Zentrum für wesensgemaesse Bienenhaltung / Centre for ecological Apiculture

Alte Traditionen in Imkerei und Weinbau - Natur Honig (Tropfhonig) oder Biohonig aus der Magazin- und Rähmchenbetriebsweise mit Rauch- und Schwefelanwendung und künstlichen Wabenteilen?


(Old Traditions in Apiculture and Viniculture - Natural Honey (raw honey / run honey) or Organic Honey fom framehive beekeeping with smoke, sulphur and artificial parts of the comb?)

Abstract: In most cases organic produce are a good choice. The slogan: "without genetic engineering because it's organic" does not apply to supermarkets. Organic Honey and other organic beeproduce do not live up to expectations at all. In most cases natural beekeeping is pretended, in parts even ecological, sustainable or bee-friendly beekeping. Warré hive beekeeping. Almost no difference between organic and non-organic beekeeping method. The beecolonies are neither being kept ecological in organic apiaries nor in non-organic apiaries. The "traditional" framehive beekeeping and sugar feeding allows organic beekeepers to harvest as much honey as beekeepers from other beekeeping associations. Many authors who write about organic beekeeping or certified organic apiaries, have more phantasy and the ability of pure invention than real specialist knowledge. The aims and principles of an organic apiary still remain rationalisation and higher yields at the expence of the beecolony's health. Mrs. Bentzien describes the organic apiary highly imaginative in the most rosy colours; this apply also to organisations such as "natural beekeeping trust"; but the reality of organic beekeeping is different: those beekeepers who are allowed to use an organic label are allowed to feed sugar, to carry out artificial insemination of the queen - well, of course an "insemination of the queen without much injuring" should be guaranteed - , to use non natural queenbreeding methods ("grafting"), to add artificially created parts of the comb (which disturbs communication among the colony), to fix these artificially created parts of the comb with wire, the use of magazines and supers (for instance framehive beekeeping, rotating framehive and warre beekeeping), the use of smoke (which by the way can be called an act of cruelty to bees), even the Pressing-Method is not prohibited; Some organic beekeepers even clip the wings of the queen to prevent swarming - a technique which is supported by many beekeeping associations and scientists. Travelling with beecolonies is also allowed in organic beekeeping; that's the reason why also organic beeproduce may be contaminated with heavy loads of pesticides and antibiotics. Translocation of Neonikotinoid Insecticides from coated Seeds to Seeding Guttation Drops: A Novel Way of Intoxication for Bees. Against industrialisation of apiculture and viniculture. Mass-produced articles sold in supermarkets: Food processing industry uses the full repertoire of food technology; regarding beeproduce for instance: ripening machine, heated honey homogenisators, ultrafiltration, honeypowder, artificial comb honey; Medihoney

Bio-Produkte sind in der Regel eine gute Wahl. Der Slogan: "Ohne Gentechnik weil Bio" gilt aber nicht für den Supermarkt.Bio-Honige und andere Bio-Bienenerzeugnisse halten nicht, was sie versprechen. Es wird eine natürliche Bienenhaltung, teilweise sogar artgerechte oder wesensgemaesse Bienenhaltung vorgegaukelt, es wird mit Bildern von Strohkörben geworben, obwohl es fast keinen Unterschied zwischen Bio- und nicht Bio-Bienenhaltung gibt. Die Bienen werden weder bei den Bio-Imkern noch bei ihren konventionellen Kollegen artgerecht oder wesensgemäß gehalten.  Durch die übliche Rähmchen- und Magazinimkerei und die auch bei Bio- und mellifera-Imkern erlaubte Zuckerfütterung kann ein Bioimker inzwischen genau so viel Honig ernten wie etwa ein Imker des Deutschen Imkerbundes (DIB). Viele Autoren, die über ökologische Bienenhaltung, bio-zertifizierte Imkerei schreiben, besitzen mehr Phantasie und Erfindungsgabe als wirklichen Sachverstand. Die Hauptziele der Bio-Imkerei bleiben die Rationalisierung und Ertragsmaximierung auf Kosten der Bienengesundheit. Frau Bentzien beschreibt die Bio-Imkerei sehr phantasiereich in den rosigsten Farben; die Wirklichkeit sieht aber so aus: wer das deutsche Biosiegel auf seine Honiggläser klebt, darf Zucker füttern, den Honig erhitzen, die Königin künstlich besamen - es sollte allerdings "eine verletzungsarme Besamung der Königin" gewährleistet sein - , künstliche Königinnenzucht betreiben ("Umlarven"), künstlich erzeugte Wabenteile einbauen (was die Kommunikation innerhalb des Bienenvolkes empfindlich stört), diese mit Drähten umwickeln, sogar die Pressing-Methode sowie die Magazin- und Drehrahmenbeute wird nicht ausdrücklich verboten; Manche Bio-Imker beschneiden sogar die Flügel der Königin - eine Technik, die von vielen Fachberatern, Imkermeistern und Wissenschaftlern gutgeheißen wird. Einfach imkern in der Bienenkiste?

