meint man Präzision und Sicherheit zu gewinnen." Auch die Methode der Präimplantationsdiagnostik war In Hongkong eine Alternative, die allerdings als Selektionsmaßnahme nicht von allen Betroffenen ethisch akzeptiert wird. Zudem rücken neuerdings auch polygene Krankheiten in den Bereich
möglicher zukünftiger Behandelbarkeit. Auch hier steigen die Hoffnungen, eines Tages auch schwerste Beeinträchtigungen zu bekämpfen. Und auch diese Zukunftsmusik ertönte leise in Hongkong. Obwohl es bei der Hälfte aller Vorträge um Ethik, soziale Akzeptanz, und (inter)nationale Regulationen, ging, wurde das Gebiet der wahren Philosophie verlassen um "eine Konvergenz zugunsten liberaler ethischer Positionen in der Embryonenforschung wie auch in der Frage künftiger Keimbahntherapien" zu erreichen.  Einen ähnlichen Tenor haben fast alle Ethik-Stellungnahmen, insbesondere diejenige der amerikanischen Akademien von 2017 und diejenige des britischen Nuffield Council von diesem Jahr. Immerhin sagt der niederländische Bioethiker Guido de Wert, der menschliche Genpool („das Erbe der Menschheit“ wie die Unesco mehrdeutig formuliert) dürfe nicht vorsätzlich verändert werden. [53]
 
 

