66.
Brief
5.
September 2006
Ein
Bienenstock - wenn er vom Menschen nach entsprechenden Kriterien bewirtschaftet
wird - enthält fast alles, was wir für die Gesundheit des Menschen
brauchen.
Mediziner, die sich auf die Heilung durch Bienenprodukte spezialisiert haben (sog. Apitherapeuten), betonen immer wieder, unter allen biologischen Systemen sei das System Apis Mellifera dasjenige, das die wirksamsten antiviralen Substanzen entwickle. Auch beim Menschen haben sich Bienenprodukte sowohl präventiv als auch kurativ als besonders wirksam zum Beispiel gegen Grippeviren erwiesen. Zu nennen wäre hier vor allem Propolis in verschiedenen Darreichungsformen - nicht zuletzt in Form von Wabenhonig. Auch in Bezug von Gelée Royale wird von spektakulärer Heilwirkung gesprochen.
Empfohlen wird, in den Epedemiezeiten die Gesamtheit der Imkereiprodukte, zusätzlich zu Honig und Pollen, einzunehmen. Honig und Pollen, die ja gemeinsam mit Propolis im Wabenhonig enthalten sind, stellen durch Stärkung des Immunsystems eine Basisbehandlung über einen längeren Zeitraum dar und stimmulieren oder „potentialisieren" (itm 2/06, p.15-17) die spezifischen Wirkungen zum Beispiel von Gelée Royale.
Die Heilanwendung von Bienenerzeugnissen wurde schon von Hippokrates (640-377 v. Chr.) praktiziert; so soll er mit Propolis Geschwüre der Haut und des Magendarmtraktes behandelt haben.
Es gibt sogar Hinweise dafür, daß Propolis direkte krebszellentötende und krebsverhindernde Eigenschaften besitzt. Bestimmte Substanzen im Propolis haben sich nicht nur als wirksam gegen Herpes-, Adeno- und Influenzaviren erwiesen, sondern auch gegen das humane Immundefizienzvirus (HIV; AIDS). Propolis ist zwar verständlicherweise nicht wirksam gegen einzellige Parasiten wie sie in tropischen Gebieten anzutreffen sind und Krankheiten wie Trichomoniasis oder die Chagaskrankheit auslösen, wohl aber kann es die Behandlung von Bakterien, die Magengeschwüre hervorrufen können (Helicobakter pylori) verbessern (db 9/06, p. 20-23). Propolis und Honig oder Wabenhonig vermögen nicht nur die Keime, die für die Magengeschwüre verantwortlich sind (Helicobakter pylori), effizient zu hemmen, sondern haben auch einen schützenden Effekt auf die Darmschleimhaut.
Auch gibt es Hinweise dafür, daß die Gabe von Pollen und Propolis einen günstigen Einfluß auf die Gewichtszunahme hat, die Eisenverwertung verbessert und damit zu einer schnelleren Anhebung des Hämoglobinwertes (roter Blutfarbstoff) führt. Wieder zeigt sich, daß Pollen und Propolis oder Wabenhonig wirksame Stärkungsmittel sind.
Bekannt ist die Wirksamkeit von Honig in der Wundbehandlung, insbesondere bei Wundheilungsstörungen und Verbrennungen. Auch zeigen Studien, daß Honig kein Karies erzeugt und sogar gegen Zahnfleischenzündungen eingesetzt werden kann.
Der Einsatz von Honig bei Hauterkrankungen ist weniger bekannt. So wurde eine Mischung aus Honig, Olivenöl und Bienenwachs (Verhältnis 1:1:1) bei verschiedenen Hauterkrankungen erfolgreich getestet. Bei den meisten Hautkrankheiten und Allergien wie Neurodermitis gilt allerdings grundsätzlich, daß etwas mit dem Verdauungstrakt nicht in Ordnung ist, weshalb hier eine dauerhafte Einnahme von Bienenerzeugnissen, vor allem Wabenhonig, sinnvoll ist.
Man hat auch den Einfluß von Honig auf verschiedene Blutwerte im Vergleich zu verschiedenen Zuckern und Kunsthonig untersucht. Man hat festgestellt, daß etwa 75g Honig, anders als Zucker und künstlicher Honig, die Cholesterinwerte, insbesondere LDL-Cholesterin sowie die Blutfettwerte, senkt.
Fortsetzung folgt in unregelmässigen Abständen!
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Die Kritischen Apikulturbriefe Vol.
4, Nr. 1-4 zuerst veröffentlicht 2005 bei Apiservices - Virtuelle
Imkerei Galerie
die
Gesamtausgabe der Briefe erscheint in der Fachzeitschrift "Apikultur"