Ein ausgiebiges Wandern mit den Bienenvölkern ist leider auch bei Bio-Imkern sehr verbreitet, weshalb Bio-Bienenprodukte mitunter stark mit Pestiziden und Antibiotika belastet sein können. Manche Pestizide sind bis zu 7000 mal giftiger als DDT und lassen sich in Guttationstropfen wiederfinden. Gegen die Industrialisierung in Weinbau und Imkerei. In Supermäkten für wenig Geld abgegebenen Massenware: Für ihre Herstellung nutzt man heute das gesamte Repertoire lebensmitteltechnischer Kunstgriffe. Bei Bienenprodukten zum Beispiel: Reifungsautomaten, doppelwandig beheizte Rührwerke zur Aufbereitung und Homogenisierung des Honigs, Ultrafiltration, Honigpulver, künstlicher Wabenhonig; Medihoney

Wir berichteten in den  Apicultural Review Letters [1] , man rechne damit, daß der Umsatz mit Bioprodukten jährlich um 5 Milliarden Dollar wachsen und schon 2007 die Marke von 40 Milliarden Dollar überschreiten werde. Die größten Märkte für Bioprodukte sind Deutschland, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Schweden. Aus dem einstigen Nischenangebot für Gesundheitsbewusste oder Alternative ist eine Wachstumsbranche geworden. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für die Kosmetikwirtschaft und die Gastronomie. Bioland, das Logo eines Herstellerverbandes, ist die beliebteste Biomarke, gefolgt von BioBio, der Biomarke des Einzelhandelskonzerns Tengelmann und Alnatura. Alnatura ist der Eigennahme der größten deutschen Supermarktkette. Auf den Rängen vier und fünf folgen die Marken Ökosiegel und Demeter, bevor mit größerem Abstand die kleineren Marken Naturland, Rapunzel und andere folgen (ibd.). Bezüglich Obst, Salat, Gemüse, Fleisch sind Bioprodukte in der Regel wirklich besser und weniger mit Pestiziden belastet als konventionelle Produkte; außerdem werden sie meistens im Einklang mit der Natur hergestellt, sind ohne Gentechnik und die Tiere artgerecht gehalten.

Dennoch gibt es verarbeitete Bioprodukte, die nicht unbedingt als gesund, teilweise sogar als schädlich eingestuft werden können (zum Beispiel weißer Biozucker, Bio-Fertiggerichte und Schokolade mit Milchpulver, zuckerhaltige Bio-Süssigkeiten aus dem Supermarkt mit Gentech-Sojalecithin, Bio-Tofu, Bio-functional food, Bio-Sprudel aus dem Supermarkt mit künstlich zugesetzem Vtamin C (Gentech- Ascorbinsäure), Bio-Joghurt mit Milchpulver, probiotischer Bio-Joghurt). Inzwischen vertreiben Bio-Supermärkte sogar Müsli mit Magermilchjoghurtpulver, Vollmilchpulver, Heidelbeerpulver usw. obwohl bekannt ist, daß von pulverisierten Lebensmitteln Gefahren ausgehen können. Aber man kann sich immerhin sagen: wenn ich meine Gesundheit ruinieren möchte, dann wenigstens nicht auf Kosten der Umwelt - zumindest solange keine Gentechnik-Zutaten verwendet wurden! Der Slogan: "Ohne Gentechnik weil Bio" gilt also nicht für den Supermarkt. [7][8][21]