Anmerkungen

[1] Siehe Kurs Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences. Akademie der Kunst und Philosophie
[2] Vgl. auch Abschnitt und Anm. 32; Leider sind die heutigen Elite-Universitäten meilenweit von einer aristotelischen "Wissenschaft des Guten" entfernt. Man geht von falschen Prämissen aus und kommt dann natürlich auch zu falschen Schlüssen; zum Physikalismus und Psychismus sowie Positivismus vgl. Science Review Letters 2018, 17, Nr. 877, Nr. 895 und FAS 2018, Nr. 13, p. 20; Nr. 2, p. 65; FAZ 2018, Nr. 68, p. N1;  Mehr dazu in den Kursen Nr. 533 Aristoteles - Philosophy of Sciences Nr. 566 Meister Eckhart, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften, Nr. 562 Dante, Nr. 531 Plato. Ib.
[3] Lorenz Gyömorey: Auf den Spuren der Mütter, Paul Zsolnay Verlag, Wien-Hamburg 1977; Steiner, R.: Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums. GA 124, dreizehn Vorträge 1910-1911, Dornach/Schweiz 1999; Ders. Der Tod als Lebenswandlung. GA 182; sieben Vorträge 1917/1918. Ib. 1998; Ders.: Das Sonnenmysterium. GA 211, zwölf Vorträge 1922, Ib. 2006; Ders.: E. Betrachtungen k. Zusammenhänge. Bde 1-6, GA 235-240, 81 Vorträge 1924, Ib; zu Medizin auf Abwegen vgl.; Api Review letters 2018, 17, Nr. 1128; vgl. auch Anm. 1 und 2 sowie Kurse Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 500 Thomas von Aquin, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Ib.
[4] Ib.
[5] Ib.;Anm. 1; und Kurs Nr. 531 Plato. Ib.
[6] Ib.;Anm. 1 und Kurse Nr. 503 Nominalistische Weltanschauungen, Nr. 502 Thomismus in der heutigen Zeit, Nr. 501 Summ Theol, Nr. 500 Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles, Nr. 562 Dante. Ib.
[7] Ib. In der Der Völkervermischung (Helenen und Orientalen) sah man den historischen Sinn, den Boden für die Aufnahme der Weltreligion des Christentums vorzubereiten. "Der völkervereinende Impuls des Hellenismus war in der Tat der heidnische Herold für den völkerversöhnenden Geistesraum des künftigen Christentums.Es ist daher bezeichnend, daß Alexandria kurz nach dem Fall von Ägypten unter die Herrschaft Roms zum Mutterboden des Frühchristentums und der Theologie der Kirchenväter geworden. Hier wirkte unter vielen anderen besonders Klemens als der Begründer der hellenistisch-christlichen Philosophie des Abendlandes." (Ib. und Johann Gustav Droysen 1833, Geschichte Alexanders des Großen, Berlin)
[8] Ib; Siehe Anm. 1
[9] Ib.
[10] Ib.
[11] Ib.
[12] Die sophistische Philosophie dagegen bedeutete Subjektivität der Erkenntnis, Relativismus der Ethik, Nihilismus und Materialismus, wie wir sie noch heute in der Naturwissenschaft und analytischen Philosophie antreffen. Die Sophistik tauchte auf wie eine Kinderkrankheit der neugeborenen Philosophie. Die Sophisten missbrauchten mit all ihrer Haarspalterei die eben erst erworbene Fähigkeit der Kritik und brachten den griechischen Geist an den Rand des Abgrundes. Siehe Anm. 6 und Kurse, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 513 Schelling: Philosophie der Mythologie, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[13] Ib.
[14] Siehe Anm. 6
[15] Siehe Kurs, Nr. 551 G.W.F. Hegel - Philosophie der Wissenschaft, Kunst und Religion. Ib.
[16] Siehe Kurs Nr. 550 Dostojewskij. Ib.
[17] Heute ist vielfach ein "fundamentales Gefühl der Unfreiheit" weit verbreitet - vor allem, aber nicht nur in der muslimischen Welt. "Wenn der Wille am meisten zurückgedrungen ist, erleben wir Angst. Aller Kummer und Leiden hängen unmittelbar mit dem Erleben des Verlustes an Kräften, uns außerhalb unseres eigenen Willens angetan, zusammen. Auch diese negativen Gefühle differenzieren sich. In der Angst ist der Boden des Ichs weggeschlagen." Von Aristoteles wird das Denken des Denkens als die göttliche Qualität ersten Ranges angesehen. (Mieke Mosmuller 1994, Suche das Licht, das im Abendlande aufgeht, Den Haag; Dies. 2007: Der heilige Gral. Occident. Baarle Nassau); vgl. Anmerk 2 und 23
[18] Ib. 
[19] Steiner, R.: Philosophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923, GA 35. Ib. 1984; vgl. Anm. 6 und 12; zum Schicksal der Werke siehe Strabon, Geographica 13, 54, Paul Gohlke 1948, Aristoteles und sein Werk, Paderborn 
[20] Vgl. Anm. 1 und 6 sowie Kurs Nr. 562 Dante. Ib.
[21] Ib.
[22] Ib.
[23] Ib.; vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 564 Aurelius Augustinus. Ib.
[24] Vgl. Kurs Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Ib.
[25] Vgl. Anm. 1
[26] Vgl. Anm. 2
[27] Ib.
[28] Vgl. Anm.. 1 und Kurse, Nr. 511 Fichte - Philosophie der Erziehung, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 500 Thomas von Aquin, Nr. 531 Plato. Ib.
[29] Ib.
[30] Ib.
[31] Ib.
[32] Carlo Rovelli 2018: Physics Needs Philosophy, Philosophy Needs Physics in Foundation of Physics 48: 481-491; Ders. 2018: Vom Nutzen der Philosophie für die Physik. Wenn Physiker an die Grenzen des Erforschbaren vorgedrungen sind, neigen sie zuweilen der Meinung zu, damit das Geschäft der Philosophen zu übernehmen. Der Irrtum, sich nicht mit der wahren Philosophie zu beschäftigen, zeigt sich bei vielen Physikern, nicht zuletzt auch beim späten Albert Einstein, vgl Api Review Letters 2018, 18, Nr. 1154, und FAZ 2018, Nr. 284; Nr. 214, p. 1; FAS 2018, Nr. 31; Carlo Rovelli, Jahrgang 1956, ist Professor für theoretische Physik an der Universität Aix-Marseille
[33] Ib.
[34] Ib.
[35] Ib.; vgl. Kurse Nr. 505 Schopenhauer, Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Ib.
[36] Ib.; zu Einstein vgl. Anm. 32
[37] Ib.; zum "Wiener Kreis" vgl. auch Kurs Nr. 532 Philosophie der Wissenschaften. Ib.
[38] Ib.
[39] Ib.; zu: auch wenn manche Wissenschaftler gar keine Ideen haben, oder von falschen Voraussetzungen ausgehen und die Wissenschaft dadurch korrumpieren, wie Goethe, Leibniz und Thomas von Aquin herausfanden, vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 020 Goethe: Wissenschaft, Kunst und Religion, Nr. 501 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period II, Nr. 502 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period III, Nr. 582 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period IV, Nr. 531 Plato. Ib.
[40] Ib.
[41] Ib.; vgl. Anm. 39
[42] Ib.;  zu vergifteten und krankmachenden Lebensmitteln, genmanipulierten Pflanzen, Tieren und Menschen vgl. Kurse Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz, Nr. 501 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period II: Summa Theol., Nr. 502 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period III . Ib. sowie Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung / Zentrum für natürliche Bienentherapie 2018: Gefährliche Suessigkeiten. Pressemitteilung;  Ders. 2018: Mechanistische Sichtweise in der Schulmedizin und unvorhersehbare Folgen der personalisierten Medizin. Ib.
[43] Api Review Letters 2018, 18, Nr. 1156, und FAZ 2018, Nr. 185, p. 10; vgl. Abschnitt und Anm. 2f und 32-42
[44] Ib.
[45] Api Review Letters 2018, 18, Nr. 1158 und Richard David Precht (2016); zu Alberus Magnus, Johannes Scotus Eriugena und Thomas von Aquin vgl. Kurse Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 500 Thomas von Aquin I: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period II: Summa Theol., Nr. 502 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period III, Nr. 582 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period IV, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena. Ib.
[46] Ib.; zu Leibniz vgl. Kurs Nr. 567 Gottfried Wilhelm Leibniz. Ib.
[47] Thomas Söding 2018: Religion und Wahrheit. Freiburg; Science Review Letters 2018, 17, Nr. 940 und Christ in der Gegenwart 2018, 70, Nr. 28, p. 315; Nr. 32, p. 354 
[48] Api Review Letters 2018, 18, Nr. 1172 und FAZ 2018, Nr. 281; Nr. 280; Nr. 278; Nr. 277; Nr. 276; FAS 2018, Nr. 48
[49] Ib. 
[50] Ib.
[51] Ib.; vgl. auch Abschnitt und Anm. 42
[52] Ib.
[53] Ib.
 