Ähnlich verhält es sich mit Bio-Weinen. Nur der Verzicht auf chemisch-sythetische Pflanzenschutz- und Düngemittel reicht nicht aus. "Schönungsmittel wie Hausenblase, Kasein und Albumin (die Eiweiße aus Fisch, Milch und Hühnerei) würden viel zu oft und zu intensiv eingesetzt, dabei sei die Zeit der beste Filter. Auch von der Zugabe von Enzymen, um den Saftablauf beim Keltern, die Vorklärung des Mostes und dessen Filterfähigkeit zu verbessern, halten tradiotionsbewußte Winzer nichts. Das gilt auch für den Einsatz von Holzchips als Alternative zum Reifen des Weins im Eichenfass (Barrique)." Seit dem Sommer 2002 dürfen in Deutschland Mostkonzentrationsgeräte zum "Tunen" des Weins eingesetzt werden. Mobile "Entregnungsanlagen" fahren von Weingut zu Weingut, um den Most zu konzentrieren. Der Kunde bleibt ahnungslos. Neuerdings gibt es sogenannte Schleuderkegelkolonne (Spinning Cone Columne). Mit dieser Technik lassen sich x-beliebige Aromamischungen herstellen. Zwar kommt man mit den gemixten "Micky-Maus-Weinen den Geschmacksvorstellungen der Horden unkritischer Weintrinker entgegen. Doch haben diese Designerweine nichts mehr mit dem spannenden Zusammenspiel von Handwerk und dem (von den Launen der Natur wesentlich beeinflussten) Geschehen im Weinberg zu tun." Es findet aber glücklicherweise auch eine Rückbesinnung auf alte Traditionen statt; man "widerspricht gesetzlichen Qualitätskriterien" und sagt sich von der Industrialisierung des Weinbaus los. Diese Winzer setzen auf die natürlichen Reifeprozesse des Weins und arbeiten mit natürlich im Weinberg vorkommenden Hefen, ähnlich wie die Imker des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung bei der Bereitung des Met-Federweißers mit den Stockeigenen Hefen arbeiten. Diese Weine und Bienenprodukte kauft man am besten direkt beim entsprechend zertifizierten Winzer oder Imker. Ganz anders verhält es sich mit der in Supermäkten für wenig Geld abgegebenen Massenware. Für ihre Herstellung nutzt man heute das gesamte Repertoire lebensmitteltechnischer Kunstgriffe. Bei Bienenprodukten zum Beispiel: Reifungsautomaten, doppelwandig beheizte Rührwerke zur Aufbereitung und Homogenisierung des Honigs, Ultrafiltration, Honigpulver. "Doch auch die hochpreisigen Weingüter des Bordelais nutzen gerne die Segnungen der (Most-) Konzentriertechniken. Schon seit rund 20 Jahren stehen im Vakuum oder mit der Umkehrosmose verdichteten Grands Crus auf den Spitzenplätzen der Rangskalen wichtiger Weintester." [6][11]

Es geht um reine Weine und Bienenprodukte. Anders als bei den meisten anderen koscheren Tropfen, wird der Wein nicht pasteurisiert, um ihn "rein" zu machen. Ein derartiger Winzer macht den Wein im Prinzip wie vor zweitausend Jahren - ohne Zusätze, ohne Filtration, ohne Schönung ohne alles. Die Trauben werden ausschließlich mit der Hand gelesen. Der optimale Zeitpunkt variiert je nach Rebsorte und Rebanlage. Anders als bei der "wesensgemäßen" Bienenhaltung zum Beispiel im Sinne von mellifera e.V. (beegood, Bienenkiste usw.), verwenden die Imker des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung keine künstlichen Wabenteile, keinen Rauch oder functional food für die Bienen. Der Wabenhonig wird wie vor zweitausend Jahren gewonnen; der Tropfhonig aus Naturbauwaben ohne Mittelwände. [18]

Bio-Honige und andere Bio-Bienenerzeugnisse halten also überhaupt nicht, was sie versprechen. Es wird eine natürliche Bienenhaltung, teilweise sogar artgerechte oder wesensgemaesse Bienenhaltung vorgegaukelt, es wird mit Bildern von Strohkörben geworben, obwohl es fast keinen Unterschied zwischen Bio- und nicht Bio-Bienenhaltung gibt. Die Bienen werden weder bei den Bio-Imkern noch bei ihren konventionellen Kollegen artgerecht oder wesensgemäß gehalten.  Durch die übliche Rähmchen- und Magazinimkerei und die auch bei Bio-Imkern erlaubte Zuckerfütterung kann ein Bioimker inzwischen genau so viel Honig ernten wie etwa ein Imker des Deutschen Imkerbundes (DIB). Höhere Preise für Biohonig sind also nicht gerechtfertigt, da diese Art der "biologischen, ökologischen oder natürlichen" Bienenhaltung das weltweite Bienensterben fördert.

Es ist die Art und Weise der Bienenhaltung; die Förderung einer harmonischen bzw. natürlichen Entwicklung des Bienenvolkes im Jahreslauf. Darauf wird in der wesensgemäßen Bienenhaltung ein besonderes Augenmerk gerichtet. Leider wird in vielen Imkereien (auch Bio-Imkereien) dieser Punkt vernachlässigt. In den USA sind Imkerei-Betriebe mit 50.000 Völkern keine Seltenheit. Die Bienenvölker werden in Einheiten von 500 Völkern auf LKWs verladen und mit offenen Fluglöchern tagelang zum Teil mehr als 4.000 km weit transportiert. Die Haltungsbedingungen in Europa und speziell Deutschland sind ähnlich; die Rähmchen- und Magazinimkerei, die das Gegenteil einer artgerechten Bienenhaltung darstellt, ist weit verbreitet - auch unter Bio-Imkern(!); ebenfalls wird ausgiebig mit den Bienen gewandert; 30.000 km pro Jahr sind für eine derartige Imkerei keine Seltenheit - weshalb CCD auch in Deutschland auftreten kann.

Ein ausgiebiges Wandern mit den Bienenvölkern ist leider auch bei Bio-Imkern sehr verbreitet, weshalb Bio-Bienenprodukte wie Honig, Perga  und Propolis mitunter stark mit Pestiziden und Antibiotika belastet sein können. Allein in Baden-Württemberg wurden mehr als 11.000 ha Erwerbsobstbau-Anlagen mit Streptomyzin behandelt. Da die Hauptinfektionszeit in der Blüte liegt, wurden leider auch entsprechend große Honigmengen durch Streptomycin verunreinigt. In Baden-Württemberg enthielten mehr als 8.000 kg Honig Streptomycin-Verunreinigungen von mehr als 0,02 mg/kg. Dieser gesetzliche deutsche Rückstandshöchstwert galt noch bis September 2008. In der Saison 2009 gilt der neue europäische Höchstwert von 0,01 mg/kg. Flächendeckender Befall ist bisher nur in Baden-Württemberg und Bayern zu verzeichnen. Streptomyzin darf von den Betrieben nur mit strengen Auflagen und nach Warnaufrufen verwendet werden; diese Warnaufrufe können jedoch nur kurzfristig ergehen, da sie witterungsabhängig sind. Bio-Imker achten zwar darauf, daß ihre Bienenkästen auf Flächen des Ökologischen Landbaus stehen, nicht aber darauf, daß die Bienen auch konventionelle Felder in der Nähe anfliegen; gerade bei Wanderimkern wird dies wenig berücksichtigt. [9][10]

Nicht nur vom intensiven Obstbau droht Gefahr, sondern auch von sogenannten Guttationstropfen; diese sitzen als runde Wassertröpfchen meist auf den Blattspitzen und den Blatträndern. Die Guttationstropfen zum Beispiel an Mais, Getreidepflanzen, Raps usw. können sehr hohe Giftkonzentrationen beinhalten, die auch ohne weiteres das 100-fache der für Bienen tödliche Dosis enthalten können. Das mit Clothianidin behandelte Saatgut, das zum Bienensterben geführt hatte, darf nicht mehr verwendet werden. Es gibt aber noch genügend andere giftige Mittel; zum Beispiel das Insektizid "Force 1.5 G". Tefluthrin ist ein breit wirksames Nervengift. Ein anderes Insektizid mit demselben Wirkstoff, das bei Futter- und Zuckerrüben zugelassen ist, gilt als sehr giftig für Wasserorganismen und kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung haben. Auch für Bienen ist dieser Stoff hochgradig giftig. Dabei gibt es längst Möglichkeiten, in der gesamten Landwirtschaft ohne Pestizide auszukommen. Die einzig zuverlässige und umweltverträgliche Methode, den Maiswurzelbohrer zu bekämpfen, ist die Fruchtfolge! [9][10]