 

Zur Philosophie und Kultugeschichte des Mittelalters, der Schule von Chartres und der Renaissance vgl. Kurse: Nr. 581 Bernhard von Chartres, Nr. 580 Wilhelm von Conches, Nr. 579 Albertus Magnus, Nr. 578 Pierre Abaelard, Nr. 574 Johannes von Salisbury, Nr. 577 Petrus Lombardus, Nr. 576 Gilbert de la Porrée / Gilbert von Poitiers, Nr. 565 Johannes Scotus Eriugena, Nr. 575 Thierry de ChartresNr. 571 Alanus ab Insulis, Nr. 572 Anselm von Canterbury, Nr. 570 Hilarius von Poitiers, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher I, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher II, Nr. 568 Nicolaus Cusanus - Renaissance Philosopher III, Nr. 564 St. Ambrosius, Nr. 564 St. Augustinus, Nr. 500 Thomas von Aquin I: Summa contra Gentiles, Nr. 501 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period II: Summa Theol., Nr. 502 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period III, Nr. 582 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period IV, Nr. 583 St.Thomas Aquinas - Philosopher of Gothic period V, Nr. 566 Meister Eckhart , Nr. 562 Dante, Nr. 320 Romanische Kunst und Architektur , Nr. 325 Kunst und Architektur der Gothik, Nr. 326 Kunst und Architektur der Renaissance, Nr. 350 Byzantinische Kunst und Architektur. Akademie der Kunst und Philosophie
 
 

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