Durch Panschereien mit Chemikalien werden chemisch-synthetische Gifte entwickelt, die dann von sogenannten "Phytomedizinern" als Pflanzenschutzmittel bezeichnet und in der Regel bei Sicherheitsprüfungen als harmlos durchgewunken werden. Die führenden fünf Unternehmen verkaufen große Mengen hoch gefährlicher Pestizide. Die meisten Pestizid-Portfolios von BASF, Bayer Crop Science, Union Carbide (Bhopal-Katastrophe) / Dow Agro-Science, Monsanto und Syngenta sind so giftig, daß sie verboten werden müßten. Insektizide mit bienengefährlichen Inhaltsstoffen wie Imidachloprid (Gaucho), Clothianidin (Poncho), fipronil (Regent), thiamethoxam (Cruiser), deltamethrine (Decis), methiocarb (Mesurol), sind zum Teil 6000 bis 7000 mal toxischer sind als DDT, und werden zum Beispiel bei Mais, Raps und Sonnenblume eingesetzt. Wie kommt es, daß diese Pestizide überhaupt zugelassen werden? Zu diesem Zweck wurde nicht nur von den "Phytomedizinern" eine neue Art der Wissenschaft gegründet, die sogenannte groteske oder Schrott - Wissenschaft. Diese Wissenschaft hat unbemerkt den Platz der eigentlichen, unabhängigen Wissenschaft eingenommen und liefert die passenden Ergebnisse sowohl für die Pestizid- als auch für die Biotech-Portfolios. Glücklicherweise gibt es aber auch noch unabhängige Wissenschaftler. Diese haben herausgefunden, dass die Blattguttationstropfen aller Maispflanzen, die aus mit Neonikotinoiden gebeiztem Samen gekeimt sind, Mengen des Insektizids enthalten, die bis zu 200mg/l betragen können. Die Konzentration der Neonikotinoide (Imidachloprid, Clothianidin, Thiamethoxam)  in Guttationstropfen bekommt damit Werte, wie sie bei der Anwendung von Wirstoffen als Spritzung zur Schädlingsbekämpfung üblich sind; oder sie gehen sogar noch darüber hinaus. Wenn die Bienen Guttationstropfen aufnehmen, die von Pflanzen stammen, welche aus Samen gewachsen sind, die mit Neonikotinoiden gebeizt wurden, sterben sie innerhalb weniger Minuten. [24][25]

Aber nicht nur ein ausgiebiges Wandern mit den Bienenvölkern wirkt sich ungünstig auf die Erzeugung von Biohonig aus. Viele Autoren, die über einfach imkern, ökologische Bienenhaltung, bio-zertifiziertn Honig schreiben, besitzen oft viel Phantasie und Erfindungsgabe, können aber die Besonderheiten ihrer Betriebsweisen nicht richtig benennen. So schreibt Claudia Bentzien zum Beispiel: Vergessen dürfe man allerdings auch nicht, dass bei der Bio-Imkerei "vor allem die wesensgemäße Bienenhaltung der Bienen durch den Imker und ihre Stärkung die wichtigsten Ziele sind" [2] - schön wär's wenn das die wichtigsten Ziele der Bio-Imkerei wären! Die Hauptziele der Bio-Imkerei bleiben eben doch die Rationalisierung und Ertragsmaximierung auf Kosten der Bienengesundheit, wie in der letzten Ausgabe der Apicultural Review Letters [3] gezeigt wurde. Frau Bentzien beschreibt die Bio-Imkerei sehr phantasiereich in den rosigsten Farben; die Wirklichkeit sieht aber so aus: wer das Biosiegel von Künast & Co auf seine Honiggläser klebt, darf Zucker füttern, den Honig erhitzen, die Königin künstlich besamen - es sollte allerdings "eine verletzungsarme Besamung der Königin" gewährleistet sein - , künstliche Königinnenzucht betreiben ("Umlarven"), künstlich erzeugte Wabenteile einbauen (was die Kommunikation innerhalb des Bienenvolkes empfindlich stört), diese mit Drähten umwickeln, sogar die Pressing-Methode sowie die Magazin- und Drehrahmenbeute wird nicht ausdrücklich verboten; Manche Bio-Imker beschneiden sogar die Flügel der Königin - eine Technik, die von vielen Fachberatern, Imkermeistern und Wissenschaftlern gutgeheißen wird.  [4][5][7]

Selbst eine Bienenkiste, die von Mellifera e.V. entwickelt wurde, hat mit wesensgemäßer Bienenhaltung oder "einfach imkern" nicht viel zu tun. Sie ist durchaus eine Verbesserung gegenüber der Rähmchenbetriebsweise; schwere Lasten heben und eine komplizierte Technik beherrschen muß der Imker auch hier. Um beispielsweise in diese Kiste hineinzuschauen, muß sie samt Volk und Honigvorräten erst hochgewuchtet und auf den Kopf gestellt werden; wenn das Brutnest zu Inspektionszwecken komplett geöffnet wird, gerät das gesamte Volk in Aufruhr, weshalb ausgiebig Rauch in das Volk hineingeblasen werden muß, damit die Bienen nicht zu aggressiv werden. Die Anwendung von Rauch in der Imkerei kann aber grundsätzlich als Tierquälerei bezeichnet werden, da den Bienen jedesmal ein Buschbrand vorgegaukelt wird: die Bienen bereiten alles vor, um in der Not den Kasten als Schwarm verlassen zu können. Eine derartige Betriebsweise ist gerade für Anfänger oder Hobbyimker völlig ungereeignet. Zudem muß eine Imkerei, die auf die Anwendung von Rauch angewiesen ist, für die Gewinnung von Apitherapie-Produkten ausgeschlossen werden, da die Bienen-Produkte Geschmack und Schadstoffe annehmen. Ähnliches gilt für die sogenannte Warré-Beute: auch hier wird mit künstlichen Wabenteilen, Magazinen, Rauch, Drehung des Brutnestes ähnlich wie bei der Drehrahmenbeute gearbeitet. Zudem können Bienenkrankheiten bei der Stabilbau-Betriebsweise nicht rechtzeitig erkannt werden. [20][22][26]

Viele Imker - auch Bioimker - füttern übrigens nicht nur Zuckersirup sondern auch Sojamehl und Trockenmagermilch bzw. Milchpulver - und zwar nicht nur nach der Honigernte, sondern auch als Trachtlückenfütterung unmittelbar vor einer Honigernte (Ein Österreichischer Imker schreibt allen Ernstes: "Ich füttere etwa 2 Liter Zuckerwasser pro trachtlose Woche"). Reste der Zuckerfütterung als auch Reste von Sojamehl und Milchpulver lassen sich in den Bienenprodukten (Honig, Wabenhonig, "Perga", Propolis) nachweisen, ganz egal ob sie nun mit Melamin oder gentechnisch verseuchten Substanzen verunreinigt sind oder nicht (Melamin, eine Industriechemikalie, die in der Kunststoff- und Düngemittelherstellung verwendet wird, kommt inzwischen in fast allen billigen Lebens- und Futtermitteln vor. "Mit der farblosen Substanz wurden schon mehrfach Lebensmittel gestreckt, um unter anderem einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.")   Ein derartiger Imker fragt doch allen Ernstes einen Fachberater für Imkerei, ob es von Nachteil sei, wenn er nachts seinen Honig nicht rühre, sondern stattdessen für einige Stunden schlafe? Daufhin der Fachberater: Nachts müsse der Imker zwar schlafen, aber trotzdem gelte immer die Devise: "Der Honig wird so lange gerührt, wie ich es meiner Rührmaschine zumuten will." Als Faustregel gelte, der Honig müsse tagelang erhitzt und gerührt werden: "lieber etwas zu weich als zu hart. ... Das wiederholte Erwärmen mag nicht jedem gefallen, aber es gibt keine andere Methode zum Weichmachen." Der Gipfel ist allerdings künstlicher Wabenhonig, wie er von einem Thüringer Imker empfohlen wurde: Er wird mit Hilfe des "Bee-0-Pac" oder "Ross Rounds" Systems aus Plastikrahmen mit integrierten Plastikkassetten und teilweise künstlichen Wabenteilen hergestellt. [12][13][14][15][27]

Ein Produzent von "Aktiv-Manukahonig", der vielfach für die Apitherapie verwendet wird, schreibt über das Erhitzen seines Honigs ganz unverblümt: "Der Honig aus der Schleuder und das Wachs-Honig-Gemisch aus der Entdeckelungsmaschine wurden in eine Edelstahlwanne gepumpt, in der sich ein Fleischwolf befindet. Dieser zermalmte Wachs und Honig zu einem fließfähigen Gemisch, das im sogenannten Hitzeaustauscher, der denselben Zweck wie das bei uns bekannte Melitherm erfüllt, kurz auf ca. 55° C erwärmt wurde, bevor es in die Wachszentrifuge gelangte". - Melitherm ist ein Gerät mit Heizspiralen zum "auftauen" von Honig, das auch für Biohonig zugelassen ist. Ein derartiger Honig hat mit dem Originalprodukt der Bienen fast nichts mehr zu tun, ähnlich wie der sogenannte "Medihoney", der zusätzlich noch mit Gammastrahlen sterilisiert ist. [7][15][16][19]

Da sogar Bioland- und Demeter- oder Beegood-Imker künstliche Wabenteile einsetzen, Zucker und functional food füttern, ausgiebige Wanderungen mit den Bienen unternehmen und den Honig erhitzen dürfen, empfiehlt sich der Kauf von Bienenerzeugnissen (Waben- oder Scheibenhonig, Bienenbrot, Propolis, Gelée Royale, Pollen und Natur Honig, also Tropfhonig aus Naturbauwaben) die aus wirklich artgerechter oder wesensgemaesser Bienenhaltung (zertifiziert nach Richtlinien des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung) gewonnen wurden. Erst diese Betriebsweise fördert eine fruchtbare Bienenhaltung. Diese Produkte sind jedoch nicht in Bioläden und schon gar nicht bei Ebay oder im Handel, also bei Aldi, Lidl & Co, Allos, CumNatura, Basic, Alnatura, Tegut, DM erhältlich, sondern nur direkt bei den zertifizierten Imkern. [6][7][15][23]

Wer sich aus dem weltweit verbreiteten System der Rähmchen- und Magazinimkerei mit allen ihren Nachteilen, ausklinken und sich rückbesinnen möchte auf alte Traditionen in der Imkerei, also von der Industrialisierung der Imkerei loswill, sollte nicht unbedingt auf die von Bio- oder Demeter - Imkern empfohlene Literatur zurückgreifen, sondern lieber gleich im Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung die entsprechenden Kurse für Anfänger belegen (siehe zum Beispiel Tageskurse/ Intensivkurse und Fernkurs) oder eine Ausbildung zur Partner-Imkerei des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung absolvieren. [15][26]

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[1] Apicultural Review Letters 2007, 6,Nr. 112.
[2] Dbj 2008, 16, p. 229.
[3] Thiele, M. 2008: Warum schwärmen die Bienen? Apicultural Review Letters 2008, 7,Nr. 239.
[4] Ibd.
[5] M. Thiele 2002: Natur und Kunst. Apiservices 2002  - Virtuelle Imkerei Galerie. Darin: Im Organic Beekeeping Journal 8/2001 (http://www.thehealingpath.com) kann man folgende Empfehlung an Öko-Imker lesen: „The best methods of managing the swarm impulse, is to clip the queens wings and catch the swarm from the ground". Ins Deutsche übersetzt: „Die besten Methoden den Schwarm Impuls in den Griff zu bekommen, ist das beschneiden der Königinnenflügel und das Auffangen des Schwarms vom Boden" - eine dümmlichere Methode, mit dem Schwarmimpuls umzugehen, hat die Welt noch nicht gesehen! Diese Empfehlung wird übrigens heute noch von der "organic beekeeping society" (Gesellschaft für biologische Bienenhaltung) an ihre Imker abgegeben. Von Fachberatern und Prüfern ("geprüfter Freizeitimker") wird diese Methode an Jungimker und Anfänger weitergegeben - auch in Deutschland. So zum Beispiel Dr. Pia Aumeier, deren Verhältnis zur grünen Gentechnik mit dem von Dr. Elke Genersch und Dr. Liebig zu vergleichen ist (also Pro-Gentechnik); sie bietet billige Kurse für Anfänger an ("geprüfter Freizeitimker", "Sachkundenachweis"); in ihrer Monatsbetrachtung für den Anfänger schreibt sie:"Iro Gnaden stechen nicht. Locker zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten, wird der Königin etwa ein Drittel eines Vorderflügels beschnitten." Nach Aumeier & Co "erleichtert das Zeichnen und Flügel-Beschneiden das Imkern und ist...für ihre Majestät kein schlimmer Eingriff." Das Verkleben der Antennen und Augen beim Kennzeichnen sei möglichst zu vermeiden - und wenn, sei dies auch nicht weiter tragisch; schließlich werde die Königin ohnehin nach einem Jahr "human" entsorgt: man solle sie nicht ertränken oder vergraben, sondern "zwischen den Fingern zerdrücken oder einfrieren. (db 6/2008, p. 4-6 in: Apicultural Review Letters 2008, 7,Nr. 265), Siehe auch Anmerkung 3.
[6] Erfragen Sie: Bezugsquellen für unbelastetes deutsches Bienenwachs aus Naturbau, rückstandsfreie Bienenwachsknete, echten deutschen Wabenhonig, Wabenhonig mit Bienenbrot, Natur Honig (Tropfhonig aus Naturbauwaben), deutscher Frühjahrspollen, Propolis, Gelee Royal, Natur Metfederweißer unter Tel.05652-917899. Oder siehe: Produktliste
[7] Zentrum soziale Medizin und natürliche Bienentherapie 2010: Medical Wellness - Natürliche Bienentherapie und A-Klasse-Wabenhonig statt Functional Food. Pressemitteilung
[8] Zentrum für soziale Medizin und natürliche Bienentherapie 2010: Natürliche Therapien und soziale Medizin statt Biotech-Medizin -
Natürliche Api Therapie mit Pollen, Bienenbrot, Wabenhonig, Propolis, Gelée Royale, Tropfhonig. Pressemitteilung
[9] Thiele, M. 2009: Wie läßt sich die Belastung der Bienenprodukte mit Antibiotika vermeiden und wie gewinnt man rückstandsfreie apitherapeutische Bienenprodukte? Apicultural Review Letters 2009, 8,Nr. 335
[10] Imkerei-Technik Magazin 1/2009
[11] Küffner, G. 2009: Aromen können beliebig kombiniert werden. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 17, V16
[12] Gritsch, H. 2009: Imkern im Mai. Absperrgitter, Schwarmverhinderung, Trachtlückenfütterung. Die Biene 145, (5) p.4-6
[13] Thiele, M. 2009: Ein anderes Wort für die sogenannte "Honigaufbereitung" ist Denaturierung. Apicultural Review Letters 2009, 8,Nr. 352 und Die Biene 145, (5) p. 12-13
[14] Aumeier, P. 2009: Aller Anfang ist leicht ... wenn man die richtigen Ratgeber hat. Dbj 17, p. 254-255. - Wie ein derartiger Rat aussieht wissen wir ja bereits (vergl. Anmerkung 5). Weitere interessante Ratschläge dieser Art sind zum Beispiel: "Immer mit Rauch arbeiten", "Bei Starkregen und heftigem Schneefall" Völker nur unter einem Schirm öffnen. Einer ihrer Schüler schreibt (Dbj 17, p. 248-249): "Ich entdeckle meine Honigwaben nur noch mit dem Heißluftfön. Der Heißluftfön ist auf die stärkste Stufe eingestellt", "Mit einem elektrischen Messer mit zwei gegenläufigen, gezahnten Klingen schneide ich alles überstehende Wachs bis auf Rähmchendicke ab. Zwischen die Klingen gebe ich Spülmittel-Konzentrat als Schmiermittel."
[15] Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung / Forschungszentrum soziale Medizin / natuerliche Apitherapie 2010: Qualität von Bienenwachs aus Naturwabenbau, Propolis, Pollen, Bienenbrot und Wabenhonig. Presse-Mitteilung
[16] Dbj 17, p. 310-311.
[18] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 26, p.50
[19] Imkerei-Technik Magazin 2/2009
[20] Thiele, M. 2009: "Bienenkiste" oder Top bar hive? Ist die Bienenkiste wirklich so artgerecht und wesensgemäß wie immer behauptet wird? Apicultural Review Letters 2009, 8,Nr.379
[21] Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung 2010: Wabenhonig und Tropfhonig statt Zucker, gefährliche Süßigkeiten aus gentechnisch erzeugten Rohstoffen, "zuckerfreie" Getränke, Zuckerersatz-, Zusatz- und Aromastoffe. Pressemitteilung
[22] Thiele, M. 2009: Warré Beute oder Top bar hive? Ist die Warré Beute wirklich so einfach und bienengerecht wie immer behauptet wird? Imkerei nach Warré oder nach Kriterien des Zentrums für wesensgemäße Bienenhaltung? Apicultural Review letters 2009, 8,Nr.386
[23] Zentrum für wesensgemäße Bienenhaltung 2010: Bienenbrot. Pressemitteilung
[24] itm 3/2009, p. 10 und 4/2009, p. 24
[25] Girolami, V. et al. 2009: Translocation of Neonikotinoid Insecticides from coated Seeds to Seeding Guttation Drops: A Novel Way of Intoxication for Bees. J. Econ. Entomol. 102 (5), p. 1808 - 1815.
[26] Thiele, M. 2010: Bienenkiste, Warré oder Top bar hive - welcher Bienenkasten ist besonders für Anfänger und Hobbyimker gut geeignet? Presse Mitteilung
[27] Frankfurter Allgemeine Zeitung 2010, Nr. 154, p.9
 
 

Weitere Literatur und Hinweise zum Thema:
Neues aus Wissenschaft, natuerlicher Bienenhaltung und Apitherapie:
Apikultur und Supplement Apicultural Review Letters,Archiv
Naturwissenschaft und Science Review Letters

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Letzte Bearbeitung:07.07.2010